Verlag: DerFuchs-Verlag Kategorie: Fantasy und Science-Fiction Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2016

Ein Vampir fürs Leben E-Book

Sabrina Georgia

4.31578947368421 (38)
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E-Book-Beschreibung Ein Vampir fürs Leben - Sabrina Georgia

- Erweiterte und überarbeitete Neuausgabe - ISBN eBook: 978-3-945858-21-9 ISBN Taschenbuch: 978-3-945858-20-2 Durch ihre beste Freundin Sarah gedrängt, bewirbt sich die blonde Alexandra im Moonlight, dem bekanntesten Nachtklub der Stadt. Der Besitzer, Thomas Terrin, ist ihr von Anfang an sympathisch, und so lässt sie sich überreden, gleich als Bedienung anzufangen. Bereits nach dem ersten Abend häufen sich die seltsamen Ereignisse: Eine dunkle Gestalt in der Tiefgarage der Bar macht Alexandra und Kim eine Gänsehaut, dann wird Alexandras Freundin Sarah in der Nacht angegriffen. Thomas beschließt, ihr nicht mehr von der Seite zu weichen und findet, nachdem er Alexandra aus dem Krankenhaus abgeholt hat, einen Zettel vor ihrer Wohnung, den er ihr vorenthält. Stattdessen sorgt er für ihren Schutz. Der Privatdetektiv Steffen Marek – ein seltsamer Typ, jedoch ebenfalls nett – wird ihr Schatten und installiert ein Sicherheitssystem. Thomas vermutet einen Stalker – ein Gedanke, den Alexandra lächerlich findet. Erst als Thomas’ Bentley in der Tiefgarage zerkratzt wird und die Scheiben eingeschlagen werden, bekommt auch Alexa es mit der Angst. Und erneut ein Zettel: 'Kleine Warnung: Weg von ihr.' Der Stalker hat jedoch keine Ahnung, dass er sich da mit einem 379 Jahre alten Vampir anlegt …

Meinungen über das E-Book Ein Vampir fürs Leben - Sabrina Georgia

E-Book-Leseprobe Ein Vampir fürs Leben - Sabrina Georgia

Ein Vampir fürs Leben Ein Roman von Sabrina Georgia

Ein Buch aus der Reihe: Manchmal muss es eben Blut sein! »Ein Vampir fürs Leben«

- NEUAUSGABE -

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind
im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Ein Vampir fürs Leben
Sabrina Georgia
Erweiterte und überarbeitete Neuausgabe
Mai 2016
© 2016 DerFuchs-Verlag
D-69231 Rauenberg (Kraichgau)
info@DerFuchs-Verlag.de
DerFuchs-Verlag.de
Korrektorat: Ulrike Rücker, u.ruecker@DerFuchs-Verlag.de
Alle Rechte vorbehalten.
Das Werk einschließlich all seine Teile ist urheberrechtlich geschützt.
Alle Rechte, insbesondere die der Vervielfältigung, Verbreitung, Übersetzung und Verfilmung liegen beim Verlag. Eine Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen ohne Genehmigung des Verlags ist strafbar.
ISBN 978-3-945858-20-2 (Taschenbuch)
ISBN 978-3-945858-21-9 (Ebook)
Ich freue mich sehr, dass ich mein erstes Buch noch einmal überarbeiten konnte. Ich hoffe, euch gefällt das Ergebnis!

Prolog

Es war seine Chance, aus dem Gefängnis zu entfliehen. Sie hatten ihn nicht genug bewacht und nun atmete er endlich wieder frische Luft. Viel zu lang hatte man ihn eingesperrt. Seit seiner letzten Flucht waren zwei Jahre vergangen. Dieses Mal würde er keine Fehler machen!

Auf der Straße war er fast allein. Kein Wunder, so dunkel, wie es war. Wie viel Uhr sie wohl hatten? In seinem Gefängnis hatte es keine Uhrzeiten gegeben, nur die Zeiten zwischen den Notfällen und seinen Patienten.

Er seufzte und strich sich den Schweiß von der Stirn. Ihm war heiß, dann wieder kalt. Wie lange noch, bis ihn der Entzug komplett in die Knie zwang? Es war bereits einige Zeit vergangen, seit er seine tägliche Dosis erhalten hatte und sein Körper sehnte sich nach dem nächsten Ausflug ins Wunderland. Er musste weg von der Straße, brauchte ein Versteck für die nächsten Stunden, vielleicht auch Tage. Aber wohin sollte er gehen?

Die alte Dame bemerkte er erst, als sie an ihm vorbeilief. Sie winkte einer jungen Frau, die wieder in einem Laden verschwand. War sie so spät einkaufen gewesen? Sie trug eine Papiertüte vor der Brust, die schwer aussah.

»Kann man Ihnen behilflich sein?«, fragte er die alte Dame, die ihm ein Lächeln schenkte.

»Das ist wirklich sehr nett junger Mann, aber ich wohne genau da drüben. Ich schaffe es also ganz gut allein.« Sie deutete in Richtung eines Hauses, das aussah, als wäre es nicht bewohnbar. Hier lebte sicherlich kein Mann, der nach dem rechten sah.

Mit ein wenig Abstand lief er hinter der Frau her, wartete darauf, dass sich ihm eine Chance bot. Schnelle Schritte machten ihm klar: Er hatte nicht mehr viel Zeit. Sie suchten bereits nach ihm. Die Alte steckte gerade den Schlüssel ins Schloss, als er panisch hinter sie trat. Sie wollte sich wehren, aber er schlug ihr einmal kräftig gegen ihre Schläfe. Sie sackte in sich zusammen und er drückte ihren schlaffen alten Körper durch die Haustür, dann schnappte er sich die Tüte, die zu Boden gefallen war, und nahm diese an sich. Ja keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Er war nicht hier.

Das Haus war verlassen, wie er vermutet hatte. Die alte Frau wohnte allein. Eilig öffnete er eine Tür im Flur, die sich als Schrank für Jacken und Mäntel herausstellte, und legte die Frau hinein. Ihr Puls war schwach, aber sie lebte, als er sie einschloss. Also war er zumindest nicht auch noch zum Mörder geworden.

Er musste sich ausruhen. Die Welt begann sich um ihn zu drehen und mit Mühe und Not schleppte er sich ins Wohnzimmer, wo er auf der Couch zusammenbrach. Eine gnädige Ohnmacht suchte ihn heim, ehe er sich weitere Sorgen um die Zukunft machen konnte.

Sein letzter Gedanke war eine Frau mit goldblondem Haar. Er musste sie finden. Er musste sie einfach finden.

1

Hast du die Zeitung heute schon gelesen? Da ist ein Stellenangebot drin, das ist wie für dich gemacht.« Alexandras beste Freundin Sarah tippte auf eine Zeitungsseite und knabberte genüsslich an ihrem Toast.

Alexandra war ihrer Freundin immer wieder dankbar, dass sie die Zeitungsanzeigen für sie durchforstete. Ihr fehlte dafür einfach die Geduld. Das war schon immer so gewesen. Wenn sie nicht gleich irgendetwas unternehmen konnte, wurde sie hibbelig. Sarah dagegen hatte das Durchhaltevermögen, um im Leben weiter zu kommen. Das war vermutlich auch der Grund, wieso sie einen super Job hatte und Alexa dagegen nur als Bedienung arbeitete.

»Worum geht es denn in dieser Anzeige?«, wollte Alexandra wissen und reichte Sarah noch einmal das Marmeladenglas, in welches Sarah den Toast hineinzutunken pflegte. Alexandras Freundin schien es nie für nötig zu halten, sich auf normale Weise das Toastbrot zu beschmieren. Immer wieder schnitt sie den Toast in kleine Stäbchen und dann rein damit ins Glas. Ein Grund, wieso Alexandra nur kleine Marmeladengläser Zuhause hatte. Nach vier Tagen waren die Krümel in den Gläsern einfach nur noch ekelhaft. Aber wieso sollte man Sarah ändern? Sie akzeptierte schließlich auch die Macken der anderen. Und Alexandra hatte ebenfalls mehr als genug davon. Sie war flippig, neugierig, verplappert und konnte ihre Nase einfach nicht aus den Angelegenheiten anderer heraushalten. Außerdem sagte Sarah immer, sie wäre treudoof bei neuen Bekanntschaften. Alexandra fand das nicht schlimm. Sie war nun einmal ein ›Spring ins Feld‹, was sich vermutlich auch niemals ändern würde.

»Bedienung gesucht. Arbeitszeit von 19 bis 2 Uhr nachts. Keine Putzarbeiten, nur Bedienung und das Trinkgeld darfst du auch behalten. Und soweit ich herauslesen kann, ist das ein echt schicker Laden. Schmuddelbars in dieser Gegend sind mir nicht bekannt.« Sarah betrachtete noch einmal das Stellenangebot und grinste breit. »Und es ist perfekt für dich, du Nachteule.«

Alexandra zog die Zeitung näher zu sich heran und betrachtete die Anzeige genauer. Sie war heute erst erschienen. Das Moonlight kannte sie von Erzählungen. Gäste der Bar, in der sie noch arbeitete, erwähnten es ab und an. Es war anscheinend eine dieser Diskotheken, in der es auch für den schwierigsten Kunden ein Getränk auf der Karte gab. Alexa vermutete, dass sie keine Chance bei einer Bewerbung hatte. Solche Nachtklubs waren meist gut besetzt und auch sehr wählerisch. Ihr Blick blieb an der Telefonnummer am unteren Rand des Inserats hängen. Es war eine Handynummer und daneben stand ein Name: Thomas Terrin. Er war anscheinend der Besitzer des Nachtklubs. Alexandra hatte noch nie von diesem Mann gehört. In irgendwelche Skandale ließ er sich also nicht verwickeln.

»Ruf doch einfach mal da an und frag, ob du dich vorstellen kannst«, schlug Sarah vor und versenkte ihren Toast erneut im Marmeladenglas, bis er rundum bedeckt wieder zum Vorschein kam.

»Du weißt doch, dass ich am Telefon nie weiß, was ich sagen soll. Das wird sicherlich ein Fiasko. Außerdem rechne ich bei meinem Lebenslauf nicht wirklich mit einer Zusage.«

»Ach was. Das wird schon.« Sarah reichte ihr das Telefon und Alexandra stellte erschrocken fest, dass ihre beste Freundin bereits gewählt hatte.

»Terrin.«

Hektisch zog Alexandra den Telefonhörer ans Ohr, als sie leise die Stimme eines Mannes vernahm. Verdammt! Was sollte sie nur sagen?

»Alexandra Simon hier. Ich rufe wegen Ihrer Anzeige in der Zeitung an. Die Stelle als Bedienung«, stotterte Alexandra verlegen ins Telefon. »Ich wollte nachfragen, ob und wann man sich bei Ihnen vorstellen könnte. Oder wollen Sie vorab lieber irgendwelche Unterlagen haben?«

Oh Mann! Sie würde sich nicht wundern, wenn er einfach auflegte. Ihr Gestottere war echt peinlich!

Die Männerstimme am anderen Ende war jedoch sehr freundlich und angenehm und er schlug vor, dass sie gerne mit ihren Bewerbungsunterlagen um 16 Uhr im Moonlight vorbeischauen könnte. Sie sollte am Eingang warten und er würde ihr dann die Tür öffnen.

Alexandra bedankte sich und legte auf. Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Was sollte das? So aufgeregt war sie nun auch wieder nicht gewesen. Aber diese Stimme  ...

»Na, das hörte sich doch gar nicht schlecht an«, gab Sarah ihr einen freundschaftlichen Klaps und packte ihre Sachen zusammen. Alexa wurde aus ihren Gedanken gerissen und schüttelte nun den Kopf. »Ich muss leider gleich los. Hab mal wieder eins dieser Meetings, die kein Mensch braucht.«

Sie knuddelte Alexandra zum Abschied, schnappte sich ihre Handtasche und rauschte an ihr vorbei zur Tür. Das war typisch für Sarah. Sie war im Grunde immer auf dem Sprung und in Eile. Alexa war davon überzeugt, dass Sarah erst Ruhe finden würde, wenn sie keine Kraft mehr hatte. Und das konnte dauern.

»Ruf mich später mal an, wie es gelaufen ist! Ich drücke dir die Daumen«, rief sie Alexa aus dem Treppenhaus aus zu und weg war sie.

Alexandra blieb noch ein kleines Weilchen auf die Tür starrend stehen, als würde Sarah gleich wieder hereinmarschiert kommen. Sarah arbeitete in einer Marketingagentur als sogenannter Creative Director und hatte sich vermutlich dadurch angewöhnt, alles nur noch im Eilschritt zu erledigen. Mit ihren 29 Jahren hatte sie nach Alexandras Meinung alles hinter sich, was manch anderer im ganzen Leben nicht zusammenbrachte. Sie hatte bereits einen Ex-Ehemann, der, bis auf die Tatsache, dass er ein Charmeur gewesen war, keinen wirklichen Beruf nachging und nun in ihrem Ex-Haus wohnte. Sie zahlte ihm Unterhalt. Ihr Ex-Hund wohnte auch bei diesem Schwerenöter. Oft sagte Sarah, dass sie froh war, dass sie wenigstens das Kinderkriegen ausgelassen hatte. Seit Neuestem interessierte sich Alexandras beste Freundin angeblich auch nicht mehr für Männer, na ja, bis auf eine kleine Ausnahme vielleicht: Markus. Mit dem war sie immer mal wieder zusammen, wenn sie nicht allein sein wollte oder sie eine Begleitung für die Öffentlichkeit brauchte. Markus machte es mit und war perfekt für diese Rolle, auch, wenn Alexa ihn eher für einen Langweiler hielt. Für sie brauchte ein Mann einfach mehr, als nur ein gutes Einkommen und, dass ein Anzug ihn kleidete. Sie stand wohl mehr auf die gefährlichen Jungs.

Sarahs wahre Liebe galt im Übrigen auch eher ihrer Karriere. Alexandra hatte sich manche Eifersüchtelei angetan, denn ihre Freundin könnte sicherlich einige Männer haben, wenn sie es nur wollte. Sie war groß, schlank und sah mit ihrem schwarzen Haar wirklich rassig aus. Hinzu kam, dass sie sich immer stylte, als wolle sie den nächsten Schönheitswettbewerb gewinnen.

»Das macht man so, wenn man im Marketing wirklich groß rauskommen will. Man muss sich schließlich auch immer selbst vermarkten«, hatte sie Alexandra einmal erklärt, die immer nur brav nickte, wenn die ›Sarah-Weisheiten‹ zu viel für sie wurden.

Das war einfach nichts für Alexa. Sie hielt nicht sonderlich viel von Schminke und fand, sie sah auch so nicht schlecht aus. Ein wenig Eyeliner und ein bisschen Lipgloss reichten ihr meist schon aus, um sich gepflegt zu fühlen. Sie war eher der ›natürliche Typ‹ Frau, zumindest hatte ihre Mutter das immer zu ihr gesagt. An ihren eins siebzig Körpergröße und der weiblichen Figur konnte sie sowieso nichts ändern und wollte es im Grunde auch gar nicht. Sie hatte eine normale Figur und war für Sarahs Begriffe zwar unscheinbar, aber zumindest mochte sie sich und ihren eigenen Look. Ihre blonden Haare mochte sie an sich besonders, denn es brachte die meisten Männer dazu, sie für doof zu halten. Na ja. Einer blonden Bedienung mit nettem Lächeln gab man auch gern ein bisschen mehr Trinkgeld, deshalb würde sie niemals wagen, sich über dieses Schubladendenken zu beschweren. Schade nur, dass sie seit ihrem Umzug nach Deutschland nicht viel davon gehabt hatte.

Alexandra hatte schon immer ihr Pech mit den Arbeitsstellen gehabt. Entweder, es war der falsche Ort und die falsche Zeit gewesen oder die Arbeitsbedingungen waren nicht optimal. Christopher zum Beispiel, der Barbesitzer, bei dem sie gerade jetzt öfter aushalf, nahm ihr jeden Abend das Trinkgeld ab oder kürzte es. Er fand immer wieder alle möglichen Gründe, etwas von ihrem hart erarbeiteten Geld einzubehalten, und wenn es nur ein zerbrochenes Glas eines Kunden war.

Alexandra sah auf die Uhr. Es war erst 11. Sie hatte also noch jede Menge Zeit, bis sie im Moonlight zum Vorstellungstermin musste. So beschloss sie, sich erst einmal ein schönes, heißes Bad zu gönnen und dann in ihrem Kleiderschrank nach etwas Passendem zu suchen. Hoffentlich gab es da wirklich noch etwas, was keine Flecken hatte oder komplett verwaschen war. Der Job bei Christopher hatte den Inhalt ihres Kleiderschranks seit einiger Zeit stark in Mitleidenschaft gezogen. Leute, die in eine Kneipe gingen, um sich ernsthaft einen Rausch anzutrinken, waren leider nicht die angenehmsten Gesellen und aus Alexas Erfahrung heraus wusste sie nun, dass sie auch nicht die Saubersten waren.

2

Thomas Terrin betete um Geduld. Er stand in seinem Hausflur und versuchte zu entscheiden, was er mit dem Telefon machen sollte, an dessen anderem Ende seine Mutter hing, die unentwegt sein Bestes wollte. Das behauptete sie zumindest immer.

»Es wird wirklich langsam Zeit, dass du eine Frau findest. Daniela – Julias Tochter – ist wirklich ein sehr nettes Mädchen, und außerdem hat sie eine ganz wundervolle Gabe. Sie kann erkennen, wenn jemand Potential hat, und kann das fördern. Sie ist Lehrerin, weißt du.«

»Mutter, ich möchte mein Potential nicht fördern lassen. Ich bin mit meinem Leben zurzeit sehr zufrieden, danke. Bitte hör damit auf, mich verkuppeln zu wollen«, grummelte Thomas und warf einen Blick auf seine Armbanduhr. Es war kurz vor 2 Uhr mittags. Seine Mutter Evelyn meinte es ja nur gut, das wusste Thomas, aber heute hatte er andere Dinge im Kopf. »Ich muss zur Arbeit. Es hat sich jemand auf die Stelle als Bedienung gemeldet, und ich muss mich noch darauf vorbereiten.«

Evelyn wunderte das zum Glück nicht und sie ließ sich nach wenigen weiteren Worten abwürgen. Seine Mutter wusste, wie sehr er Vorstellungsgespräche hasste. Er stellte am liebsten Freunde und Bekannte seiner Mitarbeiter ein, denn dann wusste Thomas, woran er war. Neue Menschen brachten meist nur Probleme mit sich. Leider hatte er diesmal keine andere Wahl gehabt, denn den Mädels waren die Freundinnen ausgegangen, die Kellnern als Traumberuf ansahen, und das Moonlight brauchte dringend frisches Blut.

Alexandra Simon hatte eine sehr nette Stimme gehabt, und aus irgendeinem Grund war Thomas ganz versessen darauf, sie persönlich kennenzulernen. Er hoffte nur, dass ihre Unterlagen in Ordnung waren und sie nicht unansehnlich war. Ein Klub brauchte nun einmal seine hübschen Bedienungen, sonst lief es nicht ganz so gut.

Fest entschlossen, den Tag heute mit einer Einstellung zu beginnen, marschierte Thomas durch das große Tor seiner Garage und stieg kurz darauf in seinen Audi, obwohl die Auswahl groß war. Heute stand ihm der Sinn nach diesem Wagen. Er war bequem, sportlich und passte irgendwie, denn er wollte nicht unnötig protzig wirken. Mit einem Grinsen ließ er den Motor aufheulen. Was für ein Wagen.

Normalerweise dauerte es nur zwanzig Minuten bis zum Moonlight. Automatisch suchte der Wagen nach einem Radiosender. Nachrichten. Immer, wenn Thomas unterwegs war, liefen die Nachrichten. Seufzend suchte er einen anderen Sender, aber überall gab es nur Nachrichten. Konnte es nicht wenigstens einen Sender geben, dem die Welt einfach mal egal war? Anscheinend gab es das nicht. Schlussendlich schaltete er von Radio auf MP3 um. Thomas mochte ältere Musik, so wie die Beatles oder die Rolling Stones, aber manche moderneren Lieder waren auch nicht schlecht, zumindest die, die leicht ins Ohr gingen.

Es war eigentlich kein Wunder, dass Thomas eher die Oldies bevorzugte, denn im Grunde war selbst das noch moderne Musik für ihn. In der Zeit, in der er geboren war, gab es solche Lieder nicht, zumindest nicht solche mit E-Gitarre und Schlagzeug. Vielleicht hatte er deshalb eine weitere Vorliebe für Beethoven, Mozart und Vivaldi. Die Melodien, die sein Herz im Sturm eroberten, würde er nie wieder vergessen.

Ein durchgeknallter Motorradfahrer, der Thomas die Vorfahrt nahm, machte ihm klar, dass er sich mehr auf den Straßenverkehr konzentrieren musste. Noch ein Ding der modernen Zeit, die er verachtete. Alle waren im Stress und niemand achtete auf den anderen. Gut nur, dass er in seiner eigenen kleinen Welt leben konnte und, bis auf die Gäste seines Nachtklubs, die Gesellschaft von Normalsterblichen mied. Vermutlich würde er niemals zu ihnen gehören. Thomas fuhr durch die Straßen in Richtung Moonlight und beobachtete die Menschen, die entweder auf dem Weg zur Arbeit waren oder vielleicht sogar schon auf dem Nachhauseweg. Sie hatten keine Ahnung, dass Wesen seiner Art unter ihnen lebten, wie ganz normale Menschen.

Fakt jedoch war, dass sie existierten ... und sie waren nicht alle so umgänglich wie Thomas. Manche seiner Art konnte man ›speziell‹ nennen, manche auch brutal, doch in seiner Familie waren solche Verirrungen nicht vorhanden. Die Terrins gingen immer mit bestem Beispiel voran. Das war schon seit Jahrhunderten der Fall und würde sich vermutlich niemals ändern.

3

Er hatte sie gesehen, als sie von ihrer Arbeit nach Hause gelaufen war. Sie sah noch genauso aus, wie früher. Vielleicht sogar noch hübscher, da sie nicht mehr ganz so abgemagert war. Es tat ihr sichtlich gut, dass sie nicht mehr drei Jobs nachging, obwohl ihm der Umgang weniger gefiel, den sie nun pflegte. Allein schon ihr Boss war einer von den Kerlen, die ihre Finger nicht von hübschen Bedienungen lassen konnten. Ein schmieriger Typ war dieser Christopher und, wenn er sich nicht bald änderte, würde er dem ganzen ein Ende bereiten, so wahr ihm Gott half. Nun stand er noch immer unschlüssig vor ihrer Haustür und überlegte, was er machen sollte. Sollte er bei ihr klingeln? Sie wäre sicherlich nicht sehr erfreut über seinen Besuch, denn er hatte ja alles Mögliche getan, dass sie nicht mehr an ihn dachte. Wieso bekam er sie nur nicht aus seinem Kopf? Was hatte sie an sich?

Eine Frau kam aus dem Haus gelaufen und das Gesicht kam ihm seltsam bekannt vor. Er hatte es damals immer auf Bildern betrachtet und versuchte, sich an den Namen der Frau zu erinnern. Wie hatte Alexa sie nur genannt? Sonja? Nein. Lara? Das war es auch nicht gewesen.

Die Frau strich sich die Haare aus dem Gesicht und verwuschelte es, um eine Löwenmähne zu bekommen. Er hatte keine Ahnung, wieso sie dies tat, doch bei dieser Bewegung fiel bei ihm der Groschen. Sarah! Das war Alexandras Freundin Sarah. Sie war diejenige gewesen, die Alexa aus Russland geholt hatte. Dank ihr hatte es eine kleine Ewigkeit gedauert, seine Frau zu finden.

Sarah hatte ihr Handy ans Ohr gedrückt und schien sich bereits mit jemandem zu unterhalten, denn er schnappte einige der Gesprächsfetzen auf.

»Danke Mario, das ist lieb von dir. Ich hole die Sachen dann später ab. Markus möchte mich gleich noch nach dem Meeting treffen. Er sagte was von einer Überraschung. Ich lasse es wie immer auf mich zukommen«, zwitscherte sie ins Handy und er fand ihre Art jetzt schon nervtötend. Sie war so anders als Alexandra. Wie waren die beiden nur Freundinnen geworden? Er überlegte, ob Alexa es ihm gegenüber einmal erwähnt hatte. Natürlich fiel es ihm nicht ein. Seit seiner Flucht war er so zerstreut und einen klaren Gedanken zu fassen, machte ihm weiterhin Schwierigkeiten. Stress konnte wirklich faszinierende Nebenwirkungen haben. Oder vielleicht lag es an der Gefangenschaft, die er hinter sich hatte und dem Drogenkonsum. Er musste eine Möglichkeit finden, sich mit der ›Familie‹ auszusöhnen, bevor die ihn wieder erwischten. Er brauchte jemanden, durch den er sich freikaufen konnte.

»Deine Freundin gefällt mir. Sie hätte vermutlich gute Karrierechancen in einem meiner Lokalitäten«, hatte Maksim einmal zu ihm gesagt und sein Gesichtsausdruck hatte ihm verraten, dass er damit keine Stelle als Bedienung gemeint hatte. Der Handlanger der Mafia in Russland hatte sich auf Prostituierte spezialisiert. Er hatte es immer wieder genossen, diese für sich zu gewinnen, besonders gern aus Familien, die der Mafia Geld schuldeten. Es war ein Leichtes für ihn, solche Opfer zu finden. Die Frage war nun, ob es seine letzte Möglichkeit war, Alexa zu opfern.

»Alexa? Die hat heute ein Vorstellungsgespräch im Moonlight. Drücken wir ihr die Daumen.« Sarahs schrille Stimme zog ihn wieder in die Realität zurück und er stand noch immer vor Alexandras Wohnung. »Ja ich bin auch gespannt.«

Ihre Freundin Sarah hatte mittlerweile einem Taxi gewunken, das sich langsam näherte. Es wäre so leicht dieser Frau einen kleinen Schubs zu geben und ihr Leben zu beenden. Keine Person mehr, die Alexa vor ihm verstecken würde. Leider zögerte er zu lang und das Taxi hielt direkt vor ihr. Sie zog sie Tür auf, nicht ahnend, wie viel Glück sie gerade gehabt hatte.

»Ach, du kennst das Moonlight? Ist der Laden gut? Ich war bis jetzt noch nie dort«, verkündete Sarah und lauschte dann den Worten ihres Handys. »Ach so. Da muss Alexa dann mit dem Auto hin. Stimmt. Bus wäre zu umständlich. Naja. Sie wird es schon schaffen. Es lebe das Navi.«

Er lächelte. Nicht, wenn es nach ihm ging. Er brauchte Alexandra vielleicht, um sich freizukaufen. Einen anderen Preis hatte Maksim ausgeschlagen und bis jetzt fiel ihm auch keine bessere Lösung ein. Er musste seine Optionen überdenken.

Kaum war das Taxi verschwunden, zückte er sein Messer. Er hatte keine Ahnung, welches Auto Alexa gehörte, aber das machte auch nichts. Mit Schwung rammte er sein Messer in die Reifen der wenigen Autos, die in der Straße geparkt waren. Alexandra hatte noch nie weit weg von der Wohnung geparkt. Sie war bequem und mochte es zum Glück einfach. Damit musste es einer dieser Wagen sein.

Das leise Zischen der Luft, die aus den Reifen strömte, beruhigte seine Nerven etwas. Er musste ihre Kontakte unterbinden, bis sie wieder allein war. Dann würde es ein Kinderspiel sein, sie mit sich zu nehmen. Er musste nur verhindern, dass irgendjemand sie suchte.

Er musste sie Stück für Stück separieren.

4

Kurz vor 16 Uhr stand Alexandra keuchend vor dem Moonlight und schnappte immer wieder nach Luft. Obwohl der Morgen so gemütlich begonnen hatte, war er zum Albtraum mutiert. Erst hatte sie feststellen müssen, dass irgendjemand ihr die Reifen des Autos zerstochen hatte, war dann, um nicht zu spät zu kommen, zur Bushaltestelle gehastet, wo der Bus – oh Wunder – vor ihrer Nase abgefahren war. Der Nächste fuhr erst zehn Minuten später, und der Fahrer erklärte ihr dann, an welcher Haltestelle sie raus musste, da leider eine Baustelle auf der Strecke war und ihre gewünschte Haltestelle nicht angefahren werden konnte. Die von ihm genannte Haltestelle war noch einen strammen Fußmarsch von gut zehn Minuten vom Moonlight gewesen, und so war Alexandra fast gerannt, um doch noch pünktlich zu sein.

»Noch rechtzeitig!«, hatte sie gejubelt, ehe das größte Unglück passierte. Ein Mann mit einem doch recht heißen Kaffeebecher kam gerade aus dem Café neben dem Moonlight, als Alexandra ihm in den Weg stolperte. Er entschuldigte sich zwar und nahm die Schuld auf sich, doch nun sah Alexandra aus, als hätte sie sich mit jemandem im Dreck gewälzt. Was für eine Katastrophe!

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