1,99 €
Das Leben unserer Eltern gerade im und nach dem Krieg prägten sie. Aus dieser Zeit erzählen sie uns auch heute noch Geschichten, die sie nicht aufgeschrieben haben, da die Anzahl der vielen prägenden Geschichten vielleicht in der heutigen Zeit als Überflutung wahrgenommen wird. Dennoch ist jede Geschichte eine individuelle Geschichte und Zeitzeuge einer Zeit, in der wir nicht leben möchten, unsere Eltern jedoch lebten. Und sicherlich erzählen Sie uns auch von Ihren Geschichten damit wir sie nicht erleben. So erzählte auch meine Mutter mir Ihre Geschichte aus und nach den Kriegsjahren, manchmal um verstanden zu werden, manchmal um zu lehren, manchmal um mich Anteil haben zu lassen an meiner Familie.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 29
Veröffentlichungsjahr: 2015
Ich möchte mich recht herzlich bei meiner Freundin Helga und meiner Schwester Alexa für die Hilfe bei der Erstellung dieses Buches bedanken.
Das Leben unserer Eltern gerade im und nach dem Krieg prägten sie. Aus dieser Zeit erzählen sie uns auch heute noch Geschichten, die sie nicht aufgeschrieben haben, da die Anzahl der vielen prägenden Geschichten vielleicht in der heutigen Zeit als Überflutung wahrgenommen wird.
Dennoch ist jede Geschichte eine individuelle Geschichte und Zeitzeuge einer Zeit, in der wir nicht leben möchten, unsere Eltern jedoch lebten. Und sicherlich erzählen Sie uns auch von Ihren Geschichten damit wir sie nicht erleben.
So erzählte auch meine Mutter mir Ihre Geschichte aus und nach den Kriegsjahren, manchmal um verstanden zu werden, manchmal um zu lehren, manchmal um mich Anteil haben zu lassen an meiner Familie, Oma, Opa, Onkel, Alwis, Onkel Johann, Tante Helene und sich meine Mutter Marga.
Heute ist meine Mutter 81 Jahre alt und noch immer schreibt sie ihre Geschichten nicht auf. Ich möchte dies jedoch nun für meine Mutter tun, die von ihrer Geschichte geprägt auch mich mit der Erzählung ihrer Geschichte prägte.
Zitternd stand Oma vor der Haustür des Hauses auf der Watzerather Höhe. Das Haus, indem zuletzt die Deutschen gelegen hatten, hatte an der Front einem Erdwall und Stützbalken, den die Deutschen erst vor kurzem gegen den Beschuss der amerikanischen Artellerie aufgeschüttet hatten.
Einige Granaten waren davor schon ins Haus eingeschlagen und hatten vereinzelt auch kleine Beschädigungen am Haus verursacht. Vom Erdwall an der Hausfront konnte man runter ins Tal zum in den letzten Tagen schwer umkämpften Prüm schauen. Vor allem waren aber durch den Beschuss alle Fenster des Hauses zu Bruch gegangen und die Kinder und die deutschen Soldaten hatten alte Zelte und LKW-Planen zusammengetragen und damit die Fenster gehen Wind und Regen verhangen.
Oma schaute den erdigen Weg herab, der ins Dorf führte, und wartete auf Opa, der wie er es schon in Kriegszeiten gemacht hatte unterwegs war um etwas Essen für die Familie zu besorgen. Wie oft war Opa auch in den letzten Kampftagen als die Deutschen im Haus lagerten noch Nachts, auch unter Beschuss, aus dem hinteren Haus geschlichen, über die Anhöhe von einem kleinen Wald gedeckt, um irgendwo in der Nähe bei Bauern Lebensmittel einzuhandeln. Oft, wenn der Beschuss anhielt dauerte es zwei bis drei Tage bis Opa wieder zurück im Haus war und sie ihn und die Lebensmittel in Empfang nahm, um sie für Opa, Oma, und die Kinder Alwis, Johann, Helene und die kleine Marga einzuteilen.
Auch dieses Mal hatte Sie Angst, die amerikanischen Soldaten würden Opa mitnehmen.
Anders als noch vor ein paar Wochen gegen Kriegsende als das Haus schon wochenlang von Deutschen besetzt war und dann plötzlich der deutsche Offizier erschien und die Stube beschlagnahmte. Sie wusste das dies nichts Gutes bedeuten konnte und wartete auch damals auf Opa der vom Prümer Bahnhof kommend den Weg hoch zum Haus auf der Watzerather Höhe nahm.
„Mattias, da sind noch mehr Deutsche gekommen, ein Offizier und er hat unsere Stube beschlagnahmt“ sagte Oma zu meinem Opa der Nachhause gekommen an der Haustür stand.
Sie schaute meinen Opa ängstlich fragend an. Opa schaute auf den Erdwall den die Deutschen errichtet hatten und sagte zu Oma „Ich habe schon damit gerechnet das Sie kommen werden, warte hier.“ Dann ging er mit festen Schritten ins Haus und in die Stube.
