Die Mindener Bürger-Eskadron -  - E-Book

Die Mindener Bürger-Eskadron E-Book

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Beschreibung

Die Mindener Bürger-Eskadron als berittene Einheit des Mindener Bürgerbataillons kann auf eine 200jährige Tradition zurückblicken. Das vorliegende Buch erklärt die Anfänge, die Geschichte und die Gegenwart dieser besonderen Einheit. Zahlreiche Fotos, Grafiken und Tabellen zeichnen ein lebendiges Bild der Mindener Bürger-Eskadron in ihrem Jubiläumsjahr.

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Seitenzahl: 66

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Inhalt

Vorwort

Das Mindener Bürgerbataillon

Das Freischiessen

Die Konstituierung der Eskadron

Die Standarte der Eskadron

Die Uniform der Eskadron

Freischiessen-Könige der Eskadron

Die Aufgaben der Eskadron

Eskadron-Chefs

Auszeichnungen der Eskadron

Stadtmajore aus der Eskadron

Die Patenkompanie

Freundschaften

Zwischen den Freischießen

Jubiläum

Das Freischießen 2014

Die Eskadron 2015

Das Lied der Eskadron

Gedicht: Unserer Eskadron

Schlusswort

Danksagung

Vorwort

Geschätzter Leser,

in einer Zeit, in der jeder Schüler problemlos mit seinem Handy Videos drehen und im Internet veröffentlichen kann, die dann x-millionenfach von aller Welt gesichtet und bejubelt werden, um bereits 3 Monate später dem völligen Vergessen im digitalen Nirwana anheim zu fallen, ist es mir als amtierendem Eskadronchef ein besonderes Anliegen, Ihnen die mehr als 200-jährige Geschichte der Bürger Eskadron des Mindener Bürgerbataillons in einer „begreifbaren“ und traditionelleren Form als gebundenes Buch zu präsentieren!

Nun könnte man dem Chef einer Einheit im Mindener Bürgerbataillon - einer Institution die es in Minden seit über 330 Jahren gibt – unterstellen, dass er Tradition um ihrer selbst willen pflegt und den Wandel scheut. Gleichwohl hat es Wandel in der Vergangenheit des Mindener Bürgerbataillon als ältester bürgerlichen Vereinigung in Minden stets gegeben: zunächst gegründet als Bürgerwehr mit militärischen Strukturen, um die Stadt vor Feinden zu schützen, übernahm das Bürgerbataillon die Aufgaben der Bollwerksdienste und des Feuerschutzes, als Soldaten in Minden stationiert wurden.

Bis weit in die Neuzeit war das Mindener Bürgerbataillon ein fester Bestandteil des öffentlichen Lebens der Stadt, das Freischießen – wie Sie im Laufe der Lektüre noch feststellen können – eben kein dörfliches Schützenfest. In unserer schnelllebigen Zeit bescheinigt man einer Veranstaltung, die dreimal stattgefunden hat, bereits Tradition, und mancher politische Amtsträger mag´ sich insgeheim die Frage stellen, warum er den Verein Mindener Bürgerbataillion respektive das Freischießen gegenüber einem anderen Verein und dessen Veranstaltung stärker schätzen sollte. Nun, die Antwort liegt im Wesen der Tradition selbst, die definitionsgemäß das kulturelle Erbe bewahrt, weitergibt und in der Folge die Grundlage für jegliche Kultur bildet. Wer wäre daher unterstützenswerter, als die älteste bürgerliche Vereinigung innerhalb der Stadt Minden mit über 330-jähriger Geschichte, die sich seit jeher darum bemüht, Traditionen zu bewahren und ihr äußeres Erscheinungsbild zu erhalten, während sie sich dabei auf neue äußere Umstände einstellt?

Mein Dank gilt allen Kameraden, die für die Erstellung dieses Buches Vor-Arbeiten geleistet und Ihre Archive geöffnet haben – auch für mich kam es dabei zu sehr schönen Momenten, in denen ich noch sehr viel über diese Einheit lernen durfte. Namentlich möchte ich Herrn Rittmeister Otto Kiel benennen, der aus seiner 60-jährigen Mitgliedschaft in der Schwadron neben profundem Wissen einen fast unerschöpflichen Vorrat an Fotos, Büchern und anderen Dokumenten besitzt.

Rittmeister & Eskadronchef

Dieter Thäsler

DAS MINDENER BÜRGERBATAILLON

Die Geschichte der Stadt Minden ist eng mit der Geschichte des Mindener Bürgerbataillons verbunden, das als Institution einfach zum Leben unserer Heimatstadt gehört.

Das Schicksal Mindens ist die Weser, die nur 3,5 km entfernt an der Porta Westfalica durch das Weser- und Wiehengebirge in die Norddeutsche Tiefebene tritt. Sie bestimmt seine Lage, nämlich dort, wo man schon in frühester Zeit in einer Furt den Strom überqueren konnte. Sie schuf auch die Grundlagen zu seiner Existenz, schon vor vielen Jahrtausenden.

Als sich der etwa um das Jahr 800 von Karl dem Großen gegründete Bischofssitz später zu einer Stadt entwickelte, war die Stadtmauer neben dem Markt und einer eigenen Ratsbehörde das wesentlichste Kennzeichen dieses städtischen Gemeinwesens. Diese hohe, feste Mauer machte Minden zu einem selbständigen Organismus. Damit wurden aber auch bestimmte Leistungen von den Bürgern verlangt. Vor allem, wenn es hieß, an einem Kriegs- oder Fehdezug teilzunehmen oder um feindliche Heere von der Stadt abzuschlagen. Dadurch erhielt das Bürgerangebot seinen militärischen Charakter und seine politische Bedeutung; gewissermaßen war damit die Wehrpflicht eingeführt. Über die Anfänge der Organisation des Wehraufgebotes ist relativ wenig bekannt. Zunächst spielten die Zünfte und Innungen eine gewichtige Rolle beim bürgerlichen Wehrdienst. Jeder junge Meister, der in eine Innung aufgenommen werden wollte, musste mit Spieß, Schild und Armbrust versehen sein.

Neben diesem, durch die Innungen gestellten Fußvolk, verfügte die Stadt auch über eine Kavallerie. Wohlhabende Kaufleute und die Innungsmeister lieferten hierfür bei Bedarf die Pferde, während die Angestellten und Knechte die Reiterei stellten. Hier finden sich bereits die ersten Gedanken an die heutige Eskadron.

Minden 1650

Einteilung der Stadt Minden in Bezirke

Quelle: „Das wehrhafte Minden“

Schanzarbeiten vor dem Wesertor 1729

Quelle: „Das Mindener Bürgerbataillon und 300 Jahre Freischiessen“

Appell der Schützenkompanie um 1615

Im Verlauf der Geschichte wurde das Wehraufgebot nicht mehr nach Innungen und Zünften aufgegliedert, sondern es erfolgte eine Einteilung der Bürgerschaft nach Vierteln oder Quartieren.

Der Dreißigjährige Krieg, mit der Besetzung durch die „Kaiserlichen“ unter Tilly anno 1625 und 1634 durch die Schweden, nahm den Mindenern ihre Selbständigkeit. Jedenfalls ist von militärischen Übungen der Bürgerschaft in dieser Zeit nicht die Rede. Aber für andere öffentliche Aufgaben wie Wach-, Bollwerks- und Feuerlöschdienste wird die Stadt erstmals in sechs Bezirke eingeteilt: Das Marientorsche, Wesertorsche, Hahlertorsche und Kuhtorsche Quartier, das Marktquartier und die Fischerstadt.

Noch heute gliedert sich das Bürgerbataillon traditionsgemäß in sechs Kompanien, entsprechend den Stadtbezirken, ergänzt durch die Eskadron und das Tambourkorps.

1639 begegnen wir zum ersten Mal dem Begriff „Stadtoffizier“, das heißt einem Offizier aus der Bürgerschaft. Bis zu diesem Zeitpunkt, also vor Beginn des 30-jährigen Krieges, waren die Hauptleute und Leutnante Berufssoldaten. Nun aber haben Bürger die Führung des Bürgeraufgebotes für Wachen, Bollwerk und den Feuerlöschdienst selbst als Offiziere übernommen.

1679 lesen wir bereits die Bezeichnung „Stadtmajor“. Hier wird zwar noch ein ehemaliger brandenburgischer Festungsoffizier so genannt, aber diese Bezeichnung wird sich später durchsetzen. Noch bilden die Stadtoffiziere ein Kollegium von Leutnanten und Fähnrichen unter dem Vorsitz eines Direktors, der selbst Leutnant war. Auf die heutige Zeit übertragen, ist der Direktor der Stadtmajor und das Kollegium sind die Stadtoffiziere, die sich regelmäßig zu Sitzungen im Rathaus treffen. Die Stadtoffiziere werden nach alter Tradition vom Bürgermeister in ihr Amt eingeführt.

Quelle: www.mindener-buergerbataillon.de

Geschichtstabelle für das Mindener Bürgerbataillon

1232

Die Stadt Minden hat gegenüber dem Bischof weitgehende Selbständigkeit erlangt, sie führt ein eigenes Siegel.

13. Jhdt.

In der größer werdenden Stadt Gliederung der Einwohner nach Zünften und Innungen. Sie spielten eine wichtige Rolle beim bürgerlichen Wehrdienst. Die Bewaffnung richtete sich nach dem Handwerksamt.

1260

Schlugen die Mindener Bürger zusammen mit Bischof Wedekind I. wegen des Besitzes der Stadt Hameln die Feinde des Bischofs in die Flucht. Sie erhielten dafür 1260 den Mindener Wald.

1363

Verteidigten die Mindener ihre Stadt bei einer vergeblichen dreitägigen Belagerung durch den Grafen Engelbert von der Mark. Die Belagerung missglückte. Der Graf musste seinen Bruder, den Bischof von Osnabrück, der von dem Mindener Bischof Gerhard II. gefangen gehalten wurde, für 10 000 Gulden auslösen.

1382

Die Mindener Bürgerschaft erobert die beiden festen Schlösser Vlotho und Vahrenholz.

1383

Die Mindener erstürmen nach 14tägiger Belagerung Schloß Diepenau und kurz danach den Ort Uchte.

1460

Domherr Tribbe beschreibt den Brühl als Platz für die ältesten friedlichen Waffenübungen der Mindener Bürger. Tribbe berichtet 1460 schon von “alten Zeiten”.

1469

Schlagen die Mindener eine dreitägige Belagerung durch den Grafen von Schaumburg und seine Bundesgenossen ab.

16. Jhdt.

Einteilung nach Zünften in den weiter ausgebauten Befestigungsanlagen der Stadt.

1501

Beginn einer gründlichen Erneuerung der Stadtbefestigung wegen der Wirksamkeit der neu aufgekommenen Geschütze.

1519

April. Das bischöfliche Stift Minden wird in die Hildesheimer Stiftsfehde verwickelt und schwer verwüstet. Bischof Franz von Minden lässt Petershagen und die Stiftsburgen Hausberge und Rahden verbrennen, um sie nicht in Feindeshand fallen zu lassen. Die Mindener Bürgerschaft wendet sich gegen sein Vorhaben, auch die Mindener Vorstädte abbrennen zu lassen. Das Vorhaben des Bischofs scheitert am Widerstand der Mindener Bürger.

1530

Belagern, erobern und zerstören die Mindener Bürger die Feste Haddenhausen.

1534

Praktizieren sie das gleiche noch einmal mit Haus Wedigenstein.

1553