Die kleine Strandbar - Teil 3 - Fenna Janssen - E-Book

Die kleine Strandbar - Teil 3 E-Book

Fenna Janssen

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Beschreibung

Caipirinha und Liebe Sara muss es wissen – warum scheint ihre Beziehung zu Keno nicht so recht an Fahrt aufzunehmen? Kurz vor der Eröffnung der Strandbar geht wirklich alles schief, auch Benedikt, ihr ehemaliger Kunde aus Füssen, bringt sie ziemlich durcheinander. Vielleicht hatte ihre beste Freundin Vroni doch recht und die wahre Liebe ist schon viel länger direkt vor ihrer Nase, als sie sich vorstellen konnte?

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Seitenzahl: 96

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Über das Buch

Caipirinha und Liebe

Sara muss es wissen – warum scheint ihre Beziehung zu Keno nicht so recht an Fahrt aufzunehmen? Kurz vor der Eröffnung der Strandbar geht wirklich alles schief, auch Benedikt, ihr ehemaliger Kunde aus Füssen, bringt sie ziemlich durcheinander. Vielleicht hatte ihre beste Freundin Vroni doch recht und die wahre Liebe ist schon viel länger direkt vor ihrer Nase, als sie sich vorstellen konnte?

Über Fenna Janssen

Fenna Janssen wurde in Lübeck geboren und wuchs in Hamburg auf. Viele Jahre war sie als Journalistin für diverse Zeitungen tätig. Inzwischen arbeitet sie erfolgreich als Autorin und bleibt auch in ihren Büchern ihrer norddeutschen Heimat treu.

Im Aufbau Taschenbuch sind bereits ihre Romane »Der kleine Inselladen« und »Das kleine Eiscafé« erschienen.

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Fenna Jannsen

Die kleine Strandbar

Teil 3 Capirinha und Liebe

Inhaltsübersicht

Informationen zum Buch

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1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

Impressum

1. Kapitel

An einem strahlend sonnigen Nachmittag Ende August schloss Sara die Tür zu ihrer Strandbar auf und trat ein.

Es dauerte einen Moment, bis ihre Augen sich an das Dämmerlicht gewöhnt hatten, aber dann drehte sie sich langsam um die eigene Achse und lächelte zufrieden.

»Wir haben es geschafft, Bella.«

Die kleine, hässliche Hündin auf ihrem Arm öffnete die Glubschaugen und ließ die Zunge heraushängen.

»Siehst du? Du findest auch, dass es toll geworden ist.«

Bella leckte ihr über den Handrücken. Dann zappelte sie so lange, bis Sara sie absetzte, und flitzte schnüffelnd durch die Bar. Ein paarmal musste sie niesen, wobei ihr ganzer Körper erschüttert wurde.

»Du riechst noch die Farbe«, erklärte Sara. »Lass das lieber.«

Inzwischen fand sie es ganz normal, mit der kleinen Hündin zu reden. Bella antwortete auf ihre Art. Mal stellte sie die abgeknickten Ohren auf, mal kläffte sie kurz, mal versteckte sie ihr rundes Köpfchen mit der flachen Schnauze zwischen ihren Vorderpfoten. Jetzt nieste sie gleich noch einmal und trottete dann zu ihrem Körbchen hinter dem großen Tresen. Dort rotierte sie wie ein Kreisel, bevor sie sich zusammenrollte.

»Dat Vieh hat mehr Körbchen als Haare am Bauch«, erklärte Pauline. Saras Vermieterin war hinter ihr eingetreten und schlug sich nun lachend auf die Schenkel. »Eins bei dir im Hexenhäuschen, eins in Sophies Eiscafé, eins bei meinem Holzkopp von Neffen und eins hier. Dat nenne ich mal ein Luxus-Hundeleben.«

Sara ging nicht darauf ein. Ja, es stimmte. Bella war in dieser Hinsicht ein bisschen empfindlich. Wenn sie nicht ein eigenes Nest vorfand, kam sie nicht zur Ruhe. Vermutlich war sie von ihren Jahren im Tierheim traumatisiert und brauchte diesen sicheren Rückzugsort.

Jetzt ließ Pauline zum Glück von dem Thema ab und sah sich ebenfalls um. »Dunnerlittchen!«

Sara lächelte stolz. »Es ist schön geworden.«

Drei Wochen lang hatte sie mit Sophies Freund Matteo, dessen Bruder Riccardo und vier Handwerkern an der Einrichtung ihrer Strandbar gearbeitet.

Seit ihre neuen Freunde ihr die Überraschung mit der mehr schlecht als recht ausgestatteten Bar bereitet hatten, war Sara hin- und hergerissen gewesen. Hatte sie wirklich den Mut, ihr Hobby zum Beruf zu machen? Konnte sie vor den Augen der Gäste gute Cocktails mixen? Würde sie es überhaupt aushalten, ständig von vielen Leuten umgeben zu sein?

Ihre alte Schüchternheit hatte sich jeden Tag aufs Neue als größtes Hindernis erwiesen.

Doch wenn sie sich auf Langeoog eine Existenz aufbauen wollte, musste sie etwas tun. Hinzu kam, dass das Haus ihrer Großmutter in Füssen inzwischen zu einem guten Preis verkauft worden war. Sara konnte es sich also leisten, Pauline die Bude abzukaufen und sie nach ihren Vorstellungen umbauen zu lassen.

Aber von einer fertig eingerichteten zu einer gut laufenden Strandbar ist es noch ein weiter Weg, dachte sie nun.

Mit einiger Mühe schob sie den Gedanken beiseite und beobachtete, wie Pauline beinahe andächtig ihren Blick durch den Raum schweifen ließ.

»Hätte nicht gedacht, dass man so etwas aus meiner alten Hütte machen kann. Es ist todschick, aber nicht zu abgehoben.«

Sara nickte. Genau diesen Effekt hatte sie erzielen wollen. Die Bar sollte in die Umgebung passen und sich doch von einer gewöhnlichen Kneipe abheben, deshalb war viel mit hellem und dunklem Holz gearbeitet worden. Der riesige Tresen, den Matteo und Riccardo zusammengezimmert hatten, war geblieben. Allerdings hatte Sara ihn begradigen, abschleifen und mit glänzendem Holzlack streichen lassen. Und an der Rückseite war er mit sämtlichen Geräten ausgestattet worden. Die Barhocker davor waren mit königsblauem Samt bezogen, ebenso wie die Stühle an den einzigen zwei Tischen. Aus demselben Stoff bestanden auch die Vorhänge an den Fenstern. Der Fußboden war mit täuschend echt aussehendem Mahagonilaminat ausgelegt, an den Wänden hingen Poster von berühmten Jazzclubs und Reklametafeln für alkoholische Getränke aus den Fünfzigern. Das wahre Prunkstück aber war das große verspiegelte Regal hinter dem Tresen: Es hätte jeder New Yorker Bar zur Ehre gereicht.

»Herrjemine!«, stieß Pauline aus. »So viele Flaschen! Wenn die man bloß nie zu Bruch gehen!«

Sara zuckte erschrocken zusammen. Pauline hatte die größten Ängste eines Barkeepers in Worte gefasst.

»Na dscha, min Deern. Hoffe, du bist gut versichert. Du weißt ja, wenn unsere Männer erst mal so richtig in Fahrt sind, kann es rundgehen.«

»Hier wird es keine Kneipenschlägereien geben!«, erwiderte Sara bestimmt. »Dies ist eine Strandbar der gehobenen Kategorie.«

»Hoffentlich wissen die Kerle das auch.«

Sara drehte sich um und ging nach draußen. Bis zum Sonnenuntergang war es noch eine Weile hin, aber sie konnte sich trotzdem vorstellen, wie die Gäste hier auf der neuen Terrasse in gemütlichen Korbsesseln saßen und dem Naturschauspiel beiwohnten. Und dazu genossen sie dann einen Champagner-Cocktail mit Cognac, zwei Spritzern Angostura und Würfelzucker; einen Caipirinha aus Cachaca, Limetten und Rohrzucker, oder einen Sex on the Beach mit Wodka, Pfirsichlikör, Zitronensaft, Grenadine, Orangen- und Ananassaft.

Sara stutzte. Letzterer war eventuell ein Cocktail, den sie vorerst nicht auf die Karte setzen sollte. Wenn sie an Sex dachte, hatte sie sogleich Keno vor Augen – den schönen, großen Wikinger, mit dem sie trotz aller Bemühungen noch immer nicht wirklich zusammengekommen war.

Auf einmal fühlte sie sich schrecklich erschöpft. Sie ließ sich in einen Korbsessel sinken und schloss die Augen.

Mit aller Kraft hatte sie sich in den vergangenen Wochen in die Arbeit gestürzt – nur um nicht darüber nachdenken zu müssen, dass ihre Beziehung mit Keno nicht recht in Schwung kommen wollte. Ja, sie trafen sich regelmäßig, mal beim Dünensingen, mal zu einem Spaziergang, mal auf ein Glas Wein. Ja, er war nett zu ihr, manchmal küsste er sie sogar, aber weiter passierte nichts.

Voller Sehnsucht dachte Sara an die Leidenschaft zurück, die sie beide während ihre Urlaubs auf Langeoog vor fünf Jahren verbunden hatte. Damals waren sie unzertrennlich gewesen. Nun jedoch, da sie auf der Insel lebte, hatte sich diese Leidenschaft in der frischen Nordseeluft aufgelöst wie mikroskopisch kleine Salzpartikel.

Sara seufzte schwer. Wenn sie ganz ehrlich zu sich selbst war, so wusste sie ohnehin nicht mehr, ob das, was sie für Keno empfand, wirklich die ganz, ganz große Liebe war. Hatte sie womöglich all die Jahre nur an einem Traum festgehalten? Weil es ja einfacher war, jemanden in seiner Fantasie zu lieben, als sich dem wirklichen Leben zu stellen?

»Oha!«, hörte sie da Vronis Stimme. »So schwere philosophische Gedanken an einem so schönen Nachmittag.«

Sara schreckte auf. Sie hatte nicht bemerkt, dass sie laut geredet hatte. Nun spürte sie, wie sie rot wurde.

»Ich bin nur müde. Da geht mir aller möglicher Mist durch den Sinn.«

Vroni kam auf die Terrasse und stellte zwei große Packen Papierservietten auf einem der niedrigen Tische ab.

»Ich fand, das klang überhaupt nicht nach Mist, sondern nach Selbsterkenntnis.«

»Ach, hör schon auf. Hast du alles bekommen?«

»Die Seifenspender werden mit der nächsten Fähre geliefert. Aber lenk nicht ab. Was ist denn nun mit dir und dem Nordmann?«

»Was soll schon sein?«, wich Sara aus. »Wir verstehen uns prima.«

»Aber ihr seid kein Paar. Und ehrlich gesagt, ich glaube, er trifft sich nur mit dir, weil er dich irgendwie rührend findet.«

»Rührend?«, stieß Sara aus. »Wie meinst du das?«

»Ganz einfach.« Vroni ließ sich ebenfalls in einen Korbsessel fallen. »Keno hat zwar schon Dutzende von Eroberungen gemacht, wenn nicht Hunderte, aber ...«

»Vroni!«

»Ist ja gut. Du weißt es genauso gut wie ich. Aber es ist ihm noch nie passiert, dass eine junge Frau wegen ihm ihr ganzes Leben aufgibt und zu ihm auf die Insel zieht.«

»So wahnsinnig viel war in meinem alten Leben nicht aufzugeben«, erinnerte Sara ihre Freundin. »Du hast deinen Schuhladen zumachen müssen, und ich war meinen Job los.«

»Stimmt. Und viele Bekannte hattest du auch nicht gerade. Aber zurück zu Keno. Der fühlt sich außerordentlich geschmeichelt, aber er liebt dich nicht.«

»Was du natürlich weißt, weil du in die Köpfe der Leute gucken kannst.«

»Sei nicht gleich sauer. Dazu braucht man keine hellseherischen Fähigkeiten. Nur gesunden Menschenverstand.«

Sara biss sich auf die Lippen. »Und als nächstes erzählst du mir, der einzige Mann, der mich wirklich liebt, ist Benedikt.«

»Klar!« Vroni lachte auf ihre typische, leicht schrille Art. »Das stimmt ja auch.«

Sara erwiderte nichts. Es hatte keinen Sinn, weiter zu diskutieren. Jedes Gespräch lief auf das Gleiche hinaus: Sara verteidigte Keno, Vroni sprach von Benedikts Vorzügen wie ein Nordseefischer von seinen fettesten Heringen. Zu einer Einigung kamen sie nie.

Vroni war vor drei Tagen überraschend nach Langeoog zurückgekehrt. In Füssen sei es langweilig geworden, hatte sie behauptet. Ohne Sara und die neuen Freunde von der Insel sei ihr im schönen Allgäu die Decke auf den Kopf gefallen.

»Nicht einmal auf den Tegelberg wollte ich«, hatte Vroni erzählt. »Überhaupt mag ich die Berge nicht mehr so recht. Der Norden ist die Heimat meines Herzens.«

Sara glaubte, dass Vroni weniger die Landschaft als vielmehr einen ganz bestimmten Mann meinte: Ragnar Asmussen, klein, rundlich und angeblicher Strandräuber.

Insofern hatten die Freundinnen durchaus etwas gemeinsam.

Mit dem Unterschied, überlegte Sara verstimmt, dass ich nicht versuche, ihr den Mann ihrer Träume auszureden.

Und weil sie wirklich verärgert war, fragte sie nun: »Wie läuft es denn so mit Ragnar?«

Vronis Gesichtsausdruck verdunkelte sich, und sofort bereute Sara ihre Frage. Es war gemein, so nachzuhaken, obwohl sie doch genau Bescheid wusste. Ragnar hatte sich nicht geändert. Wie schon während Vronis erstem Aufenthalt hatte er kaum Zeit für sie, ging selten aus dem Haus, unternahm höchstens früh am Morgen lange, einsame Spaziergänge, auf denen er konzentriert den Strand absuchte. Sara beobachtete ihn manchmal, wenn sie ebenso früh mit Bella unterwegs war, konnte sich aber keinen Reim auf sein merkwürdiges Verhalten machen.

Sie erinnerte sich daran, dass Sophie einmal Andeutungen über ihn gemacht hatte. Ob sie Vroni davon erzählen sollte?

Nein, entschied sie. Die Dinge waren schon kompliziert genug. Sie wollte nicht, dass Sophie von Vroni in die Mangel genommen wurde.

Also griff sie nur nach der Hand ihrer Freundin und drückte sie kurz.

»Bitte entschuldige.«

»Schon gut, Süße. Ich hab’s nicht besser verdient. Irgendwas scheinen die Männer hier an sich zu haben, dass wir nicht mit ihnen klarkommen.«