Die Simpsons und die Philosophie -  - E-Book

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Beschreibung

»Wer sich jetzt noch einmal daran erinnern möchte, warum diese Serie zum Brillantesten gehört, was die nicht so reiche Weltkultur der vergangenen Jahrzehnte hervorgebracht hat, sollte ›Die Simpsons und die Philosophie‹ lesen.« Daniel Kehlmann, Cicero Seit über zwanzig Jahren gilt »Die Simpsons« als beste und beliebteste Fernsehserie der Welt. Der Erfolg zeigt, dass die Simpsons mehr sind, als nur irgendeine Familie. An Marges Küchentisch und in den Straßen von Springfield treten die Grundfragen der Menschheit off en zu Tage. In elf brillanten und komischen Essays denken elf Philosophen über »Die Simpsons« und die Philosophie nach.

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Seitenzahl: 274

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Die Simpsons und die Philosophie

Schlauer werden mit der berühmtesten Fernsehfamilie der Welt

Herausgegeben von William Irwin, Mark T. Conard und Aeon J. Skoble

Aus dem Amerikanischen von Nikolaus de Palézieux

TROPEN SACHBUCH

Impressum

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Tropen

www.tropen.de

Die Originalausgabe erschien 2001 unter dem Titel

»The Simpsons and Philosophy: The Doh! of Homer«

bei Open Court Publishing Company, Chicago

Copyright © 2001 by Carus Publishing Company

Für die deutsche Ausgabe

© 2007/2016 by J.G. Cotta‘sche Buchhandlung Nachfolger GmbH,

gegr. 1659, Stuttgart

Umschlaggestaltung und Frontispiz unter

Verwendung einer Collage von Sascha Dreier

Gestaltung: Tropen Studios, Leipzig

Lektorat: Anne Thiem

Vielen Dank für die Unterstützung bei:

Sabrina Schleicher, Ilja Klück und Michael Naulin

Datenkonvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

Printausgabe: ISBN 978-3-608-50341-8

E-Book: ISBN 978-3-608-10051-8

Dieses E-Book basiert auf der aktuellen Auflage der Printausgabe.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Für Lionel Hutz und Troy McClure (an die Sie sich vielleicht von Fernsehsendungen wie Die Simpsons erinnern)

Inhalt

Einführung – Meditationen über Springfield?

Teil I Die Figuren

Homer und AristotelesRaja Halwani

Lisa und der amerikanische AntiintellektualismusAeon J. Skoble

Warum Maggie wichtig ist – Klänge der Stille, aus Ost und WestEric Bronson

Marges moralische MotivationGerald J. Erion und Joseph A. Zeccardi

Also sprach Bart – Über Nietzsche und die Tugenden des BösenMark T. Conard

Teil II Ich hab nichts gemacht – Ethik und Die Simpsons

Die moralische Welt der Familie Simpson – Eine kantische PerspektiveJames Lawler

Heuchelei in SpringfieldJason Holt

Freude an der so genannten »Eisecreme« – Mr. Burns, Satan und das GlückDaniel Barwick

Teil III Die Simpsons und die Philosophen

Ein Marxist in Springfield (Karl, nicht Groucho)James M. Wallace

»Und der Rest schreibt sich von selbst« – Roland Barthes sieht Die Simpsons David L.G. Arnold

Was Bart Denken nenntKelly Dean Jolley

Nach Ideen von …

Mit den Stimmen von …

Einführung Meditationen über Springfield?

Wie viele Philosophen benötigt man, um ein Buch über Die Simpsons zu schreiben? Offenbar ungefähr zehn, um es zu schreiben, und drei, um es herauszugeben. Doch das ist nichts, wenn man bedenkt, dass dreihundert Leute acht Monate brauchen, um eine einzige Episode der Simpsons herzustellen, die 1,5 Millionen Dollar kostet. Mal im Ernst, haben wir nichts Besseres zu tun, als über Fernsehsendungen zu schreiben? Die Antwort heißt: Ja, bestimmt. Aber es hat Spaß gemacht, diese Essays zu schreiben, und wir hoffen, die Lektüre macht Ihnen ebenso viel Spaß.

Der Grundstein für dieses Buch wurde vor ein paar Jahren gelegt. Nachdem die beliebte Sendung Seinfeld nicht mehr ausgestrahlt wurde, hatte William Irwin eine ungewöhnliche Idee: eine Sammlung philosophischer Aufsätze über diese »Sendung über nichts«. Er und seine Philosophenkollegen hatten viele humorvolle und anregende Diskussionen darüber geführt. Weshalb also nicht diesen Spaß in ein Buch packen? Seinfeld and Philosophy war in Amerika ein echter Erfolg, nicht nur bei Akademikern, sondern auch beim breiten Publikum.

Eine andere Fernsehsendung, die von Irwin und seinen Freunden gern gesehen und ausgiebig diskutiert wurde, war Die Simpsons. Man schätzte die Ironie, die Respektlosigkeit der Serie und merkte bald, dass sie einen reichen und fruchtbaren Boden für philosophische Untersuchungen und Diskussionen bot. Daher beschloss Irwin, ebenfalls einen Band über die Simpsons zusammenzustellen. Mark Conard und Aeon Skoble, die bereits für das Seinfeld-Buch geschrieben hatten, fungierten als Mitherausgeber.

Wenn Sie also dieses Buch lesen, haben Sie entweder ein wenig Interesse an Philosophie, an den Simpsons oder an beidem. Die Sendung besitzt genügend Intelligenz und Tiefe, um so manche philosophische Diskussion zu rechtfertigen, und als beliebte Fernsehserie kann sie zugleich dazu dienen, etliche philosophische Themen für eine größere Leserschaft aufzuarbeiten.

Die Simpsons steckt voller Satire und ist heutzutage ohne Frage eine der intelligentesten und literarischsten Fernsehkomödien. (Das hat nicht viel zu sagen, aber trotzdem …) Wenn wir das behaupten, mag das für all jene unpassend klingen, die sie als simplen Zeichentrickfilm über einen Trampel und seine Familie abtun. Doch aufmerksame Zuschauer bemerken darin ein humoristisches Niveau, das weit über einfachen Klamauk hinausgeht. Es gibt mehrere Ebenen: Doppeldeutigkeiten, Anspielungen auf Hochund Populärkultur, visuelle Witze, Parodien und selbstreferentiellen Humor. Als Antwort auf Homers Kritik an einem Cartoon, den seine Kinder sehen, erwidert Lisa: »Wenn Cartoons für Erwachsene gemacht wären, würden sie zur besten Sendezeit ausgestrahlt!« Dennoch ist Die Simpsons eindeutig für Erwachsene gemacht, und es wäre zu einfach, die Sendung als populäre Zeichentrickserie abzutun.

Matt Groening hat zwar Philosophie studiert, aber keiner der Autoren dieses Buches glaubt, es gebe eine tiefere philosophische Bedeutung hinter Groenings Cartoon. Es heißt ja nicht Die Philosophie der Simpsons oder Die Simpsons als Philosophie, sondern Die Simpsons und die Philosophie. Wir wollen nicht die Intention Matt Groenings und seiner Autoren interpretieren. Wir möchten ganz einfach die philosophische Bedeutung der Simpsons herausstellen, wie wir sie sehen. Manche Essays in diesem Buch sind Überlegungen von Akademikern über eine Sendung, die sie mögen und die ihrer Meinung nach etwas über einen bestimmten philosophischen Aspekt aussagt. So wirft beispielsweise Daniel Barwick einen Blick auf den geizigen Griesgram Mr. Burns, um zu sehen, ob wir von seinem Unglücklichsein etwas über die Natur des Glücks erfahren können. Andere Autoren erkunden das Denken eines bestimmten Philosophen, indem sie eine der Figuren betrachten. Mark Conard etwa stellt die Frage, ob Nietzsches Ablehnung der traditionellen Moral Barts schlechtes Benehmen rechtfertigen könne. Wieder andere Autoren stellen philosophische Themen anhand der Sendung so dar, dass sie auch einem Laien zugänglich sind, der Interesse an philosophischer Reflexion hat, dies jedoch nicht beruflich betreibt. So erforscht Jason Holt die »Heuchelei in Springfield«, um festzustellen, ob Heuchelei und Scheinheiligkeit immer unethisch sind.

Dieses Buch soll Philosophie keineswegs auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduzieren; wir haben sicher nicht die Absicht, die Philosophie zu trivialisieren. Im Gegenteil hoffen wir, dass auch die Nichtspezialisten unter unseren Lesern mehr Philosophie lesen, und zwar solche, die sich nicht auf Fernsehsendungen bezieht. Und wir hoffen auch, dass unsere Kollegen die Essays anregend und unterhaltsam finden.

Ist es legitim, philosophische Essays über Popkultur zu schreiben? Die Standardantwort darauf besteht normalerweise in dem Hinweis, dass auch Sophokles und Shakespeare zu ihrer Zeit populär waren, und kein Mensch stellt die Gültigkeit philosophischer Reflexionen in ihrem Werk in Frage. Im Fall der Simpsons gilt dies jedoch nicht. Diese Antwort würde geradezu zu der falschen Annahme herausfordern, die Familie Simpson wäre Teil der Weltliteratur und von einer Tiefe, die die Bedingungen des Menschseins beleuchtet wie nie zuvor. Das behaupten wir gewiss nicht. Trotzdem sind die Simpsons tiefgründig und sicher auch lustig genug, um unsere ernsthafte Aufmerksamkeit zu rechtfertigen. Durch ihre Popularität kann man an ihnen traditionelle Themen der Philosophie so darstellen, dass sie Leser außerhalb der Universitäten erreichen.

Und bedenken Sie außerdem, dass Philosophen auch nur Menschen sind. Also frei nach Bart Simpson: »Nicht gleich ausflippen, Freunde!«

Teil I Die Figuren

Homer und Aristoteles Raja Halwani

Somit ergibt sich …, dass es sich, bei allem Suchen, doch dem Wissen entzieht, was glücklich [leben] bedeutet und was das [oberste] Gut im Leben ist.

— Aristoteles: Eudemische Ethik, 1216a10

Ich kann nicht so nach 08/15-Muster vor mich hin leben wie du. Ich will alles! Die erschütternden Tiefs, die berauschenden Hochs und das sahnige Dazwischen! Sicher, ein paar Puritaner und Blaustrümpfe werden über meine arrogante Art und meinen Moschusgeruch schockiert sein, und ich werde auch nie zum Liebling der so genannten Stadtväter, die sich die Zungen wetzen und über die Bärte streichen und beraten, was mit diesem unmöglichen Homer Simpson geschehen soll.

— Homer Simpson (»Lisas Rivalin«, Episode 102)

Homer Simpson gibt kein besonders gutes Bild ab, wenn man ihn vom moralischen Standpunkt aus betrachtet. Das gilt vor allem für seinen Charakter, weniger für sein Verhalten (obwohl er auch hier nicht gerade glänzt). Trotzdem scheint es etwas an Homer zu geben, das im moralischen Sinne bewundernswert ist. Woraus sich folgende Frage ergibt: Wenn Homer Simpson moralisch so schlecht abschneidet, wie kann man ihn dann bewundern? Das wollen wir untersuchen.

Die Charaktertypen bei Aristoteles

Aristoteles hat vier verschiedene Charaktertypen aufgelistet.1 Grob gesagt – und mit Ausnahme des übermenschlichen und des tierischen Charakters – haben wir den tugendhaften, den beherrschten, den unbeherrschten und den boshaften Charakter. Jeder dieser Charaktere unterscheidet sich in Bezug auf seine Taten, Entscheidungen sowie sein Verlangen und würde daher auf eine bestimmte Situation ganz unterschiedlich reagieren.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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