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Märchen spielen in Russland eine große Rolle. Mündlich vorgetragen, verkürzten die Erzählungen von schönen Zarentöchtern und tapferen Zarensöhnen, vom unsterblichen Zauberer Kostei oder der Hexe Baba Jaga in früheren Zeiten die langen russischen Winterabende. Und auch heute noch erfreuen sich die fantastischen Geschichten bei Kindern und Erwachsenen großer Beliebtheit. Hier sind die schönsten russischen Märchen versammelt - erleben Sie die märchenhaften Abenteuer von Prinzen und Prinzessinnen, Königen und Königinnen, Rittern und Helden und den immer wiederkehrenden Kampf von Gut und Böse.
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Seitenzahl: 370
Veröffentlichungsjahr: 2014
Iwan Zarewitsch und der graue Wolf
Die Wunderäpfelchen und das Wasser des Lebens
Die sieben Simeonen – die sieben Arbeiter
Das Wunder aller Wunder, das wundersame Zauberding
Die verwunschene Prinzessin
Geh hin, weiß nicht wohin, bring das, weiß nicht was
Der wackere Bulat
Kuzma der Baldreiche
Schweinchen Goldborstchen
Finist, der helle Falke
Der Holzadler
Baba Jaga
Der Kristallberg
Das fliegende Schiff
Das kupferne, das silberne und das goldene Zarenreich
Die Froschzarin
Marja Morewna
Iwan der Reiche und Iwan der Arme
Der treue Rappe
Marko der Reiche und Wasil der Arme
Die schöne Wasilisa
Vom silbernen Tellerchen und dem saftigem Äpfelchen
Das weiße Entchen
Zwei Schwestern
Kullererbschen
Der Meereszar und die kluge Jelena
Der Mann mit der kupfernen Stirn
Vom Bärchen, dem Bärtigen, von Horyn und Dubin
Die schöne Marja Goldhaar und Iwanuschka
Goldene Füßchen bis an die Knie, silberne Händchen bis an die Ellbogen, an jedem Härchen ein glänzendes Perlchen
Bildnachweis/Impressum
Vor langer Zeit lebte der Zar Wassili der Schreckliche. Er hatte drei Söhne. Die beiden älteren Brüder, Fjodor und Peter, waren überheblich und taten sich gern wichtig. Der jüngste jedoch war einfach lustig und liebenswürdig.
Der Palast des Zaren war umgeben von einem großen Garten, in dem ein Apfelbaum stand, der goldene Äpfelchen trug. Der Zar bewachte diesen Baum streng und kam jeden Morgen, um die goldenen Früchte zu zählen und zu kontrollieren, ob alle noch an den Ästen hingen und nicht beschädigt waren.
Eines Tages wollte er sich wieder einmal davon überzeugen, ob alles in Ordnung sei. Da sah er, dass drei Äpfelchen fehlten; es war ein Dieb in den Garten gelangt und hatte drei der goldenen Früchte gestohlen.
Zar Wassili wurde sehr wütend. Er befahl seinen Söhnen, den Apfelbaum nachts zu bewachen und so den Dieb ausfindig zu machen.
In der ersten Nacht übernahm Fjodor Zarewitsch die Wache. Er legte sich in einen weichen Heuhaufen, deckte sich mit seinem Mantel zu und fiel in einen tiefen Schlaf. Er sah keinen Dieb, hörte keine verdächtigen Laute und trotzdem musste er am morgen feststellen, dass drei der goldenen Äpfelchen fehlten.
In der zweiten Nacht war Peter Zarewitsch an der Reihe. Er legte sich auf ein Federbett, deckte sich mit einer Decke aus Zobelpelz zu und fiel in einen sehr tiefen Schlaf. Er hörte nichts, sah niemanden und trotzdem kam der Dieb auch in dieser Nacht wieder und stahl drei goldene Äpfelchen.
In der dritten Nacht übernahm Iwan Zarewitsch die Wache. Er setzte sich in einer Ecke auf einen Baumstumpf. Es war so kalt, dass er kein Auge zu tun und den Kopf nicht zum Schlaf senken konnte. So verging die Zeit – eine Stunde, zwei Stunden, drei Stunden … Auf einmal wurde es im Garten ganz hell, als ob er in Flammen stünde. Jeder Grashalm war deutlich zu erkennen. Da kam der Feuervogel mit seinen goldenen Federn, dem Feuerschnabel und den Kristallaugen angeflogen und begann, an den goldenen Äpfelchen zu picken. Iwan Zarewitsch schlich sich von hinten an und hielt ihn am Schwanz fest. Der Feuervogel zuckte zusammen, hackte nach Iwan Zarewitsch mit seinem Feuerschnabel, riss sich los und flog davon. Iwan Zarewitsch blieb nur eine Feder in seiner Hand.
Kaum sah der Zar die Feder des Feuervogels, wurde er wütend und schrie: „Weshalb hast du den Feuervogel nicht gefangen, weshalb hast du den Dieb nicht bestraft? Mache dich sogleich auf den Weg und suche den Feuervogel in der weiten Welt. Bringe ihn mir, damit er in meinen Gemächern singe und mir in dunklen Nächten leuchte. Wenn du diesen Feuervogel aber nicht findest, werde ich dir mit meinem Schwert den Kopf abschlagen.“
So blieb Iwan Zarewitsch nichts anderes übrig als zu gehorchen. Er nahm sein Pferd und ritt los.
Er ritt und ritt – was im Märchen nur eine kurze Zeit ist, ist im Leben eine Ewigkeit – bis er an eine Kreuzung kam, die sich in drei Wege gabelte. An der Weggabelung lag ein Stein, auf dem geschrieben stand:
WER GERADEAUS REITET, TÖTET SICH UND SEIN PFERD.
WER LINKS ABBIEGT, TÖTET SICH SELBST, ABER SEIN PFERD ÜBERLEBT.
WER RECHTS ABBIEGT, ÜBERLEBT, ABER SEIN PFERD STIRBT.
Iwan Zarewitsch dachte erst nach und bog dann mit seinem Pferd nach rechts ab.
Auf einmal kam ein grauer Wolf dahergelaufen. Er sah Iwan Zarewitsch erst gar nicht an, sondern tötete das Pferd und verschwand im Wald.
Iwan Zarewitsch ging zu Fuß allein durch den Wald und weinte. Er kam bis zu einem breiten Sumpf, den er nicht so einfach überqueren konnte. Es gab jedoch auch keinen Weg mehr zurück.
„Ach du grauer Wolf, du hast auch mich getötet“, sprach Iwan Zarewitsch und weinte.
„Sei mir nicht böse, Iwan Zarewitsch, dass ich dein Pferd getötet habe. Ich möchte es aber wiedergutmachen. Setze dich auf meinen Rücken und halte dich gut fest.“
Iwan Zarewitsch setzte sich auf den Rücken des Wolfes und der rannte los, und rannte, schneller als ein Pferd. Er lief über Sümpfe, Wälder, über hohe Berge … Er lief und lief, bis er mit Iwan Zarewitsch vor einer hohen Steinmauer stehen blieb.
„So, Iwan Zarewitsch, nun steige ab und klettere über diese Wand. Dahinter befindet sich ein Garten und in diesem Garten sitzt auf einer Tanne in einem vergoldeten Käfig der Feuervogel. Nimm den Vogel, aber berühre auf keinen Fall den Käfig, sonst wird ein Unglück geschehen.“
Iwan Zarewitsch kletterte über die Wand und sah den Feuervogel im vergoldeten Käfig. Er nahm ihn heraus und überlegte: „Wie bringe ich ihn ohne Käfig bis nach Hause? Womöglich reißt er sich los und ich werde geköpft. Da ist es besser, ich nehme ihn samt Käfig mit.“
Aber kaum hatte er den Käfig berührt, wurde es mit einmal im Garten laut, es spielten Geigen, die Glocken läuteten und die Fanfaren erklangen.
Da eilten auch schon die Wachen herbei, packten Iwan Zarewitsch an den Schultern und schleiften ihn vor den Zaren dieses Landes, der Semjon hieß. Und Zar Semjon war sehr böse auf Iwan Zarewitsch.
„Du wirst den morgigen Tag nicht mehr erleben“, drohte der Zar, „es sei denn, du reitest über neun Berge in den Palast der Finsternis, wo Zar Agap lebt, und bringst mir sein goldmähniges Ross. Falls du tust, was ich dir sage, werde ich dir vergeben und dir den Feuervogel schenken.“
Was blieb Iwan Zarewitsch übrig. Er setzte sich auf den Rücken des grauen Wolfes, der pfeilschnell mit ihm losjagte.
Er lief und lief, bis er am Schloss von Zar Agap anhielt und dem Zarewitsch sagte: „Gehe in den Pferdestall aus weißen Steinen, Iwan Zarewitsch, und nimm das goldmähnige Ross. An der Wand hängt ein goldenes Zaumzeug, berühre es auf keinen Fall, sonst ergeht es dir sehr schlecht.“
„Gut“, erwiderte Iwan Zarewitsch.
Er ging in den Pferdestall und sah ein Pferd, das weiß war wie Milch und nur die Mähne um seinen Hals war von purem Gold.
Iwan Zarewitsch wollte das Pferd aus dem Stall führen, aber es leistete Widerstand. Da sah Iwan an der Wand das Zaumzeug hängen und vergaß, was ihm der Wolf aufgetragen hatte. Als er jedoch das Zaumzeug berührte, um es vom Nagel zunehmen, ertönte Lärm, Kanonen, Fanfaren und Trommeln dröhnten.
Die Wachen eilten herbei, fassten Iwan Zarewitsch an den Schultern und brachten ihn zu Zar Agap.
Zar Agap ging in seiner Kemenate auf und ab und schwang sein scharfes Schwert hin und her. „Du wirst nie mehr die Sonne sehen, Iwan Zarewitsch, es sei denn, du reitest über neun Berge in den Palast der Finsternis und bringst mir die schöne Königin Jelena. Dann werde ich dir verzeihen und dir das goldmähnige Ross schenken.“
Was blieb Iwan Zarewitsch anderes übrig. Er stieg wieder auf den Rücken des grauen Wolfes, der durch tiefe Wälder und über hohe Berge mit ihm lief. Er lief und lief, bis er zu einem goldenen Gitter kam.
„Springe von meinem Rücken, Iwan Zarewitsch, gehe auf das weite Feld und warte dort unter der grünen Eiche auf mich.“
Iwan Zarewitsch tat, wie ihm der graue Wolf geheißen hatte. Dieser setzte sich inzwischen unweit des Gitters hin und wartete.
Die schöne Jelena ging in dem Garten auf der anderen Seite des Gitters spazieren, begleitet von ihren Zofen und Hofdamen.
Auf einmal sprang der graue Wolf auf, schnappte die schöne Jelena, legte sie sich über seine Schulter und lief auf das weite Feld, unter die grüne Eiche, wo Iwan Zarewitsch wartete. „Iwan Zarewitsch, sitze schnell auf, die Verfolger sind uns auf den Fersen.“
Iwan Zarewitsch sprang auf den Wolf und der lief so schnell los, dass ihn keiner einholen konnte.
Als sie in das Reich von Zar Agap kamen, hielten sie auf der Wiese und überlegten. Iwan Zarewitsch tat es leid, dem Zaren die schöne Jelena zu übergeben, denn er liebte sie mehr als sein Augenlicht. Doch er hatte Zar Agap sein Wort gegeben, und das wollte er nicht brechen.
Auf einmal kam eine Meise angeflogen, zwitscherte und sagte: „Zar Agap möchte die schöne Jelena zur Frau nehmen und Iwan Zarewitsch töten.“
„Nun, wenn die Sache so liegt“, entschied der Wolf, „wie du mir, so ich dir. Schöne Jelena, verstecke dich im Gebüsch, während ich mit Iwan Zarewitsch zu Zar Agap gehe.“
Der Wolf schlug einen Purzelbaum und verwandelte sich in die schöne Jelena. Iwan Zarewitsch nahm sie an die Hand und brachte sie zu Zar Agap.
„Gut“, sagte der Zar, „gib mir die schöne Jelena und nimm dir dafür das goldmähnige Ross.“ Heimlich gab er jedoch den Wachen ein Zeichen, dass sie Iwan Zarewitsch festnehmen sollten.
Da sprang Iwan Zarewitsch auf das goldmähnige Ross und ritt zur schönen Jelena.
Der Wolf schlug erneut einen Purzelbaum und verwandelte sich wieder in den grauen Wolf. Er erschreckte den Zaren, biss die Wächter, lief in den Wald und holte Iwan Zarewitsch ein. „Springe auf, Iwan Zarewitsch, die schöne Jelena kann auf dem goldmähnigen Ross reiten. Wir reiten nun ins Reich von Zar Semjon und tauschen das goldmähnige Ross gegen den Feuervogel.“
Sie ritten und ritten, bis sie im Reich von Zar Semjon anlangten. Auf einer Wiese hielten sie und dachten nach.
Plötzlich kam wieder eine Meise angeflogen, zwitscherte und rief: „Rette dich, Iwan Zarewitsch, Zar Semjon möchte das Pferd behalten und dich töten.“
Iwan Zarewitsch wurde traurig, die schöne Jelena war betrübt, aber der graue Wolf sprach: „Schöne Jelena, reite mit dem goldmähnigen Ross in den tiefen Wald hinein, und du, Iwan, du bringst mich zum Zaren.“ Dann schlug er erneut einen Purzelbaum und verwandelte sich in ein wunderschönes Pferd.
Iwan nahm das Pferd und brachte es zum Zaren. Bei Zar Semjon warteten schon die Henker mit scharfen Schwertern in der Hand.
„Gut“, sagte Zar Semjon, „gut, Iwan Zarewitsch, gib mir das Pferd, und dafür bekommst du den Feuervogel.“ Mit der einen Hand überreichte er Iwan den Käfig und mit der anderen gab er den Henkern ein Zeichen.
Iwan Zarewitsch nahm den Käfig, die Henker schwangen das Schwert.
Auf einmal überschlug sich das Pferd und verwandelte sich in einen Wolf. Dieser stürzte sich auf die Wachen, die die Flucht ergriffen. Iwan Zarewitsch sprang auf den Rücken des Wolfes und verschwand mit ihm.
Nun ritten sie nach Hause. Iwan Zarewitsch auf dem Rücken des Wolfes, die schöne Jelena auf dem goldmähnigen Ross und der Feuervogel im Käfig, der am Sattel des Pferdes festgebunden war.
Der Wolf brachte Iwan Zarewitsch bis an die Weggabelung, an der der Stein lag.
„Iwan Zarewitsch, morgen sind wir zu Hause“, sagte er. „Baue ein Zelt auf, damit sich die schöne Jelena etwas ausruhen kann, und lege auch du dich schlafen. Ich werde so lange auf die Jagd gehen.“
Iwan Zarewitsch baute ein weißes Zelt auf und schlief ein. Auch die schöne Jelena schlief. Das goldmähnige Ross lief um das Zelt und der Feuervogel zwitscherte leise ein Liedchen …
Auf einmal kamen die Brüder des Iwan Zarewitsch – Fjodor Zarewitsch und Peter Zarewitsch – zum weißen Zelt. Sie sahen das goldmähnige Ross, hörten den Feuervogel und starrten die schöne Jelena an. Sie waren voller Neid gegenüber dem jüngsten Bruder.
„Wir töten Iwan und nehmen alles mit.“
Fjodor Zarewitsch zückte das Schwert und tötete den schlafenden Iwan.
Sie packten die schöne Jelena, nahmen den Feuervogel und das goldmähnige Ross und ritten nach Hause. Niemand hatte etwas gesehen oder gehört. Iwan Zarewitsch ließen sie tot im weißen Zelt zurück.
Als der graue Wolf zurückkam, weinte er und sank neben Iwan Zarewitsch nieder.
Da kam ein Rabe mit seinen Jungen vorbeigeflogen, sah Iwan Zarewitsch tot daliegen und begann über ihm zu kreisen, denn er wollte ihm die Augen aus dem Kopf picken. Da sprang der graue Wolf hoch, schnappte sich ein Rabenjunges und wollte dieses zerfetzen.
Doch der schwarze Rabe fing an zu betteln: „Grauer Wolf, lass mein Kind am Leben und ich erfülle dir jeden Wunsch!“
„Gut, Rabe“, willigte der Wolf ein, „ich tue deinem Jungen nichts, aber du musst mir einen Dienst erweisen. Fliege hinter das blaue Meer, hinter die hohen Berge und bringe mir das lebendige und das tote Wasser.“
Der Rabe flog über das blaue Meer und hinter die hohen Berge. Drei Tage lang flog er. Drei Tage lang saß der Wolf bewegungslos und hielt mit den Pfoten das Junge fest. Am vierten Tag kehrte der Rabe zurück und brachte das lebendige und das tote Wasser mit.
Der Wolf bespritzte Iwan Zarewitsch mit dem toten Wasser, worauf sich die Wunde schloss. Danach bespritzte er ihn mit dem lebendigen Wasser.
Nun wurde Iwan Zarewitsch wach, streckte sich und sagte: „Da habe ich aber gut geschlafen.“
„Ach, Iwan Zarewitsch, wenn ich nicht gewesen wäre, wärst du nie wieder aufgewacht“, erklärte der graue Wolf. „Während du geschlafen hast, wurde die schöne Jelena von deinen Brüdern entführt, das goldmähnige Ross und auch der Feuervogel.“
Iwan Zarewitsch fing an zu weinen, denn er wusste nicht, was er tun sollte.
„Sitze auf!“, befahl der Wolf. „Ich erweise dir noch einen letzten Dienst und bringe dich nachts nach Hause.“
Iwan Zarewitsch setzte sich auf den Wolf, und der rannte los wie ein Blitz.
Ganz früh am Morgen kamen sie zu Hause an.
„So, Iwan Zarewitsch, nun endet mein Dienst bei dir“, beschied ihm der graue Wolf. „Nun musst du dein Glück selbst erobern.“
Der graue Wolf lief fort und Iwan Zarewitsch ging in den Palast hinein.
Dort läuteten die Glocken, erklangen Trompeten. Die schöne Jelena und Fjodor Zarewitsch feierten Hochzeit. Es war jedoch eine traurige Hochzeit. Die schöne Jelena vergoss Tränen, die so groß waren wie Perlen. Der Feuervogel verlor seine goldenen Federn, und im Stall konnte sich das goldmähnige Ross kaum auf den Beinen halten.
Als Iwan Zarewitsch in den Saal trat, sprang die schöne Jelena auf und rief: „Nicht der, der neben mir sitzt, ist mein Bräutigam, sondern der, der an der Tür steht und mich ansieht!“
Dann erzählte sie dem Zaren alles. Der Zar wurde böse, jagte seine beiden älteren Söhne aus dem Zarenreich und vermählte Iwan Zarewitsch mit der schönen Jelena.
Die Glocken läuteten, die Fanfaren erklangen und die Wunderschöne Jelena strahlte wie die Sonne, der Feuervogel trällerte und das goldmähnige Ross scharrte mit den Hufen. Im Palast fand eine fröhliche Hochzeit statt.
Auch ich war dort, trank Met und Bier, und es lief und lief am Kinn hinunter, aber der Mund blieb leer …
In einem Zarenreich lebte auf einem Herrengut einmal ein Zar, der drei Söhne hatte. Der älteste hieß Fjodor, der mittlere war Wassili und den jüngsten nannten sie Iwan.
Die Zeit verging und Väterchen Zar wurde immer älter und schwächer. Da hörte er, dass es hinter drei mal neun Bergen, im dreißigsten Zarenreich, einen Obstgarten mit Wunderäpfelchen gab und einen Brunnen, der das Wasser des Lebens enthielt. Wer von diesen Äpfelchen aß, der wurde wieder jung. Und wenn sich ein Blinder mit dem Wasser die Augen wusch, konnte er wieder sehen.
Daraufhin richtete der Zar ein großes Fest aus. Er lud alle Fürsten und Bojaren ein und sprach: „Wer von euch tapferen Jünglingen sattelt sein Pferd, verlässt seine wackeren Bojaren und das bequeme Leben hier bei Hofe und reitet hinter drei mal neun Berge in das dreißigste Zarenreich und bringt mir von dort die Wunderäpfelchen und einen Krug mit dem Wasser des Lebens? Wer dies wagt, der bekommt die Hälfte meines Zarenreiches.“
Aber keiner meldete sich, der Große versteckte sich hinter dem Mittleren, der Mittlere hinter dem Kleinen und der Kleine war still und sagte kein Wort.
Da trat Fjodor Zarewitsch hervor und sagt: „Ich überlasse doch nicht die Hälfte des Zarenreiches einem Fremden. Mein Väterchen, ich werde diesen Weg allein reiten und bringe dir die Wunderäpfelchen und den Krug voll mit dem Wasser des Lebens.“
Fjodor Zarewitsch ging in den Pferdestall, suchte sich dort ein ungesatteltes Ross aus, legte ihm ein ganz neues vergoldetes Zaumzeug um, nahm eine seidene Peitsche und zog die zwölf Bauchriemen des Sattels ganz fest zu – wohl nicht der Schönheit, sondern der Festigkeit wegen. Und dann machte er sich auf den Weg. Man sah noch, wie er auf sein Pferd aufsaß, aber keiner sah, in welche Richtung er davonritt.
Er ritt und ritt, vielleicht weit weg, vielleicht ganz in die Nähe, vielleicht hoch hinauf oder vielleicht tief hinunter. Er ritt über viele Berge. Den ganzen Tag bis spät in den Abend hinein, bis die Sonne hinter den Bergen unterging. Da kam er zu einer Weggabelung. Inmitten des Weges lag ein Stein, auf dem geschrieben stand:
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