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Anna findet den kleinen frierenden Otto in einem Hinterhof. "Ich mache uns erstmal einen heißen Kakao", sagt sie und lädt Otto zu sich nachhause ein. Otto lernt, wie es ist, lieb gehabt zu werden. Er lernt Muffins mit Kirschfüllung kennen und wie man es sich richtig gemütlich machen und das Leben genießen kann. Er hat immer noch Angst vor der gewalttätigen Hilde, bei der er groß geworden ist. Eine wundersame Reise in die Freiheit beginnt. Otto räumt mit seiner Vergangenheit auf. "Und dann machen wir Urlaub am Meer." Die Geschichte endet mit einem tanzenden Otto, einer lachenden Anna, mit dem Blau des wolkenlosen Himmels, einer Feier mit Freunden am Strand, zu der auch der Leser eingeladen wird.
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Seitenzahl: 18
Veröffentlichungsjahr: 2022
Für Tom, der mich liebevoll bei meinen Projekten unterstützt.
Für Ingrid, meine Muse und für Betty, die immer von oben zuschaut.
„Hallo, ist da wer?“
Im Hauseingang saß ein kleiner Bär und weinte.
„Ich bin Anna. Kann ich dir helfen?“
Der kleine Bär sagte nichts.
Es war Freitag.
Anfang April.
Die Nächte kühl.
Anna wollte den kleinen Bären nicht allein da draußen lassen.
„Wenn du magst, komm mit mir. Ich wohne gleich da vorn. Ich mache uns einen Kakao.“
Er kam mit.
Anna machte Kakao.
Der kleine Bär erzählte nichts.
Er holte ein blaues Tuch aus seiner Tasche und schlief am Tisch ein.
Anna machte das Gästebett zurecht. Duftende Wäsche.
„Hier kannst du erst mal bleiben. Gute Nacht, kleiner Bär.“
Am Morgen wollte er nicht essen.
„Nimm dir ruhig etwas“, sagte Anna. „Ich schau auch nicht hin.“
Der kleine Bär sagte weder seinen Namen noch was mit ihm passiert war.
Anna hatte eine Idee.
„Schau mal, hier sind
Du kannst deinen Buchstabenmünzen. Namen legen.“
Er hatte Freude an den Münzen und legte ein Muster.
Seinen Namen legte er nicht.
Mittwoch. Schon fünf Tage.
Der kleine Bär fühlte sich wohl bei Anna. Aber er schwieg.
Anna besorgte ihm eine Staffelei, Papier, Farben.
Seine ersten Bilder sahen so aus.
In der Nacht kam er manchmal in Annas Zimmer und schaute ihr beim Schlafen zu.
„Sag mir doch, wie du heißt!“
Er sagte nichts.
Er weinte.
„Komm her! Ist schon gut.
Du musst nichts sagen.
Ich nenne dich einfach Kleiner“, sagte Anna.
Was er gern mag: Klettern.
„Muffins für dich!
Mit Kirschfüllung, die magst du doch.“
„Schau mal, ich habe dir ein Bad eingelassen.“
„Kleiner? Wo bist du?“
Er kam den ganzen Tag nicht mehr hervor. Erst am Abend gelang es Anna, ihn aus seinem Versteck zu locken.
„Hast du Angst vor Wasser?“ fragte sie.
Der Kleine nickte.
Zwei Wochen waren vergangen.
Immer noch kein Hinweis.
Wer ist der Kleine?
Was wohl in seiner Tasche ist?
Am Wochenende brachte die Nachbarin ein Spiel vorbei.
100 Namenskärtchen.
Es gab Kakao.
„Jeder zieht jetzt die Karte mit seinem Namen“, rief Anna.
„Und dann erzählt er eine Geschichte.“
