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Jane Caulfield hat die Trennung vor 5 Jahren an Weihnachten noch immer nicht verarbeitet. Als sie in Gedanken Santa Claus umrennt, läuft sie panisch davon. Doch sie plagt das schlechte Gewissen und am nächsten Tag entschuldigt sie sich. Von da an unterhalten sich die Beiden täglich. Als ihr Santa Claus verspricht, dass ihr Verlobter zu ihr zurückkommt, glaubt sie ihm nicht. Soll sie dem Mann im roten Mantel und seinem Versprechen glauben?
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Seitenzahl: 48
Veröffentlichungsjahr: 2024
Anna Weiss Anna
Dreams come true
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Dreams come true
5. Dezember 2022, 15.30 Uhr
9. Dezember 2022, morgens 8 Uhr
12. Dezember 2022, morgens 07.30 Uhr
14. Dezember 2022, morgens 07.44 Uhr
15. Dezember 2022, morgens um 07.35 Uhr
16. Dezember 2022, morgens 07.12 Uhr
18. Dezember 2022, nachmittags 17 Uhr
19. Dezember 2022, morgens 6 Uhr
23. Dezember 2022, nachmittags 15 Uhr
Heilig Abend, morgens 10 Uhr
Impressum neobooks
Ich stand im Aufzug und schaute hektisch auf die Uhr. Mist, schon so spät? Entnervt starrte ich auf mein Handy. Vier neue Nachrichten. Ich hörte sie eine nach der anderen ab. Alle von meiner Freundin Hannah. Sie wartete vor dem Kino auf mich. Ein letzter Blick auf meine Uhr zeigte, dass ich es niemals schaffen konnte, pünktlich zu sein. Ich sah aus dem gläsernen Aufzug, der am 14-stöckigen Gebäude entlang fuhr. Draußen schneite es. Die Flocken vermischten sich mit dem tristen Grau der Häuserwände von Manhattan. Es sah aus, als hätte jemand die Stadt mit Puderzucker verziert. Ich starrte auf meine Schuhe. Pumps. Echt wundervoll für den Job als Journalistin, aber nichts für die kalte Winterzeit.
Heute Morgen hatte es noch nicht nach weißer Pracht ausgesehen. Da musst du jetzt wohl durch, sagte ich zu mir selbst. Ich sah auf die Straße, wo hektisches Treiben herrschte. Am Eingang fuhr gerade ein Taxi vor. Das Gelb stach aus der weißen Landschaft deutlich hervor. Ein Mann stieg aus und entfernte sich schnell. Das war meine Gelegenheit, doch noch einigermaßen pünktlich zu sein, wenn mir die Rush Hour keinen Strich durch die Rechnung machte. Die Aufzugtüren öffneten sich und ich hetzte, so schnell ich auf diesen unbequemen Schuhen laufen konnte, Richtung Ausgang. Die Drehtüren aus Glas bewegten sich langsam und behäbig wie eine alte Dampfwalze. Ich wurde immer nervöser. Aber das Taxi stand noch da. Ich würde niemals mit trockenen Füßen beim Taxi ankommen. Wie eine Primaballerina tänzelte ich Richtung Taxi.
Ich rief ganz laut „Halt“, damit der Taxifahrer wartete und prallte im nächsten Moment mit jemandem zusammen. Wie in Zeitlupe bekam ich mit, dass der Mann einen roten Samtanzug trug. Ich hörte, wie eine Glocke zu Boden fiel. Ich sah Kleingeld, wie es auf dem Gehweg aufkam und davon rollte, hörte ihn lauthals schimpfen. Mein Handy klingelte. Wie in Trance nahm ich den Anruf entgegen. Schon wieder Hannah, die fragte, wo ich denn blieb.
Während ich antwortete, eigentlich stotterte ich, starrte ich auf den verschneiten Bürgersteig und die Menschen, die verständnislos die Köpfe schüttelten. Durch den Tumult kamen immer mehr Menschen herbei.
Ich rief ein lautes Entschuldigung nach hinten und sprintete schnell zum Taxi, weil Hannah mittlerweile mehr als ungeduldig wurde. Ich schnappte einem Mann das Taxi vor der Nase weg, entschuldigte mich ein zweites Mal und knallte die Autotür zu. Hatte ich gerade den Nikolaus umgerannt? Hatte ich ein Taxi gestohlen? Mein Puls raste. Mein Atem ging stoßweise.
Ich bog meinen Kopf nach hinten und konnte dem Mann im roten Mantel zuschauen, wie er immer noch Kleingeld aufhob. Es tat mir so leid. Danach fuhr mein Taxi um die Ecke. Das schlechte Gewissen überkam mich mit voller Wucht. Ich musste mich bei ihm entschuldigen. Von Angesicht zu Angesicht.
Mit schlechter Laune stieg ich aus dem Taxi aus. Natürlich war ich 10 Minuten zu spät. Hannah kam auf mich zugerannt und zog mich am Arm hinter sich her. In den nächsten 2 Stunden dachte ich nicht mehr an den alten Mann. Eine Einladung meiner Freundin zum Kaffee schlug ich höflich aus. Ihrem lauernden Blick wich ich gekonnt aus. Mit hängendem Kopf ließ ich mich nach Hause fahren.
Bevor ich ins Bett ging, fasste ich den tollkühnen Plan, mich in aller Form bei dem alten Mann zu entschuldigen. Persönlich.
In der Nacht schlief ich sehr unruhig und wachte auf, als hätte ich die ganze Nacht gefeiert, was mir die Augenringe im Spiegel bestätigten. Ich füllte in der Küche noch schnell einen Kaffee in meine Bambustasse, schnappte mir meine Handtasche und Unterlagen. Die Haustür knallte laut ins Schloss. Ich war bereit für den Tag.
Ich bat den Taxifahrer, an meinem Lieblingsblumengeschäft zu halten. Dort kaufte ich einen großen, bunten, viel zu teuren Strauß.
Zufrieden stieg ich zurück ins Taxi und ließ mich zu meinem Arbeitsplatz fahren. Beim Aussteigen aus dem Taxi hielt ich Ausschau nach dem Nikolaus, konnte ihn aber nicht sehen. Auch die nächsten Tage war er verschwunden. War wohl mit Rudolph und den anderen Rentieren zum Nordpol geflogen. Ich musste grinsen. Der Gedanke war völlig absurd. Es gab keinen Weihnachtsmann, keinen Nordpol und keine fliegenden Rentiere.
Eigentlich hatte ich heute Morgen gar keine Lust, auf die Arbeit zu fahren. Ich war eindeutig und auf jeden Fall urlaubsreif. Mich beschäftigten viel zu viele unnötige Dinge, die nichts mit der Arbeit zu tun hatten. Vor allem dachte ich viel zu oft an den Mann im roten Mantel und mein schlechtes Gewissen.
Das Taxi war gerade um die letzte Ecke gefahren, da hielt ich auch schon Ausschau nach Santa Claus. Und tatsächlich stand er da. Er lockte die Menschen mit der Glocke zu sich, damit sie für einen guten Zweck spendeten.
In der anderen Hand hielt er eine Dose, in die einige Passanten etwas hineinsteckten und sich schnell wieder entfernten. Hoffentlich lief er nicht weg, dachte ich verunsichert.
