Dr. Stefan Frank 2521 - Arztroman - Stefan Frank - E-Book
Beschreibung

Annes Geheimnis Niemand bemerkte ihre großen Schmerzen Mit schmerzverzerrtem Gesicht tastet Anne Leonhardt nach den Tabletten, die sie immer griffbereit bei sich trägt. Nur mit ihnen ist es ihr überhaupt noch möglich, den Alltag durchzustehen. Seit anderthalb Jahren schon leidet sie unter unerklärlichen Schmerzattacken. Anfangs ist sie noch von einem Arzt zum anderen gelaufen, doch niemand konnte die Ursache für ihre Qualen finden. "Das ist alles nur psychisch", so lautete am Ende die einhellige Meinung der Mediziner. So hat sich die Vierundzwanzigjährige inzwischen damit abgefunden, wohl nie wieder beschwerdefrei zu sein. Zu allem Unglück schämt sie sich für ihr rätselhaftes Leiden und bemüht sich krampfhaft, ihre Beschwerden vor der Außenwelt zu verbergen. Selbst mit ihrer Familie kann sie nicht darüber sprechen, denn deren Motto ist seit eh und je: Die Leonhardts sind niemals krank, sondern strotzen vor Gesundheit und Kraft! So kommt es, dass sich die junge Frau mehr und mehr in ihre Einsamkeit flüchtet. Doch alles ändert sich, als Anne durch Zufall den Grünwalder Hausarzt Dr. Stefan Frank kennenlernt ...

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EPUB
MOBI

Seitenzahl:117


Inhalt

Cover

Impressum

Annes Geheimnis

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2019 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: solominviktor / shutterstock

eBook-Produktion:3w+p GmbH, Rimpar (www.3wplusp.de)

ISBN 9-783-7325-8671-4

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

www.bastei.de

Annes Geheimnis

Niemand bemerkte ihre großen Schmerzen

Mit schmerzverzerrtem Gesicht tastet Anne Leonhardt nach den Tabletten, die sie immer griffbereit bei sich trägt. Nur mit ihnen ist es ihr überhaupt noch möglich, den Alltag durchzustehen. Seit anderthalb Jahren schon leidet sie unter unerklärlichen Schmerzattacken. Anfangs ist sie noch von einem Arzt zum anderen gelaufen, doch niemand konnte die Ursache für ihre Qualen finden. „Das ist alles nur psychisch“, so lautete am Ende die einhellige Meinung der Mediziner. So hat sich die Vierundzwanzigjährige inzwischen damit abgefunden, wohl nie wieder beschwerdefrei zu sein. Zu allem Unglück schämt sie sich für ihr rätselhaftes Leiden und bemüht sich krampfhaft, ihre Beschwerden vor der Außenwelt zu verbergen. Selbst mit ihrer Familie kann sie nicht darüber sprechen, denn deren Motto ist seit eh und je: Die Leonhardts sind niemals krank, sondern strotzen vor Gesundheit und Kraft!

So kommt es, dass sich die junge Frau mehr und mehr in ihre Einsamkeit flüchtet. Doch alles ändert sich, als Anne durch Zufall den Grünwalder Hausarzt Dr. Stefan Frank kennenlernt …

Anne Leonhardt saß sehr aufrecht am Esstisch in ihrem Elternhaus in Berlin-Wannsee. Sie sah in den Garten hinaus, in dem sie früher mit ihren beiden Brüdern und ihrer Schwester gespielt hatte. Er war für sie als Kinder ein kleines Paradies gewesen. Sie erinnerte sich gern an diese unbeschwerte Zeit, doch sie lag lange zurück. Seitdem hatte sich viel verändert.

Die Schmerzen im Nacken und das unangenehme Gefühl in ihrem Bauch waren gerade noch auszuhalten, aber sie wusste, lange würde es nicht mehr gut gehen. Sie hatte das Gesicht aufgesetzt, das sie in Situationen wie dieser immer aufsetzte: eine glatte Fassade, über die sie ab und zu ein Lächeln gleiten ließ.

Schon lange erwähnte sie ihre gesundheitlichen Probleme im Kreis der Familie nicht mehr, sie wusste schließlich, was sie zu erwarten hatte.

„Die Leonhardts sind hart im Nehmen“ war eins der geflügelten Worte, die sie in ihrer Kindheit oft gehört hatte. Man biss auf die Zähne und beklagte sich nicht – schon gar nicht über Schmerzen, körperliche wie seelische. Letztere waren sowieso nur etwas für ganz schwache Menschen. Kein Mitglied der Familie Leonhardt würde sich jemals in psychologische Behandlung begeben. Probleme löste man für sich allein.

Kurt wandte sich ihr zu.

„Was ist los mit dir?“, fragte er.

Anne entging sein spöttischer Unterton nicht. Kurt stand ihr von ihren drei Geschwistern am wenigsten nahe, er war ihr zu großspurig, zu selbstsicher, zu ichbezogen.

Sein großes Ziel, möglichst schnell Karriere zu machen, würde er mit Sicherheit erreichen. Er war rücksichtslos genug, um jedwede Konkurrenz aus dem Weg zu räumen. Für Stimmungsschwankungen oder körperliche Beschwerden fehlte ihm jegliches Verständnis.

„Du bist so still“, setzte er hinzu, jenes spöttische Glitzern in den Augen, das Anne so fürchtete. Wenn Kurt in der richtigen Stimmung war, konnte er sehr verletzend sein, das wusste sie aus Erfahrung.

„Hast du etwa wieder deine Schmerzen?“, fragte ihre Mutter in jenem Tonfall, den Anne als besonders kränkend empfand. Vor allem mit dem Zusatz „deine“ hörten sich ihre Worte so an, als seien die Schmerzen Annes Erfindung. Ihre Mutter hatte noch nie Schmerzen gehabt, sie war von einer geradezu unverwüstlichen Gesundheit – wie im Übrigen drei ihrer vier Kinder. Nur Anne nicht.

„Mir geht‘s gut“, behauptete Anne. „Ich habe nur nicht so viel zu erzählen wie ihr.“ Entschlossen schob sie sich ein weiteres Stück Hühnerbrust in den Mund, trotz des unangenehmen Völlegefühls in ihrem Magen, und begann zu kauen. „Mit vollem Mund spricht man nicht“, hatten die Leonhardt-Kinder schon früh gelernt. Wenn ihr jetzt jemand eine Frage stellte, konnte sie nicht antworten.

„So siehst du aber nicht aus“, bemerkte ihre Mutter, „da hat Kurti schon recht. Hat denn jetzt endlich mal ein Arzt herausgefunden, was eigentlich mit dir los ist?“

Es sollte wohl mitfühlend klingen, aber Anne wusste, dass ihre Mutter an der Antwort nicht wirklich interessiert war, weil sie glaubte, sie längst zu kennen: Vera Leonhardt fand ihre jüngste Tochter zu empfindlich und hielt ihre Schmerzen, ohne das freilich zuzugeben, für vorgeschoben. Eine Art Flucht in die Krankheit, wenn ihr mal wieder alles zu viel wurde.

Für Vera war Anne die größte denkbare Enttäuschung: zu still, zu wenig glanzvoll und dann noch kränklich. Das war beinahe eine Beleidigung für eine Frau wie sie.

Anne kaute sehr langsam zu Ende.

„Mit mir ist nichts los, mir geht es gut“, wiederholte sie. Entschlossen wandte sie sich ihrem ältesten Bruder Wolfgang zu. Der war schon früher fast immer auf ihrer Seite gewesen, und daran hatte sich zum Glück bis heute nichts geändert. „Wie geht‘s mit deinem neuen Job, Wolf?“

Er zwinkerte ihr zu, antwortete aber sofort, sodass Kurt und ihre Mutter keine Chance hatten, Anne mit weiteren Fragen nach ihrer Gesundheit in die Enge zu treiben.

Bei Kurt war es eine gewisse Boshaftigkeit, die ihn manchmal so lange nachbohren ließ, bis Anne die Tränen kamen. Bei ihrer Mutter jedoch lag der Fall anders. Vera Leonhardt konnte und wollte einfach nicht glauben, dass eins ihrer Kinder so gar nicht ihren Vorstellungen entsprach. Deshalb fragte sie immer wieder nach, auch wenn sie merkte, dass Anne nicht antworten wollte.

Wolfgang berichtete ausführlich von seiner neuen Tätigkeit in einem Internetkonzern, und da er ein paar amüsante Anekdoten einstreute, gelang es ihm, die anderen endgültig von Anne abzulenken.

Als schließlich die beiden noch fehlenden Personen eintrafen – Annes Vater und ihre Schwester Jenny, die gemeinsam von einer Veranstaltung kamen, die länger gedauert hatte als geplant –, brauchte Anne endgültig nichts zu mehr zu befürchten. Die Aufmerksamkeit hatte sich auf andere verlagert, und sie war froh darüber.

Vor dem Dessert ging sie ins Bad, um zwei Schmerztabletten zu nehmen. Die würden ihr helfen, auch den Rest dieses Familienessens einigermaßen zu überstehen. Sie atmete mehrmals tief durch und tupfte sich vorsichtig ein wenig Rouge auf die Wangen, damit sie nicht gar so blass aussah, bevor sie sich einen Ruck gab und an den Tisch zurückkehrte.

Jenny führte gerade das große Wort. Sie war Juristin geworden, wie ihr Vater Bruno, und direkt nach dem zweiten Staatsexamen in seine Kanzlei eingetreten. Jenny war schon immer der Liebling ihres Vaters gewesen, und jetzt, da sie zusammenarbeiteten, hatte sich dieses Band noch verstärkt.

Eigentlich, dachte Anne – nicht zum ersten Mal –, gehöre ich gar nicht richtig dazu. Jedenfalls jetzt nicht mehr, seit ich die Schmerzen habe.

Früher war das anders gewesen. Zwar hatte sie nie die robuste Gesundheit ihrer Geschwister und ihrer Eltern gehabt, sie war schon immer zarter und anfälliger gewesen, aber sie hatte sich trotzdem wohlgefühlt.

Sie war froh, als sie merkte, dass die Tabletten zu wirken begannen. Normalerweise versuchte sie, ohne Schmerzmittel auszukommen, weil sie natürlich um die Nebenwirkungen wusste, aber manchmal ging es einfach nicht ohne sie.

Ihr habt keine Ahnung, wie es ist, wenn man vor Schmerzen am liebsten laut schreien würde, dachte sie, während sie dem lebhaften Tischgespräch lauschte.

Sie verabschiedete sich, sobald es möglich war, ohne allzu sehr aufzufallen. Dieses Mal kam ihr Kurt zu Hilfe, der noch einen dringenden Termin hatte und daher als Erster aufbrechen musste. Nach ihm blieb sie noch eine Viertelstunde, dann erklärte sie, sie müsse leider noch arbeiten und sich deshalb ebenfalls verabschieden.

„Du hast heute kaum etwas gesagt“, bemerkte ihre Mutter beim Abschied. „Bist du sicher, dass alles in Ordnung ist?“

„Ganz sicher, Mama.“

„Sie war doch schon immer unsere Stille“, bemerkte Jenny mit einer Mischung aus Mitleid und Herablassung.

Anne und sie waren sich von Anfang an nicht sonderlich nahe gewesen. Jenny, als die Ältere, hatte Anne als Konkurrenz um die Liebe der Eltern empfunden, zumal sie nun nicht mehr die einzige Tochter war. Anne wiederum empfand die durchsetzungsstarke Jenny als erdrückend und war ihr daher lieber aus dem Weg gegangen.

„Sieh mal zu, dass du ein bisschen was auf die Rippen bekommst“, sagte ihr Vater zum Abschied. „Du wirst immer dünner, Kind! So findest du doch nie einen Mann.“

Als wäre ich auf der Suche nach einem Mann, dachte Anne. Aber wie üblich behielt sie ihre Gedanken für sich.

Nur Wolfgang schloss sie in die Arme.

„Fahr einfach mal weg“, raunte er ihr zu. „Manchmal genügt ein Ortswechsel, und schon sieht die Welt wieder anders aus.“

„Vielleicht mache ich das wirklich.“

Als sie das Haus verlassen hatte, atmete sie mehrmals tief durch. Sie lief zum Bus, bis dahin waren es nur ein paar Meter. Danach würde sie in die S-Bahn steigen und in einer knappen Dreiviertelstunde in ihrer Wohnung in Kreuzberg sein.

Überstanden, wieder einmal! Früher hatte sich die Familie noch öfter getroffen, doch seit sie alle berufstätig waren, wurden die Abstände größer. Aber wenigstens einmal im Monat, darauf bestand Vera, fanden sich die Geschwister – manchmal mit, manchmal ohne Anhang – bei ihren Eltern ein.

Wolfgang würde wahrscheinlich bald heiraten, Jenny vielleicht auch, Kurts Freundinnen jedoch wechselten häufig. Nur sie, Anne, war allein. Sie konnte sich nicht einmal vorstellen, sich zu verlieben. Dazu musste man sich wohlfühlen in seiner Haut, und davon konnte bei ihr keine Rede sein. Zum letzten Mal hatte sie sich vor zwei Jahren verliebt, mit zweiundzwanzig. Ein halbes Jahr später hatten die Schmerzen angefangen – das war das Ende der Liebe gewesen.

Sobald sie ihre Wohnung betreten hatte, trank sie ein großes Glas Wasser, dann stellte sie sich vor den Spiegel und betrachtete sich aufmerksam. Lächelte ein wenig, wurde wieder ernst, lachte sich an. Dann ging sie ins Bad und holte sich ihre Schminksachen.

Sorgfältig tuschte sie sich die Wimpern, zog einen Lidstrich, trug ihren Lieblingslippenstift auf und bürstete sich die langen, glatten, dunkelblonden Haare, bis sie glänzten. Noch einmal lächelte sie ihrem Spiegelbild zu.

Sie hätte sich schminken sollen, bevor sie sich auf den Weg zu ihren Eltern gemacht hatte, dann wäre niemand auf die Idee gekommen, Bemerkungen über ihr Befinden zu machen. In Zukunft würde sie daran denken.

Wenn sie sich Mühe gab, merkte man ihr nicht an, wie schlecht es ihr ging. Aber sie hatte ja auch gerade erst zwei Schmerztabletten geschluckt, da war es leicht, sich Mühe zu geben. Es gab andere Tage, an denen waren die Schmerzen so stark, dass sie gar nicht erst aufstand.

Sie lächelte sich noch einmal aufmunternd zu, und mitten in dieses Lächeln hinein klingelte das Telefon. Ihr Lächeln vertiefte sich, als sie den Namen auf dem Display las.

„Hallo, Claudi“, sagte sie.

Mit Claudia Krawitz war sie schon seit der Grundschule befreundet, und sie hatten sich auch dann nicht aus den Augen verloren, als Claudia zwei Jahre zuvor nach München gezogen war. Sie sahen sich nur wenige Male im Jahr, wenn Claudia ihre Eltern in Berlin besuchte, aber diese Begegnungen reichten aus, um ihre Freundschaft zu erhalten und zu festigen.

Aber selbst Claudia wusste nicht, dass Anne noch immer unter den Schmerzen litt, die vor anderthalb Jahren so überraschend begonnen hatten.

Zunächst hatte Anne ganz offen darüber geklagt, weil sie davon ausgegangen war, ihre Hausärztin würde die Ursache schnell finden und erfolgreich behandeln können. Das war ein Irrtum gewesen, und so hatte sie bald aufgehört, über ihren körperlichen Zustand zu reden. Aber sie war weiterhin von Arzt zu Arzt gewandert, in der Hoffnung, endlich Hilfe zu finden.

Einer dieser Ärzte hatte ihr seinerzeit gesagt, sie habe psychische Probleme. Aber Gespräche mit einer Psychologin hatten ihr nicht geholfen, und allmählich begann sie, sich damit abzufinden, dass sie mit den Schmerzen würde leben müssen – und dass sie gut daran tat, mit niemandem mehr darüber zu reden, weil das nicht half, sondern die Leiden nur vergrößerte.

„Tag, meine Süße“, erwiderte Claudia vergnügt. „Ich hatte gerade eine fantastische Idee. Ist dir eigentlich klar, dass du mich noch nie in München besucht hast? Immer haben wir es aufgeschoben, aus irgendwelchen blöden Gründen. Aber jetzt steht mein Geburtstag bevor, ich werde eine Party schmeißen und es krachen lassen. Du darfst auf dieser Party auf keinen Fall fehlen. Ich werde ein Vierteljahrhundert alt!“

Claudia war fast sieben gewesen bei der Einschulung, erinnerte sich Anne, tatsächlich war sie fast ein ganzes Jahr älter als sie. Natürlich war Claudias fünfundzwanzigster Geburtstag ein triftiger Grund, endlich einmal zu ihr nach München zu reisen, aber allein die Vorstellung, eine Party feiern zu müssen, ließ Anne erschauern.

Alkohol, laute Musik, viele ihr unbekannte Leute – das alles wirkte mehr als abschreckend auf sie, doch das konnte sie ihrer besten Freundin natürlich nicht sagen, ohne eine längere Erklärung mitzuliefern. Dazu kam die lange Fahrt, die sie sich anstrengend vorstellte – und Anstrengungen wirkten sich in der Regel sehr ungünstig auf sie aus.

Es gab gute Gründe dafür, dass sie sich bis jetzt erfolgreich vor einem Besuch in München gedrückt hatte.

„Hey, wieso sagst du nichts?“

„Ich denke nach“, erklärte Anne. „Ich habe nämlich sehr viel zu tun …“

„Fang gar nicht erst so an!“, rief Claudia. „Du hast immer viel zu tun, aber zufällig weiß ich, dass du freiberuflich tätig bist und es also so einrichten kannst, dass du vielleicht an diesem Wochenende ein bisschen vorarbeitest, damit du am nächsten zu mir nach München kommen kannst! Bitte, bitte, Anne, sag mir nicht ab. Du bist meine beste und liebste Freundin, ohne dich will ich nicht fünfundzwanzig werden!“

Warum eigentlich nicht, dachte Anne in einer plötzlichen Aufwallung von Trotz und Unternehmungslust. Ich packe genug Tabletten ein, damit ich das gut überstehe, und vielleicht lenkt mich die fremde Umgebung sogar so weit ab, dass ich die Schmerzen wenigstens stundenweise vergessen kann.

„Gut, ich komme“, gab sie nach.

Einige Sekunden lang herrschte verblüfftes Schweigen in der Leitung.

„Echt jetzt?“, fragte Claudia danach unsicher. „Ich hatte mich darauf eingestellt, dich ziemlich lange bearbeiten zu müssen. Ich weiß ja, dass du nicht gerne verreist.“

„Das stimmt, aber ich komme trotzdem. Ich kann meine liebste und beste Freundin an einem so wichtigen Geburtstag doch nicht alleinlassen!“