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Beschreibung

Souverän bei Echsen und Schlangen Welche Antibiotika verträgt der Leguan? Welche Parasiten hat das Chamäleon ? Welche Therapie ist bei Legenot der Kornnatter angezeigt? Das erfahrene Autorenteam um Privatdozentin Dr. Petra Kölle, Fachtierärztin für Reptilien, liefert Ihnen das nötige Expertenwissen: - Haltung, Ernährung, Zucht und Überwinterung: für eine kompetente Beratung - Anatomie, Physiologie und diagnostische Methoden: für einen routinierten Untersuchungsgang - Ausführliche Beschreibung von Erkrankungen, Leitsymptomen und Therapie: für eine erfolgreiche Behandlung - Narkose und Operationen: für mehr Expertise im OP Echsen und Schlangen in der Praxis - kein Grund, sich zu verkriechen.

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Seitenzahl: 489

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Echsen und Schlangen

Heimtier und Patient

Petra Kölle

Silvia Blahak, Karina Mathes, Nikola Pantchev

202 Abbildungen

Vorwort

Reptilien sind inzwischen als Heimtiere etabliert. Besonders die Squamaten – Echsen und Schlangen – finden immer mehr Liebhaber. Dementsprechend tauchen diese Tiere zunehmend in der tierärztlichen Praxis auf. Neben den immer noch zahlreichen Importen züchten auch viele Halter regelmäßig nach, sodass bei vielen Arten inzwischen eher ein Überangebot an Nachzuchten vorliegt.

Dieses Buch richtet sich an Tierärzte, die sich auf Reptilien spezialisieren wollen bzw. spezialisiert haben, aber auch an Praktiker, die solche nur ab und zu in der Sprechstunde sehen, jedoch fundiert behandeln wollen. Bewusst ist den Themen rund um die Haltung von Echsen und Schlangen ein relativ großer Raum eingeräumt worden, da die Beratung von deren Besitzern auch in der Praxis eine immens wichtige Rolle spielt. So erweist sich die Erfolgsquote bei der Behandlung klinisch manifester Erkrankungen, die sich zum Zeitpunkt der Vorstellung des Reptilienpatienten in der Regel schon in einem fortgeschrittenen Stadium befinden, im Vergleich zu warmblütigen Patienten nicht selten als ziemlich frustrierend. Daher ist das Hauptaugenmerk auf die Prävention von Krankheiten durch eine adäquate Haltung von Schlangen und Echsen zu legen.

In den letzten Jahren hat die Reptilienmedizin gewaltige Fortschritte gemacht und ermöglicht auch bei dieser Patientengruppe eine anspruchsvolle Diagnostik und Therapie. Dieses Buch soll dem Praktiker eine Hilfe sein, Echsen und Schlangen auch in seiner Praxis fundiert untersuchen und behandeln zu können.

Neben ausführlichen Literaturrecherchen habe ich insbesondere eigene Erfahrungen aus langjähriger Praxis, unzähligen pathologischen Untersuchungen und nicht zuletzt aus jahrzehntelanger Haltung und Nachzucht von Schlangen und Echsen in dieses Buch eingebracht. Ich hoffe, interessierten Kollegen damit eine Hilfe an die Hand zu geben und vielleicht so das Leben des einen oder anderen Reptilienpatienten zu retten.

Mein besonderer Dank gilt meinen Kollegen Dr. Silvia Blahak, Dr. Karina Mathes und Dr. Nicola Pantchev für die Übernahme der Kapitel über „Infektionskrankheiten“, „Bildgebende Verfahren“ und „Parasitosen“ sowie den Mitarbeitern des Enke Verlages für die gute und konstruktive Zusammenarbeit. Zu guter Letzt mein größter Dank an meine Familie.

Putzbrunn, Frühjahr 2015

Petra Kölle

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Teil I Echsen und Schlangen als Heimtiere

1 Einleitung

1.1 Bedeutung der Reptilienhaltung

2 Systematik

2.1 Squamaten

2.2 Echsen im engeren Sinn

2.3 Schlangen

3 Häufige Echsen- und Schlangenspezies

3.1 Häufige Echsenspezies und Empfehlungen zu deren Haltung

3.1.1 Rotkehlanolis (Anolis carolinenesis)

3.1.2 Bartagame (Pogona vitticeps)

3.1.3 Jemen-Chamäleon (Chamaeleo calyptratus)

3.1.4 Grüner Leguan (Iguana iguana)

3.1.5 Madagassischer Taggecko (Phelsuma madagascariensis)

3.1.6 Leopardgecko (Eublepharis macularius)

3.1.7 Weitere Echsenspezies

3.2 Häufige Schlangenspezies und Empfehlungen zu deren Haltung

3.2.1 Boa constrictor (Boa constrictor)

3.2.2 Tigerpython (Python molurus)

3.2.3 Königspython (Python regius)

3.2.4 Grüner Baumpython (Morelia viridis)

3.2.5 Kornnatter (Pantherophis guttatus)

3.2.6 Sinaloe-Königsnatter (Lampropeltis triangulum sinaloe)

3.2.7 Strumpfbandnatter (Thamnophis spp.)

3.2.8 Weitere Schlangenspezies

4 Artenschutzbestimmungen und rechtliche Grundlagen

4.1 Zur Notwendigkeit von Artenschutz

4.2 Artenschutzbestimmungen

4.2.1 Washingtoner Artenschutzabkommen, CITES

4.2.2 Europäische Artenschutzverordnung

4.2.3 Nationale Bestimmungen

4.2.4 Konsequenzen für den Reptilienhalter und -tierarzt

4.3 Gefährliche Tiere – Verordnungen und Gesetze

4.4 Mietrecht

5 Kennzeichnung von Echsen und Schlangen

5.1 Grundsätzliche Bestimmungen

5.2 Fotodokumentation

5.3 Kennzeichnung mittels Transponder

6 Haltung

6.1 Allgemeine Anforderungen

6.2 Terrarium

6.2.1 Art des Terrariums

6.2.2 Größe

6.2.3 Standort

6.2.4 Ausstattung

6.3 Freilandhaltung

6.4 Vergesellschaftung

6.4.1 Einzelhaltung

6.4.2 Paarweise Haltung

6.4.3 Haltung in Gruppen

6.5 Winterruhe

6.6 Prophylaxe

6.6.1 Hygiene

6.6.2 Quarantäne

6.6.3 Kotproben und Entwurmung

6.7 Häufige Haltungsfehler

7 Ernährung

7.1 Ernährungsspezifische Besonderheiten

7.2 Ernährungstypen

7.3 Grundregeln der Fütterung

7.3.1 Fütterungspraxis bei Echsen

7.3.2 Fütterungspraxis bei Schlangen

7.3.3 Lebendfütterung

7.3.4 Totfütterung

7.3.5 Inappetenz

7.4 Futtermittel

7.4.1 Kommerzielles Futter

7.4.2 Futterpflanzen

7.4.3 Futtertiere

7.5 Trinkwasser

7.6 Häufige Fütterungsfehler

7.6.1 Ungeeignete Futtermittel

7.6.2 Fehler bei der Fütterung von Echsen und Schlangen

8 Verhalten

8.1 Ausdrucksverhalten

8.2 Aktivitätsrhythmen

8.3 Sozialverhalten

8.4 Aggressionsverhalten/Drohverhalten

8.5 Defensives Verhalten

8.6 Thermoregulationsverhalten

8.7 Fressverhalten

8.8 Imponierverhalten, Balz- und Fortpflanzungsverhalten

8.8.1 Imponier- und Balzverhalten

8.8.2 Paarungsverhalten

8.8.3 Brutpflegeverhalten

8.9 Schmerzverhalten

9 Nachzucht

9.1 Vorbemerkungen

9.2 Geschlechtsreife

9.3 Paarung, Trächtigkeit und Eiablage

9.3.1 Paarung

9.3.2 Trächtigkeit

9.3.3 Eiablage

9.4 Aufbau der Eier

9.5 Inkubation der Eier

9.6 Schlupf

9.7 Embryonaler Fruchttod

9.8 Aufzucht der Jungtiere

10 Anatomie und Physiologie

10.1 Grundlagen

10.2 Poikilothermie

10.3 Haut

10.3.1 Schuppen

10.3.2 Häutung (Ecdysis)

10.3.3 Bildungen der Haut und Hautanhangsgebilde

10.3.4 Drüsen

10.4 Skelett

10.5 Sinnesorgane

10.5.1 Augen

10.5.2 Ohren

10.5.3 Geruchs- und Geschmackssinn

10.5.4 Weitere Sinne

10.6 Respirationssystem

10.7 Magen-Darm-Trakt

10.7.1 Maulhöhle

10.7.2 Zähne

10.7.3 Speicheldrüsen und Giftdrüsen

10.7.4 Ösophagus

10.7.5 Magen

10.7.6 Darm

10.7.7 Pankreas

10.7.8 Gallenblase

10.7.9 Fettkörper

10.8 Herz-Kreislauf-System

10.9 Harnapparat

10.9.1 Nieren

10.9.2 Harnleiter

10.9.3 Harnblase

10.9.4 Kloake

10.10 Geschlechtsorgane

10.10.1 Weiblicher Genitaltrakt

10.10.2 Männlicher Genitaltrakt

10.11 Hormone

10.12 Zentralnervensystem

Teil II Diagnostik und Krankheiten

11 Propädeutik

11.1 Transport

11.1.1 Import

11.1.2 Transport zum Tierarzt

11.2 Handling

11.2.1 Fixationstechniken

11.2.2 Öffnen des Maules

11.3 Magensonde

11.3.1 Zwangsfütterung

11.4 Wiegen und Messen

11.5 Geschlechtsbestimmung

11.6 Altersbestimmung

11.7 Untersuchungsgang

11.7.1 Anamnese

11.7.2 Adspektion

11.7.3 Palpation

11.7.4 Kloakale Exploration

11.7.5 Spezielle Untersuchung des Auges

11.8 Applikation von Arzneimitteln

11.8.1 Injektionstechniken

11.8.2 Orale Applikation

11.8.3 Lokale Applikationstechniken

12 Spezielle Untersuchungsmethoden

12.1 Labordiagnostik (mit Entnahmetechniken)

12.1.1 Blutuntersuchung

12.1.2 Magenspülung

12.1.3 Kotuntersuchung

12.1.4 Kloakentupfer/-spülung

12.1.5 Harnuntersuchung

12.1.6 Lungenlavage

12.1.7 Mikrobiologische Untersuchungen

12.1.8 Virologische Untersuchungen

12.2 Bildgebende Verfahren

12.2.1 Auswahl des optimalen bildgebenden Diagnostikums

12.2.2 Röntgenuntersuchung

12.2.3 Ultraschalluntersuchung

12.2.4 Endoskopie

12.2.5 Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT)

13 Krankheiten

13.1 Traumata

13.2 Haltungsbedingte Krankheiten

13.2.1 Fütterungsbedingte Krankheiten

13.2.2 Weitere haltungsbedingte Krankheiten

13.3 Virale Infektionskrankheiten

13.3.1 Paramyxovirusinfektion

13.3.2 Inclusion Body Disease, Einschlusskörperchenkrankheit der Riesenschlangen, IBD

13.3.3 Reovirusinfektion

13.3.4 Adenovirusinfektion

13.3.5 Iridovirusinfektion

13.4 Bakterielle Infektionskrankheiten

13.4.1 Gramnegative Stäbchenbakterien

13.4.2 Grampositive Kokken

13.4.3 Grampositive Stäbchenbakterien

13.4.4 Aktinomyzeten

13.4.5 Zellwandlose Bakterien der Klasse Mollicutes

13.4.6 Obligat intrazelluläre Bakterien

13.5 Pilzinfektionen

13.5.1 Oberflächenmykosen

13.5.2 Systemmykosen

13.6 Endoparasitosen

13.6.1 Bedeutung von Parasitismus bei Schlangen und Echsen

13.6.2 Die wichtigste parasitologische Untersuchung in der Praxis

13.6.3 Weiterführende parasitologische Untersuchungen in spezialisierten Laboren

13.6.4 Behandlungskonzepte Chemotherapie

13.6.5 Verbreitung von Endoparasiten in Terrarienhaltung

13.6.6 Pseudoparasiten, und warum sie so wichtig sind

13.6.7 Dynamik der Kryptosporidien-Funde in Terrarienhaltung

13.7 Ektoparasitosen

13.7.1 Die Bedeutung von Milben für die Reptilienpraxis

13.7.2 Bedeutung von Zecken für die Reptilienpraxis

13.7.3 Therapie von Ektoparasiten bei Schlangen und Echsen

13.8 Hautkrankheiten

13.8.1 Abszesse

13.8.2 Blister Disease

13.8.3 Häutungsstörungen

13.8.4 Bakteriell bedingte Dermatitis

13.8.5 Pilzinfektionen der Haut

13.8.6 Ablagerungen von Harnsäure in der Haut

13.8.7 Vitamin-C-Mangel

13.8.8 Parasitosen

13.8.9 Obliteration der Femoralporen

13.8.10 Nekrosen

13.8.11 Papillomatose

13.9 Augenkrankheiten

13.9.1 Ätiologie

13.9.2 Therapie von Augenkrankheiten

13.9.3 Krankheiten der Augenlider

13.9.4 Krankheiten der Konjunktiven und Kornea

13.9.5 Krankheiten der vorderen Augenkammer und Linse

13.9.6 Krankheiten der Retina

13.9.7 Krankheiten des gesamten Auges

13.10 Ohrkrankheiten

13.10.1 Verhärtungen der Kalksäckchen

13.10.2 Abszesse im Ohrbereich

13.11 Krankheiten des Respirationstraktes

13.11.1 Rhinitis

13.11.2 Pneumonie

13.12 Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems

13.12.1 Allgemeine Grundlagen

13.12.2 Myokarddegeneration

13.13 Krankheiten des stomatognathen Systems

13.13.1 Stomatitis

13.13.2 Periodontitis

13.13.3 Unterkieferfraktur

13.13.4 Zungenlähmung

13.14 Krankheiten des Magen-Darm-Traktes

13.14.1 Diarrhö

13.14.2 Obstipation durch Lithophagie

13.14.3 Obstipation anderer Genese

13.14.4 Prolabiertes Gewebe aus der Kloake

13.15 Krankheiten der Leber

13.16 Krankheiten der Nieren

13.16.1 Allgemeine Grundlagen

13.16.2 Nierengicht

13.16.3 Nephrokalzinose

13.16.4 Hexamitiasis und andere parasitäre Krankheiten

13.16.5 Nephritis

13.16.6 Nierenzysten

13.17 Krankheiten der Blase und harnableitenden Wegen

13.17.1 Urolithiasis

13.17.2 Zystitis

13.17.3 Harnblasenprolaps

13.18 Krankheiten der Geschlechtsorgane

13.18.1 Legenot (Dystokie)

13.18.2 Follikelstase, präovulatorische Legenot

13.18.3 Eileiterprolaps

13.18.4 Hemipenisprolaps

13.18.5 Hypersexualität

13.19 Endokrinologische Krankheiten

13.19.1 Schilddrüsenüberfunktion

13.20 Krankheiten des Skelettsystems

13.20.1 Traumata

13.20.2 Osteomyelitis

13.20.3 Coiling-Disease

13.20.4 Metabolic Bone Disease (MBD)

13.21 Neurologische Krankheiten

13.22 Neoplasien

13.23 Angeborene Krankheiten

13.24 Zoonosen

13.24.1 Bakterien

13.24.2 Pilze

13.24.3 Viren

13.24.4 Parasiten

13.25 Vergiftungen

13.25.1 Ätherische Öle/Teebaumöl

13.25.2 Giftpflanzen

13.25.3 Ivermectin

13.25.4 Metronidazol

13.25.5 Organophosphate (Phosphorsäureester) und Carbamate

13.25.6 Praziquantel

13.25.7 Pyrethroide

Teil III Narkose und OP

14 Narkose und Sedation

14.1 Reptilienspezifische Besonderheiten

14.2 Indikationen für Narkose oder Sedation

14.3 Narkosevorbereitung

14.3.1 Präanästhetische Untersuchungen

14.3.2 Prämedikation

14.3.3 Nahrungskarenz

14.4 Dosisfindung

14.5 Narkoseüberwachung

14.5.1 Reflexe

14.5.2 Kreislaufparameter

14.5.3 Atemparameter

14.6 Narkosestadien

14.7 Lokalanästhesie

14.8 Injektionsnarkose

14.8.1 Applikationsmöglichkeiten

14.8.2 Beurteilung der Injektionsanästhesie

14.8.3 Sedativa

14.8.4 Injektionsanästhetika

14.9 Inhalationsnarkose

14.9.1 Intubation

14.9.2 Beatmung

14.9.3 Inhalationsanästhetika

14.10 Weitere Methoden zur Immobilisierung von Reptilien

14.10.1 Hypothermie (Kälte-„Narkose“)

14.10.2 Elektroanästhesie

14.10.3 Muskelrelaxanzien

14.11 Die Aufwachphase

14.12 Narkosezwischenfälle

14.13 Postoperative Analgesie

15 Chirurgische Eingriffe

15.1 OP-Vorbereitung

15.1.1 Chirurgische Ausrüstung

15.1.2 Präoperative Maßnahmen

15.2 Postoperative Maßnahmen

15.2.1 Naht

15.2.2 Wundheilung

15.3 Operationen

15.3.1 Zöliotomie

15.3.2 Schwanzamputation

15.3.3 Gliedmaßenamputationen

15.3.4 Hemipenisamputation

15.3.5 Abszessspaltung

15.3.6 Perkutane Kolonfixation

15.3.7 Enukleation

15.3.8 Permanente Magensonde

15.3.9 Frakturbehandlung an den Gliedmaßen

15.3.10 Wirbelsäulenfrakturen

15.3.11 Kastration

16 Euthanasie

16.1 Vorbemerkungen

16.2 Methoden

16.3 Feststellung des Todes

Teil IV Anhang

17 Therapiegrundsätze

18 Medikamentenverzeichnis

19 Glossar

20 Literatur

Autorenvorstellung

Anschriften

Sachverzeichnis

Impressum

Teil I Echsen und Schlangen als Heimtiere

1  Einleitung

2  Systematik

3  Häufige Echsen- und Schlangenspezies

4  Artenschutzbestimmungen und rechtliche Grundlagen

5  Kennzeichnung von Echsen und Schlangen

6  Haltung

7  Ernährung

8  Verhalten

9  Nachzucht

10  Anatomie und Physiologie

1 Einleitung

Petra Kölle

1.1 Bedeutung der Reptilienhaltung

Genaue Zahlen von den in Terrarien gehaltenen Echsen und Schlangen existieren nicht. Für das Jahr 2013 wurden laut Industrieverband Heimtier 800000 Terrarien ermittelt. Nach vorsichtigen Schätzungen dürften jedoch ca. 4–5 Millionen Terrarientiere in Deutschland gepflegt werden. Allein über den Flughafen Frankfurt werden jährlich 300000–400000 Reptilien eingeführt. Hinzu kommen Importe über andere Flughäfen oder per Auto bzw. LKW und unzählige Nachzuchten. Sehr viele Reptilienbesitzer züchten regelmäßig nach – bei Schlangen sind es laut einer aktuellen Studie knapp die Hälfte aller Halter.

Viele Reptilienarten wurden durch züchterische Bemühungen so verändert, dass sie dem Wildtyp optisch nicht mehr ähneln. Zahlreiche Farbvarianten sind v.a. bei Leopardgeckos, Bartagamen, verschiedenen Natternspezies, Königspythons und Boas herausgezüchtet worden. Aber auch Zuchtformen mit veränderter Haut werden in der Terraristik gepflegt, beispielsweise die Silkback-Bartagamen, die keine Schuppen oder Stacheln mehr besitzen; zum Teil grenzt dies an Qualzuchten, wie beispielsweise im Falle der „scaleless“ Echsen und Schlangen, die keinerlei Schuppen mehr aufweisen. Zudem gibt es besonders großwüchsige Varianten, wie z.B. die German Giants bei Bartagamen, oder besonders kleinwüchsige wie bei den Boas, sodass bereits von einer Rassenbildung gesprochen werden kann.

Arten, die in freier Natur stark bedroht sind, werden sowohl in Privathand als auch in Zoos und spezialisierten Einrichtungen gezielt nachgezüchtet. Dies geschieht oft im Rahmen von Zuchterhaltungsprogrammen, wie z.B. für Fidji-Leguane, Nashornleguane, verschiedene Waranarten, Krustenechsen und Madagaskar-Boas.

2 Systematik

Petra Kölle

2.1 Squamaten

Squamaten oder Schuppenkriechtiere umfassen die Schlangen und Echten Echsen, die über 90% der insgesamt mehr als 10000 Reptilienarten ausmachen. Sie sind neben den Schildkröten, den Brücken- und den Panzerechsen eine der vier Ordnungen der Reptilien und umfassen über 9000 Arten von Schlangen, Echsen und Doppelschleichen.

Squamaten sind mit Ausnahme der Antarktis weltweit verbreitet. Die meisten Arten leben terrestrisch, einige Arten mehr oder weniger aquatil, und mit den Seeschlangen umfasst die Verbreitung auch die tropischen Meere. Die Anzahl der Arten und Individuen ist in den Tropen am höchsten und nimmt zu den gemäßigten Zonen hin stark ab. Die Waldeidechse und die Kreuzotter sind die am weitesten nördlich vorkommenden Squamaten, der zu den Leguanen gehörige Liolaemus magellanicus ist bis in das Feuerland zu finden und damit die südlichste Art. In Europa sind knapp über 50 Echsen- und ca. 30 Schlangenarten verbreitet, 12 davon auch in Deutschland: Neben sechs Eidechsenarten inklusive der Blindschleiche kommen auch sechs Schlangenarten vor. Die größten Squamaten sind der Netzpython (Python reticulatus) und die Große Anakonda (Eunectes murinus), die eine Länge von etwa 8–9 Metern erreichen können, der kleinste Angehörige dieser Reptiliengruppe ist das Stummelschwanz-Chamäleon, Brookesia micra, mit einer Gesamtlänge von nur drei Zentimetern.

Die klassische Einteilung der Squamaten in die zwei Unterordnungen Echsen und Schlangen ist umstritten, da Schlangen offenbar enger mit der Gruppe der Warane verwandt sind als die Warane mit anderen Echsengruppen. Warane und Schlangen sollten daher nach aktueller Auffassung eher gemeinsam mit den Schleichen, Anguidae, und Höckerechsen, Xenosauridae, zu den Schleichenartigen, Anguimorpha, zusammengefasst werden.

Durch den Einsatz neuer Methoden („genetische Fingerprints“) und die Entdeckung neuer Arten ist die Taxonomie ständigen Revisionen unterworfen. Daher werden Arten immer wieder umgetauft; ein Beispiel ist die Kornnatter, die vor einigen Jahren noch „Elaphe guttata“ hieß und jetzt als „Pantherophis guttatus“ bezeichnet wird.

2.2 Echsen im engeren Sinn

Zu den Squamaten zählen zoologisch gesehen nur die „Echten“ Echsen (auch als Unterordnung Sauria oder Lacertilia bezeichnet), jedoch nicht die Panzer- und Brückenechsen. Erstere umfassen ca. 4750 verschiedene Spezies. Die meisten Echsen besitzen im Gegensatz zu den Schlangen voll entwickelte Gliedmaßen, welche aber sekundär wieder zurückgebildet sein können, wie z.B. bei den Schleichen.

Man unterscheidet vier Teilordnungen (▶ Tab. 2.1).

Die am häufigsten gehaltenen Echsenspezies werden im Kap. ▶ Häufige Echsen- und Schlangenspezies vorgestellt.

2.3 Schlangen

Es existieren knapp 4000 Schlangenspezies, wobei sich die Wissenschaft bei einigen Arten nicht einig ist, ob es sich um eigenständige Arten oder nur Unterarten handelt. Schlangen besitzen keine Gliedmaßen und weisen im Gegensatz zu den Echsen nur eine Reihe von ventral gelegenen Schuppen auf.

Nachfolgend wird die Systematik nach der Reptile Database wiedergegeben (▶ Tab. 2.2).

Tab. 2.2

 Zoologische Systematik der Schlangen.

Überfamilie

(Unter-)Familie

Warzenschlangenartige, Acrochordoidea

Familie Warzenschlangen, Acrochordidae

Wühlschlangenartige, Uropeltoidea

Familie Wühlschlangen, Anomochilidae

Familie Walzenschlangen, Cylindrophiidae

Familie Schildschwänze, Uropeltidae

Pythonartige, Pythonoidea

Familie Spitzkopfpythons, Loxocemidae

Familie Pythons, Pythonidae

Familie Erdschlangen, Xenopeltidae

Riesenschlangenartige, Boidea

Familie Riesenschlangen, Boidae

Unterfamilie Boaschlangen, Boinae

Unterfamilie Zwergboas, Ungaliophiinae

Unterfamilie Sandboas, Erycinae

Nattern- und Vipernartige, Colubroidea

Familie Nattern, Colubridae

Unterfamilie Eigentliche Nattern, Colubrinae

Unterfamilie Afrikanische Wassernattern, Grayiinae

Unterfamilie Zwergschlangen, Calamarinae

Unterfamilie Dickkopf- und Schneckennattern, Dipsadinae

Unterfamilie Falsche Haubennattern, Pseudoxenodontinae

Unterfamilie Wassernattern, Natricinae

Unterfamilie Amerikanische Vielzahnschlange, Scaphiodontophiinae

Familie Natternartige, Lamprophiidae

Unterfamilie Hundertfüßerschlangen, Aparallactinae

Unterfamilie Erdvipern, Atractaspidinae

Unterfamilie Hausnattern, Lamprophiinae

Unterfamilie Sandrenn-Nattern, Psammophiinae

Unterfamilie Schaufelnasennattern, Prosymninae

Unterfamilie Maulwurfsnattern, Pseudaspidinae

Unterfamilie Bachschlangen, Pseudoxyrhophiinae

Familie Giftnattern, Elapidae

Unterfamilie Echte Giftnattern, Elapinae

Unterfamilie Seeschlangen und australoasiatische Giftnattern, Hydrophiinae

Familie Wassertrugnattern, Homalopsidae

Familie Asiatische Schneckennattern, Pareatidae

Familie Vipern, Viperidae

Unterfamilie Urtümliche Vipern, Azemiopinae

Unterfamilie Grubenottern, Crotalinae

Unterfamilie Echte Vipern, Viperinae

Familie Höckernattern, Xenodermatidae

Blindschlangenartige, Typhlopoidea/Scolecophidia

Familie Amerikanische Blindschlangen, Anomalepididae

Familie Gerrhopliden, Gerrhopilidae

Familie Blindschlangen, Typhlopidae

Familie Schlankblindschlangen, Leptotyphlopidae

Unterfamilie Schlankblindschlangen, Leptotyphlopinae

Unterfamilie Farblose Blindschlangen, Epictinae

Familie Madagaskar Blindschlangen, Xenotyphlopidae

Familien mit unklarer systematischer Zuordnung, incertae sedis

Familie Rollschlangen, Aniliidae

Familie Bolyerschlangen, Bolyeriidae

Familie Erdboas, Tropidophiidae

Die am häufigsten gehaltenen Schlangenspezies werden im Kap. ▶ Häufige Echsen- und Schlangenspezies vorgestellt.

3 Häufige Echsen- und Schlangenspezies

Petra Kölle

3.1 Häufige Echsenspezies und Empfehlungen zu deren Haltung

Die empfohlenen Größen für Terrarien orientieren sich an den Angaben im Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien, das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) herausgegeben wurde. Die Werte gelten für ein Paar (1,1) und geben die Mindestmaße des Terrariums in Länge × Breite × Höhe (L × B × H) je Körper-Rumpflänge (KRL, d.h. ohne Schwanz) an. Der Eintritt der Geschlechtsreife ist nur ungefähr anzugeben, da dieser sehr stark von der Fütterung und den Haltungstemperaturen abhängt.

3.1.1 Rotkehlanolis (Anolis carolinenesis)

Die wesentlichen Kennzeichen dieser Art und Empfehlungen zu deren Haltung sind in ▶ Tab. 3.1 aufgeführt.

3.1.2 Bartagame (Pogona vitticeps)

Die wesentlichen Kennzeichen dieser Art und Empfehlungen zu deren Haltung sind in ▶ Tab. 3.2 aufgeführt.

3.1.3 Jemen-Chamäleon (Chamaeleo calyptratus)

Die wesentlichen Kennzeichen dieser Art und Empfehlungen zu deren Haltung sind in ▶ Tab. 3.3 aufgeführt.

3.1.4 Grüner Leguan (Iguana iguana)

Die wesentlichen Kennzeichen dieser Art und Empfehlungen zu deren Haltung sind in ▶ Tab. 3.4 aufgeführt.

3.1.5 Madagassischer Taggecko (Phelsuma madagascariensis)

Die wesentlichen Kennzeichen dieser Art und Empfehlungen zu deren Haltung sind in ▶ Tab. 3.5 aufgeführt.

3.1.6 Leopardgecko (Eublepharis macularius)

Die wesentlichen Kennzeichen dieser Art und Empfehlungen zu deren Haltung sind in ▶ Tab. 3.6 aufgeführt.

3.1.7 Weitere Echsenspezies

Zu den eher selten in Terrarien gehaltenen Arten gehören:

Schönechse, Calotes spp.

Krustenechse, Heloderma spp.

Krötenechse, Phrynosoma spp.

Schmetterlingsagame, Leiolepis

Siedleragame, Agama agama

Teju, Salvator spp.

Häufiger in Terrarien gehaltene Arten sind:

Dornschwanzagame, Uromastyx spp.

Zwergwaran, Varanus spp.

Tokee, Gecko gecko

verschiedene Geckos

3.2 Häufige Schlangenspezies und Empfehlungen zu deren Haltung

Die empfohlenen Größen für Terrarien orientieren sich an den Angaben im Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien, das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) herausgegeben wurde. Die Werte gelten für ein Paar (1,1) und geben die Mindestmaße des Terrariums in Länge × Breite × Höhe (L × B × H) bezogen auf die Gesamtkörperlänge (GL) an. Der Eintritt der Geschlechtsreife ist nur ungefähr anzugeben, da dieser sehr stark von der Fütterung und den Haltungstemperaturen abhängt.

3.2.1 Boa constrictor (Boa constrictor)

Die wesentlichen Kennzeichen dieser Art und Empfehlungen zu deren Haltung sind in ▶ Tab. 3.7 aufgeführt.

3.2.2 Tigerpython (Python molurus)

Die wesentlichen Kennzeichen dieser Art und Empfehlungen zu deren Haltung sind in ▶ Tab. 3.8 aufgeführt.

3.2.3 Königspython (Python regius)

Die wesentlichen Kennzeichen dieser Art und Empfehlungen zu deren Haltung sind in ▶ Tab. 3.9 aufgeführt.

3.2.4 Grüner Baumpython (Morelia viridis)

Die wesentlichen Kennzeichen dieser Art und Empfehlungen zu deren Haltung sind in ▶ Tab. 3.10 aufgeführt.

3.2.5 Kornnatter (Pantherophis guttatus)

Die wesentlichen Kennzeichen dieser Art und Empfehlungen zu deren Haltung sind in ▶ Tab. 3.11 aufgeführt.

3.2.6 Sinaloe-Königsnatter (Lampropeltis triangulum sinaloe)

Die wesentlichen Kennzeichen dieser Art und Empfehlungen zu deren Haltung sind in ▶ Tab. 3.12 aufgeführt.

3.2.7 Strumpfbandnatter (Thamnophis spp.)

Die wesentlichen Kennzeichen dieser Art und Empfehlungen zu deren Haltung sind in ▶ Tab. 3.13 aufgeführt.

3.2.8 Weitere Schlangenspezies

Weitere, aber eher selten in Terrarien gehaltene Schlangen sind:

Brillenkobra, Naja naja

Regenbogenboa, Epicrates cenchria

Buntpython, Python curtus breitensteini

Madagaskarboa, Acrantophis madagascariensis

4 Artenschutzbestimmungen und rechtliche Grundlagen

Petra Kölle

4.1 Zur Notwendigkeit von Artenschutz

Zahlreiche Echsen- und Schlangenarten sind in ihrem Bestand bedroht. Dies liegt jedoch v.a. an der Zerstörung ihrer natürlichen Habitate, der massiven Bejagung zum Zwecke der Lebensmittelherstellung wie auch an dem Handel mit Häuten von Riesenschlangen und Panzerechsen bzw. den Produkten daraus, sofern die hierzu getöteten Tiere nicht aus Farmzuchten stammen. Speziell in Asien werden massenhaft wild lebende Schlangen und Echsen abgesammelt und zu „Medikamenten“ verarbeitet (▶ Abb. 4.1). Dadurch werden nicht nur unter Schutz gestellte Arten wie Kobras an den Rand der Ausrottung gebracht, sondern auch bisher nicht geschützte Arten wie Tokees. Eine Bedrohung durch Naturentnahmen für terraristische Zwecke ist hingegen nur in wenigen Fällen gegeben. Beispiel hierfür ist der Blaue Zwerggecko, Lygodactylus williamsi, der aktuell in der Terraristik sehr begehrt ist und nur in einem sehr kleinen Gebiet endemisch vorkommt.

Abb. 4.1 Zur Herstellung von „Schlangenschnaps“ werden Giftschlangen wie Kobras und Kraits in Reiswein eingelegt. Die Mixtur gilt in Asien als Heilmittel für nahezu jede Krankheit.

4.2 Artenschutzbestimmungen

Ein großer Teil der in Terrarien gehaltenen Echsen- und Natternspezies unterliegt keinerlei Artenschutzbestimmungen. Dagegen gehören fast alle Riesenschlangen zu den geschützten Arten.

4.2.1 Washingtoner Artenschutzabkommen, CITES

Anhang I: vom Aussterben bedrohte Arten, die durch den Handel beeinträchtigt werden oder beeinträchtigt werden könnten

Anhang II: Arten, deren Erhaltungssituation zumeist noch eine wirtschaftliche Nutzung unter wissenschaftlicher Kontrolle zulässt

Anhang III: Arten, die von einer der Vertragsparteien in ihrem Hoheitsgebiet einer besonderen Regelung unterworfen sind

Die meisten Riesenschlangen sind unter Anhang II gelistet.

Eine Aktualisierung der Anhänge erfolgt alle zwei Jahre auf der WA-Vertragsstaatenkonferenz. Entsprechend dem aktuellen Gefährdungsgrad werden dabei neue Spezies aufgenommen oder die Arten innerhalb der Anhänge nach oben oder unten gerückt. Nach WA geschützte Tiere dürfen nur mit CITES-Papieren gehandelt werden.

4.2.2 Europäische Artenschutzverordnung

Seit 1. Juni 1997 gelten Rechtsgrundlagen, die das WA und die EU-Richtlinien umsetzen. Je nach Gefährdungsgrad werden die Arten in vier unterschiedlichen Anhängen kategorisiert:

Anhang A: im Anhang I des WA aufgeführte sowie weitere Arten

Anhang B: Arten des WA-Anhangs II

Anhang C: Arten des WA-Anhangs III sowie alle anderen vom WA erfassten Arten, die nicht bereits in den Anhängen A oder B genannt sind

Anhang D: Arten, bei denen der Umfang der Einfuhren in die EU eine mengenmäßige Überwachung rechtfertigt, um gegebenenfalls aus den so ermittelten Zahlen einen stärkeren Schutzstatus herzuleiten

EU-Artenschutzverordnung

Anhang-A-Arten dürfen nur als Nachzuchten mit entsprechender Vermarktungsgenehmigung und den EU-Bescheinigungen gehandelt werden und müssen individuell erkennbar gekennzeichnet sein. Dazu gehört beispielsweise die Madagaskar-Boa (Sanzinia madagascariensis).

Anhang-B-Arten dürfen mit entsprechender Genehmigung auch als Wildfänge gehandelt werden. Echsen, die dem Anhang B unterliegen, sind beispielsweise Grüne Leguane (Iguana iguana), bei den Schlangen fallen die Boa constrictor und die meisten Pythonspezies darunter.

Einen Überblick über den Schutzstatus verschiedener Echsen- und Schlangenarten geben die ▶ Tab. 4.1 und ▶ Tab. 4.2. Diese erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da sich der Schutzstatus einer Art auch kurzfristig ändern kann. Aktuelle Informationen hierzu sind im Zweifelsfall unter www.wisia.de zu finden.

Tab. 4.1

 Schutzstatus verschiedener Echsenarten (Stand: Januar 2015).

Schutzstatus

Arten

Anhang A

Brückenechsen (Sphenodon spp.)

Fidschi-Leguane (Brachylophus spp.)

Hierro-Rieseneidechse (Gallotia simonyi)

Panzerchamäleon (Brookesia perarmata)

Skorpionskrustenechse (Heloderma horridum charlesbogerti)

einige Warane:

Komodowaran (Varanus comodoensis)

Gelbwaran (Varanus flavescens)

Bengalenwaran (Varanus bengalensis)

Nebelwaran (Varanus nebulosus)

Wüstenwaran (Varanus griseus)

Wirtelschwanzleguane (Cyclura spp.)

Anhang B

alle Chamäleons mit Ausnahme des unter Anhang A genannten Panzerchamäleons

Dornschwanzagamen (Uromastyx spp.)

Galapagos-Leguan (Conolophus spp.)

Grüner Leguan (Iguana iguana)

Gürtelschweife (Cordylus spp.)

Krokodilschwanz-Höckerechse (Shinisaurus crocodilurus)

Krustenechsen mit Ausnahme der unter Anhang A genannten Skorpionskrustenechse

Taggeckos (Phelsuma spp.)

alle Warane (Varanus spp.) außer den unter Anhang A genannten Arten

Wickelschwanzskink (Corucia cebrata)

kein Schutzstatus

Agamen mit Ausnahme der unter Anhang B aufgeführten Dornschwanzagame:

Bartagame (Pogona vitticeps)

Wasseragame (Physignatus cocincinus)

Saumfingerechsen (Anolis)

Geckos mit Ausnahme des unter Anhang B aufgeführten Taggeckos:

Hausgecko (Hemidactylus)

Leopardgecko (Eublepharis macularius)

Tokee (Gecko gecko)

etc.

Skinke mit Ausnahme des unter Anhang B aufgeführten Wickelschwanzskinks

Tab. 4.2

 Schutzstatus verschiedener Schlangenarten (Stand: Januar 2015).

Schutzstatus

Arten

Anhang A

einige Boas:

Argentinische Boa (Boa constrictor occidentalis)

Jamaica-Boa (Epicrates subflavus)

Karibische Schlankboa (E. monensis)

Nördliche Madagaskarboa (Acrantophis madagascariensis)

Madagaskar-Hundskopfboa (Sanzinia madagascariensis)

Puerto-Rico-Boa (E. inornatus)

Südliche Madagaskarboa (Acrantophis dumerili)

Heller Tigerpython (Python molurus pimbura)

Anhang B

alle Pythons mit Ausnahme des unter Anhang A aufgeführten Hellen Tigerpythons:

Pythons, Python spp.

Baumpythons, Morelia spp.

Schwarzkopfpythons, Aspidites spp.

Wasserpythons, Liasis spp.

etc.

alle Boas mit Ausnahme der unter Anhang A aufgeführten Arten:

Abgottschlange (Boa constrictor)

Hundskopfboas und Gartenboas (Corallus spp.)

Pazific-Boas (Candoia spp.)

Schlankboas (Epicrates spp.) wie die Regenbogenboas (E. cenchria)

Zwergboas (Ungaliophis spp.)

einige Nattern, z.B.:

Brasilianische Glattnatter (Cyclagras gigas)

Brillenschlange (Naja naja)

Rattennatter (Ptyas mucosus)

kein Schutzstatus

alle Nattern mit Ausnahme der unter Anhang B genannten Arten:

Kornnattern (Pantherophis guttatus)

Ketten- und Königsnattern (Lampropeltis spp.)

Erdnattern (Pantherophis spp.)

Bullennattern (Pituophis spp.)

Strumfbandnattern (Thamnophis spp.)

Afrikanische Hausschlange (Boaedon fuliginosus) etc.

4.2.3 Nationale Bestimmungen

Von den zusätzlichen nationalen Regelungen werden hauptsächlich Reptilienarten erfasst, die aufgrund der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) der Europäischen Union geschützt werden sollen. Im Bundesnaturschutzgesetz und in der Bundesartenschutzverordnung sind Durchführungsvorschriften und Schutzbestimmungen enthalten, die über die internationalen Regelungen hinausgehen. In Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung werden heimische Tier- und Pflanzenarten unter Schutz gestellt, deren Bestand durch menschlichen Zugriff gefährdet ist. Der Besitz von Exemplaren dieser besonders geschützten Arten sowie deren Vermarktung ist grundsätzlich verboten und nur im Einzelfall unter definierten Bedingungen zulässig. Durch die nationalen Bestimmungen sind alle einheimischen Reptilienarten unter Schutz gestellt.

Die Bundesartenschutzverordnung sollte nicht verwechselt werden mit der internationalen „Roten Liste gefährdeter Arten“. In Letzterer führt die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) weltweit gefährdete Tierarten auf. Rote Listen sind wissenschaftliche Fachgutachten, haben jedoch keinen Gesetzescharakter.

In Deutschland werden die nationalen Roten Listen vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn herausgegeben. Zusätzlich veröffentlichen auch alle Bundesländer eigene Rote Listen, Herausgeber sind dann die für den Umwelt- und Naturschutz zuständigen Ministerien oder Landesbehörden.

4.2.4 Konsequenzen für den Reptilienhalter und -tierarzt

Nach Anhang A und B der Europäischen Artenschutzverordnung unterliegen geschützte Tiere einer Meldepflicht. Der Besitzer muss diese also spätestens 14 Tage nach Erwerb bei der unteren Naturschutzbehörde bzw. beim Landratsamt unter Vorlage des Herkunftsnachweises (Kaufvertrag bzw. Quittung), bei Spezies aus Anhang A auch unter Vorlage der EU-Bescheinigung und des Identitätsnachweises (Chip oder Fotodokumentation) anmelden.

Bei Import oder Export von geschützten Tierarten (oder Teilen davon) werden entsprechende Einfuhr- bzw. Ausfuhrgenehmigungen benötigt. Detaillierte Informationen sind beim Bundesamt für Naturschutz (www.bfn.de) erhältlich.

Der Reptilienhalter sollte zudem die Bestimmungen seines Bundeslandes über ▶ „potenziell gefährliche Tiere“ sowie das ▶ Mietrecht beachten.

Den Artenschutzregelungen unterliegen neben lebenden auch tote Tiere oder Teile davon. Dies kann in praxi Probleme beispielsweise beim Versand von Blutproben oder anderem Probenmaterial nach sich ziehen, da diese nur mit entsprechenden Papieren und Genehmigungen ins Ausland verschickt werden dürfen.

4.3 Gefährliche Tiere – Verordnungen und Gesetze

Die Bestimmungen zur Haltung potenziell gefährlicher Tiere sind in Deutschland Sache der Länder und differieren daher von Bundesland zu Bundesland erheblich.

Als potenziell gefährliche Tiere gelten bei Schlangen und Echsen oftmals folgende Arten:

bestimmte Riesenschlangenspezies (Anakondas, Pythons) bzw. Riesenschlangen von mehr als 3 m Länge

bestimmte Arten von Waranen bzw. Warane von mehr als 60 cm Körperlänge

Panzerechsen

Giftschlangen

Trugnattern

Krustenechsen u.a.

11 von 16 deutschen Bundesländern (▶ Tab. 4.3) haben eigene Gesetze oder Verordnungen zur Haltung „potenziell gefährlicher Tiere“ erlassen. In den übrigen sind entsprechende Spezies nicht anzeigepflichtig und dürfen ohne Nachweis der Sachkunde oder ohne behördliche Auflagen gehalten werden.

Dagegen machen Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, das Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen von ihrem Regulierungsrecht Gebrauch: Als gefährlich geltende Tiere dürfen teilweise überhaupt nicht oder nur unter strengen Auflagen mit entsprechenden Nachweisen und Genehmigungen gehalten werden. Ausnahmen können möglich sein, z.B. wenn der Antragsteller ein berechtigtes Interesse nachweist, seine Zuverlässigkeit nicht in Frage gestellt ist und keine Gefahren für Leben, Gesundheit, Eigentum oder Besitz bestehen.

Teilweise erlassen sogar Gemeinden und Städte eigene Verordnungen, die sich insbesondere in der Definition der gefährlichen Arten beträchtlich unterscheiden (und teilweise anmuten, als ob sie ohne die Beratung von Experten erstellt wurden).

Im Saarland umfasst die Liste der Tiere, deren Haltung Privatpersonen verboten ist, u.a. alle Vertreter der Gattung Python (auch den harmlosen Königspython), zudem Anakondas (Eunectes spp.) sowie alle Arten von Krokodilen (Crocodylidae), Alligatoren (Alligatoridae) und Waranen (Varanidae), aber keine Giftschlangen.

Tab. 4.3

 Verordnungen und Gesetze der einzelnen Bundesländer, die die Haltung potenziell gefährlicher Tiere regeln (Stand: Januar 2015).

Bundesland

Verordnung/Gesetz

Baden-Württemberg

Bayern

Art. 37 Bay. LStVG

Berlin

Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere und wild lebender Arten vom 9. Januar 2007 (GVBl. Nr. 1 vom 18.01.2007)

Brandenburg

Bremen

Polizeiverordnung zur Haltung von Gefahrtieren von 2012

Hamburg

Hessen

Hessisches Gesetzüber die öffentliche Sicherheit und Ordnung(HSOG)

Mecklenburg-Vorpommern

Die Haltung gefährlicher Tiere ist verboten oder nur unter Auflagen möglich; Auskunft zu den Anforderungen gibt das zuständige Ordnungsamt, dort erfolgt auch die Anmeldung.

Niedersachsen

Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere vom 14. Februar 2003 (GefTVO)

Nordrhein-Westfalen

Gefahrtierverordnung in Planung

Rheinland-Pfalz

Saarland

Polizeiverordnung über das Halten gefährlicher wilder Tiere durch Privatpersonen vom 6. Juli 1988

Sachsen

Ordnungsämter können Einzelregelungen erlassen

Sachsen-Anhalt

Ordnungsämter können Einzelregelungen erlassen

Schleswig-Holstein

Landesnaturschutzgesetz – LNatSchG §38, Abs. 5 (Fassung vom 06.03.2007)

Thüringen

Thüringer Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren (ThürTierGefG) vom 22. Juni 2011

4.4 Mietrecht

Mittlerweile gibt es unzählige Gerichtsurteile, in denen Reptilien als „Kleintiere im Sinne des Gesetzes“ anerkannt wurden. Das bedeutet, dass die meisten Reptilien – sofern von ihnen keine Geruchs- oder Lärmbelästigung ausgeht – auch ohne Einwilligung des Vermieters gehalten werden dürfen.

Eine Ausnahme bilden Reptilien, die als „potenziell gefährliche Tiere“ gelten, wie z.B. Riesenschlangen mit mehr als 3 m Körperlänge oder Giftschlangen. In diesem Fall ist die Zustimmung des Vermieters erforderlich.

Auch bei Eigentumswohnungen oder Häusern kann unter Umständen eine Haltung gerichtlich eingeschränkt oder verboten werden, sofern von den Tieren eine Gefahr ausgeht.

5 Kennzeichnung von Echsen und Schlangen

Petra Kölle

5.1 Grundsätzliche Bestimmungen

Durch die Bundesartenschutzverordnung ist geregelt, dass in Anhang A gelistete Arten unverwechselbar identifizierbar und die CITES-Papiere dem jeweiligen Tier eindeutig zuordenbar sein müssen. Das hilft Missbrauch zu vermeiden, wie beispielsweise die „Legalisierung“ widerrechtlich eingeführter Tiere mithilfe von Papieren gemeldeter, aber bereits gestorbener Exemplare.

Ursprünglich wurde von den zuständigen Behörden gefordert, dass ein solches Reptil mittels Transponder gekennzeichnet sein muss.

Laut Bundesartenschutzverordnung darf dieser Eingriff an juvenilen Echsen und Schlangen aber erst vorgenommen werden, wenn sie mehr als 200 g wiegen. Bis sie diese Gewichtsgrenze erreicht haben, ist bei der zuständigen Naturschutzbehörde eine Freistellung von der Kennzeichnung mittels Transponder zu beantragen. Die Behörde kann für den Zeitraum bis zur Chipimplantation ein anderes Kennzeichen festlegen.

5.2 Fotodokumentation

Seit 2005 ist zumindest bei den Madagaskarboas (Acrantophis dumerili, Acrantophis madagascariensis, Sanzinia madagascariensis) die Identifizierung mittels Fotodokumentation möglich, bei weniger als 200 g Körpergewicht sogar die einzige Methode zur Identifikation. Die CITES-Papiere enthalten Fotos des jeweiligen Tieres, die in den von den jeweiligen Behörden vorgegebenen Abständen vom Besitzer aktualisiert werden müssen. Aus tierschutzrechtlichen Gründen ist eine Fotodokumentation dem Transponder stets vorzuziehen, da Reptilien im Vergleich zum Säuger keine großen Muskelpartien aufweisen und insbesondere bei kleineren Reptilien mit Beeinträchtigungen zu rechnen ist.

Praxistipp

Der günstigste Zeitpunkt für das Fotografieren von Schlangen ist nach einer Häutung, da sich die Färbung dann am besten erkennen lässt.

Während der Häutungsphase sollten keine Aufnahmen zur Dokumentation erfolgen, da dann aufgrund der Trübung der Haut die individuelle Zeichnung undeutlich sein kann.

5.3 Kennzeichnung mittels Transponder

Der Transponder wird über eine Kanüle mit weitem Lumen intramuskulär gesetzt.

Bei unkooperativen Echsen und Schlangen ist dabei eine Allgemeinanästhesie, zumindest aber eine Sedation und Lokalanästhesie erforderlich. Der Stichkanal muss mit einem Knopfheft verschlossen werden, da sonst aufgrund der langsamen Wundheilung die Gefahr besteht, dass das Tier den Mikrochip wieder verliert. Alternativ lässt sich der Stichkanal auch mit einem Tropfen Gewebekleber verschließen. Dann kann bei ruhigen und gut zu fixierenden Tieren auf eine Lokalanästhesie verzichtet werden.

Praxistipp

Empfehlungen für die Lokalisation des Transponders:

Echsen

linke Quadrizeps-Muskulatur

bei kleinen Echsen subkutan auf der linken Körperseite (British Veterinary Zoological Society)

dorsale Seite der Schwanzbasis

Schlangen

subkutan im linken Nackenbereich (British Veterinary Zoological Society)

dorsale Seite der Schwanzbasis

Eine intracoelomiale Injektion ist abzulehnen, da sich eine Wanderung in der Körperhöhle nicht ausschließen lässt. Zudem können durch die an sich erwünschten Gewebsreaktionen unvorhersehbare Entzündungsprozesse verursacht werden. Auch ein versehentlich in den Darm oder in die Harnblase injizierter Transponder wird möglicherweise rasch ausgeschieden.

Es bleibt abzuwarten, ob die Lebensdauer eines Transponders der einer Schlange entspricht. Immerhin kann diese bei Riesenschlangen über 40 Jahre betragen.

6 Haltung

Petra Kölle

6.1 Allgemeine Anforderungen

Reptilien haben noch immer Wildtiercharakter und sind als poikilotherme Tiere extrem abhängig von den herrschenden Umweltbedingungen. Sie können – je nach Spezies – bezüglich der Haltung anspruchsvoller als beispielsweise Kleinnager sein und erfordern vom Halter fundiertes Wissen, um sie artgerecht zu halten und über viele Jahre hinweg erfolgreich zu pflegen. Generell ist die Haltung der üblichen Schlangenarten weniger anspruchsvoll als insbesondere die von tagaktiven Echsen mit ihren hohen Ansprüchen an Beleuchtung (inklusive UV-Licht) und Fütterung.

Vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) wurden „Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien“ herausgegeben, die dort kostenlos erhältlich sind. Neben den Mindestgrößen der Terrarien sind hier auch Angaben zu Fütterung, Haltungstemperaturen und sozialer Zusammensetzung, (d.h., ob die Tiere einzeln, als Pärchen oder als Harem gehalten werden sollen) zu finden.

Die Haltung von Echsen und Schlangen erfolgt üblicherweise in Terrarien, deren Gestaltung und Klima der gepflegten Art anzupassen sind. Die Bewohner sollten die Möglichkeit haben, stets verschiedene Temperaturzonen und diverse feuchte Stellen aufzusuchen.

Echsen und Schlangen permanent oder überwiegend freilaufend in der Wohnung zu halten, ist nicht artgerecht.

Zugluft und eine generell zu kühle Umgebungstemperatur sorgen hierbei ebenso für Probleme wie das Fehlen von verschiedenen Klimazonen (Sonnenplatz, feuchte Stellen) oder einer UV-Lichtquelle. Außerdem ist neben einer relativ hohen Verletzungsgefahr auch die Möglichkeit des Entweichens gegeben.

6.2 Terrarium

6.2.1 Art des Terrariums

Maßgeblich für die Gestaltung eines Terrariums sind die Bedürfnisse seiner Bewohner. Dementsprechend lassen sich verschiedene Typen von Terrarien unterscheiden, die in ▶ Tab. 6.1 zusammenfassend dargestellt sind.

Tab. 6.1

 Klassische Einteilung der Terrarientypen.

Bezeichnung

Kennzeichen

Typische Bewohner (Beispiele)

Wüstenterrarium/Steppenterrarium

geringe Luftfeuchte

Sonnenplätze (Spotstrahler mit hoher Leistung)

deutliche Tag-Nacht-Absenkung

UV-Strahler bei tagaktiven Spezies

Reptilien aus ariden Habitaten:

Bartagame, Pogona vitticeps

Dornschwanzagamen, Uromastyx spp.

Regenwaldterrarium

durchgehend hohe Luftfeuchte

geringe Tag-Nacht-Absenkung

UV-Strahler für tagaktive Arten

Regenwaldbewohner, z. B.:

grüner Baumpython, Morelia viridis

grüner Nackenstachler, Acanthosaura capra

Hundskopfboa, Sanzinia madagascariensis

Halbfeuchtterrarium

Terrarium mit (kleiner bis großer) Badeschale

zeitweise höhere Luftfeuchte

mehr oder weniger stark ausgeprägte Tag-Nacht-Absenkung

UV-Strahler bei tagaktiven Arten

Kornnatter, Pantherophis guttatus

Aquaterrarium

ein relativ großer Teil der Bodenfläche (⅓–⅔) ist Wasserteil

ein trockener (!) Landteil, evtl. mit „Sonnenplatz“ und UV-Strahler für tagaktive Arten

Krokodilschwanzechse, Shinisaurus crocodilurus

Strumpfbandnatter, Thamnophis spp.

Im Zoofachhandel sind silikonverklebte Glasterrarien in den verschiedensten Größen und Formen erhältlich. Einige Halter fertigen sich ihre Terrarien oder sogar ganze Anlagen aus Holz oder Kunststoff auch selbst an. Holz hat jedoch den Nachteil, dass es unter Einwirkung von Feuchtigkeit aufquillt und sich verzieht, zudem kann Schimmelbefall auftreten. Der Selbstbau von Glasterrarien lohnt sich in der Regel kaum.

Wichtig bei handelsüblichen und selbst gebauten Terrarien sind ausreichende Lüftungsflächen. Diese sollten an zwei Flächen (z.B. Seitenscheibe und Deckscheibe) angebracht und genügend groß sein, um eine Luftzirkulation zu ermöglichen.

Gerade bei Regenwaldterrarien oder solchen, in denen zeitweise hohe Luftfeuchte herrscht, hat sich eine Lüftungsfläche unterhalb der Frontscheiben bewährt. Damit können diese nicht so leicht beschlagen, wodurch die Sicht auf die Bewohner eingeschränkt wäre. Die Lüftungsflächen sollten mit Drahtgaze oder besser noch Lochblech versehen sein. Kunststoffgaze kann von Futtertieren sehr schnell zerbissen werden und somit zum Entweichen der Futtertiere und der Terrarienbewohner führen.

Handelsübliche Plastikterrarien bieten sich aufgrund der geringen Größe nur übergangsweise für die Aufzucht von Jungschlangen und Jungtieren kleiner Echsenarten, zur separaten Fütterung oder zum Transport kleinerer bis mittelgroßer Reptilien an.

Ungeeignet sind ausgediente Aquarien, auf die ein Deckel gesetzt wird. Die Durchlüftung derartiger Behälter ist extrem schlecht, sodass die stehende Luft bei den Terrarienbewohnern Erkrankungen der Atemwege verursachen kann.

6.2.2 Größe

Die Größe eines Terrariums richtet sich nach dem Ausmaß seiner Bewohner wie auch nach der Bewegungsfreude der jeweiligen Art. Für Bodenbewohner ist eine möglichst große Bodenfläche zu wählen, während baumbewohnende Spezies hohe Behälter benötigen.

Empfehlungen zu den jeweils erforderlichen Mindestgrößen eines Terrariums gibt das Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Die wichtigsten Angaben daraus sind in Kap. ▶ Häufige Echsen- und Schlangenspezies zusammengestellt.

Echsen Echsen sind erheblich bewegungsfreudiger und agiler als Schlangen. Für sie kann ein Terrarium gar nicht groß genug sein. Das BMELV-Gutachten gibt als Mindestmaß häufig die 5- oder 6-fache Kopf-Rumpflänge an.

Jungtiere können noch in kleinen Terrarien gepflegt werden, trotzdem sollte bereits vor der Anschaffung immer deren ausgewachsene Größe berücksichtigt werden.

Schlangen Bei Schlangen muss ein Terrarium so groß sein, dass sich das Tier darin komplett ausstrecken kann. Da die meisten Schlangen eher Lauerjäger sind, ihren Beutetieren also auflauern, ist der Bewegungsbedarf dieser Tiere eher gering. Für agilere Arten wie Strumpfbandnattern, die auch aktiv auf Jagd gehen, muss der Behälter jedoch erheblich größer sein.

Gemäß dem Gutachten des BMELV wird die Mindestgröße des Terrariums ausgehend von der Körper-Rumpflänge des jeweiligen Tieres berechnet.

Für die meisten Nattern ergeben sich die Maße wie folgt:

Bei vielen Riesenschlangen gilt hingegen:

Praxistipp

In speziellen Fällen kann ein kleines Terrarium übergangsweise von Vorteil sein. Erfahrungsgemäß sind v.a. Jungschlangen oder schlecht fressende bzw. Futter verweigernde Schlangen in kleineren Behältern erheblich leichter zur Nahrungsaufnahme zu bewegen als in großen. Auch zur Zucht angesetzte Schlangen finden in kleineren Terrarien eher zur Paarung.

Beliebt für die Aufzucht von Schlangen ist auch die sogenannte Rackhaltung. Hierbei befinden sich die Tiere in verschiedenen Behältern, die wie Schubladen in einem regal- bis schrankartigen Korpus untergebracht sind. Diese Variante sollte jedoch auf die Aufzuchtphase beschränkt sein, selbst wenn sie beispielsweise in den USA die übliche Haltungsform v.a. in größeren Beständen darstellt.

6.2.3 Standort

Als Standort für ein Terrarium sollte ein ruhiger Platz in der Wohnung gewählt werden, sodass die Bewohner nicht permanent Erschütterungen und visuellen Reizen durch vorbeilaufende Personen ausgesetzt sind. Zudem empfiehlt es sich, Terrarien nicht direkt auf den Boden zu stellen (außer sehr hohe), da viele Tiere eine Betrachtung von oben als Bedrohung empfinden.

Der Untergrund muss stabil und eben sein. Gerade bei großen Terrarien kann mit der Einrichtung ein erhebliches Gewicht zustande kommen, weswegen die Abstellfläche auf ihre Tragfähigkeit hin überprüft werden muss. Eine Kunststoffmatte oder eine dünne Styroporplatte als Unterlage helfen, Spannungen im Glas und daraus resultierende Sprünge zu vermeiden.

Vorsicht!

Auf keinen Fall dürfen Terrarien so platziert werden, dass sie praller Sonne ausgesetzt sind, z.B. direkt an einem Fenster. In dem geschlossenen Behälter kann sich die Temperatur rasch so stark erhöhen, dass die Tiere infolge Überhitzung sterben.

Die meisten Reptilien reagieren sehr empfindlich auf Zugluft. Atemwegserkrankungen können die Folge sein. Auch das Rauchen ist in einem Raum mit Reptilien besser zu unterlassen, da Nikotin v.a. für Jungschlangen oftmals nicht verträglich ist.

Grundsätzlich sollte jedes Terrarium gut zugänglich sein, um die regelmäßig erforderlichen Pflegemaßnahmen problemlos durchführen zu können. Genügend Spielraum vor den Frontscheiben erleichtert dem Pfleger zudem das Ausweichen vor aggressiven Terrarienbewohnern.

Sofern mehrere Terrarien unterhalten werden, empfiehlt es sich, diese gemeinsam in einem Raum unterzubringen und die dortigen Bedingungen speziell den Bedürfnissen der Pfleglinge anzupassen. Mögliche Maßnahmen bestehen beispielsweise in einer generell höheren Umgebungstemperatur oder in einer stärkeren Nachtabsenkung. Auch lassen sich dann leichter Vorkehrungen gegen das Entweichen von Tieren treffen, wie z.B. eine Vergitterung der Fenster mittels Fliegengitter und ein Abdichten der Türritzen. Bei Arten, die einen großen Teilbereich mit Wasser benötigen, ist ein gefliester Boden und die Nähe zu einem Wasseranschluss von Vorteil, da Badebehälter bei manchen Terrarienbewohnern mindestens einmal täglich komplett gereinigt werden müssen.

6.2.4 Ausstattung

6.2.4.1 Bodengrund

Welcher Bodengrund am besten geeignet ist, hängt von den Ansprüchen der jeweils gepflegten Echsen- und Schlangenart ab. Ästhetische Gesichtspunkte sollten erst an zweiter Stelle stehen. Bei Reptilien, die sich wie Königsnattern oder viele Skinkarten gerne im Bodengrund eingraben, sollte dieser deutlich höher aufgeschüttet werden als beispielsweise bei Kletternattern oder baumbewohnenden Echsen.

Für Squamaten aus ariden Gebieten können unbehandelte grobe bis feinere Sägespäne oder Holzstückchen Verwendung finden. Viele Terrarianer benutzen das sogenannte „Räuchergold“, Buchenholzstückchen in verschiedenen Größen, die zum Räuchern von Fleischwaren im Metzgereibedarf erhältlich sind. Diese enthalten garantiert keine schädlichen Zusätze. Allerdings kann es auch hier in Einzelfällen zum Abschlucken mit dem Beutetier kommen, was zu Verdauungsproblemen führt. Um dem vorzubeugen, sollte gerade bei kleineren Echsen und Schlangen immer eine möglichst grobe Körnung verwendet werden. Der Zoofachhandel bietet auch anderes Holz und Rinde, z.B. von der Pinie, an, die speziell für Reptilien aus trockeneren Gebieten geeignet sind. Weiterhin finden unbehandelte Strohpresslinge aus der Nagerhaltung, „Terrarienerde“ oder „Terrarienhumus“ als Bodengrund Verwendung.

Pfleglinge aus Gebieten mit hoher Luftfeuchte benötigen einen Bodengrund, der nicht so leicht schimmelt. Hier eignet sich z.B. unbehandelter Rindenmulch oder Kokoserde. Letztere ist meist in Form von Ziegeln erhältlich, die vor der Verwendung erst eingeweicht werden müssen. Torf sollte nicht verwendet werden, da der übliche Gartentorf in der Regel mit Düngerzusätzen versehen ist, zudem sehr schnell austrocknet und dann stark staubt.

Erde oder Moos aus freier Natur kann prinzipiell verwendet werden. Allerdings besteht hier die Gefahr, verschiedene Insekten oder schlimmstenfalls Parasiten in das Terrarium einzuschleppen. Vorbeugend kann die Erde z.B. im Backofen erhitzt werden, um unerwünschte Organismen abzutöten.

Sand und feiner Kies sind grundsätzlich nicht als Bodengrund zu empfehlen. Insbesondere an frisch aufgetauten Futtertieren bleiben diese gerne haften und werden dann unbeabsichtigt mit der Nahrung aufgenommen. Schwerwiegende Verstopfungen können die Folge sein. Leopardgeckos, aber auch andere Echsen nehmen bei Rohfaser- oder Kalziummangel sogar aktiv Sand oder Kies auf (▶ Abb. 12.8), was oftmals zu tödlich verlaufenden Obstipationen führt. Zudem kann v.a. sehr feiner Sand Hautprobleme verursachen. Auch von entsprechenden Substraten aus dem Zoofachhandel, wie z.B. farbigem Sand bzw. Kies oder dem sogenannten Kalzi-Sand aus Kalziumkarbonat, ist aus diesen Gründen Abstand zu nehmen.

Für sehr große Echsen und Schlangen können Fliesen als Bodengrund gewählt werden; einige Halter setzen zudem gerne Kunstrasen ein, der sich mittels Gartenschlauch leicht reinigen lässt. Absolut ungeeignet ist Katzenstreu. Die jeweiligen Produkte sind in der Regel stark hygroskopisch, zudem mit desodorierenden Substanzen versetzt, woraus sich schädliche Auswirkungen auf die Terrarienbewohner und Häutungsprobleme ergeben können.

6.2.4.2 Einrichtung

Die Einrichtung des Terrariums sollte sich an den Bedürfnissen und der Lebensweise der Pfleglinge orientieren. Neben dem Bodengrund gehören Versteckmöglichkeiten, eine Trink- bzw. Badeschale und ggf. Klettergelegenheiten zu den wichtigsten Elementen der Innenausstattung (▶ Abb. 6.1).

Abb. 6.1 Folgende Einrichtungsgegenstände sollten in keinem Terrarium fehlen: A Strahler (mit Schutzkorb, falls im Terrarium montiert), B Abdeckung des Terrariums, C Thermometer/Hygrometer, D Dekoration (Plastikpflanzen), E Wet-Box, F Trink-/Badeschale, G Äste, H Heizplatte, I Versteckmöglichkeit, J Belüftung, K Klettermöglichkeit (für baumbewohnende Arten).

Versteckmöglichkeiten

Nachtaktive Echsen und die meisten Schlangen verbringen den größten Teil des Tages in einem sicheren Unterschlupf, weswegen Versteckmöglichkeiten für diese Tiere unbedingt erforderlich sind. Andernfalls stehen die Tiere unter Dauerstress.

Schlangen bevorzugen es, sich in enge Verstecke zu zwängen. Als solche eignen sich Korkrindenstücke, Wurzeln, Holzhöhlen, die Schalen halbierter Kokosnüsse, Tonröhren und schließlich Tontöpfe, nachdem ein Stück herausgeschlagen und die Kante sorgfältig geglättet wurde. Weiterhin bietet der Fachhandel Kunsthöhlen und Kunststoffpflanzen an.

Für baumbewohnende Echsen und Schlangen sollten v.a. Kunststoffpflanzen, eventuell auch lebende Pflanzen reichlich vorhanden sein, um entsprechend Deckung zu schaffen.

Wet-Box

Ein Einrichtungsgegenstand sollte in keinem Echsen- oder Schlangenterrarium fehlen: die sogenannte „Wet-Box“ (▶ Abb. 6.2). Geeignet ist jede Plastikbox mit Deckel, in die der jeweilige Terrarienbewohner bequem hineinpasst. Hier hinein wird seitlich ein Loch geschnitten, dann feuchte Kokoserde, Terrarienmoos (Sphagnum) oder Moos eingefüllt. Das Substrat sollte stets feucht, jedoch nicht nass sein. Die meisten Echsen und Schlangen suchen dieses Versteck gerade vor der Häutung sehr gerne auf, v.a. solche, die nicht gerne baden. Wet-Boxen haben sich somit als hervorragende Prävention von Häutungsstörungen erwiesen. Zudem beugen sie bei oviparen Arten der Legenot vor, da diese die Box sehr gerne zur Eiablage nutzen.

Abb. 6.2 Die sogenannte Wet-Box stellt eine hervorragende Prävention von Häutungsstörungen, bei oviparen Arten auch der Legenot dar.

Klettergegenstände

Kletteräste sollten mindestens den Körperdurchmesser der Echse bzw. Schlange aufweisen und können aus (Obst-)Baumschnitt hergestellt werden. Für kleinere Echsen eignen sich auch Bambusstäbe. Es empfiehlt sich, die Äste gründlich zu säubern; so lässt sich das Einschleppen von Insekten in das Terrarium vermeiden. Viele Terrarienbewohner schätzen zudem erhöhte Liegeflächen, die an den Seiten oder der Rückwand des Terrariums befestigt sind. Selbst bei überwiegend bodenbewohnenden Schlangen sollten immer Äste und/oder etwas Reisig vorhanden sein, da diese gerne als Häutungshilfen angenommen werden.

Kletternden Arten verschafft eine Verkleidung der Rückwand und der Seitenflächen zusätzlichen Bewegungsraum. Außerdem entstehen hierdurch weitere Versteckmöglichkeiten und die Tiere unterliegen weniger Stress, wenn sie nur von einer Seite zu betrachten sind. Zur Gestaltung bieten sich Korkstücke, Korkplatten, Styropor oder käufliche Wandverkleidungen an, die mittels Aquariensilikonkleber innen an den Wänden des Terrariums angebracht werden.

Pflanzen im Terrarium

Echsen In einem Terrarium mit kleinen Echsen, insbesondere solchen aus feuchten tropischen Gebieten wie z.B. Taggeckos, können echte Pflanzen verwendet werden (▶ Abb. 6.3). Dadurch verbessert sich das Mikroklima erheblich. Bei Großechsen sind die Pflanzen meistens schnell zerstört.

Abb. 6.3 Terrarien mit echten Pflanzen weisen ein besseres Mikroklima auf. Bei Großechsen haben Grünpflanzen jedoch nur eine kurze Lebensdauer.

Schlangen Prinzipiell empfiehlt es sich nicht, in ein Schlangenterrarium echte Pflanzen zu setzen. Während Riesenschlangen diese mit ihrem Gewicht zerdrücken, beschädigen und lockern die agilen Nattern v.a. die an Ästen angebrachten Arten. Zudem wirken sich die Ausscheidungen der Terrarienbewohner, insbesondere die Urate im Urin, negativ auf die Bepflanzung aus.

Die meisten Pflanzen benötigen eine relativ intensive Lichtbestrahlung, die gerade die nachtaktiven Schlangenarten nicht schätzen. Andererseits hinterlässt eine zu starke UV-Strahlung, z.B. unterhalb eines Strahlers, wiederum Schäden an den Gewächsen. Wesentlich einfacher gestaltet sich die Verwendung von Kunststoffpflanzen, denen darum in den meisten Fällen der Vorzug zu geben ist. Diese lassen sich gut reinigen und desinfizieren, verursachen praktisch keinerlei Pflegeaufwand und sind optisch ansprechend gestaltet.

Trinkgefäße/Badeschalen

Ein Trinkgefäß muss in jedem Terrarium vorhanden sein, selbst bei Wüstenbewohnern. Bei Echsen und Schlangen, die gerne baden oder teilweise aquatil sind, sollte ein großer Wasserteil geboten werden. Je nach Spezies und Lebensweise kann dieser bis zu einem Drittel der Grundfläche einnehmen. So haben die Tiere auch wirklich die Möglichkeit zu schwimmen. Der Landteil hingegen darf nicht feucht sein, damit sie komplett abtrocknen können.

6.2.4.3 Technik

In einem Terrarium soll das Habitat der jeweiligen Bewohner nachempfunden und ein artgerechtes Mikroklima geschaffen werden. Hierzu sind diverse technische Hilfsmittel auf dem Markt.

Temperaturregulation

Thermometer Ein Flüssigkeits- oder Digitalthermometer mit einem Messbereich von etwa 0–40°C sollte ebenfalls in keinem Terrarium fehlen, damit die aktuelle (Luft-)Temperatur stets überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden kann. Gerade nach der Neueinrichtung eines Terrariums empfiehlt es sich, ein oder mehrere Thermometer an verschiedenen Stellen im Terrarium zu platzieren. So lässt sich besser feststellen, ob die Temperaturen im Vorzugsbereich der zu pflegenden Art liegen oder ob es z. B. unter dem Heizstrahler zu heiß ist. Die sogenannten Minimum-Maximum-Thermometer geben die jeweils niedrigste und höchste Temperatur innerhalb eines bestimmten Zeitraums an und können somit in vielen Fällen wertvolle Informationen liefern, beispielsweise während der Winterruhe. Überaus praktisch sind Infrarotthermometer, mit denen nicht nur an mehreren Stellen im Terrarium die Temperatur erfasst werden kann, sondern auch die Oberflächentemperatur des Tieres, ohne dass dieses durch Fixation gestresst werden muss.

Thermostat Schwankende Zimmertemperaturen oder leistungsstarke Heizelemente, die das Terrarium bei Dauerbetrieb überheizen könnten, machen den Einsatz eines Thermostates sinnvoll. Dieser ermittelt über einen Messfühler die aktuelle Temperatur im Terrarium. Bei Unterschreiten einer festgelegten Grenze wird die Heizvorrichtung in Gang gesetzt, bei Überschreiten dementsprechend abgeschaltet. Auch Nachtabsenkungen sowie die Steuerung von Temperaturzyklen stellen bei Verwendung hochwertiger Thermostate kein Problem dar.

Heizung

Da die meisten der als Heimtiere gehaltenen Echsen- und Schlangenspezies aus tropischen oder subtropischen Gegenden stammen, entspricht die übliche Zimmertemperatur nicht der POTZ