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Am 3. September 1939 hatte Frankreich Deutschland den Krieg erklärt, nachdem Hitler in Polen, einem Verbündeten, eingefallen war. Anfang September 1939 startete Frankreich die Saar-Offensive, die aber zum Stillstand kam. Mitte Oktober waren die französischen Truppen auf ihre ursprünglichen Positionen vor Beginn dieser Offensive zurückgezogen worden. In sechs Wochen ab dem 10. Mai 1940 besiegten die deutschen Streitkräfte die alliierten Truppen durch mobile Operationen und eroberten Frankreich, Belgien, Luxemburg und die Niederlande, wodurch Landoperationen an der Westfront bis zur Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 beendet waren.
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Seitenzahl: 126
Veröffentlichungsjahr: 2021
Die Invasion Frankreichs 1940
Die Invasion Frankreichs 1940
Jazzybee Verlag Jürgen Beck
86450 Altenmünster, Loschberg 9
Deutschland
ISBN: 9783849661335
Cover Design: Von Bundesarchiv, Bild 146-1972-045-08 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5418927
www.jazzybee-verlag.de
Übersicht1
Hintergrund. 3
Die Maginot-Linie. 3
Die deutsche Invasion Polens. 3
Der Sitzkrieg. 4
Die deutsche Strategie. 5
Fall Gelb. 5
Der Manstein-Plan. 7
Der Mechelen-Zwischenfall8
Verabschiedung des Manstein-Plans. 8
Die Strategie der Alliierten. 10
Der Escaut-Plan /Plan E.. 10
Der Dyle-Plan / Plan D... 11
Alliierte Geheimdienstinformationen. 14
Gefechtsgliederungen. 15
Die Alliierten. 15
Die Achsenmächte. 38
Der Auftakt45
Die Kämpfe. 55
Nordfront55
Zentralfront60
Die Schlacht um Sedan. 61
Der Zusammenbruch an der Maas. 63
Niedrige Moral der französischen Führungskräfte. 65
Gescheiterte alliierte Gegenangriffe. 66
Die Deutschen erreichen den Kanal67
Der Weygand-Plan. 69
Die britischen Streitkräfte und die Kanalhäfen. 71
Haltebefehle. 72
Operation Dynamo. 73
Fall Rot75
Die Weygand-Linie. 76
Der Zusammenbruch der Maginot-Linie. 78
Evakuierung der zweiten britischen Streitkräfte. 80
Waffenstillstand. 81
Nachbetrachtung. 83
Analyse. 83
Besatzung. 87
Verluste. 89
Die Reaktion der Bevölkerung in Deutschland. 91
Endnoten. 93
Referenzen zu den Endnoten. 100
Fotomaterial107
Kartenmaterial122
Die Schlacht um Frankreich, auch bekannt als der Fall Frankreichs, ist eine andere Bezeichnung für den deutschen Einmarsch in Frankreich und den Beneluxländern während des Zweiten Weltkriegs. Am 3. September 1939 hatte Frankreich Deutschland den Krieg erklärt, nachdem Hitler in Polen, einem Verbündeten, eingefallen war. Anfang September 1939 startete Frankreich die Saar-Offensive, die aber zum Stillstand kam. Mitte Oktober waren die französischen Truppen auf ihre ursprünglichen Positionen vor Beginn dieser Offensive zurückgezogen worden. In sechs Wochen ab dem 10. Mai 1940 besiegten die deutschen Streitkräfte die alliierten Truppen durch mobile Operationen und eroberten Frankreich, Belgien, Luxemburg und die Niederlande, wodurch Landoperationen an der Westfront bis zur Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 beendet waren. Italien trat am 10. Juni 1940 nicht nur in den Krieg, sondern auch über die Alpen in Frankreich ein.
Der "Fall Gelb" sah vor, dass deutsche Panzereinheiten überraschend durch die Ardennen und dann entlang des Tals der Somme vordringen sollten, wodurch alliierte Einheiten, die nach Belgien vorgedrungen waren, um der erwarteten deutschen Invasion entgegenzutreten, abgeschnitten und umzingelt wären. Als die britischen, belgischen und französischen Streitkräfte durch die mobile und gut organisierte deutsche Operation zum Meer zurückgedrängt wurden, evakuierten die Briten im Rahmen der "Operation Dynamo" ihre Auslandsstreitkräfte und französische Divisionen aus Dünkirchen.
Die deutschen Streitkräfte begannen am 5. Juni mit der "Operation Rot.". Die verbleibenden sechzig französischen und zwei britischen Divisionen leisteten entschlossenen Widerstand, konnten aber die deutsche Luftüberlegenheit und die sehr beweglichen Panzer nicht überwinden. Deutsche Kampffahrzeuge überrannten die Maginot-Linie, drangen tief nach Frankreich ein und besetzten Paris am 14. Juni widerstandslos. Nach der Flucht der französischen Regierung und dem Zusammenbruch der französischen Armee trafen sich deutsche Kommandeure am 18. Juni mit französischen Offiziellen, um über ein Ende der Feindseligkeiten zu verhandeln.
Am 22. Juni wurde der zweite Waffenstillstand von Compiègne zwischen Frankreich und Deutschland unterzeichnet. Die neutrale Vichy-Regierung unter der Führung von Marschall Philippe Pétain löste die Dritte Republik ab, und Deutschland besetzte die Nord- und Westküste Frankreichs und das Hinterland. Italien übernahm die Kontrolle über eine kleine Besatzungszone im Südosten, und das Vichy-Regime behielt das unbesetzte Gebiet im Süden, die sogenannte "Zone libre." Im November 1942 besetzten die Deutschen und Italiener die Zone im "Fall Anton" bis zur Befreiung durch die Alliierten im Jahr 1944.
In den 1930er Jahren bauten die Franzosen die Maginot-Linie, eine Befestigungsanlage entlang der Grenze zu Deutschland. Die Linie sollte militärisches Personal einsparen und eine deutsche Invasion über die Grenze verhindern, indem man diese nach Belgien "umleitete", wo die besten Divisionen der französischen Armee dagegenhalten würden. Der Krieg sollte somit außerhalb des französischen Territoriums stattfinden, um die Zerstörungen des Ersten Weltkriegs zu vermeiden. [16][17] Der Hauptabschnitt der Maginot-Linie verlief von der Schweizer Grenze aus und endete in Longwy; die Hügel und Wälder der Ardennenregion sollten das Gebiet nördlich davon sichern.[18] General Philippe Pétain erklärte die Ardennen für "undurchdringlich", solange "besondere Vorkehrungen" getroffen werden würden, um eine Invasionsstreitmacht, die aus den Ardennen kam, durch einen Zangenangriff zu vernichten. Auch der französische Oberbefehlshaber Maurice Gamelin hielt das Gebiet für sicher vor Angriffen und bemerkte, dass es "keine groß angelegten Operationen begünstigte." Die französischen Kriegsspiele von 1938, bei denen es um einen hypothetischen, deutschen Panzerangriff durch die Ardennen ging, hinterließen bei der Armee den Eindruck, dass die Region immer noch weitgehend undurchdringlich war und dass diese Tatsache, in Verbindung mit dem natürlichen Hindernis der Maas, den Franzosen genug Zeit verschaffen würde, Truppen in das Gebiet zu verlegen, um einen Angriff zu kontern. [19]
Im Jahr 1939 boten Großbritannien und Frankreich Polen militärische Unterstützung im wahrscheinlichen Fall einer deutschen Invasion an. [20] Im Morgengrauen des 1. September 1939 begann der deutsche Einmarsch in Polen. Frankreich und das Vereinigte Königreich erklärten Deutschland am 3. September den Krieg, nachdem ein Ultimatum für den sofortigen Abzug der deutschen Streitkräfte aus Polen unbeantwortet blieb. [21][22] Daraufhin erklärten Australien (3. September), Neuseeland (3. September), Südafrika (6. September) und Kanada (10. September) Deutschland ebenfalls den Krieg. Während die britischen und französischen Zusagen gegenüber Polen zwar politisch eingehalten wurden, waren die Alliierten dennoch nicht in der Lage, rechtzeitig sinnvolle, militärische Hilfe zu leisten. Selbst wenn ein militärisches Eingreifen der Alliierten in Polen durchführbar gewesen wäre, hätte es aufgrund des kurz zuvor unterzeichneten deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts und des anschließenden sowjetischen Einmarschs in Ostpolen vermutlich bewirkt, dass die Sowjetunion auf deutscher Seite in den Krieg eingetreten wäre. Daraufhin beschlossen die Alliierten eine langfristige Kriegsstrategie und machten für defensive Landoperationen gegen Deutschland mobil, während eine Handelsblockade verhängt und die Wiederaufrüstung vor dem Krieg beschleunigt wurde, um für einen eventuellen Einmarsch in Deutschland bereit zu sein. [23]
Am 7. September begann Frankreich im Einklang mit seinem Bündnis mit Polen die Saar-Offensive und stieß von der Maginot-Linie fünf Kilometer in Richtung der Saar vor. Frankreich hatte 98 Divisionen (bis auf 28 davon Reserve- oder Festungsformationen) und 2500 Panzer gegen eine deutsche Truppe mobilgemacht, die aus 43 Divisionen (32 davon Reserven) und null Panzern bestand. Die Franzosen rückten vor, bis sie auf die damals dünne und unterbesetzte Siegfried-Linie trafen. Am 17. September gab Gamelin den Befehl, die französischen Truppen in ihre Ausgangspositionen zurückzuziehen; der letzte Soldat verließ Deutschland am 17. Oktober. Nach der Saar-Offensive setzte zwischen den Kriegsparteien eine Zeit der Untätigkeit ein, die als Sitzkrieg (auf Französisch drôle de guerre) bezeichnet wurde. Adolf Hitler hatte gehofft, dass Frankreich und Großbritannien sich mit der Eroberung Polens abfinden und schnell Frieden schließen würden. Am 6. Oktober unterbreitete er beiden Westmächten ein Friedensangebot. [24]
Am 9. Oktober 1939 gab Hitler eine neue "Führer-Anweisung Nr. 6" heraus. [24] Er hatte die Notwendigkeit militärischer Feldzüge zur Bezwingung der westeuropäischen Nationen im Vorfeld der Eroberung von Gebieten in Osteuropa, um so einen Zwei-Fronten-Krieg zu vermeiden, erkannt, ließ diese Absichten aber in besagter Anweisung Nr. 6 vermissen. [25] Der Plan basierte auf der scheinbar realistischeren Annahme, dass die deutsche militärische Stärke über mehrere Jahre hinweg aufgebaut werden musste. Vorerst konnten nur kleinere Ziele ins Auge gefasst werden, die darauf abzielten, die Fähigkeit Deutschlands zu verbessern, einen langen Krieg im Westen zu überleben. [26] Hitler befahl, so schnell wie möglich die Beneluxländer zu erobern, um so den Franzosen zuvorzukommen und zu verhindern, dass die alliierte Luftwaffe das lebenswichtige, deutsche Ruhrgebiet bedrohen konnte. [27] Damit wäre auch die Grundlage für einen langfristigen Luft- und Seefeldzug gegen Großbritannien gegeben. In der Führerdirektive wurde kein unmittelbar darauffolgender Angriff zur Eroberung ganz Frankreichs erwähnt, obwohl das Papier besagte, dass möglichst viele der Grenzgebiete in Nordfrankreich besetzt werden sollten. [25][28]
Am 10. Oktober 1939 lehnte Großbritannien das Friedensangebot Hitlers ab, und am 12. Oktober schloss sich Frankreich an. Generaloberst Franz Halder (Chef des Generalstabs des OKH), stellte am 19. Oktober den ersten Plan für den "Fall Gelb" vor. Dies war der Vorkriegs-Codename aller Pläne für einen Feldzug in den Beneluxländern: die "Aufmarschanweisung Nr. 1, Fall Gelb." Halders Plan wurde mit dem "Schlieffen-Plan" verglichen, wie die deutsche Strategie von 1914 im Ersten Weltkrieg genannt wurde. [29] Er war insofern gleich, als dass beide Pläne einen Vorstoß durch das Zentrum Belgiens beinhalteten. Die "Aufmarschanweisung Nr. 1" sah einen Frontalangriff vor, bei dem eine voraussichtliche halbe Million deutscher Soldaten geopfert werden sollten, um das begrenzte Ziel zu erreichen, die Alliierten zurück an die Somme zu werfen. Die deutsche Stärke wäre somit für 1940 aufgebraucht gewesen, und der Hauptangriff auf Frankreich hätte erst 1942 beginnen können. [30] Als Hitler Einwände gegen den Plan erhob und stattdessen für einen entschlossenen Durchbruch mit Panzern plädierte, wie er schon beim Einmarsch in Polen geschehen war, versuchten Halder und Brauchitsch, ihn davon abzubringen, indem sie argumentierten, dass die schnelle, mechanisierte Taktik zwar gut und schön gegen eine "schlampige" osteuropäische Armee war, aber nicht gegen ein erstklassiges Militär wie das der Franzosen funktionieren würde. [31]
Hitler war von Halders Plan enttäuscht und reagierte zunächst mit der Entscheidung, dass die deutsche Armee früh angreifen sollte, bereit oder nicht, in der Hoffnung, dass die mangelnde Bereitschaft der Alliierten zu einem leichten Sieg führen könnte. Hitler schlug vor, die Invasion am 25. Oktober 1939 zu beginnen, akzeptierte aber, dass dieses Datum wahrscheinlich unrealistisch war. Am 29. Oktober legte Halder einen weiteren Plan vor, die "Aufmarschanweisung Nr. 2, Fall Gelb", die einen untergeordneten Angriff auf die Niederlande beinhaltete. [32] Am 5. November teilte Hitler Walther von Brauchitsch mit, dass er beabsichtige, die Invasion am 12. November zu beginnen. Brauchitsch antwortete, dass sich das Militär noch nicht vom Feldzug in Polen erholt habe, und bot seinen Rücktritt an; dieser wurde abgelehnt, aber zwei Tage später verschob Hitler den Angriff dennoch, wobei er schlechtes Wetter als Grund für die Verzögerung angab. [33][34] Weitere Verschiebungen folgten, als einige Befehlshaber Hitler dazu überredeten, den Angriff um einige Tage oder Wochen zu verschieben, um einen kritischen Mangel in den Vorbereitungen zu beheben oder auf besseres Wetter zu warten. Hitler versuchte auch, den Plan zu ändern, weil er ihn für unbefriedigend hielt; sein kaum vorhandenes Verständnis dafür, wie schlecht Deutschland auf den Krieg vorbereitet war und wie es mit Verlusten gepanzerter Fahrzeuge umgehen würde, waren nicht vollständig in Betracht gezogen worden. Obwohl man Polen schnell besiegt hatte, waren viele gepanzerte Fahrzeuge verloren gegangen und nur schwer zu ersetzen. Dies führte schließlich zu einer Zerstreuung der deutschen Bemühungen; obwohl der Hauptangriff nach wie vor in Zentralbelgien vorgesehen war, sollten sekundäre Angriffe auf den Flanken unternommen werden. Hitler machte am 11. November einen solchen Vorschlag und drängte auf einen frühen Angriff auf unvorbereitete Ziele. [35]
Hitler war nicht der Einzige, der gegen Halders Plan war. Auch General Gerd von Rundstedt, der Kommandeur der Heeresgruppe A, war damit nicht einverstanden. Rundstedt erkannte, dass sich der Plan nicht an die klassischen Prinzipien des Bewegungskrieges hielt, die die deutsche Strategie seit dem 19. Jahrhundert gelenkt hatten. Es müsse ein Durchbruch erzielt werden, der zur Einkesselung und Zerstörung des Hauptteils der alliierten Streitkräfte führen würde. Der geeignetste Ort, um dies zu erreichen, wäre die Region um Sedan, die im Sektor von Rundstedts Heeresgruppe lag. Am 21. Oktober stimmte Rundstedt mit seinem Stabschef, Generalleutnant Erich von Manstein, überein, dass ein alternativer Einsatzplan erstellt werden müsse, der diesen Grundgedanken widerspiegelt, und die Heeresgruppe A auf Kosten der Heeresgruppe B im Norden so stark wie möglich gemacht werden müsse. [36]
Während Manstein in Koblenz neue Pläne formulierte, wurde Generalleutnant Heinz Guderian, der Kommandeur des XIX. Armeekorps, in einem nahe gelegenen Hotel untergebracht. [37] Manstein zog zunächst eine Bewegung nördlich von Sedan in Betracht, direkt in den Rücken der wichtigsten mobilen alliierten Streitkräfte in Belgien. Als Guderian im Rahmen informeller Diskussionen eingeladen wurde, zu diesem Plan beizutragen, schlug er eine radikale und neuartige Idee vor. Der größte Teil der Panzerwaffe sollte in Sedan konzentriert werden. Diese konzentrierte Streitmacht sollte nach Westen bis zum Ärmelkanal vorrücken, ohne auf die Hauptmasse der Infanteriedivisionen zu warten. Dies könnte zu einem strategischen Zusammenbruch des Feindes führen, wodurch die relativ hohe Zahl von Verlusten vermieden werden könnte, die eine Kesselschlacht üblicherweise verursacht. [38]
Ein solch riskanter, unabhängiger Einsatz von Panzern war in Deutschland schon vor dem Krieg breit diskutiert worden, aber das Oberkommando des Heeres (OKH, der deutsche Generalstab) hatte bezweifelt, dass eine solche Operation funktionieren könnte. [38] Mansteins allgemeine, operative Ideen gewannen Guderians sofortige Unterstützung, der das Terrain kannte, dessen Bedingungen er mit der deutschen Armee bereits in den Jahren 1914 und 1918 erlebt hatte. [39] Manstein schrieb sein erstes Memorandum, in dem er den Alternativplan skizzierte, am 31. Oktober. Darin vermied er es, Guderian zu erwähnen, und spielte die strategische Rolle der Panzerverbände herunter, um unnötigen Widerstand zu vermeiden. [40] Zwischen dem 31. Oktober 1939 und dem 12. Januar 1940 folgten sechs weitere Memoranden, die immer radikaler wurden. Alle wurden vom OKH abgelehnt, und nichts von ihrem Inhalt erreichte Hitler. [39]
Am 10. Januar 1940 musste ein deutsches Flugzeug mit einem Stabsoffizier und den Plänen der Luftwaffe für eine Offensive von Zentralbelgien an die Nordsee in der Nähe von Mechelen in Belgien notlanden. Die Dokumente wurden zwar erbeutet, aber der alliierte Geheimdienst bezweifelte deren Echtheit. Während der Vollmondperiode im April 1940 wurde ein weiterer alliierter Alarm aufgrund möglicher Angriffe auf die Beneluxländer oder die Niederlande, einer Offensive durch die Beneluxländer, um die Maginot-Linie im Norden zu umgehen, einem Angriff auf die Maginot-Linie selbst oder einer Invasion durch die Schweiz ausgerufen. Keine der Eventualitäten nahm den deutschen Angriff durch die Ardennen vorweg, aber nach dem Verlust der Luftwaffenpläne gingen die Deutschen davon aus, dass das alliierte Bewusstsein für die deutschen Absichten erheblich verstärkt worden war. Die "Aufmarschanweisung Nr. 3, Fall Gelb", eine Änderung des Plans vom 30. Januar, war nur eine Revision von Details, aber am 24. Februar wurde der deutsche Hauptstoß nach Süden in die Ardennen verlegt. [41] Zwanzig Divisionen (darunter sieben Panzer- und drei motorisierte Divisionen) wurden von der Heeresgruppe B, die sich gegenüber Holland und Belgien formieren sollte, zur Heeresgruppe A gegenüber den Ardennen verlegt. Der französische Militärnachrichtendienst deckte eine Verlegung deutscher Divisionen von der Saar nach nördlich der Mosel auf, konnte aber die Verlegung von Einheiten von der niederländischen Grenze in das Eiffel-Mosel-Gebiet nicht feststellen. [42]
Am 27. Januar wurde Manstein als Stabschef der Heeresgruppe A entlassen und zum Kommandeur eines Armeekorps in Ostpreußen ernannt. Mansteins Stab brachte seinen Fall vor Hitler, der bereits unabhängig davon und entgegen dem Rat des OKH einen Angriff bei Sedan vorgeschlagen hatte. Am 2. Februar wurde Hitler von Mansteins Plan unterrichtet, und am 17. Februar berief Hitler Manstein, die Generäle Rudolf Schmundt (Chefadjutant der Wehrmacht) und Alfred Jodl, den Chef des Führungsstabes beim Oberkommando der Wehrmacht (OKW), zu einer Konferenz ein. [43] Am nächsten Tag befahl Hitler, Mansteins Pläne zu übernehmen, weil diese die Möglichkeit eines entscheidenden Sieges boten. [44] Hitler erkannte den Durchbruch bei Sedan nur in taktischer Hinsicht an, während Manstein ihn als Mittel zum Zweck sah. Er plante eine Operation zum Ärmelkanal und die Einkreisung der alliierten Armeen in Belgien; wenn der Plan erfolgreich war, konnte er eine strategische Wirkung haben. [45]
