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Weitere Worte, dunkelrot und reif, fallen vom Baum und liegen dort wie Kastanien im Frühherbst; sie werden später von Taucherglockentauben ins Wasser getragen, sinken hinab und bauen sich ein Unter-Wasser-Zelt, leben in verlassenen Muschelhüllen und freunden sich mit den Algenkraken an
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Seitenzahl: 25
Veröffentlichungsjahr: 2025
Viola Niobe Adam
Dunkelrot
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Im Schrank
Unterm Kastanienbaum
Die Kirsche
Dann kommen die Affen vom Berg hinunter
Kleber im Haar
Hasenschnauzen
Im Gegensatz zu nun
Bis zur Decke
Ohne Titel
Traum
Hoch ins Hirn
Ohne Titel
Wolkendecke
Ohne Titel
Zurück in die Form
Das rote Haus
Endpunkt
Wenn es uns nicht stört
Teleskop
Noch nicht reif
Herbstluft
Eifersüchtig
Das neugeborene Kind
Dann kommt nichts mehr
Doppelstern
Das Murmeltier
Stufe 2
Die Krähen arbeiten zusammen
Morgende in der grauen blauen Stunde
Ohne Titel
Die Ventilatoren im Winter
Die Spinne klebt an der Decke
Wie der Schlosshund
Ohne Titel
Schneeblumen
Die Nacht presst ihre Finger an die Fensterscheiben
Wellenförmig
Grauweiß
Der Mond
Ohne Titel
Blaue Nase steifgefroren
November zu Dezember
Oben am Nordpol
Auf der anderen Seite
Der Fuchs bei Nacht
Ausflüge ins wirkliche Leben
Haselnüsse
Sonntags
Alte Konflikte von damals, die immer wieder kommen
Der Schnee ist festgefroren
Neben die Katze
Vorüber
Weiße Haselnüsse
Sonntagmorgen ganz ganz früh
Licht
Ohne Titel
Ergotherapeutin
Das Boot war aus Stein
Schnee
In der Tiefseekugel
Der tote Schmetterling
Das Moos auf dem Dach
Tiefschwarz
Auch schon letzten Herbst
Schon lange klar
Und dann schlug der Blitz ein
Ohne Titel
Die Frau in der Tram
Hinüber ins Kürbisbeet
Ohne Titel
Birnbaum
Im Juli
Jetzt sind die Äpfel reif
Am Meer
Impressum neobooks
Seit ich eine Lampe in den Schrank gestellt habe
kann ich etwas sehen
zuvor konnte ich nur hören
was alles hier im Haus passiert
Papas Schritte von der Haustür bis zum Stuhl
wenn er abends von der Arbeit kommt
das Schaben der Stuhlbeine über den Boden
wenn er sich setzt
Mamas mal schneller mal langsamer werdender Atem
wenn sie minutenlang
regungslos an der Küchenzeile steht
das Knarzen der Treppe
wenn jemand hinauf- oder hinunterläuft
das alles kann ich immer noch hören
und den dumpfen, tief in die Nasenlöcher eindringenden
Holzgeruch kann ich
riechen die weichen Decken
die unter mir liegen
staubig-dumpf
das Papier meiner Bücher
trocken-matt
die Mottenkugeln
aber ich kann nun auch sehen
lese nun meist im Schein
meiner Taschenlampe
die eines Morgens vor der Schranktür
lag für mich bestimmt
im Bauch des Schranks
manchmal schreibe ich nunetwas auf ein weißes Blatt Papier
meist nicht mehr als ein paar Sätze
mit dem stumpfen Bleistift der
eines anderen Morgens vor der
Schranktür lag zusammen mit
dem Papier
das falte ich dann zusammen
und lege es auf das Brett über mir
unter die alten Laken die schon
lange niemand mehr benutzt
hier drinnen ist es ruhig
hier drinnen ist es warm
im Schrank
dunkel und hell wann ich es will
ich habe alles was ich brauche
Tageszeiten gibt es hier nicht
im Schrank wo es nun dunkel und
es hell ist wann ich es will
Die Kastanien unter dem Kastanienbaum
hinter den Gräbern die
niemand je aufheben will deshalb
bleiben sie dort liegen und verrotten oder
