Edward Margol - Berrin Penek - E-Book

Edward Margol E-Book

Berrin Penek

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Beschreibung

Köln, während des 2. Weltkrieges: Viele Zwangsarbeiter sind auf Haus Fühlingen untergebracht, einer von ihnen ist der polnische Zwangsarbeiter Edward Margol. Während des Krieges passieren viele furchtbare Dinge auf diesem Anwesen und niemand kommt gegen die Ungerechtigkeiten an. Als die junge Zwangsarbeiterin Eva mit jüdischen Wurzeln, auf grausame Art und Weise ermordet wird, beginnen auf dem Anwesen bereits während des zweiten Weltkrieges viele unerklärliche Phänomene, bis heute...

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Seitenzahl: 229

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einführung

Mein Roman - Edward Margol

VORWORT

Ich möchte Ihnen in diesem Buch eine Geschichte erzählen, die auf einige wahre Ereignisse beruht. Viele Namen habe ich geändert oder frei erfunden. Personen und viele Handlungen in diesem Buch sind ebenfalls frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig. Ich habe die Erzählungen über das Haus Fühlingen und Edward Margol und alles was auf Haus Fühlingen während des dritten Reiches passiert sein soll, von Menschen erfahren, die viel über die damalige Zeit wussten. Es waren ältere Menschen, deren Eltern oder Verwandte in der Nähe des Hauses gelebt haben. Oder deren Eltern, einige Arbeiter und Zwangsarbeiter von Haus Fühlingen, nach dem Krieg kennengelernt haben und diese Geschichten von ihnen erfahren hatten. Manche haben, ohne sich untereinander zu kennen, dasselbe erzählt. Da ich die Namen der Menschen, die mir diese Informationen gegeben haben, nicht veröffentlichen durfte, ist dieses Buch lediglich ein Roman, der nur auf einigen wahren Begebenheiten beruht deren Richtigkeit belegt ist, so wie das Verbrechen an Edward Margol.

Ich habe die Erzählungen, die ich von diesen Menschen während meiner Recherchen erfahren habe in diesem Buch zusammengetragen.

Viele der alten Bilder, habe ich von Maria Zareba aus Polen erhalten. Sie ist die Nichte von Edward Margol.

Das NS-Dokumentationszentrum in Köln (EL-DE Haus) hatte mir die Kontaktdaten von Maria Zareba gegeben, so dass ich mit ihr Kontakt aufnehmen konnte. Ich möchte mich an dieser Stelle auch nochmals bei dem NS-Dokumentationszentrum in Köln, bedanken. Weitere Quellen sind in den nachfolgenden Seiten angegeben.

Einige Bilder von Haus Fühlingen die in dem Buch zu sehen sind, habe ich selbst fotografiert.

Das Buchcover (Collage) ist von Büsra Celik und mir kreiert worden.

Das Buch ist anhand vieler Erzählungen entstanden und daher auch von mir so erzählt worden, wie es mir erzählt wurde.

Über die Richtigkeit des Inhaltes übernehme ich keine Haftung. Es sind lediglich die Erzählungen von Menschen, die ich hier zusammengetragen habe.

Ich habe daraus dieses Drama geschrieben, der nur auf einigen wahren Begebenheiten beruht.

Es ist nicht meine Absicht, irgendwelche Menschen zu beschuldigen oder zu verurteilen, lediglich gibt dieses Buch einen kleinen Einblick über die damalige Zeit.

Was auch immer damals tatsächlich auf Haus Fühlingen passiert ist, kann niemand heute genau wissen. Außerhalb der Ermordung von Edward Margol, was allgemein bekannt ist, ist alles andere lediglich eine Erzählung von Menschen, die zu glauben wussten, was alles damals auf dem Anwesen geschah. Dafür übernehme ich keine Verantwortung.

Edward Margol war einer von vielen Menschen, die im Krieg zu Unrecht verurteilt und umgebracht wurden, daher steht sein Name auch für viele andere deren Namen wir nicht kennen. Daher war es mir wichtig seine Geschichte zu erzählen und ihm und vielen anderen die dasselbe Schicksal wie Edward Margol hatten, ein Denkmal zu setzen.

Menschen wie er dürfen niemals in Vergessenheit geraten, denn das Vergessen eines Verbrechens ist auch ein Verbrechen.

Berrin Penek

EINFÜHRUNG

Ich las schon oft in der Kölner Express über Spukhäuser in Deutschland insbesondere die schaurigen Geschichten über das Haus Fühlingen.

Welches mein Interesse für dieses Haus weckte. Noch bevor ich das Haus gesehen hatte, begann ich mit meinen Recherchen, ich wollte alles über dieses Haus wissen. Dann, eines Tages nahm ich mir meinen ganzen Mut zusammen, um mir ein eigenes Bild darüber zu machen.

Da die Stadt Köln nicht allzu weit von meiner Stadt ist und somit auch Köln – Fühlingen nicht, fuhr ich endlich hin, um mir das Haus anzusehen.

Im Radio lief gerade das Lied „Nie Vergessen“ von Glasperlenspiel und ich sang mit.

Ich kam gerade vor dem Haus an als ich plötzlich dachte etwas gesehen zu haben, es war ein Bruchteil von Sekunden, ich kann mit Sicherheit nicht sagen, was es war. Aber da war was...

Der erste Gedanke war, dass es sich vielleicht um eine Szene für ein Film handeln könnte und daher könnte es vielleicht ein Schatten oder was ähnliches sein.

Vielleicht würde man gerade auf dem Anwesen ein Video drehen oder eben einen Film, dachte ich mir.

Beim zweiten betrachten sah ich nichts mehr. Ich war etwas verwirrt und dachte mir das ich es mir eingebildet haben könnte. Es war komisch. Dann stieg ich aus meinem Auto und ging in Richtung des Hauses.

Obwohl im Internet immer berichtet wird das sich dort viele Jugendliche herumtreiben würden, war zu meinem Bedauern an diesem Tag, keiner da. Zumindest sah ich keinen, aus dem Haus kamen auch keine Geräusche. Es wurde auch kein Video oder Film gedreht, die schattenartigen Gestalten waren weg, niemand war dort.

Es war sehr still und melancholisch.

Es war ein merkwürdiger Anblick.

Es war kein richtiges Haus mehr, sondern glich einer Ruine.

Und das war es auch, es war eine Ruine.

Das Haus war seinem Schicksal überlassen worden und zerfiel vermutlich von Jahr zu Jahr bis es seinen jetzigen Anblick erhielt.

Als ich vor dem Haupthaus stand, bekam ich ein erdrückendes Gefühl als ob mir jemand auf die Brust drücken würde. Es war ein sehr mulmiges Gefühl, ich bekam Angst und bildete mir ein, dass ich dort nicht allein war. Es war so als würde man mich beobachten.

Foto: Berrin Penek Haus Fühlingen, vor dem Haupthaus

Als ich in die leeren Fenster schaute spürte ich eine Kälte, die meinen ganzen Körper umfasste, als wäre ich in einem Kühlschrank und wäre kurz vor dem erfrieren.

Ich zitterte und wollte nur noch weg von diesem Ort.

Ich bemerkte das gerade etwas Unglaubliches und Unerklärliches im Gange war und ich unbedingt wieder wegmusste. Ich ging in langsamen Schritten in Richtung Ausgang, aber es fiel mir schwer zu gehen.

Es war als ginge ich wie in Zeitlupe aus dem Gelände des Anwesens hinaus.

Als ich endlich draußen war, rannte ich ganz schnell zu meinem Auto und erst dann ging es mir langsam ein wenig besser und meine Kraft war wieder da.

Im Auto, wieder auf dem Weg nach Hause dachte ich nur noch an das Haus und das unerklärliche was ich dort erlebt hatte.

Ich begann mich für das Haus Fühlingen noch mehr zu interessieren und recherchierte und recherchierte...

Ich las sehr viel und immer handelte es sich um Geistergeschichten und um angebliche Erlebnisse von Menschen, die sich das Haus angesehen hatten.

Ich las auch das sich dort Menschen umgebracht hätten und dass es dort auf jeden Fall spuken würde. Es kursieren sehr viele Geschichten im Internet über diese vermeintliche Geistervilla.

Ich begann nach älteren Menschen zu suchen, die in Köln-Fühlingen und Köln-Chorweiler lebten und fragte sie nach Informationen über das Haus Fühlingen während des zweiten Weltkrieges. Einige erzählten mir daraufhin, dass ihre Eltern und Verwandten Menschen, die im Krieg auf Haus Fühlingen gearbeitet hatten, kannten. Unter den vielen die ich befragt habe, erzählten mir drei Senioren, ohne sich untereinander zu kennen, dasselbe. Es waren furchtbare Geschichten, die während des Krieges auf Haus Fühlingen passiert wären. Auch wenn es mir sehr glaubhaft erzählt wurde, übernehme ich für die Richtigkeit der Erzählungen keine Haftung.

Ich fand keine Dokumente oder Informationen, die diese Aussagen der Menschen bekräftigen könnten. Als ich sie damit konfrontierte, sagte man mir, vieles wäre damals gar nicht dokumentiert worden. Um viele Verbrechen zu vertuschen hätten man vieles vernichtet oder erst gar nicht aufgeschrieben oder dokumentiert.

Sie hätten es von ihren Eltern erfahren und daran würden sie glauben.

Nachfolgend einige wichtige und hilfreiche Quellen, die ich während meiner Recherchen gefunden und die ich für mein Buch für sehr nützlich empfunden habe:

5. Juni 1288

Ein Tor versperrt den Weg zum Geisterhaus

Foto: Bilderbuch-koeln.de

Der Limburger Erbfolgestreit gipfelt in einer der blutigsten Ritterschlachten, die das mittelalterliche Deutschland gesehen hat: Auf der Fühlinger Heide hetzen Siegfried von Westerburg (Erzbischof von Köln), und Johann I. von Brabant (Herzog von Brabant) ihre Truppen aufeinander. Von grauenvollen Szenen auf dem Schlachtfeld ist der Überlieferung nach der Rede. Die meisten Leichen sollen von den Hufen der Pferde bis zur Unkenntlichkeit entstellt worden sein. Sie werden geplündert und in Massengräbern verscharrt. Nach heutigen Schätzungen lassen 1.100 Kämpfer ihr Leben.

1884

Eduard Freiherr von Oppenheim ersteht 186 Morgen Land in der Fühlinger Heide. Er baut das Gutshaus Fühlingen, eine Pferderennbahn und ein Gestüt.

1907

Nachdem er festgestellt hat, dass das Gelände nur bedingt für Pferde geeignet ist, sieht sich Oppenheim zum Verkauf des Anwesens gezwungen

15. Januar 1943

Um das Anwesen ranken sich Gewächse und Gerüchte

Foto: bilderbuch-koeln.de

Unter den Nazis dient das Haus als Schlaflager für einige Zwangsarbeiter. Einem von ihnen - dem 19-jährigen Polen Edward M. - wird nachgesagt, eine heimliche Liebschaft zur minderjährigen Tochter des Gutsbesitzers zu unterhalten. Auf Anweisung des erzürnten Vaters wird der unglückselige Mann von der Gestapo Köln verhaftet, die ihn am 15. Januar 1943 in einer alten Ziegelei unweit des Hauses erhängt. Quellen zufolge berichtet die Tochter später, nie habe Edward sich ihr unsittlich genähert. Gleichwohl erzählt man sich noch heute die Geschichte, wie Edwards Geist über das Anwesen irre, auf der Suche nach seiner Geliebten...

Ferner wird überliefert, einige befreite Zwangsarbeiter hätten sich später gerächt und einen Bewohner des Hauses im Hühnerstall hinter dem Anwesen erschlagen.

1962

Der ehemalige NS-Richter Gerhard van K. - nach dem Krieg als Amtsgerichtsrat tätig - lebt mit seiner Familie in dem Haus. Er verkauft das Anwesen an die Stadt und handelt ein lebenslanges Wohnrecht aus. Über die Beweggründe scheiden sich die Geister, doch in der Silvesternacht von 1962 soll er sich im zweiten Stock des Hauses erhängt haben - so erzählte man sich. Die Witwe, Alice van K., lebt fortan allein in dem Haus.

1967

Unter Federführung der Stadt Köln werden die Reithalle und seitliche Teile des Hofes abgerissen. Die letzten Bewohner verlassen den Seitenflügel, Türen und Fenster werden zugemauert. Es bricht eine Phase von 32 Jahren an, in der das Haus in weiten Teilen quasi sich selbst überlassen wird. Das Geisterhaus ist geboren.

1973

Auf dem Gelände finden größere Arbeiten statt.

Während dieser Zeit sollen dabei wohl auch zwei Autos - ein Mercedes 300 S und ein VW 1600 Variant - eingemauert worden sein.

2000

Definitiv ein schräger Ort: Haus Fühlingen

Foto: bilderbuch-koeln.de

Bis zu diesem Jahr soll im Hauptgebäude noch eine alte Dame gewohnt haben. Offenbar handelte es sich um Alice van K. - sie stirbt im Jahr 2000 eines natürlichen Todes in einem Altenheim. Seither ist das Anwesen komplett verlassen. Nächtliche Besucher, Geisterjäger und Hobby-Fotografen berichten übereinstimmend von einem beklemmenden Gefühl, das sich ihrer in dem Haus bemächtigt habe. Manche erzählen, im Keller und im zweiten Stock habe es nach Verwesung gerochen.

Wieder andere wollen auf ihren Fotos unerklärliche Anomalien festgestellt haben.

8. April 2007

In seiner Ostersonntag-Ausgabe berichtet der "Kölner Express" auf Seite 41, dass Jugendliche am Tag zuvor eine leblose Person im ersten Stock des Hauses gefunden haben. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen - Selbstmord, so die These der Polizei. Es geht das Gerücht um, der Mann aus Seeberg habe sich wie schon der Richter im zweiten Stock des Hauses erhängt, in der Nacht auf Karfreitag.

23. Juli 2007

In dem Portal "para-forum.de" berichtet der Nutzer "Fearfactor" von unerklärlichen Lichterscheinungen auf Fotos nach einem Ausflug zur Kölner Geister-Villa.

Damit aber nicht genug: Daheim soll es laute Stampfgeräusche auf einer Holztreppe gegeben haben verbunden mit dem Gefühl, nicht alleine zu sein. Ein Kollege - ebenfalls auf dem Ausflug anwesend - sei zwei Tage später von einem lauten Knall im Treppenhaus hochgeschreckt. Später seien gar vor einer Türe positionierte Wasserflaschen umgefallen, obwohl diese geschlossen gewesen sei.

12. April 2012

Auf dem Online-Auftritt des Kölner Boulevardblattes "Express" weiß ein User, der sich Josef nennt, eine wahrlich haarsträubende Geschichte beizutragen: Bei einem Besuch im Geisterhaus sei ihm der Poltergeist höchstpersönlich begegnet! Auf die Frage, ob er kurz warten könne, damit auch sein Freund ihn sehen könne, habe der Geist entgegnet: "Ja klar, kein Thema, ich hab Zeit...". Anschließend seien beide Geisterjäger die Treppe heruntergefallen. Doch halb so wild: Der Poltergeist komme sie nun im Krankenhaus besuchen.

Seltsam... aber so steht es geschrieben.

(Foto: bilderbuch-koeln.de)

https://www.koeln.de/koeln/die-schaurigegeschichteder-koelner-geister-villa_858512.html?page=0,1

Bei meinen Recherchen stoß ich auf eine sehr interessante Spurensuche von Martin Schorn.

https://www.youtube.com/watch?v=y5FhT_AgJT8

Mich interessierte neben dem Spuk auch die ganze Geschichte von Haus Fühlingen und alles was dort während des Krieges passiert sein soll…

1884 kaufte Bankier Eduard Freiherr von Oppenheim 186 Morgen Land von der Gemeinde Fühlingen in Köln und baute bis zum Jahre 1888 außer das Haus Fühlingen auch ein Gestüt, eine Pferderennbahn und eine Reithalle. Das Land ist ein großer Teil der Fühlinger Heide, welche bekannt ist durch die Schlacht von Worringen mit tausenden von toten.

Leider stellte sich einige Zeit später heraus, dass der Boden für die Pferdezucht nicht geeignet war und wie es das Schicksal will konnte er auch nach mehreren Versuchen keinen Erfolg feststellen, so dass er das Anwesen im Jahre 1907 wiederverkaufte und nach Berlin zog. 2 Jahre später starb er.

Im Jahre 1910 wurde ein Großteil des Geländes zum Kiesabbau genutzt. Später entstand somit durch diesen Kiesabbau die Grundlage des heute noch bestehenden Fühlinger Sees.

Die Pferderennbahn wird in derselben Zeit entfernt.

Man nutzte den Rest des Landes hauptsächlich für die Agrar-Wirtschaft. Aber auch diese war nicht besonders erfolgversprechend.

Ein Mann namens Erich Arm (Name geändert) pachtete 1910 das Anwesen mit den riesigen Flächen. Bis 1950 wurde es von ihm genutzt. Während des 2. Weltkrieges wurden auch polnische Zwangsarbeiter für die Arbeit auf dem Lande eingesetzt. Einer von Ihnen war Edward Margol. Während meiner Recherchen über das Haus Fühlingen stoß ich auf das traurige Schicksal dieses polnischen Zwangsarbeiters der mit gerade mal 19 Jahren von der Gestapo ermordet wurde.

Seine Geschichte hatte mich so berührt das ich unbedingt seiner Geschichte und seinem kurzen Leben nachgehen musste. Durch meine Recherchen nahm ich Kontakt mit Frau Maria Zareba auf, die Nichte von Edward Margol, die in Polen, Lublin lebt.

Sie verhalf mir mit vielen Informationen etwas mehr über Edward zu erfahren. Als ich ihr berichtete das ich ein Buch über ihren Onkel Edward Margol und über das Haus Fühlingen wo er umgebracht wurde schreiben wollte, war sie sehr glücklich.

Sie sagte, dass die ganze Familie von Edward Margol nie über diesen Verlust hinwegkamen. „Die Eltern von Edward Margol haben bis zum Lebensende getrauert,“ sagte sie. Sie selbst wäre mit dieser dramatischen Geschichte aufgewachsen.

Die Geschichte von Edward Margol, einem polnischen Zwangsarbeiter während des dritten Reiches, auf Haus Fühlingen, musste erzählt werden...

Vieles was ich nachfolgend geschrieben habe sind die Erzählungen von Menschen, die nach dem Krieg wieder in die Heimat zurückgekehrt waren. Einige davon waren auch aus Lublin, der Heimat von Edward Margol. Edwards Familie hat viele schaurige Geschichten von den Rückkehrern aus Köln erfahren.

Manche von Ihnen waren sogar mit einigen Zwangsarbeitern, die nach Haus Fühlingen verschleppt worden waren, befreundet oder verwandt.

Doch vieles habe ich selbst in Köln erfahren.

Ich habe mit vielen älteren Menschen gesprochen deren Eltern nach dem Krieg Arbeiter und Zwangsarbeiter aus Haus Fühlingen kennengelernt hatten. Ich habe somit sehr viel schreckliches von diesen Menschen, deren Name ich nicht veröffentlichen durfte erfahren.

Ich habe die Erzählungen und Geschichten, die ich von diesen Menschen erfahren habe in diesem Buch zusammengetragen. Es wurde mir so viel schlimmes erzählt, das ich keine Zweifel mehr daran hatte, warum das Haus Fühlingen vermutlich als Geistervilla bekannt geworden war.

Ich übernehme keine Haftung der Richtigkeit und Vollständigkeit der Erzählungen. Das Buch basiert lediglich auf einigen wahren Ereignissen alles andere waren Erzählungen, die nicht belegt werden können.

MEIN ROMAN - EDWARD MARGOL

Edward Margol wurde am 5. Mai 1923 in dem Dorf Dlugi Kat in Lublin, Polen geboren. Er war einer von 7 Geschwistern. Er ging dort zur Schule und sein Leben glich vielen anderen polnischen Menschen, die dort lebten.

Edward war ein sehr aufgewecktes Kind und zielstrebig. Er wollte unbedingt studieren und aus sich was machen, er wusste noch nicht was er studieren wird, aber es war sicher das es was Handwerkliches sein würde. Er war nämlich handwerklich sehr begabt, so dass seine Familie dachte das er vielleicht Ingenieur oder Architekt werden könnte. Er konnte sehr schöne Sachen basteln aus Steinen oder Erde.

Er konnte vielen in der Familie eine Freude machen mit kleinen handwerklichen Arbeiten.

Im Jahre 1939 mit 16 Jahren hatte Edward sogar eine Freundin, das jüdische Mädchen aus der Nachbarschaft, ihr Name war Elsa.

Elsa war bildhübsch und für Edward war es liebe auf den ersten Blick. Elsa und Edward kannten sich schon seit Jahren und waren seit 2 Jahren zusammen. Es war für die beiden sicher, dass sie später heiraten und Kinder kriegen würden.

Elsa hatte lange schwarze leicht gelockte Haare, braune Augen und war das hübscheste Mädchen weit und breit.

Edward war sehr stolz mit ihr zusammen zu sein. Aber auch Edward war ein hübscher junger Mann, er hatte blaue Augen, blonde immer gut frisierte Haare, die er zur Seite kämmte und er legte großen Wert darauf immer gepflegt zu sein. Elsa hatte sich genau wie Edward in ihn verliebt.

Eigentlich begann ihre Liebe bereits an dem Tag als Elsa mit ihrer Familie im Jahre 1930 in die Nachbarschaft zog.

Damals waren beide noch Kinder und erst sieben Jahre alt aber sie verstanden sich auf Anhieb gut und aus einer guten Freundschaft entwickelte sich dann später die große Liebe.

Edward liebte es nach der Schule noch zu arbeiten und half auf einem Bauernhof aus. Das gab ihm das Gefühl Erwachsen zu sein und er genoss die stolzen Augen seiner Elsa zu sehen, wenn er von der Arbeit nach Hause ging. Elsa stand dann meistens vor der Türe und winkte ihm zu bevor sie wieder ins Haus ging. Edward der katholisch war hatte Angst das ihm die Heirat von Elsas Eltern vielleicht verboten wird, da Elsa dem jüdischen Glauben angehörte. Aber die Eltern von beiden verstanden sich sehr gut so dass Edwards Sorgen nicht so ernst genommen wurden von Elsa. Sie lachte, wenn Edward darüber sprach und sagte „keine Angst wir werden heiraten, ich liebe dich“.

Edwards gute Freundin Margarete war seine beste Freundin. Sie war etwas älter und mit Edwards bestem Freund zusammen. Mit ihr konnte Edward über alles reden. Sie arbeitete als Schneiderin und unterstützte Edward, wenn er mal knapp mit seinem Geld war.

Für Elsas Geburtstag hatte Margarete eine sehr gute Idee, sie wollte für Elsa ein wunderschönes Kleid nähen. Denn Elsa war die zukünftige Frau ihres besten Freundes und daher sollte sie auch ein wunderschönes Kleid bekommen. Sie wusste die Maße von Elsa, da sie schon einige Male was für sie geschneidert hatte.

Edward freute sich riesig denn dieses Geschenk bedeutete ihm sehr viel, weil er eine Überraschung für Elsa hatte. Er wollte ihr einen Heiratsantrag machen und sich verloben mit ihr. Er hatte sein hart verdientes Geld auf dem Bauernhof gespart und vor Monaten bereits einen Silberring gekauft.

Edwards Eltern waren sehr einfache und nette Menschen. Sie hatten nicht viel Geld aber auch keine Schulden. In Kriegszeiten war es leider nur schwierig gemütlich einkaufen zu gehen. Man lebte in ständiger Angst vor den Deutschen. Die Menschen backten alle zuhause ihr Brot und diejenigen die einen Garten hatten und das hatten viele, mussten ihr Obst oder Gemüse selbst anbauen und ernten. Die Hühner versorgten sie mit frischen Eiern und so konnte es für die Bewohner von Dlugi Kat, Lublin auch weiter gehen. Es war nur sehr schlimm, in ständiger Angst zu leben. Margarete, machte sich an die Arbeit, denn sie wollte das Kleid für Elsa fertigstellen. Ihr Geburtstag war in zwei Wochen, im September 1939.

Edwards Mutter musste sich um den Haushalt und um die Kinder kümmern. Jeder musste schließlich bei der Hausarbeit mit anpacken, es war eine große Familie und zu dem kamen noch die Großeltern und Verwandten, die alle in der Nachbarschaft oder im selben Hof wohnten. Es war für Edward immer schlimm anzusehen das seine Mutter abends kaputt von der Arbeit war. Er liebte seine Eltern und Geschwister, aber insbesondere seine Mutter.

Foto: Maria Zareba, Edwards Mutter

Sein Bruder Stefan war ein sehr guter Schüler und sollte, wenn der Krieg nicht ausgebrochen wäre im darauffolgenden Jahr in Warschau studieren. Stefan hoffte zu dem Zeitpunkt das die Deutschen hoffentlich Polen in Ruhe lassen und einfach weiterziehen würden oder mit dem Krieg einfach aufhören. Niemand konnte ahnen das schon sehr bald die größte Katastrophe in der Geschichte Polens im Anmarsch war. Tage vergingen und Elsas Geburtstag näherte sich aber auch die Unruhe im Land verbreitete sich. Es herrschte eine große Depression im Land.

Es war ein schöner Morgen im September, es könnte der 10. oder 12. September gewesen sein. Die Sonne schien, es war warm und Edwards Mutter hatte viele leckere Apfelkuchen gebacken, als ob sie zu der Zeit geahnt hätte das es der letzter gemeinsamer Kuchen-Nachmittag wird. Sie hatte viele, bestimmt vier oder fünf Kuchen gebacken damit es für die Familie und die Verwandtschaft reicht.

Die Familie frühstückte erst und später am Nachmittag sollten dann alle zu einem kleinen Picknick kommen.

Denn dann konnten auch alle neben Frikadellen auch Kuchen essen.

Der Krieg war schon längst in Polen angekommen und alle waren sehr ängstlich.

Die Menschen hofften sehr das der Krieg das Dorf nicht erreicht.

Elsa war auch zu dem Picknick gekommen und Margarete hatte ihr Kleid fertiggestellt, denn in zwei Tagen hatte Elsa Geburtstag.

Sie war schon ganz aufgeregt, weil Edward ihr gesagt hatte das er eine große Überraschung für sie hätte. Zu dem Picknick waren neben der Verwandtschaft auch Elsas Familie eingeladen. Es war zu Kriegszeiten ein sehr schöner Tag für die Familie, Verwandten und auch für Elsa und ihre Familie.

Ohne jegliche negativen Vorkommnisse ging dieser schöne Tag in die Geschichte der Familie Margol ein.

Denn dies sollte tatsächlich der letzte gemeinsame Tag mit der ganzen Familie sein.

Zwei Tage später, war endlich der große Tag von Edward und Elsa eingetroffen, denn sie hatte Geburtstag und Edward konnte es kaum abwarten sie zu sehen.

Nach dem Frühstück ging er zu ihr und gratulierte ihr zum Geburtstag und übergab ihr das wunderschöne Kleid. Es war ein weißer Stoff mit vielen bunten Blumen. Das Kleid war das Meisterwerk von Edwards bester Freundin Margarete.

Niemand hatte so ein schönes Kleid im Dorf, bestimmt auch nicht in der Stadt zu dieser Zeit. Elsa bedankte sich und ging hinein und sagte „warte ich ziehe es sofort an und komme raus“ sie war überglücklich. Als sie wieder hinauskam, konnte Edward seinen Augen nicht glauben, „du siehst aus wie eine Prinzessin, du bist so schön Elsa“. Dann gingen beide zu ihrem Lieblingsplatz es war unter einem alten Baum auf dem Feld wo sie viel Zeit miteinander verbrachten.

Dort kniete sich Edward hin und machte ihr einen Heiratsantrag und zog ihr den Ring an. „Sind wir jetzt verlobt?“ Fragte Elsa. „Ja, das sind wir“ antwortete Edward. Es war für beide ein unvergesslicher Moment ihres Lebens.

Während die beiden noch unter diesem Baum saßen waren die Nazis bereits auf dem Weg nach Lublin und kurz davor das Dorf von Edward und Elsa zu erreichen.

Die beiden gingen etwas später Hand in Hand Richtung Heimweg.

Kaum waren sie vor der Türe angekommen, marschierten die Nazis ein. Die Gestapo schossen wild um sich her, jeder der nur ein Wort sagte wurde erschossen. In dem Moment kam der Vater von Elsa raus und sagte „Was ist hier los? Was passiert hier?“ Er war ganz verwirrt und außer sich, er wollte noch weitere Sachen sagen, doch dann wurde er erschossen, das Blut spritzte auf Elsas Kleid und färbte sich von weiß in rot und Elsa schrie und Edward versuchte Elsa zu retten. Er wollte sie in den Hof bringen doch die Nazis waren überall, sie packten Edward und seinen Bruder Stefan der sich gerade verstecken wollte und nahmen sie fest. Elsa schrie sehr laut und Edward rief „bitte lasst sie in Ruhe, bitte lasst sie in Ruhe, bitte lasst sie in Ruhe!“.

Die Nazis waren so grausam, einer von Ihnen schrie „bist du die Tochter des Juden?“ Dann wurde Edward verschleppt mit seinem Bruder Stefan und was mit Elsa war konnte er nicht mehr sehen. Er wusste nicht was mit dem Rest seiner Familie war, er wusste nicht wer noch lebte und wer nicht.

Mit dieser Unsicherheit und voller Trauer wurden viele junge Leute aus ihrer Heimat und den Menschen, die sie über alles liebten, entrissen.

Das Leben von Elsa und Edward ging an diesem September Nachmittag 1939 im Dorf Dlugi Kat, Lublin zu Ende. Nicht nur das Leben der beiden, sondern auch der, von vielen anderen.

Im Jahre 1939 marschierten die Nazis nicht nur in Lublin, sondern fast überall in Polen ein und brachten mehrere Menschen um.

Edward und sein Bruder Stefan wurden als Zwangsarbeiter nach Deutschland gebracht.

Die Nazis die sehr fremdenfeindlich waren behandelten Edward und seinen Bruder sehr schlecht. Sie kamen beide nach Haus Fühlingen in Köln, zu dem Bauern Erich Arm, der ein Nazifreund war. Dort sollten Edward und Stefan auf dem Bauernhof helfen. Edward verstand die Welt nicht mehr, noch vor zwei Wochen war er in Lublin mit seiner Familie und Elsa zusammen und auf einmal war er in Köln, weit weg von seiner Heimat, in einem Land, deren Sprache er nicht sprach und gequält wurde.

Leider wurde Stefan nach einigen Tagen von Haus Fühlingen weggebracht, man sagte, dass er wo anders gebraucht werden würde. Danach sahen sich die Brüder nicht mehr und Edward wusste auch nicht wo man ihn hingebracht hatte. Er war nun ohne seinen Bruder auf Haus Fühlingen.

Falls Edward die Befehle des Bauern nicht verstand, wurde er von seinen Aufsehern geschlagen. Bei Haus Fühlingen gingen die Nazis ein und aus. Sein schönes Leben, seine Träume und Ziele waren auf einmal weit weg von ihm und von Tag zu Tag entfernte er sich immer mehr von all seinen Wünschen und Träumen.

Denn die Realität war so furchtbar und er befand sich mittendrin. Er wusste nicht ob noch jemand von seiner Familie lebte oder ob seine Elsa lebte. Er hoffte so sehr das seine Verlobte und seine Familie noch am Leben waren.

Auf dem Bauernhof war immer viel zu tun. Er musste sich um die Schweine, Kühe, Hühner und Pferde kümmern und half natürlich auch bei der Landarbeit. Er war von morgens bis abends auf den Beinen und arbeitete. Die Beleidigungen des Bauern und den anderen Angestellten des Bauern waren die reinste Folter. Edward hatte Angst das man Elsa auch verschleppt haben könnte. Immer wieder musste er an seine Familie und seine Verlobte denken.

Er wusste gar nichts. Er musste unbedingt etwas schreiben und nach Lublin schicken. Er wusste nur nicht wie er das anstellen sollte. Er durfte nicht ins Haus, nur wenn er gerufen wurde, um etwas zu erledigen oder abzuholen. Er schlief bei den Tieren im Stall. Er dachte sich, wenn er sich erst einmal dort ruhig verhält und alles tut was der Bauer Arm ihm sagt, dann wird der Bauer ihn vielleicht als Mensch ansehen und ihm dann etwas zu schreiben geben und den Brief nach Lublin schicken.

Die Tage vergingen und Edward verlor immer mehr den Mut den Bauern um etwas schreiben zu bitten.

Denn mit Erich Arm konnte man nicht reden, geschweige denn was fragen. Während die Zeit verging freundete sich Edward mit den anderen Zwangsarbeitern an. Unter den jungen Leuten, die verschleppt wurden, war auch ein jüdisches Kind.

Die Nazis hatten ihn dort hingebracht, weil der Vater dieses Kindes Arzt wäre und einem Nazi das Leben gerettet hatte.