Dragôc - Dreimond - Jennifer Niemann - E-Book

Dragôc - Dreimond E-Book

Jennifer Niemann

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Beschreibung

Eine Geschichte über den Ursprung des Dragôc Wenn die drei Monde sich zu einem vereinen und der Dragôc, der Dreimond, den Himmel entflammt, wird Unheil unserer Welt geschehen und Dämonen das Land zerreißen. Alweja die Göttin der Finsternis wird ihre dunkle Magie entsenden und alles, was rein war, verderben. Eine dunkle Prophezeiung wird wahr. Der flammende Vollmond, auch Blutmond, steht hoch am Himmel. Die drei Monde des Planeten Druîn im Zentrum des Universums der Götter haben sich zu einem gewaltigen Dreimond, dem Dragôc vereint und ein schwarzes Tor in die Schattenwelt wird geöffnet. Die Welt Druîn steht noch ganz am Anfang. Die Druiden, ein weißmagisches Volk von Alweja selbst aus Licht und Morgentau geschaffen, hat damit begonnen, die Welt zu studieren und ihr Wissen an die nachfolgenden Zwerge weitergegeben, die von Vulka selbst aus Fels geschlagen wurden. Sie haben den Zwergen ihre Gaben offenbart und ihnen die Druidentore vermacht, damit sie unbezwingbare Festungen ins Fleisch der Berge bauen konnten, doch der Kontakt zwischen den beiden Völkern zerbrach, als die Zwerge unter die Erde gingen. Jahrzehnte später erscheint das Volk der Menschen, welches sich auf dem nördlichen Kontinent aus den Séenari, den Affenmenschen, entwickelt hatte, und bedroht die Druiden mit ihrer Kriegstreiberei. In ihrer verzweifelten Lage, wendet sich Korean der mächtigste aller Druiden an die Zwergenfeste von Carlvahorl, um die Zwerge um Beistand zu bitten. Gemeinsam mit den Zwergen gelingt es ihm die Menschen zur Vernunft zu bringen und endlich zu Verhandlungen zu zwingen, um auch ihnen Zivilisation und Handel zu lehren und Frieden zu schaffen. Doch dieser Friede ist unsicher, denn Menschen neigen dazu alles Unerklärliche mit Hexerei und bösen Absichten zu verbinden. Dennoch knüpfen Korean und ein Zwergenkrieger namens Hamfast Braunbart ein besonders tiefes Band der Freundschaft. Als die Zwerge von Carlvahorl in ihren Mienen jedoch ein schwarzes Tor freilegen und die Druiden um Unterstützung rufen, soll sich alles verändern. In dem Versuch, das Tor geschlossen zu halten, öffnet es sich und das Böse dringt in die Welt ein. Die Folgen bedrohen jedoch nicht nur den allgemeinen Frieden in der Welt, sondern auch die Existenz der Druiden, denn ihr Schicksal ist fest mit dem Tor verwoben worden und Scham und ein dunkler Fluch drohen das Volk und mit ihm die Welt zu zerreißen. Können die Druiden das Unheil aufhalten und die finsteren Mächte zurückdrängen?

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Seitenzahl: 552

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Über die Autorin:

Dieses Buch wurde von einer 16-jährigen Hobby-Autorin geschrieben, die 1986 geboren wurde. Der Name dieser Autorin lautet Jennifer Niemann und sie wuchs auf in einer ländlichen Ortschaft namens Ihmert im Kreis Hemer des Märkischen Kreises in Nordrhein Westfalen Deutschland. Geborene Iserlohnerin verlebte sie eine schöne Kindheit in Ihmert, spielte in den dortigen Wäldern und hatte viele Freunde.

Ein Umzug mit zehn Jahren veränderte jedoch ihr gesamtes Leben. Sie verlor jeglichen Kontakt zu gleichaltrigen Menschen und zog sich immer mehr in ihre eigene Welt der Fantasie zurück, bis sie im Jahre 2000 ihre faszination für Kurzgeschichten und Fantasy-Romane entdeckte. 2002 begann sie damit, ihre eigenen Fantasien in einem Buch zu verfassen. Obwohl das erste Buch zunächst nur 20 DIN-A4 Seiten lang war, hatte sie bereits eine sehr interessante Geschichte verfasst. Der Grundbaustein für ihr erstes richtiges Buch, das nun stolze 548 Seiten lang ist. Weitere Bücher folgten.

Weitere Bücher:

Druiden-Saga:

Dragôc-Dreimond

Band 1: Der Ring des Dämonen (geschrieben 2002)

(Veröffentlicht 2018 / Neuauflage Januar 2023)

Band 2: Terradora (geschrieben 2004)

(Veröffentlicht 2019 / Neuauflage Februar 2023)

Dragôc-Dreimond – Die Vorgeschichte

Das schwaze Tor (geschrieben 2006)

(Veröffentlicht 2019 / Neuauflage März 2023)

Weitere Titel, die in nächster Zeit folgen:

Die Igel-Saga

1. Das Amulett der Macht (geschrieben 2008)

2. Der Smaragd des Chaos (geschrieben 2010)

3. Der Stab des Gotteszorns (geschrieben 2011)

4. Der Komet des Terrors (geschrieben 2012)

5. Das Juwel der 5 Seelen (geschrieben 2013)

6. Der Zorn der Götter (geschrieben 2015)

7. Der Turm von Akara (geschrieben 2016)

8. Die Siegelsteine der Schatten (geschrieben 2017)

9. Der Schatz der Wilden Hunde (geschrieben 2018)

10. Das Relikt des Bösen (geschrieben 2020)

11. Die Elemente der Zerstörung (geschrieben 2021)

12. Die Labyrinthe von Weslan (geschrieben 2023)

Nebenbuch: Igel-Saga

Ahnengeschichte von Hauptmann Berios (geschrieben 2014)

Karte der Nordhalbkugel Tasirée und die nördliche Insel:

Karte von Süderland dem südlichen Kontinent:

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Die Prophezeiung

Prolog

Die Menschen kommen

Die große Schlacht

Der Druide

Koreans Geschichte

Die Spaltung beginnt

Wieder im Gasthaus

Zur selben Zeit im Druidental

Wieder im Gasthaus

Das Wilde Land

Im Lager bei den Zwergen

Die Wahlen

Die Passage gen Westen

Das Dorf

Carlvahorl, die Donnerbergfeste der Zwerge

Ein weiter Weg

Frohe Botschaft, dunkles Schicksal

Die Säuberung

Die Flucht

Krûlais

Epilog

Kapitel 2: Anhang

Die Götter

Namen

Lebewesen

Die Volksgruppen

Die Koboldclans

Die Sprachen

Hier einige Übersetzungen, der am häufigsten benutzten

Die Übersetzung des Textes auf den Toren

Nachwort

Kapitel 1

Die Prophezeiung

Prolog:

Finsternis herrschte damals in den Weiten der Welt. Ein unendliches Nichts von einem Ende bis zum anderen des Universums. Nur ein einziger Bergkristall schwebte in den beinahe unendlichen Weiten. Stumm, starr und leblos trennte er das verderbliche Licht von der unendlichen Finsternis. Ein fester Lichtschimmer inmitten der finsteren Leere.

Noch war die Finsternis allgegenwärtig und damit stärker als das Licht, doch das innere Feuer des Urkristalls brach aus dem Kristall hervor. Heiße Lava floss aus ihm heraus und aus ihr entstieg ein gewaltiger Gott. Dieser kräftige, starke Gott hieß Vulka und er war der Beherrscher des Feuers und der Erde, sowie der Handwerks-, Schmiede- und Kriegskunst. Er war der Herr über das Metall. Den Großen Schmied, so nennt man ihn auch und so wurden zwei weitere Elemente geboren, die das Licht nun gegen die Finsternis verteidigten, das kämpfende Feuer und die schützende Erde.

Bald begann Vulka damit, aus Erde Kristalle und Edelsteine zu erschaffen und diese in Form zu schleifen. Er schliff die Edelsteine in vollkommener Perfektion und entließ sie dann in die Weiten des Alls, um dort das Licht des Urkristalls zu verbreiten. Jeden Edelstein hüllte er in einen gewaltigen Ball aus feurigen Flammen, um ihr Licht zu verteidigen und die Edelsteine selbst wurden zum Kern all dieser Sterne, die nun die Finsternis verdrängten.

Vulka, der Gemmenschleifer, erbaute sich aus hartem Felsen neben dem riesigen Urkristall eine große Schmiede und begann das Handwerk des Schmieds und des Schlossers auszuüben, indem er dem Erdelement Metalle entnahm und diese durch sein Feuer zu Waffen und Werkzeug formte. Aus den Tiefen der Finsternis jedoch wurden zu jener Zeit gewaltige Schattenwesen geboren. Stark geschwächt durch das erstarkende Licht in der Welt, waren die Kreaturen jedoch nicht stark genug, um Vulka zu besiegen.

Vulka war eben ein echter Kriegsgott, der seine Waffen selbst schmiedete und sein eiserner Wille ließ ihn selbst seine Grenze überwinden und machte ihn unbesiegbar.

So vereinten sich die dunklen Wesen zu einer gewaltigen schwarzen Göttin, die es mit Vulka aufnehmen konnte. Zur gleichen Zeit aber gebar das helle Licht des Urkristalls aus einer zarten Blüte und sanftem Morgentau eine Göttin des Lichts. Die ungleichen Zwillinge Alwaria und Alweja waren somit geboren. Beide waren sie gleich stark und zugleich unwiderstehlich schön.

Alwaria, die Göttin des Lichts, war strahlend hell und ihre warmen Augen ließen das Herz jedes Beobachters vor Freude und Leidenschaft brennen. Ihre Haut war weiß und ihr Haar golden. Alweja, die Göttin der Finsternis, hatte schwarze Haut und schwarzes Haar, doch auch ihre eisblauen Augen ließen jedes Herz erzittern. Sie war grausam und schön zugleich und kein Mann würde ihrem Blick widerstehen.

Bald darauf ergoss sich ein gewaltiger, stürmischer Ozean aus dem Kristall. Aus ihm entstieg die launische Göttin Aquara, die Beherrscherin des Windes und des Wassers. Ihre blassblaue Schuppenhaut und ihre zarte Statur standen sehr im Gegensatz zur stark gebräunten Haut und der kräftigen Statur Vulkas. Vulka war kahlköpfig, trug jedoch einen langen, krausen Bart, den er sich beim Arbeiten in den Gürtel klemmte. Er war nicht gerade groß, dafür aber sehr kräftig und breit gebaut, aber nicht dick, sondern wegen seiner stabilen Knochen und starken Muskeln eher stämmig.

Aquara war dagegen groß und schlank und ihre langen, blauen Haare waren sehr lockig und wild. Sie war launisch, aber gutmütig. Alwaria und Alweja waren größer als Aquara und hatten spitze Ohren. Auch sie waren schlank, doch sie hatten langes und vollkommen glattes Haar. Ihre Haut und ihr Haar waren ohne jeden Makel.

Alweja griff die anderen Götter immer wieder mit ihren Schattenwesen an, doch nach mehreren Niederlagen zog sie sich tief in die Finsternis zurück. Aquara erschuf in dieser Zeit die neuen Elemente Wind und Wasser. So löschte Aquara die feurigen Oberflächen sehr vieler Sterne und ließ auf diese Art eine Kruste aus schützender Erde entstehen, auf denen Wasser und Land über den feurigen Kern treiben konnten.

So wurden aus einigen Sternen Sonnen, aus anderen Planeten und Monde. Und in jedem steckte ein Kern aus Licht sicher umhüllt von den kämpfenden Flammen, der schützenden Erde und den wilden Wassern und verhüllenden Winden.

So wurde das Universum geboren, wie wir es heute kennen und alles wurde zusammengehalten von Vulkas Edelsteinen, die auf magische Weise mit dem Urkristall verbunden waren und den Kern jedes Sterns bildeten. Sie schufen durch Schwerkraft einen starken Zusammenhalt der Elemente und der Urkristall sorgte für ein Gleichgewicht, sodass sich die Sterne bewegen konnten, ohne aneinander zu stoßen. So konnte der Wind über weite Landebenen und Wasser wehen, doch irgendwie war alles immer noch karg und leer.

Dort wo Alwaria aus der Blüte und Morgentau erstanden war, war im Laufe dieser Zeit ein göttlicher Garten entstanden. In diesem Garten wuchs ein gewaltiger Baum und aus seinem Leibe heraus stieg eine weitere Schönheit an Göttin. Es war Nantalia, die Göttin des Lebens, auch Mutter Natur genannt. Sie war so groß wie Aquara, hatte helle Haut und ihr leicht gewelltes kastanienbraunes Haar reichte bis über die Schultern. Sie hatte ein mütterliches Lächeln und ihre Augen versprühten Wärme, Geborgenheit und Mutterliebe.

Sie brachte die Schmiede Vulkas, den windigen Ozean Aquaras und ihren göttlichen Garten in eine parallele Welt, der Götterwelt. Hier sollten die Götter leben und über ihre Schöpfungen wachen. Sie war es auch, die erstes Leben in die Welt entließ und es aufforderte sich zu entwickeln und zu verändern.

Leider waren viele Planeten einfach noch zu heiß, um Leben zu dulden. Doch da brach aus dem Urkristall eine gewaltige Kälte hervor und als ein Blitz, entstanden aus der Berührung zwischen der Kälte und der Hitze Vulkas, das Eis berührte erhob sich ein weiterer Gott. Nebel umspielten seinen vermummten Körper, verborgen unter einem langen, dunklen Kapuzenmantel. Sleijer war sein Name und er gebar zwei völlig neue Elemente: Eis und Donner. Er hatte eine schlanke Statur und war etwas größer als Nantalia und Aquara, wenn auch nicht ganz so groß wie Alwaria und Alweja.

Mit ihm wurden die bunten Nebel geboren und er kühlte die Planeten so weit ab, dass Leben existieren konnte. Er brachte die vier Jahreszeiten und die Gewitter, die zwar viel Schaden anrichteten, aber oft dem Leben eine Chance auf Neues gaben. Sleijer war ein unheimlicher Gott und geheimnisvoll, denn er zeigte sich nie, legte nie seinen Mantel ab und verbarg sich stets im Schatten. Er war aufbrausend und so voll von tiefem Neid auf die anderen Götter. Nur Nantalia allein konnte seine starken Ausbrüche und Emotionen zügeln, denn er liebte sie.

So entstand eine blühende Welt und in ihrem Zentrum wurde ein Planet geschaffen, der alles andere übertreffen sollte. Überall entstanden neue Tiere und Pflanzen und verschiedene Völker, doch Alweja verdarb jedes Volk mit ihrer Dunkelheit und schuf in jedem Volk gute wie böse Individuen. Auch einige noch dunklere Kreaturen aus ihrer Schattenwerkstatt gelangten in die Welten und so rang überall das Gute mit dem Bösen.

Eines Tages erschuf Alweja eine eigene, finstere Dimension und so wurde die Schattenwelt Drânkõr geboren. In jeder Welt stellte Alweja ein mystisches Tor auf, um ihre Wesen nach Vollendung in die Welt des Lichts zu entsenden und diese in ewige Finsternis zu stürzen. Orks, Natzorde, Dämonen und andere dunkle Geschöpfe sollten dann aus den Toren strömen und Krieg in die Welten des Lichts bringen. Zwar gelang es Alwaria frühzeitig, die Tore zu versiegeln, bevor die mächtigeren Kreaturen in die Welt des Lichts gelangten, doch einige dunkle Wesen blieben leider in der Welt des Lichts zurück und der Frieden in der Welt war vorüber.

Dennoch wurde keine Welt je vernichtet, denn Vulka lehrte den Völkern die Kriegskunst, um sich zu verteidigen. So war Alwejas Macht scheinbar gebrochen, doch tief in ihrer dunklen Welt gefangen, brütete sie etwas Schreckliches aus: Eine Kreatur von solcher Boshaftigkeit und Macht, dass sie unbesiegbar sein würde, wenn Alweja sie auf die Welt des Lichts losließe.

Sleijer, der ihre Bemühungen bemerkte und die Gefahr als einziger erkannte, erschuf einen gewaltigen Säbelzahntiger aus Eis und Blitz. Die Säbelzähne waren aus Eis, ebenso seine leicht gebogenen Krallen. Die kurze Mähne, die auf der Wirbelsäule vom Kopf bis zum Rücken reichte, war nadelspitz und elektrisch geladen. Seine Schnurrhaare standen steil ab und sein Schwanz hatte die Form eines gezackten Blitzes.

Es war ein sehr kräftiges Tier mit eisigem Atem und eisblauen Augen. Schnell wie der Blitz und so eiskalt wie der härteste Winter sollte dieses Wesen sein. Es sollte sein Bote werden, der ihm alles über Alwejas Tätigkeiten erzählte und ihre Fortschritte. Es sollte ihm auch ein Bote zu seinen Gläubigen in den Welten sein, den Völkern, die ihn, Sleijer, anbeteten und verehrten.

Er nannte seinen treuen Diener Blitzard und bat Nantalia, ihm göttergleiches Leben einzuhauchen. Sie erfüllte seinen Wunsch und er gewährte der Welt dafür lange Zeit eine sturmfreie Phase der Erholung.

In dieser Phase der Ruhe erschufen die Götter im Zentrum des Alls am Urkristall selbst eine völlig neue Welt, die unberührt bleiben sollte von Alwejas dunkler Macht.

So wurde der Urkristall selbst zu einer Sonne und ein einziger Planet mit drei Monden sollte um ihn kreisen. Dies war Druîn, die Welt der Druiden, unsere Welt. Ein Mond war blau und klein. Er bestand nur aus weiten Wasserflächen und er beherbergte viele Wasserwesen, der blaue Drache, wie man ihn auch nennt. Ein etwas größerer Mond war grün und bestand nur aus Waldflächen mit vielen Waldbewohnern, den grünen Drachen nennt man ihn. Der dritte und größte Mond war braun, wüst und bestand nur aus Erde und Sand, der braune Drache wurde er genannt.

Sie standen für die drei schöpferischen Götter. Der Erdmond stand für Vulka, der Waldmond für Nantalia und der Wassermond für Aquara. Alwaria sollte den Planeten selbst besitzen und Sleijer sollte seine schützenden Nebel um diese Welt ausbreiten. Er akzeptierte, dass er keinen eigenen Stern besitzen durfte, da er ja bereits Blitzard hatte, ein einzigartiges und besonderes Wesen, das ihm um einiges nützlicher war als ein einfacher Stern.

So entstand ein Planet mit drei Monden im Zentrum des Alls. Drei Landflächen lagen darauf: Süderland, ein herrlicher, großer Kontinent weit im Süden, Tasirée, ein Kontinent direkt am Äquator und Krûlais, eine kleine Insel im Norden.

Viele Tiere bewohnten bald das Land und Alwaria erschuf eine völlig neue Art von Wesen. Wesen aus reiner Magie und Licht: Die Einhörner, Wesen die Pferden ähnelten, doch hatten sie gespaltene Hufe, Quastenschwänze und einen schmaleren Körperbau. Auf der Stirn saß ein magisches Horn und sie waren weise und mächtig.

Als Alweja von dieser Welt erfuhr, gelang es ihr durch Einsatz all ihrer Kräfte, zwei Tore nach Drânkõr zu schaffen, eines in Süderland und eines auf Krûlais. Das Tor in Süderland konnte sofort von Alwaria versiegelt werden, bevor etwas Böses entkam, doch durch das nördliche Tor gelangte ein Volk der Dunkelheit leider in die Welt des Lichts.

Die Trollis waren ein Volk aus dunkelmagischen Wesen. Sie waren teilweise menschengroße, teils koboldkleine Wesen, die einem Menschen knapp bis zum Oberschenkel reichten, mit spitzen Ohren, dicken Knollnasen, kurzen Hasenzähnen und langen Schwänzen, die wie beim Löwen mit einer Quaste endeten. Sie hatten teils langes, teils kurzes Strubbelhaar. Die größeren hatten dicke, fast menschliche Beine, die kleineren dagegen eher kurze, mehr tierisch geformte Hasenbeine mit einem dicken, verkürzten, nach vorne gebogenen Oberschenkel und einem längeren, dünneren, nach hinten verlängerten Unterschenkel, der vorne direkt in die beiden Zehen mündete.

Genau wie aufrecht sitzende Hasen liefen sie nicht nur auf dem eigentlichen Fuß, also den Zehen, sondern vielmehr direkt auf dem Unterschenkel, der wie ein verlängerter Fuß aussah. Sie alle trugen kurzärmlige, gestreifte Hemden bis zum fast nackten Bauchnabel und darunter lediglich ihre lange Körperbehaarung.

Außerdem trugen alle eine ebenso wie das Hemd gestreifte Bommelmütze, deren Bommel, egal wie groß sie auch waren, stets bis zum Boden reichte. Durch sie wollte Alweja die Tore wieder öffnen, doch zu ihrem Erstaunen wandten sich die Trollis von ihr ab und riefen Sleijer an, sie als sein Volk anzunehmen. Sie verehrten ihn mehr als Alweja und wollten ihm allein und nicht länger ihr dienen.

So wollte Alweja das Volk vernichten, doch Sleijer hatte den Ruf der Trollis gehört und sandte umgehend seinen Blitzard aus, um die Trollis von der Insel zu retten und sie dann weit außerhalb der Reichweite Alwejas abzuladen.

So kamen die Trollis ins nördliche Tal von Tasirée, wo sie endgültig der Finsternis entsagten und sich offen zu Sleijer bekannten und seitdem ihn anbeteten und ihm opferten. Erschöpft und gekränkt zog sich Alweja tief in ihre Welt der Finsternis zurück.

Sleijer durfte die Trollis behalten und so blieb der Friede bestehen. Alweja hatte versagt.

Nun schuf Alwaria die Druiden aus reinem Licht und weißer Magie. Sie sollten weise und mächtig werden, die größten kämpfenden Gelehrten aller Zeiten und ihre Magie sollte Gutes bewirken. Sie sollten die ihnen folgenden Völker auf die Welt vorbereiten und sie beschützen, denn die Tore würden nicht ewig halten. Geduld und Macht sollten ihre Waffen sein, sowie das starke Band der Freundschaft zu einem weiteren Volk, das nur wenig später folgen sollte.

Das waren die Zwerge, die Vulka aus härtestem Gestein erschuf. So zeigte Vulka seine Fähigkeiten als Steinmetz und schuf die Zwerge aus dem härtesten Fels nach seinem Ebenbild. Sie sollten Krieger, Schmiede, Steinmetze, Gemmenschleifer und Handwerker der höchsten Klasse werden und nach ihrem Tode sollten sie in Vulkas Schmiede einziehen und in seiner göttlichen Armee dienen.

Er gab ihnen einen unbrechbaren Willen, den man sogar schon als Dickkopf oder pure Sturheit bezeichnen konnte. Doch er machte sie zäher als den Fels aus dem Vulka sie schlug, denn wenn ein Zwerg sich vornahm, nicht eher zu sterben, bis er sein Ziel erreichte, konnte er sogar weit über seine irdischen Kräfte hinaus weiterkämpfen.

Sie sollten von den Druiden lernen, die Magie der Druiden nutzen und ihnen beste Freunde und Kampfgefährten sein. Ewige Treue sollte sie an ihr Wort und Versprechen binden, wie der Fels selbst niemals vergeht, selbst wenn man ihn zerbricht. Sie sollten die Aufgabe haben, die Gebirge zu beherrschen und die schwachen Völker zu beschützen.

Die Zwerge bauten mit der Hilfe der Druiden und ihrer Magie gewaltige Festungen ins Fleisch der Berge und nutzten magische Druidentore, um sie zu verbergen und von außen absolut uneinnehmbar zu machen. Kein Zwerg und auch niemand sonst kann sich von außen ins Gebirge graben, da ein magischer Wall aus druidischen Runen dies verhinderte. Nur von innen heraus, können die Zwerge den Stein nach ihren Wünschen formen und ihre Festungen bauen.

Druidentore sind Tore, die sich völlig unsichtbar verhielten, bis man sie mit der richtigen, magischen Formel öffnete. Sie waren nur zu finden, wenn man wusste, wo sie waren.

Sie verschmolzen mit der Felswand und wurden erst sichtbar, wenn sie sich öffneten. Die Druiden konnten alle Tore jederzeit aufspüren, da sie ihre Magie fühlten, und öffnen, da sie diese ja erschaffen hatten. Die Zwerge hatten ihre eigenen Formeln dafür. Während die Formeln der Druiden auch nur diese nutzen konnten, weil kein nichtmagisches Wesen ihre Sprache aussprechen konnte, konnten die Zwergenformeln auch von Zwergen oder anderen Wesen genutzt werden, die den Zwergen Freunde waren.

So entstanden die großen Zwergenfestungen wie es Vulka einst geplant hatte. Eine davon, die Mächtigste, hieß Carlvahorl und hatte ihre Minen am Fuße des Donnervulkans. Dann gab es noch Selvadorn, die Festung an der Passage zwischen dem südlichen Gebirge und den nördlichen Diamantbergen, und Black Hôle, die Festung im Westen.

Danach erschufen die Götter die Seenari, ein Volk aus Affenwesen. Sie hatten immer eine gebeugte Haltung, eine starke Körperbehaarung, die aber nicht mehr als Fell zählte, einen langen, behaarten Affenschwanz, den sie zum Balancieren auf den Ästen oder als dritte Hand nutzen konnten, und einen affenförmigen Schädel. Sie waren eine Übergangsform zwischen Affe und Mensch und lernten von den Druiden, wie man einfache Hütten und einfache Werkzeuge aus Holz, Stein und Knochen herstellte.

Als die Seenari nach Norden nach Tasirée zogen, entdeckten die Druiden das Metall und lehrten den Zwergen auch noch die letzten Gaben Vulkas: Die Metallherstellung und dessen Verarbeitung zu Waffen und Werkzeugen. Und während die Zwerge die Druiden schnell in den gelernten Gaben übertrumpften, züchteten die Seenari im Efreb in Tasirée seltsame Kobaltblumen, die bei ihnen rituelle Bedeutung hatten, bis sich ein neuer Menschenstamm von ihnen abspaltete.

Dieser neue Menschenstamm konnte zwar einfache Hütten bauen und einfaches Werkzeug und einfache Waffen herstellen, doch sie waren dennoch weniger zivilisiert als die Seenari es von den Druiden lernten, kriegerischer und machtgieriger.

Die Menschen vertrieben die Seenari aus den offenen Wäldern des Efreb und breiteten sich auf der Weidemark aus. Die Seenari zogen in den Marnés, wo sie im Unsichtbaren in Frieden leben konnten. Dort waren die Büsche und Bäume zu dicht, sodass die Menschen die Seenari nicht weiter bedrohten.

Derweil im Efreb schlüpften die Kobolde aus den Kobaltblumen und ein neues, magisches Volk war geboren, ein Volk aus lauter Fellkugeln verschiedener Größe und Statur, die alle aber einem Menschen höchstens bis knapp über die Knie reichten. Sie hatten kurze Ärmchen mit zierlichen Händchen, lange, rote, dicke oder dünne Gurkennasen, kurze Hasenbeinchen ähnlich wie die kleineren Trollis, und sehr große, fast rechteckige Augen, die nicht breit, aber hoch waren und nach oben abgerundet.

Das Fell bedeckte den restlichen Körper vollständig, war aber über den Augen kurz gehalten und man konnte darüber sogar etwas Haut sehen, die Augenlider, die ebenso gefärbt waren, wie das Fell. Nur die Arme und Beine waren eher hautfarben. Sie alle beherrschten Magie, doch konnten sie diese nicht kontrollieren und so brachen einige von ihnen auf nach Süderland, um dort von den Druiden zu lernen, von denen sie über ihre Handelspartner die Seenari erfahren hatten.

Dort gingen sie bei einem mächtigen Druiden namens Korean in sie Schule und kehrten mit der Gabe, ihre Magie zu kontrollieren nach Hause zurück, um es ihrem Volk weiter zu lehren. Von dem Moment an, lehrten sie den kriegerischen Menschen nicht nur, dass es absolut keine besonders gute Idee war, einen Kobold auf die Palme zu bringen, sondern auch, dass man sie durchaus fürchten sollte, wenn man ihnen nicht in Frieden begegnete.

So wurden die Kobolde bei den Menschen als bösartige Wesen verschrien, die ihnen böse Streiche spielten, einfach, weil die Menschen die Magie nicht verstanden und alles fürchteten, was sie nicht verstanden. Für sie war Magie etwas böses, unerklärliches, unnatürliches. Aber, dass sie die Kobolde zuerst angegriffen hatten, wurde dabei völlig ignoriert.

Wenig später drangen die Menschen in Süderland ein und bedrohten bald schon die Existenz der Druiden mit ihrer Kriegstreiberei.

Doch eine ganz besondere Festung namens Carlvahorl war die größte und mächtigste von allen. Sie lag weit im Osten nahe des Donnervulkans, der von den Zwergen „Donnerberg“ genannt wurde. Nach ihm war auch die Feste benannt, denn der Name Carlvahorl setzte sich zusammen aus Carlva, dem zwergischen Wort für Donnerberg, und dem zwergischen Wort Horl, was übersetzt so viel wie Feste hieß.

Carlvahorl die Donnerbergfeste, die größte und mächtigste aller Zwergenstädte und sie sollte in dieser Welt mehr als einmal eine große Rolle spielen. Und genau hier sollte die Geschichte beginnen, denn an eben diesem Ort sollte der starke Bund der Freundschaft mit den Druiden besiegelt werden, das starke Band, das sich Vulka gewünscht hatte. Doch . . . die Sturheit der Zwerge konnte manchmal auch hinderlich sein, wenn sie sich in einer Sache versteiften und keine weiteren Erklärungen anderer mehr annahmen. Und in eben dieser Feste nahm alles seinen Anfang.

Die Menschen kommen:

Die Sonne war gerade untergegangen und die Nacht zog herauf, als Klambart Stahlklinge seinen Wachposten betrat. Der alte Zwerg liebte den Dienst am Tor. Klambart war ein Zwerg aus Carlvahorl. Sein Haar war blond mit leicht rötlichem Schimmer. Wie alle Zwerge war er recht klein, aber dafür breit gebaut und muskulös. Über seinem braunen Wams trug er ein Kettenhemd und darunter eine braune Lederhose und Stahlstiefel. An seinem Gürtel trug er eine einfache Kampfaxt.

Sein stahlverstärkter Lederhelm lag neben ihm auf der Brüstung des versteckten Wehrganges über dem Tor. Sein krauser Bart war frei gewachsen. Nur eine Strähne in der Mitte hatte er mit einer silbernen Spange gebunden, dann geflochten und mit einer weiteren Spange gebunden.

Klambart schaute hinauf zum klaren Himmel und dann hinab auf den Pass, der ins Landesinnere führte. Seit dieses seltsame, großgewachsene Volk von dummen Menschen in Süderland eingedrungen war, herrschten Kriegszustände bei den Zwergen. Neben den Firdraka, sehr gefährlichen Feuerbestien, und Greifen hatten die Zwerge sich jetzt auch noch mit diesen einfältigen, machtgierigen und ehrlosen Menschen herumzuschlagen. Und Ehre bedeutete einem Zwerg absolut alles.

Bisher hatten sie in Frieden mit den Druiden, einem Volk von noch größeren, kämpfenden Gelehrten mit magischen Kräften, zusammengelebt, doch seit die gierigen Menschen gewaltsam in das Land eingedrungen waren, war der Handel mit den Druiden vollständig zum Erliegen gekommen. Gerüchten zur Folge hatten sich die Druiden offenbar in eine geheime Gebirgshöhle verkrochen.

Klambart erinnerte sich an jede einzelne Schlacht, die er geschlagen hatte. Und diese Menschen wurden einfach nicht klüger. Ihr Blut hatte das Gestein bereits glitschig gemacht, doch immer wieder rannten sie gegen die unüberwindlichen Mauern an. Das Blut ihrer Vorgänger war auf dem Stein noch nicht ganz getrocknet, da versuchten sie bereits den nächsten Angriff und leider immer dieselbe Strategie.

Als der Wind drehte und nun aus dem Land zu ihm herauf wehte, vernahm er einen ihm bekannten Geruch. Mit einem Funkeln in den Augen und steigender Begeisterung sog er den Geruch ein und blickte den Pass entlang. Es war der Geruch von Talg, den die Menschen auf ihre Rüstungen schmierten, wohl in der Hoffnung, dass die Klingen der Zwerge davon abrutschten. „Die kapieren das nie. Dieser verdammte Talg wird euch auch diesmal nichts nützen. Er hat euch nur mal wieder verraten.“

Klambart ging ans Rufhorn und blies kräftig hinein. Ein dumpfes Dröhnen ging durch den Berg und rüttelte die letzten Krieger wach.

Schon wenig später stand das gerüstete Zwergenheer bereit und Glorimba Blutbad, König der Festung Carlvahorl, trat an Klambarts Seite. Glorimba war ein Zwerg mit blutrotem Haar. Auf seinem Rücken lag eine gewaltige Streitaxt und sein Bart war zu zwei Zöpfen geflochten mit je zwei Goldspangen gebunden.

Gemeinsam beobachteten sie den Pass, als plötzlich drei vermummte Gestalten eiligst den Pass hinauf rannten, dicht gefolgt von einer Einheit Menschen. Zwei der Gestalten blieben stehen und warfen sich den Menschen entgegen. Der eine kämpfte mit zwei Schwertern, der andere mit einem Kampfstab aus Holz, der mit Stahl verstärkt war. Der dritte rannte weiter und tötete zwei Menschen, die ihn einholten, mit einem Dolch.

Der Krieger mit dem Kampfstab eilte dem Dolchkämpfer zur Hilfe, als dieser von weiteren Menschen bedrängt wurde. Der Schwertkämpfer geriet indes in große Bedrängnis und plötzlich gab es einen gewaltigen Knall und es blitzte auf.

Der Schwertkämpfer und eine ganze Reihe von Menschen fielen tot zu Boden. Der Dolchkämpfer rannte zurück und wollte zum Schwertkämpfer, doch die nächsten Menschen rückten bereits nach und attackierten direkt die beiden seltsamen Kämpfer.

Klambart und Glorimba sahen am unteren Ende des Passes zwei aufrechte Gestalten auftauchen. Im nächsten Moment flogen die Pfeile auf die beiden vermummten Krieger zu.

Der Dolchkämpfer brach von Pfeilen getroffen zusammen, doch der Stabkämpfer hob den Stab und wehrte den einen Pfeil direkt ab, der andere stieß gegen eine weiße Lichtwand. Der Stabkämpfer flüchtete weiter den Pass hinauf und erreichte die Mauer der Festung. Der Dolchkämpfer blieb zurück und als die Menschen ihn völlig eingekesselt hatten, gab es erneut einen lauten Knall mit grellem Blitz und Tausende von Menschen fielen einfach tot um.

Der Stabkämpfer stand allein vor den Mauern, es gab keinen einzigen Ausweg mehr für ihn. Die Menschen griffen an, doch der Krieger schleuderte seinen Stab wie einen Rotor über seinen Kopf und griff seinerseits die Menschen an. Die Bewegungen des Kriegers waren so schnell, dass seine Gegner entweder gar nicht zum Angriff kamen oder sich gegenseitig behinderten oder gar niederschlugen.

Nach einem langen verheerenden Kampf, der mehr Menschen das Leben kostete als ihnen lieb war, zogen sich die Menschen verunsichert ein ganzes Stück vor ihm zurück und die Zwerge hörten die laute, klare Stimme des Kriegers heraufschallten: „Habt ihr etwa schon genug? Verdammte Mistkerle. Kommt und kämpft mit mir und ich werde euch zeigen, dass mein Tod auch Tausenden von euch das Leben kosten wird.“

Die Bogenschützen rückten näher und zwei weitere Pfeile scheiterten an einer weißen Lichtwand, doch der dritte Pfeil traf. Die Menschen sahen die Schwäche des Kriegers und griffen direkt wieder an, doch der Krieger konnte sie ein weiteres Mal zurückschlagen, als zwei weitere Pfeile ihn trafen und er völlig am Ende seiner Kräfte auf die Knie sank. Jetzt nahm Glorimba das Horn von seinem Gurt und blies zum Angriff.

Sofort stürzte sich eine Gruppe Zwerge aus den geheimen Tunneln auf die völlig überraschten Menschen und schon im nächsten Moment stand das Tor der Festung offen und entließ ein gewaltiges Heer aus grimmigen Zwergen. Klambart stand in der ersten Reihe und schlug ungezügelt auf alles ein, was ihm vor die Axt lief. So fällte er einen Menschen nach dem anderen, bis er plötzlich einem Zwerg gegenüberstand und die Axt senkte. Er blickte sich um.

Die Zwergenheere hatten sich in der Mitte getroffen und keinen einzigen Feind mehr am Leben gelassen. Klambart steckte die Axt in seinen Gürtel und ging zu diesem vermummten Stabkämpfer. Er hockte sich bei ihm nieder und besah ihn sich genauer. Der Krieger lebte noch. Glorimba trat neben ihn. „Die anderen beiden sind leider tot. Wir kamen wohl zu spät.“ Klambart nickte. „Dieser Krieger lebt noch, mein König. Sieh. Er atmet noch.“ Glorimba drehte sich um. „Heiler kommt hierher. Kümmert euch um den Krieger und bewacht ihn gut. Wir wissen nicht, ob er ein Feind oder ein Freund ist. Es könnte eine List der Menschen sein.“

Mit diesen Worten zogen sich die Zwerge zusammen mit dem Überlebenden in ihre Festung zurück. Es war eine gewaltige Festung tief ins Fleisch des großen Gebirges im Süden des Kontinents, den sogenannten Black Mountaîns, geschlagen. Diese Zwergenfeste lag weit im Osten der Berge nahe des großen Donnervulkans.

So wie alle Zwergenfestungen bestand auch Carlvahorl aus gewaltigen in den Fels gegrabenen Hallen, deren gewaltig hohe Decken von riesigen Säulen getragen wurden. Säulen, welche man nur mit mindestens fünf Personen knapp umarmen konnte. Und selbst ein gewaltiger Drache könnte durch die Hallen und Gänge fliegen, ohne an die Decke zu stoßen.

Einzig die Breite der Gänge würden ihn beim Fliegen behindern, doch auch die Gänge waren breit genug, dass mindestens fünf Elefanten locker nebeneinander gehen konnte, also breit genug für einen laufenden Drachen. Die Wände waren mit Gemälden aus Stein gemeißelt verziert und zeigten die vielen glorreichen Schlachten der Zwerge, ihre Geschichte. Es war überwältigend. Gewaltige Abgründe, die in beinahe unendliche Tiefen führten, schmale Brücken die darüber führten. Schmale Treppen, die in die höheren oder tieferen Hallen führten. Und alles ohne Geländer.

Für Zwerge kein Problem, denn sie hatten einen sicheren Tritt und fanden auch in tiefster Dunkelheit ihren Weg, doch für andere . . . ein tiefschwarzer Albtraum, denn vor allem die riesigen Abgründe waren so tief, das man eher verhungerte, als je den Boden zu sehen.

Die Heiler der Zwerge brachten den Fremden in eine kleine Kammer mit normalen Größendimensionen, jedenfalls für Zwerge, denn die Decken waren eben in Zwergengröße, ebenso das Mobiliar. So waren die meisten Wohnkammern gebaut, die Besucher eher selten zu sehen bekamen.

Direkt hinter der gewaltigen Eingangshalle führte nach links ein hoher Gang zu den Unterkünften der Wachmannschaft. Der große Gang rechts führte zu den großen Festhallen und am Ende zur großen Versammlungshalle. Dahinter gab es dann die Gänge zu den Schmieden, den Steinbrüchen, dem Wohnviertel und vielen anderen abgelegeneren Bereichen der Festung, von denen man bezweifeln würde, dass die Zwerge sie alle kannten und sich bei dem Irrgarten von verschiedenen Wegen nicht dauernd verliefen.

Diese kleine Kammer der Wachmannschaft hatte eine normalhohe Decke von etwa zwei Metern und war gerade groß genug für ein einfaches Bett aus Stein in Zwergengröße mit einer einfachen Matratze, ein paar Kissen und einer dünnen Decke. Das Bett stand mit dem Kopfende an der linken Wand von der Tür aus. Es stand mittig an der Wand, sodass hinter dem Bett am Kopfende ein kleiner Nachttisch mit einer Öllampe stehen konnte.

Gegenüber dem Fußende des Bettes, welches in den Raum ragte, stand eine schmale Kommode an der Wand mit einer einfachen Waschschüssel. Vor dem Bett von der Türe aus stand ein einfacher Schemel aus Holz für die Kleider.

Zwischen der Tür und dem Bett stand an der Wand ein kleiner Waffenständer für Waffen und Rüstungen. Die Heiler legten den vermummten Krieger auf das Bett, das für ihn deutlich zu kurz war, und entkleideten ihn vorsichtig, um seine Wunden zu versorgen, und enthüllten eine seltsame Gestalt.

Der Krieger war größer als die Menschen und war schlank, aber kräftig gebaut. Seine Haut war strahlend weiß und makellos, abgesehen von den frischen Wunden. Sein Alter war nicht festzustellen und seine Züge waren freundlich. Er hatte spitze Ohren und langes, goldblondes Haar. Es war glatt und seidig und schimmerte und glänzte.

Glorimba und Klambart standen am Bett und betrachteten den unscheinbaren Krieger. Bald öffnete sich die Tür und Hamfast Braunbart, ein Zwerg mit hellem, goldblondem Haar und dunkelbraunem Bart trat herein. Sein Bart war zu einem einzigen, einfachen Zopf gebunden worden, der oben und an der Spitze mit einfachen Silberringen verziert wurde. An seinem Gürtel hingen zwei Beile und auf seinem Rücken lag eine gewaltige Doppelaxt.

Er verbeugte sich nach Zwergenart und sagte: „Hamfast Braunbart steht zu Diensten.“ Glorimba erwiderte den Gruß und sagte: „Gut. Hamfast. Du bist einer meiner besten Krieger und ich möchte, dass du auf diesen ungewöhnlichen Kämpfer hier gut Acht gibst. Halte Wache an seinem Bett und schick einen Boten, sobald er zu sich kommt. Sorg dafür, dass er keinen Unfug anstellt, denn wir wissen nicht, wer oder was er ist.“ Hamfast nickte grimmig. „Ich werde über ihn wachen.“

So verließen Glorimba und sein Berater Klambart den Raum und kehrten in den Thronsaal zurück, wo in Kürze ein großes Fest als Siegesfeier stattfinden sollte. Als die Heiler dann ihr Werk vollendet und den Raum verlassen hatten, setzte sich Hamfast auf den kleinen Schemel neben dem Bett und begann seine Wache.

Am nächsten Morgen öffnete Hamfast die Augen und bemerkte das leere Bett neben sich. Er verfluchte sich selbst, weil er bei der Wache eingeschlafen war, doch dann bemerkte er den unscheinbaren Krieger vor der Kommode mit der Waschschüssel stehen. Der Krieger hatte seinen Kapuzenmantel übergezogen, unter dem er offenbar keine andere Kleidung getragen hatte, nichtmal Schuhe. Die Kapuze hing nach hinten herab und sein goldenes Haar lag darüber und reichte bis unter die Schulterblätter.

Er war eindeutig ein Mann, doch die langen Haare und die makellosen Züge ließen ihn fast weiblich erscheinen. Der Krieger drehte sich um und blickte Hamfast mit sehr freundlichen, grünen Augen an. „Ah, guten Tag. Der große Zwergenkrieger ist also endlich erwacht. Hättet Ihr nicht eigentlich über mich wachen sollen?“ Hamfast grummelte leicht. „Eigentlich schon, aber Müdigkeit kann auch den stärksten Krieger mal überrennen.“

Der Fremde lächelte. „Da habt Ihr Recht, Herr Zwerg.“ Hamfast war es nicht gewohnt mit Ihr oder Herr angeredet zu werden. Unter den Zwergen war das persönlichere Du sogar zwischen Herrscher und Untergebener völlig normal. Diese spezielle Höflichkeitsform war ihm unangenehm.

Hamfast trat nun an die Tür, flüsterte dem Boten davor etwas auf Zwergisch ins Ohr und wandte sich wieder an den Fremden. „Ich bin Hamfast Braunbart, der beste Krieger der Zwerge aus Carlvahorl, also macht mir hier keinen Blödsinn, klar?“, sagte er in der allgemeinen Sprache, aber mit grimmigem Unterton, der jedem sofort klarmachte, was sonst passierte.

Der Fremde verbeugte sich leicht und antwortete: „Mein Name lautet Korean. Es freut mich, eure Bekanntschaft zu machen, Herr Zwerg.“ Hamfast lächelte grimmig. „Nennt mich bitte einfach nur Hamfast, so nennen mich alle. Unter Zwergen wird dieses Herr und Frau sowieso gewöhnlich nicht benutzt. Ist so befremdend unpersönlich.“ Der Fremde lächelte freundlich, irgendwie einen ganzen Tick zu freundlich, empfand Hamfast. „Ebenso wie bei uns, das ist schön. Ihr müsst meine Art bitte entschuldigen.

Es ist das erste Mal, dass ich einem Zwerg begegne, noch dazu einem solch starken Krieger in seinem Volk. Aber ich bin hoch erfreut, dass Ihr die allgemeine Sprache nicht verlernt habt, nachdem Ihr viele Jahre nur unter Zwergen lebtet. Ihr könnt mich einfach Korean nennen. Nachnamen und Titel haben wir keine.“

Hamfast nickte skeptisch. Irgendwie mochte er diesen Fremden mit seinem makellosen Aussehen nicht. Der Fremde war ihm zu schön, zu freundlich und eindeutig zu groß. „Nun, jetzt weiß ich zwar, wer Ihr seid, aber noch nicht, was. Verzeiht meine Unhöflichkeit, aber zu welchem Volk gehört Ihr und welchem Gott folgt Ihr?“

In diesem Moment kamen Glorimba und Klambart herein. Beide verbeugten sich vor dem Fremden und unterhielten sich kurz auf Zwergisch mit Hamfast. Dann sagte Glorimba wieder in der allgemeinen Sprache: „Verzeiht, Fremder. Ich bin Glorimba Blutbad, König der Zwerge aus Carlvahorl, und das ist mein Berater Klambart Stahlklinge. Ich heiße euch Willkommen in der Feste Carlvahorl, Fremder. Wir haben euren Kampf gegen diese Menschen gesehen. Doch sagt, wer seid Ihr, was führt euch her und weshalb haben euch diese Menschen verfolgt?“ Der Fremde lächelte wieder.

Ja. Er war eindeutig zu freundlich für Hamfast. „Ich danke euch für eure Gastfreundschaft, König Glorimba. Mein Name ist Korean und ich fürchte, ich stehe wohl jetzt in eurer Schuld. Die Menschen haben uns schon seit unserem Aufbruch verfolgt und gejagt. Wir hatten bereits viele erschlagen und waren allmählich erschöpft. Doch zum Glück erreichten wir bald das Tal zu euren Toren. Nur leider holten uns die Menschen viel zu schnell ein, sodass wir nicht mehr in der Lage waren, eure Festung zu erreichen.

Diese Menschen hätten mich vermutlich abgeschlachtet, wenn Ihr und eure tapferen Krieger mir nicht zur Hilfe gekommen wärt. Da meine Gefährten scheinbar nicht hier sind, muss ich vermuten, dass sie es nicht geschafft haben. Wieder zwei weniger in meinem allmählich schrumpfenden Volk.

Doch für eure Hilfe ist die unendliche Dankbarkeit meines Volkes für alle Zeiten mit euch, bis meine Schuld beglichen ist. Ohne euren Einsatz wären es drei weniger gewesen in meinem Volke und ich habe noch keine Nachkommen. Das wäre das Ende meiner Blutlinie gewesen und ein herber Verlust für mein Volk, das von den Menschen immer weiter dezimiert wird.“ Glorimba lächelte und fragte: „Die Dankbarkeit welchen Volkes?“

Korean lachte einen Moment. „Oh, verzeiht. Seit mein Volk sich für seine weiteren Studien zurückzog, habt Ihr Zwerge mein Volk wohl vergessen. Ich bin ein Diener der großen Göttin Alwaria und gehöre zum Volk der Druiden. Mein Volk war es, das euch einst die Gabe der Zwergentore gab, das euch die allgemeine Sprache und das Handwerk des Krieges lehrte. Mein Volk zeigte euch die Schätze der Erde und ihre Verwendungsmöglichkeiten und weckte in euch die Gaben, die Vulka euch gegeben hatte.

Der Forschung wegen zogen wir uns zurück und unsere Völker verloren dadurch leider völlig den Kontakt. Jetzt sind diese Menschen in unsere Welt eingedrungen und bedrohen unsere Existenz. Ihr Zwerge, die Ihr uns als einzige im Krieg ebenbürtig seid, Ihr seid unsere letzte Hoffnung, diese Menschen zur Vernunft zu bringen, denn wir sind einfach zu wenige gegen ihre Übermacht. Nur mit vereinten Kräften kann es uns gelingen, mit den Menschen zu verhandeln und die Aufgaben der Götter zu erfüllen.

Alwaria hat zu uns gesprochen und uns aufgetragen, das Volk der Menschen unsere Welt zu lehren, wie wir es auch einst bei den Zwergen, Seenari und Kobolden taten. Frieden soll zwischen den Völkern herrschen und Handel soll erblühen. Allein schaffen wir es jedoch nicht.

Die Menschen, die sich offenbar im Norden aus den Seenari entwickelt haben, sind machtgierig und uneinsichtig und hören einfach nicht zu, obwohl sie unsere Sprache eigentlich beherrschen müssten. Sie wollen nicht lernen und bedrängen uns Druiden schon sehr lange. Mein Volk ist nicht stark genug, es mit ihnen allein aufzunehmen.

Wir sind zu wenige, um gegen ihre Überzahl zu bestehen und die Menschen in Bedrängnis zu bringen. Wir brauchen die vereinten Kräfte der Zwerge, um die Menschen zu Verhandlungen zu zwingen. Erst wenn sie ihre Niederlage sehen, werden sie bereit sein, zu verhandeln und unsere Angebote anzunehmen.“

Glorimba wirkte leicht überfahren, doch dann lächelte er und sagte: „Immer langsam. Wir Zwerge sind nicht ganz so schnell. Warum sollten wir mit diesen machtgierigen und dummen Menschen Frieden schließen?“ Korean lächelte jedoch wieder, (wieder einmal viel zu freundlich). „Weil sie ein schwaches Volk sind, das Vulka euch in Obhut gab.“

Jetzt war Glorimba etwas verblüfft. „Ein Volk von Vulka selbst?“ Korean nickte. „Ja. Vulka selbst hat das Volk der Seenari aus Sand gebaut und sich zu diesen Menschen entwickeln lassen, doch wie Sand eben ist, er ist schwach und bröselig im Gegensatz zu dem harten Fels aus dem Ihr Zwerge besteht.

Sie brauchen euch, zumal sie vom rechten Weg abkamen. Sie müssen wieder an ihre Herkunft erinnert werden, bevor Alweja sie endgültig verderben kann.“ Glorimba überlegte kurz. „Gut. Ich denke, wir sollten mal darüber nachdenken. Doch zunächst brauche ich einen Beweis, dass Ihr nicht einer von diesen Menschen seid, sondern tatsächlich einer dieser legendären Druiden. Dieses Volk ist damals spurlos verschwunden und existiert seither nur noch in unseren Legenden.“

Korean lächelte zum Erstaunen der Zwerge wieder (und wieder viel zu freundlich), hielt seine Handfläche nach oben und sagte in einer fremden Sprache: „Kassra Egnora.“ Ein kleiner Feuerball bildete sich über der Handfläche und wuchs langsam auf Kürbisgröße an. Der Druide leuchtete, schloss die Augen und ließ den Feuerball dann sogar verschiedene Formen annehmen.

Plötzlich verschwand der Feuerball, das Leuchten verblasste und der Druide brach keuchend auf die Knie. Hamfast eilte zu ihm. „Verzeiht. Ich bin noch nicht wieder vollkommen fit.

Der Kampf gegen die Armeen der Menschen hat mich sehr viel Kraft gekostet. Der einzige eindeutige Beweis wird wohl sein, wenn ihr mich zu einem Druidentor führt. Nur wer die zwergische Formel besitzt, kann diese Tore öffnen, außer er ist ein Druide.“ Glorimba jedoch schüttelte den Kopf. „Nein, ich denke, dieser kleine Feuerball war überzeugend genug. Auch eure erstaunlichen Kampffertigkeiten vor dem Tor sprechen deutlich für euch, ebenso euer Aussehen. Ich denke, wir können euren Worten vertrauen.“

Korean verbeugte sich vor dem Zwergenkönig. Dieser lächelte und Korean setzte sich auf das Lager. „Ruht euch aus, Korean. Ich werde mich mit meinem Berater zurückziehen und sehen, was wir Zwerge für euch tun können. Auch muss ich die anderen Zwergenfesten benachrichtigen und mich mit unserem Großkönig beraten. Ich stelle euch für die Zeit eures Aufenthaltes hier Hamfast Braunbart meinen besten Krieger zur Seite.“ Korean nickte. „Habt vielen Dank.“

So vergingen einige Tage, in denen Korean in Begleitung des Zwerges Hamfast Braunbart durch die Festung streifte und die herrliche Zwergenarbeit bewunderte. „Meine Güte. Wie glatt und weich der Boden sich hier doch anfühlt. Es fühlt sich mehr wie weiche Federkissen an als nach hartem Fels. Sehr wohltuend für nackte Füße, perfekte Steinmetzarbeit. Mit dieser Kunstfertigkeit kann sich kein Druide jemals vergleichen. Dagegen sind unsere krummen Höhlen grobe Laienarbeiten, in denen man sich die Füße selbst in Stiefeln aus Leder und Metall wund laufen würde.

Ihr habt die Steinmetzkunst wahrlich zur Perfektion gebracht. Und diese meisterhaften Schmiedearbeiten. Da brechen unsere Schwerter ja schon nur allein bei dem Anblick eurer Arbeiten. Faszinierend wie ihr euch seit unserer Lehren weiterentwickelt habt. Nun seid ihr wahrlich Vulkas Ebenbilder. Mögen eure Äxte niemals stumpf werden.“ Korean war stehen geblieben. „Und eure Magie nie verlöschen“, sagte Hamfast fast mechanisch. Korean sah ihn etwas überrascht an. „Wie ich höre, habt ihr die alte Grußformel nicht verlernt.“

Korean lächelte und der Zwerg griente. Hamfast mochte diesen seltsamen Krieger inzwischen doch irgendwie, auch wenn ihm dieser Kerl immer noch ein bisschen zu hübsch war und entschieden zu groß. Doch Korean schien nicht im Geringsten so eingebildet zu sein, wie man bei seinem hübschen Aussehen am ehesten vermuten würde. Weder eitel noch hochmütig. Im Gegenteil sogar, denn er lobte die Zwergenarbeiten und stellte die Fähigkeiten seines Volkes als äußerst miserabel dar.

Korean redete weiter. „Wenn ich bedenke, wir haben so viel gelernt und so viel Wissen angehäuft. Wir sind eben die kämpfenden Gelehrten. Allerdings mehr die Gelehrten als echte Kämpfer, denn im Kampfe würden die Zwerge uns dennoch weit überlegen sein, schon allein wegen ihrer körperlichen Kraft, ihrer enormen Ausdauer und vor allem wegen ihres eisernen Willens, der sie oftmals scheinbar Unmögliches schaffen lässt.“

Korean lachte. „Gib einem Zwerg, der noch niemals kämpfte, eine Axt in die Hand und stelle ihn vor einen Feind und er wird kämpfen, als hätte er nie etwas anderes getan. Einem Druiden muss man erst einmal erklären, welches das gefährliche Ende der Waffe ist, damit er sich nicht selbst verletzt.

Wie konnten wir nur den Kontakt zu euch dermaßen schleifen lassen? Das muss geändert werden. Wenn die Sache mit den Menschen überstanden ist, werden wir uns wieder mehr mit euch Zwergen befassen. Vielleicht geht ja eine Art Handelsabkommen. Ware gegen Ware tauschen. Zum Beispiel können wir euch Lebensmittel, Stoffe und Seile anbieten. Allerfeinster und bester Qualität.

Unsere Stoffe und Seile reißen nicht so schnell, sind sehr robust, halten ne Menge Gewicht und sind sogar feuerfest, wenn man es nicht gerade ausgerechnet mit einem dieser Feuermonstren zu tun hat, die ihr Firdraka nennt.“ Korean stockte kurz. „Außerdem sind sie zart und weich und kratzen nicht, legen sich so weich an, dass man sie fast gar nicht spürt.

Zaumzeug aus unseren Seilen scheuert nicht und hinterlässt keine Striemen bei den Tieren. Mäntel aus diesen Stoffen wärmen bei Kälte und kühlen bei Hitze, weil sie jeden Wind fangen. Und man fühlt sich frei und ungestört.“ Nun wurde Hamfast neugierig. „Ihr sagtet eben, Ihr seid kämpfende Gelehrte. Aber wenn Ihr wirklich Kämpfer seid, wo ist dann eure Rüstung?“

Korean lachte und sagte: „Verzeiht. Aber Rüstungen sind ein Luxus, die sich ein Druide nicht leisten darf. Unsere goldenen Regeln schreiben uns vor, Bescheiden zu sein. Wir arbeiten um zu leben, wir essen um zu leben und wir kämpfen um zu überleben. Wir sind keine ausgesprochenen Krieger, wie ihr Zwerge es seid. Wir sind Gelehrte, die zum eigenen Schutz einst die Kampfkunst erlernen mussten, wenn wir sie auch inzwischen recht gut beherrschen.

Eine Rüstung ist jedoch nichts, was wir zum Leben brauchen. Wir haben unsere Mäntel, um nicht zu erfrieren oder zu überhitzen und als Schutz vor den Strahlen der Sonne.

Mehr Kleidung ist nicht nötig und daher verboten. Rüstung gehört zum Luxus und wir Druiden sind eben bescheiden. Wir geben uns mit dem zufrieden, was wir zum Leben brauchen und eine Rüstung gehört nunmal nicht dazu. Deswegen tragen wir auch nur wenige Vorräte mit uns herum, denn das was wir benötigen, finden wir meist unterwegs in der Natur.

So sind wir im Kampf viel beweglicher. Schweres Gepäck oder eine schwere Rüstung würden uns nur behindern und unsere empfindliche Haut verletzen. Wir sind schließlich nicht aus Fels geschlagen und so zäh wie Zwerge. Unsere Knochen sind dünner, zerbrechlicher und unsere Körper empfindlicher und leicht zu verwunden. Dafür aber heilen wir auch schneller, da wir Magie in uns tragen.

Wir sind eben Magier, die das Kämpfen dafür lernten, falls uns eben doch mal die Magie ausgeht und weil wir Magie nur im Notfall einsetzen dürfen. Verbrauchen wir zu viel davon, sterben wir, denn wir sind aus Magie geboren und ohne sie können wir nicht leben.“

Der Zwerg nickte. „Ihr seid schon ein seltsames Völkchen. Aber ich denke, ich kann mich wohl damit abfinden. Als ich euch das erste Mal sah, hab ich euch falsch eingeschätzt. Und ich muss mit Freuden feststellen, dass ich mich irrte. Auch wenn Ihr mir dennoch eindeutig etwas zu hübsch ausseht und meiner Meinung nach viel zu groß seid, denke ich, dass Ihr es durchaus wert seid, dass wir euch helfen.“

Korean lachte. „Nun. Für mein Aussehen kann ich ebenso wenig etwas wie Ihr für eures. Alwaria hat uns eben so geschaffen, nach ihrem Ebenbild. Ihr seid eben nach dem Ebenbilde Vulkas. Und für meine Größe kann ich leider auch nichts. Aber vielleicht beruhigt es euch, wenn ich euch sage, dass diese enorme Größe auch einige Nachteile hat.

Man findet selten jemanden, mit dem man sich auf Augenhöhe unterhalten kann und das ständige Bücken geht stark ins Kreuz. Je größer man ist, desto tiefer muss man sich dann auch bücken. Auch in einem Kampf mit einem Firdraka ist Größe eher ein Nachteil. Der Morgenstern der Bestien schwingt bei uns genau auf Brusthöhe, während ein Zwerg sich locker drunter wegducken kann.

Ihr seht also. Größe ich nicht immer von Vorteil, auch wenn man auf der Ebene durch Größe einen weiteren Blick hat. Dummerweise kann man aber leider nicht nur viel weiter sehen, sondern wird auch schneller gesehen. Von daher wieder absolut unpraktisch, außer man will den Gegner allein durch seine Größe beeindrucken.

Aber das funktioniert nur bei jenen, die kleiner sind und einen Zwerg kann man auch nicht beeindrucken, wenn man sogar einen Firdraka auf sie hetzen würde. Ein Zwerg würde nur jubeln, wenn er sich mit so einem Biest messen dürfte, während wir Druiden schon nur bei dem Gedanken daran ordentlich bammel kriegen.

Aber das liegt vermutlich daran, dass Kampfstäbe, Dolche und Schwerter nicht viel gegen die Biester ausrichten können und Magie prallt an ihnen ab. Nur echte Zwergenäxte vermögen einen Firdraka zu schaden und zu erlegen.

Wir Druiden können so ein Biest nur besiegen, wenn wir zu mindestens sieben Druiden kämpfen, wobei sechs das Biest ablenken und ein siebter das Biest mit Geistzaubern angreift und von innen heraus zerstört, dem einzigen Zauber, der nicht abprallt, weil sie nicht den gegen Magie gepanzerten Körper, sondern den Geist angreift. Aber der Druide, der den Geistzauber ausführt, ist in dieser Zeit völlig wehrlos und die Biester merken schnell, wer da zaubert.“

Hamfast sah ihn an, doch Korean schwieg. Und so erreichten sie bald die große Halle, in welcher der aktuelle Großkönig aus Selvadorn und der Zwergenkönig aus Black Hôle mit Glorimba berieten. Hamfast kündigte den Druiden an und ließ ihn dann auf ein Zeichen seines Königs eintreten. Korean trat etwas unsicher auf die drei Zwergenherrscher zu und verbeugte sich tief. Korean wusste nicht genau, wie er sich den drei großen Zwergenkönigen gegenüber verhalten sollte, immerhin war dies seine erste Begegnung mit Zwergen.

Glorimba lächelte. „Setzt euch bitte, Korean. Ich habe den Zwergenkönigen bereits von euch berichtet, doch wir würden gern eure Worte hören. Ihr erbittet unsere Hilfe, doch bevor wir endgültig entscheiden, was getan werden muss, würden wir gern mehr von euch und eurer Situation erfahren.

Insbesondere das Volk der Druiden ist uns hier fremd, da wir es lediglich aus der Legende kennen. Ihr müsst verzeihen, doch die anderen Zwergenkönige zweifeln noch ein wenig an euch und euren magischen Kräften.“

Korean aber lächelte freundlich. „Nun ich persönlich brauche nichts zu vergeben, denn ich kann euer Misstrauen verstehen. Mein Volk ist selbst schuld, dass Ihr uns nicht traut, wenn wir so einfach in die Legende verschwinden. Für euch bin ich vermutlich eine zu groß geratene Bohnenstange mit viel zu hübschem Gesicht, was uns Druiden nach außen leider immer eitel und hochmütig erscheinen lässt.“

Glorimba starrte ihn völlig verdattert an und Korean lachte herzlich. „Mein zwergischer Begleiter nimmt in der Beziehung kein Blatt vor den Mund, doch ich bin froh über derartige Offenheit. Es ist nie verkehrt, wenn man weiß, was andere so über einen denken, ganz besonders dann nicht, wenn man ihre Hilfe erbitten will. Lieber offen ins Gesicht gesagt, als irgendwo hinter dem Rücken gelästert.

Nun. Wie ich schon meinem zwergischen Begleiter sagte, für meine Größe und mein Aussehen kann ich nichts. Alwaria selbst hat mich so erschaffen, wie ich bin, nach ihrem Ebenbild und ich denke, dass auch ihr Zwerge sicherlich den weiblichen Fimmel für Schönheit und Perfektion kennt. Ihr habt das Glück, dass Vulka ein männlicher Gott ist und daher eher praktisch denkt.

Glaubt mir. Größe hat nicht nur Vorteile, vor allem weil die Keulen der Firdraka richtig schön auf Brusthöhe sind. Ein Hieb und wir können unsere Herrin Alwaria besuchen gehen. Diese Biester sind fast vollkommen zauberbeständig und verdammt lästig. Es benötigt mindestens sieben Druiden, um ein derartiges Monster zu bekämpfen, und selbst das verspricht noch lange keinen Erfolg.

Unsere Schwerter sind fast völlig nutzlos, denn bei den Schuppen braucht man Hackwerkzeug wie Beile oder Äxte oder eben Hämmer, um die Schuppen zu zerbrechen, doch derartige Waffen sind für Druiden viel zu schwer und zu unhandlich. Schwerter sind Stichwaffen und bringen herzlich wenig, zumal unsere Schwerter auch schnell brechen.

Wir sind eben keine Handwerker. Wir sind Gelehrte, keine Krieger. Wir können Bücher schleppen, studieren und lehren, aber wir können uns nicht im Geringsten mit den Zwergen messen. Weder im Handwerk noch in der Kampfkunst. Wir sind Gelehrte, die das Kämpfen rein zu ihrer Verteidigung lernen mussten, als wir lange vor allen anderen Völkern geboren wurden, um uns all das Wissen anzueignen, was wir dann den anderen Völkern weiter lehren sollten.

Unsere Körper sind leicht zu verwunden und unsere Knochen brechen verdammt schnell. In der Beziehung sind wir sogar den Menschen deutlich unterlegen. Zwar sind wir im Kampfe stärker als sie, schon nur allein dank unserer Magie, doch ihre große Zahl macht uns langsam aber sicher ein Ende. Einen Druiden zu töten, kostet tausend Leben, da wir im Moment unseres Todes einen allerletzten Zauber sprechen, der Tausende von Gegner mit in den Tod reißen kann. Und hinzu kommen noch jene, die wir vorher erschlagen.

Doch unsere Zahl ist zu gering für diese Übermacht an Menschen. Selbst wenn alle aus meinem Volke diesen Zauber sprechen würden, wäre danach kein Druide mehr übrig und diese Menschen hätten nur geringe Verluste. Sie vermehren sich wie Kaninchen und wenn man Tausende tötet, rücken abertausende nach.

Machtgier lenkt ihre Gedanken und sie akzeptieren weder uns noch die Zwerge als Nachbarn. Mein Volk wurde stark dezimiert und versteckt sich in einer tiefen Höhle. Ich und meine acht Gefährten wurden ausgesandt, um das einzige Volk um Hilfe zu erbitten, das uns in dieser Lage helfen kann. Leider wurden wir von den Menschen entdeckt und gerieten mitten in ihre gewaltige Armee.

Lange kämpften wir, als ich und zwei weitere von uns den Weg zur Flucht freikämpfen konnten. Wir rannten so schnell, wie es zum Glück nur Druiden können, doch unsere fünf Gefährten, die uns den Rücken freihielten, fielen wie die Fliegen. Im Tal vor euren Toren holten sie uns wieder ein und zwei weitere meiner Gefährten starben, bevor ich das Horn der Zwerge hörte und sah, wie das Tor der Festung sich öffnete.

Ich brach den letzten Zauber ab, in der Hoffnung zu überleben und den Zwergen doch noch von unserer Not berichten zu können.

Von Alwaria selbst wissen wir, dass die Menschen von Vulka aus Sand geformt wurden und sich über einen langen Zeitraum auf dem fernen, nördlichen Kontinent aus den Seenari weiterentwickelt haben, die einst von diesem Kontinent kamen. Vor einiger Zeit haben sie an der Küste angelegt und seither bedrohen sie uns und greifen uns an. Sie sind schwach und verwirrt. Doch sie weigern sich leider vollkommen, uns zuzuhören.

Nur mit eurer Hilfe können wir uns ihr Gehör verschaffen und sie auf den rechten Weg zurückführen, um sie dann der Obhut der Zwerge zu übergeben, deren Aufgabe es immer schon war, die schwachen Völker zu schützen.“ Korean endete und Glorimba und die beiden anderen Zwergenkönige sahen ihn einen Moment an.

Alles, was er gesagt hatte schien logisch, doch dann sagte der Großkönig zu ihm: „Nun eure Geschichte klingt logisch. Doch ich verstehe nicht. Weshalb tragt Ihr dann keine Rüstungen, wenn eure Körper derart zerbrechlich sind?“ Korean aber lächelte. „Die Goldenen Regeln meines Volkes besagen, dass wir nur jenes besitzen dürfen, was wir zum Leben benötigen. Der Luxus von Schuhen oder gar Rüstungen ist uns untersagt. Als Kleidung zum Leben genügt ein einfacher Mantel, der wärmt im Winter und kühlt im Sommer und bewahrt unsere empfindliche Haut vor der Sonne.“

Korean unterbrach kurz. „Nun seht mich nicht so an. Ihr kennt doch bestimmt auch Sonnenbrände, wenn man zu lange in der Sonne war. Und wir leben nicht im Gebirge sondern auf freiem Feld und in Wäldern. Da muss man sich vor Sonnenbrand mehr schützen als in Gebirgen. Wir sind ein bescheidenes Volk. Abgesehen von diesem langen Mantel tragen wir keinerlei Kleidung und Schuhe schon gar nicht. Und unsere Füße bilden auch keine Hornhaut unter den Sohlen wie eure. Dennoch leben wir so, denn so sind nun einmal unsere Regeln. Wir sind eben bescheiden, geduldig und eine Einheit, die stets zusammenhält.

Auch wenn ich nicht denke, dass wir fehlerfrei sind und perfekt schon mal gar nicht. Wenn ich nur mal eure große Festung mit unseren Höhlen vergleiche. Der Boden so glatt, dass er sich fast federweich anfühlt. Unsere Höhlen sind dermaßen scharf und kantig, dass man sich selbst mit euren schweren Stiefeln die Füße wund laufen würde. Unsere Schwerter würden beim bloßen Anblick eurer Schmiedekunst glatt zerbrechen. Allerdings weiß ich nicht genau, ob nun aus Neid oder sogar aus Scham.“

Glorimba lachte. „Nun jedenfalls wisst Ihr euch sehr gut auszudrücken. Ihr sprecht jedenfalls wie ein echter Gelehrter und Ihr wisst, wie man dem Volk der Zwerge schmeicheln kann.“ Korean lächelte. „Nun ich habe einiges gesehen, während ich hier durch eure Feste wandern durfte. Und für meine gelehrte Aussprache muss ich mich wohl entschuldigen. Aber ich bin es nicht gewohnt mit Zwergen zu reden.

Ich kenne Zwerge nur aus unseren Schriften und habe unsere jungen Druiden über euch gelehrt, was mein Volk auf Schriften niedergelegt hat. Aber selber mal einen Zwerg gesehen zu haben und gar mit ihm zu sprechen, ist etwas völlig Neues für mich und es ist ganz anders, als nur über euch zu berichten. Zumal ich auch feststellen muss, dass euer Volk sich erstaunlich schnell weiterentwickelt hat.

Wir haben wohl eine Menge nachzuholen, wenn wir alles über euch wissen möchten und wir können wohl jetzt viel von euch lernen. Nachdem wir euch die Anfänge eurer Gaben Vulkas zeigten, habt ihr uns in derart kurzer Zeit bei weitem darin übertroffen.“

Glorimba lachte wieder. „Na das ist doch mal was. Die großen Druiden, die vermutlich viel Geduld aufbringen mussten, um meinem dickköpfigen Volk so viel zu lehren, lernt jetzt von den Zwergen. Doch wir haben nicht so viel Geduld.“

Korean lächelte. „Nun. Wir lernen schnell und sind auch nicht so stur wie es die Zwerge sind. Doch auch wenn Ihr selbst euer Volk als Dickköpfig bezeichnet, würde ich es gerne eisernen Willen nennen, denn eure Sturheit ist eure stärkste Waffe.

Durch sie vermögt Ihr Unmögliches doch möglich zu machen und könnt euch damit sogar unseren Geistzaubern entziehen. Niemand kann euch manipulieren oder eure Sicht trüben.“ Glorimba lachte erneut und die anderen Zwergenherrscher ebenso. Dann sagte der Großkönig freundlich: „Nun. Ihr seid wahrlich ein Gelehrter. Doch ich benötige noch einen letzten Beweis dafür, dass Ihr auch ein Druide aus der Legende seid.“ Der Großkönig lächelte jetzt und sein langer weißer Bart schob sich deutlich nach oben. Er war wie bei Hamfast zu einem einzigen Zopf gebunden, nur mit Goldringen statt Silberringen verziert und neben ihm stand der gewaltige, goldene Zeremonienhammer.

Korean lächelte. „Nun. Wie soll ich mich beweisen? Was hättet Ihr gerne?“ In dem Moment begann Korean zu glühen und ein Feuerball erhob sich über seiner ausgestreckten Hand und wuchs zu enormer Größe an.

Mit einer kleinen Handbewegung flog der Feuerball empor und zerplatzte mit einem mächtigen Knall doch statt Funken fielen Wassertropfen vom Himmel und gefroren noch im Fall zu winzigen Eiskristallen. Ein heftiger Wind kam auf und Korean saß im Zentrum eines kleinen Wirbels aus Wind, der die Eiskristalle um Koreans Körper wehte. Ein Knall und eine Feuerwand schoss aus Koreans Körper in alle Richtungen, verbrannte das Eis und verschwand, bevor sie die Zwerge erreichen konnte.

Allein der Wirbelwind blieb, der nun die trockene Erde aufwirbelte, die sich über Korean zu einem gewaltigen Klumpen zusammenformte.

Dieser nahm eine Flöte vom Gürtel und begann eine tiefe Melodie zu spielen. Der Erdklumpen begann sich zu formen und nahm die Form eines Zwerges an. Dann stellte Korean ihn sanft auf dem Boden ab und beendete die Melodie. Der Wind legte sich und Korean öffnete die Augen und lächelte zufrieden, als er die völlig verblüfften Gesichter der vielen Zwerge sah. (Jeder König hatte einen Trupp Krieger dabei).

Es entstand eine lange Stille, in der die Zwerge das Ganze erstmal begreifen musste, dann begannen die ersten zu johlen und zu klatschen über die gelungene Show.

Korean lächelte. „Und das war nur ein kleiner Vorgeschmack auf meine magischen Fertigkeiten. Ich bin Korean, der bisher einzige Druide, dessen Konzentration so weit reicht, dass er auch mehrere Zauber zugleich wirken kann. Ich bin jetzt aktuell der mächtigste aller Druiden und nur deshalb hat man mich ausgesandt. Ich hatte die größten Chancen, lebend hier in euren Hallen anzukommen. Doch wären mir die tapferen Zwerge nicht zur Hilfe gekommen, hätte selbst ich es vermutlich nicht geschafft.“

Glorimba fasste sich als erster und lachte. „Nun. Das nenne ich mal ein Spektakel. Respekt. Das war jedenfalls deutlich beeindruckender als der kleine Feuerball bei unserer ersten Begegnung.“ Korean lachte. „Nun. Bei jener Begegnung war ich auch noch sehr geschwächt von der Schlacht. Erst nach einer langen Meditation konnte ich mich erholen. Magie regeneriert sich nicht so schnell wie Wunden. Nur mit der Meditation geht es schneller.“

Die anderen Zwerge beruhigten sich jetzt ebenfalls wieder und der Großkönig sagte: „Ihr habt mich überzeugt. Ihr seid ein echter Druide. Und da ich nun darauf vertrauen kann, dass Ihr zumindest in der Hinsicht die Wahrheit gesprochen habt, zweifle ich auch nicht mehr an euren anderen Worten. Doch was genau können wir Zwerge für euch tun?“

Korean überlegte kurz. „Nun. Die Menschen kennen die gewaltige Kriegsmacht der Zwerge nur in ihren Festungen und glauben, auf der Ebene freie Hand zu haben. Es wird nicht viel nützen, nur zu verhandeln. Das haben wir Druiden bereits versucht. Unsere Boten wurden brutal hingerichtet.