Die Ukrainische Apokalypse - Zacharias Mbizo - E-Book

Die Ukrainische Apokalypse E-Book

Zacharias Mbizo

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Beschreibung

Das bestialische Töten in der Ukraine gehört zu jenen Dingen, von denen man für gewöhnlich sagt, dass sie einen "sprachlos" machen. Auf der anderen Seite bedingt gerade die Ungeheuerlichkeit der dort verübten Verbrechen, dass wir nicht dazu schweigen dürfen. So sind diese literarischen Miniaturen der Versuch, trotz allem etwas über das Unsägliche auszusagen.

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Veröffentlichungsjahr: 2022

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Zacharias Mbizo

 

 

Die Ukrainische Apokalypse

Literarische Miniaturen

 

 

 

 

 

 

Literaturplanet

2., erweiterte Auflage

Impressum

 

 

© Verlag LiteraturPlanet, 2022

Im Borresch 14

66606 St. Wendel

 

2., erweiterte Auflage

 

http://www.literaturplanet.de

 

 

Über dieses Buch: Das bestialische Töten in der Ukraine gehört zu jenen Dingen, von denen man für gewöhnlich sagt, dass sie einen "sprachlos" machen. Auf der anderen Seite bedingt gerade die Ungeheuerlichkeit der dort verübten Verbrechen, dass wir nicht dazu schweigen dürfen. So sind diese literarischen Miniaturen der Versuch, trotz allem etwas über das Unsägliche auszusagen.

 

Über den Autor: Zacharias Mbizo, literarisch aktiv seit 2015, zählt zu dem Autorenkreis der Ecartisten um den Blogger Rother Baron und hat auf dem Literaturplaneten bereits zahlreiche Spuren hinterlassen.

 

Cover-Bild: George Frederic Watts (1817 – 1904): Die Vier Apokalyptischen Reiter: Der Reiter auf dem blassen Pferd; Walker Art Gallery (Wikimedia commons)

 

 

 

 

 

Die Zehn Gebote im Krieg

 

1. Ich bin dein Herr, der Kriegsgott. Jeden meiner Befehle sollst du bedingungslos ausführen.

 

2. Du sollst töten, brandschatzen und morden. Je wahlloser und kompromissloser du tötest, desto gottgefälliger ist dein Handeln.

 

3. Du sollst dein Vaterland und Mutter Heimat in Ehren halten. Dies kannst du tun, indem du dein Vaterland erweiterst und Mutter Heimat Menschenopfer darbringst.

 

4. Du sollst dir keine Mußestunden gönnen. Jeder Tag, an dem du deinem Gott, dem Herrn des Krieges, dienst, ist ein Feiertag für dich.

 

5. Du sollst so viele Lügen wie möglich über deinen Nachbarn verbreiten. Je düsterer sein Bild, desto größer die Bereitschaft, ihn zu vernichten.

 

6. Du sollst das Hab und Gut deines Nachbarn an dich nehmen. Er verdient keinerlei Besitz.

 

7. Du sollst stehlen, was dein Herz begehrt. Jedes Beutestück ist ein Juwel auf dem Altar deines Herrn.

 

8. Du sollst Mutter, Tochter und Großmutter deines Nachbarn vergewaltigen. Versenke den Samen deines Herrn in ihnen, auf dass sie für immer das Brandmal seiner Herrschaft in sich tragen.

 

9. Du sollst keine Ehrfurcht empfinden – auch nicht vor mir, deinem Herrn. Fluche ruhig auf deinen Gott, wenn dir danach ist – dein Zorn wird dich zu einem umso schlagkräftigeren Diener machen.

 

10.  Du sollst das Bildnis deines Herrn immer in deinem Herzen tragen. Willst du dir ein Bild von mir machen, so schau in den Spiegel: Die Grimasse des Hasses, die dich von dort anbleckt – das bin ich!

I. Vorspiel

 

 

 

Ein Angriff auf das Nachbarland. Ist es ein Überfall? Oder haben die Nachbarn sich den Angriff selbst zuzuschreiben?

 

Überfallpläne

 

Das Anwesen deines Nachbarn hat dir schon immer gefallen. Geräumig ist es, mit zahlreichen Nebengebäuden und einem Haupthaus, das über etliche Seitentrakte verfügt. Die meisten Fenster sind nach Westen ausgerichtet – eine ideale Ergänzung zu deinem eigenen Anwesen, in dessen Häusern sich die Fenster eher nach Osten hin öffnen.

Schon lange hast du deshalb den Plan gehegt, dir das Anwesen deines Nachbarn anzueignen. Du bist stark, viel stärker als dein Nachbar. Wenn du gewollt hättest, hättest du dir seinen Besitz auch einfach nehmen können.

Das aber hätte deinem Ansehen bei den anderen Nachbarn geschadet. Schließlich hat niemand es gerne, wenn andere sich an seinem Besitz vergreifen. Derartige Vorkommnisse führen deshalb zu einem reflexhaften Mitgefühl mit dem Überfallenen.

So bist du lieber behutsam vorgegangen. Zuerst hast du behauptet, dein Nachbar sei gar nicht der rechtmäßige Besitzer seines Anwesens. In Wahrheit wärst du es, der darauf Anspruch habe, da deine Vorfahren dort gelebt hätten.

Dies hat die Situation grundlegend geändert. Auf einmal musste es allen – außer dem Nachbarn mit dem Anwesen, auf das du ein Auge geworfen hattest – als nette Geste erscheinen, dass du andere auf deinem Grund und Boden wohnen ließest. Gleichzeitig gestand man dir das Recht zu, über die Angelegenheiten des Nachbaranwesens mitzubestimmen – da du ja nun als dessen rechtmäßiger Besitzer erschienst.

Nun war der Boden bereitet für die Übernahme des fremden Anwesens. Um deine Nachbarn – aber auch die Mitbewohner auf deinem eigenen Anwesen – von der Notwendigkeit dieser Übernahme zu überzeugen, hast du dich wieder deines erzählerischen Talents bedient.

Erneut kreiste deine Geschichte um deine Vorfahren. In Kellern und Seitentrakten des fremden Anwesens, so verkündetest du mit entrüsteter Stimme, würden Verbrechen an ihnen verübt. Ja, nach außen hin gebe sich dein Nachbar als Menschenfreund. In Wahrheit sei er jedoch ein skrupelloser Foltermeister.

Da dein Nachbar die Anschuldigungen natürlich zurückwies, hast du – nach einer gewissen Schamfrist, in der du das Gift deiner Geschichte seine Wirkung tun ließest – die Keller und Seitentrakte deinem Anwesen einverleibt. Dann hast du dich wieder zurückgelehnt und abgewartet.

Selbstverständlich war die Empörung bei deinen anderen Nachbarn groß. Aber mit der Zeit trat doch ein gewisser Gewöhnungseffekt ein. Irgendwann hatten alle stillschweigend akzeptiert, dass die Teile des fremden Anwesens, die du dir genommen hattest, nun zu deinem Anwesen gehörten.

Da hast du zum entscheidenden Schlag ausgeholt. Lange habest du, so erklärtest du eines Tages, mit Engelszungen auf deinen Nachbarn eingeredet, damit er aufhöre, die Nachkommen deiner Vorfahren zu drangsalieren. Dein Nachbar aber habe dich noch nicht einmal angehört. Nun sei deine Geduld am Ende. Es sei einfach deine moralische Pflicht, dort für Ordnung zu sorgen. Was, wenn dein Nachbar sein menschenverachtendes Verhalten am Ende noch auf andere Anwesen übertragen sollte?

So müssten deine Leute nun eben eine Säuberungsaktion auf dem fremden Anwesen durchführen. Angesichts der Inhumanität deines Nachbarn bleibe dir gar nichts anderes übrig, als dort selbst die Kontrolle zu übernehmen.

Natürlich sind die anderen Nachbarn ganz und gar nicht einverstanden mit deiner Vorgehensweise.

---ENDE DER LESEPROBE---