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Diese Serie von der Erfolgsschriftstellerin Viola Maybach knüpft an die bereits erschienenen Dr. Laurin-Romane von Patricia Vandenberg an. Die Familiengeschichte des Klinikchefs Dr. Leon Laurin tritt in eine neue Phase, die in die heutige moderne Lebenswelt passt. Da die vier Kinder der Familie Laurin langsam heranwachsen, möchte Dr. Laurins Frau, Dr. Antonia Laurin, endlich wieder als Kinderärztin arbeiten. Somit wird Antonia in der Privatklinik ihres Mannes eine Praxis als Kinderärztin aufmachen. Damit ist der Boden bereitet für eine große, faszinierende Arztserie, die das Spektrum um den charismatischen Dr. Laurin entscheidend erweitert. »Valli«, sagte Anneliese Möhringer, »ich muss mal eben mit dir reden. Hast du noch einen Moment Zeit?« Valentina Feurich sah ihre Chefin erschrocken an. Hatte sie sich etwas zuschulden kommen lassen? Aber Frau Möhringers freundlicher Tonfall und das Lächeln auf ihrem Gesicht sprachen gegen diese Vermutung. Sie atmete unwillkürlich auf. »Lass uns nach hinten gehen«, schlug Anneliese Möhringer vor. »Hier vorn wird ja gleich geputzt.« ›Nach hinten‹ hieß: An der Backstube vorbei in den gemütlichen kleinen Aufenthaltsraum, in dem die Chefin, der Chef und die Angestellten ihre Pausen verbringen konnten. Wobei es in der Bäckerei Möhringer nicht allzu viele Pausen gab. In der Backstube wurde ab vier Uhr morgens gearbeitet, die Bäckerei öffnete um sieben, da kamen schon die ersten Kundinnen und Kunden, um auf dem Weg zur Arbeit noch schnell ein frisches Hörnchen oder ein belegtes Brötchen zu essen. Auch Kaffee gab es bei Möhringers, der wurde morgens in großen Mengen gekauft, zum Mitnehmen. An die Bäckerei schloss sich auch noch ein kleines Café an, aber das war morgens noch nicht geöffnet. Nicht, dass Möhringers das nicht gern getan hätten, aber es fehlte ihnen schlicht an Personal. Valentina hatte hier ihre Ausbildung gemacht und war anschließend übernommen worden. Sie arbeitete sowohl in der Backstube, als auch im Verkauf – mittlerweile mehr im Verkauf, worüber sie froh war. Sie war beliebt bei der Kundschaft, das tat ihr gut. Und es war eine angenehme Arbeit, abgesehen von den Arbeitszeiten natürlich.
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Seitenzahl: 115
Veröffentlichungsjahr: 2023
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»Valli«, sagte Anneliese Möhringer, »ich muss mal eben mit dir reden. Hast du noch einen Moment Zeit?«
Valentina Feurich sah ihre Chefin erschrocken an. Hatte sie sich etwas zuschulden kommen lassen? Aber Frau Möhringers freundlicher Tonfall und das Lächeln auf ihrem Gesicht sprachen gegen diese Vermutung. Sie atmete unwillkürlich auf.
»Lass uns nach hinten gehen«, schlug Anneliese Möhringer vor. »Hier vorn wird ja gleich geputzt.«
›Nach hinten‹ hieß: An der Backstube vorbei in den gemütlichen kleinen Aufenthaltsraum, in dem die Chefin, der Chef und die Angestellten ihre Pausen verbringen konnten. Wobei es in der Bäckerei Möhringer nicht allzu viele Pausen gab. In der Backstube wurde ab vier Uhr morgens gearbeitet, die Bäckerei öffnete um sieben, da kamen schon die ersten Kundinnen und Kunden, um auf dem Weg zur Arbeit noch schnell ein frisches Hörnchen oder ein belegtes Brötchen zu essen. Auch Kaffee gab es bei Möhringers, der wurde morgens in großen Mengen gekauft, zum Mitnehmen.
An die Bäckerei schloss sich auch noch ein kleines Café an, aber das war morgens noch nicht geöffnet. Nicht, dass Möhringers das nicht gern getan hätten, aber es fehlte ihnen schlicht an Personal.
Valentina hatte hier ihre Ausbildung gemacht und war anschließend übernommen worden. Sie arbeitete sowohl in der Backstube, als auch im Verkauf – mittlerweile mehr im Verkauf, worüber sie froh war. Sie war beliebt bei der Kundschaft, das tat ihr gut. Und es war eine angenehme Arbeit, abgesehen von den Arbeitszeiten natürlich. Aber das frühe Aufstehen machte ihr zum Glück nicht viel aus, da waren Langschläfer schlechter dran als sie.
Hinzu kam, dass Frau Möhringer und ihr Mann faire Chefs waren. Valentina verstand sich auch mit ihren Kolleginnen und Kollegen gut, es herrschte insgesamt ein angenehmes Betriebsklima in der Bäckerei, obwohl es auch hier natürlich gelegentlich Unstimmigkeiten gab. Doch die wurden schnell ausgeräumt und waren dann ebenso schnell vergessen.
Von ihren Freundinnen hörte sie gelegentlich ganz andere Geschichten: von Neid, Missgunst, Konkurrenzdenken, sogar noch weit Schlimmerem. Sie wurde allgemein beneidet, wenn sie sagte, dass sie all das nur vom Hörensagen kannte.
Ja, es war ein guter Job. Trotzdem war sie nicht glücklich hier. Und das war ihr Problem, von dem aber Möhringers natürlich nichts wussten und auch nie etwas erfahren würden.
Ihre Chefin war vorausgegangen und wies einladend auf einen der Stühle, während sie selbst Platz nahm. Allmählich war Valentina richtig neugierig auf das, was Anneliese Möhringer so dringend mit ihr besprechen wollte, und ein bisschen unbehaglich fühlte sie sich immer noch, dem freundlichen Lächeln ihrer Chefin zum Trotz.
Anneliese Möhringer war jetzt Anfang sechzig, und man sah ihr das Alter und die viele Arbeit, die sie noch immer leistete, durchaus an. Ihre grauen Haare trug sie kurz, das Gesicht war von einem Netz feiner Falten durchzogen, doch ihre wasserblauen Augen hatten nach wie vor einen hellwachen Blick, und sie war noch immer so flink unterwegs wie als junge Frau. Sie war schmal und klein und hatte normalerweise eine angenehme, ziemlich tiefe Stimme, die jedoch überraschend laut werden konnte, wenn sie sich ärgerte. Zum Glück kam das nicht oft vor.
Wie es ihre Art war, kam sie jetzt direkt zum Punkt: »Du bist hier nicht am richtigen Platz«, sagte sie so ruhig, als spräche sie über etwas Belangloses.
Sie duzte alle Angestellten, mit deren Einverständnis. Eigentlich duzte Anneliese Möhringer mehr oder weniger jeden, mit dem sie zu tun hatte, wohingegen niemand auf die Idee kam, sie ebenfalls zu duzen. Und niemand kam auf die Idee, ihr das Duzen übel zu nehmen. Valentina hatte sich schon gelegentlich gefragt, woran das lag.
In diesem Augenblick freilich fragte sie sich nur, wie ihre Chefin zu dieser Einschätzung – die sie selbst teilte – gelangt war. Und sie war geradezu entsetzt, dass ihr Geheimnis entdeckt worden war.
»Jetzt guck nicht so erschrocken«, fuhr Anneliese Möhringer fort. »Du bist nicht die beste Bäckerin der Welt, aber das ist es nicht, du bist auch nicht schlechter in der Backstube als viele andere. Und im Verkauf bist du großartig, weil du gut mit Menschen umgehen kannst. Und natürlich macht es etwas aus, dass du jung und schön bist, da kommen vor allem die Männer gleich noch einmal so gern zu uns. Aber du bist hier nicht glücklich. Ich sehe mir das ja jetzt schon eine Weile an, und ich weiß, ich schneide mir ins eigene Fleisch, wenn ich dir sage, was ich denke, aber es tut mir weh zu sehen, wie du an deinem eigenen Leben vorbei lebst, Kind.«
Valentina saß regungslos auf ihrem Stuhl, sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Ihre Gedanken waren ja schon oft in die gleiche Richtung gewandert, aber niemals hatte sie es sich selbst so deutlich eingestanden, wie sie es jetzt von Frau Möhringer hörte.
»Ich weiß, wovon ich rede, weil ich auch einmal in deiner Situation war. Als ich meinen Mann heiratete und klar wurde, dass er in seinem Beruf meine Unterstützung brauchen würde, war ich todunglücklich, ich hatte nämlich ganz andere Pläne für mein eigenes Berufsleben. Ich wollte eigentlich Krankenschwester werden, das war mein Traum. Aber ich musste wählen: entweder meinen Mann oder meinen Traum. Ich habe mich für meinen Mann entschieden, bin Bäckerin geworden und habe ihm geholfen, den Betrieb hier aufzubauen. Was ich damit sagen will: Ich hatte einen Grund, mich für die Arbeit hier zu entscheiden, und ich habe meine Entscheidung nicht bereut. Wenn ich das richtig sehe, gibt es für dich aber keinen Grund, an einem Beruf festzuhalten, der dich nicht glücklich macht.«
»Aber …«, begann Valentin, verstummte jedoch gleich wieder. Sie senkte den Kopf, sodass ihr die dunklen Haare ins Gesicht fielen und sie sich ein bisschen dahinter verstecken konnte. Sie wollte nicht, dass Frau Möhringer sah, wie aufgewühlt sie war.
»Valli«, die Stimme ihrer Chefin war jetzt ganz weich, »ich weiß, du verstehst dich nicht mit deinen Eltern, sie werden dir also nicht helfen können. Also musst du es ohne sie schaffen. Was immer dich glücklich machen würde: Nimm es in Angriff!«
Valentina hob den Kopf, richtete ihre dunklen Augen auf Anneliese Möhringer und sagte verzweifelt: »Aber das ist es ja gerade: Ich weiß nicht, was mich glücklich machen würde. Echt, ich habe keine Ahnung. Es stimmt, was Sie sagen: Die Arbeit hier macht mich nicht glücklich, aber ich bin gerne hier, weil alle nett sind, weil ich die Kundschaft mag, weil ich den Duft aus der Backstube mag, weil wir … wir … hier ein bisschen wie eine Familie sind.« Ihr versagte die Stimme, und zu ihrem Schrecken merkte sie, wie ihre Augen feucht wurden. Rasch senkte sie den Kopf wieder, aber natürlich war es zu spät, Frau Möhringer hatte ihre Tränen bereits gesehen.
»Nicht weinen«, sagte sie sanft. »Ich will dich ja auch nicht wegschicken, im Gegenteil, am liebsten würde ich dich bitten, für immer hierzubleiben. Die Kundschaft mag dich, wir alle mögen dich, und du arbeitest gut, bist zuverlässig. Aber du bist jung, die Welt steht dir offen, und ich möchte, dass du dir zumindest überlegst, was du lieber tun würdest als in einer Bäckerei zu arbeiten. Ich glaube dir nicht, dass du das nicht weißt. Träum doch einfach mal, stell dir vor, du hättest ein paar Wünsche frei – und dann warte ab, was für Ideen dir kommen.«
Valentina lächelte unter Tränen. »Irgendwie hört es sich aber doch so an, als wollten Sie mich loswerden.«
Annelies Möhringer lachte. »Ganz bestimmt nicht. Du weißt, wie schwer es ist, zuverlässige Leute zu finden, du hast doch genügend kommen und schnell wieder gehen sehen. Mein Mann hat mich angefleht, dieses Gespräch mit dir nicht zu führen, aber ich habe ihm gesagt, dass ich es nicht länger mit ansehen kann, wie du hier langsam eingehst wie eine Blume, die nicht genug Wasser bekommt.«
»Was denken Sie denn, was mich glücklich machen würde?«, fragte Valentina zaghaft.
Aber Anneliese Möhringer schüttelte den Kopf, während sie aufstand zum Zeichen, dass das Gespräch beendet war. »Das musst du schon selbst herausfinden«, sagte sie ruhig. »Es waren damals deine Eltern, die für dich beschlossen haben, dass du Bäckerin wirst, richtig?«
Valentina nickte stumm.
»Na, also. Du bist jetzt vierundzwanzig. Höchste Zeit, dass du anfängst, deine eigenen Entscheidungen zu treffen!«
An diesem Abend saß Valentina noch länger auf ihrer Lieblingsbank im Park im Münchener Südwesten, ›ihrem‹ Viertel, in das sie gezogen war, nachdem sie ihr Elternhaus so früh wie möglich verlassen hatte, um nicht länger hören zu müssen, dass sie ein unerwünschtes Kind gewesen war. Seitdem war dieses Viertel mit dem Park und der Kayser-Klinik, die von Dr. Laurin, ihrem Gynäkologen, geleitet wurde, ihre neue Heimat geworden. Mit Dr. Laurin konnte sie reden, wie sie mit ihren Eltern nie hatte reden können, er war ein guter Zuhörer, er kannte ihre Geschichte.
Während sie über das zurückliegende Gespräch nachdachte, wurde ihr klar, dass sie auch mit Anneliese Möhringer hätte reden können, wenn sie sich getraut hätte. Offenbar war ihre Chefin eine scharfsinnige Beobachterin, die sich zudem viele Gedanken über ihre Angestellten machte und sich für sie verantwortlich fühlte.
Als Valentina sich endlich auf den Weg in ihr Appartement machte, war sie noch immer aufgewühlt wie schon lange nicht mehr. Aber eine Idee, welcher Beruf sie glücklich machen würde, war ihr bislang nicht gekommen, denn ihr war klar geworden, dass sie vieles vermissen würde, wenn sie die Bäckerei verließe, vor allem natürlich das schöne Betriebsklima, die familiäre Atmosphäre – aber auch die Kundschaft ...
Natürlich konnte sie lange nicht einschlafen. Sie würde den Kundinnen und Kunden am nächsten Morgen mit kleinen Augen und völlig übermüdet gegenüberstehen. Dennoch spürte sie, dass etwas in ihrem Inneren ins Rollen gekommen war durch die Worte ihrer Chefin. Ja, sie würde über ihre Zukunft nachdenken, anders als bisher. Sie würde sich auf die Suche nach ihrem Traumberuf machen, denn das war es, was sie sich bislang verboten hatte.
*
»Kann es sein, dass wir jetzt viel mehr Gepäck haben als auf der Hinfahrt?«, stöhnte Antonia Laurin. »Ich weiß beim besten Willen nicht, wie ich die Sachen, die jetzt noch herumliegen, auch noch in den Koffer kriegen soll.«
Ihr Mann Leon lachte. »Das ist doch immer so: Im Urlaub dehnen sich die Sachen aus. Aber mach dir keine Gedanken, zur Not stopfen wir, was übrig ist, in die große Einkaufstasche. Immerhin sind wir auf der Rückfahrt zwei Personen weniger, vergiss das nicht.«
Sie hatten sich eigentlich nur eine Woche freinehmen wollen, aber nun waren es doch fast zwei Wochen Familienurlaub an der Ostsee geworden, auf dem Darß. Ihre vier Kinder, die sechzehnjährigen Zwillinge Kaja und Konstantin, der dreizehnjährige Kevin und die elfjährige Kyra, waren begeistert gewesen vom Schwimmen in der Ostsee, aber auch von den Ausflügen, die die ganze Familie nach Rostock und Warnemünde, nach Stralsund und Rügen gemacht hatte. Wobei die Kinder die Strandtage bevorzugt hatten, jedenfalls die drei Älteren, denen es leicht fiel, Kontakte zu Gleichaltrigen zu knüpfen, mit denen sie Volleyball spielten, um die Wette schwammen und sich für den Abend verabredeten. Die schüchterne Kyra hielt sich dagegen lieber an ihre Eltern, in deren Gesellschaft fühlte sie sich sicher. Aber auch sie hatte hier nach der ersten Woche eine Freundin gefunden, die ihre Tierliebe teilte, und so hatten Antonia und Leon schließlich doch noch ein paar Tage mehr oder weniger für sich gehabt. Alles in allem war es ein gelungener Urlaub gewesen.
Nun würde Kevin in ein Sommerzeltlager in der Lüneburger Heide reisen, während sich Konstantin mit ein paar Freunden in Dänemark verabredet hatte. Kaja würde ein Praktikum in der Kayser-Klinik machen, und Kyra freute sich auf das Wiedersehen mit ihrem besten Freund Peter. Nur die beiden Mädchen würden also mit den Eltern zurück nach München reisen.
»Ich ärgere mich einfach«, sagte Antonia, »dass ich das nicht besser hingekriegt habe, eigentlich kann ich ganz gut packen.«
Leon nahm sie in die Arme und küsste sie. Die Kinder waren noch unterwegs, Abschied nehmen von ihren neuen Freundinnen und Freunden. Am nächsten Morgen wollten sie früh aufbrechen, die Fahrt nach München war schließlich lang. Immerhin, heute war erst Mittwoch, sie würden den Wochenendverkehr auf diese Weise also vermeiden. Dafür würden die Lastwagen auf den Straßen unterwegs sein.
Antonia schmiegte sich an ihn. »Das war eine schöne Zeit hier«, sagte sie. »Ich habe es sogar geschafft, nicht ständig an die Praxis zu denken.«
Sie arbeitete seit einiger Zeit wieder als Kinderärztin, mit ihrer Partnerin Maxi Böhler in eigener Praxis. Seit Kurzem hatten sie noch ›Dr. Mac‹ eingestellt, Dr. Valentin McGregor.
»Ich habe auch nicht ständig an die Klinik gedacht«, gestand Leon. »An den ersten Tagen schon noch, aber irgendwann nicht mehr. Das hatte ich nicht erwartet. Und ich war auch sehr froh, dass nicht jeden Tag ein Anruf oder eine Nachricht kam. Was bedeutet: Es geht auch ohne uns. Eine beruhigende Erkenntnis.«
»Na ja, ein bisschen vermisst werden möchte ich schon«, gestand Antonia.
Sie hörten laute Stimmen und Gelächter vor ihrem Ferienhaus, aber es waren nicht, wie erwartet, ihre heimkehrenden Kinder, sondern eine Gruppe Touristen, und so küsste Leon seine Frau ein weiteres Mal und schob sie dabei langsam Richtung Schlafzimmer.
»Was hast du vor?«, flüsterte sie.
»Wonach sieht es denn aus?«, flüsterte er zurück.
»Aber die Kinder können jeden Augenblick …«
»Wir schließen die Tür ab!«
Und genau das taten sie. Als die Kinder eine Stunde später endlich auftauchten, saßen ihre Eltern heiter und entspannt mit einem Rotwein vor dem Haus.
»Was ist denn mit euch los?«, fragte Kevin.
»Was soll los sein?«
»Wieso trinkt ihr Rotwein? Es ist noch nicht mal dunkel, und wir haben noch nichts gegessen.«
»Wir hatten einfach Lust«, sagte Leon ganz ernst, woraufhin Antonia in nervöses Kichern ausbrach.
Kevin betrachtete seine Eltern und schüttelte den Kopf. »Ihr werdet auch immer kindischer«, befand er. »Was essen wir denn?«
Antonia riss sich zusammen. »Wir gehen essen«, sagte sie. »Es sind nur noch Reste da, die essen wir zum Frühstück.«
