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"Im Rausch des Meeres – Eine Elfe zu Halloween" ergänzt die Handlung des Romans "Im Rausch des Meeres - Erwachen" um ein weiteres Ereignis im Leben der jungen Okeanide Johanna. Begleite sie auf ihre erste Halloweenparty im Kult-Café Zum schmelzenden Kessel. Das eBook bietet kurzweilige Unterhaltung und humorvolle Momente, auch ohne Vorkenntnisse der Hauptgeschichte.
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Eine Elfe zu Halloween
Nachwort
Impressum
Patrick Grabowski
Im Rausch des Meeres
Eine Elfe zu Halloween
„Eine Elfe zu Halloween“ ergänzt die Handlung des Romans „Im Rausch des Meeres - Erwachen“ um ein weiteres Ereignis im Leben der jungen Okeanide Johanna. Begleite sie auf ihre erste Halloweenparty im Kult-Café Zum schmelzenden Kessel. Das E-Book bietet kurzweilige Unterhaltung und humorvolle Momente, auch ohne Vorkenntnisse der Hauptgeschichte.
Hinweis für Leser:innen des Hauptwerks
„Eine Elfe zu Halloween“ spielt in der Woche nach dem Oktober-Vollmond 2021 und setzt innerhalb des Kapitels „Herbststürme“ an. Es eignet sich, nach folgender Stelle anzusetzen:
Print-Ausgabe Seite 358:
[...] Von Malte höre ich in der Zeit nichts. Ein Teil von mir wünscht sich beinahe, von ihm zu hören, hofft auf ein weiteres Date. Der andere Teil genießt einfach die schöne Erinnerung an den Abend. Laura hat nur einmal nach Malte gefragt und ihren „Ich-habe-dich-gewarnt“-Blick aufgesetzt, als ich vom Ausgang des Abendessens erzählt habe. Zu sagen, dass sie diesen Seitensprung verzeiht, ist vielleicht etwas weit gegriffen, aber nach dem gemeinsamen Erlebnis mit Matthias an meinem ersten Vollmond, scheint sie mein neuestes Abenteuer weniger zu stören. Eher zu belustigen, wie tollpatschig ich in ein Date hineingestolpert bin. Sie vermutet sogar Absicht hinter der verschütteten Cola. Ich bin mir da nicht so sicher. Diese Art Heimtücke möchte ich ihm nicht zutrauen. [...]
Eine Elfe zu Halloween
Montag, 25. Oktober 2021
„Also, als willst du dich verkleiden?“ Matthias' Stimme reißt mich aus meinen Gedanken und einen Moment dauert es, bis ich wieder weiß, wo ich bin. Den Kopf in Lauras Schoß, die Füße auf Matthias Oberschenkeln, liege ich auf meinem Wasserbett und muss während der Fußmassage gänzlich in einen Tagtraum abgedriftet sein. Es war wieder einer der Momente, in denen ich aus harmlosen Dingen mehr wurde. Aus der Fußmassage eine innige Umarmung. Und daraus … seufzend hebe ich leicht meinen Kopf und schaue ihn fragend an. „Verkleiden? Ich? Hatten wir nicht eben noch über die Schule gesprochen?“ Er grinst vom Sitzsack zu mir hoch. Statt ihm antwortet Laura amüsiert kichernd: „Jona, du bist einfach … Sag nicht, du hast die letzte halbe Stunde einfach vor dich hin geträumt!“ Also sage ich es nicht, protestiere aber mit einem beleidigten Blick, als Matthias die Fußmassage beendet und meine Beine von sich schiebt. Widerwillig lasse ich es geschehen.
„Vielleicht sollten wir solche Ablenkungen sein lassen, wenn wir etwas besprechen wollen“, erklärt er schmunzelnd und streckt sich. Ich setze mich auf und rutsche neben Laura an die Wand. Den Blick wieder bei Matthias, meine ich: „Was kann ich dafür, wenn du so toll massieren kannst?“ Laura räuspert sich, aber bevor sie etwas sagen kann, hauche ich ihr rasch einen Kuss auf die Wange und schnappe mir ihre Füße. „Vielleicht solltest du das auch mal probieren? Mal sehen, wie lange du dich auf ein Gespräch konzentrieren kannst!“ Mit kreisenden Bewegungen knete ich ihre Sohlen, während winzige Tropfen Wasser aus meinem Glas vom Nachttisch aufsteigen und sie zwischen den Zehen kitzeln. „Jo-han-na.... Bitte …“ Vor Lachen schafft sie es nicht, mehr zu sagen. Ich schaue wieder zu Matthias, der das Spiel mit einem verträumten Lächeln beobachtet. Er würde nur zu gerne mit Laura die Plätze tauschen, aber längst hatten wir klargestellt, dass sie jedes Vorrecht genießt. Und er ist zu sehr Gentleman, um von sich aus eine Veränderung anzustoßen. Stattdessen sagt er: „Willst du nun wissen, was wir besprochen haben, oder lieber Laura so lange kitzeln, bis sie keine Luft mehr bekommt.“
Kurz lasse ich meine Liebste noch zappeln, dann schicke ich das Wasser in einen der Blumentöpfe und gebe ihre Füße wieder frei. „In Ordnung. Also, ich bin ganz Ohr!“ Während Laura durchatmet, wiederholt er, was die beiden besprochen haben. „Im Schmelzenden Kessel findet dieses Jahr eine Halloweenparty mit Kostümwettbewerb statt. Die anderen wollen hingehen. Als unsere DSA-Charaktere. Warum nicht also auch wir?“ Ich stelle mir unsere Runde in ihren Kostümen vor. Peter als zwergischer Schmied, Hannes, der Weißmagier, Saskia eine mittelreichische Gardistin und Matthias als Thorwaler. Und ich. „Technisch falle ich dann raus. Bisher war ich noch bei keiner Runde dabei. Aber du willst mich endlich als Elfe sehen, verstehe ich das richtig?“, erwidere ich erheitert und lasse meine wahre Gestalt durchscheinen. „Mit spitzen Ohren und leuchtenden Augen?“ Verlegen nickt er. Der Wechsel zwischen der menschlichen Gestalt und der Okeanide irritiert ihn noch immer. Wahrscheinlich ist er sich auch bewusst, wonach genau er mich fragt: Teile meines richtigen Ichs der Öffentlichkeit zu zeigen. Neben mir schüttelt Laura den Kopf. „Neulich meintest du noch, dass sei zu gefährlich“, erinnert sie mich an eines unserer ersten Gespräche über mein Aussehen. „Was, wenn jemand bemerkt, dass deine Ohren echt sind und du keine Kontaktlinsen trägst?“ Ich zucke mit den Schultern. „Auf einer Convention würde man so etwas sicher fragen. Aber Halloween? Da wollen die Leute feiern. Die meisten werden zu betrunken oder abgelenkt sein, um auf solche Details zu achten.“ Sie zieht eine Augenbraue hoch. „Abgelenkt mit Sicherheit. Von dir. Du wirst die Verkleidung doch sicher als Vorwand nutzen, um dich richtig in Schale zu werfen!“
Jetzt, wo sie es erwähnt, kann ich nur nicken. „Und wennschon, auch dann werden die Ohren das Letzte sein, worüber man redet.“ Ich strecke mich und schiebe meine Brust leicht vor. „Außerdem, warum nicht nutzen, was man hat? Wir könnten dich ja auch als Elfe verkleiden.“ Sie sieht mich nachdenklich an. „Eine Elfe ist genug, wenn, dann suche ich mir etwas Eigenes. Außerdem würdest du mir die Show stehlen.“ Ich wende mich wieder Matthias zu, der nun, ertappt, dass er mich förmlich angestarrt hat, an mir vorbei aus dem Fenster schaut. „Habt ihr eure Verkleidung schon besorgt oder wollen wir gemeinsam losziehen?“ Er beißt sich kurz auf die Lippe. „Morgen, nach der Schule, wollten wir ins Dungeons & Dices. Die haben einen Sonderverkauf. Und im Einkaufszentrum hat ein Pop-up-Store aufgemacht.“ Ein Shoppingtrip. Nicht wie der letzte, wo es darum ging, mich vollständig neu einzukleiden. Dieses Mal stünde der Spaß im Vordergrund, zusammen mit der Aussicht, mich für eine Party schick zu machen. „Cool, bin dabei.“ Matthias und ich schauen zu Laura. Sie hebt nur abwehrend die Hände. „Passe. Ich gebe morgen Nachhilfe. Und ich will Jona mit meinem Kostüm überraschen.“
Ich kenne sie gut genug, um nicht weiter zu drängen. Weder würde sie die Nachhilfe vernachlässigen noch sich überzeugen lassen, uns auch nur einen Hinweis auf ihr Kostüm zu geben. Also wende ich mich wieder dem zu, was wir heute Abend eigentlich geplant hatten: Laura wollte unbedingt nochmal Eragon gucken. „Habt ihr die Drachenreiter-Reihe eigentlich gelesen?“, frage ich und suche auf verschiedenen Streamingdiensten nach dem Film. Matthias nickt. „Verschlungen. Ich glaube, dreimal. Mindestens.“ Auf meiner anderen Seite Kopfschütteln. „Ich habe nur den Film gesehen. Einmal und nur, weil ich auf Justus aufpassen musste und ansonsten nur Müll im Fernsehen lief.“ Das muss schon ein paar Jahre her sein. „Ich fand den gar nicht so schlecht, habe aber von der Handlung kaum was mitbekommen.“ Matthias und ich schauen uns an. Und müssen beide breit grinsen. Amüsiert sage ich: „Der Film ist eigentlich pure Folter für die Kenner des Buches. Sowas wie die Verfilmung des Klappentextes, der die Handlung nicht einmal ansatzweise einfängt“, erkläre ich. Matthias ergänzt: „Eigentlich ist die einzig gute Sache an dem Film, dass Johannas Augen ebenso schimmern wie Saphiras Schuppen!“
Dafür hat er einen Kuss verdient! Mit einem leichten Stups durch das Wasser in der Matratze unter mir hüpfe ich aus dem Bett und ziehe ihn an mich. „Das ist richtig süß von dir!“, flüstere ich, jedes Wort von einem kurzen Kuss begleitet. „Aber sie hat auch blaue Augen!“ Er lächelt verlegen. „Ja, aber die sieht man im Film nicht so gut.“ Hinter mir bemerke ich einen Anflug von Eifersucht. Etwas, dem ich nur zu gerne Linderung verschaffe, indem ich mich mit einem Satz vom immer noch überraschten Matthias löse und zurück zu Laura hüpfe. Ohne ihr Zeit für eine Reaktion zu geben, setze ich mich rittlings auf sie und schaue auf sie herab. „Keine Sorge, du bleibst meine Prinzessin, die ich überall auf Händen trage!“, hauche ich ihr zu und küsse sie. Nicht flüchtig, sondern fordernd und innig. Fast automatisch gleiten meine Finger unter ihr locker sitzendes Shirt und finden den Weg zu ihren Brüsten. Sanft streiche ich über die sich aufrichtenden Knospen ihres Busens. Ein leises, glückliches Stöhnen entweicht ihren Lippen. Ihre Hand legt sich an meine Hüfte, die andere auf meine Schulter. „Jona … warte … nicht“, flüstert sie, der letzte Rest ihrer Selbstbeherrschung, vor Matthias Augen nicht weiterzugehen, ringt mit dem Bedürfnis, es doch zu tun. Und ich warte, fange ihren Blick ein. Ihre glitzernden Augen schauen hungrig zu mir auf.
Langsam gleite ich neben ihr auf die unter uns wogende Laken des Bettes und lege ihr einen Arm um die Schultern. Sie lehnt sich an mich, das vor Schamesröte leuchtende Gesicht in meinen Haaren verborgen. Mit einem Druck auf die Fernbedienung starte ich den Film. Am Fuß des Bettes rückt Matthias seinen Sitzsack zurecht und lehnt sich an den Bettrahmen. Kurz darauf beginnt das Intro und die ersten Bilder laufen über den Fernseher. Noch ist selbst Laura kaum gefesselt. Erst, als der Titelheld, selbst in Erscheinung tritt, spüre ich, wie sie sich leicht anspannt. Sie schwärmt für ihn. Ich stöbere nebenbei in meinem Handy nach Ideen für meine Kostümierung oder bewundere das Spiel der Muskeln in Matthias Nacken, wenn er sich bewegt.
Dann ist es so weit, das erste Mal taucht Saphira auf, die blaue Drachendame noch in Gestalt des frisch geschlüpften Kükens. Die Schuppen funkeln im Licht. Neben mir kichert Laura. „Matthias hat Recht, deine Augen leuchten genauso wie die Schuppen. Nur, dass deine Augen von innen heraus zu strahlen scheinen“, flüstert sie mir ins Ohr. Wie, um sie darin zu bestätigen - und ein wenig anzugeben - lasse ich meine Maskierung gänzlich fallen und blinzle ihr mit meinen Okeaniden-Augen zu. „Vielleicht sollte ich mich dann als Drachendame verkleiden?“ Sie schubst mich leicht zur Seite. „Jetzt übertreibst du aber. Wo willst du bis Samstag ein so aufwendiges Kostüm herkriegen?“ Also doch kein Saphira-Kostüm. Die Idee der Gruppenkostümierung gefällt mir ohnehin besser.
* * *
Dienstag, 26. Oktober 2021
Der Unterricht scheint sich heute besonders in die Länge zu ziehen. Während die halbe Schule mit Erkältung oder Grippe zu Hause geblieben ist, kämpft sich die gesunde Hälfte durch Textanalysen und Wahrscheinlichkeitsrechnung. Selbst die Lehrer scheinen nur wenig Muße zu haben, den ausgedünnten Reihen Lernstoff zu vermitteln, den sie bald darauf wiederholen müssen. Draußen regnet es und ich muss dem Drang widerstehen, mit den Regentropfen Muster an die Scheiben zu zeichnen.
In den Pausen nutzen wir die Gelegenheit und brüten über Ideen für die Halloweenparty. Matthias hat es noch am einfachsten: Eine längs gestreifte Hose, ein Gürtel mit bronzener Gürtelschnalle und eine kleine Wurfaxt aus Schaumstoff, so eine, wie sie im LARP benutzt werden, reichen, um ihn als Nordmann aus Aventurien durchgehen zu lassen. Hannes hat eine helle Robe und einen spitzen Hut im Netz gefunden und hofft nun, dass es sowas auch im Shop vor Ort gibt. Und einen ordentlichen Stab natürlich. Für Peter und Saskia sieht das Ganze schon schwerer aus. Im wahrsten Sinne, da zu deren Charakteren auch Kettenhemden gehören. „15 kg! Dann kann ich mir gleich einen Termin beim Orthopäden besorgen!“, klagt Peter und zeigt mir das besagte Rüstungsteil auf seinem Handy. „Und über 200 €! Das ist mehr als die ganze restliche Gewandung!“ Ich kann mir ein bösartiges Grinsen nicht verkneifen. „Du kannst auch als Bardin gehen, ich habe gestern schicke Kleider und Röcke für kleines Geld gefunden.“
Allseitiges Gelächter. Selbst er stimmt darin ein, wenn auch weniger herzhaft. „Ich im Kleid. Natürlich.
