Drillingseltern berichten -  - E-Book

Drillingseltern berichten E-Book

0,0

Beschreibung

Über 50 Drillingsfamilien berichten, wie sie die täglichen Herausforderungen des Abenteuers „Drillingsfamilie“ meistern. Ein Kinderfragebogen an die Drillinge und ein kurzer Auszug eines noch weiter auszuwertenden statistischen Teils sind ebenfalls enthalten, inkl. Informationen und Beantragungstipps zu Elterngeld und Elternzeit, Patenschaften, Sponsoring, Haushaltshilfe, Wiedereinstieg ins Berufsleben, Urlaub, Kur, Mehrlingsfreizeiten…

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 443

Veröffentlichungsjahr: 2015

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhaltsverzeichnis - Der Themenkatalog an die Familien

Die DRILLINGsinfo

Die Reaktion des Frauenarztes

Wurdet Ihr auf Fetozid/Reduktion angesprochen?

Reaktionen des Umfelds auf die Drillingsschwangerschaft

Schwangerschaftsverlauf

Die Geburt

Wann habt Ihr nach Geburt die Kinder gesehen?

Die Namensvergabe

Die Zeit im Krankenhaus nach Geburt

Entlassen mit drei Frühchen: das Ankommen und die erste Zeit zuhause

Nachsorge: Impfungen, notwendige Untersuchungen

Hilfe zuhause - woher und wie am besten?

Therapien in den ersten Jahren

Krankheiten in der Kleinkind-Zeit

Sinnvolle Anschaffungen

Mobilität der Familie im Alltag: Auto, Kinderwagen, Bollerwagen, Cargobike, etc

Sicherungsmaßnahmen im Haushalt

Eigene kreative "Erfindungen", die den Alltag erleichtern und das Drillingsleben bereichern

Sonstige Tipps/Tricks

Elterngeld und Elternzeit

Re-/Aktionen der Öffentlichkeit

"Die sind aber KÜNSTLICH?"

Der erste Urlaub

Die Krippen- und Kindergartenzeit

Wie ist die Geschwisterbeziehung der Drillinge untereinander

Die Beziehung der Drillinge zu den zusätzlichen Geschwistern

Kampf um Mama / Papa!

Das eigene Zimmer

Sortierung von Spielzeug - gibt es gemeinsames/individuelles Eigentum?

Verschiedene / ähnliche / identische Kleidung oder Farbzuordnung

Kindergeburtstag

Das Arbeitsleben der Drillingseltern: der Wiedereinstieg in das Berufsleben und die damit verbundene Doppelbelastung

Mutter/Vater-Kind(er)-Kur

Einschulung-/srückstellung

Die Schulzeit

Wie gestaltete sich die Entwicklung eines eigenen Freundeskreises?

Die Freizeitgestaltung

Die Pubertät: Abgrenzung von der „Gruppe“?

Die Berufswahl

Lustige Anekdoten? Was war der bisher positivste/bewegendste Moment als Drillingsmutter/Drillingsvater?

Gab es frustrierende/traurige Momente und welche waren dies?

Rückblick auf wichtige Entscheidungen im Leben

Vorher-Nachher-Vergleich:

"Ist das Eltern-Sein so, wie ich es mir vorher vorgestellt habe?"

"Ist das Leben mit Drillingen so, wie ich es mir vorher vorgestellt habe?"

Wie hast Du folgende Zeiten empfunden/wahrgenommen:

Schwangerschaft

erste Monate

erstes Lebensjahr

Kita-Zeit

Schulzeit

Pubertät

Zeit der Berufs-/Studienwahl

Wünsche und Kritik an Ämter, Behörden, Politik, Öffentlichkeit, Medien, Mehrlingsinitiativen?

Mitgliedschaften, Vereine, Mehrlingsinitiativen? Austausch/Kontakt zu anderen Drillingsfamilien?

Was Ihr sonst noch schreiben möchtet

Fragen an die Drillinge

Fragen an die zusätzlichen Geschwister von Drillingen

Vorwort – Einleitung

Nichts ahnend ging ich in den Keller zur Waschmaschine....meine Ohren wurden Zeugen eines gefühlten Lynchmordes im Garderobenbereich des Erdgeschosses.....

Grund der Auseinandersetzung: drei IDENTISCHE Jacken.

Einziger Unterschied: die Schlaufe zum Aufhängen im Nacken ist bei einer Jacke defekt/ausgerissen.

Dieses Thema ist nicht erstmalig Auslöser eines heftigen Streits zwischen den beiden Jungen.

Konfliktpotential dauerhaft beseitigt: ich habe die Schlaufen der zweiten und dritten Jacke nun auch ausgerissen.

Das Mehrlingsleben ist VERRÜCKT.

Wer es noch nicht ist, wird es.

Fluchtversuche zwecklos.

Ein dauerhafter Ausnahmezustand.

Anhand eines Fragebogens der zugleich die Kapitel dieses Buches darstellt, schildern 27 Familien, wie sie die täglichen Herausforderungen des Abenteuers „Drillingsfamilie“ meistern.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Zur Umfrage gehörten zusätzlich ein Kinderfragebogen an die Drillinge und ihre Geschwister und ein statistischer Teil, der von 45 Familien beantwortet wurde. Die vollständige Auswertung der Statistik nimmt noch etwas Zeit in Anspruch und erfolgt zügig.

Ein kurzer Auszug aus der Statistik:

MinimumMaximumDurchschnitterreichte Schwangerschaftswoche26+136+031,55 WochenGewicht eines Kindes bei Geburt550 Gramm (geb. 26+4)2.484 Gramm (geb. 35+0)1.405 GrammSumme der Gewichte aller drei Kinder zusammen2.040 Gramm (geb. 26+4)7.009 Gramm (geb. 35+0)4.484 GrammGewichtsunterschied zw. dem leichtesten und dem schwersten Kind2 Gramm740 Gramm303 GrammGröße der Kinder bei Geburt29 cm (geb. 26+4)50 cm (geb. 36+0)41 cmKrankenhausaufenthalt der Mutter vor Geburt011 Wochen4,2 WochenKrankenhausaufenthalt der Kinder nach Geburt014 Wochen6,1 WochenZeitlicher Abstand der Krankenhausentlassung zwischen dem 1. und dem 3. Kind 0

(alle drei zusammen entlassen)

33 Tage3,4 Tage

Die errechnete durchschnittliche Schwangerschaftswoche scheint mir recht hoch, liegt in meinen Augen an den erfreulich positiven Verläufen dieses zufälligen Teilnehmerkreises.

Ein- / Zwei- / Drei-Eiig:

1-eiig: 2%

2-eiig: 33%

3-eiig: 62%

Wissen wir nicht genau: 2%

Entstehung

Spontan: 29%

Mit Unterstützung: 71%. Durchschnittlich währte der unerfüllte Kinderwunsch 39 Monate (das Maximum lag bei 10 Jahren).

Geburt

Geplanter Kaiserschnitt: 62%

Not-Kaiserschnitt: 27%

Kaiserschnitt nach gezieltem abwarten des Einsetzens der Wehen: 11%

Spontane Geburt: 0%

Geschlechterverteilung

3 Jungen: 13%

2 Jungen und 1 Mädchen: 29%

1 Junge und 2 Mädchen: 27%

3 Mädchen: 31%

Die Geschlechterverteilung ist "untypisch", dies liegt am zufälligen und kleinen Teilnehmerkreis.

VIELEN DANK allen Familien für die intensive Mitarbeit

und das entgegengebrachte Vertrauen!

Ohne Euch wäre dieses Buch nicht möglich gewesen!

Großer Dank gebührt meinem Mann, der mich unterstützt, mir den Rücken frei hält

und auch an den chaotischsten Tagen nicht zum Raucher wird, nur um Zigaretten holen gehen zu können!

Ebenso danke ich

Bitta Passmann für das Coverfoto (www.brittapassmann.com) sowie

Marion von Gratkowski und

Daphne Meixner-Hoebée (mit Katharina Pawkowicz-Herbert Gründerin des Vereins "Drillinge Austria", www.drillinge-austria.at)

für die Unterstützung, das Buch auf den Weg zu bringen.

Jana Ćuvrk

Anmerkungen zum besseren Leseverständnis:

Um die Anonymität der Teilnehmer zu wahren, wurden die Nachnamen entfernt.

Aufgrund teilweise identischer Vornamen, wurden Teilnehmernummern vergeben.

Nicht jeder Teilnehmer hat jede Frage beantwortet, manche auch ausschließlich den statistischen Fragebogen, daher ist die aufsteigende Nummerierung nicht fortlaufend.

1. Die DRILLINGsinfo

01 - Jennifer: Mir war von Anfang an bewusst, dass eine sehr hohe Chance auf Mehrlinge bestand, wegen des Anteils an Zwillingen in der Familie und wegen einer Fruchtbarkeitsbehandlung. Ich war überrascht. Mein Man war trotzdem schockiert.

04 - Kristin: Ich war schockiert, hab erst mal geweint, mein Mann war ebenfalls schockiert, blieb aber ruhig.

05 - Ninett: Ich habe gewusst das es Drillinge werden können, da ich mir bei der IVF 3 befruchtete Eizellen einsetzten lassen habe (der erste Versuch ist 2 befruchteten Eizellen hat nicht geklappt). Die Freude, dass es alle 3 geschafft haben, war riesig. Am Anfang waren nur 3 Fruchthüllen zu sehen und in der mittleren ein Herzschlag...unsere Junge...., 2 Wochen später haben sich dann auch die beiden Mädels gezeigt.

06 - Gertrud: Für mich war die Nachricht Drillingsschwangerschaft ein Schock, sogar bis Geburt der Kinder. Ich habe mir unheimliche Sorgen und Gedanken gemacht, wie ich das alles alleine schaffen soll. Der Drillingsvater war nach der Nachricht erst ein bisschen geschockt, hat sich dann aber riesig gefreut.

08 - Eva: Was soll ich sagen? Ich hatte von Anfang an fürchterliche Angst, es könne schiefgehen – die Kinder würden zu früh, behindert oder tot geboren, was weiß ich. Ich habe die Nachricht von den Drillingen in der Woche bekommen, in der die Problematik von Drillingsschwangerschaften als SPIEGEL-Titelgeschichte thematisiert wurde, und das war nicht ermutigend. Mein Freund hingegen hat die ganze Sache von Anfang an positiv gesehen. Wenn ich in einer Statistik gelesen habe, dass 95 % der Drillingsschwangerschaften ohne nennenswerte Komplikationen verlaufen, dachte ich gleich an die 5 % der anderen, er hingegen daran, dass es weitaus wahrscheinlicher sei, zu den 95 % der Problemlosen zu gehören. So war es denn letztlich auch.

09 - Marianne: Nach jahrelangem Kinderwunsch war ich nach dem zweiten Versuch durch Insemination schwanger. Nach vermutlich 20 negativen Schwangerschaftstests gab es endlich einen positiven. Daraufhin besuchte ich die Frauenärztin und sie machte einen Ultraschall um den Test zu bestätigen. Sie sagte freudig: „Ich seh’ eins!“ Ich: „Super!“ Sie: Ich seh’ noch eins!“ Da hab ich mich auch noch gefreut. Wir haben viele Zwillinge in der Familie, die haben es alle irgendwie geschafft. Dann sagte sie aber: „Oh oh, da ist noch eines!“ Daraufhin habe ich erst einmal gar nichts gesagt und auch nichts Besonderes gefühlt. Ich war einerseits natürlich froh, endlich schwanger zu sein, aber gleich drei auf einmal war schon heftig. Zu diesem Zeitpunkt war ich nicht sonderlich darüber schockiert, sondern einmal einfach nur sprachlos.

Bei meinem Mann war die Reaktion schon anders: er war sehr schockiert, hat am ersten Tag nach der Information mit mir kaum geredet, im Internet recherchiert und dabei überwiegend negative Informationen gefunden, war stark verunsichert und wollte mich zu einer Reduktion überreden. Man muss dazu sagen, dass er selbst an einer unheilbaren Krankheit leidet und seine größte Angst war, dass wir gleich drei möglicherweise beeinträchtigte Kinder bekommen und seine Krankheit schlecht verläuft und er nicht für die Familie sorgen kann, was für alle Beteiligten nicht nur eine finanzielle Katastrophe wäre. Nach etwa zwei Wochen hat sich dieses Gefühl wieder gelegt. Wir hatten das Glück im Krankenhaus auf einen tollen Spezialisten zu treffen, der uns sehr gründlich informiert hat, über alle Risiken und Wahrscheinlichkeiten. Das hat uns sehr geholfen und die anfängliche Verunsicherung stark genommen.

10 - Sandra: Jetzt warten wir erst einmal ab, ob alle bleiben. Mein Mann sah das genauso. Da in der Schwangerschaft mit unserer 1. Tochter so viele Komplikationen waren und ich auch schon davor 2 Fehlgeburten hatte, waren wir gelassen.

13 - Bianca: Nachdem ich die endlich nach langer Zeit die Nachricht „Schwanger“ vom Kinderwunschzentrum bekommen habe, habe ich gleich einen Termin bei der Frauenärztin gemacht und beim zweiten Ultraschall, da wusste ich seit 4 Wochen, dass ich schwanger war, waren eindeutig Zwei zu sehen. Ein drittes Kind deutete sich an. Die Frauenärztin meinte noch, dass es eine optische Täuschung sein könnte. Sie müsste alle auf einem Bild haben. So blieb es die nächsten Wochen auch.

In der 10. Woche schaute die Ärztin wie immer erst von innen mit dem Ultraschallgerät und redete dann auch von „Ihren Zwillingen“, aber als sie dann von außen nochmal schaute, brauchte sie nichts mehr zu erklären. Es waren eindeutig drei Herzschläge zu sehen.

Ich musste es erstmal sacken lassen. Angedeutet hatte es sich ja schon länger und irgendwie hatte man sich schon an den Gedanken gewöhnt, dass es Drillinge werden konnte. Und deswegen war der Schock auch nicht ganz sooo groß. Ich wusste, dass ich auf Hilfe zählen konnte. Von Michael, meinem Mann und auch von meiner Mama u. a. Komischerweise wurde mir damit ja sozusagen schon die Entscheidung abgenommen, in welchem KH und wie die Kinder geboren wurden. Mir war auch von Anfang an klar, dass es eine Frühgeburt werden würde, aber mir kam nie in den Sinn, dass es „schlimm“ ausgehen könnte (Behinderungen der Kinder, Tod usw.). Darüber habe ich mir während der Schwangerschaft kaum Gedanken gemacht.

Michael, mein Mann, blieb auch ruhig. Zumindest äußerlich, innerlich hat er sich mit Sicherheit auch seine Gedanken gemacht. Aber mein Mann ist ein Typ, der sowas lieber mit sich selber ausmacht und nicht darüber redet.

15 - Jule: Zu dieser Frage muss ich etwas ausholen. Wir hatten eine langwierige Kinderwunschbehandlung, da mein Mann nur sehr eingeschränkt zeugungsfähig war. Vier ICSIs und vier Versuche mit aufgetauten Eizellen hatten wir, alle negativ. In der Kinderwunschpraxis war man sehr vorsichtig, wenn es um das Einsetzen mehrerer Eizellen ging. Die Ärzte wollten mir nie mehr als zwei Eizellen einsetzen, da ich noch (knapp) unter 35 war und somit das Risiko für Mehrlinge aus Sicht der Ärzte zu hoch war. Wir waren fast entschieden, aufzuhören, da bewilligte die private Krankenversicherung auch noch einen fünften ICSI-Versuch. Die Chance wollten wir dann doch noch nutzen. Wie immer bekamen wir einen Zettel, auf dem wir unterschreiben sollten, wieviele Eizellen eingesetzt werden sollten. Diesmal war die Ärztin einverstanden, dass es drei Eizellen sein sollten. Ich war nun schon über 35 und aufgrund der vielen negativen Versuche war die Wahrscheinlichkeit, dass ich überhaupt schwanger werde, gering, das Risiko von Drillingen verschwindend gering. Mein Mann und ich haben das Einsetzen der drei Eizellen genau besprochen und ich bin sehr froh darüber, dass wir es nicht einfach so nebenbei mal unterschrieben haben. Das Risiko war uns bewusst, aber wir hielten es für so gering (ca. 0,5% Wahrscheinlichkeit für Drillinge), dass wir es eingegangen sind.

Als dann im Ultraschall drei Fruchthöhlen mit drei schlagenden Herzen zu erkennen waren, wurde die Ärztin erst einmal blass und ich war auch sehr schockiert. Ich wusste, dass Drillinge immer zu früh geboren werden und dass sie oft Schäden aufgrund der Frühgeburt erleiden. Drei kleine Würmchen im Brutkasten, das war ein Albtraum für mich. Heulend habe ich meinen Mann angerufen und gleich über alle möglichen Schwierigkeiten nachgedacht, Kinderwagen, Auto, Hilfen etc. Meine beste Freundin, Mutter von zwei kleinen Kindern, meinte gleich, dass wir 24h am Tag Hilfe brauchen werden. Wie sollte das bezahlt werden?

Ich habe lange gebraucht, um mich wirklich über die Schwangerschaft zu freuen. Ich war wie gelähmt vor Angst, Angst vor Fehlgeburt, Angst vor Frühgeburt und Angst vor der Zeit danach.

20 - Daniela: Ich habe mich sofort riesig über die dreifache Schwangerschaft gefreut, auch wenn die ersten Fragen schon im Kopf herumschwirrten (wie machen wir das nur mit der kleinen Wohnung, dem kleinen Auto,…). Auch der Papa der Kinder hat sich sofort riesig mitgefreut.

22 - Sandra: Zuerst war die Nachricht der Drillings-Schwangerschaft ein Schock, zumal der Arzt erst noch ein Viertes gesehen hat, das aber dann nur ein Hämatom (Bluterguss) war. Danach war es einfach nur eine Freude – für meinen Mann war es nur ein Schock!

23 - Simone: Schaff ich das? Ich habe erst mal geweint aber dann mehr und mehr Mut gefunden diese Herausforderung anzunehmen. Mein Mann war zuerst geschockt, hat sich aber dann sehr gefreut.

25 - Kerstin: Bereits vor dem ersten Ultraschall hab ich auf Grund hoher Hcg-Werte an Zwillinge gedacht (komischerweise nie an eine Eileiterschwangerschaft). Die Freude über die vermeintliche Zwillingsschwangerschaft war bei uns beiden nach lange erfolgloser Kinderwunschbehandlung sofort riesengroß. Dass zwei Herzen schlagen, erfuhren wir beim ersten Ultraschall Anfang der 7. SSW. Der dritte Embryo war da auch schon zu sehen, allerdings ohne Herzschlag. Uns wurde auch keine Hoffnung (oder was man dazu auch immer sagen soll↑↑) gemacht, dass dieser sich weiter entwickelt. Daher war es schon eine ziemliche Überraschung, als eine Woche später drei Herzen schlugen. Dieses mal war ich zudem noch allein beim Ultraschall. Die Ärztin hat ziemlich lange geschallt, ohne was zu sagen. Ich hatte schon Panik, dass etwas nicht in Ordnung ist, als sie dann endlich gesagt hat, dass es nicht zwei, sondern drei schlagende Herzen sind. Meinem Mann hab ich die Nachricht am Telefon dann etwa so beigebracht: Den Zwillingen geht es gut…dem dritten auch! Er war laut seinen Kollegen dann den ganzen Tag etwas neben der Spur. Bei mir hielt sich der Schock erstaunlicherweise in Grenzen.

Anfangs hab ich auch nicht damit gerechnet, dass es alle Drei wirklich schaffen. Aber spätestens ab der 10.SSW hatte ich alle ins Herz geschlossen und war froh, dass sie sich weiter entwickelt haben.

31 - Diana: Mir hat es den Boden unter den Füßen weg gezogen. Ich sah nur Frühchen und behindert und meine armen Jungs, die das nun alles durchstehen müssen. Dieser Zustand hielt an, bis ich kurz nach meinem Termin im Auto saß und erstmal den Tränen freien lauf ließ.

Mein Mann reagierte sehr entspannt. Ich glaube nicht, dass er geschockt war. Ich konnte ihn nur telefonisch darüber informieren, da er geschäftlich unterwegs war.

34 - Marlen: Schock - uns beiden fiel förmlich alles aus dem Gesicht. Mein erster Gedanke war nur: „Ach du Sch...“

38 - Birgit: An diesem Tag wollte mein Frauenarzt eigentlich nur darüber sprechen wie es weitergeht bzgl. dem weiteren Schwangerschaftsverlauf und den Untersuchungsintervallen. Da er aber zwei Wochen in Urlaub ging, bot er uns an, nochmal nach dem Kind zu schauen, was wir gerne annahmen. Ich lag dann auf der Liege, er schaute und meinte dann: „Oh, ihr bekommt Zwillinge“. Mein Mann und ich schauten uns an, gut okay, dann ist es so... Mein Frauenarzt schaute dann weiter und meinte, dann, da stimme was nicht, ich solle mir mal etwas unter die Hüfte legen, damit das Becken höher käme. Dann kam DER Satz: „Ich glaub es nicht, da sind drei, und alle drei haben Herzschlag! Jetzt weiß ich auch, warum ich bei der letzten Untersuchung keinen ordentlichen Herzton reinbekommen habe“. Ich fragte ihn dann „Wie drei?“... Er ging dann erstmal raus zu seiner Sprechstundenhilfe und berichtete ihr freudenstrahlend von dem Ereignis. Ich lag nur auf dieser Liege und konnte es gar nicht fassen. Mein Mann sagte dann irgendwann zu mir, dass ich mich glaub wieder anziehen könne und aufstehen dürfte. Ich wusste an dem Abend nicht, ob ich lachen oder weinen soll und weiß auch nicht mehr viel von dem, was der Arzt uns sagte.

39 - Ulrike: Im ersten Augenblick war ich sehr erschrocken. Dem werdenden Papa musste ich die Nachricht am Telefon mitteilen. Zuerst war er ebenfalls sprachlos und geschockt, doch am Abend hatten wir uns bereits an den Gedanken gewöhnt und freuten uns riesig auf das Abenteuer Drillinge.

40 - Mandy:

Es kam alles ganz anders – oder Welt bitte einmal stehen bleiben

Anfang 2012: Diese Zwischenblutungen hören nicht auf – na dann ab zum Frauenarzt. Blöder NuvaRing dann muss halt mal was neues her. „Hmmm“ meinte mein Arzt nur und dann „Herzlichen Glückwunsch! Sie sind schwanger! SSW 7“ Mir wurde ganz schwindlig. Schwanger?!? Unsere Familienplanung war abgeschlossen.

Unsere Familie sind (waren) mein Mann und Ich und unsere 3 Kinder (14, 13 und 5 Jahre alt). Unter Tränen erzählte ich meinem Mann vom „freudigen“ Ereignis. Sein Kommentar. „Ach das Vierte schaffen wir auch noch.“

Nun denn Kopf hoch, die Welt dreht sich weiter.

SSW 12: Nächster Kontrolltermin beim Frauenarzt. Voller Erwartung auf das erste Ultraschallbild wartet mein Mann zu Hause. Ich zeige ihm Tränen überströmt das Bild, und tippe mit dem Finger auf die Zwei winzigen Punkte. Mein Mann wird ganz bleich im Gesicht. Zwei Babys, wie soll man das nur schaffen?

Aber was soll´s? Kopf hoch die Welt dreht sich weiter.

Es folgen viele Untersuchungen beim Frauenarzt. Ich neige zu Frühgeburten, meine großen Kinder hatten es immer eilig. Ultraschall hier und Ultraschall da. Die Zeit verrinnt wie im Fluge. Mein Bauch wächst und ich genieße die Schwangerschaft.

SSW 20: Heut ist Kindertag und mal wieder Ultraschall – hoffentlich erfahren wir endlich das Geschlecht der Krümelchen. Ich liege mit meiner dicken Murmel und der Frauenarzt beginnt mit dem Ultraschall. Komisch, heut ist der Herr Dr. ganz still. Sein Gesicht ganz ernst. Ich frage ihn ob alles okay ist – mache mir aber nicht wirklich Gedanken. Die Babys strampeln kräftig und ich bin mir sicher, dass nichts schlimmes ist. Er schaut mich an und meint: „Sie müssen jetzt ganz stark sein.“ Wie? Was? Was meint er denn? Ich schaue auf den Monitor und sehe ein kräftig schlagendes Herz und gleich daneben Herzchen Nummer zwei. „Und was ist das?“ frage ich ihn. „Was schlägt da?“ Ja da war es, Krümelchen Nummer drei. DRILLINGE!!!

Alles dreht sich. Ich scheine in einem Strudel zu ertrinken. Drillinge! Ich lese stundenlang im Internet. Versuche zu verstehen was hier gerade passiert. Alle behandeln mich wie ein rohes Ei. Ich bekomme Angst, möchte die Zeit anhalten. Alles scheint mir aus den Händen zu gleiten…

42 - Alexandra: Es war der 3. Ultraschall. Bei jedem Untersuch kam ein Kind mehr zum Vorschein. Beim ersten waren wir einfach überglücklich, dass wir ENDLICH schwanger sind, beim zweiten: "Oh yes... Zwillinge!" Und beim dritten: "Oh my god.... shit shit shit...."

45 - Angelika: Mein Schwangerschaftstest aus der Apotheke war nach kürzester Zeit blitzeblau, obwohl ich ihn bereits am 26. Tag und auch mitten am Nachmittag durchgeführt habe. Das war an einem Samstag. Am Montag habe ich dann meinen Gynäkologen aufgesucht, der mir dann das positive Resultat bestätigte und mich erst mal wieder nach Hause schickte, da man so früh noch nichts sehen könnte. Als ich dann 6+2 wiederkam, fand er sofort drei Fruchthöhlen, wobei in zweien ganz klar ein Dottersack zu erkennen war, in der dritten höchstwahrscheinlich. „Und wo ein Dottersack ist, da ist auch ein Kind!“ – so fing bei mir die Geschichte an. Ich war total hin und weg, Angst hatte ich zu dem Zeitpunkt überhaupt keine. Mein Mann saß zu Hause und wartete dringend auf einen Anruf. Aber was sagt man da so am Telefon? Meine unbeholfene Antwort war: „Ja, ich bin schwanger, aber nicht so, wie du denkst!“ Zu Hause habe ich ihm dann das Ultraschallbild gezeigt, und da liefen dann bei uns beiden Tränen der Freude.

47 - Vanessa: Nach ca. 3 Jahren Kinderwunschzeit und einer Fehlgeburt, war die Freude riesig, dass ich wieder schwanger war. Dem Schwangerschaftshormon im Blut nach sagte mir der Arzt im Kinderwunschzentrum, dass es wahrscheinlich Zwillinge werden. Beim nächsten Termin hat er im Ultraschall 3 Fruchthöhlen gesehen, die allerdings noch leer waren. Er sagte, wir können froh sein, wenn sich in einer etwas weiterentwickelt. Beim nächsten Termin war in 2 Fruchthöhlen Herzschlag zu sehen. Der Arzt sagte, die dritte Leere würde dann abgehen…Es war irgendwie komisch für uns beide und wir waren fast enttäuscht oder traurig… Noch einen Termin später war dann auch in der 3. Fruchthöhle Herzschlag… wir waren nicht geschockt, sondern haben uns gefreut…allerdings irgendwie aufgeregt, angespannt und beunruhigt, weil der Arzt uns nicht so ein gutes Gefühl dabei gegeben hat…

49 - Daniela: Wir haben es erst in der 21. SSW erfahren. Vorher hieß es von meiner Frauenärztin immer es seien Zwillinge. In der 21 SSW habe ich den sogenannten 3D-Ultraschall bei einer anderen Frauenärztin bekommen. Dort war ich alleine, da mein Mann keine Zeit hatte mit zukommen. Diese Frauenärztin meinte nach einiger Zeit zu mir “Also ich sehe 3 Köpfchen, nicht nur zwei“ Ich schaute Sie an und sagte „Sie wollen mich jetzt doch veräppeln, oder?“ Ich war wirklich mit dieser Nachricht von Drillingen erst einmal geschockt. Wir hatten uns ja 21 Wochen auf Zwillinge vorbereitet. Und dann kam noch hinzu, dass Sie Probleme zwischen den eineiigen Zwillingen gesehen hat, ein fetofetales Transfusionssyndrom. Die Heimfahrt war sehr zittrig, vor allem, wie sage ich es meinem Mann? Als ich daheim ankam und zu meinem Mann sagte, er möge sich bitte hinsetzten, ich hätte mit ihm etwas zu besprechen, weigerte er sich dieses zu tun. Nun ja, somit habe ich es ihm im Stehen erzählt. Daraufhin hatte er sich dann doch hingesetzt. Er war kreidebleich im Gesicht und hat erstmal nichts gesagt. Als er die Sprache wieder gefunden hatte, haben wir uns in die Arme genommen und er sagte zu mir „Das werden wir schon schaffen“.

50 - Jana: Ich habe gelacht und geweint gleichzeitig, hatten wir doch das 4. Kind geplant, die beiden weiteren Geschwisterchen nicht. Ich hatte Angst vor dem Herbst mit drei (behinderten?) Frühchen und drei Geschwistern im Alter von dann nur 2, 4 und 6 Jahren. Da mir klar war, dass ich mich vor allem in den ersten Monaten um meine „Großen“ nur noch eingeschränkt kümmern können werde, kam mir der Gedanke des Verrats ihnen gegenüber. Zeitweise bereute ich, mich nicht mit 3 gesunden Kindern zufrieden gegeben und das Risiko einer vierten Schwangerschaft eingegangen zu sein. Und ich gebe zu, in so früher Schwangerschaftswoche kam mir kurzzeitig auch der Gedanke darauf zu hoffen, dass sich evtl. nur ein oder zwei der Kinder entwickeln…..die Natur „entscheidet“.

Mein Mann blieb bei der Info recht ruhig und entspannt. Seine erste Aktion war, nach einem größeren Auto zu googeln. Er suchte den günstigsten 8- bis 9-Sitzer aus, so dass ich ihn auslachte, weil es mir peinlich erschien, mit SECHS Kindern (ja in welcher gesellschaftlichen Schublade steckt man dann?) und so einem fahrbaren Untersatz irgendwo gesehen zu werden.

2. Die Reaktion des Frauenarztes

01 - Jennifer: Der Frauenarzt im Krankenhaus war etwas irritiert, weil im Mutterpass stand dass es Zwillinge werden. Ich bin zur Notaufnahme gegangen, weil ich leichte Blutung hatte und bei der Kontrolle hat der Arzt das dritte Kind entdeckt.

Mein Frauenarzt war total lustig. Er hat seine Hände zusammen gerieben, als ob er sagen wollte, jetzt wird’s interessant / gibt’s was anderes. Er hat in der Vergangenheit oft mit Müttern von Mehrlingen gearbeitet und mir sofort die Telefonnummer einer Hebamme mit viel Erfahrung mit Drillingen gegeben. Beide hatten schon oft miteinander gearbeitet.

04 - Kristin: Meine Frauenärztin hat mich erst mal krank geschrieben und zum Feindiagnostiker geschickt, um die „Diagnose“ zu sichern.

05 - Ninett: Der Frauenarzt meinte oh es sind 3. Auf meine Frage ob es öfter vorkommt meinte sie ja und sie haben es nicht so gerne. Sie hat mir gleich eine Reduktion empfohlen.

06 - Gertrud: Die Frauenärztin war auch erst geschockt und wollte sich erst einmal vergewissern, ob es nicht Vierlinge sind. Da sie noch nie eine Drillingsschwangerschaft betreut hat, hat sie mich sofort in die Uniklinik geschickt.

08 - Eva: “Ich glaube, mein Ultraschallgerät ist kaputt. Es sieht alles dreifach. Am besten mache ich Ihnen mal einen Termin beim Ultraschallspezialisten.”

Als sich herausstellte, dass das Ultraschallgerät NICHT kaputt war, bekam ich die beste Betreuung der Welt. Die Ärztin hatte immer Zeit, ging auch auf die dümmsten oder abwegigsten Fragen geduldig ein, besprach stets mit mir, welche Maßnahmen, welche Medikamente und welche Untersuchungen angemessen seien, welche Verhaltensweisen riskant und welche empfehlenswert seien; ich fühlte mich vom ersten Moment an bestens aufgehoben.

09 - Marianne: siehe Frage 1.

10 - Sandra: gelassen.

13 - Bianca: Da die Frauenärztin ja genau wie ich schon vorgewarnt war, blieb auch sie ruhig als das Ultraschallbild drei Herzschläge zeigte. Trotzdem war sie wohl etwas überrascht. Auch die Sprechstundenhilfen waren ja involviert und als ich vorn an der Anmeldung den nächsten Termin ausmachte, wurde wieder gefragt: „Zwei oder Drei?“ Auf meine Antwort, dass es Drillinge werden würden, kam dann ein kurzes „Uuups.“

14 - Vroni: Von der Reaktion meiner Frauenärztin war ich sehr überrascht -leider negativ. Da sie bereits durch die Ärztin des Kinderwunschzentrums telefonisch und schriftlich informiert worden war, bat sie uns vor der ersten Untersuchung in der neunten Schwangerschaftswoche zuerst sehr kühl und reserviert, was ich so von ihr nicht kannte, zum Gespräch. Anstatt uns zur eingetretenen Schwangerschaft zu gratulieren, begann sie zuerst mit einer Schimpftirade auf die Kinderwunschpraxis. Wie leichtfertig das doch sei und ausbaden müssten es immer die Hausfrauenärzte. Meinen vorsichtigen Einwand, dass das doch gar keine künstliche Befruchtung gewesen sei, überhörte sie geflissentlich. Ohne uns zwischendurch zu Wort kommen zu lassen, begann sie gleich mit dem Thema Reduktion. Wir sollen uns das doch überlegen, da die Risiken einer Drillingsschwangerschaft doch so hoch seien und ich zudem so eine zierliche, kleine Frau, für die es doch so gut wie unmöglich sei, drei gesunde Kinder auszutragen. Dies sollte ich nicht zum letzten Mal gehört haben…

Anschließend bat sie mich zur Untersuchung. Vielleicht hätten wir ja Glück und ein Embryo hätte sich bereits verabschiedet. Mein Mann und ich waren zu dem Zeitpunkt nur noch verstört, hatten wir uns mittlerweile mit dem Gedanken an drei Kinder auf einmal angefreundet und freuten uns über die Schwangerschaft. Also schwiegen wir erstmal und hofften, dass es unseren drei kleinen immer noch so gut geht, wie in der Woche zuvor. Ging es auch. Alle drei hatten sich wunderbar weiterentwickelt. Anschließend gab sie uns noch eine Überweisung zur Pränataldiagnostik zur Chorionizitätsbestimmung und legte uns ans Herz, möglichst alle Möglichkeiten zur Pränataldiagnostik zu nutzen. In dem Moment platzte ich dann doch und erklärte ihr mit jeglichem Selbstbewusstsein, welches ich in dem Moment noch aufbieten konnte, dass wir genau das nicht tun würden, da wir alle drei so nehmen, wie wir sie bekommen. Sie war von diesem Wiederspruch anscheinend so überrascht, dass sie uns ohne einen weiteren Kommentar entließ. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir auf ihre Ablehnung einer höhergradigen Mehrlingsschwangerschaft stoßen würden.

15 - Jule: Die Ärztin war ebenfalls geschockt. Sie war noch sehr jung und hatte Angst, einen Anfängerfehler gemacht zu haben. Sie berichtete mir später, dass sie nach der Drillingsdiagnose die erfahreneren Kollegen in der Praxis gefragt hat, ob sie falsch entschieden habe. Die Kollegen meinten aber wohl, dass sie in unserem Fall ebenfalls dem Einsetzen von drei Eizellen zugestimmt hätten, weil die Wahrscheinlichkeit einfach so gering war.

20 - Daniela: Sehr verhalten. Da es eine Risikoschwangerschaft war, hat er zunächst einmal nur darauf hingewiesen, dass bis zu 20.!! SSW nichts sicher sei. Das hat mich etwas traurig gestimmt. Andererseits wollte ich mir meine Freude nicht nehmen lassen und habe von Beginn an den Gedanken daran verdrängt, dass etwas passieren könnte. Ich fühlte mich auch ein bisschen zu wenig aufgeklärt, was genau eigentlich die Risikoschwangerschaft ausmacht, außer dass sie meist früher endet als bei einem Kind (welche Komplikationen auftreten können, habe ich erst später durch das Schicksal anderer Familien erfahren).

22 - Sandra: Der Frauenarzt hat sich verhalten gefreut und hat gleich gesagt, dass ich jede 2. Woche in die Uniklinik gehen soll zur Untersuchung. Er wollte mich gleich krank schreiben, aber ich habe mich gewehrt, da es mir ja gut ging.

23 - Simone: Sehr überrascht. Die Ärztin sagte: „Ich hab da was gesehen … nichts schlimmes … ich hole meinen Kollegen“. Mein Herz blieb fast stehen.

31 - Diana: Sie war sehr überrascht. Hatte noch nie Drillinge.

34 - Marlen: Überrascht – da wir in den zwanzig / fünfundzwanzig Jahren des Bestehens der Praxis das fünfte Paar mit einer Drillingsschwangerschaft nach einer Kryo waren.

38 - Birgit: Der Arzt war eigentlich ganz begeistert, so kurz vor Karriereende nochmal Drillinge... Aber im ersten Moment war er glaub auch etwas irritiert.

39 - Ulrike: Unsere Frauenärztin war leider sehr ängstlich und negativ eingestellt. Sie hat uns eigentlich die Vorfreude ein wenig getrübt.

42 - Alexandra: Der hat nur gelacht und gemeint: „3 ist ja nur eins mehr wie 2! Ich gratuliere!“

45 - Angelika: Unserem Frauenarzt hat unsere jahrelange Kinderwunschgeschichte schlaflose Nächte beschert weil er sich nicht erklären konnte, warum es immer wieder zu Aborten kam. So hatte er uns irgendwann im Verlauf an eine Spezialpraxis verwiesen. Dort hatte man die zündende Idee für eine seltene Therapie, nach der die nächste Schwangerschaft nicht mehr abgestoßen werden sollte. Beide Ärzte (Spezialistin und Gynäkologe) waren einerseits total happy als ich dann nach dieser Spezialtherapie erneut schwanger war, anderseits musste ich mit wegen der Vorgeschichte aber auch ein telefonisches „Drillinge? Ach du Scheiße“ von der Spezialistin anhören… verbunden mit der dringenden Bitte, mich ab sofort ganz viel auf dem Sofa zu schonen. Mein Gynäkologe selber war während der ganzen Schwangerschaft und Nachsorge ein sehr hilfreicher Gesprächspartner, der mir viele Fragen beantwortet hat und Ängste nehmen konnte. Ich glaube, dass ich mit ihm viele der Themen besprochen habe, die man sonst mir der Hebamme klärt.

47 - Vanessa: Der Arzt im Kinderwunschzentrum war „geschockt“, hat sich fast entschuldigt und konnte es sich nicht erklären. Er sagte, es müsse sich eine Eizelle geteilt haben…Er hatte zwar 3 eingesetzt…2 expandierte Blastozysten und eine Morula. Die Morula hatte aber seiner Meinung nach keine Chance sich einzunisten…Heute wissen wir aber, dass sie es doch getan hat, denn unsere Jungs sind definitiv nicht eineiig…

49 - Daniela: Meine FÄ hat die Nachricht, der Drillingsschwangerschaft nicht gerade positiv aufgefasst. Sie hatte ja nur Zwillinge gesehen und dies war Ihr sehr peinlich. Außerdem hat Sie mich immer nur auf die Risiken angesprochen und an meinem Gewicht rumgenörgelt. Anscheinend hatte ich in zu kurzer Zeit zu viel zugenommen.

50 - Jana: Meine Frauenärztin meinte sofort, dass

ich wohl zur Sicherheit gegen Ende der Schwangerschaft eine Weile liegen müsse,

dies ausgerechnet im August sein wird, wenn meine „Große“ im Wochenabstand ihren 6. Geburtstag und Einschulung feiert, womöglich wg. Krankenhaus-Aufenthalt in Abwesenheit von Mama

das Trio trotz all möglicher Schonungen, Vorsorge usw. Frühchen werden, die möglichst NICHT als „Versuchskaninchen“ im regionalen Krankenhaus sondern zwecks optimaler Versorgung in der Med. Hochschule Hannover (1 Std. Fahrt) geboren werden sollten.

Meine Ärztin hat mir quasi in 30 Sekunden einmal „ordentlich den Kopf gewaschen“ und all ihre Vorhersagen traten in den nächsten Monaten ein.

3. Wurdet Ihr auf Fetozid/Reduktion angesprochen?

01 - Jennifer: Wir wurden beim Frauenarzt während des Gesprächs über die Risiken der Schwangerschaft über Fetozid/Reduktion angesprochen. Es war Teil des allgemeinen Informationsaustauschs bezüglich Möglichkeit und Optionen und wir hatten die Möglichkeit intensiver über das Thema zu sprechen, falls gewünscht. Wir haben uns aber selber im Internet intensiver informiert über das Thema. Wir waren trotzdem erstmal schockiert, dass so etwas überhaupt vorgeschlagen werden konnte.

04 - Kristin: Ja, bei der Feindiagnostikerin, 11 SSW, direkt angesprochen aber sehr freundlich, und nicht aufdringlich, im Gegenteil, sie hätte es nicht gut gefunden, wollte uns aber die Möglichkeit nicht verschweigen

05 - Ninett: Ja...ich habe gleich abgelehnt und gesagt ich lasse mir doch nicht 3 Eizellen einsetzen, um sie dann wieder weg machen zu lassen.

08 - Eva: Ich war in Ecuador schwanger, und da ist (oder war seinerzeit) jedwede Form von Abtreibung verboten. Aber weil ich so unsicher war, habe ich die Ärzte, die im obengenannten SPIEGEL- Artikel zitiert wurden, angeschrieben, und sie rieten mir per Ferndiagnose, unbedingt ein oder zwei der Babies töten zu lassen, selbst wenn ich dafür in die USA (!!!) fahren müsste. Ich bin dann nach Quito zu einer auf Mehrlinge spezialisierten Klinik gefahren, und die Ärztin dort hat mir soviel Mut gemacht, dass ich wieder zurück nach Loja gefahren bin und mich vertrauensvoll der dortigen Ärztin überlassen habe. Glücklicherweise!

09 - Marianne: Gleich beim ersten Ultraschall bei der Frauenärztin kam so nebenbei die Bemerkung, dass eine Reduktion möglich sei. Weiter ist sie darauf nicht eingegangen, offenbar hat ihr dieses Thema Unbehagen bereitet. Das war um die 6.SSW.

In der 9. SSW war der erste Termin beim Spezialisten im Krankenhaus. Er hat uns ganz sachlich über dieses Thema aufgeklärt, ohne uns zu irgendetwas überreden zu wollen. Bei einem der Kinder ergaben die Untersuchungen ein erhöhtes Risiko für Trisomie 21. Im Falle eines positiven Gentests hätte er zu einer Reduktion geraten, da das medizinische Risiko auch für die beiden gesunden Kinder erheblich gestiegen wäre. Gott sei Dank hat sich aber der Verdacht nicht bestätigt. Nachdem alle drei Kinder eine eigene Fruchtblase und Plazenta hatten (trichorial triamniot), hat der Arzt durchklingen lassen, dass er eine Reduktion aus medizinischer Sicht nicht befürwortet aber wir selbst innerhalb der Fristenlösung (in Österreich möglicher straffreier Schwangerschaftsabbruch bis zur 12.SSW) alles selbst entscheiden können.

10 - Sandra: nein.

13 - Bianca: Auf Reduktion wurden wir glücklicherweise nie angesprochen.

14 - Vroni: Das erste Mal wurden wir bereits bei der Feststellung der Drillingsschwangerschaft in der 7. SSW auf Fetozid angesprochen. Allerdings erwähnte die Kinderwunschärztin diese Möglichkeit nur in einem Nebensatz, als sie uns aufklärte, dass sich in vielen Fällen ein oder mehrere Embryos nicht weiter entwickeln würden. Sie meinte aber sofort, dass man so etwas sehr kritisch hinterfragen solle. Das nächste Mal kamen wir mit dem Thema bei meiner Frauenärztin in Berührung. Da sie einer höhergradigen Mehrlingsschwangerschaft auf Grund der Risiken für die Schwangeren und der meist recht frühen Frühgeburtlichkeit der Kinder ablehnend gegenüber stehe, halte sie eine Auseinandersetzung mit einer Reduktion auf zwei Embryonen durchaus für sehr überlegenswert. Leider konnte sie jedoch nicht akzeptieren, dass ein Fetozid für uns überhaupt nicht in Frage kam. Jedes Mal wieder, wenn ich zur vierzehntägigen Vorsorge kam, sprach sie uns wieder darauf an, bis ich den Frauenarzt wechselte. Auch in der Pränataldiagnostik in der siebzehnten Woche wurden wir wieder auf diese Möglichkeit hingewiesen. Erschreckend war für uns jedes Mal, dass der ein oder andere Mediziner trotz vorheriger Bitte, dieses Thema nicht schon wieder mit uns zu diskutieren, eine solche Entscheidung nicht akzeptieren kann und mag. Was mir im Nachhinein dazu auch immer wieder auffällt ist die Skepsis der Ärzte kleinen und dünnen Frauen gegenüber, eine solche Schwangerschaft ohne größere Spätfolgen für Mutter und Kinder austragen zu können. Vielleicht verleitet gerade das äußerliche Erscheinungsbild einer Schwangeren auch dazu, auf dieses Thema besonders intensiv hinzuweisen.

15 - Jule: Die Ärztin hat mir direkt nach der Diagnose kurz gesagt, dass es die Möglichkeit gäbe, zu reduzieren, dass sie aber vermutet, dass das für uns nicht in Betracht kommt. Das sah ich auch so und daher wurde das Thema nicht weiter erwähnt.

22 - Sandra: In der Uniklinik wurden wir auf Fetozid angesprochen. Der Arzt sagte, er hat hierzu keine eigene Meinung, will es mir aber nur sagen, dass ich weiß, dass es so was gibt. Ich habe ihn nicht mal ausreden lassen, da ich darüber schockiert war und wusste, dass ich alle drei Kinder will!

23 - Simone: Zu keiner Zeit hat uns jemand auf Fetozid/Reduktion angesprochen.

25 - Kerstin: Unsere 3 sind durch IVF entstanden. Nach einigen erfolglosen Transfers, sind wir bewusst das „Risiko“ eingegangen 3 Eizellen einsetzen zu lassen, in der Überzeugung (auch von Seiten der Ärztin), dass es niemals alle schaffen werden.

Da meine Gynäkologin mich durch den ganzen Kinderwunsch-Wahnsinn begleitet hat, wusste sie, wie sehr die Kinder gewünscht waren und wäre daher wohl auch nie auf die Idee gekommen, dass wir eine Reduktion in Erwägung ziehen könnten. Lange Rede, kurzer Sinn: sie hat diese Möglichkeit mit keinem Wort erwähnt.

31 - Diana: Vom Reproduktionsmediziner sehr sachlich mit kleiner Skizze auf einem Schmierzettel. „Wir haben hier ihren Einling, den weg zu machen wäre Quatsch, denn er ist Ihr sicherstes Kind. Dann hier die beiden Eineiigen, sie hängen an einer Plazenta, geht also auch nicht, denn sonst verlieren Sie vermutlich beide!“ Das saß. Ich hatte nicht einmal so wirklich danach gefragt.

34 - Marlen: Vor Ablauf der ersten drei Monate von der Frauenärztin, die mich nach der Kinderwunschklinik weiter betreute.

38 - Birgit: In der Schwangerschaft selbst nicht. Nach der Geburt fragte uns daheim die Hebamme, ob wir darüber nachgedacht hätten und ob wir – falls wir gefragt worden wären – eine Reduktion in Betracht gezogen hätten.

39 - Ulrike: Bzgl. einer Reduktion wurde ganz kurz von der Frauenärztin angesprochen, dass diese Möglichkeit bestünde. Doch wir haben sie sofort abgeblockt und wurden daraufhin nicht wieder damit konfrontiert.

42 - Alexandra: Nein nie (gottseidank). ICSI (mit 2 transferierten Eizellen) und Schwangerschaft bis 26. Schwangerschaftswoche fand in Ägypten statt.

45 - Angelika: Auf die Idee, mir eine Reduktion anzubieten, ist zum Glück niemand gekommen. Ich hätte diese Alternative auch niemals in Erwägung gezogen.

47 - Vanessa: Ein einziges Mal wurde das Wort Reduktion ausgesprochen, und zwar direkt beim ersten Termin an dem feststand, dass es 3 werden…Der Arzt im Kinderwunschzentrum sagte ungefragt, dass es die Möglichkeit der Reduktion gäbe, aber dass wir in Deutschland wohl keinen Arzt finden würden, der das macht…Für uns stand es eh nicht zur Debatte…Dann habe ich nie wieder von jemandem ein Wort darüber gehört…

49 - Daniela: Auf eine Reduktion wurden wir nie angesprochen. Durch das FFTS war es eh ungewiss ob es alle Baby`s schaffen werden. Vielleicht deshalb nicht.

50 - Jana: Direkt beim ersten Ultraschall hat mir meine Ärztin in ihrer „Schnellaufklärung“ auch mitgeteilt, dass man „da was machen könne“. Aufgrund unseres Kinderwunsches war mir jedoch das Risiko des Verlusts der kompletten Schwangerschaft zu hoch, daher habe ich nie wieder danach gefragt.

4. Reaktionen des Umfelds auf die Drillingsschwangerschaft

01 - Jennifer: Alle waren sehr überrascht. Wir haben aber sehr viel Unterstützung aus unserem Freundeskreis bekommen. Meine Eltern waren sehr besorgt. Meine Schwiegermutter hat sich auf ein paar mehr Enkelkinder gefreut.

04 - Kristin: Viele waren erst schockiert, boten dann aber Hilfe an, meine Mutti (Hebamme) hatte einfach nur Angst.

05 - Ninett: Freunde und Familie haben sich sehr gefreut, da sie ja meinen langen Weg bis zur Schwangerschaft kannten. Andere Mitmenschen und Ärzte meinten „Hilfe Drillinge“.

06 - Gertrud: Unser Umfeld (Familie, Freunde) dachte, wie machen einen Scherz, dann war die Freude aber sehr groß.

08 - Eva: Ich habe es niemandem erzählt, aus Angst, es könne etwas schiefgehen, und ich könnte dann das Mitleid und die Fragen nicht ertragen. Irgendwann, als der Bauch unnatürlich anschwoll, kamen Fragen von wegen: “Das sind wohl Zwillinge?” Das konnte ich dann guten Gewissens verneinen. Aber unsere Nachbarn kamen noch am Tag der Geburt ins Krankenhaus, die Kleinen zu sehen, und als wir dann abends wieder zu Hause waren, kamen meine Kollegen, um sicherzugehen, dass wahr war, was ich ihnen am Telefon erzählt hatte (“Ich kann heute nicht ins Büro kommen. Die Kleinen sind heute morgen um sechs geboren worden.” “DIE KLEINEN?? Waren es zwei?” “Nein, drei....”).

10 - Sandra: Meine Eltern abwartend, meine Schwiegereltern eher panisch, Freunde haben sich gefreut.

13 - Bianca: Meine Eltern, insbesondere meine Mama, und meine Schwester nahmen die Nachricht gefasst auf. Sie machte sich wahrscheinlich eher Sorgen um mich und wie ich damit fertig werden würde. Ihr erster Satz war: „Das schaffen wir auch noch". Sie war auch diejenige, die dann bis zur Kindergartenzeit, immer bis nach dem Mittagessen bei uns war und geholfen hat und die auch heute noch immer für uns da ist. Die Reaktion meiner Schwiegereltern habe ich so direkt nicht mitbekommen, da mein Mann es ihnen mitgeteilt hat. Diese gaben es dann an die zukünftigen Tanten und Onkels weiter.

Freunde staunten nicht schlecht, aber blöde Sprüche musste ich mir glücklicherweise nie anhören. Es wurden zwischen den Frauen und den Männern später Wetten abgeschlossen, ob es Mädchen oder Jungen wurden (wir wussten in der 17. SSW von einem Geschlecht, wir wollten aber nicht wissen welches). Ratet wer gewonnen hat.

15 - Jule: Meine Schwiegereltern waren in Sorge, wie wir das bewältigen sollen. Mein Vater war begeistert, drei Enkelkinder zu bekommen. Meine Schwestern waren erfreut. Da habe ich mich eigentlich etwas unverstanden gefühlt. Meine Familie bügelte unsere Sorge vor Fehlgeburt, Frühgeburt, Behinderung, etc. etwas ab, vielleicht um meine Sorge nicht noch zu verstärken.

20 - Daniela: Alle Omas/Opas/Schwager haben super reagiert und sofort ihre Hilfe angeboten. Das hat die Freude auf die Kinder noch gesteigert.

22 - Sandra: Die Reaktionen des Umfelds waren alle nur ein Erschrecken mit Kommentaren mit „Oje“ oder „Um Himmels Willen!“ Außer 2 Personen: Meine Mutter sagte „Ist das schön! Ich habe dir ja immer Zwillinge gewünscht!“ Beim Anruf bei meiner Freundin war nur Stille am anderen Ende. Ich : „Hallo? Bist du noch da?“ Sie sagte: „Ja, ich heule – vor Freude!“

23 - Simone: Unser familiäres Umfeld war von Anfang an freudig gestimmt.

31 - Diana: Unser Umfeld hat positiv reagiert. Vor allem unsere Familien standen tatkräftig hinter uns und haben uns Mut gemacht.

34 - Marlen: Schwiegereltern total entspannt, meine Eltern – „Ach du Sch...“ Zum Teil große Freude, zum Teil Mitleid, Überraschung.

38 - Birgit: Die erste, die es aus der Familie erfuhr, war meine Schwester. Da diese auch unsere Trauzeugin war, war für sie vollkommen klar, dass sie auch Patentante unseres Kindes wird. Mein Mann hatte sie angerufen und gefragt, ob sie sich mal schnell noch einen Arm wachsen lassen könne. Sie meinte dann, das ginge nicht so gut, warum. Naja, wir bekommen halt Drillinge. Wie Drillinge? Du verarschst mich jetzt oder? Gib mir mal meine Schwester! Ich habe es ihr dann bestätigt, worauf sie abends noch zu uns gefahren ist um das Ultraschallbild zu begutachten.

Die nächsten die es auch noch an diesem Tag erfuhren, waren meine Eltern. Mein Vater und mein Mann hatten immer diskutiert, ob es Mädchen oder Junge wird. Mein Vater meinte Mädchen, mein Mann meinte, es wird ein Junge. Wir sind dann rein ins Wohnzimmer und mein Mann meinte zu meinem Vater: Die Chance auf ein Mädchen ist gestiegen. Mein Vater war dann ganz irritiert und meinte: „Wie gestiegen? Das sieht man doch jetzt noch gar nicht? Oder ist die Medizin schon so viel weiter wie vor 25 Jahren?“ Meine Mutter hat dann relativ schnell geschaltet und gemeint: „Ihr bekommt Zwillinge oder?“ „Nee Mutti, es werden drei!“ Antwort: „Das du auch immer übertreiben musst!!“ Aber gefreut haben sich die beiden doch und auch voller Stolz das Ultraschallbild begutachtet.

39 - Ulrike: Die Reaktionen reichten von „Wow, das ist ja toll, herzlichen Glückwunsch, wir wünschen Euch alles Glück der Welt“ bis hin zu „Oh mein Gott, mein Beileid“ oder auch „Na super, Ihr Armen“.

42 - Alexandra: NUR positiv! Wenn jemand das schafft, dann ihr! Ihr habt soooo lange gekämpft und geduldig gewartet, Gott hat euch endlich belohnt für euer langes Warten!

45 - Angelika: Unser Umfeld hat absolut positiv auf die Nachricht, dass ich schwanger bin, reagiert. Es lagen ja bereits 5 schwierige Jahre inklusive einer Depression hinter mir und mein Umfeld hat sehr mit uns gelitten. Mit der vollen Drillings-Wahrheit haben wir, von Eltern und Geschwistern mal abgesehen, erst nach etwa 13 Wochen rausgerückt, als wir uns etwas sicherer fühlten. Da kannte die Begeisterung und Freude unserer Freunde keine Grenzen.

47 - Vanessa: Da die meisten Menschen in unserem Umfeld wussten, dass wir schon lange auf „ein“ Baby gewartet haben, waren die Reaktionen eigentlich nicht besonders „auffällig“…wir waren auch ziemlich gelassen… eigentlich haben sich alle gefreut…

49 - Daniela: Tja, die Reaktionen des Umfeldes. Erstmal geschockt, dann durch das FFTS sehr besorgt. In der Nachbarschaft wohnt ein Zwillingspärchen, wo das eine Mädchen, aufgrund von Problemen bei der Geburt, körperlich und geistig behindert ist. Deshalb war die Angst bei meinen Eltern groß, dies könnte bei uns auch passieren oder das eines sterben könnte. Natürlich kamen auch viele gut gemeinte Ratschläge und Vorschläge wie wir den Alltag, wenn die drei da sind, zu meistern haben. Nach dem Schock kam dann aber bei vielen die Freude.

50 - Jana:

Meine Oma voreilig: „Zwillinge hätte ich ja noch verstanden.“ Anmerkung: Wir haben KEINE Veranlagung von Mehrlingen in der Familie.

Mutter so ähnlich wie: „Du hast es Dir ja auch nicht ausgesucht.“

Spruch von Schwiegermutter: „Der liebe Gott scheißt auf einen großen Haufen.“

Freunde meinten, wir würden scherzen oder hätten „nachgeholfen“.

Eine Nachbarin: „Was muss ich tun bzw. darf ich nicht tun, damit mir das nicht auch passiert.“

Vorgesetzter: „Sie sehe ich wohl so bald nicht wieder.“

Unsere Älteste: „Aber ich möchte nur EIN Baby.“

Wir: „Du bekommst auch nur EIN Baby, die anderen beiden Babys sind für Deine beiden Geschwister.“ => Nach Geburt suchte sich jeder SEIN Geschwisterchen aus (bzw. die Zweitälteste legte sich schon während der Schwangerschaft auf das Mädchen fest).

5. Schwangerschaftsverlauf

01 - Jennifer: Die ersten 4 Monate war sehr anstrengend, weil mir immer sehr übel war. Ich habe 5 Kilo abgenommen. Danach ging es mir gut bis zur letzten Woche vor der Geburt. Ich habe sehr wenig zugenommen und meine Arzt hatte Sorgen über meine Gesundheit. Die Kinder waren aber alle gesund.

Ich bin 2 Tage vor der Geburt wegen einer geplatzten Fruchtblase ins Krankenhaus gebracht worden. Mir wurde totale Bettruhe angeordert (nicht erst duschen oder auf die Toilette). Diese Tage waren für mich sehr schlimm. Die Kinder wurden in der 32,4 Woche durch einen Kaiserschnitt geboren, weil meine Wehen wieder angefangen hatten und der Arzt sie nicht stoppen konnte. Kind 1 (meine Tochter) wollte raus.

Gedanklich bin ich zwischen Vorfreude und totaler Angst gewechselt. Zum Glück hatte ich mein ältestes Kind und Weihnachten, um mich abzulenken. Es war auch eine Zeit von intensiver Vorbereitung für Weihnachten und die Geburt.

Kind 1 und Kind 2 lagen beide mit dem Kopf nach unten – optimale Geburtsposition. Kind 3 lag drüber. Alle Kinder hatte eine eigene Fruchtblase und Plazenta.

04 - Kristin: Mir ging es nicht gut, ständige Übelkeit, ich war manchmal traurig, nicht alles das kaufen zu können was ich bei nur einem Kind gekauft hätte, bis 25 SSW nur Übelkeit/Erbrechen und schlapp, war nicht belastbar, ab der 25 SSW vorzeitige Wehen, GMH Verkürzung Krankenhaus, 3 getrennte Fruchthöhlen, Kind 1 quer unter den anderen beiden, Kind 2 & 3 nebeneinander, eins in Schädellage, das andere in Steißlage, bei 25+0 SSW ins KH, die Zeit hab ich entspannt abgesessen, hatte ne tolle Zimmernachbarin, mit der ich viel Spaß hatte

05 - Ninett: Die Schwangerschaft war toll, aber für mich zu kurz. Die Kinder haben von Anfang an bis Ende nebeneinander gelegen, jeder in seiner eigenen Fruchthülle. Ins KH bin ich in der 28 SSW gekommen, nur zur Sicherheit, dass haben sie dort bei allen Drillingsschwangeren so gemacht. und die sechs Wochen vergingen schnell. Ich hab viel geschlafen und gelesen. Angst hatte ich das wir eventuell evakuiert werden müssen, da zu der Zeit bei uns Hochwasser war. Ich habe den Kindern immer gut zugeredet, dass sie schön im Bauch bleiben.

08 - Eva:Schwangerschaft: Ich hatte bei jeder falschen Bewegung, bei jedem Bauchgrimmen und jedem Stoß Angst, sie zu verlieren. Wenn sie sich mal ein paar Tage nicht bewegten, desgleichen. Als irgendwann die Wahrscheinlichkeit genügend groß war, dass, selbst wenn sie jetzt pünktlich kämen, sie wohl überleben würden, wurde die Angst etwas weniger. Wenn ich zu denken wagte, dass es vielleicht doch gutgehen würde, überwog die Vorfreude. Ich dachte immer, was für ein außerordentlicher Segen Gottes es doch sei, gleich drei Kleine auf einmal zu bekommen.

Die Schwangerschaft ist problemlos verlaufen, keine Übelkeit, keine sonstigen Beschwerden, und eigentlich ging es auch mit der Gewichtszunahme und dem Schleppen dieses Gewichts. Ich war halt manchmal ein bisschen müde, und ich gewöhnte mir an, gleich nach dem Abendessen ins Bett zu gehen.

Die Kleinen hatten alle getrennte Fruchthüllen und auch Plazenten. Wie sie im Mutterleib angeordnet waren, kann ich nicht sagen; das wechselte dauernd. Ich weiß aber, dass Elisabeth es in den letzten Tagen der Schwangerschaft noch geschafft hat, sich komplett zu drehen und sich die Nabelschnur um den Hals zu wickeln.

Ins Krankenhaus bin ich gegangen, als die Fruchtblase platzte. Die Ärztin hatte mir ihre Handynummer gegeben (das war 2002 in Ecuador noch nichts Selbstverständliches!), und ich habe sie dann morgens um drei aus dem Bett geklingelt. Sie fragte, ob ich noch bis zum Morgen durchhalten könne, aber ich merkte, dass es losging. Sie organisierte dann in aller Eile den Anästhesisten und drei Neonatologen. Wir fanden um die Uhrzeit nicht sofort ein Taxi, und ich wäre schon fast mit dem Fahrrad gefahren, als Selim doch noch eins auftreiben konnte. Yusuf, der damals 3 ½ war, haben wir mitgenommen. Morgens um sechs waren die Kleinen dann da. Ich hatte nicht einmal Zeit, Angst zu haben, so schnell ging das Ganze. Ein bisschen Angst werde ich wohl doch gehabt haben, aber keine schreckliche und unerträgliche.

09 - Marianne: In den ersten Wochen ständige Übelkeit und auch viele Sorgen, wie man das mit Dreien wohl schaffen kann, ob sie gesund sein werden, ob der Gentest bezüglich Trisomieverdacht wohl negativ ausfällt, wie man im Büro weiterarbeitet und anfangs die Schwangerschaft geheim hält. In der 24. SSW musste ich zum Zuckertest und zur Kontrolle ins Krankenhaus. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass der Gebärmutterhals verkürzt ist. Darauf hin wurde ein CTG verordnet und Wehen festgestellt, die ich selbst bis dahin gar nicht gemerkt habe. Dann bekam ich sofort die Lungenreifespritze und musste dort bleiben. Zuerst hieß es, für zwei Wochen, dann werde die Tokolyse abgesetzt und man wird nachsehen, ob sich die Wehentätigkeit eingestellt hat. Dem war leider nicht so. erst wollte man weitere zwei Wochen später noch einen Absetzversuch machen, nachdem aber trotz Wehenhemmer immer wieder Wehen aufgetreten sind, wurde davon abgesehen. Also blieb ich bis zur Geburt bei 31+2 im Krankenhaus. Ich hatte das Glück, in einem Zweibettzimmer zu liegen, mit überwiegend netten Zimmerkolleginnen, aus denen teilweise auch Freundschaften wurden. Insgesamt lag ich 7 Wochen vor und 2 Wochen nach der Geburt im Krankenhaus. In den ersten 4 Wochen ist es mir super gegangen, ich hatte zwar relative Bettruhe, habe aber sehr viel geschlafen und insgesamt 8 Bücher ausgelesen! Ich fühlte mich beinahe wie in einem Hotel. Ich bekam immer mein Essen, musste mich um nichts kümmern und einfach nur warten, dass die Zeit vergeht. Die letzten drei Wochen vor der Geburt waren aber echt anstrengend. Ich konnte nicht mehr richtig schlafen, nicht liegen, nicht sitzen, alles tat weh. Die Haut am Bauch juckte und spannte, ständiges Sodbrennen und ich war bewegungsunfähig. In den letzten Tagen vor der Entbindung wollte ich nur endlich erlöst werden. Ich hatte mir einen Kalender ausgedruckt, auf dem ich die „geschafften“ Tage wegstrich. Ab der 28. SSW hatte ich mir um die Kinder eigentlich nicht mehr wirklich Sorgen gemacht. Im Nachhinein betrachtet habe ich die Situation mit den Wehen und dem verkürzten GMH wohl unterschätzt. Ich bin nie davon ausgegangen, dass die Kinder gleich zur Welt kommen könnten. Erst jetzt, da ich einige Mütter mit Extremfrühchen in der 24. SSW kennen gelernt habe, ist mir klar, was für ein Glück ich eigentlich hatte, dass alles gut ausging.

10 - Sandra: Meine Einstellung: Ich tu das, was ich kann und alles andere liegt nicht in meiner Hand. Ich war ruhiger als in der Schwangerschaft von meiner 1. Tochter. Alle drei hatten getrennte Hüllen/Plazenten, eins lag Beckenendlage, eins Schädellage und Nr.3 quer oben drüber. Ich lag eine Woche in der 12. Woche im KH wegen Blutungen (da dachte ich schon, dass sich eins verabschiedet hat). Dann nach vorzeitigem Blasensprung in 30+1 13 Tage mit Infusionen (Eisen, Wehenhemmer etc.). Ich war ganz ruhig. Brütend :D. Am Tag vor der Geburt hatte ich grottige Laune, was wohl ein Zeichen ist, dass es bald los geht (laut Hebamme).

13 - Bianca: Auf normalen Wege konnte ich nicht schwanger werden, also begannen wir 2002/2003 mit der medizinischen Behandlung. Als endlich meine Blutuntersuchung (auf den Termin habe ich ein ½ Jahr warten müssen), abgeschlossen war und somit fest stand, woran es lag, konnte die eigentliche Behandlung ziemlich schnell Mitte 2003 beginnen.

Schließlich nach 2 Jahren und mehreren Versuchen mit allen Möglichkeiten bekamen wir beim zweitletzten Versuch, den die Kasse zur Hälfte mit übernahm, endlich die Nachricht „SCHWANGER!“. Wir haben drei Embryonen einsetzen lassen, bei vollem Bewusstsein, dass es auch mehr werden könnten. Die Gefahr ist größer und in meiner Familie existierten schon Zwillinge (Tante war Zwilling).

Wie oben schon beschrieben, dauerte es bis zur 10. SSW, bis fest stand, dass es Drillinge werden würden.