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Huhn Berta lebt auf einem Bauernhof. Ihr großer Traum ist eine Reise in fremde Länder. Doch leider bewacht ein Hahn die Hühnerschar. Er will Berta nicht fortlassen. Aber eines Tages schafft sie es tatsächlich ihn zu überlisten. Anschließend erlebt sie spannende Abenteuer auf ihrer großen Reise. Als Detektivin ermittelt sie erfolgreich in einem Kriminalfall. In einer Stadt gerät sie sogar in Gefangenschaft. Kann ihre Freundin Marie sie befreien?
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Seitenzahl: 55
Veröffentlichungsjahr: 2022
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illustriert von Egon Schöffel
Herzlichen Dank an Herrn Egon Schöffel für die ganz reizendenden, fantasievollen Bilder für das Buch und auch an Isabel für Ihre Unterstützung und Ihr Bild.
Der Beginn eines Abenteuers
Ein blinder Passagier an Bord
Der Eierdiebstahl
Detektivin Berta ermittelt
Räuber haben keine Chance
Gefangen in Paris
In den Bergen auf der Alm
Eine rasante Autofahrt
Die Heimkehr
Das Huhn Berta lebt auf einem Bauernhof und legt jeden Tag ein Ei. Es scharrt auf dem Misthof und sucht nach Käfern und Würmern. Es macht einfach Tag für Tag dasselbe, was ein Huhn eben so macht. Während das übrige Hühnervolk dabei glücklich ist, hat Berta eine andere Vorstellung von ihrem Leben. Sie wollte schon immer andere Länder kennenlernen. Bereits als Küken war sie bekannt dafür, dass sie immer mal wieder ausbüchste. Doch der aufmerksame Hahn rannte gleich hinter ihr her, stellte sich ihr in den Weg und krähte: „Marsch zurück in den Hühnerhof!“. Da blieb ihr nichts anderes übrig als zu gehorchen. So wurde sie erwachsen, aber ihren Traum vom Reisen in die große weite Welt hatte sie sich bewahrt. Die anderen Hühner hatten dafür kein Verständnis und gackerten nur: „Das schaffst du doch eh nie! Was willst du denn so weit weg? Außerdem ist es gefährlich in der Welt da draußen!“ Doch davon ließ sie sich nicht irritieren.
Eines Tages beschließt Berta ihren Traum in die Tat umzusetzen: „Heute Nacht, wenn alle schlafen, werde ich mich davonschleichen. Der Hahn darf nichts merken, denn der eitle Gockel will keines seiner Hühner fortlassen. Er würde sich mir gleich wieder in den Weg stellen.“ Als es Abend wird, läuft sie mit den anderen Hühnern in den Hühnerstall. Sie will keinen Verdacht erregen und macht alles genau so wie sonst auch. Sie setzt sich auf die Hühnerstange und drückt ihre Äuglein zu. Doch von Schlafen ist natürlich keine Spur. Sie ist aufgeregt und hofft, dass ihr Plan klappt. Ab und zu blinzelt sie, um sich zu vergewissern, ob schon alle schlafen. Als sie sich dessen sicher ist und auch der Hahn im Schlaf gleichmäßig atmet, hüpft sie vorsichtig von der Stange. Berta schleicht zur offenen Hühnerfalle. Der Bauer ist noch im Kuhstall beschäftigt und schließt das Türchen zum Glück immer erst nach der Stallarbeit.
Als sie draußen ist, atmet sie erst einmal tief durch. Sie denkt sich: „Bis hierher hab ich es schon mal geschafft. Jetzt muss ich mich nur noch am Hofhund vorbeischleichen. Wenn Barri etwas bemerkt, fängt er gleich zu bellen an. Das ist das Letzte, was ich jetzt brauchen kann.“ Doch alles bleibt ruhig. Sie hüpft auf den Bretterzaun und flattert fast lautlos auf die Wiese. Berta beschließt: „Erst einmal folge ich dem Feldweg. Glücklicherweise ist heute Vollmond und ich kann den Weg gut sehen. Ich muss mich unbedingt ein gutes Stück vom Hof entfernen. Morgen früh werden sie mich vermissen und nach mir suchen.“ Also läuft sie, bis sie so müde ist, dass sie einfach nicht mehr kann. „Ich brauch jetzt dringend ein Plätzchen, wo ich ungestört die restliche Nacht verbringen kann. Am besten setz ich mich ganz oben in den Holunderbusch da drüben. Ich will ja nicht von einem Fuchs überrascht werden“, murmelt sie vor sich hin. Verborgen zwischen den Blättern fühlt sie sich sicher und schläft sofort ein. Am nächsten Morgen wacht sie schon früh auf.
Sie schüttelt ihre Federn und flattert aus dem Holunderbusch. Wieder folgt sie dem Weg. Nach einer Weile hört sie hinter sich einen Traktor rattern. Schnell setzt sie sich ins hohe Gras, um nicht bemerkt zu werden. Der Traktor kommt rasch näher. Das Huhn erkennt den Nachbarn ihres Bauern, der auf dem Traktor sitzt. Berta stellt fest, dass der Traktor einen Wagen angehängt hat. Auf diesem Wagen sind lauter Apfelkisten gestapelt. Hier im „Alten Land“ nahe Hamburg, gibt es viele Apfelbäume und dadurch auch eine große Apfelernte.
Als das Gespann langsam an ihr vorbeirattert, kommt dem Huhn blitzartig der Gedanke, auf den Wagen zu flattern und sich so ein gutes Stück des Weges zu sparen. Gesagt, getan! Das Huhn landet auf dem Hänger und verbirgt sich zwischen den Apfelkisten. „Der Bauer fährt bestimmt auf den Wochenmarkt in die Stadt. Das kommt mir sehr gelegen, denn von da aus lauf ich dann zum Hafen. Dort gibt es viele Schiffe. Da kann ich bestimmt in ein anderes Land mitfahren“, ist sie sich sicher.
Davon wusste sie, weil sich die Bauersleute einmal darüber unterhalten hatten. Kurz bevor der Bauer auf dem Marktplatz ankommt, hüpft Berta vom Wagen. Schließlich soll dieser seinen heimlichen Fahrgast nicht bemerken. Zuletzt würde er sie noch einfangen und wieder mit nach Hause nehmen. Schließlich kennt er die Hühner seines Nachbarn recht gut, denn diese ganz besondere Hühnerrasse mit dem schönen Federpuschel auf dem Kopf hat weit und breit sonst keiner.
Nun steht das Federvieh auf dem Gehweg mitten in der großen Stadt. Doch in welcher Richtung liegt der Hafen? Da ertönt zum Glück eine laute Schiffshupe und Berta weiß dadurch, in welche Richtung sie laufen muss. So viele Häuser und Straßen hat sie noch nie gesehen. Es ist schon ein bisschen verwirrend, besonders der viele Verkehr. Aber Berta weiß, was sie will, und lässt sich davon nicht abschrecken. Schließlich freut sie sich auf die Reise ihres Lebens. Die Leute schauen dem tierischen Stadtbesucher zwar verwundert hinterher, beschäftigen sich aber dann doch lieber mit ihren Einkaufsplänen als mit dem Huhn. Das ist Berta natürlich ganz recht. So kann sie ihren Weg ungehindert fortsetzen. Als sie endlich im Hafen ankommt, staunt sie nicht schlecht: „So groß hab ich mir die Schiffe nicht vorgestellt.“ Ein riesiges Kreuzfahrtschiff läuft soeben in den Hafen ein. Lotsenschiffe begleiten es zum Anlegeplatz. Mächtige Containerschiffe werden mit Waren aller Art be- oder entladen. Die Hafenkräne sind ständig in Bewegung. Das Huhn kann sich gar nicht satt sehen an dem geschäftigen Treiben.
Sie setzt sich zu einer Möwe auf die Hafenmauer. Die Möwe fängt gleich ein Gespräch an und fragt erstaunt: „Was willst denn du im Hafen? Du gehörst doch auf den Bauernhof.“ „Da war ich bisher zuhause, aber ich will endlich in ferne Länder reisen. Wo könnte man das besser als vom Hafen aus mit einem Schiff?“ „Da hast du allerdings recht. Aber trotzdem finde ich es ganz schön mutig von dir.“ „Ach papperlapapp! Schon als Küken hat mich die