Die Kinder Intis - Borghild Delvendahl - E-Book

Die Kinder Intis E-Book

Borghild Delvendahl

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Beschreibung

In meinem Buch habe ich Gesehenes beschrieben und mit Zeichnungen und Aquarellen, basierend auf Skizzen, die auf der Reise entstanden, zusammengefügt. Historisches wurde mit Legenden und Mythen verknüpft. Aus all dem entstand die Erinnerung an eine Reise nach Peru, die ich im Jahr 2001 zusammen mit meinen beiden ältesten Söhnen unternahm.

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Seitenzahl: 91

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhalt

Das Reich der Inka

Lima

Altstadt

La Merced

Der Palacio de Torre Tagle

San Pedro

Kathedrale

Nazca Linien

Inkas, Kinder der Sonne

Quipo

Das Imperium der Inka

Doppelherrschaft

Die Inka, eine Zweiklassengesellschaft

Mitimä auch Mitmaq genannt

Rechtsprechung

Bildung

Weltbild

Medizin

Cusco

Der Fund der Kristallschale

Die Malschule von Cusco

Die Kathedrale von Cusco

La Compania

La Merced

Coricancha

Erwählte Jungfrauen

Öffentliche Frauen

Die Religion der Inka

Inti

Priester

Wahrsagung

Opfergaben und Opfer

Menschenopfer

Totenkult

K’enqo

Tambo Machay

Sacsayhuaman

Moray

Pisac

Ollantaytambo

Sonnenaufgang über dem Amazonasbecken

Salkantay Trek

Die Kamele der Anden

Guanako

Lama

Alpaka

Vicuña

Die große Flut

Inkastraßen

Die Tambos

Camino Inka (Inka Trail)

Winay Wayna

Machu Picchu

Titicacasee, „der See der Steinpumas“

Die schwimmenden Inseln der Urus

Taquila

Sonneninsel

Arequipa

Santa Catalina

Colca Tal

Der fliegende Götterbote, „el condor pasa“

Glossar

Für meine Söhne Nikolai und Alexander, die mich auf einer Reise durch Peru begleitet haben.

Die Kinder Intis

Das Reich der Inka

Unzählige Legenden umgeben die Inka und ihr Reich der vier Teile. Noch heute fasziniert uns das größte Imperium Südamerikas.

Eine Geschichte sucht die Wiege der Inka im tiefblauen, 3800 m hoch gelegenen Titicacasee.

Einst herrschte, so berichtet die Legende, ewige Nacht auf der Erde. Es gab keine Religion, keine Ordnung und kein Recht, die Menschen lebten wie Tiere. Inti, der Sonnengott, hatte Mitleid mit ihnen, er setzte seine Kinder Manco Capac und dessen Schwester und Gemahlin Mama Oclo auf einen Felsen im See, auf die Isla del Sol. Dabei hinterließ der Sonnengott zwei große Fußabdrücke in der Nähe des heiligen Felsens.

Die beiden Nachkommen Intis hatten die Aufgabe, die Welt zu verbessern, Ackerbau, Viehzucht, Städtebau und Handwerk einzuführen, wobei Mama Ocillo die Frauen in Webkunst und Häuserbau unterweisen sollte. In der Mythologie ist Manco Capac der Begründer der Inka-Dynastie.

In einer anderen Legende wird Manco Capac von Inti aus den Tiefen des Sees emporgehoben, während eine weitere Geschichte Manco Capac als Sohn von Wiraqucha (span. Viracocha) bezeichnet. Dieser, eine bedeutende Gottheit, schuf die Zivilisation. Als Gott in Menschengestalt soll er Erde, Sonne, Mond und Sterne und die einzelnen Stämme der Andenbewohner erschaffen und ihnen gezeigt haben, wie man in Eintracht leben kann.

Peru fügt sich aus 3 verschiedenen Bereichen zusammen:

Der costa (Pazifikküste, begleitet von einem Wüstenstreifen, durchbrochen von mehreren fruchtbaren Flussoasen), der sierra (zentrales Bergland, Gebirgsketten in Nord-Süd Richtung verlaufend mit Höhen über 6500 m und dem größten Gletschergebiet der Tropen) und den Urwaldgebieten, die 60% des Landes einnehmen.

Obgleich Peru nicht die besten Möglichkeiten für menschliche Besiedlung bereithielt, hat sich hier dennoch vieles entwickeln können. Verschiedene Kulturen kamen und gingen. Sie konnten beachtliche Leistungen in Keramik, Astronomie und dem Bau von Tempeln erbringen.

Die frühesten Bewohner kamen auf einem Balsafloß über den Pazifik.

Die größte Prä-Inka-Kultur war die der Chimu, ihre Blütezeit umfasste die Jahre von 1000 bis 1450, in der 18 aufeinander folgende Könige herrschten, der letzte wurde von den Inka gefangen genommen. Der Mond wurde in dieser Kultur als zentrale Gottheit verehrt, riesige Mondpyramiden entstanden. Die Goldschmiedekunst entwickelten die Chimu zur Perfektion. Ihre besten Goldschmiede holten die Inka Mitte des 15. Jahrhunderts an ihren Hof.

Doch die großartige Hochkultur entstand zwischen dem 13. und dem 16. Jahrhundert, als die Inka ihr riesiges Reich schufen. In der Blütezeit ihres Herrschaftsgebietes reichte dieses vom heutigen Ecuador bis nach Chile und Argentinien. Eine vorwiegend bäuerliche Zivilisation mit weitreichenden Kenntnissen auf dem Gebiet der Terrassenanlagen und Bewässerungstechniken bildete die Grundlage für eine städtische Kultur und den Bau einzigartiger Monumente. Mit dem Niedergang des Inkareiches wurden viele großartige Bauten, Stadtanlagen und Festungen sowie Bewässerungsanlagen zerstört und von den sich immer weiter ausbreitenden Urwaldpflanzen überwuchert.

Ausgrabungen haben inzwischen Steinbauten, sogar ganze Stadtanlagen von der Überwucherung befreien können und das Wissen über die Hochkultur der Inka vertieft. Dennoch bleibt vieles nach wie vor rätselhaft. Immer noch schlummern Geheimnisse unter der Erde oder unter der dichten Vegetation des Urwaldes.

Lima

Die Hauptstadt Perus und Eingangstor für Reisende war einst eine blühende Kolonialstadt, gegründet 1535 von Pizarro, die Stadt der Könige, wie er sie taufte, bezugnehmend auf die heiligen drei Könige.

Später wurde dieser Ort Lima genannt, einer Abwandlung des Flusses Rimac, andererseits bedeutet Lima auch die „gelbe Blume“.

Angelegt im Schachbrettmuster war die Stadt umgeben von fruchtbarem Ackerland, ausreichend Wasser floss aus den Anden zu Tal. Lima liegt am Meer, doch die Steilküste bildet eine natürliche Barriere zwischen Stadt und Pazifischem Ozean.

Prächtige Kirchen, prunkvolle Paläste und große Klosteranlagen, eine Stadtmauer mit 34 Befestigungstürmen entstanden in der Blütezeit Limas. Heute hat die Stadt die Millionengrenze an Einwohnern überschritten. Zu Tausenden strömen die Menschen nach Lima und nehmen dem Ort seinen einstigen Stolz und seine Pracht, verwandeln ihn in eine Metropole wie viele andere.

Man erlebt eine laute, schnelllebige Stadt mit teuren Autos, Geschäften und Kokain. Immer mehr Menschen kommen von den Anden herab um hier Wurzeln zu schlagen, viele lassen sich in Zelten nieder.

Das 17. Jahrhundert brachte der Stadt die Blüte, das 18. Jahrhundert Stagnation auf Grund des verheerenden Erdbebens. Im 19. Jahrhundert erfolgte erneute Expansion, unter Präsident Leguia wurden die Zentren Limas renoviert. Heute kann man die Stadt mit anderen sich entwickelten Städten in der Welt vergleichen, auch hier gibt es eine reiche Elite.

Doch die meisten Einwohner Limas haben ein geringes Einkommen und leben unter schlechten Bedingungen.

Der Regierungspalast, heute im modernen Gewand, war einst Pizarros Haus. Hier wurde er 1541 ermordet. Es ist überliefert, dass er auf den Boden fiel, ein Kreuz zeichnen konnte und dieses küsste, dann starb er.

Altstadt

Die Avenida Nicolas de Pierola, von den Einheimischen als Bienenkorb bezeichnet, zeigt nicht mehr allzu viel von ihrem Charakter einer Prachtstraße mit noblen Geschäften, luxuriösen Hotels und vornehmen Restaurants.

La Merced

La Merced, das Gotteshaus des Mercedarier Ordens, 1628 erbaut, wurde vom Erdbeben stark zerstört und mehrfach umgebaut und erweitert. Gedrehte „salomonische“ Säulen und eine zentrale Marienstatue bilden die Blickpunkte der Barockfassade, 1939 nach Originalplänen des 17. Jahrhunderts errichtet.

Im Innern erhebt sich neben vielen anderen der schöne geschnitzte Altar der Immaculada Concepcion (unbefleckte Empfängnis). Der Virgin de la Merced ist der Hauptaltar geweiht. Sie soll, als Schutzpatronin der Armee, Lima 1615 vor einem Piratenüberfall bewahrt haben.

Das im frühen 16. Jahrhundert gegründete Kloster, wohl das erste in der Stadt, zeigt zahlreiche Gemälde und Wandkacheln mit Szenen aus dem Leben des Ordensgründers San Pedro Nolasco.

Der Palacio de Torre Tagle

1735 im andalusischen Stil erbaut, wird dieses Gebäude als der schönste koloniale Profanbau bezeichnet. Blickpunkt ist die Barockfassade mit vergitterten Holzbalkonen, die so typisch für Lima sind und auch auf den 20 Soles-Geldscheinen zu sehen sind. Einst der Adelspalast des Marques de Torre Tagle dient das Gebäude heute dem Außenministerium.

Holzbalkon in Lima

San Pedro

Der einzige sakrale Bau, der das Erdbeben überlebte und somit original erhalten, ist die Jesuitenkirche San Pedro, 1638 fertig gestellt. Eine schmuckartige Fassade öffnet den Eingang zu einem prunkvollen Innenraum mit vergoldeten Altären. Der Hochaltar wurde mit dem Bildnis des Ordensgründers Ignatius von Loyola geschmückt. Kleine geschnitzte Balkone für den Vizekönig und die Ordensbrüder sind auf beiden Seiten angebracht. Etwa 200 Jahre lang war das angeschlossene Kloster ein bedeutendes Kolleg. Dann zogen sich die Ordensbrüder den Unmut des Papstes zu und mussten 1767 das Land verlassen.

Der Kongresspalast, früher Sitz des peruanischen Parlamentes mit einem Säulenportikus an der Südwestseite, beherbergte vor langer Zeit das Inquisitionsgericht. In unterirdischen Gewölben wurden die Angeklagten (Ungläubige) seit 1570 gefoltert bis zur Aufhebung der Inquisition durch den Vizekönig im Jahre 1813.

Zentrum des kolonialen Lima bildete die Plaza de Armas (Waffenplatz), die heute Plaza Mayor (Hauptplatz) genannt wird. Hier wurde 1535 die Hauptstadt des neuen Überseereiches von Franzisco Pizarro gegründet und im Schachbrettmuster angelegt.

Der Präsidentenpalast, das Rathaus und die Kathedrale, heute einheitlich gelb getüncht, umgeben den herrschaftlichen Platz. Während der Inquisition wurden hier öffentliche Verbrennungen vorgenommen, Feste gefeiert und Stierkämpfe aufgeführt. Ein 350 Jahre alter Brunnen mit dem Wappen des spanischen Königshauses und der Stadt betont die Mitte des Platzes. Beherrscht wird dieser vom Regierungspalast im neoklassischen Stil und der bewachten Residenz des Präsidenten – der Wachwechsel der Ehrengarde kann hier beobachtet werden. Die historisch wirkenden Holzbalkone des Rathauses wurden erst 1944 erbaut, auch die eindrucksvollen Balkone des erzbischöflichen Palastes hat man in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts angefügt.

Die unauffällige Sakramentskirche dagegen ist die älteste Kirche der Stadt, ihre Wände sind mit Azulejos (blaue Kacheln) geschmückt.

Kathedrale

Die Türme der Kathedrale erblickt man schon von weitem. Lange Zeit war sie die wichtigste Kirche Südamerikas. Zerstört durch ein Erdbeben und wiederaufgebaut, zeigt sie heute Stilelemente der Renaissance, des Barocks und des Klassizismus. Anlässlich des Papstbesuches 1985 wurde sie außen gelb gestrichen. Akzente im Innenraum bilden die mit Goldaltären ausgestatteten 15 Seitenkapellen, eine davon beherbergt die mutmaßlichen Gebeine Pizarros, die man in der Krypta fand. Das dunkle geschnitzte Chorgestühl dürfte das schönste Amerikas sein.

Arkaden in Lima

Straße in Lima

Nazca Linien

Geheimnisvolle Linien und Zeichnungen, eingegraben in den steinigen Wüstenboden in der Nähe von Nazca waren lange von Rätseln umgeben. Zu erkennen sind sie aus der Luft oder von den umliegenden Hügeln. Die riesigen Scharrbilder (Geoglyphen) erstrecken sich über eine Fläche von 500 qkm. Schnurgerade Linien bis zu 20 km lang wurden neben Dreiecken, trapezförmigen Flächen und 10 bis 100 m großen Figuren in den Boden geritzt. Zu erkennen sind Abbilder von Menschen, Affen und Vögeln, ein Hund, eine Spinne, ein Wal und ein Kondor mit einer Flügelspannweite von 180 m. Was bedeuten diese Figuren?

Geographen und Archäologen haben die Zeichen untersucht und gedeutet. Heute datiert man ihre Entstehung in die Zeit von 800 v. Chr. bis 200 v. Chr. in der Paracas Periode.

Viele Theorien wurden über ihre Bedeutung entwickelt. Maria Reiche, eine Mathematikerin und Geographin aus Dresden studierte die Zeichen bis ins hohe Alter von 90 Jahren und sprach von einem gigantischen astronomischen Kalender mit Hinweis auf die Sommersonnenwende, auf Mond- und Sternenbahnen und den Zeitpunkt für die Aussaat des Getreides.

Ein US-Anthropologe versuchte nachzuweisen, dass die Menschen der Nazca Kultur vielleicht schon einen Heißluftballon bauten, um die Figuren von oben zu betrachten.

Erich von Däniken sprach von Ufos und einer Verbindung mit Außerirdischen. Neueste Untersuchungen besagen, dass es sich hier um Fruchtbarkeitsrituale handelt, die durch periodische Klimaschwankungen veranlasst wurden.

Durch Entfernung der obersten Gesteinsschicht, die von Wüstenlack überzogen ist, kommt das hellere Sedimentgestein ans Tageslicht und es formen sich beigegelbe Linien. Die geheimnisvollen Zeichner lebten in den Tälern des Rio Nasca, des Rio Palpa und des Rio Ingenio.