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Die Dunkelheit hat sich über das Land gelegt und mit ihr sind die Schatten gekommen. Wer ihren Weg kreuzt ist des Todes. Eine Gruppe von jungen Leuten macht sie auf den Weg, um sich dem Bösen zu stellen - ob sie von ihrer Mission zurückkehren ist ungewiss ...
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Seitenzahl: 33
Veröffentlichungsjahr: 2015
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L.R Bäuml, Andrea Schneeberger
Die Nacht der Schatten
Eine Halloween-Kurzgeschichte
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
L.R. Bäuml
Andrea Schneeberger
Impressum neobooks
– L.R.Bäuml -
Schwarze Schatten huschten über die Felder, mit Augen so kalt, dass sie mit dem Mondlicht konkurrierten. Die Geräusche, die sie dabei machten, glichen denen des Windes, der über totes Gras rauschte.
Als hätte das Schicksal es so gewollt, fing es auch noch an zu donnern und die düsteren Wolken, die den Regen brachten, schoben sich vor die einzige Lichtquelle, die es am Himmel gab: den Vollmond. Dieser hatte ihnen bis jetzt den Weg gezeigt doch nun waren sie auf ihre mickrigen kleinen Lampen angewiesen, die es gerade einmal schafften, wenige Zentimeter des Bodens vor ihren Füßen zu beleuchten.
Zitternd rückten sie instinktiv näher zusammen. Nur so würden sie sich vor dem schützen können, was als Nächstes auf sie zukommen würde. Einen vorsichtigen Schritt vor den nächsten setzend, bewegten sie sich weiter, denn stehen zu bleiben war keine Option. Die Frage, warum sie sich bloß auf das alles hier eingelassen hatten, stellte sich jeder Einzelne von ihnen. Doch nun war es zu spät. An ein Zurück war nicht mehr zu denken.
Langsam und wohl darauf bedacht, nicht zu stolpern, gingen sie weiter – den unheimlichen Wesen entgegen, die sie mit ihren unverhohlenen Blicken anstarrten. Das war ihnen bewusst, auch ohne die kalten Augen zu sehen, denn jeder jener Blicke ließ sie am ganzen Körper zittern.
Der Regen, dessen Kälte durch ihre Gliederfuhr, hatte den Boden mittlerweile so durchweicht, dass sie noch vorsichtiger sein mussten, um ja nicht hinzufallen. Denn hier zurückbleiben wollte keiner von ihnen.
Mitchel, der die kleine Gruppe anführte, hob seine Lampe ein wenig an, um besser sehen zu können, was vor ihnen lag. Zumindest war das der Plan gewesen, denn das spärliche Licht schaffte es nicht, auch nur irgendetwas zu erhellen, was sich nicht in wenigen Zentimetern Umkreis befand.
Wir tapsen also im Dunkeln unserem Verderben entgegen, überlegte er grimmig.
Sie, er oder was auch immer hinter dem Ganzen hier steckte, hätte ihnen wenigstens die Gnade erweisen können, sich ihrem Schicksal von Angesicht zu Angesicht stellen zu können, doch so blieb ihnen nichts anderes übrig, als blind in eben dieses zu laufen.
Der Spruch ‚sich blind seinem Schicksal ergeben‘ hatte eine sehr wörtliche Bedeutung bekommen und wäre die Situation nicht so bedrohlich gewesen, so hätte Mitchel über die Ironie dessen lachen können. Lachen war jedoch etwas, an das sie sich noch nicht einmal im Entferntesten erinnern konnten. Alle Emotionen waren von ihnen gewichen, bis auf die Furcht. Die Furcht, die in jedem Zentimeter ihrer Körper steckte und die sie umgab, wobei sie mit jedem noch so kleinen Schritt zu wachsen schien.
Die Schatten kamen näher und auch wenn sie sie nicht berührten, so bauten sie dennoch eine Verbindung zu ihnen auf. Ein eiskalter Sog, dem sie sich nur mit Mühe entreißen konnten. Keiner traute sich etwas zu sagen, doch hätten sie gerne alle diese Frage gestellt: Warum hatten diese Dämonen sie aufgesucht? Sie wussten es nicht. Sie würden es auch nie erfahren. Das Einzige, das sie wussten, war, dass sie weitergehen mussten. Immer weiter. Ihrem Schicksal entgegen.
Doch dann spürte Anna, wie ihr Fuß an etwas Hartem hängen blieb und dass sie, wie in Zeitlupe, fiel. Sie versuchte noch, eine Hand nach etwas auszustrecken, das ihren Sturz hätte abfangen können, doch es war zu spät. Sie lag auf dem nassen kalten Boden, der mit glitschigem Schlamm bedeckt war. Sie konnte hier nicht liegen bleiben. Sie musste weiter. Zurück in den Schutz der Gruppe.
