Dolomiten Wanderführer Michael Müller Verlag - Florian Fritz - E-Book

Dolomiten Wanderführer Michael Müller Verlag E-Book

Florian Fritz

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Beschreibung

E-Book zur 1. Auflage 2020 Klassisch auf der sonnigen Seite der Alpen: zu Fuß durch die Südtiroler Dolomiten. Seit unser Hausautor Florian Fritz im Alter von sechs Jahren die Rosengartenumwanderung absolvierte (zum guten Teil auf den Schultern des Vaters), haben ihn die Dolomiten nicht mehr losgelassen. Enrosadüra - ladinisch für "Alpenglühen" - ist auch für Erwachsene magisch: schroffe Felszacken, die im letzten Abendlicht rotgolden in den Himmel ragen. Dabei haben die Dolomiten nicht nur Fels und gewaltige Wände für Bergsteiger zu bieten, sondern 35 Touren für Familien, ambitionierte oder eher genießerische Wanderer. Beispielsweise auf der Seiser Alm, der größten Hochalm Europas, im Gadertal (dem ladinischen Val Badia) und dem anschließenden Hochabteital sowie rund um Villnösser und Grödner Tal und schließlich im Süden im Eggental und dem Val di Fassa.

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Seitenzahl: 214

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Inhaltsverzeichnis
Wichtige HinweiseWandern in den DolomitenWanderregionenWetter und WandersaisonStein- und Felskunde für WandererPflanzenweltTierweltAusrüstung und VerpflegungNotfall und NotfallnummernTourplanung und -durchführungVillnößtalTour 1: ** Rundwanderung von St. Peter auf dem BergbauernwegLänge: 8,8 km ■ Gehzeit: 3:10 Std Tour 2: ** Runde von Zans zur GampenalmLänge: 6,7 km ■ Gehzeit: 2:25 Std ■ kinderfreundlichTour 3: *** Von Zans über das Kreuzjoch zur SchlüterhütteLänge: 11,3 km ■ Gehzeit: 4:05 Std Tour 4: *** Auf dem Adolf-Munkel-WegLänge: 13,8 km ■ Gehzeit: 4:40 Std Tour 5: ** Auf Reinhold Messners Spuren: Runde von Zans zur Gschnagenhardt-AlmLänge: 9,2 km ■ Gehzeit: 3:05 Std Tour 6: ** Von Zans zur Wörndleloch-AlmLänge: 6,5 km ■ Gehzeit: 2:20 Std Grödner TalTour 7: ** Auf dem Poststeig von Lajen nach St. UlrichLänge: 11,6 km ■ Gehzeit: 3:40 Std Tour 8: * Auf dem Legendenweg von St. Christina zur St.-Jakobs-KircheLänge: 5,2 km ■ Gehzeit: 1:35 Std ■ kinderfreundlichTour 9: *** Wanderung über die Almen des Col RaiserLänge: 9,1 km ■ Gehzeit: 3 Std Tour 10: *** Vom Col Raiser auf den Pic und über die Seurasas-Almen nach St. ChristinaLänge: 9,1 km ■ Gehzeit: 3:10 Std Tour 11: **** Über Raschötz und Panascharte auf die SecedaLänge: 8 km ■ Gehzeit: 3:35 Std Tour 12: *** Von Wolkenstein zur Stevia-HütteLänge: 7,4 km ■ Gehzeit: 3:25 Std Tour 13: * Von Wolkenstein ins LangentalLänge: 6,4 km ■ Gehzeit: 1:40 Std ■ kinderfreundlichTour 14: ** Vom Ciampinoi zum SellajochLänge: 4,4 km ■ Gehzeit: 1:15 Std Tour 15: *** Vom Sellajoch rund um den LangkofelLänge: 15,5 km ■ Gehzeit: 4:55 Std Tour 16: **** Vom Grödner Joch über das Sellamassiv zum Pordoi-JochLänge: 10,6 km ■ Gehzeit: 5:20 Std Tour 17: *** Vom Grödner Joch zur Puez-Hütte und durch das LangentalLänge: 14,8 km ■ Gehzeit: 5:30 Std Schlern, Seiser AlmTour 18: ** Runde vom Mont Sëuc über die Seiser AlmLänge: 10,5 km ■ Gehzeit: 2:45 Std ■ kinderfreundlichTour 19: ** Rundwanderung von Seis zur Tuffalm und zum Hofer AlplLänge: 7,4 km ■ Gehzeit: 2:35 Std ■ kinderfreundlichTour 20: * Auf dem Oswald-von-Wolkenstein-Weg bei Seis am SchlernLänge: 3,9 km ■ Gehzeit: 1:35 Std ■ kinderfreundlichTour 21: ** Von Kompatsch auf den PuflatschLänge: 9,1 km ■ Gehzeit: 2:55 Std Tour 22: ** Von Kompatsch über die Hochebene der Seiser AlmLänge: 12,2 km ■ Gehzeit: 3:35 Std ■ kinderfreundlichTour 23: **** Von Kompatsch auf den SchlernLänge: 9,5 km ■ Gehzeit: 4:10 Std Tour 24: **** Vom Schlernhaus über die Tierser-Alpl-Hütte zur PlattkofelhütteLänge: 13,6 km ■ Gehzeit: 4:50 Std Tour 25: **** Von Kompatsch über die Rosszahnscharte zur Tierser-Alpl-Hütte und zur MahlknechtschwaigeLänge: 16,9 km ■ Gehzeit: 5:45 Std RosengartengebietTour 26: ** Auf dem Oachner Höfeweg von Schloss Prösels nach St. KatharinaLänge: 9,2 km ■ Gehzeit: 3:25 Std Tour 27: ** Von St. Zyprian ins TschamintalLänge: 6,9 km ■ Gehzeit: 2:10 Std ■ kinderfreundlichTour 28: *** Am Fuß des Rosengartens: vom Nigerpass über die Haniger Schwaige nach TiersLänge: 9,9 km ■ Gehzeit: 3:35 Std Tour 29: **** Im Herzen des Rosengartens: von der Kölner Hütte durchs TschamintalLänge: 15,3 km ■ Gehzeit: 6:50 Std Tour 30: *** Von der Paolina-Hütte rund um die RotwandLänge: 6,8 km ■ Gehzeit: 3 Std Tour 31: ** Von der Kölner Hütte über den Hirzelsteig zum KarerpassLänge: 9 km ■ Gehzeit: 2:40 Std ■ kinderfreundlichGadertalTour 32: * Zu den Mühlen von Seres im oberen GadertalLänge: 2,5 km ■ Gehzeit: 1 Std ■ kinderfreundlichTour 33: *** Höhenwanderung vom Heiligkreuzhospiz nach SternLänge: 7,2 km ■ Gehzeit: 2:15 Std Tour 34: ** Von der Capanna Alpina zur Scotoni-Hütte und zum Lagazuoi-SeeLänge: 5,8 km ■ Gehzeit: 2:15 Std Tour 35: **** Vom Falzarego-Pass auf den LagazuoiLänge: 6,6 km ■ Gehzeit: 3:50 Std Über dieses BuchPräambelImpressumDankIndex
Wandern in den Dolomiten
Wandern in den Dolomiten - da denkt man an kahle Felszacken, steile Berggrate, das Alpenglühen und König Laurins Reich im Rosengarten. Tatsächlich haben sich die berühmten Dolomitensagen, die im ladinischen Sprachgebiet über Jahrhunderte überliefert wurden, bis in die Gegenwart als lebendiger Beweis dafür erhalten, dass die Dolomiten eine zutiefst geheimnisvolle, mystische Region sind. Das beschränkt sich aber nicht nur auf die felsigen Gipfelregionen, sondern setzt sich über finstere Kiefernwälder, flammende Lärchenhaine, blumenübersäte Almwiesen bis hinunter in steile Talschluchten fort, an deren Hängen uralte Bauernhäuser wie Adlernester kleben. Und in all diesen Höhenzonen lässt es sich wandern!
Die Touren dieses Wanderführers konzentrieren sich auf das Herz des UNESCO-Naturerbes Dolomiten mit Rosengarten, Langkofel und Sellastock. Vom einfachen Almen-Spaziergang über eine kulinarische Höfe-Tour bis zum hochalpinen Hütten-Hopping ist alles dabei.
Das Schönste daran ist: Sobald man sich etwas abseits der Hauptrouten bewegt, früh am Morgen aufbricht und nicht gerade den August als Wandermonat wählt, ist man oftmals alleine unterwegs. Und irgendwo findet sich dann bestimmt eine Hütte zur Einkehr. Bei einem deftigen Knödeltris, einem üppigen Kaiserschmarrn oder einer würzigen Schinkenplatte, dazu ein süffiger Rotwein, schweift der Blick gedankenverloren und heiter über steinerne Wände und Zacken - wohl dem, der in den Dolomiten wandert!

Blick auf Zallinger Schwaige und Seiser Alm (Tour 15)

Wanderregionen
Die Wanderungen in diesem Buch beziehen sich auf den zentralen, ausschließlich deutschsprachigen Teil der Dolomiten östlich der Etsch, vom Schlern bis zum Gadertal und umfassen damit den Kern der UNESCO-Welterberegion (→ Kasten).

Sommerliche Hochfläche Col Raiser

Unterteilt sind sie in folgende Regionen, die sehr unterschiedlich sind: Villnößtal, Grödner Tal, Seiser Alm und Schlern, das Rosengartengebiet und das obere Gadertal. Letzteres lässt sich leicht über Villnößtal (Würzjoch) und Grödner Tal (Grödner Joch) erreichen und wird bei einem Urlaub daher oft kombiniert. Das Grödner Tal lässt sich wiederum gut über den Panider Sattel mit der Seiser Alm verbinden.
Villnößtal (Touren 1-6): Es ist das bei Weitem ruhigste und ursprünglichste Wandergebiet. Das mag auch daran liegen, dass es am Fuß der mächtigen Geislerspitzen keinerlei Liftanlagen gibt. Nicht alle Bewohner des Tales sind damit zufrieden. Immer wieder gab es Überlegungen, das Villnößtal mit der Seceda zu verbinden - glücklicherweise blieb es bislang bei vagen Ideen.
Grödner Tal (mit Sella und Puez, Touren 7-17): In diesem breiten Tal finden sich zahlreiche Liftanlagen und touristisch erschlossene Orte (St. Ulrich, St. Christina, Wolkenstein) mit zehntausenden Hotelbetten und viel Durchgangsverkehr. Eigentlicher Schwerpunkt ist hier der Wintersport. Am Talschluss erheben sich der Langkofel und der mächtige Sellastock und laden zu hochalpinen Touren ein.
Seiser Alm (Touren 18-25): Die Orte Kastelruth, Seis und Völs unterhalb der Alm sind dörflicher geblieben, wiewohl ebenfalls sehr touristisch. Hier gibt es Weinanbau und zahlreiche gut erhaltene mittelalterliche Höfe. Die Seiser Alm selbst, die größte Almfläche Europas, ist zum Glück weitestgehend autofrei. Zwar ist sie fast das ganze Jahr reichlich überlaufen, aber auf dem gewaltigen Plateau schafft man es dennoch immer wieder, ein stilles Plätzchen für sich zu finden. Mit dem Schlern und den Rosszähnen bietet sie auch hochalpine Wanderoptionen.
Rosengartengebiet (Touren 26-31): Das Rosengartenmassiv ist eine alpine Wundertüte, gefüllt mit Felsbrocken, Geröllkaren, Schuttkesseln, Zacken, Graten und gewaltigen Wänden. Es bietet aber auch Gemächliches wie das einsame Tschamintal und den Weg zur idyllisch gelegenen Haniger Schwaige.
Gadertal (Touren 32-35): Das Tal ist bekannt für seine spätmittelalterlichen Hofgruppen, genannt „Viles“. Besonders schön sind sie in Wengen (La Val), aber auch in der Nähe der Mühlen von Seres gibt es schöne Exemplare zu bestaunen. Am südlichen Ende des Tales erhebt sich die mächtige Fanesgruppe - ein Ort uralter Sagen und Mythen. Der alpine Stellungskrieg im Ersten Weltkrieg wird am Lagazuoi auf spektakuläre Art und Weise für den Wanderer erfahrbar - da tut es schon gut, sich in einer friedlicheren europäischen Epoche zu wissen.
Wetter und Wandersaison
In den Dolomiten ist es grundsätzlich wärmer und milder als nördlich der Alpen und häufig auch trockener, da der Alpenhauptkamm vor allzu kalten Winden und starken Stürmen schützt. Nicht umsonst wirbt die Südtiroler Tourismusindustrie seit jeher mit dem Slogan von den „300 garantierten Sonnentagen im Jahr“. Staut sich das schlechte Wetter im Süden, führt das nördlich der Alpen im Inntal und Bayern manchmal zum berühmt-berüchtigten „Föhn“. Weniger bekannt ist der sogenannte Nordföhn. Er kann durch schlechtes Wetter auf der Alpennordseite oder den Durchzug einer Kaltfront von Westen verursacht werden. Im ersten Fall sorgt er für sonniges, mildes Wetter in den Tälern, im zweiten Fall ist das Wetter zwar schön, es weht aber ein eisiger, stürmischer Wind.
Die fünf Klimazonen Südtirols und damit auch der Dolomiten kann man auf einer Fahrt vom Etschtal in die Berge erleben. Man startet im insubrischen Klima, das von der Salurner Klause etwa bis Bozen reicht und das durch eine mittlere Jahrestemperatur von über 10 °C gekennzeichnet ist. Die Winter sind mild, es gibt selten Frost, die Niederschläge liegen bei 700 bis 900 mm, es gibt keine längeren Trockenperioden. Typischerweise sind im Winter die Südhänge schneefrei. Schon wenig höher beginnt die Zone des submontanen mitteleuropäischen Klimas, die Niederschlagsmengen sind unterschiedlich, im Eisacktal ist es trocken, anderswo erreichen sie 1400 mm. Flaumeiche, Hopfenbuche und die vom Menschen eingeführte Esskastanie charakterisieren diese Klimazone. Das Jahresmittel der Temperatur liegt zwischen 9 und 10 °C, Winterfröste treten immer wieder auf. Im Bereich des montanen mitteleuropäischen Klimas sinkt das Jahresmittel der Temperatur unter 7 °C, die Niederschläge erreichen 900 bis 1400 mm. Im Bergland bis ca. 2200 m herrscht das subalpine Klima. Das Jahresmittel liegt hier nur noch bei 4 °C, und die Niederschläge fallen überwiegend im Winter und bleiben als Schnee lange liegen. Das alpine Klima umfasst nur die hochalpine Gipfelzone. Bei einem Jahresmittel um die 0 °C bleibt der Unterboden ganzjährig gefroren und der Schnee liegt mindestens ein halbes Jahr, meist etwa acht Monate lang.
Grundsätzlich lässt sich abhängig von der Höhe, in die man sich begibt, in den Dolomiten ganzjährig wandern. Ein Trend der letzten Jahre ist zweifellos das Winterwandern. Viele Wege sind im Winter geräumt, die Hütten in der Regel von Dezember bis März geöffnet. Alternativ ist auch das Schneeschuhwandern schwer in Mode gekommen, das in allen Höhen und bei allen Schneelagen möglich ist, aber bezüglich Lawinen und Wetterstürzen ähnlichen Gefahren ausgesetzt ist wie das Skitourengehen. Winterwandern ist z. B. auf der Seiser Alm (Tour 18-22), im Grödner Tal (Tour 9, 13) oder im Villnößtal (Tour 2 und 5) möglich, ebenso im Tschamintal (Tour 27).
Klassische Wanderzeiten bleiben jedoch der Frühsommer (in tieferen Lagen ab Mai, in höheren Lagen und an nordseitigen Hängen ab Mitte/Ende Juni) mit seinen endlosen Blütenteppichen, der Hochsommer (Juli/August) mit seinen garantiert immer und überall geöffneten Liften und Hütten (Nachteile: Hitze und Gewitterneigung am Nachmittag) und der Herbst (September/Oktober) mit dem oftmals stabilsten Wetter, der fantastischen Gelbfärbung der Lärchen und der klaren Luft. In manchen Jahren sind Herbsttouren sogar bis Mitte November möglich. Allerdings haben dann Liftanlagen und Hütten komplett geschlossen, um sich auf den Winteransturm vorzubereiten ...
Stein- und Felskunde für Wanderer
Die kristallinen Gesteine des Alpenhauptkamms wie Granit und Glimmerschiefer, aber auch Marmor, die Sedimentgesteine wie die Kalke und Dolomite und die vulkanischen Quarzphyllite bilden ein Muster mit paralleler Verteilung, das nur durch einen kurzen Blick auf die Entstehung der Alpen erklärt werden kann.
Alle Gebirge entstehen an den Plattengrenzen der Erdoberfläche. Unter Platten versteht man zusammenhängende Stücke der erkalteten Erdoberfläche, die auf dem elastischen Magma-Inneren der Erde schwimmen und dabei immer wieder kollidieren. Mit Folgen für die Kollisionszonen: Gebirge werden aufgeworfen, Schollen übereinander geschoben, Vulkanreihen entstehen, so wie wir das heute rund um den Pazifik beobachten können, von den Anden bis zu den Vulkanen Japans. Südtirol liegt in einem Bereich, wo vor ca. 60 Mio. Jahren der afrikanische Kontinent gegen die europäische Platte zu drücken begann. Mit Erfolg: die damals beginnende alpine Gebirgsbildung ließ vor 35 Mio. Jahren die bereits existierenden kalkhaltigen Meeresablagerungen auftauchen. Schon vom ersten Tag der Hebung an wurde wieder abgetragen, entstanden Täler, bildeten sich flache Ablagerungsbecken.
Wie die Dolomiten zu ihrem Namen kamen
1788 kam der Inhaber des Lehrstuhls für Mineralogie an der École des Mines (Bergbauschule) in Paris nach Tirol. Sein Name war Déodat de Dolomieu. Sein Ziel war die Erforschung der Gebirge im Süden Tirols. Einen eigenen Namen hatten diese isolierten Berge mit ihrem hellen Gestein und ihren steilen Flanken nicht. Wer interessierte sich damals schon für Berge oder für die jungen Wissenschaften Mineralogie und Geologie? Die meisten Menschen waren davon überzeugt, dass Gott die Welt vor 6000 Jahren erschaffen hatte. Warum sollte man sich denn damit beschäftigen, wie sie entstanden war?
Dolomieu fand auf 3000 m Höhe versteinerte tropische Korallen und andere Fossilien, die zeigten, dass die Gesteine dieser Berge im Meer entstanden waren. Vor allem aber fand der Mineraloge ein Gestein, das nach seiner wissenschaftlichen Veröffentlichung nach ihm benannt wurde: den Dolomit. Im Dolomit ersetzt Magnesium das im ursprünglichen Kalksediment des Meeresbodens oder in Korallenriffen vorhandene Kalzium. Allmählich bürgerte sich in der wissenschaftlichen Literatur für diesen Teil Tirols der Name „Dolomiten“ ein, ganz zum Schluss auch bei den Bewohnern dieses armen Bergbauernlandes.
Sogenannte Störungen begleiteten das Aufwerfen der Alpen. Das Etschtal entstand an so einer Querstörung. Magma aus dem Erdinneren war schon vorher, vor ca. 290 Mio. Jahren in unvorstellbar großen Mengen ausgetreten, die Etschtaler Vulkanit-Gruppe (vormals „Bozener Quarzporphyre“) ist bis zu 4 km hoch!
Als die alpine Gebirgsbildungfast abgeschlossen war, hatte das Mittelmeer den niedrigsten Stand aller Zeiten erreicht: Es war ausgetrocknet. Alle Zuflüsse mussten vor 6 Mio. Jahren eine enorme Höhendifferenz ausgleichen - der Boden des ausgetrockneten Meeres lag 3000 m tiefer als der heutige Meeresspiegel! - und schnitten sich dabei messerscharf in die Gebirge ein, dabei wurden ältere Gesteinsschichten wieder aufgedeckt (z. B. die Etschtaler Vulkanit-Gruppe im Eisacktal). Als während der Eiszeiten die Gletscher vorrückten, verbreiterten sie diese Täler und schütteten sie während der Rückzugsphase - vor ca. 12.000 Jahren - wieder teilweise mit Moränenmaterial zu.

Karg und wild gestaltet sich die Felslandschaft der Dolomiten

Die heutige Gestalt der Oberfläche Südtirols hat sich maßgeblich in diesen letzten 12.000 Jahren entwickelt. Dazu zählen die Talböden mit ihren Murkegeln, auf denen Nebenbäche ihr Abtragungsmaterial aufschütten, die Terrassen oberhalb des Talgrundes, die alte Gletschertalformen markieren, während V-förmig eingeschnittene Täler wie das Untere Eisacktal erst nach den Eiszeiten entstanden sind. Hochgebirgsformen wie die Kare mit ihren Seen sind die Ergebnisse abgeschmolzener Gletscher, steile Felswände oft Hinweise auf seitlichen Schliff. In den Dolomiten haben sich jedoch auch Formen entwickelt, die sich so nicht erklären lassen: Die Entstehung großer Plateaus (Seiser Alm und Fanes- und Sennesgruppe) und vieler kleinerer Plateaus dieses Gebirges ist nur dann zu verstehen, wenn man weiß, dass Kalk wasserdurchlässig ist, also oberflächig nicht abgetragen wird und damit alte Formen, in diesem Fall eine frühere flache Landoberfläche, konserviert.
Pflanzenwelt
Auch nur annähernd die Fülle der Pflanzenwelt skizzieren zu wollen, verbietet sich in einem Führer wie diesem von selbst: Wer in den Dolomiten wandert, trifft auf subalpine und alpine Vegetation.

Seltenes Edelweiß

Geschützte Türkenbundlilie

Alpenanemonen hoch oben am Hang

Ursache für die Vielfalt sind die unterschiedlichen Höhenzonen. Dazu kommen die verschiedenen Gesteine und ihre Auswirkungen auf die Pflanzenwelt. Das alles wird nochmals beeinflusst durch das Klima, die Trockenheit mancher Täler und die hohen Niederschläge mancher Nordwestflanken, die Bodenfeuchte in Staubereichen der Täler und in hochalpinen Karen, in Sümpfen und Mooren und an Seerändern sowie die oberflächliche Erhitzung an steilen Sonnenhängen.
Die trockenen Kiefernwälder der Südhänge in den großen Tälern sind nach wie vor ausgedehnt. Natürliche Fichtenwälder gibt es in allen Bereichen des Gebietes zwischen 900 und 2000 m, sie sind besonders in den höheren Lagen stark von Lärchen durchsetzt. Es gibt regelrecht lichte Lärchenwälder, alle anderen Bäume wurden dort vom Menschen zur Weidegewinnung ausgeholzt. Ganz stark hat der Mensch den Zirbenwäldern zugesetzt. Sie wurden gerodet, um Almen Platz zu machen, auch war das Holz stark begehrt - eine Zirbenstube ist heute noch der Stolz jedes Bauern, und kaum ein neueres Hotel mit Südtiroler Flair kommt ohne dieses Holz aus. In größeren Höhen und unzugänglichen Gebieten findet man sie aber immer noch. Der Zwergstrauchgürtel mit Legföhren (Latschen), Alpenrosen (Almrausch) und Wacholder ist ebenfalls stark vom Menschen überformt und zu Weidezwecken gerodet worden. Die hochalpinen Rasengesellschaften und die Pflanzen der nivalen Stufe, also des höchsten Bereichs der Berge, in dem noch Pflanzen überleben können (über 2500 m bis in die Gipfelzone) sind am stärksten im ursprünglichen Zustand geblieben.
Von den Vegetationszonen Südtirols ist jene der Dolomiten wohl am interessantesten, denn hier besitzt die Flora die meisten Endemiten, also nur in dieser Zone vorkommende Pflanzen, die sich dem Kalk angepasst haben. So entstanden neue Arten und Unterarten. Gut beobachten kann man das etwa beim Stängellosen Enzian: Auf kristallinen Gesteinen wächst Gentiana kochiana, auf Kalk wächst Gentiana clusii. Für Laien sehen diese beiden Arten des klassischen Enzians identisch aus, Botaniker lächeln milde und zeigen einander die Unterschiede. Aber die Dolomiten haben auch echte Endemiten, die nur hier zu finden sind: eine Steinbrechart und die Dolomiten-Akelei, die Dolomiten-Schafgarbe,Séguiers Hahnenfuß und die wunderschöne, aber selten zu sehende und in steilen Felswänden wachsende Schopfige Teufelskralle.
Tierwelt
Der Mensch hat auch in den Dolomiten die Umwelt nach seinen Bedürfnissen verändert und den Lebensraum vieler Tiere eingeschränkt, zerstört, aber auch erweitert. Während Reh und Rothirsch ausreichend Platz bekommen, ist das Birkhuhn wegen seiner Spielhahnfedern für die Tirolerhüte selten geworden.

Ein Adlerpärchen zieht seine Kreise über dem Langental

Am ehesten begegnet man Wildtieren auf Hochalmen und Gebirgswiesen. Auf alpinen Rasen sieht man vor allem in den Karmulden häufig Murmeltierbauten und die Männchen, die durchdringende Pfiffe zur Warnung für die anderen von sich geben, wenn man sich nähert. Gämsen sind nicht selten, und wer Glück hat, kann den Alpenschneehasen beobachten, aber auch Haselhuhn und Schneehuhn. Der Steinadler zieht in immer größeren Bereichen der Südtiroler Gebirge seine Kreise, in den Dolomiten allerdings nur über der Fanes- und der Puezgruppe. Kaum ist man auf einem Gipfel oder bei der Hütte angelangt, wird man von Alpendohlen neugierig umflogen, für einen Happen wagen sich die Vögel auch ganz nahe an die Wanderer.
Auerhuhn und Birkhuhn zählen zu den Raufußhühnern Europas, die früher in vielen Gegenden vorkamen und heute auf wenige Gebiete der Alpen und Nordeuropas beschränkt sind. Die Bejagung hat sie stark dezimiert, beim Birkhuhn vor allem wegen der dekorativen Schwanzfedern des Hahnes, die man als Spielhahnfedern auf den Hut steckt. Gleichzeitig wurde ihr Lebensraum so stark reduziert, dass nur noch geringe Reste davon übrig blieben - dabei klingen die Gesamtzahlen gar nicht so schlecht: In den Alpen und Karpaten allein soll es noch ca. 43.000 Birkhühner geben, allein im Norden der Britischen Inseln etwa 25.000! Aber die Bestände sind isoliert und werden durch Natur- und Umweltzerstörung ständig kleiner. Berühmt ist die sogenannte Arenabalz der Raufußhühner, die erwachsenen Hähne kämpfen auf Lichtungen miteinander um die Weibchen, die scheinbar unbeteiligt zuschauen.

Neugieriges Murmeltier

Brillenschafe sind Kletterkünstler

Kleiner Fuchs auf Nahrungssuche

Murmeltiere gehören wie die Eichhörnchen zur Familie der Hörnchen, sind aber größer, sie werden bis 66 cm lang und 7 kg schwer. Sie sind typische Nagetiere mit kräftigen gelben Nagezähnen, die sie beim Fressen von Blättern, Trieben, Blüten und Samen einsetzen. Sie sind echte Winterschläfer, 5 bis 7 Monate im Jahr verbringen sie schlafend in ihren Bauten, dabei werden die normalen 70 Pulsschläge pro Minute auf 5 reduziert. Eine Nebenhöhle ist als Klo gedacht, wenn sie zweimal im Monat aufwachen, gehen sie in diesen Teil des Baus, um zu urinieren. Früher hatte das Murmeltier mehr Feinde als heute (der Bestand wird auf 50.000 Tiere geschätzt), die Ausrottung von Luchs und Wolf im alpinen Lebensraum Südtirols hat nur noch Adler und Fuchs als Feinde gelassen, Jungtiere fallen auch Raben zum Opfer. Murmeltiere leben in großen Familienverbänden. Sind die Tiere außerhalb des Baus, wachen immer einige ältere Männchen, um bei Gefahr zu pfeifen, woraufhin alles in nahen Löchern verschwindet (oder in nicht sehr elegantem, aber flottem Lauf zum nächsten Loch hastet).
Ausrüstung und Verpflegung
Viele Wanderwege führen über steinigen und lockeren, manchmal rutschigen Untergrund, sodass für die allermeisten Touren knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil notwendig sind. Einige einfache Wanderungen lassen sich auch mit Turnschuhen erwandern, bei allen anderen Touren raten wir nachdrücklich zu passendem Schuhwerk! Ebenso zur Ausrüstung gehören Sonnenschutz,Sonnenbrille,Erste-Hilfe-Set,Kopfbedeckung,Regenjacke und im Frühling/Herbst und in Höhenlagen ein dicker Pullover bzw. Funktionskleidung nach dem Mehrschichtprinzip. In den Wintermonaten sind Mütze und Handschuhe nötig. Wanderstöcke sind vor allem bei längeren steilen Auf- und Abstiegen von Vorteil, bei manchen Touren aufgrund der großen Höhendistanz unabdingbar, um sich nicht die Knie- und Hüftgelenke zu ruinieren.
Nicht sparen sollten Sie beim Getränkevorrat: 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Person sollten es sein, bei langen Touren mehr. Quellen und Brunnen finden sich nur auf einigen Strecken, Einkehrmöglichkeiten gibt es zwar zuhauf, oftmals aber sind die Distanzen zwischen ihnen erheblich. Ähnlich verhält es sich mit dem Proviant: Lieber ein paar Müsliriegel oder Sandwiches zuviel dabei haben, als sich die letzten Kilometer mit knurrendem Magen den Berg hinauf zu quälen oder gar im Unterzucker am Wegesrand zu versacken.

Grödeln fürs Winterwandern

Notfall und Notfallnummern
Ein Handy mit vollem Akku sollte man immer dabei haben, um im Notfall folgende Nummer wählen zu können: 112, die europaweite Notrufnummer. Unter 118 sind Notarzt und Rettungswagen zu erreichen, unter der gleichen Nummer kann man sich auch an die italienische Bergrettung weiterverbinden lassen.
Wer kein Handy dabei hat oder sich im Funkloch befindet, sendet das internationale Notrufsignal am Berg: optisches oder akustisches Signal 6x hintereinander mit jeweils 10 Sekunden Abstand dazwischen, danach 1 Minute warten, Notruf wiederholen (6 Signale im Abstand von je 10 Sekunden).
Für Smartphone-Besitzer existiert die ultimative Lösung: Über die Notdienst-App („Notdienst Südtirol“) kann man direkt einen Notruf tätigen. Außerdem listet sie tagesaktuell die nächstgelegenen Krankenhäuser, Apotheken und Ärzte im Notdienst auf.
Tourplanung und -durchführung
Unsere ausgewählten Touren sind Rundwanderungen oder auch Streckenwanderungen, d. h. der Rückweg entspricht dem Hinweg. Oftmals hilft ein Lift dabei, optional den Auf- bzw. Abstieg zu verkürzen. Sie können aus einer großen Bandbreite von kurzen, leichten Touren bis hin zu anstrengenden Tageswanderungen wählen. Die jeweils angegebene Dauer der Touren ist als reine Gehzeit ohne Pausen zu verstehen. Mit Kindern oder bei entsprechenden Sehenswürdigkeiten am Weg kann es länger dauern. Hunde sollten generell an der Leine geführt werden. Grundsätzlich ist ein zeitiger Aufbruch zu empfehlen. So weicht man im Sommer der Hitze aus und minimiert das Risiko, in einen Gewitterregen zu kommen. Und in der Nebensaison zwingen einen die kürzeren Tage meist ohnehin zum pünktlichen Aufbruch.
Wenn Sie autofrei planen (→ „Unterwegs mit dem Bus“), was aufgrund des guten Busnetzes und der günstigen Gäste-Cards nicht schwierig ist, erkundigen Sie sich nach den Fahrzeiten der Busse (unter www.sii.bz.it lassen sich sämtliche Linienpläne als PDF herunterladen), und bedenken Sie, dass diese am Wochenende oft nur im mehrstündigen Turnus oder mit einer „Mittagspause“ verkehren.
Wenn sie eine Bergbahn