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Der aus der Eifel stammende Schriftsteller Gregor Brand nahm seit seinem ersten Lyrikband (Ausschaltversuche. 1985) immer wieder die poetische Herausforderung seiner Heimat auf originelle Weise an. Neben einigen bisher unveröffentlichten Texten fasst der vorliegende Gedichtband erstmals die meisten dieser an unterschiedlichen Orten entstandenen und veröffentlichten Gedichte zusammen, darunter einige in Moselfränkisch, seiner eigentlichen Muttersprache. In den Gedichten werden vielfach persönliche Erinnerungen in Beziehung zum verschlungenen Gang der Geschichte gesetzt. Ob mit Ironie und Selbstironie, naturliebend oder philosophisch, melancholisch oder unbekümmert: Gregor Brands Eifelgedichte gestalten mit ihrem eigentümlichen Ton und Stil die Literaturlandschaft Eifel unverwechselbar mit.
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Seitenzahl: 22
Veröffentlichungsjahr: 2019
Morgenland
Ländlicher Spätsommer
Sauerampferkrankheit
Galaxis
Eine gewisse Depressivität
Ein Sommertag in Bettenfeld
Lesura
Prozession
An der Mosel
Eifelhimmel
Evolution
Alleinseligmachend
Die Bleibenden
Eifler Kindheit
Auf dem Land
Mein Urgroßvater (I)
Mein Urgroßvater (II)
Homer, korrigiert
Germanisch Weisheet
Abendspaziergang im Dorf
Nebelmeer
Eifelland, Moselland
Mein leichtes Leben
Gedankenspiel
Meine wahre Heimat
La Fête du Cochon
Autoradio
Das Erbe
Messe aus einer anderen Welt
Fragment zur frühen Kindheit (I)
Fragment zur frühen Kindheit (II)
Ferner Sommer
Bier und Wein
Gott als Ebenbild
Prümer Erinnerung (I)
Ich verbrachte meine Kindertage
Die Unterschrift des Weingottes
August
Die geschlachteten Tage
Kurz vor Ostern, 1996
WIL-WE-90
Verschwiegenheit
Religionsunterricht
Aus dem Leben der Großväter
Metro
Der Rabe
In den Ardennen
Bäume
Poeta eiflensis europeus
Prümer Erinnerung (II)
Ein leichtes Gedicht
Zu meiner Geburt
kamen keine Weisen
aus dem Morgenland.
Die zu mir kamen,
waren aber auch nicht dumm,
haben ihre Sorgen gekannt und
die drehten sich oft um
ein paar Morgen Land …
schafe
auf dämmernder trift
und in der ferne
hin und wieder
das geräusch
eines mähdreschers
Iss diesen Sauerampfer
nicht! Er ist ungenießbar
geworden. Die Frösche
haben darauf
gespuckt.
Warnte meine Ururgroßmutter
ihre Enkelin
schon 1920.
Mehrere Generationen weiter
wissen wir jetzt:
Viele Frösche spuckten
seither auf viel
mehr.
Wufir heescht uhs Melschstraoß
net Äjabaon?
Oder Afelskreiz oder Pärdswihd
– wie aner Straoßen an da Efel?
De Stearn didn daan doch gewaß
naoch scheeiner liischten.
Un de Stearnbiiler:
Wufir gän se net genaant
Groußen Häwaon, Aal Deissel,
Langen Paol, Schai Kalef,
Audder, Scheierpaort oder Beih?
Homm mir de aal Efeler Werda
fir de Stearn bluß ploan oder
hatten us Virfooren begäß
den stearnen ijen Naomen ze gän?
Et waor weasch sou:
Naom Himel honn se
De Käpp geriischt,
wenn se wassen wollten,
ob de Gääscht net bedreiht,
oder ob ma moa Häh
maachen kann,
oder ob ma Wees seeien soolt,
oder ob et än kaalen Wanta geet …
Un ähr aowends
et Veh am Stal un
et Haus vol blonna Kanna
un dän kraanken Eihm am Bääd
und de Weelf am Besch
un de Hexen hannam Schooben
un de Gedaanken am Kapp
an da Ruh woaren,
guuw et suwiesou ald
erom häl.
und das Verlangen
nach ihr.
Zuviel
weißer Wein, roter Wein,
Sekt und Bier.
Pfefferminzlikör,
grün. Und die graue
Ungewissheit. Zu wenig Schlaf. Die fehlende
Selbstachtung.
