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Der Begriff ‚dialogisch‘ verweist auf die Theorie des Philosophen Martin Buber, der die Begegnungen von Menschen untereinander als einen nicht nur sprachlich geführten Dialog beschreibt. Was diese Vorstellung für die Haltung in der Sozialen und pädagogischen Arbeit bedeutet, zeigen die Beiträge dieses Sammelbandes, die auf den praktischen (Forschungs-)Erfahrungen von Student*innen der Fachhochschule Bielefeld in Schulen und Kindertagesstätten beruhen. Zuhören, unmittelbare Fragen stellen und eigene Gefühle beschreiben sind nur einige der „Instrumente“, die in der dialogischen Kommunikation angewendet werden. Und vor allem steht: sich auf den anderen einlassen. Diese Haltung in der täglichen Arbeit, sei es in der Kommunikation mit den Kindern und Jugendlichen oder auch mit Eltern und Kolleg*innen, durchzuhalten ist nicht einfach – aber es lohnt sich. Das zeigen die hier vorliegenden Berichte zur Praxisentwicklungsforschung und Darlegungen zum Dialogischen Prinzip deutlich auf: Was erst als Irrgarten erscheint, zeigt sich später als singulärer Weg im Labyrinth des Zwischenmenschlichen. Die Lektüre des „Wegweisers“ gibt nicht nur Akteuren in Schulen und Kindertagesstätten wertvolle Impulse für die eigene Arbeit, sondern stellt auch eine ideale Grundlage für die Fort- und Weiterbildung dar. Mit Beiträgen von Gonca Can, Linda Diekmannshenke, Friederike Hamann, Leonor Rayén Hermosilla Daza, Jörg-Florian Holtmann, Susanna Matt-Windel, Christiane Möcker, Cornelia Muth, Lara Schlenkhoff und Ivone da Costa Veiga Silvestri.
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Seitenzahl: 357
Veröffentlichungsjahr: 2014
ibidem-Verlag, Stuttgart
An dieser Stelle möchte ich mich als Herausgeberin der vorliegenden Dokumentation und Co-Leiterin des Dialogischen Praxisentwicklungsprojektesdes Fachbereiches Sozialwesen der Fachhochschule Bielefeldbei allen beteiligten Institutionen sehr herzlich bedanken. Die am Dialog interessierten und engagierten Kolleg*innen und Mit-Forscher*innen vertraten die KindertagesstätteUbbedissendes Arbeiterwohlfahrtverbandes Ostwestfalen-Lippe, die Offene Ganztagsgrundschule derBierpohlschulein Minden, die Offene Ganztagsschule derEichendorffschulein Bielefeld,das Berufsförderungszentrum Gütersloh–Kolping-Bildungszentren Ostwestfalen gem. GmbHmit den OffenenGanztagsgrundschulenNeißewegundBlankenhagen, die Tagesgruppe Halle der Jugendhilfe der Stiftung Bethel und das Zentrum täglicher Betreuung in Valdivia in der Trägerschaft des chilenischen Lutherischen HilfswerkHogarLuterano.
Doch nicht nur diesen Menschen gilt unser (= Projektleitung, Projektstudent*innen,Bachelorstudent*innen, Promovendinund Supervisorin) besonderer Dank, sondern auch den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die ihr Sein in den Einrichtungen mit uns Co-Forschenden teilten.
Schließlich bedanke ich michaufrichtigbei Johannes Schopp, der mich alsEltern-Dialogbegleiterauf die Forschungsidee brachte. Ein ganz inniger Dank geht an meine Kollegin ChristianeMöcker, die als Leiterin des Praxisreferates der Fachhochschule Bielefeld und weitere Co-Leiterin des Projektesmitgewirkt hat: Ohne sie hätte der Dialog mit den genannten Praxisstellen nicht begonnen!
Bielefeld-Berlin im Mai 2014
Cornelia Muth
ChristianeMöcker
1.Einleitung
2.Leitende Gedanken zur Gestaltung der Verknüpfung von Theorie und Praxis in der Vermittlung von Dialogkompetenz
3.Beispielhafte Einheiten der Verknüpfung von Theorie und Praxis in der Vermittlung von Dialogkompetenz
4.Schlussbetrachtung
5.Anhang
»Der Stein spricht.
Das ist mir noch nie passiert: Ich denke, es liegt entweder am Sand, der sich setzt, oder der Stein ist zu schwach. …
Der vierte Zusammenbruch (des Kegels aus Steinen im Angesicht der aufkommenden Flut, CM). ….
Und jedes Mal habe ich den Stein ein bisschen besser kennen gelernt. …
Das gehört zu den Dingen, die meine Kunst erreichen will.
Sie versucht, den Stein zu verstehen.
Offensichtlich verstehe ich ihn nicht gut genug … noch nicht.«(Goldsworthy2001)
Diese Aussage des Land-Art-Künstlers AndyGoldsworthywar Annäherung und Inspiration zugleich: Eine Annäherung an eine dialogische Haltung, eine Inspiration, über wahrhaftige Beziehungen nachzudenken und sich mit Blick auf unser eigenes Projekt imsozialarbeiterischenund pädagogischen Kontext anregen zu lassen. Als Frage nach dem Verhältnis vom»Ich«zum Gegenüber, hier also zum»Stein«, war sieTeil einer anwendungsorientierten Übung zur Entwicklung dialogischer Kompetenz im Rahmen unseres P2-Praxisprojektes zur dialogischen Kommunikation in der Erziehungs- und Bildungspraxis. Wie passen nun der Künstler, der Stein und Soziale Arbeit und Kindheitspädagogik zusammen?
Im Sinne Martin Bubers meint Dialog eine Ich-Du-Haltung, eine auf Gegenseitigkeit beruhende,wahrhaftige Beziehung (vgl. Buber 1995,S.8), eine Beziehung, bei der sich der Mensch wertschätzend auf seinen Mitmenschen einlässt und sich von ihm berühren lässt, eine Beziehung, die von Respekt gegenüber derAnder(s)heitdes/der Anderen und gegenseitigem Wahrnehmen gekennzeichnet ist (vgl. Muth 2013a,S.56f und dies. 2012). Intention war, damit Kernelemente aufzugreifen, die als wesentlich fürSoziale Arbeit angesehen werden: Kommunikation als deren unabdingbare zentrale»Tätigkeitsform«, die auf Verständigung, Aufbau von Vertrauen und Beziehungsarbeit beruht, und Handlungsorientierung, die die Klient*innen an der Entwicklung der Ziele und an der Entwicklung der Wege dorthin partnerschaftlich beteiligt (vgl.Seithe2013,S.36f.).
Der Weg der Annäherung an eine dialogische Haltung und Forschung führte uns über verschiedene Ebenen, die von dem Bestreben eines kontinuierlichen Prozesses mit wechselseitigen Beziehungen zwischen Theorie und Praxis in der Lehrveranstaltung wie auch in den Praxisphasen geprägt war. Dialog sollte also auf allen Ebenen zugleich Ziel, Mittel und Weg sein.
Im Folgenden werden zunächst leitende Gedanken für die pädagogisch-didaktische Gestaltung des Lehr- und Lernarrangements des Praxisprojektes vorgestellt, um diese dann mit einigen exemplarisch ausgewählten Einheiten der Verknüpfung von Theorie und Praxis, die sich in unserem Kontext auf Lehre, auf praktische Sozialarbeit und Kindheitspädagogik sowie auf Forschung bezog, zu veranschaulichen.
Ein grundlegender Anspruch, der mit demStudiuminsbesondere an Fachhochschulen verbunden wird, ist eine anwendungsorientierte Wissenschaft, in der die Verknüpfung von Theorie und Praxis eine herausragende Rolle spielt. Nach Heide vonFeldenkönnen Theorie und Praxis als zwei Bereiche angesehen werden, die ihren jeweiligen Eigensinn haben und sich durch unterschiedliches Wissen und unterschiedlicheLogikenausweisen (vgl. von
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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