Dr. Stefan Frank 2557 - Arztroman - Stefan Frank - E-Book

Dr. Stefan Frank 2557 - Arztroman E-Book

Stefan Frank

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1,49 €

Beschreibung

Susanna und Michael Scherzer sind das Traumpaar einer beliebten Familien-Vorabendserie. Die Authentizität und das harmonische Familienleben treffen den Nerv der Fans. Das liegt daran, dass Susanna und Michael auch im wahren Leben verheiratet sind und zwei Kinder haben - eine Familie wie aus dem Bilderbuch. Doch hinter den Kulissen bröckelt die Fassade der heilen Welt. Der ständig hohen Belastung durch volle Drehtage und Termine hält die Ehe nicht mehr stand. Es kommt zur Trennung. Die einst unzertrennlichen Kinder Liliana und Christian werden auseinandergerissen. Die beiden leiden schrecklich. Liliana will nicht mehr essen und wird immer dünner, und Christians Asthmaerkrankung verschlimmert sich zusehends. Dr. Frank, der die Familie kennt, beobachtet das alles mit größter Sorge. Da erreicht ihn ein alarmierender Anruf: Christian und Liliana sind verschwunden!

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 123




Inhalt

Cover

Impressum

Uns kann niemand trennen

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2020 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Sunny studio / shutterstock

eBook-Produktion:3w+p GmbH, Rimpar (www.3wplusp.de)

ISBN 9-783-7325-9581-5

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

www.bastei.de

Uns kann niemand trennen

Dr. Frank und ein Geschwisterpaar, das alle Hindernisse überwindet

Susanna und Michael Scherzer sind das Traumpaar einer beliebten Familien-Vorabendserie. Die Authentizität und das harmonische Familienleben treffen den Nerv der Fans. Das liegt daran, dass Susanna und Michael auch im wahren Leben verheiratet sind und zwei Kinder haben – eine Familie wie aus dem Bilderbuch.

Doch hinter den Kulissen bröckelt die Fassade der heilen Welt. Der ständig hohen Belastung durch volle Drehtage und Termine hält die Ehe nicht mehr stand. Es kommt zur Trennung.

Die einst unzertrennlichen Kinder Liliana und Christian werden auseinandergerissen. Die beiden leiden schrecklich. Liliana will nicht mehr essen und wird immer dünner, und Christians Asthmaerkrankung verschlimmert sich zusehends. Dr. Frank, der die Familie kennt, beobachtet das alles mit größter Sorge.

Da erreicht ihn ein alarmierender Anruf: Christian und Liliana sind verschwunden!

„Und Klappe!“, rief Dennis Petermeyer, der Regisseur der beliebten Familienserie Daheim bei den Walsers, „Ton aus, Kamera aus und die Folge ist im Kasten. Habt ihr wieder mal super gemacht, Jungs und Mädels. Susanna, du kommst mir allerdings ganz schön fertig vor. Wenn wir nächste Woche mit der neuen Folge anfangen, brauche ich dich mit ein bisschen mehr Spannkraft, okay?“

„Werde mir Mühe geben.“

Erschöpft ließ sich Susanna Scherzer auf einen Hocker fallen und bemühte sich um ein falsches Lächeln. Wozu war sie schließlich Schauspielerin? Sie hatte auch heute wieder ihr Bestes gegeben, um die letzten Szenen für die zehnte Folge der Erfolgsserie zu drehen, aber Dennis hatte nicht unrecht. Sie fühlte sich völlig erschöpft und wäre am liebsten sofort nach Hause gefahren, um alle Viere von sich zu strecken.

Aber der Feierabend lag noch in so weiter Ferne! Und auch das Wochenende war wieder einmal bis obenhin mit allen möglichen Terminen vollgepackt.

Jahrelang hatte sich Susanna als junge, erfolglose Schauspielerin über jedes noch so kleine Engagement gefreut. Es war nicht leicht gewesen, sich mit winzigen Nebenrollen über Wasser zu halten, und ihrem Mann Michael, der ebenfalls Schauspieler war, erging es nicht anders. Seit aber die Familienserie, für die sie selbst die Grundidee geliefert hatten, zu einem derart sensationellen Erfolg geworden war, konnte sich das Schauspielerehepaar vor Terminen nicht retten.

Zeitungen, Fernsehsender, Wohltätigkeitsorganisationen, alles bat um Interviews oder Fotoshootings. Ganz Deutschland saß vor dem Fernseher, wenn Daheim bei den Walsers ausgestrahlt wurde, und Diana Bundschuh, die Produzentin, die damals den Mut gehabt hatte, sich an die Umsetzung der Serie zu wagen, wurde als große Entdeckerin gefeiert.

Dabei war an dieser Vorabendserie gar nichts Besonderes. Es passierten weder spektakuläre Verbrechen, noch gab es grandiose Special Effects oder Superhelden, und es wurden auch keine Witze gerissen, die das Fernsehpublikum vom Hocker rissen. Die ‚Walsers‘ zeigten einfach nur leicht aufbereitete Szenen aus dem Alltag einer völlig normalen Familie: Mutter Sabine, die Susanne darstellte, Vater Matthias, der von Michael verkörpert wurde, und die beiden Kinder Jessica und Jonas, die sechs und acht Jahre alt waren wie Susannas und Michaels eigene Kinder.

Genau mit diesem Konzept hatten sie beim Publikum jedoch einen Nerv getroffen. Ein so harmonisches Familienleben, wie die Walsers es führten, war es, was die meisten Menschen sich selbst wünschten. Und da so viele diesen Traum vergeblich träumten und zu Hause mehr Zank und Streit als alles andere kannten, flüchteten sie sich aus ihrem tristen Alltag dankbar auf die rosa Wolke der Walsers.

„Der Schlüssel zu unserem Erfolg seid ihr beide“, hatte Diana ihren Hauptdarstellern erklärt, die noch immer nicht fassen konnten, dass sie praktisch über Nacht in den Star-Himmel aufgestiegen waren. „Die Leute spüren, dass das, was sie da auf dem Bildschirm zu sehen bekommen, nicht gespielt ist. Weil ihr selbst mit euren süßen Kindern eine so liebevolle, perfekte Bilderbuchfamilie bildet, bringt ihr es auch glaubhaft rüber. Und dafür vergöttert euch das Publikum.“

Ach Gott, wenn es so perfekt, wie es aussieht, nur wirklich immer wäre, dachte Susanna mit einem unterdrückten Seufzen. Ja, natürlich, sie war zutiefst dankbar für ihr Familienglück mit Michael und ihren beiden Kindern, dem achtjährigen Christian und der sechsjährigen Liliana, die sie beide über alles liebten. Aber wie sagte Rosalie Guenther, ihre unentbehrliche Kinderfrau, die Liliana und Christian liebevoll ‚Omi Guenther‘ nannten, immer so schön: ‚Unter jedem Dach ist ein Ach.‘

So war es, seit der Erfolg der Serie begonnen hatte, ein echter Kampf für Susanna geworden, im Beruf das Beste zu geben und den Kindern trotzdem gerecht zu werden. Kein Wunder, dass Dennis ihre Erschöpfung bemerkte. Susanna kam sich oft vor wie eine Jongleurin, wenn sie versuchte, ihre Termine so zu arrangieren, dass sie zwischen Zeitungsinterviews, Regiebesprechungen und Premierenfeiern noch Christian zu seinem Gitarrenunterricht fahren und Liliana beim Reiten zuschauen konnte.

Michael war ihr dabei nicht immer die Hilfe, die sie sich gewünscht hätte.

Er sah das alles wesentlich lockerer: „Herrgott, Susi, dann fällt der Gitarrenunterricht eben mal aus, und die Kinder schauen sich mit Omi Guenther ‚Die kleine Meerjungfrau‘ an“, sagte er zum Beispiel, wenn sie an ihrer Terminlage wieder einmal verzweifelte. „Christian ist acht Jahre alt, er braucht nicht morgen der neue Bob Dylan zu werden.“

Susanna aber war anderer Meinung und konnte seine laxe Haltung nicht verstehen.

„Die Kinder können nichts dafür, dass wir uns den Schauspielberuf ausgesucht haben“, hatte sie ihrem Mann mehr als nur einmal erklärt. „Und sie können auch nichts dafür, dass wir auf einmal solchen Erfolg haben. Sie haben ein Recht darauf, an erster Stelle zu stehen und ihr Leben so weiterzuführen wie bisher.“

„Wie bisher ist es doch gar nicht möglich“, hatte Michael eingewandt. „An erster Stelle werden die Kinder für uns immer stehen, und ich bin sicher, das wissen sie. Aber es ist nun einmal nicht zu vermeiden, dass wir weniger Zeit für sie haben. Damit kommen Kinder aber zurecht, wenn die Zeit, die bleibt, dafür besonders schön und intensiv verbracht wird. Sie haben ihre Omi Guenther, die sie heiß und innig lieben und die gut für sie sorgt. Außerdem haben sie ja auch Vorteile dadurch, dass wir jetzt mehr Geld verdienen. Sie haben einen tollen Garten, Liliana kann die Reitbeteiligung an einem Pony haben, Christian so viel Lego und Bücher, wie er sich nur wünscht …“

„Im Moment sitzt er viel zu oft vor dem Computer“, hatte Susanna ihn unterbrochen.

„Das tun nun einmal die Jungs in seinem Alter“, erwiderte Michael gelassen. „Die meisten von ihnen sind kleine Technik-Freaks, und da will Christian eben nicht hintanstehen, obwohl er sich eigentlich gar nicht sonderlich dafür interessiert.“

„Aha“, fauchte Susanna ihn an, „und was macht dich auf einmal zu einem Experten für Jungen in Christians Alter und für Kinder überhaupt? Hast du vielleicht Pädagogik studiert?“

„Ich glaube nicht, dass ich Pädagogik studiert haben muss, um etwas von meinen eigenen Kindern zu verstehen“, gab Michael patzig zurück. „Und ich muss auch nicht wie du in meiner knappen Freizeit stapelweise Erziehungsratgeber wälzen, um zu erkennen, dass meinen Kindern ein bisschen mehr Entspannung und weniger Stress guttun würde. Und dir auch, Susi.“

Susanna seufzte noch einmal. Deutschlands Fernsehzuschauer wären vermutlich aus allen Wolken gefallen, wenn sie mitbekommen hätten, wie beim Traumpaar der Nation nicht selten die Fetzen flogen. Und der Umgang mit den Kindern war beileibe nicht der einzige Grund, der im Hause Scherzer dafür sorgen konnte, dass die Stimmung auf Sturm stand.

Ein weiterer dieser Gründe trug den Namen Friedrich Baron von Erlenberg, kurz genannt „der Baron“. Allein die Erwähnung dieses Namens konnte den sonst eher ausgeglichenen Michael regelrecht in Rage bringen.

Die Erlenbergs waren in Herrsching am Ammersee, wo Susanna aufgewachsen war, eine alteingesessene Familie. Mit Friedrich, dem Sohn und Erben, hatte Susanna eine kurze, heftige Jugendliebe erlebt. Ihre Mutter hatte sich bereits ernsthafte Hoffnungen gemacht, ihr Traum werde sich erfüllen und ihre Tochter in eine Adelsfamilie einheiraten. Das hätte sie über die Enttäuschung, dass selbige Tochter ausgerechnet das unsolide Handwerk einer Schauspielerin erlernt hatte, hinweggetröstet.

Der Baron aber hatte von Susanna nicht mehr gewollt als ein Spiel und einen leidenschaftlichen Sommer. Als Verlobte und spätere Ehefrau war ihm eine erfolglose Schauspielerin nicht gut genug, und Susanna blieb mit gebrochenem Herzen sitzen. Das heilte allerdings rasch, denn nur wenige Wochen später hatte sie Michael kennen- und lieben gelernt. Praktisch vom ersten Tag an hatte festgestanden, dass er viel besser zu ihr passte. Sie verstanden sich auf jeder Ebene, teilten die Liebe zum selben Metier, und das innige, zärtliche Glück, wie Susanna es mit Michael erlebte, hatte sie mit dem Baron nie gekannt.

Der allerdings hatte in letzter Zeit wieder von sich hören lassen. Seit Susanna Scherzer, geborene Wangenroth als Erika Walser zu deutschlandweitem Ruhm gelangt war, war sie auch für den Herrn von Erlenberg auf einmal wieder interessant. Dass sie inzwischen glücklich verheiratet war, war dabei für ihn ohne Bedeutung. Friedrich von Erlenberg ging es einzig und allein darum, sich mit einer Berühmtheit zu schmücken und sein Gesicht, das er für unwiderstehlich hielt, in die Zeitung zu bekommen.

Wenn Susanna ganz ehrlich war, sonnte sie sich ein bisschen in seinem plötzlich wieder aufgeflammten Interesse. Es tat ihr gut, zu erleben, wie der Mann, der sie eiskalt hatte sitzenlassen, sich jetzt abstrampelte, um sie zu einem gemeinsamen Glas Wein oder einer Tasse Kaffee zu überreden.

Es tat ihrem Selbstbewusstsein gut, das oftmals ganz schön angeschlagen war, weil sie einfach nicht alles so perfekt schaffte, wie sie es von sich verlangte. Die Drehtermine, die Kinder, der Haushalt – ihr wuchs das alles viel zu oft über den Kopf. Erschwerend hinzu kam, dass Christian nicht ganz gesund war, sondern an Asthma litt und häufig zum Arzt musste.

Zum Glück war er bei ihrem Hausarzt, in den besten Händen, und Dr. Stefan Frank gab sich alle Mühe, die Termine so zu legen, dass sie sich mit ihrem vollgestopften Arbeitsplan vereinbaren ließen. Dennoch platzte dieser Plan immer wieder aus allen Nähten, und Michael mit seiner Gelassenheit, die Susanna oft genug in den Wahnsinn trieb, war ihr einfach zu selten eine Hilfe.

War es da ein Wunder, dass sie sich die Aufmerksamkeit des Barons gar nicht ungern gefallen ließ und innerlich sogar ein bisschen frohlockte, wenn Michael ihr durch seine Eifersucht zeigte, dass er sie trotz allem immer noch liebte?

In letzter Zeit hatten die Streitigkeiten und Disharmonien einfach überhandgenommen. Auch die Kinder bekamen inzwischen etwas davon mit, was Susanna um jeden Preis hatte vermeiden wollen. Sie und Michael mussten unbedingt mehr darauf achten, was sie vor Liliana und Christian sagten und taten. Selbst wenn sie sich gerade heftig gestritten hatten – wozu waren sie schließlich Schauspieler?

Susanna gab sich einen Ruck und erhob sich von ihrem Hocker. Die zwei Minuten Pause, die sie sich gegönnt hatte, waren vorbei. Jetzt hieß es, so schnell wie möglich mit dem Umziehen und Abschminken fertig zu werden und dann zum nächsten Termin zu hetzen.

„Susi?“

Susanna zuckte zusammen. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass Michael neben sie getreten war. Er war also auch noch nicht in zum Abschminken in seine Garderobe gegangen, sondern noch als der dezent gebräunte, faltenlose Fernseh-Familienvater Peter Walser geschminkt.

„Michael. Ist was nicht in Ordnung?“, fragte sie ihren Ehemann.

„Warum soll denn etwas nicht in Ordnung sein, nur weil ich mit meiner Frau sprechen will?“, fragte Michael zurück und lächelte sie an. „Ich finde, Dennis hat recht, Susi. Du siehst wirklich abgespannt aus. Mir ist das schon in den letzten Tagen aufgefallen. Du brauchst dringend ein bisschen Erholung, ein bisschen Zeit für dich selbst, und wir beide brauchen genauso dringend endlich mal wieder Zeit als Paar. Und deshalb habe ich mir eine Überraschung für dich ausgedacht.“

„Was denn für eine Überraschung?“, platzte Susanna patziger als beabsichtigt heraus.

Sie hasste Überraschungen. Ihr Terminplan war so straff und ohne jeden zeitlichen Puffer durchgeplant, dass alles Unvorhergesehene ihn über den Haufen warf.

„Du schmeißt dich jetzt in einen schicken Fummel, ich poliere mich auch ein bisschen auf, und dann fahren wir beide ins Wellness Hotel Romantica. Ich habe uns für heute Abend die Verwöhn-Behandlung für zwei gebucht: Massage, Sauna, alles nur für uns beide. Anschließend genießen wir ein Fünf-Gänge-Menü im Dachrestaurant mit Blick in den Sternenhimmel und dann eine romantische Nacht. Morgen nach dem Frühstück schwimmen wir noch ein paar Runden im hauseigenen Pool und lassen uns sie Sonne auf den Bauch scheinen, ehe wir wieder in Richtung heimatlichen Hof brausen.“

Erwartungsvoll sah er ihr sie an. Susanna aber kam es vor, als spüre sie buchstäblich, wie ihr der Kiefer herunterklappte.

„Bist du verrückt geworden?“, fuhr sie ihn an. „Wir haben doch gleich das Interview für die Fotoreportage bei Blatt der Frau. Vor acht sind wir da nicht fertig, und anschließend habe ich Christian versprochen, dass ich ihm bei seinen Englisch-Hausaufgaben helfe. Er hat immer noch solche Schwierigkeiten mit der Sprache, ich hätte längst anfangen sollen, mit ihm englische Bücher zu lesen …“

„Wieso müssen die Kinder überhaupt schon in der Grundschule Englisch lernen?“, unterbrach sie Michael. „Wir haben doch auch erst später damit angefangen, und soweit ich weiß, sprechen wir Englisch fließend.“

„Du warst auf Schüleraustausch in London, und ich habe mir mit großer Mühe einen Studienaufenthalt in Oxford finanziert“, erinnerte ihn Susanna wütend.

„Na und?“ Wie so oft schien Michael nicht zu verstehen, was sie meinte. „Christian und Liliana können doch auch auf Schüleraustausch oder zum Studium nach England gehen. Dann brauchen sie sich nicht jetzt damit herumzuquälen, wo sie lieber Disney-Filme oder mit Omi Guenther Bilder ausmalen würden.“

„Von dem ewigen Fernsehen werden Kinder gewalttätig“, fuhr Susanna auf.

„Was? Davon, dass sie Bambi und Dumbo, der Elefant schauen? Hast du das denn als Kind nicht gesehen? Liebste, du denkst besser kurz nach, bevor du solche Gerüchte verbreitest. Das Fernsehen ist dein Arbeitgeber.“

„Dass ich mal mein Geld mit Vorabendserien verdienen müsste, habe ich mir allerdings nie träumen lassen“, erwiderte Susanna. „Und nein, ich habe als Kind so etwas nicht gesehen, weil meine Mutter dafür gesorgt hat, dass ich sinnvoll beschäftigt war. Außerdem ist Christian für diese Bildermalerei schon viel zu groß.“

„Liebste“, unterbrach er sie zärtlich und legte den Arm um sie. „Genau das meine ich, und genau deshalb habe ich für uns die Nacht im Hotel gebucht. Du musst dich mal wieder entspannen. Lachen. Das Leben leichtnehmen. Es ist doch wunderschön, oder etwa nicht? Und dass Daheim bei den Walsers nicht dein Traum ist, weiß ich ja. Aber es ist doch ein Riesenglück, dass nun eine zweite Staffel gedreht wird und die Produktionsgesellschaft uns diese astronomischen Summen angeboten hat. Wenn die Folgen abgedreht sind, machen wir Schluss und haben finanziell für lange Zeit ausgesorgt. Dann sind wir frei, und du kannst Theater spielen, wie du es immer wolltest.“