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Beschreibung

Manchmal kann ein kleiner Moment etwas Großes bewirken und ein Kuss ein ganzes Leben auf den Kopf stellen. Ob Zufallsbekanntschaft, ehemaliger Schulfreund oder Arbeitskollege – oft kommt das Glück in völlig unerwarteter Gestalt. Aber wenn man ihm begegnet, und wenn die Schmetterlinge im Bauch zu tanzen beginnen, stürzt man sich am besten kopfüber ins Abenteuer. Die Gewinnertexte des Schreibwettbewerbs zu Sophie Kinsellas Roman „Kein Kuss unter dieser Nummer“ haben eines gemeinsam – einen Kuss, der ein Leben für immer verändert ... Mit Geschichten von Malina Augustin, Bernadette Grohmann-Németh, Miriam Lang, Eveline Lindorfer, Andrea Margraf, Karin Pugliese, Konstanze Renken, Vanessa Richter, Cornelia Schubert und Wibke Schumacher

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Seitenzahl: 67

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Buch

Manchmal kann ein kleiner Moment etwas Großes bewirken und ein Kuss ein ganzes Leben auf den Kopf stellen. Ob Zufallsbekanntschaft, ehemaliger Schulfreund oder Arbeitskollege – oft kommt das Glück in völlig unerwarteter Gestalt. Aber wenn man ihm begegnet, und wenn die Schmetterlinge im Bauch zu tanzen beginnen, stürzt man sich am besten kopfüber ins Abenteuer.

Die Gewinnertexte des Schreibwettbewerbs zu Sophie Kinsellas Roman »Kein Kuss unter dieser Nummer« haben eines gemeinsam – einen Kuss, der ein Leben für immer verändert ...

Ein Kuss, der mein Leben verändert hat

Die Texte der 10 Gewinnerinnen

des Schreibwettbewerbs zu

Kein Kuss unter dieser Nummer vonSophie Kinsella

Originalausgabe Juni 2013

Das Ende der Dampfnudel © Malina Augustin

Ein Glücksfall © 2013 by Bernadette Grohmann-Németh

Unerwartet, unerhört © 2013 by Miriam Lang

Kuss ins Leben© 2013 by Eveline Lindorfer

»Talente finden Lösungen, Genies entdecken Probleme!«© 2013 by Andrea Margraf

Das Mauerblümchen © 2013 by Karin Pugliese

Zum Glück um die Welt © 2013 by Konstanze Renken

Kuss, Boom, Bang! © 2013 by Vanessa Richter

Ich könnte dich küssen! © 2013 by Cornelia Schubert

Ein nachmittäglicher Kussmarathon© 2013 by Wibke Schumacher

Copyright dieser Ausgabe © 2013

by Wilhelm Goldmann Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur, München

Umschlagmotiv: Image Source/Getty images

AB · Herstellung: Str.

ISBN 978-3-641-11996-6

www.goldmann-verlag.de

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Malina Augustin

Das Ende der Dampfnudel

Verdammter Mist!, denke ich und halte die Schrottkiste, die man im Überschwang wohl Handy nennen könnte, noch weiter Richtung Zugdecke, während die alte Dame neben mir mich misstrauisch anstarrt. »Bestimmt ging es den Menschen in der Steinzeit wirklich besser ohne diesen Elektronikkram«, meckert die sarkastische Gedankenstimme in meinem Kopf, während sich nun auch noch mein iPod, spärlich gesichert durch Kopfhörer, aus meiner Jackentasche abseilt.

In einer unmenschlichen Verrenkungsaktion versuche ich weiterhin, Empfang zu bekommen und meinen iPod vor der Begegnung mit dem Zugboden zu retten. Die Dame umklammert bei meinem Anblick ihre Handtasche, als hätte ich noch ’ne dritte Hand unter der Jacke, die nur darauf wartet, ihr Oma-Täschchen an sich zu reißen. »Die ist doch überhaupt nicht mein Stil«, beteuert die Stimme in meinem Kopf, und ich muss mich zusammenreißen, um nicht laut loszulachen. Also kichere ich leise vor mich hin, und die Lady sieht mich an, als hätte ich nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Ich sollte an dieser Stelle klarstellen, dass ich nicht verrückt bin und dass die Gedankenstimmen nur in Situationen wie jetzt Normalzustand sind, also wenn ich kurz vorm Durchdrehen stehe. Aber es gibt jetzt definitiv anderes zu bedenken als meinen Geisteszustand. Zum Beispiel, wie ich Chelsea, meine beste Freundin, erreiche. Der Zug fährt durch ein scheinbar ewiges Funkloch, während Empfang das Einzige im Leben wäre, das mir augenblicklich irgendwie weiterhelfen könnte. Na gut, das und stärkere Nerven, damit ich die Blicke der Frau neben mir ignorieren könnte und nicht meine Denkleistung dafür verschwenden müsste, mir Mordszenarien auszudenken.

Gerade halte ich meinen iPod wieder sicher in der Hand, als ich einen Empfangsbalken aufleuchten sehe. Mein Handy fängt an, Chelseas Nummer zu wählen, als hinter mir ein lautes »Fahrkarten bitte!« ertönt und ich vor Schreck das Telefon fallen lasse. »Mist«, entfährt es mir, und ich stürze mich auf den Boden, um das blöde Ding unterm Sitz hervorzuziehen, aus der hintersten Ecke natürlich.

Hinter mir räuspert sich der Schaffner. »Ja, Moment noch«, quetsche ich hervor, um ihm im nächsten Moment, strahlend wie ein Honigkuchenpferd, mein Handy zu präsentieren.

»Ihre Fahrkarte wäre mir lieber«, blafft er mich an – und auf dem Gesicht der alten Schachtel kommt ein belustigtes Grinsen zum Vorschein. Ich quittiere es mit mordlustigem Zähnefletschen und bemerke erfreut, dass sie sich nun wieder damit beschäftigt, ihre Tasche vor mir in Sicherheit zu bringen.

»Was ist denn nun?«, motzt der Schaffner, und ich überreiche ihm mit zuckersüßem Lächeln mein Ticket. Er nickt stumm – und ich werfe der Frau meinen Ha!-Blick zu. Meine Gedankenstimme summt ihre Siegesmelodie. Der Schaffner verlässt unseren Waggon, und ich widme mich hingebungsvoll der Aufgabe, diesen verflixten Empfangsbalken wiederzufinden.

Mit dem Anruf bei Chelsea will ich sie beauftragen herauszufinden, mit wem mein Freund mich betrügt, denn im Vergleich zu mir hat sie bestimmt Empfang.

Das erste Anzeichen eines Betrugs war, als er vom Skiurlaub mit seinen Kumpels zurückkam und ein blauer Fleck an seinem Hals prangte, den ich eindeutig als Knutschfleck identifizierte. Er behauptete, er wäre im Vollsuff gegen seinen Ski gelaufen und der wiederum wäre ihm gegen den Hals gefallen. Ein Ski, klar! Unglaublich, dass es nicht der Staubsauger gewesen war.

Dass er mir seit über einem Jahr das erste Mal wieder Blumen mitbrachte, machte es natürlich nicht gerade glaubhafter. Die Männer und die Schlechtes-Gewissen-Geschenke. Aber vorerst musste ich natürlich so tun, als glaube ich ihm. Die letzten Ferientage verbrachten wir gemeinsam bei seinen Eltern. Irgendwo im hintersten Dorf Deutschlands. Ich habe die Zeit genutzt, um sein Handy zu durchstöbern, und tatsächlich: Im hintersten Ordner seines Smartphones fand ich eindeutige SMS.

Bei ihr schien er sich im Bett definitiv mehr anzustrengen als bei mir, denn sie fand die Nächte mit ihm »wunderschön«. Leider hatte sie keinen Namen daruntergesetzt, und mein Freund war klug genug, die Nummer nicht einzuspeichern. Aber ich habe, schlau wie wir Frauen sind, die Nummer abgetippt, um sie Chelsea zu geben. Soweit ich weiß, ist ein Typ von der Telekom, mit dem sie mal was hatte, ihr noch einen Gefallen schuldig. Der kann uns bestimmt sagen, wem die Nummer gehört.

Endlich erreiche ich sie und erkläre ihr die Misere. Sie verspricht, sich sofort darum zu kümmern, teilt mir mit, dass wohl nicht nur der Name, sondern der ganze Stammbaum rausspringen wird. Meine Superfrau.

Zum ersten Mal, seitdem ich unterwegs im Zug bin, lehne ich mich zurück. Ich schließe die Augen – und erschrecke mich zu Tode, als ich plötzlich angetippt werde. Vor mir steht die alte Dame, und zu meiner Überraschung guckt sie nicht mehr grimmig, sondern fast schon liebevoll. Sogar ihre Tasche hat sie unbewacht am Platz stehen lassen. »Es geschehen noch Zeichen und Wunder«, stellt meine Gedankenstimme fest. »Sach ma, Kindchen, ich hab da grad zugehört. Was ist denn da los? Ich bin ja sonst nicht so neugierig, aber die Zugfahrt ist noch so lang, und was gibt’s denn Spannenderes als so einen kleinen Plausch?« Ich bin entzückt über ihr ehrliches Interesse an meiner Katastrophe, und durch ihr schüchternes Lächeln sind meine Mordfantasien sofort vergessen. Ich bin halt doch ein guter Mensch, das scheint selbst die Dame gemerkt zu haben. Sie setzt sich wieder auf ihren Platz. Zwischenzeitlich war sie wohl auf die Toilette gegangen, ohne dass ich es bemerkte.

Da ich sicher noch einige Zeit auf Chelseas Rückruf warten muss, erzähle ich der Frau, die sich als Gisela vorstellt, die ganze Geschichte. Auch den Plan, meinen Freund heute Abend auf der Geburtstagsparty eines Kumpels vor versammelter Mannschaft bloßzustellen und dann zu verlassen, verschweige ich ihr nicht. Es ist nämlich so, dass er schon einen Tag früher losgefahren ist, nach Hause, um das Geschenk für seinen Freund zu holen, und ich habe dankbar die Chance ergriffen, einen Tag Abstand von ihm zu haben, um an meinem Plan zu feilen.

Da der Zug – es ist der Zug weg von seinen Eltern – eh in die Richtung fährt, in die Richtung Heimatstadt und in Richtung Kumpel, wird mein Freund in einer halben Stunde dazusteigen. Bis dahin muss ich den Namen wissen!

Gisela muntert mich auf, indem sie Beleidigungen à la »alte Dampfnudel« für meinen Freund vom Stapel lässt. Fünf Minuten später ruft Chelsea an, sie hat den Namen herausgefunden: Jacqueline Schneider.

Triumphierend halte ich Gisela die Hand zum Einschlagen hin, sie nimmt und schüttelt sie ganz begeistert. Alte Frauen können so niedlich sein! Ich habe vor, meinen Freund bis zur Party in Sicherheit zu wiegen. Gisela ist begeistert von meinem Vorhaben. Das wird ein Spaß.

Noch zwei Haltestellen, bis der Mistkerl beziehungsweise die alte Dampfnudel dazusteigt. Gisela tätschelt mir beruhigend den Arm. It’s showtime, baby!