Ein Kobold zu Weihnachten - Franz Spengler - E-Book

Ein Kobold zu Weihnachten E-Book

Franz Spengler

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Beschreibung

Der Autor erzählt in seinen weihnachtlichen Geschichten Begebenheiten zwischen Traum und Wirklichkeit. Sein ganz persönlicher Schreibstil zieht den Leser in seinen Bann - nicht ganz ohne die Absicht, eine neue Sicht auf die Dinge zu werfen. Dabei folgte er dem Bedürfnis, die Herzen zu berühren und zu öffnen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 72

Veröffentlichungsjahr: 2020

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2020 Franz Spengler

Verlag und Druck:

Tredition GmbH, Halenreihe 40-44, 22359 Hamburg

ISBN:

Paperback:

978-3-347-22066-9

Hardcover:

978-3-347-22067-6

e-Book:

978-3-347-22068-3

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und es Autors unzulässig Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Franz Spengler

Ein Kobold zu Weihnachten

Fünf weihnachtliche Kurzgeschichten

Inhaltsverzeichnis:

Ein Kobold zu Weihnachten

Fanny das Honiglebkuchenpferd

Christkinds Rache

Mein Mann fürs Christkind

Samis geheimnisvoller Weihnachtsschatz

Einen Kobold zu Weihnachten

Kurz vor Weihnachten saß ich wie immer, vor dem Computer und schrieb an einem Roman. Draußen schneite es und der Wind wehte laut um das Haus. Ich ging zur Terrassentür, sah mir einige Zeit das Schneegestöber an und trank noch den Rest Rotwein, mit einem Zug aus meinem Glas.

Mich fröstelte bei dem Anblick dieses Wetters und legte noch ein Stück Holz in den Kamin. Die halb abgebrannte Kerze auf meinem Schreibtisch, flackerte und züngelte vor sich dahin, als würde sie einen Freudentanz machen.

Als ich mich wieder an den Schreibtisch setzte und weiter schreiben wollte, lief plötzlich ein kalter Schauer über meinem Rücken. Auch auf meiner linken Gesichtsseite, die zur Terrassentür gerichtet war, spürte ich ein leichtes Gänsehautkribbeln. Einen Moment hielt ich den Atem an, denn ich spürte, dass da etwas vor der Terrasse im Garten sein musste.

Langsam, mit leicht zugekniffenen Augen, ging ich zur Terrassentür und lies meine Blicke angestrengt umherschweifen.

Plötzlich, mein Atem hielt an, denn mich starrten zwei leuchtende Augen zwischen den Sträuchern an. Am ganzen Körper überlief mich die Gänsehaut und ich war wie erstarrt. Unfähig mich zu bewegen, musste ich unentwegt in diese leuchtenden, hypnotisierenden Augen sehen.

„Ist das ein Tier?“ Dachte ich und merkte, dass sich meine Gedanken langsam wieder sammelten.

Im nächsten Augenblick, waren die Augen aber auch schon wieder verschwunden. Hastig zog ich die Gardinen zu und horchte, ob sich draußen noch etwas bewegt. Aber es war still, fast Totenstill und der Wind wehte plötzlich auch nicht mehr.

„Gott, was war das bloß, denn ein Tier hat doch niemals so leuchtende Augen“, dachte ich. Offen gestanden, zitterte ich am ganzen Körper. Wie auf Gummibeinen, ging ich wieder zum Schreibtisch, um weiter zu schreiben.

Aber meine Gedanken schweiften nur mehr noch um dieses seltsame Erlebnis. Schnell vergewisserte ich mich, ob auch alle Fenster geschlossen und alle Türen verriegelt waren.

In dieser Nacht schlief ich sehr schlecht ein und erwachte zwischendurch immer wieder schweißgebadet, denn ständig sah ich diese leuchtenden Augen in meinen Träumen. In den darauf folgenden Abenden, sah ich immer wieder vorsichtig aus der Terrassentür. Mit einer Taschenlampe leuchtete ich durch die Glastür den Garten ab. Doch die Augen waren verschwunden.

War es vielleicht nur ein Trugbild, ein Streich meiner Phantasie, oder hatte ich doch ein Glas Rotwein, der mich ab und zu zum Schreiben inspiriert, zu viel getrunken?

Nein, das konnte nicht sein, das was ich gesehen habe, war wirklich da draußen im Garten. Was immer es auch gewesen sein mag.

Die Tage bis Weihnachten zogen sich nur langsam dahin und der Abend, mit diesem seltsamen Erlebnis, war fast vergessen. „Endlich kehrte wieder Ruhe in mir ein und Weihnachten kann kommen“, dachte ich mir. Denkste!!!!

Zwei Tage vor Heilig Abend verspürte ich plötzlich wieder diesen kalten Schauer, der mir über den Rücken hochstieg, bis zum Kopf. Mit der Taschenlampe in der Hand, schlich ich mich zur Tür und schaute in den Garten.

Da waren sie wieder, diese leuchtenden, beängstigenden Augen und starrten direkt in meine Augen. „Hilfe“, dachte ich „Hilfe, was mache ich nur“.

Doch dann ließ schlagartig die Angst nach und ich öffnete die Tür. Mit der Taschenlampe leuchtete ich zu den zwei Augen hin. Da, was ist das, ist das ein Mensch? Aber so klein, nein das kann nicht sein. Es war eine kleine, bucklige Gestalt, mit einem Holzstab der gezwirbelt war, wie ein Korkenzieher. Auf dem Stab war ein schöner, geschliffener Kristall, der im Mondlicht kleine, regenbogenfarbene Punkte auf den Schnee leuchtete.

Dann erst, konnte ich das Gesicht von der Gestalt sehen. Es war alt und runzelig. Aber es strahlte Freundlichkeit und Güte aus. Auf der rechten Nasenseite, hatte es eine schwarze Warze, die ich deutlich erkennen konnte. Die Haare standen strubbelig hoch, wie ein Staubwedel. Als die Gestalt mir dann auch noch ein liebevolles lächeln schenkte, war die Angst bei mir verschwunden und es wurde mir wohlig warm ums Herz.

Sie winkte mir mit dem Stab zu, -- so – als sollte ich ihr folgen.

„Moment, ich hol mir noch einen Mantel“, rief ich ihr einfach zu. Schnell warf ich mir meinen Wollmantel über und folgte diesem kleinen, alten Männchen.

Er lief so schnell, dass ich ihm kaum folgen konnte. Es war erstaunlich, was für ein Tempo der drauf hatte, trotz des hohen Schnees. Wir liefen durch den Wald, durch den ich sonst auch immer sehr gern spazieren ging.

Immer wieder leuchtete der Kristall zwischen den Bäumen im Mondlicht auf und verstreute seine regenbogenfarbenen Punkte auf dem silberglänzenden Schnee.

Uns hatten etwa zehn Meter getrennt, als er vor einem kleinen Felsen stehen blieb. Er schob den Felsen mit einer Leichtigkeit zur Seite, als wäre es ein Stück morsches Holz. Er drehte sich zu mir um und winkte mir wieder mit seinem Stock zu, damit ich ihm weiter folgen sollte. Schnell war das Männchen hinter dem Felsen verschwunden.

Nie hatte ich bei meinen Spaziergängen bemerkt, dass dieser Felsen zur Seite zu schieben war.

Als ich hinter dem Felsen war, wartete schon das Männchen auf mich. Mit einer sehr sanften Stimme sagte es leise zu mir: „Komm mit mir, ich zeige dir nun etwas, von dem du immer geträumt hast, aber auch immer daran geglaubt hast.“

„Wie heißt du“, wollte ich ihn fragen, doch das Männchen lief eilig weiter, bis es vor einem Loch in der Erde stand.

Es sprang hinein und ich zögerte noch einen Moment, bevor ich den Sprung wagte. Als ich in dem Loch war, rutschte ich in eine nicht aufhörende Tiefe.

Die Luft blieb mir teilweise weg, denn es ging in einem großen Tempo in die Tiefe, wobei ich das Bewusstsein verlor. Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf weichem Moos.

Langsam öffnete ich die Augen und schaute um mich. „Wo bin ich hier nur“, dachte ich. Es war sehr schön und geheimnisvoll an diesem Ort.

Das Moos war übersät von kleinen, weißen Blüten und ringsum waren weiße Lilien, weiße Rosen und sonstige Blumen, die alle in weiß blühten. Zu meiner rechten Seite war eine große Felsenwand, an dem ein riesengroßes Holztor war. Es war bestimmt an die fünfzehn Meter groß.

Rosafarbene Blütenranken schlangen sich am Tor empor und die Torgriffe sahen aus, wie goldene Engelsflügel aus Eisen.

Als ich zum Tor ging, brauchte ich es nur leicht mit den Fingern antippen und schon sprang es wie von Geisterhand berührt auf.

Doch dann traute ich meinen Augen nicht mehr, denn was ich da sah, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Ist das Wirklichkeit, oder Träume ich?

Was wird mich hier erwarten und komme ich jemals wieder nach Hause, wenn das kein Traum sein sollte?

Es war eine eigene Welt für sich.

Häuser aus Kristallen und Edelsteinen, soweit mein Auge reichte. Alle Häuser waren leicht abgerundet, keine Ecken, keine Kanten. Die Fenster waren ohne Glas und die Türeingänge hatten keine Türen. Blumen, deren Farben und Formen noch kein Menschenauge gesehen hatte. Die Straßen waren aus Perlmutt, eingesäumt von kleinen, bunten Blumen und Kristallen.

Musik klang, die noch kein Menschenohr gehört hatte. Ein Duft hing in der Luft, den noch keine Menschennase gerochen hatte.

Diese Farben, diese Musik und der Duft, streichelten mein Herz und meine Seele. Ich sah Tiere, die ich noch nie gesehen hatte. Unbeschreiblich schöne Gestalten, voller Anmut, die es nur in meiner Phantasie gab. Aber auch Gestalten, die ich aus Sagen und Märchen kannte. Da schwebten Elfen und Feen durch die Lüfte, menschenähnliche Wesen mit Flügel und Vogelköpfen. Wichtelmännchen, Kobolde und sogar Einhörner waren anwesend.

Aber was mir jetzt auffiel, eine Sonne war zu sehen. Eine Sonne mitten in der Erde? Das glaubt mir kein Mensch. Sie leuchtete in einem zarten rosa. Als ich mich zur Seite drehte, nein, noch eine Sonne? Diese leuchtete ganz zart gelb. Und noch eine Sonne, diese leuchtete in einem herrlichen hellblau.

„Das ist nur ein Traum. Ich träume“, dachte ich mir.

Doch da stand das buckelige Männchen wieder neben mir und sagte: „Nein mein Freund, du träumst nicht“.

Hatte er meine Gedanken gelesen? Ich fragte ihn, wie er heiße und wo ich hier bin und vor allem, warum ich hier bin.