Diskussionen über Heimat - Jürgen Artmann - E-Book

Diskussionen über Heimat E-Book

Jürgen Artmann

0,0
6,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Kaum ein Wort polarisiert so wie Heimat, Ein Ort oder ein Gefühl? Verloren oder gefunden, missbraucht oder gepflegt, immer da, ohne aufzu-fallen oder ewig ersehnt... Ein halbes Jahr diskutierte die Gruppe ...across cultures das Wort Heimat. Sie schrieb, las, hörte zu, kommentierte, stritt. Die Quintessenz dessen enthält dieses Büchlein ganz unkommentiert.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 44

Veröffentlichungsjahr: 2022

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Kaum ein Wort polarisiert so wie Heimat, Ein Ort oder ein Gefühl? Verloren oder gefunden, missbraucht oder gepflegt, immer da, ohne aufzufallen oder ewig ersehnt…

Ein halbes Jahr diskutierte die Gruppe …across cultures das Wort Heimat. Sie schrieb, las, hörte zu, kommentierte, stritt. Die Quintessenz dessen enthält dieses Büchlein ganz unkommentiert.

Thomas Schwerdtfeger, Monika Schäfer, Marion Müller, Susanne Frank, Brigitte Biermann, Jürgen Artmann

Diskussionen über Heimat

© 2022 Thomas Schwerdtfeger, Monika Schäfer, Marion Müller, Susanne Frank, Brigitte Biermann, Jürgen Artmann

Umschlag, Illustration: tredition

Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

Paperback

978-3-347-69668-6

e-Book

978-3-347-69670-9

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und der Autorinnen und Autoren unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhaltsverzeichnis

Heimat – Versuch einer Definition

Heimat

(Un)hinterfragte Heimat

Heimat, doch nur ein Gefühl?

Weggehen, um anzukommen

Heimat finden

Verlorene Heimat

Der Brief

Heimatlos – im Home-Office

Wächter und Reisende

Wahre Liebe

Verratene Heimat

Heimat – Versuch einer Definition

Marion Müller

Wo kommst du eigentlich wech, da wo die Weser einen großen Bogen macht, es Zuckerkuchen und Grünkohl gibt, man Nachtpölter trägt, die Römer nie richtig Fuß fassen konnten, sich der Sachsenherzog Wittekind von seinen alten germanischen Göttern abwandte und sich taufen ließ.

Definiere ich damit meine Heimat?

Wozu ist das überhaupt wichtig oder nötig? Ist die allgegenwärtige Diskussion über das Thema Grund genug? Weshalb ist die Diskussion überhaupt so intensiv?

Der deutsche Begriff Heimat leitet sich etymologisch von „Heim" ab, ursprünglich einem Ort bzw. Lager, an dem man sich niederlässt. Man könnte das wohl auch als „Stammsitz“ bezeichnen“.

Gleichzeitig beinhaltet Heimat auch die Kennzeichnung und Bewahrung von lokal Spezifischem – damit grenzt sie aus.

Martin Walser meint ja, dass Heimat der schönste Name für Zurückgebliebenheit ist.

Wenn ich mir die Irrfahrt meiner Großmutter auf der Flucht vergegenwärtige, dann kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass Heimat ein reiner Zufall ist.

Schaut man sich die Zerrissenheit der Eltern von z.B. Dimitrij Kapitelman1 an, die mit so vielen Hoffnungen aus ihrer Heimat fortgegangen und doch nie ganz angekommen sind und nun auch nicht mehr in die alte Heimat passen, dann scheint mir Heimat ein Sehnsuchtsort zu sein.

Gleichwohl gilt es in Zeiten der Globalisierung als schick, keine Heimat zu haben, ein Globetrotter ohne festen Wohnsitz zu sein, wie es zum Beispiel der Investor Nicolas Berggruen vorlebt.

Oder ist Heimat ein Marketinginstrument? Die Unbestimmtheit des Begriffs spricht unsere Emotionen an und ist somit für Marketingzwecke jeder Art attraktiv.

Ja was ist Heimat?

1 Ich beziehe mich hier auf das Buch „Eine Formalie in Kiew“ von Dimitrij Kapitelman.

Heimat

Monika Schäfer

Meine Heimat betrübt mich. Jeden Morgen überrascht mich ihr Himmel mit neuen Grautönen, die unglücklicherweise den Weg in meine Seele finden und mich in eine niedergeschlagene Stimmung versetzen. Vorzugsweise verlasse ich deshalb meine Wohnung erst, wenn diese tristen Farbtöne durch das Schwarz der Nacht verschluckt werden und andere bunte, aufgeregte Farben um mich herum erscheinen. Auf der Straße funkeln mir die roten Rücklichter der Autos fröhlich als feurige Augen entgegen. Das Geschäft an der nächsten Ecke präsentiert nicht nur farbenfrohe Bettwäsche, sondern glänzt auch mit einem langen, neon-grünen Lichtstreifen, der viele teure Quadratmetern erahnen lässt. An der nächsten Straßenkreuzung erblicke ich die beiden Landgrafen, die sich um das Eintreten der vorbeieilenden Kundschaft bemühen. Wilhelm der Erste sitzt mit einladender Geste in lebensgroßem Messing im blau-weißen Lichtschein eines 4-Sterne Hotels. Landgraf Karl prangt mit seinem wohl bekannten Profil in der weiß-roten Neonreklame der großen Apotheke. Angeregt durch die bunten Lichter hebt sich meine Stimmung.

Lichter in der Nacht

Der Trübsinn verschwindet schnell

Oberfläche glänzt

Nach dem Test im hellerleuchteten Corona-Testzentrum, begebe ich mich auf den Heimweg. Ich bemerke, dass mich die düsteren Gedanken über meine Heimat noch nicht losgelassen haben. Mit einer rätselhaften Vorahnung nehme ich aus den Augenwinkeln eine hohe Gestalt im langen, schwarzen Mantel, roter Mütze und herausragenden roten Hosenbeinen wahr. Sie verschwindet mit schnellen Schritten in einer Tiefgarage. Das Teuflische kann überall aufblitzen, denke ich. Es steckt im Detail, sagt man. Auf subtile Weise wird Schaden angerichtet und die Menschen werden in Versuchung gebracht, Unsinn zu glauben. Plötzlich entstehen unerfreuliche Gedanken in unerwarteten Zusammenhängen und begleiten mich noch ein Stück des Weges. Gemeinsam überqueren wir die vertraute Brücke über den kleinen Bach meines Stadtviertels. Das Gluckern und Plätschern im Hall des Brückengewölbes bringt mir die Zukunft in den Sinn. Was noch könnte geschehen?