Die Monsterschule (Bd. 1) - Christian Loeffelbein - E-Book

Die Monsterschule (Bd. 1) E-Book

Christian Loeffelbein

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Beschreibung

Lustiger Monster-Vorlesespaß ab 5 Jahren für Jungen und Mädchen Eine uralte Schule im Wald … für schwer erziehbare Kinder … in einem Schloss, gleich neben einem Ort namens Gammelbrügg? Lukas ist nicht begeistert, als er dieses neue Zuhause bei seinem Onkel Professor Graghul sieht. Doch dann stößt er auf ein ungeheuerliches Geheimnis: Hier werden keine Kinder, sondern waschechte Monster unterrichtet! Wieher Pferdeappel (ein gelbtentakeliger Octopusterix mit Putzfimmel), Mutanten-Horst, Werwolf Jimmy oder der Zyklop Hotzeputz strengen sich alle mächtig an, um eines Tages als wohlerzogene Muster-Monster in die Menschenwelt entlassen zu werden. Aber plötzlich entweichen den eifrigen Monsterschülern ganz fürchterlich unfeine Pupse. Und Lukas kommt einer oberfaulen Sache auf die Spur … Zum Vorlesen und ersten Selberlesen: ein Riesenspaß für die ganze Familie!

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Seitenzahl: 90

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Schamäleon Erwin

kann sich unsichtbar machen und spuckt die besten Reime aus.

Dieter der Ghul

ist 835 Jahre alt und beherrscht die Kunst des Kopfabnehmens.

Hotzeputz der Zyklop

verteilt die Gutenachtmilch und hilft gerne in der Küche aus.

Jimmy der Werwolf

hat in Schönschrift eine Eins.

Wieher Pferdeappel

hat den Schlosshaushalt im Griff und träumt von einem Job als Chef-Butler im Buckingham Palast.

Mutanten-Horst

mag Käsekuchen. Und Fußballsammelbildchen!

Gertrud und Elvira, die Vampirbräute

sind ganz schön frech. Wer nicht aufpasst, bekommt was mit dem Sonnenschirm!

Tongo-Bongo

duscht gerne mit Himbeer-Shampoo und erfindet lustige Wörter. Brollern, zum Beispiel.

Käpten Hackbart

ist der Chef der Klabautermänner und hält sich selbst für den Allerschlausten.

eISBN 978-3-649-67162-6© 2023 Coppenrath Verlag GmbH & Co. KG,Hafenweg 30, 48155 MünsterAlle Rechte vorbehalten, auch auszugsweiseText: Christian LoeffelbeinIllustrationen: Nikolai RengerLektorat: Jutta KnollmannSatz: Helene Hillebrand

www.coppenrath.de

Die Print-Ausgabe erscheint unter der ISBN 978-3-649-64054-7.

Inhalt

Kapitel 1: Die Schule für schwer erziehbare Kinder

Kapitel 2: Eine monströse Überraschung

Kapitel 3: Onkel Gregorius’ Geheimnis

Kapitel 4: Malheur beim Abendessen

Kapitel 5: Gutenachtmilch

Kapitel 6: Erwins Geheimauftrag

Kapitel 7: Der erste Schultag

Kapitel 8: Das Freilufttraining

Kapitel 9: Die Werwölfe sind los!

Kapitel 10: Eine heiße Spur

Kapitel 11: Der große Chaos-Schwinger

Kapitel 12: Schlimmes Schicksal?

Kapitel 13: Düstere Wolken

Kapitel 14: Das war knapp!

Kapitel 15: Der gute Plan

Kapitel 16: Pech und Pannen

Kapitel 17: Dem Untergang geweiht?

Kapitel 18: Genialer Plan!

Kapitel 19: Schon mal was von Monsterflitz gehört?

Kapitel 20: Im Bann des Getränkeautomaten

Kapitel 21: Stecker ziehen, Strom sparen!

Kapitel 22: Herr Molch, Sie sind ein Strolch!

Kapitel 1:

Die Schule für schwer erziehbare Kinder

Lukas Lornsen war ein tapferes Kind. Das behaupteten zumindest seine Eltern. Sie waren Wissenschaftler und arbeiteten für eine große Umweltschutzorganisation. Deswegen waren sie viel auf Reisen, und immer dann, wenn sie abends nicht nach Hause kommen konnten, sagten sie Sätze wie: „Du bist so ein tapferer kleiner Junge. Wir sind sehr stolz auf dich!“

Jetzt im Augenblick wären sie wahrscheinlich ganz besonders stolz auf ihn gewesen. Lukas war nämlich wieder einmal allein, aber diesmal nicht zu Hause, sondern in einem alten, verwilderten Park, der nicht gerade einen freundlichen Eindruck machte. Das lag einerseits an den Nebelschwaden, die an Lukas vorbeizogen, und andererseits an den riesigen Bäumen und Büschen, deren dichtes Laub jeden Sonnenstrahl zu verschlucken schien. Abgesehen davon, ging die Sonne ohnehin gerade unter.

Lukas mühte sich damit ab, seinen Rollkoffer über den holprigen Weg zu ziehen, der ihn zu seinem neuen Wohnort führen sollte: der Schlossschule von Professor Dr. Gregorius Graghul.

Als sich die Nebelschwaden etwas lichteten, konnte Lukas das Schloss zwischen zwei Tannen hindurchschimmern sehen – oder zumindest einen Teil des Schlosses, denn es schien gigantische Ausmaße zu haben. Besonders gut in Schuss war es aber offenbar nicht. Lukas erkannte einen großen Riss in der Außenwand. Einige Fenster waren mit Brettern vernagelt, andere völlig verschmiert. Das Ganze sah also nicht gerade nach einem Ort aus, zu dem man gerne unterwegs war, und als ihm ein Lieferwagen für Getränkeautomaten und Pausen-Snacks entgegenkam, hätte Lukas den Fahrer am liebsten gefragt, ob er ihn mitnehmen würde. Aber das ging natürlich nicht, denn erstens erwartete ihn ja der Professor und zweitens bretterte der muffelig aussehende Lieferant in solch einem Affenzahn an Lukas vorbei, dass er fast den Rollkoffer überfahren hätte.

Lukas seufzte.

Professor Gregorius Graghul war der Patenonkel von Lukas, und da seine Eltern an diesem Morgen zu einer Forschungsreise aufgebrochen waren, die mehrere Monate dauern sollte, hatten sie mit Onkel Gregorius telefoniert, Lukas auf dessen Schlossschule angemeldet und ihn zum Busbahnhof gebracht.

Vielleicht wäre es ganz gut gewesen, wenn sie sich auch noch erkundigt hätten, ob der Bus überhaupt bis zur Schlossschule fuhr – das hatte er nämlich nicht getan. Lukas hatte in einem Städtchen namens Gammelbrügg aussteigen und noch ein ziemlich langes Stück Weg zu Fuß zurücklegen müssen, vorbei an einem düsteren Schrottplatz, einem kahlen Rübenacker und durch ein trostloses Moor. Seine Laune befand sich daher auf einem Tiefpunkt. Er hatte Hunger, er war durstig und er musste aufs Klo.

Immerhin war er jetzt endlich am Ziel seiner Reise angekommen. Allerdings sorgte das Schild neben dem Eingangstor nicht gerade für Stimmung. „Schule für Schwererziehbare“ stand auf dem zerkratzten Messing.

„Auch das noch“, dachte Lukas und fand, dass es so langsam schwierig wurde, tapfer zu sein. Er seufzte abermals und drückte auf den Klingelknopf unter dem Messingschild. Nichts passierte. Lukas drückte noch einmal. Wieder nichts.

Er schaute nach oben zu einem schmalen Fenster, dessen Glasscheibe schon lange nicht mehr geputzt worden war. Ob ihn die schwer erziehbaren Kinder beobachteten und es lustig fanden, ihn vor der Tür warten zu lassen?

Lukas klingelte ein drittes Mal und nun wurde die Tür endlich geöffnet.

Ihm gegenüber stand ein Mädchen, ungefähr in seinem Alter. Es hatte sehr dünne Arme, rote Haare, ziemlich viele Sommersprossen, und es trug einen grünen Pulli, auf dessen Brusttasche ein schnörkeliges Wappen prangte.

„Guten Abend“, sagte das Mädchen. „Ich bin Nicoletta Amalia Dorothea von Blumenkohl, aber alle nennen mich Nicki. Du musst Lukas sein, der Neffe vom Professor.“

„Stimmt“, sagte Lukas. Er ergriff Nickis ausgestreckte Hand und wurde ins Haus gezogen.

Hinter ihm schloss sich die Tür mit einem lauten Knarzen. Danach war es ganz still, bis auf ein leises Ticken. Lukas fand nicht, dass Nicki besonders schwer erziehbar aussah, allerdings sah die Eingangshalle, in der er nun stand, auch nicht aus wie die einer Schule. Es gab einen großen orientalischen Teppich, eine alte Standuhr, eine noch ältere Ritterrüstung, und an den Wänden hingen merkwürdige Holzmasken, die ihn anzustarren schienen.

„Wo sind denn alle?“, fragte Lukas. „Also, die anderen Schüler.“

„Och, die sind auf ihren Zimmern“, erwiderte Nicki.

Aus irgendeinem Grund hatte Lukas den Eindruck, dass das nicht stimmte. Aber da er bislang ganz gut erzogen worden war, wusste er, dass man so einen Verdacht nicht einfach aussprechen durfte. Deswegen fragte er: „Und mein Onkel, wo ist der?“

„Oben in seinem Arbeitszimmer“, antwortete Nicki. „Er hat eine kleine Begrüßung für dich vorbereitet. Komm mit. Den Koffer kannst du hier stehen lassen. Um den kümmert sich Wieher Pferdeappel.“

Nicki lächelte ihn an und nahm wieder seine Hand. Sie zog ihn zu einer breiten Holztreppe, die in den ersten Stock führte.

„Ich habe Pferdeappel verstanden“, sagte Lukas. „Und irgendwas mit Gewieher.“

Statt einer Antwort rollte Nicki nur die Augen von links nach rechts. Das sah lustig aus, aber Lukas hatte trotzdem das Gefühl, dass hier irgendetwas nicht stimmte.

Kapitel 2:

Eine monströse Überraschung

Das Arbeitszimmer von Onkel Gregorius sah so ähnlich aus wie die Eingangshalle. Es gab einen Teppich mit einem verschlungenen Muster, an der Wand hingen grimmig dreinblickende Masken, in der Ecke stand eine Ritterrüstung neben einem Gummibaum und eine Standuhr war auch da. Außerdem gab es einen riesigen Schreibtisch, der mit hohen Papierbergen und Bücherstapeln bedeckt war.

Einen Computer gab es nicht, aber das war nicht weiter verwunderlich, denn Onkel Gregorius mochte keine neumodischen Maschinen – das wusste Lukas von seiner Mutter.

Lukas linste an den Papierbergen vorbei, aber sein Onkel war nirgendwo zu entdecken. Er sah sich zu Nicki um, doch die war ebenfalls verschwunden.

Da ertönte plötzlich eine tiefe Stimme: „Menschenskinder, hier ist noch eine!“

Lukas zuckte zusammen, als hinter dem Schreibtisch ein riesenhafter Mann auftauchte. Er war so groß wie ein aufrecht stehender Grizzlybär und auch genauso haarig. Mindestens. Mitten in seinem bärtigen Gesicht klemmte eine Brille mit runden Gläsern. Und dahinter funkelte Lukas ein vergnügt dreinblickendes Augenpaar an.

„Ich liebe Fruchtgummis“, verkündete der Mann mit einer Stimme wie ein Orkan. „Gut, dass ich noch eine letzte Packung in der untersten Schublade gefunden habe. Welche Farbe?“

Der Mann lachte so laut, dass die Vorhänge vor den Fenstern zitterten. Dann ließ er die Gummibärchentüte platzen und schüttete den Inhalt in seine Hand.

„Äh, wie’s kommt“, sagte Lukas, der inzwischen zwei Dinge begriffen hatte: Der Grizzlybär war sein Onkel, der Schuldirektor Professor Dr. Gregorius Graghul, und die Frage nach der Farbe bezog sich auf die Gummibärchen.

„Gute Antwort“, dröhnte Onkel Gregorius und ließ einen Großteil der Fruchtgummis in Lukas’ ausgestreckte Hände rieseln. „Ich freue mich riesig, dich auf meiner Schlossschule willkommen zu heißen. Das letzte Mal, als wir uns gesehen haben, bist du noch in Windeln herumgelaufen.“

Nach dieser Begrüßung holte Lukas’ Onkel tief Luft, sagte aber nichts weiter.

Eine Weile aßen die beiden schweigend rote, grüne, gelbe und schwarze Gummibärchen.

Sie schmeckten viel besser als alle Sorten, die Lukas bislang probiert hatte. Sein Onkel musste sie aus einem ganz besonderen Geschäft haben.

„Hör mal, mein Junge“, dröhnte der Professor schließlich, und Lukas wusste, dass sein Onkel damit so etwas meinte wie „Ich muss dir etwas Wichtiges mitteilen“.

„Hör mal“, wiederholte der Schuldirektor nach einigen weiteren Minuten.

„Ja?“, fragte Lukas vorsichtig. Noch etwas hatte er nämlich begriffen: Sein Onkel wollte ihm zwar etwas Wichtiges sagen, fand aber nicht die richtigen Worte dafür. Er schien geradezu nervös zu sein.

Und dann ging plötzlich die Tür auf und nun war auch Lukas sprachlos. Und zwar vor Schreck. Sonst hätte er vermutlich so etwas Ähnliches gerufen wie: „Hilfe! Ein Monster!“

Kapitel 3:

Onkel Gregorius’ Geheimnis

In der Tür war ein Wesen erschienen, das Lukas bislang nur von Filmplakaten her kannte. Und zwar von Filmen, die er nicht sehen durfte, weil sie zu gruselig waren. Das Wesen war noch viel größer als der Professor, es hatte unzählig viele Greifarme, einen breiten Mund mit spitzen Zähnen und eine Pferdemähne.

„Der Herr Professor haben geläutet?“, fragte es mit vornehm näselnder Stimme.

Lukas bemerkte, dass einer der Greifarme seinen Koffer umklammert hielt, während in einem anderen ein Staubwedel steckte und in einem dritten ein Kochlöffel. Zwei weitere Arme balancierten einen Korb mit schmutziger Wäsche und die drei übrigen ein Tablett mit Gläsern und einen Krug mit Limonade.

„Donnerwetter, nein, mein lieber Wieher, dazu bin ich noch nicht gekommen“, sagte Onkel Gregorius. „Ich wollte Lukas gerade erklären, was das Besondere an unserer Schule ist. Aber nun weiß er es natürlich.“

„Selbstverständlich“, entgegnete Wieher. „Sie ist blitzblank von oben bis unten.“ Das Wesen fegte mit dem Staubwedel über die Standuhr. Gleichzeitig schenkte es Limonade in die beiden Gläser und reichte sie dem Professor und Lukas.

„Das natürlich auch, mein lieber Wieher, das natürlich auch.“ Onkel Gregorius warf Lukas einen etwas bekümmerten Blick zu. „Aber das meinte ich nicht.“

„Außerdem wird hier pünktlich zu Abend gegessen“, erklärte Wieher. „In einer Viertelstunde ist es angerichtet.“

Mit diesen Worten verschwand das Wesen im Flur und zog die Tür hinter sich zu. Im Büro des Professors war es ganz still. Nur das Ticken der Standuhr war zu hören.

„War das ein Monster?!“, fragte Lukas atemlos.