Die Waldesfrau - Jack M Cilian - E-Book
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Die Waldesfrau E-Book

Jack M. Cilian

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Beschreibung

Gold und Pechmarie vereint durch einen Fluch Die Zwillinge Ela und Zeb wurden einst durch die dreizehnte Fee verflucht. Dem einen Glück, ist dem anderen Pech. Gemeinsam bekämpfen sie die dunkle Magie in der Welt Märsiling, bis sie eines Tages durch einen Auftrag des Königs, in das Reich der dreizehnten Fee reisen müssen. Kann Ela gegen ihren Fluch bestehen und weshalb will die dreizehnte Fee sie um jeden Preis an ihrer Seite wissen? Gemeinsam mit dem Jäger Adam, versuchen sie dem größten Fluch aller Zeiten zu trotzen und drohen alles zu verlieren. Gibt es für sie ein "und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende?" Oder ist die Geschichte um den wahren Kuss der Liebe nur eine Illusion?

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Seitenzahl: 366

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Jack M Cilian

Die Waldesfrau

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Kapitel 32

Kapitel 33

Epilog

Impressum neobooks

Prolog

Prolog

Es war einmal ein glückliches Ehepaar, welches in einem kleinen Dorf am Rande einesverwunschenen Waldes lebte. Die beiden erwarteten sehnsüchtig die Geburt ihrer Zwillinge, die inwenigen Wochen zur Welt kommen sollten. Eines Abends, als sie sich gemeinsam auf ihrer Verandaausruhten, erschien plötzlich eine schimmernde Fee vor ihnen. Ihre Flügel glitzerten im Mondlichtund ihr Ausdruck war von einer seltsamen Mischung aus Traurigkeit und Ernsthaftigkeit geprägt.“Hört mir genaustens zu”, begann die Fee mit sanfter Stimme,“Heute Nacht müsst ihr eine sehr wichtige Entscheidung treffen, die das Leben euer beiden Kinder fürimmer beeinflussen wird.”Das Ehepaar schaute sich verwirrt an, der Mann fasste sich als Erster wieder.„Wovon sprichst du? Was müssen wir entscheiden?“Die Fee seufzte und erklärte: „Es gibt einen alten Fluch, der nun auf eure Familie lastet. Bei derGeburt eurer Zwillinge wird der Fluch wirksam werden. Ihr müsst wählen: Entweder wird eines eurerKinder bei der Geburt verflucht und ein Leben voller Unglück und Leid ertragen, oder beide Kinderwerden sterben.“Die Frau begann zu weinen, und der Mann spürte, wie ihm das Herz schwer wurde. Sie liebten ihreungeborenen Kinder bereits jetzt über alles und konnten sich nicht vorstellen, eines von ihnenabsichtlich in ein Leben voller Qual zu schicken. Doch die Alternative, beide zu verlieren, wäreunerträglich.„Gibt es keinen anderen Weg?“, fragte der Mann verzweifelt.„Leider nein“, antwortete die Fee sanft. „Der Fluch ist mächtig und unumkehrbar. Ihr müsst euchentscheiden, noch bevor der Morgen anbricht.“Die Nacht verging zu schnell, als dass die beiden die Zeit für eine Entscheidung hätten nutzen können.Wie konnte man innerhalb so kurzer Zeit, über das Leben der eigenen Kinder entscheiden? Diebeiden wogen ihre Möglichkeiten ab, kämpften mit Moral und ihren Gefühlen. Sie konnten sich nichtvorstellen, eines ihrer Kinder zu opfern, aber die Vorstellung, beide zu verlieren, war noch schlimmer.Schließlich, als die ersten Sonnenstrahlen am Horizont auftauchten, mussten sie eine Entscheidungtreffen. Die Fee hatte sich zurück gezogen gehabt, um ihnen etwas Raum für ihre Entscheidung zugeben. Nun flog sie wieder auf das Ehepaar zu und wartet auf dessen Entscheidung. Der Mann sahseine Frau voller Liebe an und zog eine kleine goldene Münze aus seiner Hosentasche. “Kopf- dasMädchen, Zahl- der Junge”.Die Fee nickte zustimmend. Als der Mann die Münze warf, begann die Fee in einem hellen, kaltenLicht zu leuchten, und eine beunruhigende Energie erfüllte die Luft. Die Münze fiel zu Boden undblieb mit einer Entscheidung liegen. “Kopf”.“So sei es”, sagte die Fee nun mit kalter Stimme, und der Mann hatte das Gefühl, ein kleines,grimmiges Lächeln auf den Lippen der Fee zu sehen.“Eure Entscheidung ist auf eure Tochter gefallen. Der Fluch wird am Tag ihrer Geburt aktiv werdenund das Pech von fortan ein Teil ihres Lebens sein.”Dann flackerte das Licht der Fee erneut auf, bis er gänzlich erlosch und der Körper dieser sichveränderte, bis eine zarte Frau in einem schwarzen Umhang vor ihnen stand. Das anfänglich sanfteLächeln war vollkommen aus ihrem Gesicht verschwunden.“So sei es”, gab sie zurück und verschwand in einer Wolke aus schwarzem Rauch.

Kapitel 1

Die Sonne schien wärmend vom Himmel hinab und erhellte die kleine Lichtung vor ihrer Hütte. Eswaren viele Jahre ins Land gezogen seit dem dunklen Tag ihrer Geburt und dennoch war der Fluchniemals von ihnen gewichen. Ela und ihr Bruder Zeb waren verflucht, jeder auf seine ganz eigene Artund Weise. Auch wenn Ela Magie dafür nutzen könnte, so hob sie dennoch die Axt in ihrer Hand anund ließ sie mit aller Kraft auf den Baumstumpf hinab gleiten. Das Holz brach.„Ich kann deinen Hang zur einfachen Arbeit schlicht nicht verstehen“, warf Zeb ein und setze sich aufeinen der Baumstümpfe, die Ela noch zerkleinern wollte. Der nächste Winter würde kommen unddann wollte ihr Bruder sicherlich nicht frieren. Ela schwieg und zerhackte das nächste Stück Holz. Zebhob den Blick in Richtung Sonne und lächelte.„Die erste Woche, in der wir keinen Auftrag haben, irgendwie fühle ich mich sinnlos“, versuchte ererneut ein Gespräch zum Laufen zu bringen. Ela hielt inne und sah Zeb an.„Ich weiß, was du meinst. Normalerweise lässt der König uns keine Zeit zur Ruhe zu kommen undjetzt gleich eine ganze Woche? Ich höre schon im Stillen wie Mutter im Himmel unruhig auf und abläuft.“Zeb grinste.„Ich mag deinen schrägen Sinn für Humor. Aber ja, unsere Eltern würden sich sicherlich Sorgenmachen. Gut, dass wir anders sind.“Bei dem Wort anders musste Ela kurz zusammenzucken und Zeb sah es. Sein Lächeln schwand und erdeutete auf ihre Axt.„Wenn du fertig bist, das Holz in Kleinstarbeit zu zerteilen, könnten wir ja zum Schloss reiten undunseren jungen König nach dem Grund seiner Schweigsamkeit fragen. Womöglich hat er endlich eineEhefrau erwählt und plant uns mit seinen Kindern in den Wahnsinn zu treiben. Eines Tages Ela,werden wir Windeln wechseln müssen und ich hasse es bereits jetzt schon.“ Grinsend erhob er sichund bot ihr seine Hand. Auf ein Baby aufpassen zu müssen, kam für Ela einem Albtraum gleich.Dennoch legte sie ihre Axt zur Seite und ergriff die Hand ihres Bruders. Eine Woche ohne einenAuftrag des Königs war für sie zu lang. Sie brauchte die Beschäftigung, auch wenn sie diesekeineswegs aus Loyalität gegenüber dem König suchte. Ela fühlte sich ungern nutzlos. Gemeinsamgingen sie zu ihrem Stall, welcher an ihr Elternhaus grenzte. Nach dem Tod ihrer Eltern hatten sie dasHaus erweitert um zwei weitere Schlafzimmer und einen Stall für ihre Pferde. Sie liebten es zu reiten,auch wenn sie sicherlich mit ihrer Magie schneller von einem zum nächsten Ort reisen könnten. Elamochte den Geruch ihres Pferdes und dessen Wärme unter ihren Schenkeln. Zeb strich seinemHengst liebevoll über den Hals, nachdem sie beide Pferde gesattelt hatten und stiegen, dann auf. Dietiefe Zuneigung gegenüber ihren Pferden, empfanden sie zu gleichen Teilen. Ihre Pferde waren einTeil ihrer Familie und halfen ihr stets bei den Aufträgen ihres Königs. Durch ihre Magie und tiefeVerbundenheit zur Erde, konnte sie die Gefühle und Wünsche von Tieren spüren. Leider ging ihreMagie nicht so weit, dass sie echte Gespräche fühlen konnte, aber sie erahnte, was die Tiere ihrmitteilen wollten. Ela zupfte Stroh aus der Mähne ihrer Stute und gab ihr einen kurzen Kuss auf denHals, dann stieg sie auf. Ihre Stute wieherte dankbar.„Auf zum König“, sagte Ela freudig und ließ Zeb den Vortritt. Er trieb seinen Hengst an schneller zureiten, bis seine Haare im Wind wehten. Wenn Ela allein ausritt, ließ sie ihrer Stute die Möglichkeitoffen, das Tempo zu bestimmen. Sie liebte es das Gefühl, eins mit ihrem Pferd zu sein, dabei mussteEla an eine alte Geschichte aus ihrer Kindheit denken.Es war einmal vor ewiger Zeit, Als eine alte Frau einsam tief im Wald lebte. Ihr Gesicht war gezeichnetvom Leben, Falten zierten ihre Augenränder und Sorgen prägten ihre einst so hellblauen Augen.Dennoch wusste niemand um das wahre Alter der Frau. Sie lebte verborgen vor den Blick der anderenund dennoch wusste jeder um sie. Jahr für Jahr unterwies sie die jungen Damen des angrenzendenDorfen in gutem Benehmen, Anstand und Gehorsam. Eltern schickten ihre Mädchen in großenScharen zu ihr, um für sie in der Zukunft einen geeigneten Ehemann finden zu können. So auch dieEltern der jungen Zwillinge. Ihre Namen sind in all der Zeit in Vergessenheit geraten, nur ihr Schicksalwird für ewig währen. Die beiden Mädchen, blühend jung, kaum der Kindheit entwachsen, wurden zuder alten Frau geschickt. Unter den jungen Mädchen wurde die Waldesfrau stets Frau Holle genannt,obwohl niemand so recht wusste, woher dieser Name stammte, nutze ihn jedes Mädchen. Heimlich,hinter vorgehaltener Hand, denn die Waldesfrau hasste diesen Namen. Dieses Jahr, im Spätsommerdurften die Zwillinge zu Frau Holle in die Lehre gehen. Ihre Eltern hatten bereits geeignete jungeMänner für sie gefunden, wollten ihrem guten Ruf aber gerecht werden und erwarteten von ihrenTöchtern das höchste Maß an Güte, Schönheit und Gehorsam. Die Schönheit hatten sie geerbt, daauch ihre Mutter ein wahrlich schönes Antlitz besaß. Aber Schönheit allein reichten dem Vater nichtaus, sodass er die beiden Mädchen samt einem Sack voll Gold der Frau übergab. Frau Holle mustertedie beiden Schönheiten und wog das Gold in ihren Händen, dann nickte sie. Der Vater ging und dieZwillinge blieben. So wie es Brauch war, so würden die Mädchen für zwei Wochen bei ihr bleiben. Tagein und Tag aus sollte sie ihr zur Hand gehen und dabei Lektionen für ihr zukünftiges Leben erlernen.Doch schon bald erwiesen sich die Zwillinge als teuflische Lügnerinnen. Sie beobachteten Frau Holleund glichen ihr schon bald eins zu eines. Sie erledigten alle Aufgaben voller Sorgfalt, sprachen ihrMundgetreu nach und stellten die richtigen Fragen, wenn Frau Holle ihr Wissen testen wollte. EinesNachts, als Frau Holle schlief, schlich sich eine der Zwillinge nach draußen und sah zum Himmelhinauf. Ihre Zeit war gekommen, Frau Holle würde sie schon morgen ihrem Vater übergeben und sowie es Brauch war, würden sie durch das Tor der Waldesfrau gehen und ihren Lohn erhalten. DasMädchen wusste, dass sie und auch ihre Schwester mit Gold überschüttet werden würden. Sie warengut gewesen, hatten all ihre Aufgaben erfüllt und Frau Holle war äußerst zufrieden mit ihnen. IhreSchwester war tief im Herzen nicht gut. All ihre Aufgaben hatte sie übernommen, um so eine guteZukunft für sie beide zu erfüllen. Ihre Schwester jedoch hatte andere Pläne, ihre Gedanken warenegoschischer Natur und keineswegs wollte sie gemeinsam ihre Aufgaben erfüllen. Sie musstegewinnen. Und so beschloss sie einen letzten Versuch zu wagen. In dieser Nacht räumte sie das Hausauf, wusch

die Wäsche und kümmerte sich um den Garten. Leise, allein und ohne ihre Schwester. Alsder nächste Morgen graute, machte sie lächelnd Tee für die Waldesfrau und ihre Schwester und tat so,als wäre es ein ganz normaler Morgen, bis die Wahrheit ans Licht kam.„Wie ist das nur möglich?“, murmelte die Waldesfrau und besah sich der Ordnung in ihrem Hause. DasBrot stand frisch gebacken auf dem Tisch. Die Äpfel waren bereits vom Baum gepflückt und dieWäsche trocknete in der aufgehenden Sonne. Sie war dem Mädchen einen Blick zu, wissend umdessen Gier. Dennoch konnte sie keinen Grund aufzeigen, der gegen eine Belohnung sprach. IhreSchwester dagegen wurde wütend. Sie schrie aus vollem Halse, sprach den offensichtlichen Betrug anund rannte nach draußen. Beide folgten ihr. Frau Holle versuchte die Situation zu besänftigen undsprach mit dem wütenden Mädchen, dieses aber wollte keine Einsicht zeigen und verfluchte ihreSchwester. Frau Holle seufzte, denn die Zeit für die Ehrung war gekommen. Nacheinander mussten siedurch das Tor der Frau Holle treten. Die uralte Magie dahinter prüfte sie auf Herz und Nieren. Spürteihre Emotionen und Taten und beurteilte danach. Das Tor entschied sich und überhäufte die wütendeSchwester mit Pech. Triefend Schwarz umzog es den Körper des Mädchens, welches diese Schandekeineswegs verdient hatte. Ihre Habgierige Schwester dagegen erhielt Gold. Flüssiges Gold umflossihren Körper und ließ sie leuchten. Frau Holle konnte nur dastehen und dem Schicksal der beidenMädchen nachsehen. Sie wussten alle um den Betrug, aber das Tor hatte gesprochen und so blieb es.So wurden sie geboren, die Gold und Pechmarie.

Kapitel 2

Als langsam die Sonne ihren Hochstand erreichte, kam das Schloss in Sicht. Ela mochte den Weg zumSchloss, denn dieser führte sie stets durch den verborgenen Wald, hinauf am Fluss entlang über dieweiten Felder des Königs. Der Geruch von Getreide lag in der Luft. Zeb brachte seinen Hengst zumStehen und sah zu Ela zurück.„Wollen wir eine Wette abschließen, wie wir unseren jungen König antreffen werden? Ich tippedarauf, dass er schwimmend im Wasser treibt und sich gerade das nächste Glas Rum bringen lässt.“Ela grinste.„Du wirst sicherlich Recht haben, da du deinen Freund am besten kennst. Ich meine mich zu erinnern,dich des Öfteren in den frühen Morgenstunden im Schloss abgeholt zu haben, mit dem erwähntenRum in der Hand.“Zeb winkte ab und gab seinem Pferd die Sporen, woraufhin dieser in einem wahnsinnigen Temponach vorne preschte. Ela bat ihre Stute sanft weiter nach vorne und genoss den Wind in ihren langenHaaren. Als kleines Mädchen hatte sie ihr schwarzes Haar regelmäßig kurz geschnitten um wie einKrieger zu wirken. Heute aber ließ sie es wachsen und genoss die seidig langen schwarzen Strähnen.Als sie in Sichtweite kamen und die lange Brücke überquerten, riefen die Palastwachen, dass das Torfür uns geöffnet werden sollte. Zeb zügelte seinen Hengst und begrüßte die beiden Wachen vor demTor. Ein kurzer Plausch und schon befanden sie sich im inneren der Schloss Mauern. Kleine Stände mitallerlei Waren säumten den Weg zum Schloss. Ela und Zeb stiegen von ihren Pferden ab undübergaben sie dem Stallburschen. Da sie mit dem König befreundet waren, hatten ihre Pferde auchhier eigene Boxen und schlugen sich kurz darauf die Bäuche mit frischem Heu voll. Ela sah ihrenBruder an.„Wollen wir?“Zeb nickte, bot ihr galant seinen Arm an und gemeinsam beschritten sie den Weg hinauf zum Schloss.Sie grüßten die Schlossbewohner, sprachen vereinzelt mit Händlern, die sie schon lange kannten undversprachen bald mehr Zeit für einen ausgiebigen Besuch mitzubringen. Als sie die großen Massenhinter sich gelassen hatten, löste sich Ela von ihrem Bruder und lockerte ihre verkrampftenMundwinkel. Für sie war es anstrengend stets gut gelaunt zu wirken. Bei ihrem Bruder dagegen wares wortwörtlich in die Wiege gelegt worden.„Hast du eigentlich von der Waldesfrau gehört?“, warf Zeb ein und zog eine hellblonde Augenbrauehoch.„Nein, wieso?“, gab Ela zurück und musste sofort an die Kindergeschichte denken.„Es heißt, dass sie endlich gefunden wurde. Ebenso der Torbogen. Die Männer des Königs sollen siegefangen genommen haben. Leider sagt mir der König dazu nichts. Ich höre immer wieder, dass es einGeheimnis sei und er es selbst mir nicht verraten darf.“Ela hörte deutlich den Unmut in seiner Stimme und musste grinsen. Ihr Bruder war es nicht gewohnt,dass Menschen seine Wünsche nicht erfüllten. Auch der König nicht, es verband sie eine tiefgehendeFreundschaft und Zebs Wünsche wurden stets ernst genommen und so gut wie möglich vom Königerfüllt. Nun aber hatte ein Freund seinen Wunsch ausgeschlagen und das nagte an ihm. Ela stieß ihnsanft in die Seite.„Willkommen in meiner Pech Welt“, sagte sie gespielt humorvoll, aber tief in ihrem Inneren sah esgänzlich anders aus.„Sag sowas nicht“, murrte Zeb. Er verabscheute ihren schrägen Humor. Als Kinder hatten sie oft überihren Fluch gesprochen und Zeb hatte sich stets bemüht ihr kein schlechtes Gefühl zu geben, alsErwachsene aber war es ihnen verloren gegangen. Der Fluch war da, tief verwurzelt in ihrem Leben,aber keiner von beiden wollte sich davon beeinflussen lassen. Es war eine Illusion, dass wusste Ela,aber sie war Zeb dennoch dafür dankbar. Er band ihr nicht auf die Nase, dass sie offensichtlich vomPech verflucht worden war. Das sie auf der Schattenseite des Lebens wohnte. Nein, er brachte dieSonne zu ihr und war ihr keinen Tag auch nur von der Seite gewichen. Dafür liebte und hasste sie ihnzugleich.„Zurück zur Waldesfrau, was könnte der König mit der alten Frau anstellen wollen? Soweit dieKindergeschichte erzählt war sie nur dafür da, um junge Mädchen richtig zu erziehen. Das ist heuteaber nicht mehr nötig.“Zeb nickte langsam, dann deutete er auf die Soldaten, die auf dem Weg waren, den König über ihrEintreffen zu unterrichten. Zeb beugte sich zu Ela hinab und sah sie eindringlich an.„Ich weiß nicht, wieso er sie hat fangen lassen, aber ich spüre, dass sich mehr dahinter verbirgt.Unser König ist kein schweigsamer Mann und er liebt die Magie. An sich würde er mit einem solchgroßen Fang prahlen, aber sie verstecken? Das passt nicht zu ihm. Dennoch solltest du nichts dazusagen Ela. Ich versuche mehr herauszufinden, bis dahin müssen wir aber vorsichtig sein.“Ela nickte zustimmend. Sie hatte sowieso keinen besonders guten Draht zum König. Er war zwarvorteilhalft mit dem König per Du zu sein und sozusagen als Teil seiner Familie angesehen zu werden,aber sie wusste auch um sein Desinteresse ihr gegenüber. Sie wurde geduldet, weil Zeb ihr Bruderwar. Mehr nicht.„Na dann mal los“, sagte Zeb leise und ging zielstrebig auf die persönlichen Wachmänner des Königszu. Diese begrüßte ihn mit einer festen Umarmung. Ela gab sich zu einem Nicken hinab. Im Schlossherrschte ein wildes Treiben, Bedienstete liefen umher mit Tellern und Platten mit Speisen drauf. Wiees schein würde schon bald ein weiterer Ball stattfinden und eine große Anzahl von Gänsten wurdenerwartet. Ela beobachtet sie interessiert, bis der König zu ihnen trat und sich räusperte. Ela sah ausdem Augenwinkel ein junges Mädchen zusammen zucken, fast ließ sie ein Tablett mit Speisen fallen.Eine ältere Küchenfrau ermahnte sie leise. Sofort eilte das Mädchen mit hochrotem Kopf nachdraußen. Ela wäre ihr am liebsten hinterher gelaufen, um sie zu beruhigen, aber sie blieb wo sie war.Die Bediensteten des Königs sollten für sie unsichtbar sein und sie versuchte diese Illusion aufrecht zuerhalten.„Zeb, wie schön dich zu sehen. Eine wahrliche Überraschung mein Freund“, begrüßte der König ihnund zog ihn in eine feste Umarmung. Für Ela hatte er nur ein zaghaftes Lächeln übrig.„Bitte folgt mir in die Bibliothek, dort haben wir Ruhe, wenn auch nur kurz.“Zeb nickte und legte seinen Freund einen Arm um die Schulter. Ela folgte beiden schweigend.„Was für ein wildes Treiben, gibst du heute einen Ball und wir sind nicht eingeladen?“, fragte Zeb miteinem gewissen Unterton in der Stimme. Der König lachte auf, aber in Elas Ohren hörte es sichkeineswegs echt an.„Aber nein, niemals. Ohne dich wäre jede Party ein Misserfolg. Meine Großtanten kommen michspontan besuchen. Sie sind noch von der alten Schule und erwarten ein ganzes Bankett von mir. Ichbin keineswegs erpicht darauf.“Zeb wirkte besänftigt und ließ sich noch vor dem König in einen Sessel in der Bibliothek sinken. DerKönig tat es ihm gleich und ließ sich neben ihm nieder. Beide legten fast synchron die Füße auf denkleinen Beistelltisch und lachten schallend. Ela wählte eine kleine Couch, etwas abseits von ihnen undzog die Beine zum Schneidersitz an sich. Der König sah sie eingehend an. „Es ist eine Weile her, Ela.Warum sehe ich dein schönes Gesicht nur so selten?“„Ich jage lieber für dich, als dich zu besuchen“, gab sie kühl zurück und sah den König breiter grinsen.Er liebte ihre kleine Streiterei, da er wusste dass sie immer verlieren würde.„Da warst du sicherlich traurig, dass ich keinen neuen Auftrag für dich habe.“Ela nickte. „Nicht nur ich“, gab sie lächelnd zurück und Zeb nickte zustimmend.„Mir ist ebenso langweilig, also wo ist der nächste Bösewicht, den wir aufspüren sollen?“, hakte Zebein. Der König nahm seine Füße vom Tisch und beugte sich vor. Sein junges Gesicht nahm einenernsten Ausdruck an.„Es sind unruhige Zeiten. Ich höre Gemunkel aus dem Norden, einige meiner Männer wurdenangegriffen und getötet. Die letzten Tage habe ich einige meiner besten Spione in den Nordengeschickt, sie alle kamen nur in Einzelteilen zurück. Ich wollte euch schon gestern aufsuchen, abermeine Tanten haben mir einen Strich daraus gemacht, weshalb ich über euren Besuch mehr als nurerfreut bin.“Zeb sah den König interessiert an.„Was für Geschichten? Was für ein Wesen töten deine Männer?“„Ich habe nur eine Vermutung

und die wird euch keineswegs gefallen. Alle dreißig Jahre widerholtsich das Schema. Die Feen im Norden werden unruhig und sprechen ihre Prophezeiungen aus. Beimletzten Mal hatte es euch beide erwischt gehabt. Dieses Mal scheint es, als gäbe es einen Kampfzwischen Gut und Böse. Einige der guten Feen sind verschwunden und die Menschen reden. Siemurmeln um die dreizehnte und dunkelste Fee. Sie sagten, dass diese die anderen Feen tötet, umsomehr Macht zu erlangen. Wenn die Gerüchte wahr sind, müssen wir sie aufhalten.“Ela wurde übel von seinen Worten. Die dreizehnte Fee war nur eine Legende, ein Märchen, welchesman kleinen Kindern erzählte. Aber das war die Waldesfrau ebenfalls und augenscheinlich lebte sienun im Kerker des Schlosses. Ela sah ihren Bruder fragend an. Zebs lächeln war verschwunden und erwirkte genauso beunruhigt wie sie.„Und du willst dass wir beide sie finden und hierher bringen?“Der König seufzte.„Ich weiß, wie das klingt. Verdammt unfair und viel zu gefährlich für zwei Personen, aber ihr seidmeine besten Krieger und ich vertraue euch mein Leben an. Ebenso lasse ich euch die Freiheit wie ihrdie Fee zu mir bringt. Will sie euch töten, kommt ihr zuvor und bringt mir ihren Leichnam. Wenn esmöglich ist, wäre lebend, aber besser. Ich muss wissen, was ihre Ziele sind und ob sie allein arbeitet.“„Wir tun es“, sagte Ela, noch bevor Zeb reagieren konnte. Sie verabscheute die Feen, seit sie Denkenkonnte, denn es war so ein kleines Wesen gewesen, was ihr ganzes Leben bestimmt hatte. Zeb sah sieschweigend an, dann nickte er. Wahrscheinlich konnte er ahnen, wo ihre Beweggründe lagen. Elawollte Rache nehmen und er würde ihr wie stets dabei helfen.„Wir brauchen dafür Proviant und unsere Pferde brauchen neue Decken und Zaumzeug für denlangen Ritt in Richtung Norden. Ebenso wären Waffen gut. Alles, was du uns geben kannst.“Der König nickte und erhob sich. „Selbstverständlich. Leider muss ich mich jetzt verabschieden, dukennst den Weg in die Waffenkammer und Küche. Nehmt euch, was ihr braucht, meine Männerwerden euch alles geben.“Dann umarmte er Zeb fest und sah Ela an.„Passt auf euch auf, denn ich brauche euch noch. Reitet schnell. Kämpft tapfer und lebt.“Er sprach die letzten Worte wie einen Reim auf. Es waren die Worte, die er stets vor einem Kampfnutzte. Eine Art Gebet.

Kapitel 3

Im Keller tropfte es irgendwo. Das Geräusch wie ein Wassertropfen auf den kalten Steinboden traf,war mittlerweile wie tröstender Freund für die Waldesfrau geworden. Sie hockte auf ihrem Lager,welches nur aus feuchtem Stroh und einer Decke bestand und horchte in die Stille. Das Frühstück warvor einer Stunde gebracht worden, dass bedeutet dass sie noch weitere vier Stunden würde wartenmüssen, bis das Mittagsessen kam. Bis dahin würde sie Ruhe vor den Wachmännern des Königshaben, denn keiner von ihnen wollte sich allzu lange hier unter aufhalten. Die Waldesfrau schloss dieAugen und ließ ihre Intuition frei, sie beherrschte zwar keine Magie, hatte dafür aber eine Artsechsten Sinn. Sie spürte die Anwesenheit von Menschen. Und gerade jetzt hatte der König Besuch.Leider konnte sie nicht hören oder sehen um es sich handelte, nur das es zwei Personen waren undeine davon eine dunkle Wut in sich trug. Die Waldesfrau öffnete wieder die Augen und sah sich inihrer Zeller um. Ihr ganzes Leben über war sie frei gewesen, draußen im Wald, die Herrscherin ihreseigenen Lebens und nur wegen einer falschen Entscheidung war sie nun hier. Gefangen genommen.Zwei harte Wörter, die die Wahrheit kaum wiedergaben. Wie sollte man sich als Gefangeneverhalten? Baute man emotional und körperlich so sehr ab, dass man schon bald nur noch einSchatten seiner selbst war? Der König sorgte für sie. Das Essen kam regelmäßig und es war reichlich,auch das sie bisher niemand geschlagen hatte oder es sonstige Androhungen von Gewalt gegebenhatte. Dennoch nagte die Tatsache, dass sie in einer Zelle gefangen war, sehr an ihr. Ihre Freiheit warstets das wichtigste Gut in ihrem Leben und die Waldesfrau vermisste ihr Haus, ihren Garten und ihrBäume. Schon bald mussten die Äpfel geerntet werden, ansonsten würden sie am Baum faulen undkeiner würde sie mehr verzehren wollen. Die Waldesfrau hob überrascht den Blick, als sie Schrittevernahm. Leise, ruhig auf jeden Schritt bedacht kam schließlich der König in ihr Blickfeld. DieWaldesfrau sah ihn interessiert an.„Du bist dir sicherlich im Klaren darüber, weshalb ich dich habe fangen lassen?“Die Frau nickte, blieb aber auf ihrem Lage sitzen. Was sollte sie ansonsten auch tun? Dem König, demMann der sie gefangen genommen hatte, Ehre erweisen? Das kam ihr scheinheilig und falsch vor.„Gut, denn ich erwarte eine Lösung von dir. Du wirst solange meine Gefangene sein, bis du deinenFehler berichtigen konntest.“„Aus dieser Zelle heraus?“, fragte sie ungläubig und der König lachte auf.„Womöglich. Aber vielleicht kommen wir auch überein, wenn du mir einen guten und sinnvollen Planvorlegst. Ich werde nichts von meinem Leben aufgeben.“Damit hatte die Waldesfrau rechnen müssen und dennoch hatte sie diese Entscheidung getroffen.Ruhig sah sie den König an, sah sein junges Gesicht, seine rötlichen kurz geschorenen Haare undgrünen Augen. Er war schön und jung. Die Damen lagen ihm zu Füßen und seine Macht warunangefochten und dennoch hatte die Waldesfrau es gewagt.„Einst habe ich einen großen Fehler gemacht. Ich habe meinen Traditionen Folge geleistet, obwohl ichwusste dass sie falsch waren. Ich habe ein Mädchen verflucht, obwohl es Gütig war. Ich habe einMädchen belohnt, obwohl es verdorben war. Seit diesem dunkeln Tag habe ich mir geschworen stetsmit reinem Herzen zu leben, keine Lüge wird sich mehr in mir einnisten.“Wut zeichnete sich auf dem Gesicht des Königs und er biss die Zähne fest zusammen. Ein kurzesKnirschen erklang aus seinem Mund, dann umfasste er kraftvoll die Gitterstäbe.„Ich möchte eine Warnung aussprechen alter Frau. Du wirst so leicht dein wahres Leben verlieren,wenn du nicht das tust, was ich dir befehle.“Nun erhob sich die Waldesfrau doch. Klein, zierlich und gezeichnet von ihrem langen Leben ging siezum König und sah zu ihm auf.„Ich lebe schon so lange, Jahrhunderte sind vergangen. Ich bin schon lange bereit zu sterben.“Aus Wut wurde förmlicher Hass in seinen Augen.„Es gibt viele Arten zu sterben, auch welche die dir sicherlich nicht zusagen werden.“Die Waldesfrau schnaubte abfällig.„Glaube mir, wenn ich dir sage, dass ich die Seiten des Todes sehr gut kenne. Jahr für Jahr schicktenEltern ihre lieben kleinen Mädchen zu mir, ich sollte sie erziehen und formen. Aber nicht jedes Jahr. gab es gute Ergebnisse, es kam hin und wieder vor, dass ein Mädchen sich der Erziehung wiedersetzeund das magische Tor sich für das Pech entschied. Hast du einen Menschen je Schreien gehört, wenner lebendig vom Pech überschüttet wird. Ich beschreibe es dir gern, wenn du willst.“„Ich kenne die Geschichten“, gab der König schlicht zurück, aber die Wut ließ etwas nach undUnsicherheit machte sich in seinem Gesicht breit. Die Waldesfrau nahm das erfreut zur Kenntnis.„Die Geschichten wurden nachlässig, bei jeder Erzählung werden Details ausgelassen. Zumeist sinddie Menschen nicht so blutrünstig wie wir immer glauben. Sie wollen das Gute im Leben hören, siewollen Geschichten voller Liebe und Güte hören. Keine volles Blut und Tod.“Die Waldesfrau umfing rasch die Hände des Königs und sah ihm tief in die Augen.„Ihre Schreie waren laut, qualvoll wanden sie sich unter dem Pech, welches heiß und kraftvoll überihren Körper floss. Sie wollten Luft holen, aber ihre Münder waren verschlossen. Sie erstickten inihrem eigenen Körper und keiner konnte sie retten auch ich nicht.“Der König zitterte leicht. „Du hast das Tor erschaffen, es war dein Werk.“„Ja natürlich, in jungen Jahren war ich dumm und naiv. Ich wollte der Magie frönen und ging einenschwerwiegenden Handel ein. Ich musste dem Tor dienen, ich musste ihm die Mädchen bringen,ansonsten wäre ich gestorben. Erst als die Zwillinge die Magie des Tors überlastet haben, war ich frei.Keine Mädchen mehr. Keine Magie in meinen Leben. Nur ich.“Der König schnaubte. „Das ist Jahrhunderte her, wie kannst du ohne Magie solange leben?“Sie sah ihn an. Wissend um seinen Neid.„Die Magie lebt in mir, ich bin eines mit ihr und doch kann ich sie nicht beherrschen“, sagte sie sanftund ließ seine Hände los. Sofort hörte sein Zittern auf. Die Waldesfrau wusste, welche starke Magie inihr lebte, und dennoch hatte sie keinen direkten Zugriff zu dieser. Die Zeit war dafür abgelaufen. DasTor war vergangen.„Dann finde einen Zugang zu dieser Magie, denn du wirst sie brauchen, um den Zauber zu wirken. Icherwarte es von dir, ansonsten finde ich einen Magier, der ein neues Tor erschafft und du wirsthindurch gehen“, sagte der König mit zittriger Stimme. Er verlor immer mehr seine Beherrschung,dass wussten sie beide.„Womöglich“ gab sie schlicht zurück und ließ ihn förmlich vor Wut kochen. Er brauchte kein weiteresWort mehr hervor. Ein letztes Mal sah der König sie an, dann ließ er die Gitterstäbe los und verließden Kerker. Die Waldesfrau lehnte sich mit klopfenden Herzen an die Stäbe und sah ihm nach. War esklug gewesen ihn so sehr zu erzürnen? Würde sie auch diese Tat irgendwann bereuen?

Kapitel 4

Ein Plätschern ließ Ela herumwirbeln. Sie hatten sich dazu entschlossen, eine kurze Rast einzulegen,nachdem sie den halben Abend geritten waren. Die Sonne ging langsam unter und ihre Mägenknurrten laut. Nachdem Zeb ein Feuer entzündet hatte, war er in den Wald gegangen, um zu jagen,wie er es nannte. Ela wusste es besser. Wieder das Plätschern und kurz darauf erschien ihr Bruder mitzwei Hasen in den Händen. Skeptisch betrachtete sie seine Erscheinung.„Du hattest mal bessere Illusionen, dass die beiden darauf reingefallen sind, ist mir ein Rätsel“, gab siezu

Bedenken. Zeb hatte sich für die Gestalt eines Fuchses entschieden. Ein Fuchs, welcher aufrechtauf zwei Beinen lief sah für jeden merkwürdig aus. Aber die Hasen hatte es augenscheinlichgenügend erschreckt, sodass er sie erlegen konnte. Zeb grinste breit, was merkwürdig mit seinerlangen, rötlichen Schnauze aussah.„Ich muss weiter üben, zumal die beiden Hasen an einem Herzinfarkt gestorben sind. Ich musstekaum nachhelfen und wir haben nun etwas zu essen.“Ela musste eingestehen, dass er Recht hatte. Dennoch war es merkwürdig mit ihrem Fuchs Bruder zusprechen. „Ich habe einige Beeren gefunden, aus denen wir eine Art Soße machen können. Und nungib mir die Hasen und verwandle dich bitte zurück, das ist äußerst schräg.“Ein Lachen war die Einzige Antwort, die sie erhielt. Zeb reichte ihr die beiden Hasen und verwandeltesich zurück in einen Menschen mit weißblonden Locken und eisblauen Augen. Er wirkte wie derklassische Märchenprinz und hatte obendrein ein reines und gutes Herz. Manchmal hasste Ela ihrenBruder, aber nur manchmal. Still schweigend machten sie sich gemeinsam ans Werk und brachten einordentliches Abendessen zustande. Sie waren es gewohnt sich vom Wald und deren Gütern zuernähren, das brachte das Leben als Wächter des Königs mit sich. Auch wenn Ela eine tiefeVerbundenheit zur Natur und deren Lebewesen verspürte, so wusste sie auch dass sie von Zeit zu ZeitFleisch essen musste. Der Wald gab nicht zu jeder Jahreszeit genügend Beeren und Knollen, wodurchsie sich Zebs Nahrungsangewohnheit anpassen musste. Nachdem ihre Bäuche gefüllt waren, ließensie sich auf ihren Lagen nieder und sahen zum Sonnenuntergang.„Ich würde vorschlagen wir schlafen uns erstmal aus und reiten dann vor Sonnenaufgang los, somüssten wir das Gebiet der dreizehnten Fee zum Abend hin erreichen. Ich möchte sie ungern nachtsangreifen, weshalb wir zuvor eine Pause einlegen sollten und dann im Morgengrauen alles erkunden.“Ela nickte zustimmend, dann formte sie ihre Lippen zu einem O und stieß eine sanfte Melodie aus.Der Ton durchfloss den Abend und verhallte dann im Wald. Kurz darauf hörte beide ein lautesKreischen. Ela lächelte. Das war der einzige Teil an ihrer Magie den sie wirklich liebte. Das Tier,welches sie gerufen hatte, war ein großer und starker Waldkauz. Seine gelben Augen fixierten sieinteressiert, als er neben ihrem Lager auf dem Boden landete. Ein Krätzen kam aus seinem Schnabelund Ela strich ihm sanft über den Kopf.„Wir benötigen deine Hilfe und die deiner Freunde. Schwärmt aus in Richtung Norden, erkundet diedreizehnte Fee aus, aber gebt Acht. Sie ist stark und wird meine Magie an euch spüren. Ihr müsstmeine Augen sein, sehnt für mich und komm dann zu mir zurück.“Der Kaut kräzte nochmal auf, dann erhob er sich in die Lüfte. Kraftvoll gewann er an Höhe, bis eraußer Sicht war.„Ich habe diesen Teil deiner Magie immer beneidet. Du bist stark Ela, denn du bist viele“, sagte Zebleise und sie sah ihn überrascht an. Ihr Bruder gab selten zu etwas anderes zu wollen, als das, was erbereits besaß.Ela seufzte auf. „Ich beneide dich für dein Licht, manchmal fühlt es sich, als würden die Schatten michverzehren, bis nichts mehr übrig ist.“„Ich bin immer da, um dir Licht zu spenden“, gab Zeb ernst zurück und krabbelte zu ihrem Lagen,dann zog er sie fest in seine Arme und küsste ihre Stirn. „Immer“ murmelte er in ihr schwarzes Haarund Ela fühlte sich besser. Es war immer so gewesen, Zeb war wie das Licht der Sonne für sie. Warmund gütig. Er war zuhause.„Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass gerade du nach mir suchen wirst. Stets bin ich davonausgegangen, dass du eines Tages an meiner Seite stehen würdest. Dunkelheit zu Dunkelheit. Abernun bin ich enttäuscht.“Ela blinzelte gegen die Dunkelheit, als sie ein zierliches Gesicht über sich erahnen konnte. Nur derMond beschien die Gestalt, welche sich über sie beugte und sie interessiert ansah.„Wer bist du?“, gab Ela ruhig zurück und erhob sich in eine sitzende Position. Sie war noch niesonderlich schreckhaft gewesen und die Person über ihr hatte keine sichtliche Waffe in der Hand undbedrohte sie auch nicht, weshalb sie ruhig bleiben konnte. Womöglich ließ die Müdigkeit sie etwasunvorsichtig werden. Die Gestalt über ihr lächelte und sah zur kurz Zeb, welcher tief und fest schlief.Ela wartet.„Es ist traurig, dass du mich nicht erkennst, obwohl du einen deiner Tierischen Freunde nach mirgeschickt hattest. Traurig kleine Ela.“Mit einem Schlag wurde sie hellwach und spürte, wie sich ihr Puls beschleunigte. Vor ihr stand diedreizehnte Fee und betrachtete sie gelassen. Ela spürte, wie sich Angst in ihr breit machte. Diedreizehnte Fee nahm diese sofort zur Kenntnis und lächelte breiter.„Endlich bekomme ich den angemessenen Empfang, den ich erwartet habe. So und nun sprechen wirvon Frau zu Frau über die Lage.“Ela warf abermals einen Blick zu Zeb und wünschte sich ihr Bruder würde von sich aus aufwachen,leise und unbemerkt aber ihr Wunsch blieb unerfüllt. Er schlief tief und fest. Sie könnte ihn wecken,würde damit aber einen Kampf zwischen ihnen und der Fee provozieren und noch wussten sie zuwenig über diese. Welche Macht hatte sie inne und war diese womöglich stärker geworden, jetzt dasie die anderen Feen gefangen und möglicherweise getötet hatte?„Ich kann deine Gedanken förmlich hören liebe Ela. Also sag mir, was genau wollt ihr von mir?“„Wir wollen dich jagen und die anderen Feen befreien.“Die dreizehnte Fee lachte lauthals auf. „Ein schöner Wunsch, aber ich weiß schon jetzt dass ihrscheitern werdet. Was macht dich so sicher, dass ihr stärker als ich seid?“Ela sah sie neugierig an. Was das etwa Unsicherheit in ihrer Stimme?„Jeder hat eine Schwachstelle und sobald wir deine herausgefunden haben, können wir dichbekämpfen und notfalls töten. Ich habe bisher von keiner Geschichte gehört, in der du eine wichtigeRolle spielst.“Unmut machte sich auf dem Gesicht die dreizehnte Fee. Diese warf einen Blick zum Mond hinauf undsprach leise, fast mit sich selbst. „Oh doch liebste Ela, ich habe in eurer Geschichte mitgespielt. Eurejungen und naiven Eltern haben auf mich gehört, sie dachten wirklich das ihr beide sterben werdet,wenn sie nicht wählen, dabei haben sie dich einfach ohne Nachfrage verflucht. Ihre eigene Tochterzum Pech im Leben verflucht, das ist so grausam und gleichzeitig wunderbar. Mein Traum war esstets, dass du dich mir anschließen würdest. Mit deiner Magie würden wir über die ganze Weltherrschen.“Ela runzelte die Stirn und nahm die neue Information hin. Zwar wühlte es sie tief im Inneren auf, dasssie der Fee gegenüber stand, welche sie verflucht hatte, aber es machte sie keineswegs wütend odertraurig. Sie wusste, dass diese Fee lebte, die ihren Fluch ausgesprochen hatte, was änderte es darannun zu wissen, welche es gewesen war? Ela hätte mehr Probleme damit gehabt, dass eine der gutenFeen gewesen wäre. Dann hätte sie jeglichen Wunsch an das Gute im Leben verloren. Die dreizehnteFee musterte sie ruhig, dann wandte sie ihren Blick zu Zeb.„Er leuchtet so hell, selbst jetzt. Es ist grausam und schön zugleich.“ Dann richtete sie ihren Blickwieder auf Ela. „Nun denn meine liebe Ela, wir werden uns wiedersehen. Schick deine Freunde, ziehtin den Kampf, aber sei dir gewiss ihr werdet verlieren.“Mit diesen letzten epischen Worten war sie genauso plötzlich verschwunden, wie sie aufgetaucht war.Ela seufzte auf, dann kroch sie zu ihrem Bruder und rüttelte leicht an seiner Schulter. Murmelteerwachte er aus seinem Schlaf. Ela erzählte ihm von der dreizehnten Fee.

Kapitel 5

Ela schnitt dem Troll vor sich die Kehle durch und wirbelte dann herum, um den nächsten Gegner insAuge zu fassen, aber Zeb kam ihr zuvor. Er nutzte seine Magie, um eine Wand aus Wasser vor sich zuerschaffen, dann ließ er dieses zu Eis gefrieren und grobe Brocken daraus auf den nächsten Trollzufliegen. Das Eis war so scharf wie die Klinge in Elas Hand und tötete den Troll in wenigen Minuten.Erleichtert atmete Zeb durch, als auch der letzte Gegner am Boden lag.„Bist du in Ordnung?“, fragte er Ela und untersuchte sie auf mögliche Wunden. Sie nickte undunterzog ihn ihrerseits einer Musterung.„Da hatten“, begann sie, konnte den Satz jedoch nicht beenden, da ein weitere Troll wie aus demnichts auf sie zu sprang. Sein massives Körpergewicht ließ Ela zu Boden fallen. Hart kam sie amWaldboden an und spürte, wie jegliche Luft aus ihren Lungen gedrückt wurde. Keuchend zog sieneuen Sauerstoff in ihre Lungen und musste sich sofort vor dem Troll verteidigen. Er schlug mitseinen massiven Fäusten auf sie ein. Zeb gab sein Bestes sie von dem Troll zu befreien, er warfEissplitter auf den Troll, musste aber immer darauf achten Ela nicht zu treffen. Dieser aber wirktenicht sonderlich beeindruckt von dem Eis, welches an seinem massiven Körper abprallte und nurwenig Schaden machte. Zeb fluchte laut auf, dann zog er seinerseits sein Schwert und holte aus. Hiebum Hieb stach er auf den Troll ein, der mit seiner großen Hand ausholte und Zeb am Arm traf. Diesenkurzen Moment des Zögerns, nutze der Troll aus, um Ela einen Kopfstoß zu verpassen. Sie keuchte vorSchmerz auf, als sein harter Schädel gegen den ihren stieß. Einen Momente oder länger sah sie nichtsals tiefe Schwärze vor sich. Ihre Ohren rauschten und ihr Körper fühlte sich schwerelos an, als hörtesie ein Heulen. Es war tief und traurig. Das Heulen wurde lauter, weitere Tiere schlossen sich demGeräusch an. Langsam kehrte Elas Bewusstsein zurück und mit ihm ein heftiges, brennenderKopfschmerz. Etwas Warmes lief ihre Wange hinab. Sicherlich hatte der schwere Trollschädel auchihre Haut verletzt und nun blutete sie. Ein Stöhnen wich aus ihrem Mund, als der Troll sich hinab zuihr beugte und ihr das Blut von der Wange leckte. Murmelnd ließ er sich das warme Blut schmecketund griff dann nach Elas Kehle. Das

Jaulen aus dem Wald erklang abermals, viel lauter als zuvor, wasdarauf schließen ließ das Elas Gehör langsam zurückkehrte. Sie blinzelte gegen die Schatten an undversuchte weiterhin Luft zu bekommen. Noch hatte der Troll ihre Kehle nicht verengt, aber seinegroße Hand machte ihr Angst. Zeb stand hinter dem Troll und schlug auf diesen ein, aber durchirgendeine Art von Magie war er geschützt gegen seine Angriffe. Abermals das Heulen. Ela versuchtein Richtung Wald zu blicken, aber die Hand des Trolls hielt sie auf. Dieser sah ebenfalls in RichtungWald, so als würde er spüren, wer auf sie zukam. Ela wollte ihre Magie nutzen, ihre Freunde rufenund hoffen das ein Tier sich gegen diesen besonderen Troll zur Wehr setzen konnte, aber sie war zuschwach dazu. Ihr Kopf pochte schmerzhaft und Blut tropfte auf ihre Wange. Zeb gab sein Bestes, erkämpfte wie ein wildes Tier, konnte aber nichts gegen den Troll ausrichten. „Wie ist das möglich?“,fluchte er laut auf, als das Heulen nah war. Direkt bei ihnen. Eine Gruppe von Wölfen kam aus demWald gelaufen und griffen den Troll aus. Ihre starken Kiefer bohrten sich in seine Haut und er jaultevor Schmerz auf. Ela nutzt die Chance, die sich ihr bot und befreite sich aus dem Griff des Trolls.Schwankend und benebelt kroch sie von dem Troll weg, welches sich nun gegen die Wölfe zur Wehrsetzen musste und krabbelte in Richtung Zeb. Er sah sie, ließ seine Waffe sinken und zog sie zu sichauf die Beine. Besorgt musterte er ihr Gesicht. „Bitte vergib mir Ela, ich weiß nicht, weshalb meineMagie und Waffen nichts gegen ihn ausrichten können.“Ela öffnete den Mund, aber kein Ton verließ ihre Lippen. Sie spürte, wie sie wieder in RichtungAbgrund gezogen wurde. Zeb hielt sie fest an sich gedrückt und ging nun mit ihr Stück für Stück wegvom Troll. Die Wölfe kämpften tapfer, aber auch sie schafften es nicht den Troll zu besiegen. Er war zumächtig für sie. Da erkannte Ela den Grund für seine Stärke, um seinen massiven Hals baumelte einAnhänger. Es war ein roter Edelstein, welches bei jedem Angriff der Wölfe hell aufleuchtete.„Der Anhänger... seine Kette.... gibt ihm Macht“, murmelte sie an Zeb gerichtet und deutet auf denTroll. Ihr Bruder folgte ihren Blick und er nickte verstehend. Sanft ließ er sie zu Boden sinken, dannumfing er sein Schwert fester und nutze seine Wassermagie um eine Art Barriere um sich zuerrichten. Der Troll war für den ersten Augenblick abgelenkt und fokussierte voll und ganz die Wölfeum sich herum, bis Zeb direkt hinter ihm stand und ihm sein Schwert in den Brustkorb rammte. DerTroll gab ein Gurgeln von sich, denn auch ein magisches Schutz hatte seine Grenzen. Er spürte denSchmerz, aber auch wenn der Schutzzauber ihn vor dem Tod bewahrte. Wütend wirbelte er herumund wollte nach Zeb schlagen, aber ihr Bruder war schneller und rollte sich rasch zur Seite. Die Wölfenutzen diesen Moment und bissen sich im Troll fest, Arme, Beine. Es war ihnen einerlei welchesKörperteil sie erwachten. Ela sah sie an, wollte ihre Magie nutzen, um noch mehr Tiere zum Angreifenzu rufen, aber der Blutverlust machte ihr zu schaffen. Auch wenn sie Magie besaß, so war weder sienoch Zeb je in der Lage gewesen Wunden zu heilen. Diese praktische Fähigkeit war ihnen niemalsgeschenkt worden. Zeb setzte zum nächsten Angriff an und versuchte dabei das Medaillon des Trollszu greifen. Einige Male verrutschte seine Hand, da sich der Troll so rasch bewegte, dann aber konnteer den Anhänger umfassen und riss diesen vom Hals des Trolls. Schlagartig verließen diesen dieKräfte. Die Wunden, die Zeb ihm zugefügt hatte, brachen auf. Blut tropfte auf den Waldboden und dieWölfe hatten ein leichtes Spiel. Innerhalb weniger Minuten war der Troll Tod. Zeb atmete schwer,auch er hatte Wunden vom Kampf davon getragen und würde einige Zeit an diesen zu nagen haben.Ela dagegen fühlte sich, als wäre sie in Watte gepackt. Die Welt um sie herum wurde merkwürdig, fastdurchscheinend und immer mehr verlor sie das Gefühl in ihren Händen und Füßen. Ein warmes