Ein Baum für Tomti - Nina Blazon - E-Book

Ein Baum für Tomti E-Book

Nina Blazon

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Beschreibung

Naturabenteuer für Mädchen und Jungs - ideal für Leseanfänger*innen Maja traut ihren Augen nicht: In der Küche sorgt ein quirliger Kobold für Chaos! Tomti heißt er, ein echter Baumgeist – und hat keine Ahnung, wie er in Majas Wohnung kam. Tomti weiß nur eins: Er braucht ein neues Baum-Zuhause, und zwar ratzfatz! Gar nicht so leicht. Denn in den Bäumen in Stadt, Land und Wald tummeln sich bereits die seltsamsten Bewohner. Und so beginnt eine turbulente Suche ... Die digitale Ausgabe von »Ein Baum für Tomti« ist ausschließlich als Fixed Format verfügbar und eignet sich deshalb nur für Tablets und Smartphone-Apps.

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Nina Blazon
Mit Bildern von Karin Lindermann
 
Die plappernde Palme
Kapitel 1: Bei den Lindemanns spukt es! 7
Kapitel 2: Eine unruhige Nacht 12
Kapitel 3: Tomti mit der Moosmütze 18
Die puzzelige Platane
Kapitel 4: Konrad wird verwuschelt 24
Kapitel 5: An der großen Straße 29
Kapitel 6: Fini hat eine Idee 34
Die heitere Hasel
Kapitel 7: Besser gemeinsam als einsam 37
Kapital 8: Hatschi! 39
Kapital 9: Hörnchen und Trolle 43
Die blitzblanke Birke
Kapitel 10: Die Suche geht weiter 48
Kapitel 11: Tomti, das Harzferkelchen 52
Kapitel 12: Jeder braucht Freunde! 58

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Der gruselige Ginkgo
Kapitel 13: Die Krähen haben gut lachen 63
Kapitel 14: Fini mag Mäusemagie 68
Die pfeifende Pappel
Kapitel 15: Tomtis erster Schultag 71
Kapitel 16: Konrad fährt Achterbahn 73
Kapitel 17: Auf ins Grüne! 77
Die lustige Linde
Kapitel 18: Willkommen im Dorf! 80
Kapitel 19: Blut schmeckt gut! 82
Kapitel 20: Honigsüße Lindengrüße 86
Die unkende Ulme
Kapitel 21: Heulende Eulen 89
Der heilsame Holunder
Kapitel 22: Majas Märchenstunde 95
Kapitel 23: Besuch um Mitternacht 97
Kapitel 24: Hollas Geschenk 100

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Die arbeitsamen Apfelbäume
Kapitel 25: Tomti soll rechnen 102
Kapitel 26: Ein richtig schöner Sommer 106
Die knurrige Kastanie
Kapitel 27: Konrads großer Tag 108
Die tolle Tanne
Kapitel 28: Es rumst gewaltig! 119
Die zarte Zaubernuss
Kapitel 29: Zwei neue Zimmer 124
Kapitel 30: Ein Baum für Tomti 128
Anhang: Majas kleine Baumschule 132

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Kapitel 1: Bei den Lindemanns spukt es!
Schon seit Tagen gingen im Hause Lindemann äußerst seltsame
Dinge vor sich. Morgens standen in der Küche die Schubladen
offen. Cornflakes und Kekskrümel lagen auf dem Boden. Und jetzt
riss ein Rumpeln Maja und ihre kleine Schwester Fini mitten in der
Nacht aus dem Schlaf.
„Tschilp! Tschilp!“, schallte es fröhlich durch die Wohnung.
„Das sind Nelly und Nelson“, murmelte Fini noch halb im Traum.
Helligkeit fiel durch den Türspalt des Kinderzimmers, als im Flur
das Licht anging.
„Das gibt es doch nicht“, hörte Maja ihre Mutter sagen. „Die
Wellensittiche fliegen frei herum!“
Maja und Fini blinzelten sich verschlafen an. Dann schlüpften
sie aus ihren Betten, die rechts und links vom Fenster standen.
Fini nahm Mopsi mit; der Stoffhund beschützte sie, wenn sie
Angst hatte. Und Fini hatte ziemlich oft Angst – auch jetzt ließ
sie ihre große Schwester lieber vorausflitzen. Ihre Eltern standen
an der Küchentür, während Nelly und Nelson neugierig aus dem
Wohnzimmer herbeiflatterten.
„Was um alles in der Welt ist denn hier passiert?“, rief Papa.
Die Küche war ein einziges Chaos. Es sah aus, als hätte jemand
am Tischtuch gezogen. Und dabei hatte er die Schale mit den
Nüssen und Äpfeln mitgerissen. Das musste das Gepolter von
eben gewesen sein. Aber auf dem Boden lagen nicht nur Walnüsse
und Äpfel, sondern wild verstreut auch noch Rosinen, Mehl und
Kakaopulver.
„Ich glaube, bei uns treiben Mäuse ihr Unwesen“, sagte Papa.
„Wirklich?“, rief Fini. Ihre Augen leuchteten hoffnungsvoll auf.
Fini liebte kleine Tiere über alles, die machten ihr keine Angst. Und
Mäuse fand sie besonders süß.
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Mama schüttelte den Kopf. „So winzige Tierchen können doch
keine Obstschalen vom Tisch werfen! Und außerdem leben wir im
siebten Stock in einem Hochhaus. Da gibt es keine Mäuse.“
„Möglicherweise ja doch“, entgegnete Papa. „Mäuse mit kastanien-
braunen Locken und einer Zahnlücke vielleicht?“ Er wuschelte Fini
liebevoll durch das Haar. „Oder Mäuse mit langen honigblonden
Haaren und einer Stupsnase?“ Er tippte mit dem Zeigfinger an
Majas Nasenspitze.
„Hä?“, fragte Maja verwirrt – doch dann verstand sie und rief: „Du
verdächtigst uns?“
„Nun ja“, Mama verschränkte die Arme, „gewöhnliche Mäuse
können keinen Vogelkäfig öffnen. Und außer euch wohnt hier
niemand, der nachts Streiche aushecken könnte.“
„Wir hecken aber nichts aus!“, empörte sich Maja.
„Ja, das war jemand anders!“, ereiferte sich auch Fini. „Jemand, der
auch meine Puppentasse gemopst hat! Die suche ich schon seit
Tagen.“
„Das ist bei deiner Unordnung kein Wunder, Fini“, bemerkte
Mama.
„Meine Himbeerbonbons sind aber auch verschwunden!“, rief Maja.
„Tschilp-di-tschilp!“, schallte es durch die Küche. Nelson landete
auf Papas Schulter und begann, ihm eine fremdartige, fröhliche
Melodie ins Ohr zu trällern.
„Hört ihr das?“, fragte Maja. „Hier stimmt doch was nicht! Die
Wellis singen seit ein paar Tagen ganz anders als sonst. Als würde
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ihnen irgendjemand
heimlich Lieder
beibringen ...“
„Das haben die Vögel
bestimmt im Radio
aufgeschnappt“, erklärte Papa.
„Sittiche machen gern Geräusche nach,
sie imitieren sogar Handyklingeltöne.“
„Ich finde eure Streiche jedenfalls nicht
besonders lustig“, sagte Mama müde. „Es ist spät und
morgen ist mein erster Arbeitstag.“
„Wir waren es aber nicht!“, riefen Maja und Fini gleichzeitig aus.
„Ihr Mädchen bringt jetzt die Wellensittiche zurück in den Käfig“,
sagte Papa beschwichtigend. „Wir räumen die Küche auf. Und dann
gehen wir alle schlafen.“
Fini zog eine gekränkte Schnute, aber dann streckte sie Nelly die
Hand hin. Die blaue Wellensittichdame hüpfte auf ihren Finger
und ließ sich brav aus der Küche tragen. Maja pflückte den grünen
Nelson von Papas Schulter und folgte Fini.
Im Wohnzimmer war es auch nachts hell. Der Rollladen
war nämlich kaputt und am gegenüberliegenden Hochhaus
leuchtete eine hellgrüne Reklametafel. Damit die Wellensittiche
trotzdem schlafen konnten, musste ihr Käfig nachts mit einem
dunklen Tuch bedeckt sein. Doch dieses Tuch hing nun über der
Zimmerpalme, die neben einem kleinen Schreibtisch stand.
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„Schau mal, jemand hat alle Türchen am Käfig aufgemacht“,
wunderte sich Fini und schnupperte. „Und es duftet hier so
lecker …“
Maja zog das Tuch von der Palme. „Meine Himbeerbonbons!“
Wie kleine rote Christbaumkugeln baumelten sie zwischen den
Palmenblättern – aufgehängt an Wollfäden, die aus den Fransen
des Teppichs gezupft worden waren.
Fini brach in lautes Gekicher aus und schlug sich ertappt die Hände
vor den Mund. „Das müssen aber ganz tolle Mäuse sein“, flüsterte
sie dann.
Kapitel 2: Eine unruhige Nacht
Maja wartete, bis ihre Eltern schliefen, dann kroch sie wieder
aus dem Bett. Doch kaum war sie bei der Tür, ging die kleine
Taschenlampe an, die immer auf Finis Nachttisch lag. „Wo gehst du
hin?“
„Schlaf weiter“, flüsterte Maja. „Ich will mich nur noch einmal in
der Küche umschauen.“
„Ich komme mit!“, sagte Fini erstaunlich tapfer. Auf bloßen Füßen
tappte sie mit Maja in den Flur. Dort hörten sie plötzlich ein
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Geräusch: Nebenan im Wohnzimmer raschelte es laut, als würde
sich die Zimmerpalme so heftig schütteln wie ein Hund nach dem
Bad. Und dann hörten sie ein leises Plappern – das eindeutig nicht
von den Wellensittichen kam.
Fini klammerte sich ängstlich an Maja. „Kann die Palme
sprechen?“, wisperte sie. Das Geplapper hörte auf, dafür schwang
die Küchentür plötzlich von ganz allein auf.
„Ein Gespenst!“, kiekste Fini und sauste zurück ins Kinderzimmer.
Sie hopste ins Bett und vergrub sich mit Mopsi tief unter der Decke.
Auch Maja hatte weiche Knie bekommen, aber sie nahm allen Mut
zusammen. Auf Zehenspitzen schlich sie weiter. In der Küche war
es genauso dunkel wie im Flur, und es roch ein wenig nach … Erde?
Maja war ganz mulmig zumute, während sie nach dem
Lichtschalter tastete. Und als das Licht anging, hätte sie beinahe
losgeschrien. Auf dem Küchentisch hockte jemand und mopste
Walnüsse aus der Schale! Das kleine Wesen sah aus wie ein Zwerg.
Oder war es ein Kobold?
Jetzt entdeckte es Maja und sprang so erschrocken auf, dass es vom
Tisch fiel und mit einem dumpfen „Uff!“ auf den Boden plumpste.
Die Walnüsse kullerten über den Boden. Der kleine Dieb rappelte
sich wieder auf und starrte Maja, die immer noch wie eingefroren
an der Tür stand, fassungslos an.
Jetzt erkannte sie, dass es gar kein Kobold war. Es war ein Junge,
vielleicht sechs Jahre alt. Allerdings war er kleiner als ein normaler
Sechsjähriger. Er konnte nicht mal über den Tisch gucken.
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Sein helles Haar war verstrubbelt und er trug merkwürdige
Kleidung: eine Jacke, die aussah, als wäre sie aus hellem Gras
geflochten, knielange moosgrüne Hosen und winzige Stiefel aus …
weißer Baumrinde?
Jetzt deutete er mit zitterndem Zeigefinger auf Maja. „Ein … ein
Gespenst!“, stammelte er entsetzt. Dann sammelte er blitzschnell
Nüsse vom Boden auf und begann, Maja damit zu bewerfen.
Maja riss die Arme vors Gesicht. „Au! Spinnst du?“, japste sie. „Hör
auf damit!“
„Erst wenn du verschwindest!“, rief der Junge.
Weitere Walnüsse pfiffen ihr um die Ohren.
„Psst!“, zischte Maja und duckte sich geschickt weg. „Schrei nicht so
herum! Willst du, dass meine Eltern aufwachen?“
Der Walnussbeschuss hörte auf. „Eltern?“, flüsterte der Kleine
ängstlich. „Sind das auch Gespenster?“
„Ich bin überhaupt kein Gespenst“, sagte Maja verärgert.
Der Junge betrachtete zweifelnd ihr weißes Nachthemd und ihr
zerzaustes Haar.
„Ich bin ein Mensch“, beeilte sie sich zu sagen. Doch offenbar
erschreckte das den kleinen Kerl noch viel mehr. Er wurde ganz
blass und riss entsetzt die Augen auf. Maja sah, dass sie grün waren,
mit bernsteingoldenen Sprenkeln.
„He, ich tu dir doch nichts“, sagte sie leise. Doch als sie beruhigend
die Hände hob, machte der Junge einen panischen Hopser nach
hinten – und rumste mit dem Kopf laut gegen den Kühlschrank.
 
Autsch. Maja zuckte zusammen. Das hatte bestimmt wehgetan!
„Von wegen, du tust mir nichts“, jammerte er und rieb sich den
Kopf. „Kaksi Pataksi, das gibt bestimmt eine Beule!“
„Den Kopf hast du dir allein angehauen“, gab Maja leise zurück.
„Wer bist du überhaupt? Und was machst du hier?“
Draußen schleifte eine Tür über den Teppich. Dann sagte Papa
gähnend: „Du hast bestimmt nur geträumt.“
„Nein, da hat wieder was gerumpelt“, erwiderte Majas Mutter. „Und
schau, in der Küche brennt Licht. Ich sehe mal nach.“
„Schnell! Unter den Tisch!“, raunte Maja dem Kleinen zu.
Im nächsten Augenblick saßen
sie beide zusammengekauert
in ihrem Versteck, gut
verborgen hinter der langen
Tischdecke.
„Siehst du, alles in
Ordnung“, hörte Maja
ihren Vater sagen.
„Da liegen noch ein
paar Nüsse herum, aber
sonst ... Wir haben vorhin
wohl vergessen, das Licht
auszumachen.“
„Ich weiß nicht“,
antwortete Majas