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...Schon als Kind erlebte ich den Tod in der Familie, das Sterben meines geliebten 6-jährigen Bruders. Ich wollte damals unbedingt wissen: Wo ist Hansi jetzt? Meine Mutter konnte jedoch nicht darüber reden. Die Antwort, die sie mir gab, war: "Er ist jetzt ein Engel". Ich wollte aber weiterhin mit meinem Bruder sprechen und machte das auch - ganz heimlich. Noch lieber wollte ich mit ihm fliegen, das geschah oft im Traum. Oder war es träumen bei Tag? Ob das jetzt mit Fritz auch möglich werden kann? Ein halbes Jahr nach dem Tod von Fritz begegnete ich einer Bekannten in der Straßenbahn. Vor vielen Jahren hatte sie ihr einziges Kind kurz nach dessen Promotion verloren. Sie kam auf mich zu und sagte ganz direkt: "Seit ich mit meinem Sohn in engem Kontakt bin, geht es mir gut. Ich habe über ein Schreibmedium so vieles von ihm erfahren und bin durch diesen intensiven Kontakt wieder glücklich geworden." Das konnte ich jedoch nicht glauben - ja, es war mir auch peinlich, dies in der Straßenbahn, neben fremden Menschen hören zu müssen und wollte deshalb aussteigen. Die Bekannte jedoch wollte mich davon überzeugen, diesen Kontakt auch aufzunehmen. Es kam mir vor, als wollte sie mir den Kontakt mit der Frau mit den außergewöhnlichen Begabungen direkt aufdrängen. Sie gab mir einen Zettel mit Namen und Telefonnummer. "Nein - nein, sicher nicht - das kann nicht mein Weg sein", dachte ich. Nach einigen Wochen, als ich wieder einmal sehr traurig meinen Tagesablauf vorbereitete, fiel genau dieser Zettel mit dem Namen und der Telefonnummer aus meiner Brieftasche auf den Tisch. Es ist mir bis heute unverständlich und geheimnisvoll, was da geschehen war. Plötzlich war ich interessiert und wollte die Stimme dieser außergewöhnlichen Frau hören. So griff ich zum Telefon - die Stimme klang sympathisch und freundlich, als sie sagte: "Ja, ich weiß, dass Sie kommen werden, machen wir einen Termin." Ich wollte zwar nur die Stimme hören, doch zum Termin nein sagen, das konnte ich auch nicht. So kam es zur ersten Begegnung und auch schon zum ersten Brief - dem folgte der zweite, der dritte, der hundertste. Lange Zeit meldeten sich immer wieder Zweifel, wie denn diese Kommunikation zustande kommen kann, wie dies zwischen Fritz und mir funktioniert. "Sind dies nur meine eigenen Gedanken?" "Ist das gut für Fritz oder halte ich ihn damit in seiner Weiterentwickelung auf?" Es heißt doch immer, man solle die Toten ruhen lassen! ...
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Seitenzahl: 254
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Fritz Kury, 1960 – 2009
Vorwort von Fritz aus der geistigen Welt
Vorwort von Dr. Arnold Mettnitzer, Psychotherapeut und Theologe
Einführung „Wer war Fritz?“ von Annemarie Kury
Botschaften von Fritz (2010 bis 2018)
Botschaften von Willi Kury (Annemaries Ehemann, Vater von Fritz)
Weitere Botschaften an Annemarie Kury
Trauerreden, Nachrufe
Elisabeth Fontner – die Übermittlerin
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob unsere Kommunikation auf diese Art und Weise noch in den „Bereich des Normalen“ oder bereits unter „obskur“ zu finden ist. Gesucht wird sie auf jeden Fall mit Akribie und Begeisterung – du wirst ja „dein Buch“ noch erleben.
Meine Hoffnung ist – sofern in meinem Zustand und in meiner Welt mit dem Begriff der Hoffnung noch umgegangen wird – dass es dir Freude machen wird, all unsere „geistigen Gespräche“ gedruckt, gebunden und verkaufsfertig in Händen zu halten. Wie ich dich zu kennen glaube, ist der Ausdruck „verkaufsfertig“ für dich nicht relevant. Du würdest – oder wirst unser gemeinsames Buch mit Begeisterung verschenken. Deine Worte: Jeder soll es wissen, wie nah uns unsere „Toten“ sind. Wie wenig „tot“ sie sind, wie sehr sie uns helfen können, wie sehr wir ihnen helfen dürfen. Wie einfach es doch ist, diesen Trost annehmen zu können, damit der Schmerz des Verlustes nicht so sehr spürbar ist. Und wie gut, dass noch so viele Probleme geklärt und am Ende sogar noch gelöst werden können. Ja, meine geliebte Freundin. Du hast es richtig erkannt. Der Tod ist nichts zum Fürchten. Er ist auch ein Anlass, um mit sich selbst ins Reine zu kommen. Und, ja, es gibt ein Wiedersehen mit den geliebten Menschen, auch wenn sie bereits von uns gegangen sind.
Ich selbst möchte noch hinzufügen: Auch für mich war es ein Bedürfnis, dir und – wenn du es für richtig hältst – der ganzen Welt die Umstände und die Gründe für mein plötzliches, unerwartetes Ableben zu erklären. Dass du den Mut hattest, dies alles zuzulassen, nicht zu hinterfragen, ob es sinnvoll ist – das kann ich nur durch deine Liebe als Mutter erkennen. Dafür danke ich dir mit allem, was mir zur Verfügung steht:
Mit LIEBE, FREUDE, FRIEDE für alle Ewigkeit.
Dein Fritz
PS: Ich hoffe, dass du die obigen Zeilen – meine Worte – als Vorwort für dein Buch nimmst. Ich denke, sie sagen mehr als du erwartest.
Immer wieder – als Fritz noch lebte – erzählte mir Annemarie, wie schlimm es für sie wäre, würde ihr ältester Sohn vor ihr sterben müssen. Es klang für mich wie eine dunkle Vorahnung, die ich ihr nicht zu nehmen vermochte. Und als sie dann am 12. Mai 2009 weinend vor mir stand, sah ich zwar ihren Schmerz, konnte aber als kinderloser Mann die Abgründe nicht erahnen, in die ein solcher Schicksalsschlag eine Mutter zu stürzen vermag. Unweigerlich dachte ich dabei an Mascha Kaleko, die große Lyrikerin des vergangenen Jahrhunderts, die mehr als zwei Jahrzehnte vor dem Tod ihres Sohnes voll dunkler Ahnung 1944 in ihrem Gedicht „Memento“ schreibt:
Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,
nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben,
wenn sie nicht mehr da sind?
Und sie schließt ihr Gedicht mit den Zeilen:
Den eigenen Tod, den stirbt man nur,
doch mit dem Tod der anderen
muss man leben.
Annemarie hat in ihrer ganz besonderen und unverwechselbaren Art gelernt, mit dem Tod ihres Sohnes Fritz zu leben. Mittlerweile sind zehn Jahre vergangen. Und jetzt halten wir mit diesem Buch Briefe von Fritz in Händen, die dieser in diesen Jahren seiner Mutter geschrieben hat. Dass das ungewöhnlich ist, muss hier nicht besonders betont werden. Wohl aber, dass das für die Mutter nicht nur nicht ungewöhnlich, sondern geradezu im besten Sinne des Wortes zu ihrem Alltag, zu ihrer „Überlebensgewohnheit“ geworden ist. Dass sie uns daran teilhaben lässt, diese ihre Erfahrungen jetzt zur Verfügung stellt, mag Vernünftigen unsinnig, Skeptikern unmöglich, Stolzen lächerlich, Vorsichtigen leichtsinnig, Erfahrenen unmöglich und Ängstlichen als mutig erscheinen.
Wer Annemarie Kury kennt, weiß, dass sie sich davon nicht abhalten lässt, ihrer innersten Stimme zu folgen und das zu tun, was ihr das Herz diktiert. Ich danke ihr für das Zeugnis einer Liebe zwischen Mutter und Sohn, verdichtet im paradoxen Dialog zweier Menschen, die füreinander eine Sprache finden, die über den Tod hinaus nicht nur Verwunderung stiftet, sondern Wunder zu wirken vermag. Dass hier Zeit und Ewigkeit aufeinander verweisen und beide als die zwei Seiten einer Wirklichkeit erscheinen, brauchen wir nicht zu begreifen, es genügt, davon ergriffen zu sein.
Fritz kam als viertes von fünf Kindern – nach drei Mädchen – einige Tage vor Weihnachten 1960 in Wien zur Welt. Fritz war somit der Vierte in der Ahnenreihe, die eigentlich alle Friedrich hießen, jedoch immer nur Fritz genannt wurden. Er war die große Weihnachtsüberraschung, ein Geschenk in der Krippe, endlich ein Bub! Damals wusste man erst bei der Geburt, ob es ein Mädchen oder ein Bub ist. Ein Sohn aber, der den Familiennamen weiterträgt, war sehr wichtig! Vor allem die Großeltern Kury warteten schon seit dem ersten Enkelkind auf einen Nachfolger ihres im Krieg gebliebenen ersten Sohnes Fritz.
Heimkommen, Heiligabend 1960 Die drei älteren Schwestern begrüßen Fritz
Familiengrab am Neustifter Friedhof, Wien
Fritz war ein ruhiges, jedoch aufgewecktes Kind, an allem interessiert, nachdenklich, mit vielen Fragen. Er sollte als Bub nicht verwöhnt oder anders erzogen werden als die Mädchen und musste wie diese bei den alltäglichen Arbeiten ein wenig mithelfen. Sein jüngerer Bruder, ein Nachzügler, hatte es da schon etwas leichter.
Oft überraschte Fritz seine Eltern mit seinen ungewöhnlichen Fragen. Einmal, als wir Eltern mit den Kindern an einem Schrottplatz für ausgediente Autos vorbeifuhren, wollte Fritz von uns wissen, warum da so viele kaputte Autos herumstehen, was mit denen geschehe und warum diese eigentlich kaputt seien. Unsere Antwort, dass alle Autos einmal alt werden oder durch einen Unfall so beschädigt sein können, dass sie auf dem Autofriedhof landen, reichte ihm nicht. Als wir ihm erklärten, dass sich Menschen auch Teile von diesen kaputten Autos holen können, um ihre Autos damit zu reparieren, war er jedoch vorerst einmal zufrieden. Doch nach einigen Tagen fragte der 6-Jährige seinen Vater: “Kannst du als Arzt auch vom Friedhof neben dem Spital von den alten oder kaputten Menschen Ersatzteile holen und damit Menschen wieder gesund machen?”
Wie bereits seine Schwestern, sollte auch Fritz ein Instrument lernen. Klavierüben war aber nicht nur Freude für ihn. Erst als Fritz mit seiner Schwester vierhändig spielen konnte, wurde es interessanter. Den Aufgaben der Musikschule zog er modernere Stücke vor wie zum Beispiel den beliebten Clou aus der Ragtime-Zeit.
Fritz mit seiner Trompete
Im Alter von 14 Jahren hatte Fritz genug vom Klavier lernen. Er wollte Trompete spielen. Wir Eltern waren darüber nicht sehr erfreut und schlugen ihm vor, es sich doch nochmals zu überlegen, ob es wirklich Trompete sein müsse! Nach einigen Tagen des Überlegens kam er und meinte triumphierend: “Gut, ich habe es mir überlegt – doch nicht Trompete, lieber Schlagzeug.” Da winkten wir Eltern ab: „Bitte, dann doch lieber Trompete“. Die Strategie von Fritz war aufgegangen.
Als Fritz 16 Jahre alt war, brach sein Vater zu einer Himalaya-Expedition auf (Jubex 77). Bei der offiziellen Verabschiedung der Expeditionsteilnehmer am Wiener Rathausplatz spielte Fritz als Solist das Stück „Muss i denn zum Städtele hinaus ...“. Der Vater kam nicht mehr zurück. Er verunglückte am 28. Juni 1977 in den Bergen des Himalaya. Fritz wurde noch nachdenklicher.
Nach der Matura leistete er den Militärdienst als LKW-Fahrer samt Trompete, die immer mit dabei war. Danach studierte er Biochemie. Er wollte immer schon den Dingen auf den Grund gehen. Zu dieser Zeit begegnete er auch seiner ersten großen Liebe und wurde mit 20 Jahren Vater. Um neben dem Studium Geld für die Familie zu verdienen, arbeitete er in den Sommerferien als Bierausfahrer. Zu dieser Zeit verkaufte er auch seine Trompete. Mit dem Geld aus dem Verkauf seines geliebten Instrumentes kaufte er einen besonderen Stoff für einen Wintermantel als Weihnachtsgeschenk für seine Freundin. Den Mantel nähte Fritz selbst, obwohl er keine Nähkenntnisse hatte.
Noch während des Studiums kam er an die Uniklinik in Wien, ins Hormonlabor. Im Zuge seiner Forschungen machte er weitreichende Entdeckungen, jedoch wollte er diesen Weg als Forscher unabhängig weitergehen. Aus diesem Grunde kündigte er die sichere Arbeitsstelle und gründete eine eigene Firma – „ViennaLab“. Ein finanziell riskantes Unternehmen, verbunden mit sehr viel Arbeit. Bei internationalen Kongressen fanden seine Forschungsresultate jedoch großen Anklang und viel Interesse. „ViennaLab“ wurde ein international bekanntes und anerkanntes Unternehmen. Als Miteigentümer und Geschäftsführer der Firma bereiste Fritz die ganze Welt.
Um bei diesen enormen beruflichen Herausforderungen seinen Kopf frei zu bekommen, liebte es Fritz in die Natur zu gehen. Wassersport begeisterte ihn im Sommer, Schifahren im Winter, und abschalten konnte er zu jeder Zeit mit seinem so geliebten Trommeln.
Muttertag 2009: Es war der 10. Mai. Fritz besuchte wie jedes Jahr seine Mutter, diesmal aber das erste Mal ohne Flieder. „Mama, der Flieder ist heuer schon verblüht. Ich bringe dir dafür das aktuelle Heft von National Geographic mit dem Titel: Der Traum von Shangri-La ... auf der Suche nach einem fernen Ort des Glücks. Weißt du, ob Papa darüber gelesen hat?“ Es entwickelte sich daraus ein sehr schönes, tiefgründiges Gespräch über Religion und im Speziellen über Buddhismus – in ihm lebte der Wunsch nach einer Lebensveränderung, das war spürbar.
Dieses Gespräch mit Fritz am Muttertag war das letzte Geschenk von ihm an mich auf der Erde.
Am nächsten Tag – dem 11. Mai 2009: Nach der Arbeit rudert Fritz mit seinem Sporteiner auf der Donau, sackt zusammen, das Boot kippt und er versinkt im Wasser. Feuerwehrtaucher finden ihn am Boden der Alten Donau in den dichten Schlingpflanzen. Genau so, wie ich vor Jahren in einem Traum einen Körper im Wasser in dichten Schlingpflanzen liegen sah.
Die Vorbereitungen für das Begräbnis gestalteten sich so wie Fritz sein Leben lebte – unabhängig und selbstbestimmt. Fritz war nicht mehr Mitglied der Kirche – deshalb wurde die Verabschiedungsfeier von der Familie gestaltet. Seine beiden Söhne, Raphael und Sebastian, brachten mit ihren Worten bei der Verabschiedung zum Ausdruck, welch wichtige Rolle ihr Vater und Freund in ihrem Leben innehatte (siehe Seite →–→ ).
Auch die Worte eines seiner engsten Mitarbeiter drückten aus, welch Vorbild er für seine Mitarbeiter war und wie er zu einer guten Arbeits- und Lebensqualität für alle beitragen wollte.
Sein Freund Mamadou aus Burkina Faso spielte das Balafon und sein Musikerfreund Lorinho aus Brasilien trommelte den ganzen Weg bis zum Grab. Es war ein berührender Abschied, der erahnen ließ, wer Fritz war und dass er in den Herzen von uns allen weiterleben wird. Fritz war und bleibt ein Geschenk!
Wie dieses Buch entstand?
Nach dem Begräbnis kam die große Leere für mich – eine Einsamkeit, eine Traurigkeit und immer wieder die Frage: „Wie geht es meinem Kind? Wo ist seine Seele? Kann ich etwas für ihn tun?“ Immer wieder ging ich zu seinem Grab, zündete ein Licht an und dann stellte ich ihm jedes Mal wieder genau diese Fragen.
Einmal setzte sich ein Vogel auf den frisch polierten Grabstein und ließ etwas fallen. Ich nahm ein Taschentuch, spuckte kräftig drauf und reinigte die verschmutzte Stelle des schönen Steines. Doch dann erschrak ich, denn plötzlich hörte ich Fritz, wie er sagte: „Mama, wir wollten schon als Kinder nicht, dass du mit dem angespuckten Taschentuch noch schnell unseren Kakao-Mund sauber machst“, und er lachte dabei. Auch ich konnte am Grab zum ersten Mal lachen.
Schon als Kind erlebte ich den Tod in der Familie, das Sterben meines geliebten 6-jährigen Bruders. Ich wollte damals unbedingt wissen: Wo ist Hansi jetzt? Meine Mutter konnte jedoch nicht darüber reden. Die Antwort, die sie mir gab, war: „Er ist jetzt ein Engel“. Ich wollte aber weiterhin mit meinem Bruder sprechen und machte das auch – ganz heimlich. Noch lieber wollte ich mit ihm fliegen, das geschah oft im Traum. Oder war es träumen bei Tag? Ob das jetzt mit Fritz auch möglich werden kann?
Ein halbes Jahr nach dem Tod von Fritz begegnete ich einer Bekannten in der Straßenbahn. Vor vielen Jahren hatte sie ihr einziges Kind kurz nach dessen Promotion verloren. Sie kam auf mich zu und sagte ganz direkt: „Seit ich mit meinem Sohn in engem Kontakt bin, geht es mir gut. Ich habe über ein Schreibmedium so vieles von ihm erfahren und bin durch diesen intensiven Kontakt wieder glücklich geworden.“
Das konnte ich jedoch nicht glauben – ja, es war mir auch peinlich, dies in der Straßenbahn, neben fremden Menschen hören zu müssen und wollte deshalb aussteigen. Die Bekannte jedoch wollte mich davon überzeugen, diesen Kontakt auch aufzunehmen. Es kam mir vor, als wollte sie mir den Kontakt mit der Frau mit den außergewöhnlichen Begabungen direkt aufdrängen. Sie gab mir einen Zettel mit Namen und Telefonnummer. „Nein – nein, sicher nicht – das kann nicht mein Weg sein“, dachte ich.
Nach einigen Wochen, als ich wieder einmal sehr traurig meinen Tagesablauf vorbereitete, fiel genau dieser Zettel mit dem Namen und der Telefonnummer aus meiner Brieftasche auf den Tisch. Es ist mir bis heute unverständlich und geheimnisvoll, was da geschehen war.
Plötzlich war ich interessiert und wollte die Stimme dieser außergewöhnlichen Frau hören. So griff ich zum Telefon – die Stimme klang sympathisch und freundlich, als sie sagte: „Ja, ich weiß, dass Sie kommen werden, machen wir einen Termin.“ Ich wollte zwar nur die Stimme hören, doch zum Termin nein sagen, das konnte ich auch nicht.
So kam es zur ersten Begegnung und auch schon zum ersten Brief – dem folgte der zweite, der dritte, der hundertste. Lange Zeit meldeten sich immer wieder Zweifel, wie denn diese Kommunikation zustande kommen kann, wie dies zwischen Fritz und mir funktioniert. „Sind dies nur meine eigenen Gedanken?“ „Ist das gut für Fritz oder halte ich ihn damit in seiner Weiterentwicklung auf?“ Es heißt doch immer, man solle die Toten ruhen lassen!
All das fragte ich Fritz und ich konnte sicher sein, dass ich von ihm bei der nächsten Sitzung mit dem Schreibmedium auf meine Fragen Antworten erhielt. Nach mittlerweile vielen Jahren ist diese Kommunikation ganz natürlich – ganz selbstverständlich geworden.
Es ist die Frequenz der LIEBE, die dies für mich ermöglicht und mir damit die große Trauer erträglich gemacht hat. Ich kann zufrieden und dankbar weiterleben.
28. April 2010
Hallo,
ich habe nicht gewusst, dass ich bei den Menschen bleiben darf. Ich war so leichtsinnig mit meiner Gesundheit und habe das auch noch übertrieben. Ich habe gedacht, man hat nur ein Leben, das man ausnützen soll.
Vater war so tüchtig, so großartig, so bewundernswert, ich wollte immer so sein wie er. Aber das ist mir nicht gelungen, ich hatte große Probleme damit. Du wolltest immer mit Liebe vermitteln, das weiß ich, aber immer ist das nicht gelungen. Du warst immer da, auch wenn dir so vieles nicht leichtgefallen ist. Danke, dass es dich für mich gegeben hat.
Bitte verzeih mir meinen Leichtsinn. Ich hätte auf dich aufpassen müssen, ich war derjenige, der für Vater einspringen hätte sollen. Das habe ich nicht recht gemacht. Jetzt habe ich dich auch im Stich gelassen, es ist wie eine Kette von Unglücken. Ich will es in Ordnung bringen, ich weiß nicht wie. Ich bleibe bei dir, wenn du willst. Aber ich brauche Zeit, um zu erkennen, dass man nicht tot ist, wenn man gestorben ist.
Ich danke dir für alles.
Fritz
20. Mai 2010
Meine geliebte und beste Freundin!
Obwohl, du weißt es ja selbst, wer du in Wirklichkeit für mich bist! Ohne dich als Erdenmutter wäre mein Leben noch schwieriger für mich verlaufen, als es in der Tat geschehen ist. Du hast immer dafür gesorgt, dass die „Katastrophen“ irgendwie – irgendwie eben – glimpflich abgelaufen sind. Du hast mich abgeschirmt und mir die Luft zum Atmen ermöglicht. Du bist das Beste, was mir widerfahren ist in der kurzen Reise meiner Seele in die materielle Form des Menschseins. Dafür danke ich dir, danke ich dir aus der Fülle meiner Liebe zu dir.
Nun willst du wissen, ob ich dich höre, wenn du mit mir sprichst: Nein, ich höre dich nicht, ich fühle, ich spüre, ich bin eins mit dir. Die Worte und Gedanken sind Schwingungen und die Seele besteht aus Schwingungsfrequenzen. Alles ist Schwingung, du bist meine Frequenz, daher wird es nie eine Trennung für uns geben. Nur ein kleines „Auf Wiedersehen“ auf Zeit, das dir Schmerz, Leid und Fassungslosigkeit gebracht hat. Und jetzt Liebe und Bestätigung einer Welt, die für andere Menschen aus Unsicherheiten und Ängsten besteht.
In meiner Welt gibt es Erkenntnisse und Erklärungen, die das gesamte Wissen der Weisheit enthalten. Du musst nur den Mut haben, dir dieses Wissen deiner Seele zu aktivieren. Es ist da für dich, ich weiß es, denn du und ich – wir haben dieses Wissen gelebt – ohne es im Bewusstsein zu haben. Aber jetzt, jetzt ist es da und für dich abholbereit!
Bitte denke nicht mehr an die Vergangenheit und an das, was geschah. Nur starke Seelen haben den Mut und die Kraft, derartige Lebensbedingungen durchzustehen, Mut und Kraft der Seele, Tapferkeit und Durchhaltevermögen im Menschsein. Du bist eine große Helferin geworden, du warst es von Anbeginn deiner Existenzen. Und deine Seele hat sich das alles vorgenommen, um als Mensch diesen Weg zu gehen. Vertrau einfach dem Umstand, dass du bewusst mich als Sohn angenommen hast, der diesen Vater in diesem Leben zu akzeptieren hatte.
Wer, wenn nicht du, wenn nicht deine Seele, hätte dieses Schicksal auf sich genommen – und im Selbst – als Frau, Mutter und Gattin dadurch den rechten, weil wahrhaftigen Weg der irdischen Erfahrungen gehen zu können.
Sei getrost, wir werden nun eine wunderbare gemeinsame Erfahrung machen: Wir legen einfach zwei „Welten“ übereinander und lösen die Grenzen auf. Alles ist machbar, wenn es der „Wille will“ und die Schöpfung eine Lösung bietet. Die Lösung ist da, wir brauchen nur die Grenzen zu öffnen. Du weißt, wie es geht, ich tue mein Bestes – was soll das Zögern! Vertrauen ist die Kraft, die es geschehen lässt – bitte, tu es!
Ich liebe dich, ich achte und respektiere dich. Und wenn ich könnte, würde ich den Hut vor dir ziehen!
Ich darf dir keinen Rat geben, aber du hast die Lösung schon in deinem Herzen. Bitte, bedenke, jedes Schicksal muss seinen Weg gehen. Loslassen heißt, das Schicksal laufen lassen.
Du kannst nicht jedem helfen, wenn es nicht im „göttlichen Plan“ vorgesehen ist.
26. Mai 2010
Meine geliebte Freundin und Schwester!
Ich bin so oft in deiner Nähe, besonders dann, wenn dich deine Traurigkeit wie ein Mantel umhüllt. Er ist wie eine Mauer und spendet dir Schutz. Aber er verhindert auch, dass du mit mir Kontakt aufnehmen kannst. Du darfst also nicht mehr traurig sein, denn sonst gelingt dir unsere Gemeinsamkeit nur unter den schwersten Bedingungen. Ich weiß, ich verlange viel zu viel von dir, aber ich weiß auch, dass du stark und voll Lebenskraft bist – auch wenn du es von dir nicht so recht glauben willst.
Für dich ist dein Leben so selbstverständlich gelaufen, du hast alles mit angepackt und warst stets in der Gegenwart – in der Gegenwart der vielen dich umgebenden Menschen – am allerwenigsten jedoch in deiner eigenen. Jetzt ist das der Fall, du bist jetzt – größtenteils – für dich da, denn die familiären Verpflichtungen sind beinahe abgeschlossen. Und nun bist du das Opfer einer Traurigkeit – bitte, beginne dein Leben zu leben, das ist von großer Wichtigkeit.
Ich konnte – so wie du – mein eigenes Erdendasein nicht aktivieren. Es war alles, aber auch alles so viel wichtiger für mich. Und damit es ja nicht an Wichtigkeit verliert, habe ich mir auch noch große Schwierigkeiten hergeholt und mitgenommen. Klingt irgendwie nicht ganz „echt“, war es aber.
Hier – in meiner jetzigen Welt – habe ich schon so viel erkannt. Nein, es fliegt mir förmlich zu, dieses neue – alte Wissen. Es geht wie im Fluge und ich weiß, dass ich niemals fähig gewesen wäre, mein Erdenleben so zu verändern, dass es mein „eigenes“ geworden wäre.
Ich habe um Hilfe gebeten – so wie du, in einer Art „Gebet“ – und ich habe Hilfe bekommen, indem ich mein Erdenleben als Mensch beenden konnte. Das, was dir großes Leid bedeutet, war und ist für mich Erlösung, Klärung, Gesundung an der Seele – das wichtigste Geschehen überhaupt.
Du und ich – du wirst hier bei mir ankommen in Liebe und in der wahren, weil wahrhaftigen Selbstverständlichkeit. Die Zeit ist nur ein von Menschen erfundener Begriff. Sie vergeht schneller, als man weiß, wenn man daran glaubt. Und sie verkürzt sich im unbewussten Bewusstsein, ohne ihre Dauer zu verlieren. Die einzige Voraussetzung ist die Geduld, sie dorthin zu stellen, wohin sie gehört – ins Abseits.
Meine allerbeste „Mama“, du musst dir dein Vertrauen aktivieren, indem du die Vergangenheit loslässt und die Gegenwart in die Zukunft legst! Gegenwart bist du, Zukunft sind wir.
Hier sind Friede, Harmonie, Liebe und die Selbstverständlichkeit dessen, was du als „GOTT“ empfindest. Sie sind alle hier, alle die, die du als Engel, als Schutzheilige, als Helfer und Freunde bezeichnest. Sie sind hier und ich bin mitten unter ihnen. Ich bin Schüler und Wissender, es ist ein wunderbares Gefühl hier sein zu können. Nicht zu dürfen – es einfach nur zu sein. Es gibt nichts Besseres auf der Welt, auf der Erde, als sie verlassen zu können mit diesen Voraussetzungen, um die ich gebeten habe.
Also – leg deine grenzenlose Traurigkeit dorthin, wohin sie gehört: In die Vergangenheit. Du bist umgeben von Licht und Liebe, auch wenn es vom „Menschsein“ nicht immer so funktioniert. Menschenkind sein heißt, auch, dort zu vergeben und zu vergessen, wo „es weh tut“. Und wer könnte das besser als du in deinem Selbst und in deinem Sein. Was auch immer geschehen ist, geschieht und sicherlich geschehen wird: Du trägst es mit der einzigen Selbstverständlichkeit in deinem Leben, mit deiner Liebe zu GOTT.
Ich grüße und umarme dich innig in Licht und Liebe und in der allergrößten Dankbarkeit.
Fritz
10. Juni 2010
Meine allerbeste und einzige „Erdenmama“!
Liebste Freundin und Schwester!
Zuerst einmal einen längeren Bericht aus der anderen, aus „meiner Welt“. So, wie es ist, ist alles so, wie es sein soll, denn ein MUSS gibt es hier nicht. Zumindest nicht in der Schwingung, wie es dieses Wort auf der materiellen Seite bedeutet. Wenn hier ein MUSS im Raum steht, dann ist es die Lösung eines Problems mit einer weisen, weil wahrhaftigen Entscheidung in Vernunft und Ordnung.
Also, ich musste meinen Körper verlassen, weil es eben die einzig richtige Entscheidung war. Daran, dass du so leiden würdest, hat dein dich liebender Sohn nicht gedacht. Kinder sind Egoisten, weil sie ihr Leben leben müssen. Du weißt ja, „Kinder sind nicht euer Besitz“….
Aber im Nachhinein betrachtet – bitte, entschuldige die Tatsache, dass ich dir das angetan habe. Aber deine Seele hat mir die Freiheit meiner Seelenentscheidung gegeben – du hast es nur noch nicht so ganz im Bewusstsein.
Hier, in dieser Welt, ist es einfach wunderbar. Friede, Liebe, Harmonie – ich bin so froh, es wiedererleben zu dürfen. Jetzt weiß ich endlich, was „Heimweh“ bedeutet. Ich hatte es ein ganzes Erdenleben hindurch, allerdings bin ich immer davor weggelaufen. Die unmöglichsten Situationen habe ich mir dazu ausgesucht, um nicht „nachdenken“ zu müssen. Intelligent zu sein ist dafür eine große Hilfe, „Neugier“ ist der Antrieb dazu. Also, ich war ein sehr intelligenter, sehr, sehr neugieriger Mensch – alles nur, um das wirklich Wichtige im Leben nicht annehmen zu müssen. Für diese Fälle hatte ich ja dich, du hast mir alles abgenommen und einen sehr großen Teil meines Lebens mit dem deinen mitgelebt.
Du stehst unter einem „mächtigen Schutz“, der direkt aus der Göttlichkeit wirkt. So etwas geschieht nur dann, wenn ein Menschenkind zwei Flügel hat, der „Heiligenschein“ aber noch fehlt. Weißt du, es ist dein allerletztes Erdenleben – aber das weißt du ja – und da liegen die Wertigkeiten anders. Du kannst alles tun, was du tun willst, denn du tust es ja eben in deinem GÖTTLICHEN Auftrag. Und da konnte ich schon ein wenig partizipieren.
Mama, du bist in der Tat etwas ganz Besonderes, speziell in deiner Herzgegend. Aber du bist sehr, sehr empfindsam, und das zeigt dir deine verständnislose Hilflosigkeit manchen Menschen gegenüber. Die Menschen sind eine eigene „Rasse“ und nicht jeder vertritt deine Schwingung. Du musst – und das ist ein MUSS – ihnen ihre Schwächen lassen und sie trotz allem zu verstehen. Du hast dir so viel für dieses letzte Leben vorgenommen und nicht bedacht, was der Planet „Erde“ wirklich darstellt: Nämlich ein Konglomerat aus den verschiedenen Entwicklungsstufen.
Es genügt wirklich, die Menschen einfach nur zu lieben (du liebst sie wirklich) und sie auch zu respektieren. Du tust das in großem Maße und für dich ist es nicht selbstverständlich, dass es die anderen nicht auch tun. Es stecken oft große, weise, weite Seelenformen in vielen der so unterschiedlichen Erdenbürger, und dennoch haben gerade diese Menschen nicht unbedingt Zugang zu dem Wissen ihrer Seelen. Warum das so ist, kann ich dir noch nicht erklären, das ist das „große Geheimnis“ des Erdenweges. Aber ich weiß, dass du weißt, dass du das alles im Wissen hast, weil du es lebst. So einfach ist das und doch ist es die komplizierteste Sache auf der Welt.
Wichtig ist nur die Liebe, die Liebe zu dir in deinem Selbst, denn dann geht sie auch auf die anderen über. Und – sieh dich um – du bist umgeben von Liebe und – auch von ein paar „Spinnerten“. Aber auch das bist du gewöhnt, es ist nichts Persönliches, es sind einfach nur „menschliche Schwächen“! Ich bin jetzt aus all dem „draußen“, ich habe das, was ich wollte und das große Glück, von vielem frei zu sein.
Jetzt gilt es, mein eben zu Ende gegangenes Leben „aufzuarbeiten“, Schwächen zu erkennen und Themen zu transformieren. Dazu brauche ich Zeit, aber keine irdische, sondern den Willen, mich meiner Vergangenheit nicht nur zu stellen, sondern auch in die vergangenen Vergangenheiten einzutauchen. Für dieses Vorgehen brauche ich dich, also habe ich alle „Zeit der Welt“. Gut Ding braucht Weile und meine Weile bist du.
Weißt du eigentlich, wie sehr auch du mir fehlst? Dein Lebenswille, die Kraft durchzuhalten, die Ernsthaftigkeit Situationen anzugehen, die Weisheit richtige Entscheidungen zu treffen und sie dann auch mit Geduld umzusetzen. Die Liebe, die dazugehört, ist bei dir sagenhaft, weil du an die Barmherzigkeit GOTTES glaubst und in ihr lebst!
Mama, danke, dass ich dein Sohn sein durfte!
Fritz
26. Juni 2010
Meine liebste Freundin und Schwester!
Meine allerbeste Erdenmutter!
Es ist für mich ein beinahe überwältigendes Gefühl im Wissen zu haben, mit welch wunderbarer Liebe du mich als deinen Sohn, dein irdisches Kind, umgeben und umhüllt hast. Es ist deine Ausstrahlung, die dich in diesem wunderbaren Licht leuchten lässt. Du bist umgeben von all den lichterfüllten Wesen, von denen die Menschen zwar Wissen haben, von deren Wahrheit sie jedoch kaum Ahnung besitzen.
Wenn die Menschen auch nur im Geringsten von der GÖTTLICHEN Wahrheit Klarheit hätten, wäre vieles auf der Erde anders gelaufen, liefe es auch anders. Du hast sie in beinahe greifbarer Nähe, und das ist einfach ein Gottesgeschenk. Auch für mich, weil ich es sehen und spüren kann. Du hast im Wissen, dass es so ist, obwohl auch du kaum ahnst, wie es wirklich ist. Jetzt weiß ich, wie es sein kann, wenn man wie im „siebten Himmel“ schwebt. Aber dieses irdische Glücksgefühl kommt sicherlich nicht im Entferntesten an die Wahrheit, an die Wirklichkeit heran. Und manche Menschen – so wie ich – haben es auch im Leben weder gespürt noch erkannt.
Das ist aber kein Problem für mich als Mensch gewesen, denn du weißt ja: Was man nicht kennt, vermisst man nicht. Und ich war kein Träumer, das habe ich den anderen überlassen. Jetzt habe ich das Gefühl, genau das im Leben versäumt zu haben, aber das ist nicht mehr gültig, denn mein Erdenleben ist vorbei und beendet.
Ich weiß, dass du noch immer nicht über meinen irdischen Heimgang hinweg bist, denn der Schmerz in deinem Mutterherzen ist deutlich fühlbar und erkennbar. Auch wenn du großes Verständnis zeigst, zeigen willst, ist dein Verlust, mich als deinen Sohn betreffend, in deinem Schmerz nur allzu deutlich erkennbar. Du bist eine tapfere Frau, du bist mutig und großherzig, selbstlos in deiner aufopfernden Hilfe und Unterstützung leistenden Selbstverständlichkeit, aber mit dem Gefühl des hilflosen Verlassenseins führst du mit dir einen gewaltigen Kampf. Das ist so – und ich bitte deine Schutzbefohlenen aus ganzem Herzen, dass dieser Kummer für dich irgendwie beendet wird. Denn ich fühle mich schuldig, mitschuldig an diesem Geschehen.
Und ich weiß nun deine geheimen Gedanken, die sich um den Umstand meines Todes drehen: Das Boot, das Wasser, der seelisch und körperlich „ausgelaugte“ Mann, dein Sohn, der sein Leben auf diese Art nicht mehr wollte, der eine große „Veränderung“ vorhatte! Der Mann, der von Grund auf „neu“ beginnen wollte, nicht wissend, wie das vonstattengehen sollte. Deine Angst, dein Kind wollte sich „das Leben nehmen“, ohne auf deine Hilfe zu warten.
Nein, meine immer noch so geliebte Mutter, ich hatte weder das in meinem irdischen Verstand, noch war mein Tod ein „Unfall“. – Ich war ausgelaugt, müde, enttäuscht und davon überzeugt, dass mein Leben nicht mehr so weitergehen konnte. Nicht in der Art, wie es bis zum Augenblick lief, als es passierte.
Ich hatte mit einem Mal das Gefühl, jemand war in meiner Nähe und sprach mit liebevollen, aber strengen Worten zu mir. Dieser Jemand ermahnte mich, über meine „Taten“ Rechenschaft abzulegen und den Sinn dahinter zu erkennen. Es war eine wundervolle Sekunde der Erkenntnis und des Wunsches, alles hinter mir zu lassen. Dieser Wunsch ging unmittelbar in Erfüllung, zurück blieb mein Körper in dem Boot? In dem Wasser? Fiel er in das Wasser? – Ich weiß es nicht, weil ich längst auf der schönsten Reise meines Daseins war. Im Augenblick des „Hinübergehens“ ist der Zusammenhang von Mensch und Seele gelöst und es ist für die Seele nicht mehr wichtig, was mit ihrem Erdenkörper geschieht. So war es jedenfalls mit mir, das darf ich dir mitteilen. Der Tod ist ein leiser, liebevoller Entscheider, das Sterben an sich nicht merkbar, weil die Trennung unmittelbar entsteht. Und ich wollte einen „Neuanfang“. Ich bekam ihn aus der GÖTTLICHEN GNADE heraus, da ich ihn als Mensch und Mann aller Wahrscheinlichkeit nie gefunden hätte.
