Die Zeit der Helden und Magier - Stefan Daniel Pfund - E-Book

Die Zeit der Helden und Magier E-Book

Stefan Daniel Pfund

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Beschreibung

In einer fernen Welt existiert ein Imperium, dass aus zahlreichen Lebewesen besteht. Das menschliche Geschlecht der Imperatoren, wurde von dem tyrannischen Barbar Vestor vertrieben. Mit seiner Gier und Sehnsucht nach unendlicher Macht, knechtet er das Volk bis zum Tod. Seine Handlanger, in ihren schwarzen Rüstungen, verheeren das Imperium auf der Suche nach dem Stern der Macht. Mit ihm würde Vestor allmächtig und unbesiegbar. Seine dunklen Krieger Keim und Rohr kennen kein Erbarmen und metzeln, während ihrer Suche, ein Volk nach dem anderen nieder. Nur die rechtmässigen Thronfolger, die Zwillinge Yabar und Kora, können gemeinsam den Tyrannen aufhalten. Doch die beiden sind noch jung und unerfahren, zuerst müssen sie in die Lehre bei aufrichtigen Meistern ihres Faches. Erst Jahre später sind sie reif genug, um den Kampf gegen Vestor aufzunehmen! Diese lange Zeit reichte dem Tyrannen, um den Stern der Macht beinahe zusammen zu stellen und so wird er immer mächtiger. Den Zwillingen bleibt nur eine Chance, sie müssen alle Völker der bekannten Welten gemeinsam in die alles entscheidende Schlacht führen! Als jedoch Kora verunglückt, scheint das Schicksal des Imperiums besiegelt...

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Seitenzahl: 222

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Mögen die Drachen mit Euch sein...

In einer fernen Zeit, als Welten entstanden und wieder vergingen, wurden viele Königreiche errichtet. Einige wurden von Barbaren vernichtet, andere bestehen noch heute in ihrem Glanze. Von einem dieser Reiche erzählt diese Geschichte, Maldaan - König Vestors Reich. König Vestor, genannt der Barbar, Eroberer vieler Welten, Zerstörer von Städten und Dörfern. Seine Armee ist in schwarze Gewänder gehüllt, im Augenblick reitet sie nach Astonien, mit Vestor an der Spitze. Sein Banner, ein blutroter Skorpion, der eine Schlange mit seinem Stachel tötet, weht über den Köpfen der Männer. Furchterregend und tödlich, reitet die Armee gegen Astonien, einem Land des Friedens. Niemand ahnt etwas von der Gefahr, die hölzerne Palisade ist nicht einmal bewacht. Der Herrscher von Astonien, Mangus der Gütige, schleift sein prachtvolles Schwert in seinem schlichten Holzhaus. Mangus ist bekannt für die Herstellung exzellenter Schwerter.

Seine Untertanen sind frohe und einfache Menschen, die keinem ein Leid tun wollen. Wenn sie aber bedroht werden, sind sie mutige und tapfere Krieger.

Sie tummeln sich in den Strassen, tauschen Gegenstände für Esswaren, reden und trinken, arbeiten und schlafen. Die einfachen Strassen sind erfüllt von Gelächter und Frieden, keiner leidet Not.

Ungehindert reitet die schwarze Armee weiter, mit dem Ziel zu töten. So erreicht sie die Grenzen von Astonien, einen schmucken Wald. Das Dorf Aston wurde mitten in diesem Walde erbaut, um es zu schützen - welch eine Farce.

Die Krieger in ihren schwarzen Rüstungen reiten in das Innere des Waldes. Vestor der Barbar schwingt sein Zepter mit seinem Wappen im Kreise. Die Krieger des Todes scharen aus, sie bilden eine Linie, ziehen ihre Schwerter und Prügel, einige senken ihre Speere. Die Palisade von Aston ist schon zu erkennen. Jetzt erst sehen die Bewohner die Gefahr, sie laufen um ihr Leben, die wenigen Krieger holen ihre Waffen, um zu verteidigen, was nicht mehr zu retten ist, ihre Welt. Die Glocken läuten Sturm, ein großes Durcheinander herrscht überall, jeder Mann und jede Frau versucht sich und die Kinder in Sicherheit zu bringen.

Die Schwarzen reiten durch das Dorf, reißen die Hütten nieder, werfen ihre Fackeln auf die Dächer, die sofort Feuer fangen.

Eine kleine Schar der Astoner bildet sich kreisförmig zu einer Gruppe. Mit eisernem Willen versuchen sie die Angreifer zu töten. Die schwarzen Truppen greifen an, eine Schlacht entbrennt, es hört sich an, als ob Donner und Blitze die Luft durchkreuzen. Mangus der Gütige ist mitten in seiner kleinen Schar von Kriegern.

Blut und Tod wo man hinsieht, zerstückelte Eingeweide, zitternde, leblose Körper, Schweiß und Furcht beherrschen die Schlacht.

Die gefürchtetsten Krieger von Vestor, Keim und Rohr nehmen zwei riesengroße Hammer aus Holz, die vorderen Hammerteile sind jeweils so groß, wie zwei Köpfe. Sie reiten auf die Astoner zu, diese drehen ihre Schwerter zur Abwehr in die Richtung der Angreifer. Die Pferde galoppieren im Gleichschritt, die Herzen der astonischen Krieger schlagen im Takt dazu.

Die Bärenstarken, Keim und Rohr, schwingen die Hämmer in der Luft. Mangus wenige Männer laufen auf sie zu. Die Schwerter klingen, die Hämmer schwingen.

Blutüberströmt fallen die Astoner zu Boden, mit zerquetschen Köpfen, zerschlagenen Leibern. Mangus Männer sind alle tot. Mangus selber versucht Vestor zum Kampf zu stellen, doch der Herrscher über Astonien wird am Kopf getroffen, von einem Stein, der aus einer Schleuder abgefeuert, lautlos durch die Luft schwirrte. Sein Körper sackt zusammen und fällt in eine schlammige Pfütze.

Die Alten, die Jungen, die Frauen und Kinder verstecken sich vor den Häschern des Todes. Aber das Feuer der Vernichtung ist stärker, es treibt das Volk aus den Häusern. Wie wilde Tiere stürzen die Krieger auf die Menschen, vergewaltigen die Frauen, köpfen die Alten und essen die Herzen der Kinder, um nach altem Glauben wieder jung und stark zu werden.

Rohr stolziert in das Haus des gestürzten Königs und durchwühlt seine Sachen. Die Frau des Königs springt wie eine Katze auf Rohr zu, zerkratzt ihm sein Gesicht. Rohr packt mit beiden Händen ihren Kopf, dreht langsam nach links, immer weiter, Tränen kullern der Frau über die Backen, es knackt, wie ein zierlicher Ast der zerbricht und das schöne geschmeidige Genick ist entzwei, die Königin ist tot.

Der todbringende Rohr lässt ab von ihr und durchsucht weiter die Wohnung, in einer Truhe findet er das Gesuchte, einen Beutel. Er öffnet ihn, einen violetten Zacken erblicken seine grauen Pupillen.

„Ich hab’s!!!“

Schnell geht er zu Vestor, übergibt ihm den Zacken.

Als der halbe Endan (Tag) vorbei, ist auch die Schlachterei zu Ende. Das Volk vernichtet, das Dorf in Schutt und Asche, niemand lebt mehr von den stolzen, freien Astonern. Nur einer - Mangus, sein Stöhnen verrät ihn.

Die Toren der Hölle fallen über den gestürzten König her, um ihn zu enthaupten. Da erhalt Vestors raue Stimme. „Tötet ihn nicht, ein allzu leichter Tod wäre es, stellt vier Pfähle auf, bindet seine Füße und Hände an je einem Pfahl 15 Fuß hoch, darunter entzündet ein Feuer.“

Vestor neigt sich überheblich zu Mangus.

„Du kannst mir Dankbarkeit zeigen, denn dein geräucherter Körper hält fast eine Ewigkeit.“

Mit schallendem Gelächter besteigt er sein Pferd. Der Gütige schaut ihn mitleidig an, in seinem zerschundenen Gesicht spiegelt sich seine Abfindung mit dem Tod wider. Er ist bereit in die Schattenwelt einzutreten!

Die Schandtaten sind beendet, das Heer des Todes reitet weiter, zurück bleibt nur Rauch, Schatten, Asche und der liebliche Tod. Schon bald wird der Tod Vestors Heer jedoch wieder eingeholt haben, spätestens dann, wenn das in Schwarz gerüstete Heer ein anderes Dorf oder eine andere Stadt überfällt. Nur um die 16 Zacken des Diamanten der Macht, der sämtliche Geheimnisse über das Leben enthalten soll, zu besitzen. Einen weiteren hat Vestor schon, Mangus war einer der 16 Beschützer. Hält Vestor einmal alle Zacken in seinen gierigen Händen, hat er alle Macht der Welt, sogar die über das Universums.

Einen Zacken und den kugelförmigen Sockel, auf dem die Zacken rundherum angeordnet sind, hat er nun bereits in seinem Besitz.

Der Rauch, der von dem Dorf Aston entsteigt, zieht noch immer über die leblosen Gedärme der Vernichteten. Die aasfressenden Geier kreisen oberhalb des zerstörten Königreiches, kreischen den Schrei des hungernden Tieres, fallen von Zeit zu Zeit auf einen Körper und brechen mit ihren Schnäbeln ein Stück Fleisch heraus, das sie hastig herunter schlingen.

Plötzlich wird die Totenstille vom Geschluchzte weinender Kinder durchbrochen. Sollten die Hunde von der Unterwelt etwa Zeugen hinterlassen haben?

Sie haben zwei Kinder, Zwillinge - ein Mädchen und einen Jungen, Kora und Yabar, die König Mangus Kinder sind, vergessen. Versteckt in einer Höhle unter dem verbrannten Haus des toten Königs.

Über der Höhle ist eine Falltüre aus Eisen, versteckt durch einen Teppich, der einst die Pracht der Familie widerspiegelte und jetzt mit ihr verschmorte. Von unten hört man das Wimmern der frierenden Waisen. Jemand hört die Stimmen, Theodorana Hexenmeisterin und Herrscherin der unsterblichen Elfen. Ihre langen blonden Haare schweben nur wenige Fingernägel hoch über der Erde. Die weiße Bekleidung an ihrem makellosen Körper ist glanzvoll verziert. Die feine zarte Haut im Gesicht verzieht sich beim Anblick des Grauens.

Sie steuert ihre Schritte zur Falltüre, öffnet sie mit schweren Gestöhne.

„Hallo, wo seid ihr, kommt heraus oder wollt ihr ewig im Finsteren schmachten? Es kann euch nichts mehr geschehen!“

Zaghaft schreitet das Paar heraus, nicht älter als drei bis vier Salmanen (Jahre) zählen sie.

„Kommt mit mir, für euch hat die Zukunft noch großes vorgesehen. Eines Endans (Tages) werdet ihr mich und euch rächen.“

Als die Kinder außerhalb der Höhle Fuß fassen, löst sich die Hand der Hexe von der Falltüre, pfeifend stößt sie auf das dunkle schwarze Loch. Ängstlich umschlingen die Kinder den Körper der Frau, sie hebt ihre Hand empor, der Zeigefingernagel wächst mit erschreckender Schnelligkeit, bis er das Dreifache seiner Normallänge, die schon ganz schön lang ist, misst.

Mit dem Zeigefinger zieht sie einen kleinen Kreis in das Eisentor, wobei sie ein paar magische Worte spricht. Der Kreis löst sich von der Pforte, schwebt in die Luft auf die Kopfhöhe der Hexe, die mit dem Fingernagel mitten durch den Kreis fährt. Ein heller Schein umrandet die zwei Stücke, der Schein leuchtet derart, das man die Augen bedecken muss. Aus dem Nichts ist an beiden Stücken je eine massive Kette gewachsen.

„Diese Türe zur eurer Vergangenheit bleibt so lange verschlossen, bis ihr beide dieses Amulett zusammenfügt, und es als Schlüssel mit der Türe verschmelzt, so steht es geschrieben und so wird es geschehen.“

Mit diesen Worten hängt sie die Stücke an die Hälse der Kinder.

„Tragt sie immer und überall bei euch, ihr dürft sie niemals aus der Hand geben!“

Theodorana nimmt die Kinder, gibt ihnen eine Fackel, geht zu ihrem toten Vater, der noch immer an den Pfosten hängt.

„Entfacht ein Feuer unter seinem Leib, damit er verbrenne und sein Staub in die Ewigkeit eingehe.“

Yabar hält die Fackel an seinen Vater, dieser fängt an zu brennen, schnell wirft der Junge die Fackel auf den Boden, seine Tränen erzählen von seinem Schmerz, er umklammert die Hexe innig und fest, ebenso Kora.

Von da an leben und lernen sie bei Theodorana im verhexten Wald der Elfen.

Pechschwarz sieht der Wald von außen aus, durchdringt man jedoch die ersten Bäume erstrahlt er in den schönsten Regenbogenfarben. Niemals wagte es, in dieser Zeit, ein Sterblicher seinen Fuß da hinein zu setzten.

So können die Kinder glücklich und zufrieden leben, inmitten von Wundern und Unsterblichkeit, Schönheit und Glanz, umsorgt von leuchtenden Elfen.

Bis, ja bis die Hexe es an der Zeit findet, dass die Kinder alt genug für ihre Ausbildung seien. Acht Salmanen (Jahre), nachdem sie die Kinder aus der Höhle befreite, schickt sie Yabar zu Schamandraan, einem gefürchteten Krieger, er soll ihm Kampfgeschick und Kraft geben. Das Mädchen, Kora, kommt zu Casandra, sie unterrichtet Magie und Weisheit. Der Abschied ist schlimm, schweren Herzens gehen die Kinder zu ihren Lehrern, zehn Salmanen wird die Ausbildung dauern. Die Zwillinge wachsen heran, Yabar wird stark, seine Muskeln strotzen einem Bären. Kora erlangt die Geheimnisse der Macht, kann Blei in Gold verwandeln, wird in alles eingeweiht was mit Weisheit und Leben zu tun hat.

Theodorana ist gealtert, sie wäre zwar unsterblich, sie könnte auch gar nicht altern, wenn sie nicht aus reiner Lebensenergie bestände. Vestor hat in all den langen Salmanen ein Reich nach dem anderen verheert und braucht jetzt nur noch einen Zacken, dann ist der Stern vollständig. In dieser grausamen Zeit mussten Tausende für die Gier des Tyrannen ihr Leben lassen. Ist der Stern erst zusammengesetzt, entzieht er alle mächtige Energie, um sich selbst mit Macht aufzuladen. Daher schickt die Herrscherin über die Elfen Boten zu den Zwillingen, sie überbringen die Nachricht von der schweren Kunde.

Yabar macht sich sofort auf den Weg und trifft als erster bei Theodorana, seiner Ersatzmutter, ein. Seine Reise führt ihn durch den schwarzen Wald ins unterirdische Schloss, ein Altar bedacht den prunkvollen Abstieg ins Schlossinnere.

Mächtige Stufen führen hinab, der Gang ist mit dutzenden Fackeln hell erleuchtet. Endlich ist er im Empfangsaal angelangt, dort wartet ungeduldig – Hector. Der treue Diener der Meisterin ist alt und gebrechlich, er begrüßt Yabar, seine Worte klingen dumpf und düster.

„Der Herrin geht es zum schlechtern, sie möchte euch sofort nach eurer Ankunft sehen!“

„Du musst mich nicht führen, ich bin allein schneller.“

Eiligen Schrittes geht er voran. In einem der unteren Stöcke befindet sich das Schlafgemach von seiner zweiten Mutter.

An der massiven Holztüre, die das Gemach verschließt, klopft er zaghaft an. Von drinnen hört er eine schwache Stimme.

„Komm rein mein Sohn.“

Er öffnet die Türe, und betritt das Zimmer. Das erste was er sieht, ist die einstige Schönheit Theodorana in ihrem Himmelbett. Alt, grau und verbraucht ist sie nun.

„Sohn komm näher, ich sehe kaum deinen Schatten.“

Er tritt an die Schlafstelle.

„Du bist stark und trotzdem hübsch geblieben, ein richtiger Mann. Du und Kora ihr seid meine Hoffnung, vielleicht sogar meine Rettung. Nur ein Zacken und Vestor ist allmächtig, mit dieser Macht wird er jedes Volk versklaven und dem Bösen frönen. Deine Schwester und du, ihr müsst das verhindern. Wo ist sie überhaupt, sie müsste längst hier sein?“

Fragend sieht sie umher. Yabar weiß auch keinen Rat.

„Dann ist sie in Gefahr, Yabar nur mit ihr kannst du Vestor aufhalten. Alleine seit ihr nichts, zu zweit jedoch kaum verwundbar. Finde sie und fügt das Amulett zusammen, gebraucht es. In der Höhle findet ihr alles, um den Stern zu zerstören.“

Sie nimmt einen langen Atemzug, ihre Kraft ist beinahe aufgebraucht.

„Denn wisse, euer Vater war nicht nur der Hüter eines Zackens, sondern auch der Zerstörer des Sterns. Und noch was - töte Vestor bestrafe ihn für das, was er mir antat.

Vor Salmanen, als ihr noch nicht wart, kam er in mein Schloss, in Frieden wie er verstohlen sagte, er wolle um meine Hand werben. Ich gab ihm einen Korb, er wollte sich nicht damit zufrieden zeigen, so tötete er 100 Elfen und vergewaltigte mich einen Andran (Monat) lang, noch heute sind meine Träume von Angst durchflutet. Er nahm mir meine Ehre und jetzt noch mein Leben...töte ihn...ich...die Macht...wie nur...ah er...ist auf dem Wege...auf dem We...Casandra...“

Bewusstlos fällt ihr Kopf zur Seite. Yabar hält sie in seinen Armen, da betritt Hector das Zimmer.

„Ihr müsst nun gehen, ihr könnt ihr nur helfen, wenn ihr Vestor tötet, nicht indem ihr bei ihr trauert. Die Elfen werden ihrer Herrscherin helfen und sie pflegen, geht und rettet die Gerechtigkeit.“

Eigentlich möchte Yabar sie nicht verlassen, doch die Ehre zwingt ihn dazu.

„Du hast recht, sorge gut für sie!“

Weitab vom schwarzen Wald lebt Casandra in einem Schloss aus Gold, sie wird bewacht von Ecks, das sind echsenartige Geschöpfe.

Die Sage behauptet, sie seien einst eines der schönsten Völker gewesen, doch dann schlossen sie einen Pakt mit Satanas dem Teufel, um ewiges Leben für ihr Aussehen, ihre Erscheinung zu erlangen. Satanas aber legte sie herein und nahm ihnen ihre Schönheit ohne Gegenleistung.

Nur wenige aus diesem Volke leben noch auf dieser Welt, sie zogen aus, um nicht vor Scham zu sterben. Viele gingen auch freiwillig aus dem Leben, wurden nicht fertig mit ihrem Aussehen. Die, die heute Leben, haben sich längst damit abgefunden, es sind die tapfersten Krieger, die es überhaupt gibt.

Casandras Schloss liegt mitten in einer hügeligen Landschaft, auf der goldgrünes Gras wächst.

Die Idylle trügt, das Schloss ist umlagert von Vestors schwarzer Armee, unter Führung von Rohr dem Kräftigen.

Kora und Casandra verweilen im großen Thronsaal, während der Eck Crieck, ihr oberster Verteidigungsmeister, alle Vorbereitungen für den erwarteten Angriff von Rohr trifft.

Casandra, die Oberpriesterin der göttlichen Sonnenschwestern, gibt ihrer Schülerin die letzten Anweisungen.

„Du musst entkommen, das ist von absoluter Wichtigkeit. Wenn die Schlacht gegen unsere Gunst fällt, wirst du mit Crieck durch den Geheimgang fliehen! Ich wünsche das so!“

„Euer Wunsch ist mir Befehl, oh Priesterin.“

Die Banner von Vestor wehen wieder im Wind, nur dieses Mal ist Rohr an vorderster Front. Weitab von den Mauern der Burg kommandiert er seine Befehle.

„Das Fußvolk nach vorne, greift an!“

Mit lautem Geschrei stürmen die Truppen, mit Leitern und Rammböcken nach vorne, zum goldenen Paradies. Die Pfeile von den Ecks strecken einige Angreifer zu Boden, zu groß ist jedoch die Übermacht, die Schwarzen können trotzdem ihre Leitern aufrichten. Die wenigen Ecks versuchen die Leitern zu stürzen, doch sie werden immer wieder aufgestellt.

Enterhaken mit Seilen daran werden über die Mauer geschleudert, eine Gruppe der Söhne der Hölle versucht mit dem Rammbock die Türe zu sprengen.

Casandras Krieger schütten glühendes Metall auf die Angreifer, entsetzliches Schreien, wie wenn man einem Menschen bei lebendigem Bewusstsein die Haut abzieht.

Die Gesichter der Begossenen schmelzen weg, als wäre es flüssige Milch. Das sich härtende Metall schlingt sich um ihre Knochen. Vestors Männer klettern um ihr jämmerliches Erdendasein in die Höhe.

Die Schwarzen schwingen über die Mauern, ein grausames Gemetzel beginnt, jeder ist sich selbst der Nächste, kein Erbarmen, keine Gnade. Die Schwerter, Hellebarden, Äxte und Morgensterne blitzen in der Sonne. Wahllos wird getötet, nur um am Leben zu bleiben, von ritterlicher Ehre kann man nichts entdecken.

Die Ecks können das Tor gerade noch halten, trotz der schweren Verluste. Nichts, aber auch gar nichts kann die in ihren schwarzen Uniformen wie Teufel aussehenden Krieger aufhalten. Sie versuchen das große goldene Tor mit vier Rammen zu brechen.

Die Mauern zittern ob derartiger Kraft, es bebt und knirscht enorm! Die Türe will brechen und dennoch halten. In Ihrer Verzweiflung kippen die stolzen Ecks heiß glühendes, zerstoßenes Lavagestein auf die Soldaten des Tyrannen. Am meisten betroffen sind die, die einen der Rammböcke führen. Die schmerzenden Schreie durchdringen die Herzen aller derjenigen die Mitleid kennen. Die fein zerriebenen Steine fressen und brennen sich durch die Haut der Angreifenden Söhne der Hölle. Haare und Bekleidung entfachen zu einem Feuer des Todes, Ramme und Männer brennen lichterloh, das Gold von der Pforte fängt an zu schmelzen, enorm ist die Hitze, groß der Druck, das kann nur das Höllenfeuer sein. Kein lebendiges Zeichen bleibt, nur eine klebrige Masse des Nichts. Das Tor ist gerettet, wenigstens für den Hauch eines Momentes. Auf der Palisade herrscht weiterhin ein erbitterter Kampf, um die Frage des Gewinners. Viele gespaltene Köpfe der Ecks, wie auch der Schwarzen liegen auf der blutroten goldenen Mauer.

Immer mehr Soldaten Vestors steigen über die Palisade, eine kleine Gruppe davon bahnt seinen Weg zur Verriegelung der Pforte frei, von der das Blut in strömen tropft. Rundherum liegen Kadaver, was das Auge auch sieht, es sieht nur den Tod, und das nur für den Machtwahnsinn eines Irren. Die Ecks kämpfen so sehr, dass sie die Gruppe fast vollständig aufreiben, nur zwei kommen durch!

Der eine wird getötet, von einem Pfeil, der andere läuft wie vom Blitz getroffen, ohne nach hinten oder oben zu schauen, Richtung Verriegelung. Mit dem Schwert schlägt er die Halterung für die Verriegelung entzwei. Somit fällt das Tor mit rasanter Geschwindigkeit nach unten, das schwere, glänzende Gold überdeckt den Graben, der Weg ist frei. Rohrs Gelegenheit, er setzt die Pferdetruppen in Bewegung, sie galoppieren in die Schlacht.

Crieck meldet seiner Herrin die Hiobsbotschaft.

„Oh meine Priesterin, eure Truppen sind fast geschlagen, von den dreihundert Mann habe ich noch höchstens dreißig. Ebenso brennt die Burg zur Hälfte, Vestors Geier haben fast schon gesiegt.“

„So sei es dann, wir verlieren, nimm Kora bringe sie in Sicherheit zu Yabar in den schwarzen Wald. Zehn deiner Besten werden dich begleiten, sie ist nun deine Herrin, nun geht!“

„Warum, kommt ihr nicht mit?“ Sie schüttelt energisch ihren zierlichen Kopf.

„Nein einer muss sie aufhalten, und wenn sie mich nicht finden, werden sie euch suchen.“

„Ich werde gehorchen wie immer, mein Leben soll enden wenn ich versage!“

Crieck eilt zum Gemach von Kora, die schon dabei ist, das nötigste zusammenzupacken, doch Crieck hält sie davon ab.

„Wir können keine schweren Lasten mitnehmen. In zwei Fiden (Minuten)müssen sie im Keller bei der Geheimtüre sein, tragen sie leichte Kleidung.“

Schnell ist er wieder weg, Kora sieht ihm kurz nach, er ist unterwegs zu seinen letzten Kriegern.

Das Gemetzel dauert noch an, die Ecks sind am Rande des Zusammenbruchs, aber sie halten noch eine sichtbare Front, sie kämpfen und töten, für ihren Glauben, bis sie selber nicht mehr sind. Das dezimierte sie auch in der Vergangenheit so sehr, dass ihre Rasse beinahe ausgerottet wurde.

Crieck ruft zehn seiner Tapferen, mit diesen geht er zum Gang der unendlichen Hoffnung. Dort wartet bereits Kora, die den Durchgang geöffnet hat.

Oben tobt die Schlacht, die letzten Ecks versperren verzweifelt den Durchgang zu den Gemächern im Innern des Schlosses. Da erscheint Rohr mit seinem mächtigen Hammer.

„Aaaaaaah - beiseite!“

Seine Kraft schwingt den Hammer durch die Luft, auf die Köpfe der Ecks. Das Gehirn der Ecks spritzt aus der Schädeldecke direkt in Rohrs Gesicht, der genussvoll mit seiner Zunge den Saft der Toten aufleckt!

„Mh – schmeckt nach Hühnchen...“

Nichts von den Köpfen der Ecks bleibt, nur die ausgefransten Hälse lugen hervor.

Die Schwarzen haben nun freie Fahrt und durchsuchen die Zimmer der hohen Priesterin.

Casandra betet in ihrem tempelartigen Gebetzimmer, als Rohr durch die Türe stürmt.

„Priesterin, mein Herr hat deinen Tod befohlen.“

Er legt den Hammer beiseite, zieht sein Schwert aus dem Halfter, schwingt es über seinen Kopf und wuchtet es hinab auf die kniende Casandra.

Der Tod bringende Schnitt trennt den Körper vom Haupt - die schöne Casandra ist nicht mehr.

Die Schwarzen plündern, was nicht niet- und nagelfest ist, mit Fackeln entfachen sie eine Feuersbrunst, die das Schloss dem Erdboden gleich macht.

Dort wo einst ein stolzes, mächtiges Schloss thronte, ist jetzt nur noch eine Ruinenstätte.

Vergnügt und bereichert ziehen sie von dannen, diese schwarzen Hunde.

Yabar trifft sehr viel später am Orte der Trauer ein, er traut kaum seinen Augen, erwartete er doch einen goldenen Traum und findet einen dunklen Alptraum.

In der Hoffnung, einen Hinweis über Koras Leben zu finden, sucht er die Ruine vollständig ab, läuft hin und her, durchwühlt die Asche. Seine Mühen sind erfolglos, nichts ist zu finden, seine Miene ist schmerzverzerrt, hat er sie zehn Salmanen nicht gesehen und nun sollte er sie gar nie wieder sehen? Seine Kehle stößt einen Schrei aus, einen Schrei der schmerzlicher nicht sein könnte, Schmerzen des Herzens.

„Kooooooraaaa!“

Seine Gedanken drehen sich nur noch um sie, obwohl er weiß, was für eine Aufgabe ihm bevorsteht. Die Verbundenheit zu seiner Zwillingsschwester ist innig, nur schon ein Hauch Glaube sie könnte tot sein, erfüllt ihn mit unendlicher Bitternis. Hasserfüllt besteigt er seinen schwarzen Hengst.

Sein Weg führt ihn nach alt Kordenien, der letzte freie Zacken ruht dort. Die Reise ist lang und beschwerlich, vielleicht sogar tödlich. Mächtige oder einst mächtige Reiche muss er durchqueren. Vestors Truppen sind ebenfalls aufgebrochen, um den letzten verbleibenden Zacken und damit die unendliche Macht für Vestor zu erobern.

Criecks Gruppe schlägt sich bis zum großen Meer durch, dort steht das Dorf der Verbannten. Nur Verbrecher, Diebe, Abenteurer, Söldner und Gesindel leben in dieser Gegend. Das Dorf ist mit Tavernen und Straßenhändlern nur so übersät, da der leicht verdiente Reichtum auch wieder leicht ausgegeben wird, herrscht zur jeder Zeit heller Betrieb in den Strassen. Streitereien und Gefechte mit tödlichem Ausgang sind an der Tagesordnung, nicht einmal Vestors Truppen wagen es Ordnung zu schaffen. Aber die Arme des Bösen sind lang, bezahlte Söldner im Dienste Vestors suchen Kora.

Kora indessen reitet mit Crieck und seinen Mannen bis zu einer Herberge, an der ein Schild mit der Zeichnung eines gehängten blutenden Engels hängt.

Casandras treuer Diener Crieck ist nun der Führer einer lebenswichtigen Aufgabe, mit den zehn besten Männern, die letzten die ihm blieben, versucht er Kora zu beschützen.

„Bringt die Pferde in die Koppel, Crock und Carock bewachen das Haus. Kora wir müssen uns hier ausruhen.“

Er blickt betrübt und müde zu Boden, sie weiss, er hat recht.

„Gut, diese Nadne (Nacht) und Morgen reiten wir nach alt Kordenien, damit wir Vestor aufhalten können, ach wäre Yabar doch bei mir!“

Die Herberge gehört Trochek einem dicken, großen, schwabbeligen, farbigen Mongolen, der mit List und Tücke schon manchen Reichen in einen Armen wandelte. Crieck, schon von Geburt an misstrauisch, traut Schwabbelbauch, so nennt er ihn, ganz und gar nicht. Trotzdem braucht er ihn, er muss die Ausrüstung für die lange Reise besorgen.

Besorgen, ja besorgen, das kann er, der Schwabbelbauch kennt jeden und alles, er verlangt zwar sehr viel für seine Dienste, dafür sind diese umso besser. Crieck und Trochek kennen sich seit Salmanen.

„Grüß dich Schwabbelbauch lang ist's her.“ „Ja, du Echse, was treibt dich her?“

„Ein Auftrag, nur ein kleiner Auftrag.“

„Ich hörte du seiest in den Diensten der Priesterin, im goldenen Schloss.“

„Was du nicht alles hörst, das ist lange her, höre jetzt, wir brauchen ein paar Kleinigkeiten - da wären ein Schwert, zehn Bogen mit Pfeilen, Vorräte, eine wegweisende Karte nach alt Kordenien und eine Beschreibung der Befestigungsanlagen von der Teufelsburg.“

Der Mongole wird hellhörig.

„Mh, Vestors Burg?“

„Genau diese.“

„Ich werde es versuchen, das andere ist leicht und billig, doch das letztere wird ein bisschen teurer.“

„Ich bezahle immer, das weißt du genau.

Nun geh wir brauchen das schnell!“

Trochek will gerade gehen, da dreht er sich nochmals um.

„Ja, oh großer Feldherr Crieck, ich werde alles besorgen. Übrigens ich hörte deine stolze Burg sei nicht mehr?“

Crieck fährt ihm ins Wort.

„Was willst du sagen, sprich!“

Erzürnt blickt er Trochek an, doch dieser wehrt mit List und Tücke ab.

„Och das war nur so ’ne Frage.“

Grinsend geht Schwabbelbauch aus dem Haus, während Crieck ihm nachruft.

„Deine Neugier kostet dir eines Endans (Tages) das Leben, ich sah Männer die ihre Zunge verloren, weil sie dumme Fragen stellten!“

Crieck wendet sich ab und geht in den Nebenraum, der als Gemeinschaftsschlafraum dient. Im Winter wärmen sich die Schlafenden an einem großen Kachelofen im Innern des Raumes, jetzt ist er nicht in Betrieb.

Frauen und Männer verweilen in den einfachen Herbergen meist in den gleichen Räumen, so muss Kora bei den Männern ruhen. Die Nadne vertreibt den Endan (Tag), Crock und Carock wachen über den Schlaf der anderen.

Nach seinen Besorgungen kehrt Trochek ins Haus zurück, er eilt zu Crieck.

„Wach auf, schlechte Nachrichten, wach schon auf!“

Crieck öffnet widerwillig seine Augen.

„Schrei nicht so herum...“

Mit Crieck sind auch die anderen erwacht.

„Warum hast du uns geweckt, Schwabbelbauch?“

„Es ist wegen der Karte...von der Festung...ich habe sie...“

„Und darum weckst du uns?“

„Nein, nicht allein wegen dem, es geht um etwas and...“

„Sprich oder lass uns in Ruhe, ich werde langsam ungeduldig.“

„Schon gut - als ich nach einer Karte fragte...ihr wisst ja, Söldner sind euch auf den Fersen, da haben mich wahrscheinlich ein paar solcher Ungeziefer belauscht, die Söldner sind auf dem Weg hierher!“

„Du dummer, dicker Narr, los alles aufstehen, packt eure Sachen wir müssen weg, Trochek sind noch andere Gäste hier?“

„Nein.“

„Umso besser.“

Trochek ist besorgt, die Söldner kennen meist kein Erbarmen, sie könnten auch ihn töten.

Crock stürzt in den Raum.

„Söldner überall...vielleicht dreißig!“

Crieck überlegt was er in diesem Falle tun soll, er muss die richtige Entscheidung treffen.

„Na gut uns bleibt keine Zeit, Mareck, Tack, Arock, Kirgenck geht zu Carock, haltet sie auf bis Kora in Sicherheit ist!“

Crieck spricht schnell und hastig. Die vier Männer stoßen zu Carock nach draußen, sie ziehen ihre Schwerter, Carock hat seinen Morgenstern bereits in der Hand, langsam werden sie umzingelt, von Dutzenden von Söldnern. Das Gesindel lässt sich Zeit, nur nichts überstürzen, sie haben das Haus umzingelt, keine Chance für die, die drinnen sind. Der Abschaum grinst und spielt mit den Waffen herum, es soll Eindruck auf die Ecks schinden, die Ecks lässt das Gehabe kalt, mit scheinbar eisiger Ruhe verharren die Echsen in ihrer Position, wohin man sieht - Söldner in verschiedensten Variationen, dreckig und zerlumpt, monströs und gefährlich oder kindisch, verspielt, eines ist sicher, es sind Gegner die man ernst nehmen muss.