Die Scheinehe - Rüdiger Greiner - E-Book

Die Scheinehe E-Book

Rüdiger Greiner

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Beschreibung

"Wenn ich einmal reich wär..." kann man nur innerhalb eines Romans erfinden. Und eine unerfüllte Romanze kann man nur innerhalb eines Romans vollenden. Nach vielen gelesenen Büchern wollte ich mich neben zwei weiteren Büchern, einem Sachbuch und einer Autobiographie an einem Liebesroman versuchen. Viel Spaß beim Lesen.

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Seitenzahl: 62

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel eins

Barbara

Robert

Barbara

Robert

Barbara

Robert

Barbara

Robert

Barbara

Robert

Barbara

Robert

Kapitel eins

Die Scheinehe

Barbara

Also, ich bin die Barbara, meine Mama nennt mich Bärbel, weil es deutsche Vorfahren ihrerseits gibt. Mein Papa ist strenger Katholik, was in Sofia die Ausnahme ist. Mama nennt mich auch „Fräulein Wieso“, weil ich ein rebellisches Temperament habe und alles hinterfrage. Meine Mama unterstützte mich und trieb mich in der Schule an, während mein Vater eher phlegmatisch ist. Mein um 3 Jahre älterer Bruder ist Schreiner und wohnt immer noch in unserer kleinen Wohnung, weshalb ich mein Klappbett im Wohnzimmer habe. Ich wollte immer schon Medizin studieren, meine Mutter bestärkte mich darin, während Papa als Buchhalter skeptisch war. Mein Großvater war Arzt, deshalb waren wir eine gutbürgerliche Familie. Großvater besaß ein Klavier und lernte mich ein wenig daran an. Ich war eine gute Schülerin, in den Sprachen Französisch, Englisch und Latein, das man für das Medizinstudium benötigte.

Ferner machten mir die Naturwissenschaften Spaß, insbesondere Biologie und Chemie. Meine Mutter war Hebamme, sie hat viel vom Großvater gelernt. Durch ihren Beruf war sie weithin bekannt und beliebt. Deshalb war sie auch organisatorisch begabt und steuerte maßgeblich das Familienleben. Auch war meine Mutter sehr musikalisch, sie spielte auch Akkordeon und auch Trompete. Sie spielte nach innerem Gehör, Noten hat sie erst später gelernt. Und sie fuhr auch zu den Geburten mit ihrem Motorrad.

Als Jugendliche trug ich einen Zopf und hatte eine kleine Zahnlücke zwischen den Vorderzähnen. Darüber schämte ich mich etwas, aber ich fürchtete mich auch nicht davor lauthals und oft zu lachen. Ich hatte eine fröhliche Kindheit und bewahrte mir meine Lebensfreude für immer.

Beim Studium betreute mich ein Professor, der auch eine Abteilung in der Uniklinik in Sofia leitete. Er war ein Familienmensch, mit einer schönen und klugen Frau und kümmerte sich auch um seine Kinder. Er war mir auf eine väterliche Weise zugetan. Mein Großvater und er kannten sich und waren befreundet.

Kurz vor meinem Examen gab es eine wirtschaftliche Krise in der Familie. Mein Vater erkrankte und konnte nicht mehr voll arbeiten. Mein Bruder überwarf sich in der Schreinerei mit seinem Chef, der ihm schlampige Arbeit vorwarf. Das lag darin, dass er in schlechte Gesellschaft kam und dem Alkohol nicht abgeneigt war. Meine Mutter war sehr unglücklich und führte mit mir ein ernstes Gespräch, dass die Fortsetzung meines Studiums nicht mehr finanzierbar sei. Ich fühlte mich wie eine Autofahrerin, der auf der Autobahn das Benzin ausgeht.

Meinem Professor blieben meine Sorgen nicht verborgen und er fragte mich, wie er helfen kann. Er sagte mir, dass der kürzeste Weg selbst Geld zu verdienen war eine kurze Umschulung zur Krankenpflege, denn es gab einen Mangel an Pflegerinnen, die ein Team leiten konnten. Dafür hätte ich grundlegende medizinische Kenntnisse und müsste nur die Pflegeaufgaben erlernen. Damit war mein Lebenstraum erstmal verhindert, aber er sagte mir, dass damit nicht alles verbaut ist. Ich könnte später weiterstudieren und abschließen, die Arbeit käme auch meinem Studium zugute.

Nun bekam mein Vater die Panik, weil ich schon 25 Jahre alt bin, aber einigermaßen ansehnlich, wenn auch etwas pummelig. Nun schleppte er mir Heiratskandidaten an, die aber alle etwas eigenartig in ihrer katholischen Umgebung verhaftet waren. Die Katholiken waren hierorts in der Minderheit. Meine Mutter bestärkte mich darin, nur jemand zu heiraten, mit dem ich dann glücklich wäre.

Mit meiner Arbeit als beginnende Pflegerin war ich überraschenderweise zufrieden. Mit meinen Kolleginnen kam ich gut aus. Ich lernte auch viel dazu, die Diagnosen der Ärzte, die Behandlung und nun die Sicht der Patienten. Nach einigen Monaten stellte sich heraus, dass ich wieder nachfragte, wieso manches so gemacht würde, es wäre doch viel besser, wenn man es anders macht. Ich hatte in kurzer Zeit den Überblick, wo es im Management haperte und man nicht vorausschauend plante, sondern immer gezwungen war zu improvisieren. Mein Chef sah, dass es mit meinen Kolleginnen besser lief als in anderen Teams. So beförderte er mich zur Leiterin meiner Gruppe. Die meisten Kolleginnen erkannten das an. Allerdings sah ich bald ein neues Problem.

Der hübsche Oberarzt in meiner Abteilung war arrogant und eingebildet und ein kleiner Frauenheld. Ihm ist alles zugefallen und das erwartete er auch weiterhin. Er versuchte Anknüpfungen mit meinen Pflegerinnen und bekam meist wenig Widerstand. Ich bemerkte Eifersüchteleien in meinem Umfeld und zerbrach mir den Kopf. Einige Jahre ging es gut, aber ich bemerkte, dass es eskalierte.

Als nächstes Opfer hatte der Arzt mich auserkoren und suchte immer wieder meine Nähe. Ich hatte aber beobachtet, dass er mit den Patienten grob umging und mit unseren Pflegerinnen alles befehlsartig anordnete. Das Wort „Bitte“ kannte er nicht. Er hatte ein großes Selbstbewusstsein an der Grenze zur Arroganz. Und außerdem konnte ich ihn nicht riechen, irgendwie duftet er unangenehm, deshalb beschloss ich nur dienstlich mit ihm zusammen zu sein und ihm ansonsten aus dem Weg zu gehen.

Wir hatten einen neuen Patienten bekommen, der mir zugewiesen wurde, weil ich ein bisschen Deutsch und Englisch kann und die Formalitäten sich als schwierig erwiesen. Auch war er ein Politikum, weil er in Verhandlungen mit der Uniklinik war.

Wir werden dann morgen sehen, wie ich das managen kann.

Robert

Als reisender Ingenieur geht es mir gut, bin bei einer amerikanischen Firma aus Kalifornien beschäftigt und wir haben eine Niederlassung bei Frankfurt. Finanziell bin ich gut ausgestattet, ich wurde mit einem goldenen Löffel geboren. Mein Vater hatte eine kleine Firma in Bayreuth. Wir hatten immer mit Glas zu tun. Die Firma stellte Glasradierer für Architekten her, womit falsche Tuschestriche auf dem Pergamentpapier ausradiert wurden. Ebenso für Uhrmacher und Goldschmiede. Wir hatten viele Heimarbeiterinnen für die Verpackung und die Herstellung. Er hatte einen Partner der Kugelschreiber herstellte. Diese Hüllen wurden auch mit einem Mechanismus wie Druckbleistifte für die Glasfaserbürsten benötigt und die Zusammenarbeit war gut. Meine Mutter starb früh, mein Vater nach einem Autounfall mit seinem Fahrer. Der war ein pensionierter Polizist und hatte bei uns quasi Familienanschluss. Es war immer so gedacht, dass ich die Firma fortführen sollte, ich hatte aber ganz andere Interessen, in Richtung Technik. Nach dem Tod meiner Eltern habe ich das Elternhaus verkauft, weil es für mich allein zu groß war und ich habe auch noch von meiner Tante geerbt.

Bei der Glasradierer-Firma wurde vereinbart, dass ich Gesellschafter wurde und meine Anteile Stück für Stück vom Partner gekauft wurden. Er hatte nicht das Kapital, um mich auf einmal auszuzahlen. Auch war dies steuerlich für beide günstiger. Nur war ich ein Waisenkind, kein Kind mehr, ich hatte ja mein Studium beendet. In der Firma war ich eher ein Fremdkörper und in der Produktion überflüssig und nur in der Verwaltung hilfreich. Das war aber nicht mein gewünschtes Arbeitsfeld.

Für mein Studium hatte ich Schwerpunkte wie Nukleartechnik, Lasertechnik und Nachrichtentechnik wie Informatik gewählt. Nun hatte ich die Wahl bei Stellenangeboten für eine Schweizer Rüstungsfirma (mit dem meisten Gehalt), dem Kernforschungszentrum Karlsruhe und einer Laserfirma aus den USA (Palo Alto). Für diese Laserfirma habe ich mich entschieden und musste in den Rhein-Main Raum umziehen.

Meine Heimat Franken hatte ich schweren Herzens verlassen, aber mein Freundeskreis war begrenzt, ebenso wie die Verwandtschaft. Ich öffnete mich also für meine berufliche Zukunft und orientierte mich nun international, wobei Frankfurt ein gutes Zentrum zu sein schien.