Die Logik des Verlierens - Stefan Pfeiffer - E-Book

Die Logik des Verlierens E-Book

Stefan Pfeiffer

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Beschreibung

Man kann nicht immer gewinnen. Aber manchmal folgt das Verlieren seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten. Selbstsicherheit ist die Gabe, in sich zu ruhen und die Dinge des Alltags mit einer gewissen Gelassenheit zu bewältigen. Die unterhaltsame Artikelsammlung befasst sich mit großen und kleinen Fragen rund um die Kunst der sanften Selbstbehauptung und des Positiven Denkens

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Seitenzahl: 67

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Inhaltsangabe

Einleitung

Opferhaltung überwinden

ABC – Das Modell der Gefühle

Schuldgefühle

Die Chemie der Angst

Abgrenzen lernen

Umgang mit Kritik

Verantwortung übernehmen

Mut zum Erfolg

Selbstwertgefühl steigern

Smalltalk

Lösungsorientiertes Denken

Einleitung

Selbstsichere Menschen kommen im Leben besser zurecht, haben mehr Erfolg und sind in der Lage, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Doch was ist Selbstsicherheit überhaupt? Die laut dröhnenden, Frauen verachtenden Sprüche des Machos strahlen keine Selbstsicherheit aus, sondern zeugen deutlich von Dummheit und Arroganz. Selbstsicherheit ist also weit mehr als nur ein grobes, lautes oder unhöfliches Verhalten an den Tag zu legen. Wahre Selbstsicherheit kommt also vor allen Dingen von „Innen.“ Selbstsichere Menschen ruhen in sich selbst, sind den Unbillen des Alltags nicht ohnmächtig ausgeliefert und strahlen eine Ruhe aus, die ganz in ihrer Persönlichkeit zu liegen scheint. Selbstsicherheit ist also eine Eigenschaft, die anzueignen sich durchaus lohnt. Man wird damit nicht gleich zum Monster oder Drachen, wie manche vielleicht befürchten, sondern im Gegenteil, ist man in der Lage, seine positiven Eigenschaften und Charakterzüge besser zu leben.

Selbstsicherheit ist daher nicht nur eine sehr positive Eigenschaft, sondern als Basiseigenschaft eines Menschen sogar wichtige Grundlage für viele weiterführende Dinge des Alltags. Ohne Selbstsicherheit kann man die kleinen und großen Krisen des Lebens nicht bewältigen – somit ist Selbstsicherheit wichtige Grundlage vieler positiver Veränderungen.

Oft sind es nicht die großen Dingen, an denen wir scheitern, sondern es liegt an den Kleinigkeiten, die uns zu schaffen machen: Man ist viel zu nett, oft zu nachgiebig, manchmal schlecht organisiert. Damit fehlen uns aber die Basiseigenschaften für ein erfolgreiches Leben. Das Verlieren folgt seiner eigenen Logik.

Der schlaue Fuchs sah einmal schmackhafte Trauben an einen hohen Rebstock hängen. Da er zu klein war, sie zu erreichen, lies er von den Trauben ab mit den Worten: „Sie sind gewiss sauer, ich will sie gar nicht.“ Eine Geschichte nach dem griechischen Fabeldichter Äsop (600 v. Chr.)

Viele Dinge, die uns nicht erreichbar scheinen, machen wir schlecht, um deren Verlust einfacher zu verschmerzen. Wer selbst nicht selbstsicher ist, verbindet daher mit Selbstsicherheit oft viele negative Eigenschaften: Egoismus, Grobheit, Skrupellosigkeit. Selbstsichere Menschen sind rücksichtslose Menschen. Wer so denkt, redet sich eine wichtige, positive Eigenschaft selbst schlecht.

Sicher kennt man die lauten und boshaften Diskussionen der Politiker, in denen immer der zu gewinnen scheint, der die boshaftesten und gemeinsten Attacken gegen den anderen startet und der jeden Gegner an die Wand redet. Doch dieses Verhalten deutet eben nicht auf Selbstsicherheit hin: Aggression ist ein Zeichen von Schwäche. Es geht bei Selbstsicherheit nicht immer nur um das Gewinnen von Konflikten, sondern um viele positive Eigenschaften wie das Gestalten konstruktiver Beziehung, die Bewältigung von Alltagsproblemen und die Führung eines selbstbestimmten Lebens. Die offen zur Schau getragene Überlegenheit des forschen Redners ist also kein wirkliches Indiz für einen selbstbewussten Menschen. Wäre es nicht viel reifer und toleranter, dem anderen auch eine Meinung zuzubilligen und ihm mit Wertschätzung zu begegnen? Rechthaberei und Selbstbewusstsein sind also zwei deutlich voneinander getrennte Paar Schuhe.

Auf dem Weg zu richtigem Selbstbewusstsein sollten Sie sich also zunächst von den falschen Vorstellungen trennen, die sie über diese Eigenschaft haben: Boshaftigkeit, Aggression und Skrupellosigkeit haben in einem eigenständigen und selbstbestimmten Leben nichts zu suchen. Das Auftreten als „böser Drache“ führt weder zu Glück noch zu Erfolg. Wer wie ein Einzelkämpfer jedes Problem mit den Ellenbogen zu lösen sucht, wird auf Dauer scheitern, denn seine Streitsucht vertreibt nicht nur alle bösen Feinde, sondern zerstört auch wertvolle Freundschaften.

Selbstsicherheit bedeutet also nicht, wie Django mit gezogenem Colt durch die Weltgeschichte zu streifen, um jeden bösen Feind nieder zu strecken. Es geht nicht immer um den kurzfristigen Erfolg, den Aggression oft mich sich bringt. Selbstsichere Menschen sind Herren ihres eigenen Lebens und haben derlei Spielereien um Macht und Ruhm selten nötig. Der Lauteste einer Gruppe ist nicht zugleich der Beste oder der Stärkste.

Selbstbewusstsein bedeutet also nicht, auf Biegen und Brechen gewinnen zu müssen, bedeutet nicht, immer im Mittelpunkt stehen zu wollen, bedeutet nicht, immer von allen bewundert zu werden. All das sind nur Äußerlichkeiten, die mit einer gefestigten Persönlichkeit nichts zu tun haben.

Selbstbewusste Menschen ruhen vor allen Dingen in sich selbst, sind nicht auf äußere Faktoren wie Lob oder Anerkennung angewiesen, sondern ziehen einen Großteil ihrer Kraft aus sich selbst. Das macht sie unabhängig von der Zustimmung anderer und verhilft ihnen zu einem erfüllten, selbstbestimmten Leben.

Die Opferrolle überwinden

Man hört in Funk und Fernsehen, was Schlimmes geschieht in der Welt. Missbrauch, Gewalt, Mord. Andere Menschen scheinen schlimme Dinge zu erleben. Doch in der Psychologie sind Opfer nicht allein Betroffene von Gewalt: Die Opferrolle ist eine psychische Grundhaltung, die Menschen unterlegen macht und damit zu schwach für den alltäglichen Überlebenskampf erscheinen lässt

Silke ist mit ihrer Freundin fürs Kino verabredet. Gerade, als sie den PC herunterfahren will, kommt ihr Chef auf sie zu. „Der Auftrag ist soeben rein gekommen. Es ist wichtig, dass das heute noch rausgeht. Können sie das noch eben fertig machen?“ Die junge Frau schaut betrübt. Sie wird es nicht mehr rechtzeitig in Kino schaffen, wenn sie die Akten jetzt noch bearbeitet. Allerdings – kann sie ihren Chef bei einer so wichtigen Angelegenheit hängen lassen? Ihr käme nicht in den Sinn, dass ihre Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft sie zu einem Opfer macht. Sie wird von anderen ausgenutzt, ohne es zu merken. Alle anderen Kollegen sind bereits auf dem Heimweg, nur sie macht mal wieder Überstunden.

Opferrolle – die Folgen

Silke ist stets bemüht, eine gute Mutter, gute Partnerin, gute Freundin zu sein. Sie reibt sich auf für das Wohl anderer. Sie ist beliebt und wird von anderen geschätzt. Doch wenn sie sich mit ihren Freundinnen vergleicht, die erfolgreicher im Job sind, öfter in Urlaub fliegen, mehr mit Freunden unternehmen, stellt sie fest, dass sie eigentlich nur das Leben anderer lebt, nicht ihr eigenes. Manchmal fragt sie sich, wer sie wirklich ist? Amazone oder Putzfrau, Königin oder Handlanger der anderen. Die anderen leben bequem, doch auf wessen Kosten? Opfer gibt es nicht nur durch Messerangriffe und Pistolenschüsse, das Problem ist mehr die alltägliche Ausbeutung durch andere. Silke kann dem Kreislauf aus Liebenswürdigkeit und Ausnutzung nicht entgehen. Ihr Leben zieht an ihr vorüber, ohne das sie es wirklich genießen kann. Sie hofft auf die Zukunft – wenn die Kinder groß sind, wenn Sie in Rente ist, wenn, ja, wenn. Nur im Hier und Jetzt, wo sie noch jung ist, wo sie ihre Träume erfüllen und all ihre Ziele noch erreichen könnte, da scheint alles gegen sie zu stehen.

Die Gutmenschenfalle

Als Silke noch ein Kind war, wurde sie von ihren Eltern oft gelobt. Sie fand das toll, doch eigentlich bekam sie Liebe immer nur dann, wenn sie tat, was andere wollten. Silke glaubt, es sei wichtig, andere glücklich zu machen. Wenn es dir gut geht, geht es mir auch gut. Sie hatte mal daran gedacht zu studieren, doch ihre Eltern rieten ihr zu einem Bürojob. Silke richtet sich nach anderen, hält deren Gedanken für klüger als die eigenen. Eltern und Kollegen haben mehr Lebenserfahrung als sie, außerdem will sie niemanden verärgern, denn die anderen haben schon Probleme genug. Sie stellt fremde Interessen über die eigenen. Immer mehr stellt sie ihre eigenen Interessen zurück und führt ein Leben, das sie gar nicht führen will, aber glaubt, führen zu müssen. Sie fühlt sich gefangen, wie in einem goldenen Käfig. Sie macht alles richtig, doch genau das scheint falsch zu sein. Ein Kreislauf, aus dem sie keinen Ausweg findet. Sicherlich sollte man nett sein, aber man kann auch zu nett sein, nämlich dann, wenn man alles mit sich machen lässt. Als Erwachsene vermisst sie das Lob der anderen, denn niemand käme auf die Idee, auf sie Rücksicht zu nehmen. Andere nehmen sich von Silke was sie brauchen, und Silke gibt es freiwillig und umsonst. Ihr fehlt die Gabe, auch einmal „Nein“ zu sagen. Ihre Gutmütigkeit, die ihr als Kind so viel Lob einbrachte, wird ihr im Erwachsenenalltag zu Verhängnis. Was in der Kindheit richtig war, funktioniert in der Erwachsenenwelt, in der Wettbewerb und Konkurrenz herrschen, einfach nicht mehr.

Alltägliche Stolperfallen