Die Knochenmühle - Ludger T. Balkenhol - E-Book

Die Knochenmühle E-Book

Ludger T. Balkenhol

0,0

Beschreibung

Das Tagebuch von Ludger T. Balkenhol. Die persönlichen Berichte, Geständnisse und Beobachtungen des Autors von Totales Morales I&II sowie des Mittelscheidter Tagebuch. In kurzen, knappen Sätzen ringt er das Jahr nieder und zwingt es zwischen zwei Buchdeckel. Kenntnisreich und intim, in mehr oder weniger gewählten Worten liefert er uns sein ganz persönliches Schattenreich frei Haus.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 119

Veröffentlichungsjahr: 2017

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Für Uta

Irgendwann muss sie ja eben auch mal dran sein

Inhaltsverzeichnis

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Januar

Sorgenvoll dem kommenden Jahr entgegengeblickt. Nun ist es da und ich weiß nicht so ganz genau, wie es weitergehen wird.

Sorgenvoll auch den dunklen Himmel beobachtet. Keine besonderen Vorkommnisse. Kein guter Start in das neue Jahr. Aber zum Glück kein Schnee.

Maja Maranow (54) †

Sie hübsch.

Achim Mentzel (69) †

Er auch.

Günstig, um nicht zu sagen sehr günstig einen kleineren Posten Polenböller von meinem Nachbarn, einem ganz wunderbaren Tschechen, gekauft. „Aber muss sein vorsichtig, weil sonst …“ Seine Kopf-ab-Geste sparte weitere Worte. Wow! Polenböller. Nur, was anstellen damit? Neues Jahr, neue Probleme.

Memo an mich: Frauennamen aus der Vergangenheit suchen.

Jane Russell

Erster Verleser des noch jungen Jahres. Aus User Manual ein familiär anmutendes Unser Manuel gemacht. Es geht schon wieder los.

Schmerzen im rechten Knie. Kein gutes Omen für dieses, zu einem schmerz- und sorgenvoll zu werden drohenden, Jahres. Über das rastlose Wüten des Gelenkes ein wenig gedämmert. Aus Angst nun endlich sterben zu müssen immer wieder hochgeschreckt.

Im Lexikon der Medizin und im Internet keinen Eintrag über Todesfälle im Zusammenhang mit Schmerzen im Knie finden können. Das heißt aber nichts. Werde ich der erste Fall sein? Traurige Gewissheit: Ich werde der erste Fall sein.

Verfluchtes Knie. Ich werde Mutter nichts davon sagen. Sie ist ja so leicht um mich, ihren Doldi, besorgt.

Dan Haggerty (74) †

Einen zwei Jahre alten Notizzettel in meinem Reisekoffer gefunden, den ich zuletzt in Bad Wildungen benutzt habe: Notar suchen. Testament!

Sofort wurden die Schmerzen wieder schlimmer.

Meine tägliche Dosis Placebos vom Homöopathen verdoppelt. Mit einer Überdosis das Leiden beenden? Nach langem Überlegen zu dem Schluss gelangt, dass es dafür noch zu früh ist. Selbstmord ist eine Lösung. Aber nicht in dieser Situation.

Memo an mich: Tabletten kaufen. Egal welche.

Nach dem ganzen Rummel um diesen neuen Sternenfilm, über den ständig berichtet wird, ebenfalls im Kino gewesen und feststellen müssen, dass der alte Stiefel nur ein weiteres Mal aufpoliert wurde. Das nächste Mal bin ich schlauer und warte, bis ich ihn mir im Fernsehen anschauen kann. Werde ich wohl so alt?

Das alte Fotoalbum herausgesucht und beim Anblick der kriminell ausschauenden Schreckensgestalten feststellen müssen, dass ich genauso schafsmäßig in die Kamera starre wie mein Onkel Arthur, der notgeile alte Bock. Den ganzen Tag darüber gegrübelt ob Arthur vielleicht …

Süße Erleichterung! Arthur war mein Onkel mütterlicherseits. Der Rückschlag kam stehenden Fußes: Was, wenn die beiden trotzdem? Trotz des grenzenlosen Vertrauens in die grundgute Mutter eine unruhige Nacht verbracht.

Günter Fürhoff (68) †

Ablenkung durch Beschäftigung. Den ganzen Tag damit zugebracht die Meisen beim Knödeln zu bestaunen. Bis Besuch unangemeldet auftauchte. Über die Störung war ich nicht sonderlich erfreut. Aus Ärger keinen Kuchen aufgetischt. Bittere Erkenntnis: Die haben ja wohl eine Meise. Kein Witz!

Konnte darüber weiß Gott nicht lachen.

Beim Überqueren der Straße eine plattgefahrene Getränkedose erspäht, die einem Buddha ähnelte. Ich wollte sie mitnehmen und wurde beinahe ebenfalls überfahren. Da wäre das Nirwana ja schon fast vor der Erleuchtung erreicht worden. Und der Fahrer sah dem fetten Buddha verdammt ähnlich. Nur gelächelt hat er nicht.

Heilig’s Blechle von Biberach.

Wie kann ich meine Zunge hüten? Wo kann ich das lernen? Wer kann es mir beibringen? Wer weiß weiter? Bitte melde dich, du Trottel!

Beim Betrachten der öden Auslage des Bestattungsinstitutes hochgeschreckt und mich gefragt, was ich da eigentlich zu suchen hatte. Keine Antwort.

Mal wieder.

Stattdessen ein Eis zum Bier.

Noch nicht einmal gespielt und trotzdem schon verloren. Mein Leben kann keines sein.

Eine Krähe in dem Baum vor meinem Fenster macht einen Heidenrabatz und blickt in meine Richtung. Die Gardine zugezogen und den Fernseher lauter gestellt. Ein Todesbote? Ein schlechtes Omen? Schon wieder?

Ich hab’ mich vielleicht erschrocken!

Heute saßen schon zwei üble Krähen in dem Baum und beobachteten mich ganz ungeniert aus wachen Augen. Dahinter eine Elster, ein Verbrechen planend? Die Natur rückt näher an mich heran.

Zum ersten Mal bemerkt, wo mir nicht überall Haare sprießen. Praktisch überall. Ist mir so noch gar nicht aufgefallen. Das werde ich im Auge behalten müssen.

Eine Dohle, um das krähende Quartett zu vervollständigen, gesellte sich tags drauf nicht dazu. Beruhigt den Tatort verfolgt. Der ehemals dicke und der immer faltiger werdende schwarze Vogel machen wenig Sinn. Vögel sind wunderbar.

Überall Haare. Nur auf meiner Glatze nicht. Vielleicht sollte ich diesen unkomischen Blödsinn irgendeinem unlustigen Fernsehkomiker für teures Geld verkaufen? Die nehmen bekanntlich jeden Mist. Hoffmann vielleicht?

Eine alte Blumenpresse im Keller gefunden. Darin versteckt ein Parteiausweis der NSDAP sowie ein paar Scheine Inflationsgeld. Wenig Interessantes also. Aber den Namen in dem Ausweis kenne ich: Bindhof. Nein, nein, nicht der Ingo. Der Vater oder irgendein anderer Verwandter. Wie zum Henker kommt der Ausweis dort hinein?

Nein, stimmt nicht, habe ich mir nur ausgedacht. Aber es wäre doch zu schön gewesen, wenn es denn so gewesen wäre. Dann hätte ich das alte Sackgesicht am Wickel gehabt.

Zumindest die Blumenpresse habe ich gefunden. Es waren aber nur Fetzen von Menschenhaut …

Nein, nur Löschpapier.

Giesbert „Geisbeiss“ Solmecke (59) †

Die Einschläge kommen ständig näher. War ja immerhin ein Schulkollege. Und ein Arschloch. Ja, ich weiß, nichts Schlechtes über Tote und so. Jaja, leckt mich.

„In the summertime when the weather is fine …“

Wann ist es endlich wieder soweit? Ich kann es kaum erwarten die Badebuxe rauszuholen und mich in die Fluten zu stürzen. Bierfluten. Und der Januar kann mich kreuzweise.

Mit richtig üblen Kopfschmerzen aufgewacht und mir fiel die alte Werbung wieder ein: „Wir wissen nicht was XY empfiehlt aber wir empfehlen bei Kopfschmerzen Togal.“

Togal? Alka Seltzer war da schon eher meins: „Damit es Ihnen morgens nicht schlechter geht als abends.“

Oh Mann, war aber beides nicht ganz so prickelnd.

Und wenn man sie fragt, was sie gestern im Fernsehen gesehen haben, dann werden sie antworten, dass sie erstmal gucken was denn heute so kommt.

Ben Hurensohn.

Muss ich K. Yanar verkaufen. 20 Flocken. Minimum. Ich werde immer billiger. Zu billig vielleicht?

Grüne Augen gesehen und wie völlig bescheuert über die Möglichkeit nachgedacht nach einem Augentatoo zu fragen. Aber wen könnte ich denn schon fragen? Nagelmann?

Warum weiß ich so wenig über Mirpzahlen? Mathematik machte mich immer schon ganz konfus.

Beim Zappen darüber gestolpert, dass Leute für Geld wirklich alles machen. Alles!

Da fiel mir der Schulkollege ein, der für 50 Pfennig die Spucke der anderen Kinder aufgeleckt hat. Der hat den Hof sauber gehalten. Und hieß tatsächlich Hofmann (sic). Haha.

Kalt, so kalt das neue Jahr. Nur ich bin noch kälter. Oder Du. Aber der nächste Monat steht vor der Tür und ich kann es kaum erwarten. Nur die Frau im Supermarkt war noch kälter. Dann eben nicht.

Wissen die Frauen eigentlich, was sie mit uns anstellen? Ja, sie wissen es und sie genießen es.

Triumph Spitfire. War mal so ein Gedanke. Jaguar E-Type wäre sicherlich viel attraktiver gewesen. Aber mal ehrlich, wer soll denn das bezahlen? Zum Fahren taugen die Kisten nicht und nur um die Garage vollzustellen kann man auch andere Sachen kaufen. Einen Konzertflügel beispielsweise. Und für den brauche ich noch nicht einmal einen Führerschein.

Der Gedanke meine Bettwäsche aus Baumwolle, Leinen, Mischgewebe oder Polyester gegen weniger empfindliche Malerplanen auszutauschen beschäftigte mich nur kurz.

Lachen im Bett.

Der Briefkasten neben der öffentlichen Toilette wurde morgens um vier in die Luft gesprengt. Ein untersetzter Glatzkopf flüchtete vom Tatort. Gut möglich, dass er seine Liebesbriefe noch schnell vernichten wollte, bevor sie zugestellt werden konnten. Die Welt kann romantisch sein.

Eine Plastikrose gekauft und auf ein verwahrlostes Grab mit unleserlichem Grabstein abgelegt. In der Hoffnung, es handelte sich bei der toten Person um eine viel zu früh verstorbene, gute Frau. Spaziergänge über den Friedhof sind gut für mich. Und für so manche Tote.

Einen Brief aus dem gesprengten Briefkasten erhalten. In krakeliger Handschrift nur ein Satz: „Danke für die Rose. Dein Willi.“

In Zukunft werde ich auf den Südfriedhof gehen und dort Plastikrosen ablegen.

Memo an mich: Keinen Briefkasten mehr sprengen!

Lachen auf dem Friedhof. Kinder sind etwas Wundervolles.

Lachen auf dem Friedhof: Hier ruht still: Ruth Still*

Ich habe so getan als hätte ich es nicht gesehen. Die von ihrer tiefen Trauer schwer gezeichneten Hinterbliebenen und die üblichen Schmarotzer (Fell versaufen!) taten so, als hätten sie mich nicht gesehen (gehört).

*Wahrscheinlich eine geborene Stiller.

Und das ich dagegen bin, darüber müssen wir nicht weiter reden. Das ist klar. Die Leute sind einfach nur … nur … shocking!

Lachen ist die beste Medizin. Ich bin aber nicht krank.

Ein tröstliches, ein beinahe trostreiches Ende für diesen relativ trostlosen Monat.

Januar, bei den Altvorderen noch Hartung oder Eismond genannt, erweist sich wieder einmal als der nutzloseste und widerwärtigste Drecksmonat, als den ich ihn schon immer in Erinnerung hatte.

Zuviel der Aufregung, gewiss aber Eismond ist so unverfroren und eiskalt unbeschreiblich bäääh.

Japanischer Knöterich, so der Rundfunk, wird in mancher deutschen Gegend gern auch als Donau-Spargel, Wupper-Rhabarber oder einfach nur als, so meine eigene Erfindung, Überflüssiges Scheißkraut bezeichnet. Man kann es essen. Habe ich gehört. Man muss aber nicht. Unterbeschäftigte Muttchen schreiben ganze Bücher über solche Sachen. Mit Rezepten.

Memo an mich: Taucherbrille mit passenden Dioptrien kaufen. Schildpatt?

Den Nachbarn beim Lästern zugehört und aufgeschnappt, dass die Kinder des jungen Mannes, der aus dem Fenster in den Tod gesprungen war, ja auch bald flügge sein müssten.

Labskaus. Was ein Essen!

Als nächstes vielleicht einmal das angeblich typische Gericht des Sauerlandes probieren. Potthucke.

Schwer zu knabbern gehabt an der verpassten Chance meinem Leben einen Sinn zu geben. Stattdessen mit viel Bier und frischen Batterien in der FB dem Alltag gehuldigt.

An dieser (abschließenden) Stelle war eigentlich das Foto eines Darmausgangs vorgesehen. Leider konnte ich aber kein Anusmodel finden. So kommt er noch einmal ungeschoren davon, der Januar, der Arsch der.

Als Ausgleich hier die schnelle Skizze für das Portrait meines Erzfreundes hingekrickelt und ganz zufrieden damit:

Portrait Volker Zahn

Februar

Die ganz große Kälte blieb im Januar zum Glück aus. Auch der Februar kann so weitergehen. Mein Wetterfrosch quakt erstaunlich selten. Auch das kann so bleiben.

Verkleidete Menschen? Nicht hier. Meine Sauerländer bleiben wie sie sind und was sie sind. Lange über einen Wegzug in Richtung Süden nachgedacht. Aber Hessen?

Renate Leismann (73) †

Werner, ihr Bruder schulterte vor Jahren schon Rucksack und Gitarre, den steinigen Weg zu den verblassten Sternen zu erkunden.

Frankfurt mag vielleicht noch angehen. Der Rest schreckt mich doch eher ab. Dabei sind die Sprache und die regionalen Essgewohnheiten eher zweitrangig. Ich habe einmal belauscht, wie sich zwei Hessen über die Kundschaft im Supermarkt lustig gemacht haben und das war wiederum nicht lustig. Für die Kundschaft, meine ich.

Sturm über den Kuppen der nordhessischen Berge. Innerlich geschmunzelt und froh gewesen auf der anderen, der guten Seite zu wohnen. Als hätte ich es geahnt. Nein, Hessen hat wirklich keinen Wert.

Ein wenig schmutzigen Schnees. Aber nur in Willingen, dem hundsverreckten Kaff, wird man sich darüber freuen. Hessen eben.

Was macht eigentlich Pastor Fliege? Seit langer Zeit nichts mehr von ihm gehört. Gut so. Ich werde bestimmt nicht im Internet nachsehen. Gott behüte.

Vanity (57) †

Zeit zu handeln. So dachte ich jedenfalls und erwog den Kauf von Baseballschläger und Reizgas. Aber wie ich bei Ingo Ch. Bindhof nachlesen konnte, rät die Polizei dringend davon ab, bei Einbrüchen den Helden zu spielen. Dabei hatte ich mich schon so auf die Raufereien mit den Einbrechern gefreut.

Dann die Nachricht, dass ein alter Jägersmann mit seinem Trommelrevolver einen Einbrecher (19) per Kopfschuss niedergestreckt hat. Tags drauf dann starb der albanische Gangsternachwuchs an seiner Verletzung. Werde wohl eher nicht mit den Räubern raufen.

Beobachtet, dass Frauen stark auf Melodramen ansprechen. Liebe und solche Dinge. Geburten erregen vor allem ihr Interesse. Schwere Geburten vor allem. Ich sollte ein Drehbuch schreiben über Zangengeburten, Kaiserschnitte und Dammschnitte. Aber zuvorderst Zangengeburten, Glockengeburten und immer wieder Steißlagen und Komplikationen.

„Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.“

Das ist doch mal eine Verabschiedung in die Nacht. Kurz nachdem man abgeblitzt ist …

„Es ist nichts. Nur eine Fleischwunde.“

Beim Zwiebelschneiden den armen Finger erwischt und die sensations- bis blutgierigen Gaffer mit dieser lockeren Bemerkung in die Schranken gewiesen.

„Gehen Sie weiter. Bitte gehen Sie weiter. Es gibt nichts zu sehen. Bitte weitergehen. Nicht stehenbleiben. Es gibt nichts zu sehen.“

Stau an der Kasse und ich verliere die Geduld. Kaum mehr als erstaunte bis mitleidige Blicke geerntet. Und einen Kommentar erhalten: „Blau ist nicht nur ’ne Farbe, woll.“

Das Drüsige Springkraut. Ein pflanzlicher Invasor. Wo sind die Einwanderungsgegner, wenn man sie denn mal wirklich bräuchte? Ach so, die schlecken gerade an den Kröten, die high machen. Glückliche Menschen.

Gibt es eigentlich irdendein Gesetz, das mir überbordende Menschenfreundlichkeit vorschreibt? Nein? Gibt es nicht?

Das macht Laune.

Im Bus einem selbstvergessenen Rentner beim Singen zugehört:

„Unser Johannes,

Dieser Prachtkerl eines Mannes,

Geht jetzt mit der Hildegard,

Die bei der Kreissparkasse spart.“

Glückliche Zeiten.

Ein guter Tag zum Sterben. Der Fernseher ist kaputt. Die Reparatur kann ich mir nicht leisten. Mir bleibt nur mein eigenes Kino. Hoffentlich habe ich genug Filmrollen im Kopf. Mit Entsetzen meine nostalgische Seite zur Kenntnis genommen.

Todessehnsucht beim Anblick der Welt. Heimgehen. Heimgang und die Welt wird eine bessere werden. Aber nur wenn Ihr vorangeht. So gehet heim, gehet heim. Heim.

In der Zeitung gelesen, dass eine Belohnung für die Ergreifung des Briefkastenbombers ausgelobt wurde. 50€ bin ich also nur wert. Ich hatte mir mehr versprochen.

Aus Gift über die geringe Belohnung im Nachbardorf erneut zugeschlagen. Da hatten sie den Salat.

Mir am Morgen links und rechts ins Gesicht geschlagen. Beim bevorstehenden Vorstellungsgespräch wollte ich gesünder aussehen als die Male zuvor.

Keinen weiteren Brief von Willi erhalten. Schreibblockade vermutlich. An Brandt gedacht. 1972. Willy wählen. Und ich war noch nicht einmal wahlberechtigt.

Hat natürlich nichts gebracht.

Auch tot.

Ein hoher Pfeifton im linken Ohr.

Ein noch höherer Pfeifton im rechten.