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Beschreibung

Der Umgang mit der deutschen Sprache und die Arbeit im Stab wird schlechter. Mut für kurze prägnante Sätze und klare Ansprache von Defiziten aber auch das Gespür für die angemessene Beteiligung Dritter nehmen ab. Damit gewinnt der Aspekt der Ausbildung durch die Vorgesetzten zunehmend an Bedeutung. Auf der Suche nach griffigen Beispielen ist festzustellen, dass das Ringen um den treffenden Ausdruck und das zweckmäßige Miteinander auch das Militär seit Jahrhunderten beschäftigt

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Seitenzahl: 28

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Vorwort

In zahlreichen Stabsverwendungen – sei es als Referent im Leitungsbereich, als Referatsleiter oder als Unterabteilungsleiter – musste ich feststellen, dass der Umgang mit der deutschen Sprache und die Arbeit im Stab schlechter wird. Mut für kurze prägnante Sätze und klare Ansprache von Defiziten aber auch das Gespür für die angemessene Beteiligung Dritter nehmen ab.

Damit gewinnt der Aspekt der Ausbildung durch die Vorgesetzten zunehmend an Bedeutung. Auf der Suche nach griffigen Beispielen habe ich festgestellt, dass das Ringen um den treffenden Ausdruck und das zweckmäßige Miteinander auch das Militär seit Jahrhunderten beschäftigen.

Schließlich reifte der Gedanke diese Beispiele zusammenzufassen, als Buch zu veröffentlichen und den Soldaten meines Verantwortungsbereiches mit auf den Weg zu geben: als Erinnerung an die gemeinsame Zeit im Stab, aber auch als Mahnung, das erworbene Wissen weiterzutragen.

Thomas Zimmermann, Berlin im Juli 2020

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Friedrich II. – 1774 Kabinettsorder, Randnotizen

Carl von Clausewitz – 1827 Vom Kriege

Hans von Seeckt – 1925 Hufnagelerlass

Otto Wöhler – 1943 Stabsbefehl

Hans Röttiger – 1957 Kommandeurbrief Nr.3

Adolf Heusinger – 1958 Gutes Deutsch in Schrift und Wort

Ulrich de Maizière – 1964 Forderungen an den Offizier im Generalstabs-/Admiralstabsdienst

Dr. Adolf Hempel – 1968 Kommandeurbrief Nr. 1/68

Bundesanzeiger – 1988 Das ministerielle Bedenken

Literatur- und Quellenverzeichnis

Personenverzeichnis

Zum Herausgeber

1 Friedrich II. – 1774 Kabinettsorder, Randnotizen

Kabinettsorder an den Minister von Görne

Hiernechst erinnere Euch nochmahlen, in Euren Berichten nicht so abscheulich weitläufig zu seyn, sondern gleich ad rem zu kommen, und nicht 100 Wörter zu einer Sache zu gebrauchen, die mit 2 Wörtern gesagt werden kann.

Randverfügung auf einem Bericht der Akzis- und Zolldirektion

Dieses verstehe ich gar nicht ich bitte um Deutlichen Bericht dan in dunkeln Sachen verstee ich armer Teufel nicht. Deutlich, Deutlich.

2 Carl von Clausewitz – 1827 Vom Kriege

Das Wissen muss ein Können werden.

Nur wer mit geringen Mitteln Großes tut, hat es glücklich getroffen.

3 Hans von Seeckt – 1925 Hufnagelerlass

Der Geschäftsgang innerhalb der Heeresleitung fängt an, mir schleppend und zeitraubend zu werden.

Sogar von mir durch mündliche Mitteilung und schriftliche Randverfügung getroffene Entscheidungen benötigen Tage, bevor sie mir ausgefertigt vorgelegt sind, Wochen oft, ehe sie den Bestimmungsort erreicht haben; an mich gerichtete Gesuche werden wiederholt, weil sie nach längerer Zeit noch nicht beantwortet sind.

Ich schiebe diese Verzögerungen gewiß nicht auf einen Mangel an Fleiß, sondern im Gegenteil auf ein Überhandnehmen bürokratischer Sitten. Wir fangen an, den Vorteil des Zusammenlebens und Zusammenwohnens gegenüber der Vielheit der selbständigen Central- oder Immediatstellen vor dem Kriege zu verlieren. Ich fürchte, dass sich statt des Schriftverkehrs von Haus zu Haus jetzt einer von Zimmer zu Zimmer entwickelt.

Vor allem fürchte ich eine Ressorteitelkeit, die verlangt, zu allem und jedem gehört zu werden und nicht zulässt, dass mir die neue Form eines Hufnagels vorgeschlagen wird, ehe nicht T1, 2, 3, 4, A.A., WA, JWG in 1-7, Rechtsabteilung und Fricke ihr schriftliches Votum abgegeben haben und Meinungsverschiedenheiten durch eine Besprechung der Referenzen ausgeglichen sind. Ich fürchte aber noch mehr, dass über diesen Hufnagel sowohl von Seiten der Abteilungen wie Inspektionen einzeln alle Truppenteile befragt worden sind. Wenn mir dann der Hufnagel mit allseitiger Zustimmung von der allein maßgebenden VetInsp vorgelegt wird, dann sind entweder 100 Pferde inzwischen unnötig lahm geworden oder es bleibt bei dem bewährten alten Hufnagel und Ministerium und Truppe haben umsonst gearbeitet.