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Diese Serie von der Erfolgsschriftstellerin Viola Maybach knüpft an die bereits erschienenen Dr. Laurin-Romane von Patricia Vandenberg an. Die Familiengeschichte des Klinikchefs Dr. Leon Laurin tritt in eine neue Phase, die in die heutige moderne Lebenswelt passt. Da die vier Kinder der Familie Laurin langsam heranwachsen, möchte Dr. Laurins Frau, Dr. Antonia Laurin, endlich wieder als Kinderärztin arbeiten. Somit wird Antonia in der Privatklinik ihres Mannes eine Praxis als Kinderärztin aufmachen. Damit ist der Boden bereitet für eine große, faszinierende Arztserie, die das Spektrum um den charismatischen Dr. Laurin entscheidend erweitert. »Hey, hör sofort auf, meine Freundin zu belästigen.« Linus Vegebank baute sich vor einem Mann auf, der höchstens einen Zentimeter kleiner als er selbst und um einiges breiter in den Schultern war. Der Typ grinste verächtlich und ließ die Arme schwingen, als wolle er sie schon einmal für den ersten Schlag lockern. Er sah aus wie Mr. Muskelmann persönlich. Vermutlich verbrachte er jeden Tag ein paar Stunden in einem Fitness-Studio, um seinen prachtvollen Körper zu stählen. Marie-Louise Schnellinger, von allen nur Marie-Lou genannt, zupfte Linus am Ärmel. »Lass uns gehen«, bat sie. »Echt, Linus, ich will keinen Ärger.« Den anderen Mann würdigte sie keines Blickes. Er hatte sie tatsächlich belästigt. Sie konnte sich normalerweise gut selbst wehren, aber der hier war einer von der unangenehmen Sorte. Undenkbar, dass sie nicht mit ihm tanzen wollte, ihm widerstand schließlich keine! Sie fand solche Männer grässlich, und das hatte sie ihm unklugerweise auch noch gesagt. Jedenfalls: Auf die paar Minuten ohne Linus hätte sie gern verzichtet. Und natürlich war wieder weit und breit niemand bereit gewesen, ihr zu Hilfe zu kommen, typisch! Sie hatte bereits beschlossen, diesem Club keinen zweiten Besuch abzustatten, da konnte er noch so angesagt sein. Der Breitschultrige begann zu lachen. »Du heißt Linus?
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Seitenzahl: 117
Veröffentlichungsjahr: 2021
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»Hey, hör sofort auf, meine Freundin zu belästigen.« Linus Vegebank baute sich vor einem Mann auf, der höchstens einen Zentimeter kleiner als er selbst und um einiges breiter in den Schultern war. Der Typ grinste verächtlich und ließ die Arme schwingen, als wolle er sie schon einmal für den ersten Schlag lockern. Er sah aus wie Mr. Muskelmann persönlich. Vermutlich verbrachte er jeden Tag ein paar Stunden in einem Fitness-Studio, um seinen prachtvollen Körper zu stählen.
Marie-Louise Schnellinger, von allen nur Marie-Lou genannt, zupfte Linus am Ärmel. »Lass uns gehen«, bat sie. »Echt, Linus, ich will keinen Ärger.«
Den anderen Mann würdigte sie keines Blickes. Er hatte sie tatsächlich belästigt. Sie konnte sich normalerweise gut selbst wehren, aber der hier war einer von der unangenehmen Sorte. Undenkbar, dass sie nicht mit ihm tanzen wollte, ihm widerstand schließlich keine! Sie fand solche Männer grässlich, und das hatte sie ihm unklugerweise auch noch gesagt. Jedenfalls: Auf die paar Minuten ohne Linus hätte sie gern verzichtet.
Und natürlich war wieder weit und breit niemand bereit gewesen, ihr zu Hilfe zu kommen, typisch! Sie hatte bereits beschlossen, diesem Club keinen zweiten Besuch abzustatten, da konnte er noch so angesagt sein.
Der Breitschultrige begann zu lachen. »Du heißt Linus? Was soll das denn für ein Name sein? Bist du was Besseres? Und deine Tussi? Für wen hält die sich, dass sie nicht mal mit mir tanzen will?«
Jetzt ließ er auch die Schultern rollen und fing an, leicht auf den Füßen zu wippen. Er sah tatsächlich aus wie ein Boxer vor einem entscheidenden Schlag.
»Lenk nicht ab!«, sagte Linus, ohne auch nur einen Zentimeter zurückzuweichen. »Wenn ich deine Freundin angemacht hätte, wärst du auch sauer.«
Der Andere lachte wieder. »Wenn du meine Freundin angemacht hättest, würdest du jetzt nicht mehr vor mir stehen, sondern heulend auf dem Boden liegen!«, sagte er herausfordernd.
Marie-Lou mischte sich erneut ein. Dieses Mal packte sie Linus’ Arm mit festem Griff. »Ich will nicht, dass du dich meinetwegen mit einem Idioten prügelst«, sagte sie mit lauter Stimme.
Das schien den Mann zu treffen. Er warf ihr einen wütenden Blick zu, gleichzeitig schoss seine rechte Faust nach vorn und hätte Linus, der jedoch darauf vorbereitet war, hart an der Brust getroffen. So jedoch wich er mit einer leichten Drehung aus.
Der Schlag kam nur noch als leichter Klaps bei ihm an, entfachte aber nun seinen Zorn erst richtig, deshalb schlug er umgehend zurück, für seinen Gegner überraschend. Linus traf ihn hart am Kinn und brachte ihn ins Wanken. Er taumelte ein paar Schritte rückwärts.
Bevor Marie-Lou ihre Bitte, den Club zu verlassen, wiederholen konnte, tauchten endlich zwei Männer vom Wachpersonal auf.
»Er hat meine Freundin belästigt«, sagte Linus. »Und keine Sorge, wir wollten sowieso gehen.«
Marie-Lou atmete auf, als sie draußen waren. »Wir hätten sofort gehen sollen!«, sagte sie. »Ich will nicht, dass du dich meinetwegen prügelst, das weißt du doch!«
Linus grinste sie an, sie wusste, dass er solche Situationen genoss, und sie ahnte auch, warum: Er wollte ihr imponieren, und sie konnte nicht leugnen, dass es ihm gelang. Er schien vor nichts und niemandem Angst zu haben, und ja: Das bewunderte sie. Trotzdem mochte sie Situationen wie die, die sie gerade erlebt hatten, überhaupt nicht.
»Er hat gedacht, ich fange an zu zittern, wenn er seine beeindruckenden Muskeln spielen lässt. Und er hat gedacht, weil er so stark ist, kann er sich alles erlauben.« Linus legte Marie-Lou einen Arm um die Schultern. »Tut mir leid, dass ich offenbar zu lange weg war, aber ausnahmsweise gab es einen Stau in der Männertoilette. Kommt ja sonst nur bei den Frauen vor.«
»Ich will da nicht noch einmal hin. Er war nicht der Einzige, der sich so verhalten hat, und ich finde, das Personal hätte darauf viel mehr achten müssen. Da waren ja auch Frauen allein unterwegs.«
»Das nächste Mal tanzen wir woanders«, versprach Linus.
Sie legte ihren Arm um seine Hüfte, und so schlenderten sie langsam durch die Nacht.
»Ich habe übrigens bei meiner letzten Radtour einen ganz tollen Waldsee entdeckt – da ist man völlig allein. Wollen wir da demnächst mal hinfahren?«
Marie-Lou verzog ein bisschen das Gesicht. »Wie weit ist es denn bis dahin?«
Er lachte. »Für dich mit dem Rad definitiv zu weit, aber wir könnten mit dem Auto hinfahren, ein bisschen schwimmen und den Wald in der Umgebung erkunden. Der See ist allerdings ziemlich kalt, ich war nur mit den Füßen drin.«
»Ich schwimme ja gern«, sagte Marie-Lou. »Und wenn der See schön ist …«
»Was hast du denn sonst für Pläne?«, fragte er. Es klang gleichmütig, und vielleicht war Linus das auch. Sie hatte beschlossen, sich darüber keine Gedanken zu machen.
»Am Samstag gehe ich mit Mark zu meiner Oma«, berichtete sie. »Und Bastian will unbedingt mit mir in die Oper, aber er hat noch keine Karten gekriegt.«
»Also vielleicht am Sonntag? Der Waldsee?«
»Sonntag geht nicht, da muss ich mich endlich mal um meine Wohnung kümmern. Aber wir können während der Woche mal abends rausfahren, es ist ja lange hell.«
Er nickte und ließ das Thema fallen. Wie üblich brachte er sie bis vor die Haustür, wo sie sich mit einer langen, innigen Umarmung voneinander verabschiedeten.
*
Bea Schnellinger, Marie-Lous ältere Schwester, lag mit ihrem Freund Tobias Seethaler im Bett. Sie waren ganz frisch verliebt, alles war noch neu und aufregend, sie konnten nicht genug voneinander kriegen. Auch jetzt fing er schon wieder an, sie zu streicheln, weil seine Leidenschaft von neuem erwachte, obwohl sie sich bereits mehrmals geliebt hatten.
»Wir werden wieder todmüde sein morgen, Toby, wenn wir so weitermachen.«
»Lieber müde und glücklich als andersherum«, flüsterte er ihr ins Ohr.
Nach einem weiteren leidenschaftlichen Liebesakt sagte er: »Ich glaube, jetzt kann ich echt nicht mehr.«
Sie lachte und schmiegte sich an ihn. »Schlafen wir jetzt also?«
»Erzähl mir vorher noch ein bisschen«, bat er. »Dann kann ich besser einschlafen. Zum Beispiel von deiner verrückten Schwester mit ihren drei Freunden …«
»So, wie du das sagst, klingt es, als ginge sie mit allen dreien ins Bett, aber so ist das nicht. Sie ist wirklich nur mit ihnen befreundet!« Bea unterbrach sich, bevor sie nach einer Weile hinzusetzte: »Also, von ihrer Seite aus ist es nur Freundschaft, das wollte ich damit ausdrücken.«
»Aber die Kerle sind alle in sie verliebt?«
»Ich glaube schon«, antwortete Bea zögernd. »Marie-Lou bestreitet das, aber manchmal treffe ich sie ja mit einem von ihnen, und für mich sieht es ganz danach aus, als wären sie in sie verliebt. Aber da läuft nichts, da bin ich sicher, das würde sie mir erzählen.«
»Und wie lange geht das jetzt schon so?«
»Das weiß ich gar nicht mehr, auf jeden Fall schon eine ganze Weile.«
»Komisch«, brummte Tobias, »dass die sich darauf einlassen. Für mich wäre das nichts. Ich brauche klare Verhältnisse.«
»Du meinst, du könntest mit einer Frau nicht nur befreundet sein, ohne Sex?«
»Nein, das meine ich nicht. Das könnte ich schon. Aber wenn ich in eine Frau verliebt bin, will ich, dass sie auch in mich verliebt ist, dann will ich mehr als nur befreundet sein. Und schon gar nicht will ich mit zwei anderen Männern in einem Dauerwettstreit um sie liegen.«
»Ich wundere mich auch immer, wieso das so lange gutgeht, aber bislang hat sich offenbar noch keiner der drei beschwert. Und sie sagt, sie will keinen von ihnen missen, weil sie so unterschiedlich sind. Sie hat einen Freund für die Abenteuer, einen fürs Träumen und die Kunst und einen, der mit ihr unsere demente Oma besucht oder ihr ausrechnet, ob sie es sich leisten kann, sich ein Auto auf Kredit zu kaufen.«
Tobias richtete sich halb auf, jetzt wieder ganz wach. »Das ist nicht dein Ernst!«
»Mein voller Ernst«, versicherte Bea. »Aber so ungewöhnlich ist das doch gar nicht. Ich habe auch Freundinnen, die ganz unterschiedlich sind und deshalb unterschiedliche Bedürfnisse abdecken …«
»Freundinnen!«, betonte Tobias. »Das ist ja auch normal. Aber dass eine Frau keine Freundinnen, sondern Freunde hat … Oder hat sie auch Freundinnen?«
»Sie hatte welche, früher. Jetzt hat sie mich«, sagte Bea.
»Und warum hat sie jetzt keine Freundinnen mehr?«
»Sie ist sehr hübsch, weißt du? Und es ist schon vorgekommen, dass sich die Freunde ihrer Freundinnen in sie verliebt haben.«
»Du bist auch sehr hübsch«, stellte Tobias fest, »trotzdem hast du Freundinnen.«
»Die Menschen sind nun einmal unterschiedlich. Sie hat halt Freunde. Mich stört das nicht.«
»Ich bin gespannt darauf, ihre Bekanntschaft zu machen.«
»Oh, das wirst du. Erzähl mir von deinen Geschwistern.«
»Meine Schwester Saskia ist verheiratet und erwartet ihr erstes Kind. Sie lebt seit ihrer Hochzeit mit ihrem Mann in Flensburg, deshalb sehen wir uns nicht mehr so oft wie früher. Mein Bruder Alex ist hier in München, wir verstehen uns gut und treffen uns häufig. Er ist ein sehr guter Sportler, manchmal laufen wir zusammen oder machen eine Fahrradtour.«
»Was macht er beruflich?«
»Er ist Fitness-Trainer, gibt ein paar Kurse in Studios, aber vor allem arbeitet er mit Privatpersonen. Er ist sehr gut, nach allem, was ich höre. Und es macht ihn wahnsinnig, dass ich viele Stunden des Tages am Rechner sitze. Er sagt mir für später die schlimmsten Gesundheitsprobleme voraus, wenn ich nicht jetzt schon viel Sport treibe.«
Tobias hatte sich mit einem Computer-Service selbstständig gemacht und konnte sich vor Arbeit nicht retten. Auf diese Weise hatte Bea ihn auch kennengelernt: Er war ihr in einer Notsituation zu Hilfe gekommen, an einem Wochenende. Bea selbst arbeitete als Fremdsprachenkorrespondentin.
»Und? Hörst du auf ihn?«
»Ich bemühe mich. Wie sieht’s bei dir mit Sport aus?«
»Eher mau«, musste Bea zugeben. »Ich schwimme gern, Marie-Lou auch, das kommt daher, dass unsere Eltern früh dafür gesorgt haben, dass wir es lernen, und sie sind immer mit uns ans Meer gefahren in den Ferien. Wir sind richtige Wasserratten. Ich laufe manchmal, wenn ich Lust habe, und ich mache Yoga zu Hause, weil ich mich zu einem Kurs nicht aufraffen kann.«
»Das ist schon eine ganze Menge. Andere machen viel weniger.«
Bea kicherte. »Marie-Lou macht überhaupt keinen Sport.«
»Sie schwimmt auch nicht mehr?«
»Nur, wenn es sich ergibt.«
»Was macht sie beruflich?«
»Gute Frage«, seufzte Bea. »Da ist es ähnlich wie mit ihren Freunden, sie kann sich nicht so richtig entscheiden. Sie hat eine Schreinerlehre gemacht, weil sie gern mit Holz arbeiten wollte, und das schien auch das Richtige zu sein. Aber jetzt hat eine Freundin von ihr ein Café eröffnet, und sie überlegt, ob es nicht schöner wäre, dort einzusteigen. Dabei ist sie nach der Lehre von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen worden, weil sie wirklich gut ist, und die Arbeit macht ihr auch Spaß. Aber sie überlegt trotzdem ernsthaft, umzusatteln, weil sie Angst vor einem geordneten, langweiligen Leben hat – so ungefähr drückt sie das aus.«
»Sie scheint ein echt verrücktes Huhn zu sein«, stellte Tobias fest.
Bea kuschelte sich an ihn. »Ich muss schlafen«, murmelte sie.
Dieses Mal erhob er keine Einwände mehr, und wenig später schliefen sie beide.
*
Dr. Leon Laurin, Chef der Kayser-Klinik im Münchener Südwesten, zugleich praktizierender Gynäkologe und Chirurg, hätte beinahe über den unglücklichen Gesichtsausdruck des jungen Mannes, der vor ihm saß, gelächelt. Er schien das Schlimmste zu befürchten, also beeilte sich Leon, ihm seine Ängste zu nehmen.
»Ich kann Sie beruhigen, Herr Kockisch«, sagte er. »Die Laboruntersuchungen haben ergeben, dass das, was Sie am Oberschenkel haben, ein Lipom ist, also eine Fettgeschwulst. Diese kann ich Ihnen entfernen, wenn sie Sie stört. Es ist allerdings eine richtige Operation. Keine gefährliche, aber ich muss tief schneiden.«
»Das Ding stört mich sogar sehr!«, antwortete Bastian Kockisch mit Nachdruck. »Schon letzten Sommer habe ich mich geniert und keine kurzen Hosen mehr getragen, und im Schwimmbad ist es besonders blöd. Außerdem wird es beim Sitzen allmählich unangenehm. Ich habe den Besuch bei Ihnen nur immer wieder aufgeschoben, weil ich dachte, es ist vielleicht was Bösartiges, das wollte ich dann lieber nicht so genau wissen.«
»Was, lassen Sie mich das so deutlich sagen, natürlich die völlig falsche Reaktion war. Wenn Sie Angst hatten, es könnte bösartig sein, wäre es ja durch Warten nur schlimmer geworden.«
Sein junger Patient nickte. »Ja, das ist mir irgendwann auch klar geworden, aber irgendwie …« Er zuckte mit den Schultern. »Ich … ich träume mich gern aus der Wirklichkeit weg, wenn sie mir nicht gefällt. Ich weiß, dass das ein Fehler ist, und ich versuche auch, an mir zu arbeiten und mein Verhalten zu ändern, aber es fällt mir nicht leicht.« Er stockte, holte tief Luft und setzte hinzu: »Immerhin: Jetzt bin ich ja da.«
»Und ich nehme an, wir sollen den Eingriff bald durchführen, damit Sie keine Gelegenheit haben, es sich noch einmal anders zu überlegen?«, fragte Leon.
»Wenn das ginge?«
Leon war vorbereitet, er hatte sich bereits kundig gemacht und wusste also, dass es in der nächsten Woche eine kleine Lücke in seinem Operationsplan gab, und in diese Lücke konnte er seinen schieben.
Bastian Kockisch schien gleichzeitig erschrocken und erleichtert zu sein, als er sagte: »So schnell?« Aber er beeilte sich hinzuzufügen: »Das wäre super, den Termin nehme ich auf jeden Fall, dann habe ich es endlich hinter mir.«
»Gut, dann trage ich Sie ein, ich denke, Sie sollten zwei Nächte in der Klinik einplanen. Sie müssten sich am Abend vorher hier einfinden, und zur Vorsicht behalten wir Sie danach noch hier. Es ist ein großes Lipom, das muss genäht werden, und manchmal gibt es kleine Komplikationen, mit denen wir besser umgehen können, wenn Sie hier sind. Einverstanden?«
Bastian Kockisch nickte. Er wirkte ein wenig benommen, als er sich verabschiedete.
Leon widmete sich danach den Akten auf seinem Schreibtisch. Er hatte die Leitung der Klinik vor etlichen Jahren von seinem Schwiegervater übernommen und obwohl sie nach diesem noch immer ›Kayser-Klinik‹ hieß, hatte Leon ihr längst seinen eigenen Stempel aufgedrückt.
