13,99 €
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Archäologie, Note: 2,3, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Veranstaltung: Spätbronze- und vorrömische Eisenzeit, Sprache: Deutsch, Abstract: Ein Fürstensitz, gelegen in den keltischen Gebieten nördlich der Alpen, unterscheidet sich doch sehr von den adligen Hochburgen anderer Zeiten und Gegenden. Während sich begüterte Menschen der mediterranen Welt palastartige Gebäude in großen und reichen Städten als Wohnsitz wählten, suchten die Adligen des Mittelalters Unterkunft in Schlössern und Burgen. Die keltische Welt hingegen lässt eine solche Definition kaum zu. Städte finden sich dort erst in den letzten Jahrhunderten v. Chr. in Form von Oppida. Ein Fürstensitz behauptet sich ab dem 7. Jahrhundert also erst mal durch andere Eigenschaften. Gelegen an einem Knotenpunkt für Verkehr und Handel, verfügt er selbst über einen Markt und Handwerker, diente also als Umschlagplatz und Treffpunkt für Handelnde aller Art. Dabei muss der „Fürst“, das Oberhaupt über eine Region - keineswegs als König zu verstehen, sondern als Machthaber, der nicht auf adlige Abkunft reduziert wird - keineswegs auf diesem Sitz selbst wohnen. Ein Sitz im Umland, den nahegelegenen Siedlungen, ist ebenso möglich. Ach diese sind charakteristisch für einen Fürstensitz. Sammeln sich doch in seiner Nähe die Menschen, um dem Geschehen nahe, ja sogar Teil davon zu sein. In der Frühzeit ist also noch keine Trennung von wirtschaftlichem und politischem Zentrum möglich, beides ist in der Definition des Fürstensitzes vereint. Wegen seiner Bedeutung als überregionaler Handelsplatz erwartet man hier einen Austausch von Gütern und von Ideen. Dazu gehören Waren aus entfernten Gebieten und auch Neuerungen, Fortschritt, der über dem Niveau des Umlandes steht. Das die Heuneburg an der Donau an einem Knotenpunkt des Handels zu finden ist und auch die Außensiedlungen lassen also auf einen solchen Fürstensitz schließen. Ob ihre Funktion auch durch Fortschritt bestätigt werden kann, soll auf den nächsten Seiten untersucht werden.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2008
Impressum:
Copyright (c) 2013 GRIN Verlag GmbH, alle Inhalte urheberrechtlich geschützt. Kopieren und verbreiten nur mit Genehmigung des Verlags.
Bei GRIN macht sich Ihr Wissen bezahlt! Wir veröffentlichen kostenlos Ihre Haus-, Bachelor- und Masterarbeiten.
Jetzt beiwww.grin.com
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Die Heuneburg
3. Die mediterranen Funde
3.1. Die Innenbebauung
3.2. Die Lehmziegelmauer
3.3. Die Keramik
3.4. Fibeln und Kleinfunde
4. Mediterrane Kontakte und Handel anhand der Funde
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Ein Fürstensitz, gelegen in den keltischen Gebieten nördlich der Alpen, unterscheidet sich doch sehr von den adligen Hochburgen anderer Zeiten und Gegenden. Während sich begüterte Menschen der mediterranen Welt palastartige Gebäude in großen und reichen Städten als Wohnsitz wählten, suchten die Adligen des Mittelalters Unterkunft in Schlössern und Burgen.
Die keltische Welt hingegen lässt eine solche Definition kaum zu. Städte finden sich dort erst in den letzten Jahrhunderten v. Chr. in Form von Oppida. Ein Fürstensitz behauptet sich ab dem 7. Jahrhundert also erst mal durch andere Eigenschaften.
Gelegen an einem Knotenpunkt für Verkehr und Handel, verfügt er selbst über einen Markt und Handwerker, diente also als Umschlagplatz und Treffpunkt für Handelnde aller Art. Dabei muss der „Fürst“, das Oberhaupt über eine Region - keineswegs als König zu verstehen, sondern als Machthaber, der nicht auf adlige Abkunft reduziert wird - keineswegs auf diesem Sitz selbst wohnen. Ein Sitz im Umland, den nahegelegenen Siedlungen, ist ebenso möglich. Ach diese sind charakteristisch für einen Fürstensitz. Sammeln sich doch in seiner Nähe die Menschen, um dem Geschehen nahe, ja sogar Teil davon zu sein.
In der Frühzeit ist also noch keine Trennung von wirtschaftlichem und politischem Zentrum möglich, beides ist in der Definition des Fürstensitzes vereint.
Wegen seiner Bedeutung als überregionaler Handelsplatz erwartet man hier einen Austausch von Gütern und von Ideen. Dazu gehören Waren aus entfernten Gebieten und auch Neuerungen, Fortschritt, der über dem Niveau des Umlandes steht.
Das Bergplateau der Heuneburg liegt an der oberen Donau. Ursprünglich von Bäumen bewachsen, fand bereits im 2. vorchristlichen Jahrtausend die erste Rodung statt.
Schon die frühesten Siedler sahen den Vorteil einer Plateausiedlung in Schutz und zentraler Lage und umgaben das Areal mit einer Rundumbefestigung.
Während den Grabungen zwischen 1950 und 1979 wurden erste Informationen über das Areal bekannt, wobei bis heute nur ca. 40% des Gebietes gegraben wurden.[1]
Ab dem 7. Jahrhundert begann die Nutzung als frühkeltische Höhensiedlung, auf welcher hier der Schwerpunkt liegen soll. Während dieser Zeit wurden auch eine Nekropole mit Grabhügeln und Außensiedlungen angelegt. Die Kelten siedelten auf der Heuneburg bis zum 5. Jahrhundert. Ihr kultureller Höhepunkt endete, wie anhand von Grabungen nachgewiesen werden konnte, durch eine Zerstörung.
Erst im 6. Jahrhundert n. Chr. fand die Heuneburg wieder Bedeutung und wurde von der Zeit der Merowinger bis zum Hochmittelalter nochmals als befestigte Siedlung und Burg genutzt. Im 11. Jahrhundert fand sie zu ihrer ursprünglichen und ersten Nutzung als Ackerland zurück.
