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Emnin - ein Abenteuer, Runde 2! Du suchst verrückte Magier, irre Schwertkämpfer und große Schätze? Dann Willkommen auf der Insel Emnin! Bevor du dich aber ins Abenteuer stürzen kannst, sind noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen: 1: Emnin steht vor dem Untergang. 2: Du und deine Freunde, ihr seid nur zu viert. 3: Piraten und weit dunklere Mächte jagen euch. 4: Eure Chancen zu sterben liegen weit über jedem gesunden Maß. 5: Ihr habt nicht den Hauch einer Idee wie ihr das Abenteuer überstehen sollt. Also dann, bist du bereit?
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Seitenzahl: 504
Veröffentlichungsjahr: 2017
Toni Suhr
ein Abenteuer, RUNDE 2
© 2017 Toni Suhr
Umschlag, Illustration: Lars Weise
Verlag und Druck: tredition GmbH, Grindelallee 188, 20144
Hamburg
ISBN
Paperback:
978-3-7439-6226-2
Hardcover:
978-3-7439-6227-9
e-Book:
978-3-7439-6228-6
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Für Ben, Sarah und Tim.
In der Hoffnung das ich euch irgendwann
mal mitnehmen darf.
Auf vielfachen Wunsch habe ich eine Liste der wichtigsten Charaktere erstellt. Ich hoffe Ihnen hilft das beim weiteren Abenteuer auf Emnin.
Kailin
Krongraf von Emnin
Mensch
Saxir
Kailins Sandkastenfreundin
Mensch
Isdol
Bester Freund von beiden
Kuhaz
Azur
Hilfesuchende Dreizehnjährige aus Emnin
Dschinn
Umisi von Tasib
Prinzipal für Finanzen,
Ork
Saxirs Freund
Xorten
Von Saxir Geretteter Erfinder
Oz
Äs und Äy
Brüder die in Lerfhafen von Isdol aufgegabelt wurden
Ishin
Teepi von Har
Herzogin von Har
Elfe
Liske
Ihre Dienerin und Geliebte
Mensch
De`fraa
Dauerhaft unsichtbarer Geliebter Tikals von Ililin
Parmir
Tikal von Ililin
Ex-Krongräfin des Mantisgebiets
Ork
Garwik, Yasip und Telc
Ärtztefamilie
Zwerge
1 und 2
Gerettete Gefangene aus Har
Kuhaz
3 bis 5
Gerettete Frauen aus Har
Menschen
6 bis 9, 11 und 12
Gerettete Männer aus Har
Menschen
Doppelt Benamte (z.B.: Milch Milch)
Geheilte Mantis
Oliv und Magma
Attentäterinnen, Die Vier Schatten
Dschinn
Weda
Attentäterin, Die Vier Schatten
Elfe
Kosic
Attentäterin, Die Vier Schatten
Zwergin
Hisora von Robtar
Herzogstochter und Freundin der Vier Schatten
Elfe
Orüht von Coeri
Schiffsbaumeiter, Vetter von Umisi von Tsib
Ork
Saphir, Rubin und Hendo
Matrosen und angehende Schiffsbauer
Jageys
Tüftlerin
Mensch
Kailin und seine Freunde Isdol und Saxir haben auf den verrücktesten Wegen Leute rekrutiert um die Regeninsel Emnin vor dem Untergang zu retten. Azur, die kleine blaue Dschinn bat in Frasin bei Kailin und seinen Mitschülern um Hilfe. In der Hafenstadt Coeri treffen die drei Trupps nach ihrer langen Reise wieder zusammen um die Überfahrt nach Emnin anzutreten. Mit dem neuen Schiff, der Azurträne, wollen sie in die Fremde aufbrechen. Dabei galt es jedoch sowohl dem Hafenmeister der Stadt als auch die örtliche Marine zu Überwinden. Am Ende gelingt es der Crew aus mittlerweile fast hundert Leuten den Kampf zu gewinnen.
Nun steht das nächste, weitaus größere Abenteuer an. Wie immer gilt dabei: Hoffentlich geht DAS gut!
„Es ist einfacher eine ganze Welt verschwinden zu lassen, als auch nur eine Krone seines Vermögens vor der eigenen Sippe zu bewahren. Raffgierige die sich nur auf den Wunsch nach deinem Erbe verzehren, sind sie alle miteinander. Keine redliche Seele wird die Glanzleistungen deines Lebens zu würdigen wissen aber an deinem Geld sind sie alle interessiert. Ich habe in meiner Zeit auf dieser Welt großes geleistet! Stolz sollten meine Nachkommen auf diese Leistungen ihres Ahnen zurückblicken, um selbst in ferner Zukunft Heldentaten zu vollbringen. Doch Undank ist der Lohn aller Mühen. Keiner meiner Nachkommen wird auch nur im Entferntesten das zu leisten im Stande sein, was ich einst tat. Mein aber, soll die Rache an den Heuchlern sein, ich werde ihnen das nehmen was sie als einziges an mir interessiert: Mein gesamtes Vermögen will ich mit meinen Freunden auf den Kopf hauen und nicht eine lausige Krone am Tag meines Todes diesen Aasgeiern die sich meine Familie schimpfen hinterlassen!“
Jendo von Har: Ja, ich kann es! Nicht mehr hören! Königliche Bibliothek der Hauptstadt Garibal
Vier Wochen nach der Schlacht von Coeri lag Kailin in seiner Kajüte und grübelte im Halbschlaf. Die Azurträne dümpelte auf dem Meer vor sich hin und an Deck begann gerade das Abendessen.
Schon verrückt, dachte Kailin, wie sich das alles nach einem Monat normal anfühlt. Erst als wir aus dem Hafen waren, ist mir so richtig klargeworden was eigentlich das Amt des Krongrafen mit sich bringt. Ich habe mit Saxir und Isdol alle Pläne doppelt und dreifach durchgenommen, zumindest die von denen ich ihnen zu erzählen wage. Beide sind zuversichtlich, dass wir auf Emnin etwas Großes vollbringen können. Er fuhr sich über die Lippen und dachte an den Rest der, seiner, Truppe: Azur ist mit jedem Tag auf See mehr vom Heimweh geplagt. Tasib beginnt sich Sorgen zu machen ob er es zu schnell angehen lässt mit Saxir. Die ist von dem gleichen Gefühl besessen. Isdol macht mit Äs und Äy fast jeden Tag irgendwelchen Unsinn, aber das ist denke ich in Ordnung, schließlich halten sie die Stimmung oben. Hisora und die Vier Schatten üben jeden Tag um auf das Schlimmste eingestellt zu sein. Die armen Befreiten beschweren sich regelmäßig das die fünf Damen ihnen sämtliche Knochen im Leib dreimal umgedreht hätten. Allerdings scheint es ihnen aber auch Spaß zu machen. Die Zwergenfamilie hatte sich fast pausenlos in der Wolle aber nach drei Tagen hat Telc mich gebeten ihm eine neue Kabine zuzuweisen, seitdem sind die drei viel ausgeglichener. Xorten ist immer noch der Feind der Matrosen, er hätte ihnen nicht sagen dürfen, dass das Schiff in seinen Augen eine halbe Fehlkonstruktion ist. De`fraa und Tikal beanspruchen den Heckmast jede Nacht derart,dass Rubin Angst um die Trommel hat. Salami Salami und die anderen ex-Mantis, sie versuchen sich an das Leben auf der Azurträne anzupassen, aber man merkt einfach, dass sie aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen und lieber festen Boden unter den Füßen haben. Um Orüht und seine Mannschaft brauch ich mir keine Sorgen zu machen, die werden kaum das wir gelandet sind eine neue Werft aufmachen und die Nachfolger der Azurträne in Angriff nehmen. Jageys hingegen, möchte ihre Spinnen weiterentwickeln.
Alles was ich zu tun habe, ist ihnen allen das beste Leben zu ermöglichen das ich als Krongraf von Emnin in der Lage bin zu erschaffen. Ich hoffe inständig das wir....
Kailin wurde aus seinen Gedanken gerissen, als es an der Tür klopfte.
„Ja?“, sagte er und die Tür wurde aufgezogen.
„Ah, hier versteckst du dich also! Komm, Isdol hat mit den Ishin ein neues Kunststück geübt das sie gleich nach dem Abendessen aufführen wollen.“ Saxir stand vor seiner Kajüte und lächelte ihm freundlich zu.
„Klar, lass mich nur noch schnell diesen Gedanken zu Ende bringen“, antwortete Kailin.
„Denk nicht so viel nach, in Emnin wird jeder deiner Pläne, auf unzählige Arten vor dem Scheitern stehen und trotzdem werden wir es schaffen, so wie immer“, ermunterte ihn Saxir bevor sie die Tür wieder zuschlug.
Und was wenn Emnin uns nicht einmal will? Was wenn die Bewohner nach über drei Jahren erkannt haben, dass sie ohne einen Krongrafen besser dran sind? Verzweifelt schüttelte Kailin den Kopf, stand auf, und ging zum Abendessen.
„Heute nur Salat? Ihr werdet mir doch nicht krank Krongraf!“ Besorgt musterte ihn Yasip die zusammen mit 9 und Oliv heute das Abendessen ausgab.
Die Mannschaft hatte sich schnell darauf geeinigt, dass es ein Unding sei immer nur Milch Milch die Kombüse zu überlassen. Daher war auf dem Schiff jeder mal dran mit kochen. Ausgenommen Azur und Kailin, es war beinahe zur Meuterei gekommen als die beiden vor zwei Wochen Eintopf kochen wollten aber so derart danebenlagen was die Zutaten betraf das Xorten, 2, Lilie Lilie und Weda von den Zwergen versorgt werden mussten und der Rest der Mannschaft eine Nacht lang über der Reling hin. Nur Jageys war verschont geblieben, sie sagte ihre Mutter sei eine so schlechte Köchin das ihr Magen offenbar abgehärtet war. Kurz nachdem die Geschützmeisterin den anderen zugesehen hatte wie sie den Eintopf über Bord spuckten ging die Frau zu Azur und Kailin ans Büfett und verlangte einen Nachschlag.
„Nein, ich werd schon nicht krank, immerhin sollten wir bald ankommen. Da kann ich mir nicht erlauben im Bett zu hocken und euch Verrückte allein ins Abenteuer ziehen zu lassen!“, lachte Kailin die Zwergin an.
„Dann iss noch was!“, erwiderte diese und tat ihm noch drei Gabeln auf den Teller.
Als Isdol und die beiden Ishin Brüder nach dem Abendessen um die Aufmerksamkeit der Truppe baten war die Spannung groß. Alle wussten das die drei sich bestimmt wieder etwas Lustiges hatten einfallen lassen.
Nachdem er aufgegessen und beim Spülen und Abtrocknen der Teller und des Bestecks geholfen hatte, setzte sich Kailin zu den anderen auf das Deck um die Vorstellung zu genießen.
„Also Leute, heute möchte ich, euer unvergleichlicher oberster Trunkenbold, euch mitnehmen in die Welt der Magie ...“, verkündete Isdol in hochtrabendem Tonfall. Ein Gemurmel entsprang aus der Mannschaft, meinte der Kuhaz das ernst? Doch dieser fuhr unbeirrt fort: „Meine beiden Assistenten ...“, Äs und Äy verneigten sich vor dem Publikum, „...werden nun zwei Freiwillige auswählen!“, donnerte Isdol.
„Du!“, sagte Äy zu Yasip, die errötete und seine Hand nahm während die Mannschaft höflich lauernd Applaus spendete.
„Du!“, sagte Äs und blieb vor 8 stehen der Mann sah ihn an, lachte und erhob sich unter dem Beifall der auf Deck Versammelten.
Isdol machte mit dem Auftritt weiter, als die beiden Freiwilligen links und rechts neben ihm standen und die Ishin sich vor dem Hauptmast aufgestellt hatten. „Nun denn, was hast du denn im Ohr?“, fragte Isdol verblüfft zu Yasip.
„Äh...?“, machte diese unsicher.
Der Kuhaz zog eine, Ein-Kronen Münze aus ihrem Ohr. Verwirrt machte das Publikum: „Ah!“, und, „Oh!“, aber wirklich beeindruckt schien es nicht.
„Kommen wir zu unserem nächsten Freiwilligen!“, Isdol wand sich an 8, „.... was hast du in deiner Hosentasche?“, fragte er den Mann.
„Nichts“, gab der ex-Häftling misstrauisch zurück und hieb auf seine rechte und linke Hosenseite.
„Na! Da schwindelt aber Einer!“, rief Isdol dem Publikum zu, „… was ist mit dem Tuch“, wollte er von 8 wissen.
„Welches Tuch?“, antwortete dieser verdattert.
Der Kuhaz griff ihm in die linke Hosentasche und zog einen schwarzen Steifen heraus. Das Stück wurde unter den höflichen aber meist peinlich berührten Rufen immer länger. Irgendwann erkannte Kailin dass es sich um einen der Ponyvorhänge aus den Wohnausgucken handelte.
„Ha, Ha!“, rief Isdol mit übertriebenem Lachen, als er den Vorhang ganz heraushatte. „Danke, ihr könnt euch wieder setzen!“, sagte er zu Yasip und 8. Die beiden gingen peinlich berührt zu ihren Plätzen auf dem Deck zurück.
„So, als Nächstes, bitte ich erneut um Freiwillige!“, verkündete Isdol unbekümmert der sichtlich mitleidigen Mannschaft zu.
„Du!“, sagte Äy, der erneut vorgetreten war und vor Oliv stehen blieb.
„Du!“, sagte Äs, als er vor Apfel Apfel, einer hübschen Geheilten, einer Parmir, von achtundzwanzig Jahren stehen blieb.
Wieder erhoben sich die Freiwilligen und Isdol begann erneut theatralisch zu rufen: „Also, verehrtes Publikum, heute erleben sie eine Sensation, hier auf unserem hölzernen Seelenverkäufer von einem Hotel!“
„He?! Wie nennst du sie??“, blaffte Hendo grummelig.
„...doch zunächst, meine Damen, würde es ihnen etwas ausmachen sich dort hinten aufzustellen?“, der Kuhaz deutete auf eine Stelle vor dem geöffneten Eingang zu den Kabinen im Heck.
Die beiden gingen von Äs und Äy geleitet an die gewiesene Stelle.
„Und nun“, Isdol machte eine effekthascherische Pause bevor er die Arme hob und in Richtung der zwei verwirrt dreinschauenden Frauen mit einem Singsang begann: „BUBIBUBIBUBIBU DADIDADIADIA KMMMMMM“.
Als die ersten Zuschauer sich fragten, was er eigentlich vorhatte, kam ein schrilles Quieken von Apfel Apfel.
„Oh, das ist ja...hey Kailin! Ich will kucken!“, protestierte Azur der Kailin wieder einmal die Augen zuhielt.
„Isdol! Was hast du jetzt schon wieder angestellt?“, schrie Salami Salami.
„Kuhaz! Dafür bekommst du so richtig Ärger!“, rief auch Telc.
„Also ich find das jetz nicht so ...“, die Faust seiner Frau traf Garwik.
„Eins muss man dir lassen Vierbeiner, damit hatte ich nicht gerechnet!“, lachte Oliv die nun genau wie Apfel Apfel nackt auf dem Deck stand. Im Unterschied zu der Parmir, die mit Sicheln und einer Hand versuchte ihre Blöße zu bedecken und mit der anderen aber ihr Auge zuhielt, stellte die grüne Dschinn sich noch extra in Pose.
„Umisi, ein Blick und du schläfst unter dem Kiel!“, drohte Saxir während sie ihrem verdattert aussehenden Geliebten die Augen zuhielt.
„Schatz! Ich Kuck doch gar nicht!“, sprach die Luft neben der Krongräfin der Mantis. Sie hatte sich vor das Auge De`fraas gestellt, zumindest hoffte sie, dass sie das tat.
„Jetzt ist aber genug!“, brüllte Xorten, und gab Isdol einen leichten Klapps. Der Kuhaz flog sofort auf das Dach des vorderen Wohnausgucks und knallte gegen den Kegel auf dessen Spitze.
„Der Spaß ist vorbei, gebt ihnen was zum Anziehen!“, befahl Orüht ein wenig verlegen, Apfel Apfel hatte ihm die Sprache verschlagen.
„Los! Schnappt sie!“, riefen 4 und Kosic gemeinsam.
Bald war die halbe Mannschaft auf der Jagd nach Äs und Äy. Oliv ließ sich von einem stotternden Saphir dessen Jacke geben. Salami Salami versorgte Apfel Apfel mit den Überresten des Vorhangs den Isdol aus 8`s Tasche gezogen hatte.
„So ihr beiden Witzbolde euer Chef liegt schon im Koma, wenn es euch nicht gleich genauso gehen soll dann rückt mit der Sprache raus. Wie habt ihr das gemacht?“, sagte Telc nachdem sie die beiden Ishin am Hauptmast festgebunden hatten.
„Äh...na ja ...“, stammelte Äy wirsch.
„Wir haben uns von Jageys eine ihrer Spinnen geborgt und dann ...“, Äs wurde von der Geschützmeisterin unterbrochen.
„Was habt ihr an meinen Babys zu suchen gehabt?“, donnerte sie mit einer für die zierliche Frau ohrenbetäubenden Lautstärke.
Äs antwortete beiläufig: „Na ja, wir wollten wissen ob die Dinger auch für einen kleinen Scherz verwendet werden können ...“, wieder wurde er unterbrochen
„EINEN SCHERZ? DIESE VERDAMMTEN DINGER SIND GEFÄHRLICH IHR WABERHIRNE!“, brüllte Xorten die beiden Gefangenen an.
„Aber wir haben doch aufgepasst und schließlich hat Kailin doch gesagt wir sollen üben...“, Äy verstummte als der Krongraf sie beide anstarrte.
„Ich habe tatsächlich gesagt das ihr mit den Spinnen üben sollt, von einer Entblätterung war aber nicht die Rede! Schon gar nicht das ihr auf eure Kameraden schießt! Ich will euch die nächsten zwei Tage im Frachtraum Zwei sehen, ihr könnt darüber nachdenken was es bedeutet Scheiße zu verzapfen, während ihr die Scheiße der Einhörner schaufelt!“ Kailin hatte die Stimme nur leicht erhoben, aber allen Umstehenden wurde kalt bei ihrem Klang.
„Ä? Hallo? Hört mich Keiner?“, rief es vom Vordermast.
„ISDOL! DU KANNST DICH AUF WAS GEFASST MACHEN! MORGEN FRÜH PUTZT DU ALLEINE JEDES KLO DES SCHIFFS, MIT DEINER ZAHNBÜRSTE!“, brüllte der Krongraf hinauf.
„Ich fürchte das muss warten Chef!“, lachte der Kuhaz und sein Gesicht erschien über dem Rand der buntbemalten Trommel.
„DAS WEREN WIR JA SEHEN!“, schrie ein immer noch stinksaurer Kailin.
„Hättest du die Güte mir erst mal zuzuhören bevor du derart lahme Strafen verteilst?“, sagte Isdol während er sich gelangweilt in der Nase bohrte.
„Was heißt hier lahm? Ich kann die Strafe auch gerne Aufstocken!“, grollte ein schon nicht mehr ganz so saurer Krongraf.
„Stock sie auf, aber ich habe eine schlimmere Alternative!“, witzelte der pelzige Vierbeiner gutgelaunt. Seine Nase hatte sogar schon aufgehört zu bluten.
„Jetzt bin ich aber so richtig gespannt!“, sagte Kailin.
„Wie wär’s, lass Äy und Äs mit mir zusammen die Vorhut übernehmen“, flötete der Kuhaz vom Vordermast zurück.
„Vorhut? Wie ...“, als er begriff was die Aussage bedeutete riss Kailin die Augen auf. „Wir sind da?“, fragte er niemand bestimmtes. „Wir sind da!“, rief der Krongraf von Emnin, der endlich in seinem Herrschaftsgebiet angekommen war.
Als alle auf die Ausgucke und das Vorschiff stürmten, erblickten sie im schwächer werdenden Licht die Umrisse einer Insel am Horizont.
Nach einem spontanen Freudenfest das die Truppe des Krongrafen an Bord der Azurträne abhielt, die Vergehen der drei Zauberlehrlinge schienen vergessen, machten sich alle bereit am nächsten Morgen ihre neue Heimat kennenzulernen.
Azur hatte in der Nacht kein Auge zugetan, hätte Kailin nicht angeordnet, er kannte sie einfach schon zu gut, das Oliv und Magma auf ihre kleine mit-Dschinn aufpassen sollten, wäre sie noch am Abend in Richtung Insel verschwunden. Nun musste sie aber die Nacht bei Hisora und den Vier Schatten verbringen. Azur fand es schwer zu schlafen, da die fünf Frauen schnarchten wie eine Horde Parmir beim Sichelschärfen. Aber es nützte nichts, eingekeilt zwischen Magma und ihrer grünen Freundin, lag die kleine blaue Dschinn in der Kajüte und war gespannt darauf was sich während der letzten Jahre auf Emnin getan haben mochte.
Zur gleichen Zeit waren Kailin, Saxir und, ein wiedermal von Yasip verarzteter Isdol, dabei sich in der Kabine des Krongrafen über ihr weiteres Vorgehen zu beraten:
„Also, ich denke wir sollten nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen“, sagte Saxir gerade.
„Denk ich auch, wenn die Leute sehen das fast hundert Mann vom Schiff stürmen, glauben die doch wir sind Piraten“, pflichtete Isdol bei.
„Ich bin auch nicht davon begeistert, aber wie wollt ihr ihnen nach einem Monat auf See das verübeln?“, gab Kailin die Frage an seine zwei engsten Freunde weiter.
„Es wäre auch ein taktischer Fehler alle mitzunehmen ...“, meinte Saxir, „…was wenn wir in einen Hinterhalt laufen und dann auch noch mit allen zusammen? Ich finde wir sollten die Spinnen an Deck holen, die Matrosen auf der Azurträne lassen und mit den Befreiten und Hisoras Truppe an Land gehen“, schlug sie vor.
„Wäre es nicht sinnvoller wir schicken Azur?“, wand der Kuhaz ein, „immerhin kennt sie die Insel, wenn etwas nicht in Ordnung ist dann können wir ihr sagen das sie wieder zum Schiff kommen soll und uns Bescheid gibt was los ist.“
Kailin schüttelte den Kopf: „Ich denke wir machen es folgendermaßen; die Gefangenen und du Saxir, ihr begleitet Azur an Land. Isdol, du nimmst Hisoras Truppe mit. Ihr haltet euch hinter Saxir, sollte sie in Schwierigkeiten geraten habt ihr meinen Befehl alles in eurer Macht stehende zu tun um sie alle wieder zurück zur Azurträne zu bringen. In der Zwischenzeit werde ich mit Tikal und De`fraas Leuten einen Landungssteg bauen. Haben wir das Schiff erst mal gesichert denke ich das es klug wäre die Landestelle mit einer Palisade oder so was zu schützen. Immerhin hätten wir dann einen Rückzugspunkt und eine mehr oder minder sichere Basis am Strand“, stellte der Krongraf seinen groben Plan vor.
„Ja, so machen wir’s!“, stimmte Isdol zu.
„Was ist, wenn wir diesen Steg finden von dem Azur damals in Frasin geredet hat? Können wir den nicht direkt übernehmen?“, wollte Saxir wissen.
„Tja, erst mal finden!“, lachte der Kuhaz bevor er sich an Kailin wandte: „Mir gefällt der Plan, allerdings hätte ich einen Vorschlag. Die Dschinn der Insel müssen Azur doch kennen, also sollten wir versuchen in der Nähe ihres Dorfes, oder sollte ich besser Seenlandschaft sagen, zu landen. Azur kennt die Insel, lass sie mit Orüht und Benwall auf die Brücke und wir können hoffen das das Gebiet in dem ihr uns absetzt wenigstens einer von uns bekannt ist.“
„Ja, so machen wir’s!“, grinste Kailin nach einer Weile. „Sollten wir den Steg nicht finden, oder Azur mal wieder neben sich stehen, können wir immer noch auf meinen Plan zurückkommen.“
Damit war die Sitzung der drei Anführer der Truppen des Krongrafen beendet. Sie beschlossen nach dem Frühstück mit der Besatzung zu reden und ihnen klar zu machen wie und warum sie noch nicht alle auf Emnin ausschwärmen lassen wollten.
Die gesamte Mannschaft der Azurträne hatte beim Frühstück kaum etwas herunterbekommen, zu aufgeregt waren sie endlich in Emnin zu sein. Als der Abwasch erledigt war, Äy, Äs und Isdol hatten sich beschwert das sie schon vor vier Tagen dran gewesen waren, Xorten hatte mit einem diskreten Hinweis auf den vorigen Abend ihre Einwände im Keim erstickt, begann der Krongraf seiner Truppe den Plan zu erklären:
„...und so werden wir es erst mal versuchen, sollte irgendwas nicht stimmen können wir mit den Spinnen denke ich alle Feinde eines Besseren belehren. Geschützmeisterin? Sind wir bereit falls es Ärger geben sollte?“, wand sich Kailin an Jageys. Er hatte sie seit der Flucht aus Coeri nicht einmal anders angeredet, ihr war es peinlich aber bei Kailin war ein Versprechen nun mal ein Versprechen.
„Äh... ich denke, dass es keine Probleme geben wird, allenfalls würde ich euch bitten bevor ihr die Leute an Land setzt mich Zielpeilungen für den Notfall nehmen zu lassen“, wisperte die Frau schüchtern.
„Wie lange wird das dauern?“, warf Saxir ein, sie wollte nicht länger als nötig mit der Landung auf Emnin warten.
„Eine viertel Stunde, höchstens!“, beeilte sich Jageys zu versichern.
„Gut, so lange brauchen wir sowieso um alles für die Truppen fertig zu machen“, nickte Kailin ihr zu. Nun sprach er Xorten an: „Was kannst du uns anbieten für den Fall das der Steg weg ist? Hast du etwas mit dem Saxirs und Hisoras Leute nicht gezwungen wären an den Strand zu schwimmen?“
Der Oz überlegte einen Moment, „ich habe eines der Ruderboote umgebaut und ...“
Rubin war sofort hellhörig geworden: „Was hast du jetzt schon wieder an der Schiffsausrüstung verändert, dass der Meister nicht erfahren hat?“, fuhr er wütend auf.
„... Die beiden Ruderboote befanden sich angeleint an den Seiten der Aufbauten, Milch Milch meinte vor einer Woche das es ihn schon irgendwie stört das er nur die Unterseite des Bootes und nicht das Meer sieht. Also haben wir den Kahn in Frachtraum Zwei gebracht, ich habe den Boden mit einem Unsichtbarkeitszauber belegt und noch ein paar Schrauben hier und da ersetzt, danach haben wir es wieder aufgehangen. Milch Milch konnte danach auf das Meer kucken und niemand hat was bemerkt“, schloss Xorten seine Erklärung an den roten Dschinn ab.
„Also hat jetzt eines der Beiboote einen durchsichtigen Boden?“, fragte der Matrose ungläubig, „und was meinst du mit Schrauben ersetzt?“
„Das Boot ist in der Lage mithilfe von Magie ein ähnlich schnelles Tempo vorzulegen wie die Azurträne, da es aber keine Drucktanks gibt habe ich einfach einen kleinen Zauber auf das ...“, weiter kam das Mitglied der Gruppe besondere Aufgaben nicht.
Saphir schaltete sich ein: „Also können wir in kurzer Zeit am Strand sein und notfalls auch wieder von dort verschwinden? Das ist doch in Ordnung. Also Krongraf, wie werden wir uns der Insel nähern? Antrieb oder Segel?“, fragte er an Kailin gewandt.
„Antrieb bis in eine Reichweite, in der Azur auf dem Ausguck mit einem Fernglas sehen kann was an der Küste passiert, danach Segel, wir ...“, er brach ab denn Hisora und die Vier Schatten kamen auf ihn zu gerannt.
„Kailin! Sie ist weg!“, rief die Tochter des Herzogs von Robtar.
„Wer?“, fragte der neue Herr von Emnin, aber er hatte so eine Ahnung.
„Die Kleine, sie ist weg, vor etwa einer halben Stunde, Oliv und ich waren mit dem Frühstück beschäftigt. Als wir sie gesucht haben konnten wir sie nirgends finden!“ Panik schwang in Magmas Stimme mit.
„Beruhigt euch, es war abzusehen das sie abhaut sobald sich die Gelegenheit bietet. Wir machen mit dem Plan weiter, erst den Steg suchen oder einfach so landen, sollten wir ihn nicht finden. Danach wie gehabt, Saxir mit den Elf und Isdol, Äy, Äs, Hisora mit den Vier Schatten“, erklärte Kailin seelenruhig.
„Wie kannst du so gelassen damit umgehen? Sie ist ein Kind, zugegeben sie stammt von hier, aber in drei Jahren kann sich viel verändern!“, gab Hisora fassungslos ob der Ruhe des Krongrafen zurück.
Umisi von Tasib schaltete sich grinsend ein: „Und genau aus diesem Grund ist ihr De`fraa auch gefolgt, zusammen mit einem kleinen Zauber meines Vetters, wenn ich mich nicht irre?“ Er wand sich an Orüht der bis jetzt nur schweigend den Ausführungen der anderen gelauscht hatte.
Der Kapitän der Azurträne lächelte breit: „So ist es, ich habe ihr gestern Abend einen kleinen Verfolgungszauber auferlegt ...“ Er reichte Saxir und Isdol zwei kleine Holztafeln, beide zeigten einen schlanken blauen Pfeil der in Richtung Emnin wies, „... und hier sind die beiden Gegenstände an denen ich ihn verankert habe, viel Erfolg bei der Dschinnjagd! Und jetzt, alle Mann auf ihre Plätze, in drei Minuten werfen wir den Antrieb an und suchen unsere Namenspatronin!“
Die Mannschaft machte sich bereit und als der Antrieb, mit fast achtzig Prozent!, die Azurträne Emnin entgegenfliegen ließ, war allen klar, dass sie nun ihr erstes Abenteuer auf der Insel zu bestehen hatten.
„Das Meer mag trügerisch sein, doch ist es allemal dem Land vorzuziehen. Erstens, ist das Meer, mit Ausnahme der Piraten vielleicht, nicht von Wahnsinnigen bevölkert. Zweitens, hat das Meer den Vorteil, dass es die es Befahrenden, mit Ausnahme der ertragsschwachen Fischgründe in der Nähe von Robtar, immer zu ernähren weiß. Und Drittens, das Meer redet nicht den ganzen Tag davon, wie schön das Land sei.
Dies sind nur einige Gründe, die für die Erforschung des Meeres sprechen, aber eins ist gewiss, nie wird jemand in der Lage sein sich auch nur ein Bild von der Beschränktheit des Landes zu machen, wenn er nicht ein einziges Mal das Meer befahren hat. Ist man ein Dschinn, so ergeben sich noch viel großartigere Möglichkeiten mit dem Meer Eins zu werden. Denn diese Rasse schafft es wie keine andere, mit der See zu verschmelzen.
Oh! Ein Schiff, was es wohl sein mag, dass sie wollen? Ich hoffe sie bringen genügend Anstand mit dem Meer auf, um“
Tagebuch des Kapitäns So`dass, von der Marine bei einem Piraten beschlagnahmt, Bibliothek der Marineakademie von Coeri
Azur lief über den Strand. Es tut so gut wieder zu Hause zusein! Wie es wohl Mama und Tante Beige gehen mag? Ob sie mich vermisst haben? grübelte die Dschinn vor sich hin. Sie hatte die Azurträne nur mit großen Gewissensbissen hinter sich gelassen. Doch Heimat blieb Heimat und deshalb war sie in einem günstigen Moment einfach über Bord gesprungen. Sie wusste das Kailin bestimmt stocksauer sein würde, aber der war ja auch nicht dreizehn und so lange von zu Hause weg gewesen!
Azur kam an die erste Stelle der Insel an die sie sich wage zu erinnern meinte.
„Du kannst jetzt rauskommen, danke das du mich nicht aufgehalten hast“, sprach sie über die Schulter.
Am Waldrand des flachen Kiesstrandes raschelte das Schilfgrass und De`fraa, für die Dschinn natürlich sichtbar, kam mit Verlegenheit im Auge, auf sie zu.
„Hast du mich also doch bemerkt?“, fragte er geknickt.
„De`fraa, du magst unsichtbar sein, aber ich sehe dich nicht nur, ich höre auch wenn du mit deinen Sicheln auf die armen Pflanzen einhackst!“, schmollte die Dschinn.
„Also? Was hast du vor? Der Krongraf wird nicht begeistert sein, wenn er erfährt das du abgehauen bist ...“, begann der Parmir vorsichtig, „...und du weist das alle auf dem Schiff sich Sorgen machen werden.“
„Aber ich bin hier zu Hause! Verstehst du? Ich kenne mich hier besser aus als in allen Landstrichen und Meeren die ich die letzten Jahre bereist hab! Also halt mir keine Vorträge, sondern erzähl lieber warum du mir gefolgt bist“, blaffte Azur.
Mann, die ist ja heute geladen! dachte De`fraa bevor er ihr langsam erklärte was passiert war: „Kailin hat geahnt das du so was machen würdest, daher hat er mich und Tikal gebeten zusätzlich ein Auge auf dich zu werfen. Da ich aber nur eins habe, hab ich eben besonders gut aufgepasst. Als du dich aus dem Staub gemacht hast, war ich fünf Minuten und einen Schnellschwimmzauber hinter dir.“
„Also wirst du mich zwingen zurück an Bord zu gehen?“, fragte sie kleinlaut.
„Nein, ich bin schließlich der Erste der dir sagen kann wie schön es ist, wenn man etwas lange Verlorenes wiederfindet“, De`fraa lächelte sie an.
Azur lächelte zurück: „Dann komm du Sichelheini, lass uns gucken ob meine Mama nicht etwas Gutes für uns kochen kann!“
So stapften sie also gemeinsam in den dichten Küstenwald auf der Suche nach Azurs Mutter. De`fraa war nach einer halben Stunde klar das die Dschinn keine Ahnung hatte wo sie hinlief. Doch statt ihr das auch noch auf die Nase zu binden, begnügte er sich mit dem Gedanken, dass Orühts Zauber ihre Rückendeckung war. Mit jeder Minute die verging kam die Azurträne Emnin näher.
„Da! Der Steg! Ich kann ihn sehen!“, rief Hendo als er gerade das Fernglas in eine kleine Bucht der Insel richtete.
„Segel einholen, Antrieb auf fünf Prozent! schön sachte“, befahl Orüht der nun ebenfalls in die Richtung blickte die sein Matrose gedeutet hatte.
„Schön hier, man könnte in Versuchung kommen diesen ganzen Krongrafenquatsch als Urlaub zu definieren“, meine Isdol der neben dem Kapitän auf dem Ausguck stand.
„Nur leider müssen wir erst mal sehen das wir unseren verschwundenen Wirrkopf wiederfinden“, seufzte Benwall vom Steuer her.
„ALLE TRUPPEN FÜR DEN LANDGANG BEI MIR SAMMELN!“, dröhnte Kailins Stimme über das Deck.
„Tja, jetz wird’s ernst, sollte was schiefgehen gib Lilie Lilie einen dicken Schmatzer auf ihr wahnsinniges Hinterteil!“, lachte Isdol und klopfte dem ebenfalls lachenden Ork auf die Schulter.
An Deck waren Xorten und Milch Milch gerade dabei ihr bodenloses Boot mit einer Winde an der Bordwand herabzulassen und das Fallreep hing ebenfalls schon bereit.
„Ah, endlich machen wir mal einen Ausflug!“, säuselte Oliv vor sich hin während die Leute der beiden Landungstrupps sich um Kailin scharrten. Stolz auf sie, blickte der Krongraf in die Runde. Jeder der für die Mission Azur zu finden ausgeschickt werden sollte hatte sich, kaum das der Antrieb abgeschaltet wurde, um seine Ausrüstung gekümmert. Saxirs Einheit, die elf Flüchtlinge aus dem Norden, trugen natürlich ihre Har-Rüstungen, einziger Unterschied waren die Brustpanzer. Auf denen hatten sie das Banner der Krongrafschaft Emnin, mit ein wenig Hilfe von Xorten, aufgetragen. Im völligen Gegensatz dazu stand Isdols Truppe. Jeder trug das was ihm im bevorstehenden Abenteuer als das Richtige erschien. Hisora hatte einen wahnsinnig wuchtig aussehenden Plattenpanzer angelegt und hielt eine mit Doppelklingen besetzte Streitaxt über der Schulter, so lässig als würde sie ein Weinglas balancieren. Oliv und Magma trugen hautenge Ganzkörperanzüge aus schwarzem Stoff. Wäre Azur nicht auf die Insel geflüchtet, hätte er ihr die Augen zugehalten bei dem Anblick. Neben den beiden Dschinn stand ein übergroßer Rucksack den sie sich von Saxirs Trupp geliehen hatten. Aus jeder Öffnung ragte eine andere Waffe. Die Zwergin Kosic trug einen hellbraunen Lederharnisch, sie hatte zwei kurze Armbrüste am Gürtel hängen und eine riesig große auf dem Rücken. An Oberarmen und beidseits der großen Armbrust fanden sich Köcher mit vielen Bolzen. Die Elfe Weda wiederum hatte ein Kettenhemd mit einem Überwurf und schwarze Lederhosen an. Sie hielt eine Armbrust in den Händen und ein Hackebeil artiges Schwert hing hinten quer an ihrem Gürtel. Auch sie trug die Köcher doppelt auf dem Rücken. Die beiden Ishin waren weiterhin in ihre blauen Kutten gewandelt. Wenn man in den Ausschnitt zwischen Kapuzenkragen und der wabernden Haut darunter blickte, sah man ihre leichten Lederrüstungen. Isdol trug das Außergewöhnlichste, er hatte vierbeinige gelbe Latzhosen, einen Strohhut auf dem Kopf mit dem grünen Hemd des Orks aus Lerfhafen, dass er von Äy geborgt hatte, kombiniert.
„Meinst du nicht das du ein bisschen zu leicht die Zielscheibe spielst?“, witzelte Äs und drückte dem Kuhaz seine Waffe, ein Kurzschwert, in die Flosse.
„Weißt du was? Ehe ich wie Hisora meine Unterhose durchschwitze trag ich doch lieber das“, grinste er den Ishin an, auf dessen Stirn ein Bikini leuchtete.
„Ich trag überhaupt keine!“, sprach die Elfe in der Rüstung.
„Echt? Darf ich mal seh...Au!“ Äy`s Kopf bekam eine gelbe Beule und Hisora funkelte ihn nach ihrem Schlag belustigt an.
„ Können wir dann?“, beendete Kailin nun da alle da waren die Neckereien. „Also, wie gesagt, Saxirs Trupp wird vorgehen und den Weg in die Insel auskundschaften. Isdol, du bleibst mit deiner Einheit weit hinter ihnen und falls es Probleme geben sollte, helft ihr, danach zieht ihr euch hier her zurück. Ich möchte keine Alleingänge sehen...“
„Was kuckst du mich so schief an?“, fragte Saxir.
„ .... du weißt warum, ihr seid der Zahlenmäßig stärkere unserer Trupps also haltet Blickkontakt im Wald. Isdol, du passt auf das ihnen niemand in den Rücken fällt, ansonsten habt ihr freie Hand. Ich möchte euch jedoch daran erinnern, dass wir eine kleine Gruppe in einer unbekannten Anzahl von Eingeborenen sind. Haltet euch aus größeren Kämpfen und sonstigen Situationen die ihr nicht überblicken könnt raus. Das war’s von mir, viel Erfolg und holt mir meine private Nervensäge heil zurück. Oder falls sie ihre Siedlung gefunden hat geht sicher, dass es keine Bedrohung gibt und macht Meldung, dann sehen wir weiter.“ Kailin sah ernst in die Runde.
„Geht klar!“ Riefen die Abenteurer und wandten sich Xorten zu der an der Reling auf sie wartete.
„Also; Saphir setzt euch in zwei Runden an den Strand, Saxir ist mit ihren Leuten die Erste. Danach kommt Isdol, noch Fragen?“, wollte der Oz nervös wissen. Doch es gab keine, also kletterten Saxir und die ex-Häftlinge aus Har über das Fallreep in das von Saphir gesteuerte Boot. Es war groß genug um locker fünfzehn Mann zu transportieren.
„Alle Mann, gut festhalten! Ich will niemanden aus dem Wasser fischen müssen, wenn diese Nussschale vom besonders Irren durchdreht!“, warnte der Matrose.
„Das habe ich gehört, du augenloser Wasserhüpfer!“, schallte es von oben.
Das Lachen an Bord des Bootes half Saxirs Trupp die Spannung zu überdecken. Die Azurträne lag etwa vierhundert Meter vom Ufer entfernt in der Bucht.
„Dann wollen wir mal!“, rief Saphir und legte die Hand auf eine kleine Metallkugel am Heck. Sofort spritzte Wasser auf und sie fuhren mit hoher Geschwindigkeit auf den Strand zu.
„Geht doch ganz gut oder?“, sagte Saxir.
„Erstaunlich, ich hätte gedacht Xorten jagt uns mit einem Affenzahn gegen die Bäume am Strand“, gluckste der Dschinn an der Kugel. Offenbar konnte man damit auch den Kurs festlegen, denn als er seine Hand leicht bewegte, folgte das Boot der Bewegung so lange bis Saphir sie wieder in die ursprüngliche Position zurückschob.
Als der erste Landungstrupp in den wasserumspühlten Sand sprang, wendete der Dschinn sofort wieder und fuhr zum Schiff zurück um Isdols Einheit einzuladen.
Bis das Boot zur Azurträne zurückgefahren, die nächste Ladung Abenteurer aufgenommen, und wieder am Strand war, hatte Saxirs Trupp bereits die unmittelbare Umgebung gesichert. Auf dem Strand beratschlagten die beiden Anführer der Trupps noch kurz, dann gingen die ex-Häftlinge zuerst in den Wald. Zwanzig Minuten später gab Isdol das Kommando das seine Einheit jetzt loslegen konnte.
„Bist du sicher, dass wir in die richtige Richtung laufen?“, fragte De`fraa.
„Denke schon, die Bäume sagen das wir nur noch um die nächste Lichtung und dann einen Hügel hinauf und wieder heruntermüssen, dann sind wir da“, verkündete Azur im Brustton der Überzeugung.
Der Parmir glaubte sich verhört zu haben: „Wie meinst du das, die Bäume sagen es dir?“
„Na hör doch hin!“, gab die Dschinn gelangweilt zurück.
De`fraa, spitzte die Ohren: ……links...ihr ...müsst...links.... konnte man aus dem Rascheln vernehmen. „Unglaublich, aber woher wissen wir, dass sie uns nicht in eine falsche Richtung locken?“, fragte er erneut die kleine blaue Gestalt.
„Puuffff, frag sie mal wo das Schiff ist“, sagte Azur.
„Äh...wo ist unser Schiff?“, wisperte De`fraa.
...wie...heißt...er...denn...dein...klapper ...Kahn?
„naja, also er, äh, es heißt...“
...bist...du...blöd...oder...warum...vergisst...du...den...Namen....deines...Schiffes? säuselte es aus dem Wald.
„...Azurträne! Und nenn mich nicht blöde!“, sagte der Parmir grimmig.
…offenbar…ist...dein…Hirn....genau…so…unsichtbar… wie...du…dein…Schiff....liegt…in....der…Bucht....sechzig… Minuten…in....die…Richtung…nach…hinter…dir...., raunte der Wald und De`fraa hätte schwören können das die Stimmen lachten.
Er wand sich wieder an Azur: „Wie, wie, kann das sein? Ich habe immer gedacht nur Waldkrenze können mit der Natur sprechen?“, fragte er verblüfft.
„Na, normalerweise sind die Bäume auch nicht so gesprächig, aber sie meinten das endlich mal was los sei, oder so ...“, die Dschinn fuhr fort, „... aber egal, Mama wird schon wissen das wir da sind, hoffe ich zumindest.“
Sie kamen tatsächlich an der Lichtung vorbei. Auch dem Hügel überquerten sie. Und als De`fraa schon fragen wollte wo den Azurs Mutter ihr Heim hatte, standen sie vor einem mit brackigen Wasser gefüllten Teich.
„Äh...hier wohnst du?“, versuchte der Parmir nicht allzu angeekelt zu klingen.
„Ja, schön nicht? Einer der besten Teiche auf Emnin!“, verkündete Azur stolz bevor sie Kopfüber ins Wasser sprang.
„He! Warte, was soll ich .... Mann, Kailin reißt mir die Rübe ab wenn ich die Kleine verliere!“, fluchte De`fraa vor sich hin. Da er aber nicht in das Wasser sehen konnte, es war zu dreckig, und auch sonst nicht wusste was er machen sollte, lehnte er sich an einen Baum mit niedrigen Ästen und beobachtete die sich beruhigende Oberfläche von Azurs Zuhause.
...Massage....gefällig?... summte der Wald.
„Warum eigentlich nicht? Leg los mein Großer!“, sagte der Parmir bevor die Äste ihn umschlungen und davontrugen.
Der Pfeil auf Saxirs Holztafel begann sich wild im Kreis zu drehen. Was ist denn hier los? Dachte sie. „Halt!“, gab die Anführerin der Truppe leise den Befehl.
„Was ist? Haben wir sie schon?“, flüsterte 5 ihr zu.
„Nein, aber der Zauber spielt verrückt“, wisperte Saxir zu der Frau und deutete auf die Tafel.
„Was mag das heißen?“, meinte nun 11 der an die beiden herangeschlichen war.
„Keine Ahnung, aber auf jeden Fall nichts Gutes, wir sollten erst mal in die Richtung gehen die als letztes angezeigt wurde, danach sehen wir weiter.“ Mit einem stummen Nicken begaben sich die zwei Soldaten wieder auf ihre Positionen hinter Saxir.
Nach einer dreiviertel Stunde raschen Vorankommens an einer Lichtung vorbei und über einen Hügel, erblickte Saxirs Trupp einen Tümpel von etwa sechzig Metern Durchmesser.
„Tja, und nun?“, sagte 1, „...ich bin ja kein Pessimist, aber da durch zu schwimmen...“, der Kuhaz deutete auf das Wasser, „...das gleicht einem Selbstmord, wir wissen zu wenig über die Insel als dass wir es wagen könnten.“
„Sehe ich auch so“, sprang 6 ihm bei, die zusammen mit dem Rest der Truppe gerade den nahen Uferbereich um den See betreten hatte.
Saxir sah sich um; etwas Rotes im ansonsten schlammig braunen Ufer erregte ihre Aufmerksamkeit. „Hey! Seht ihr das?“, sagte sie und deutete auf die Stelle etwa zwanzig Meter entfernt.
„Ein Schal?“, mutmaßte 3, die sogleich auf den Fleck zuging und mit der Spitze ihres Schwertes das Ding aus dem Schlamm fischte.
„Und? Was ist es?“, rief 2 ihr zu.
„Sieht aus wie ein Seidenschal, da sind Symbole drauf, Saxir? Könntest du bitte? Von deinem Kerl habe ich noch nicht genug gelernt um richtig lesen zu können, aber ein T und ein I das erkenn ich!“, sagte 3 als sie zurück war.
Die Chefin der Truppe nahm das Tuch von der Schwertspitze: „Tikal von Ililin, De`fraa! Er muss es verloren haben, ansonsten wäre es noch unsichtbar! Los suchen wir ihn!“, befahl Saxir und ihre Einheit schwärmte je zu zweien aus.
De`fraa hing Kopfüber mitten im Wald. Die Äste die ihn Fortgetragen hatten schienen an einer Schneise angehalten zu haben. Wie soll ich hier nur wieder rauskommen? Grollte er. Alter! Du bist ein Parmir! Benutz deine Sicheln! lachte er sich innerlich selber aus.
Nach einer schmerzhaften Landung ging De`fraa in die Schneise vor sich im Wald. Sie war etwa zwanzig Meter breit und zu beiden Seiten wild verwachsen. „Was ist hier nur los?“, wunderte sich der Unsichtbare vor sich hin.
„Gute Frage und wer mag sie gestellt haben?“, lachte eine Stimme von der anderen Seite aus der De`fraa gerade getreten war.
„Äh...hallo, ich bin unsichtbar!“, grüßte er.
„Das sehe ich, oder besser gesagt, nicht!“, lachte es erneut.
„Wer seid ihr? Wo seid ihr?“, rief jetzt der Parmir der Stimme entgegen.
„Ich? Ach, ich bin hier der Holzfäller!“, erklang es aus dem Dickicht.
„Prima, ich bin De`fraa, Mitglied der Truppen Krongraf Kailins von Emnin!“ Er hatte sich gedacht das es nicht schaden könnte ein wenig auf den Putz zu hauen.
„Ach? Wir haben einen neuen Krongrafen? Na da wird sich Azurs Mutter aber freuen sie wartet seit Jahren das die Kleine zurückkommt. Wir alle warten wiederum darauf das ein neuer Blutsauger uns sagt was wir für ihn alles machen dürfen“, lachte die Stimme immer noch.
„Äh... seid ihr sicher? Ihr kennt den Neuen doch noch gar nicht!“, tadelte der Parmir leicht verwirrt.
„Was gibt’s da schon groß zu kennen, einer wie der andere wollen sie nur ihre Ruhe und die Insel geht ihnen am Arsch vorbei!“, erklang es aus dem Wald. Zu De`fraas Überraschung, wiederrum lachend.
„Wenn ihr Azurs Mutter kennt, dann könnt ihr mich doch bestimmt zum Tümpel bringen oder? Ich habe sie hineinspringen gesehen und der Krongraf hat mir aufgetragen sie nicht aus dem Auge zu lassen!“, bat er höflich den Holzfäller.
„In welchen Tümpel ist sie denn gesprungen? In den, der im Abschnitt liegt aus dem ich die Äste habe knacken und euch danach reden hören?“, mit einem Mal war die Fröhlichkeit aus der Stimme verschwunden.
„Ja“, antwortete De`fraa schlicht.
„Dann ist sie verloren, ihr seid wahrscheinlich nur aus dem Grund nicht in die Fänge des Hörenden Waldes gelangt, weil sie euch nicht richtig sehen konnten. Aber in dem Tümpel dort lebt der verrückte Gagat! Wenn Azur zu dem gegangen ist dann könnt ihr sie abschreiben. Der ist mächtiger als alle anderen Dschinn hier zusammen!“, entfuhr es dem Holzfäller den De`fraa immer noch nicht sehen konnte.
Er war allerdings von den Aussagen schockiert: „Dann müssen wir sie retten!“, rief er.
„Zwecklos, seid lieber Froh das wenigstens Ihr lebend da herausgekommen seid, der Wald ist für jeden der ihn betritt das Grab.“
Saxirs Truppe hatte sich in der näheren Umgebung des Sees verteilt. Noch waren keinem irgendwelche Spuren von Azur oder De`fraa aufgefallen. Auch von ihrer Rückendeckung war weit und breit nichts zu sehen. Wo bleiben die nur? Fragte sich Saxir. Doch ihre Einheit stand vorerst ohne Unterstützung da.
Deshalb entschied sie die Suche abzubrechen. „Alle zu mir!“, rief sie über das braune Wasser.
Mit einem Mal kräuselte sich die Oberfläche und ein graubrauner Kopf tauchte aus der Mitte des Tümpels auf.
„Wer betritt meinen Wald? Und wer wagt es meinen Untergebenen Widerstand zu leisten?“, sagte der Kopf und ein Körper schob sich langsam nach oben.
Saxir betrachtete die Gestalt mit Abscheu. Es war ein dicker Dschinn mit Falten auf sämtlichen Körperteilen. Er trug eine Hose die ihm viel zu klein war und sein enormer Bauch hing schlaff über den Bund.
„Ich bin eine Kommandantin der Truppen des Krongrafen und wir suchen zwei unserer Freunde!“, schrie sie über die Wasseroberfläche.
„Osilin ist tot, du Närrin!“, blaffte der Dschinn zurück.
„Ja, weiß ich auch, aber ich rede von dem neuen Krongrafen wir sind gerade erst angekommen!“, versuchte es Saxir erneut. Inzwischen hatte sich ihre Truppe in lockerer Halbkreisformation hinter ihr postiert.
„Ah!“, machte die Geschalt in der Mitte des Sees, „also ihr seid die Narren die mit dieser Azurträne die dumme Dschinn zu mir gebracht habt!“, lachte er.
„Ihr kennt Azur?“ Sie machte eine kleine Geste mit der rechten Hand. Unauffällig zogen vier ihrer Leute die Bögen von den Rücken.
„Vielleicht, aber ihr solltet wissen das ich sie gut genug kenne um ihr einen raschen Tod zu verschaffen!“, dröhnte die Stimme des Dschinn über das Wasser. Er machte eine kreisende Bewegung und plötzlich fingen die Bäume rund um den Tümpel an zu zittern.
„Dann seid ihr also kein Freund der kleinen Dschinn?“, erkundigte sich Saxir mit mörderischer Ruhe.
„Richtig, ihre Mutter hat sie immer so sorgfältig bewacht, sie nie in die Nähe des Hörenden Waldes gelassen und nun? Nun kommt die dumme Göre genau am heutigen Tag an die Grenzen meines Reiches und lässt sich mit einem einfachen Verwirrungszauber in die Falle locken, interessante Wendung!“, kicherte der Fette im See.
„Soll das heißen dieser Wald ist Euer Land?“, fragte Saxir mit einer weiteren Geste ließ sie die Schützen Pfeile auflegen und Spannen.
„Mein, Mein ist die ganze Insel! Menschenweib! Erzittere vor Gagat! Dem mächtigsten Dschinn Emnins!“
„... bis jetzt, zumindest!“, rief Saxir ihm zu und gab das Zeichen zum Beschuss der Kreatur.
Doch kein Pfeil flog auf den Dschinn zu. Als die Kommandantin sich umdrehte musste sie sehen das bis auf 2, der sich tapfer werte, alle anderen in einem Geflecht aus Ästen und Blättern hingen. Sie waren so geschickt verschnürt das sie keinen Laut von sich geben konnten.
„Also Irki, wie genau hast du das gemeint Gagat ist der Mutter von Azur böse?“, erkundigte sich De`fraa als die beiden sich durch das Unterholz in Richtung des Tümpels durchschlugen. Nach ein paar Minuten hatte sich der alte Zwerg endlich gezeigt und der Parmir fand das er Glück gehabt hatte den einundachtzigjährigen Holzfäller auf seine Seite zu bringen.
„Hör zu, es ist so, dass Gagat sich seit drei Jahren als Herr der Insel aufspielt. Wir haben ihn aber in seinem Wald einschließen können, Azur Mutter ist auf die Idee gekommen die Schneisen zu schlagen und damit die Magie des Dschinn abzuschneiden. Er kann Bäume für sich tun lassen was er will“, berichtete der Zwerg.
„Also sind wir in genau dem Teil Emnins gelandet der auch der Gefährlichste ist?“, fragte De`fraa mit einem verzweifelten Unterton in der Stimme.
„Ja“, sagte Irki knapp, „aber, wenn du sagst der Krongraf hat bereits Hilfe geschickt, dann schaffen wir es vielleicht den Arsch des Dschinn endlich aufzuhängen!“ Grimmig lachte der Holzfäller.
„Sollte kein Problem sein, mittlerweile haben die Anderen den Tümpel bestimmt gefunden“, grübelte der Parmir laut.
„Aber es muss irgendwas passiert sein, die Bäume sprechen nicht mehr, nicht mal ein zucken, vielleicht haben eure Leute Gagat ja schon!“ Hoffnung schwang in der Stimme Irki`s mit.
„Wir werden sehen, aber zunächst, was will er von Azur?“, erkundigte sich De`fraa.
„Ich schätze mal ihre Magie um den Bann ihrer Mutter zu lösen“, mutmaßte der Zwerg stirnrunzelnd.
„...2! hinter dir!“, schallte es von weitem.
„Saxir! Das ist Eine von uns Irki! Los wir müssen ihr helfen!“, schrie der Parmir und das Unterholz bog sich ohne dass der Holzfäller hätte sagen können warum. Doch mit schnellem Schritt folgte er den abbrechenden Zweigen.
„2! Hinter dir!“, rief Saxir. Sie hatten sich bis jetzt allen Angriffen der Bäume entziehen können, doch lange würden sie das nicht mehr durchhalten.
„Seh ich doch!“, grunzte der Kuhaz und säbelte einen weiteren Ast ab.
„Narren! Mich könnt ihr nicht in meinem eigenen Wald besiegen!“, lachte Gagat der immer noch in der Mitte des Tümpels stand.
„Saxir!“, schrie 2 als ihn einer der Äste durch ein Bein stach. Sie rannte auf den Kuhaz zu und schnitt das eindringende Ding ab.
„2? Alles in Ordnung?“, fragte die Kommandantin.
„Geht schon“, stotterte dieser mit weißer Haut unter dem Pelz.
„So, nun sollt ihr lernen was es heißt, sich ...“, Gagat verstummte in seiner Tirade, denn auf einmal fielen die Angreifer einer nach dem Anderen auf den Boden und begannen die Waffen erneut aufzunehmen.
„Was? Wer ist da?“, donnerte die Stimme des Dschinn über den See.
„De`fraa! Danke! Ich bin dir was Schuldig!“, rief Saxir erleichtert. Zu ihrer Truppe sagte sie, wobei sie auf den Dschinn im Wasser deutete: „Macht ihn fertig!“
Drei Pfeile später war das Leben aus den Bäumen gewichen. Und der tote Dschinn trieb im schlammigen Wasser.
„Na also, jetzt müssen wir nur noch Azur finden!“, jubelte Saxir mit De`fraa und ihren Soldaten.
„Aber wie sollen wir in den Teich kommen?“, fragte der Zwerg der sich als Irki vorgestellt hatte.
„Gute Frage, aber eigentlich müsste Isdols Truppe schon längst hier sein sie haben zwei Dschinn dabei die dürften zwar wenig begeistert sein in dieses Brackwasser zu hüpfen, aber für Azur tun sie das bestimmt gerne“, meinte Saxir an den Holzfäller gewandt.
„Da! Da! Seht ihr sie?“, keuchte 5 auf als sie über das Wasser blickte.
Mit schnellen Zügen war Saxir in den See geschwommen und hatte Azur, die bewusstlos auf der Oberfläche trieb, in den Arm genommen. Im seichten Wasser des Ufers nahmen die Mitglieder ihrer Truppe ihr die Dschinn vorsichtig ab.
„Los, jetzt! Zum Schiff! Yasip muss sie sich ansehen!“, schnaubte Saxir von der Anstrengung.
Nach einer halben Stunde Dauerlauf errichten sie den Strand. Yasip, Garwik und Telc verarzteten gerade die Mitglieder von Isdols Einheit.
„Wo habt ihr nur gesteckt? Ihr ...“, die Zwergenärztin brach ab als sie sah, wie es auch Saxirs Leute erwischt hatte. Beim Anblick des leblosen Körpers der kleinen blauen Dschinn jedoch wurde sie ernst: „Azur! Legt sie sofort auf eines der Betten im Zelt!“, befahl sie.
Während die gebeutelten Truppen Isdols und Saxirs der Ärztin hunderte Fragen stellten wie es Azur ging, untersuchte diese die Kleine im improvisierten Lazarett auf dem Strand.
Als Yasip aus dem Zelt trat nickte die Ärztin grimmig: „Rubin? Fahr zum Schiff und lass dir von Tikal meinen blauen Koffer geben, nicht den roten! Hast du verstanden?“, sagte sie in gruseligem Ton zu dem Matrosen.
„Ja, ich bin sofort wieder da!“, rief der Dschinn als er sich schon auf den Weg zum Boot gemacht hatte.
Da Saxir und Isdol vorerst nichts weiter tun konnten, erzählten sie sich gegenseitig ihre Geschichten über das was sich im Hörenden Wald ereignet hatte.
„... und so haben wir es gerade noch geschafft diesen Gagat auszuschalten“, beendete Saxir ihren Bericht.
Ehe Isdol ansetzen konnte, was ihm und seiner Einheit widerfahren war, kam Rubin mit einem wahnwitzigen Tempo von der Azurträne zurück. Bei ihm waren Tikal von Ililin, Xorten, Ei Ei und der Krongraf höchstpersönlich.
„Ei Ei? Du kümmerst dich darum das die Brände gelöscht werden, sorg dafür das die Matrosen dir genug Leute herüberbringen, schätz den Schaden ein und erzähl mir dann was sie angerichtet haben“, sprach Kailin dem Menschen zu der, wie Saxir wusste, einmal bei der Feuerwehr von Garibal gearbeitet hatte.
„Geht klar!“, antwortete Ei Ei.
„Xorten? Ich will das alles Wasser das du irgendwie auftreiben kannst zum Löschen der Brände bereitsteht, mir egal wie du es machst, aber mach es schnell!“, befahl der Krongraf dem Oz.
„Ja, ich habe da schon eine Idee“, sprach Xorten und ging in Richtung Wald davon.
„Tikal, kümmre dich um Azur, wenn es wirklich so schlimm ist wie du meinst dann hilf Yasip wo es geht!“, bat Kailin die ex-Krongräfin der Mantis.
„Natürlich!“, hauchte sie bekümmert und die Ork rannte sofort auf das Zelt zu in dem Azur schon von der Zwergin behandelt wurde. Der blaue Koffer schwebte einen Meter hinter ihr her.
„Saxir!“, kam Kailin wütend auf sie zu: „Wie habt ihr es geschafft während dieses ganzen Irrsinns Azur zu retten?“
Und ein weiteres Mal musste sie die Geschichte erzählen.
„Gut, sehr gut. Leute? Ihr könnt stolz auf euch sein! Perfekte Arbeit, lasst euch verarzten und dann ab auf die Azurträne, Essen fassen und danach in die Kojen!“, lobte er Saxirs Einheit. Diese murmelte beklommen, nickte aber dankend.
„Und nun zu dir... “, mit schauriger Mine ging Kailin auf den anderen Kommandanten seiner Truppen zu, „...was hast du dir dabei gedacht? Willst du die halbe Insel in Aufruhr versetzen? Oder dachtest du bei der Hitze tät ein Feuer gut?“
„Kailin, hör zu, wir ...“, Isdol zuckte zusammen als der Krongraf ihn anschrie.
„IHR HABT KEINEN FINGER FÜR AZUR GEKRÜMMT, NEIN IHR WOLLTET LIEBER EIN KLEINES WILLKOMMENSFEUER VERANSTALTEN, HAB ICH RECHT?“, brüllte er über den ganzen Strand.
„Kmmm, Kmmm“, räusperte sich Irki der plötzlich neben Kailin stand.
Dieser fuhr herum: „WA... oh, hallo, wer seid den Ihr mein Guter?“, fragte er verwirrt.
„Der Holzfäller, der deiner Truppe wahrscheinlich das Leben gerettet hat Jungchen“, lachte der Zwerg.
Nach mehreren Einwürfen von Saxir und De`fraa, hatte Kailin begriffen, was Gagat mit Azur gemacht und warum der Hörende Wald seine Leute angegriffen hatte.
Als er sich wieder Isdol und seiner belämmert aussenden Truppe zuwenden wollte, hielt Saxir ihn am Arm fest: „Könntest du mir bitte erklären was hier eigentlich los ist?“, fragte sie gedämpft.
„Gerne ...“, er deutete über die Wipfel der Bäume am Strand, „... Isdol hat es geschafft die halbe Insel in Brand zu stecken.“
Als der Kuhaz anfing seinen Freunden die Sache zu erklären staunten die nicht schlecht. Ganz so schlimm war es natürlich nicht. Aber Kailin hatte mit Recht einen Zorn auf die Einheit. Isdol, die Ishin Brüder, Hisora und die Vier Schatten hatten wie die sprichwörtliche Axt im Wald gewütet. Nachdem sie Saxir gefolgt waren hatte Isdol bemerkt das der Wald flüsterte. Als er Hisora darauf ansprach meinte die, es könne sich nur um einen Rückbindungszauber handeln. Weda stimmte zu. Rückbindungszauber erlauben es dem der ihn ausführt mit einem Gegenstand, Lebewesen oder eben Pflanzen sein eigenes Bewusstsein zu erweitern.
Also war Isdols Truppe freundlich gewesen und hatte die Bäume gefragt ob sie vielleicht Azur, eine kleine blaue Dschinn, gesehen hätten. Die Bäume sagten, dass sie viele Farben kennen würden doch Azur sei nur eine miese Schlampe. Kaum hatte die Eiche den Satz beendet, stand sie auch schon in Flammen. Magma war stinksauer. Alle anderen in der Gruppe ebenfalls. Also hatten sie den, jetzt brennenden, Baum ihrerseits beschimpft.
Nach fünfzehn Minuten war es den umstehenden Bäumen offenbar zu bunt geworden und sie versuchten Isdols Truppe, wie die von Saxir, in die Mangel zu nehmen. Äs bekam einen Zweig in den linken Fuß sein Bruder rastete völlig aus und stahl blitzschnell eine der Brandbomben aus dem riesigen Rucksack. Er warf sie in die Krone einer Tanne, die gerade Kosic gefangen hielt. Der Baum ließ die Zwergin los, die nun ihrerseits ein paar Brandgranaten aus dem Arsenal der Truppe holte. Da Oliv mit einer Esche kämpfte, wollte Weda ihr mit einem Zauber helfen. Doch Isdol lief von den Stichflammen der Granaten angesengt versehentlich in sie hinein. Weda verschluckte die letzte Silbe ihres Zaubers und anstatt nur die Esche in Brand zu setzten fingen die fünfzig Bäume dahinter Feuer. Magma wollte sich nicht lumpen lassen und brannte mit einem Zauber zwanzig weitere Bäume an. Dummerweise erwischte einer der abfallenden Äste Hisora. Diese, nun überzeugt das sie ihr erstes Abenteuer auf Emnin nicht lebend überstehen würde, setzte all ihre Kraft durch die Rüstung frei. Der Feuerball der daraufhin durch den Hörenden Wald zog nietete gut achttausend Bäume um. Inzwischen war Isdol aufgegangen das sie sich selbst mit Feuer umringt hatten also befahl er den Rückzug durch die brennenden Leiber der zuckenden Bäume. Alle ihre Verletzungen, rührten von der Flucht vor dem selbst angerichteten Inferno her.
„Ihr Idioten! Wie konntet ihr nur so leicht die Beherrschung verlieren?“, resignierte Kailin.
„Also, wenn ich ehrlich bin haben deine Freunde es deinen anderen Freunden ermöglicht Azur zu retten ...“, gab Irki zu bedenken, „... ohne diesen ganzen Trubel und den Verlust von vielen seiner Zauberanker hätte Saxir nie im Leben Gagat besiegen können. Der Kuhaz und seine Truppe haben den Dschinn überfordert, so dass er abgelenkt genug war um von den anderen Truppen des Krongrafen niedergemacht zu werden“, lächelte der Zwerg Kailin an.
„Äh...Echt?“, stammelte der, von den Verbindungen und ihrer Absurdität völlig überrumpelt.
„Ha! Wir sind voll die Helden!“, jubelte Hisora die nur im Hemd vor ihrer massigen Rüstung stand.
„Ihr Helden, ihr habt Putzdienst und du ziehst dir was an bevor die anderen dich sehen! Bis morgen glänzen mir die Toiletten auf der Azurträne oder ihr könnt in Gagats Tümpel tauchen gehen!“, grummelte ein, nicht mehr ganz so böser Krongraf.
Azur wachte erst am Abend wieder auf. Inzwischen hatten sie sie auf die Krankenstation des Schiffes gebracht. Bei dem Anblick der kleinen Dschinn auf der Trage zwischen Rubin und Hendo wurde es sehr still auf der Azurträne. Während die Stunden verrannen kamen, bis auf Isdols Gruppe die die Toiletten putzte, alle vorbei um sich nach dem Befinden Azurs zu erkundigen. Irki war mit auf einen Rum geblieben aber er schlief bereits selig als die frohe Nachricht das Azur aufgewacht war, die Angst um sie von der Mannschaft des Krongrafen nahm.
Xorten und Ei Ei hatten den Brand im Wald mithilfe eines Regenzaubers und der Fachkundigen Anleitung des Feuerwehrmannes in den Griff bekommen. Die kleineren Brände waren an den Schneisen aufgehalten worden. Die größeren konnten der Oz und sein Löschtrupp bezwingen. Die Frage was nun mit dem unfreiwillig gerodeten Areal passieren sollte ging Kailin gerade durch den Kopf als Yasip ihm die Nachricht von Azurs Erwachen brachte. Sofort ließ er alles stehen und liegen und rannte zum Heck in dem die Krankenstation lag.
„Solltet Ihr jemals in die Verlegenheit kommen einem Ork zu helfen so passt auf! Er könnte Euch in eine Tür verwandeln.
Elfen sind in der Lage enorme Mengen an Magie für sich zu nutzten und meistens tu sie das auch, aber nur für sich.
Die Ip`ni sind ein eitler Haufen, sie begreifen das Leben als einzigen Zweck sich selbst die Hand zu schütteln. Was einiger Maßen schwierig ist da sie über nur eine Hand verfügen und somit ständig unzufrieden sind.
Oz sind die ehrenhaftesten und liebenswürdigsten Geschöpfe in der Welt. Keiner Fliege können sie etwas zu leide tun und ihre Ehrlichkeit ist legendär! Nie hat es ein Geschöpf gegeben das weiser und großzügiger war. Die anderen Rassen nutzen das natürlich schamlos aus und bereichern sich an den Wohltaten der ausgebeuteten Oz. Es kann daher nicht von der Tatze zu weisen sein das es für die Oz Zeit wird sich aus dem Schatten der anderen Rassen zu erheben. Besonders ihre eigene Großartigkeit zu begreifen müssen die Oz noch besser lernen.
Zwerge sind im Allgemeinen kaum schlauer als sie groß sind. Ihre Gier nach Frauen und Reichtum ist berüchtigt.
Mit ihren Sicheln halten sich die Parmir für die besten Geschöpfe unter der Sonne. Bis auf die Rasenpflege interessieren sich diese Primitiven nur für sich selbst.
Einem Ishin auch nur einen Finger zu reichen bedeutet seine ganze Hand in eine Latrine zu stecken. Sie sind unfähig zu begreifen was Arbeit bedeutet daher trifft man diese Rasse auch meist in den sonnigeren Gefilden an. Es ist einfacher das eigene Elend und die Unfähigkeit zu vergessen, wenn man sich den ganzen Tag in der Sonne aalen kann.
Die Dschinn sind der Hohn der Natur, wenn man sie alle zu Mantis machen würde könnten sie keine Veränderungen bemerken. Bis auf ihre stinkenden Tümpel wissen diese Leute nur das die lästige Oberwelt ihnen etwas schulde und das wollen sie dann auch meist von den ehrlich arbeitenden Massen umsonst haben.
Was die Menschen und die Kuhaz betrifft, so muss ihnen jeglicher Nutzen für die Gesellschaft abgesprochen werden. Sie taugen allenfalls zum Ausmisten von Ställen oder dem aufwischen ihres eigenen Erbrochenem.
Der ehrenhaft, schwer und für die Gesellschaft tragenden Rasse ist der Zustand der Verwahrlosung der Anderen nicht mehr länger erklärlich. Dieses Buch soll nun Klarheit darüber verschaffen wie es gelingen kann die faulen und sich ausruhenden Massen in tragfähige Mitglieder der Gesellschaft zu verwandeln.“
Die Oz schaffen sich ab! Stadtbibliothek Coeri
Wie geht’s dir?“, hauchte Kailin am Morgen Azur zu. Erhatte ihr zwei Brote mit Erdbeermarmelade ans Krankenlager gebracht.
„Ganz gut, wenn Tikal und Yasip mich nur mal in Ruhe lassen würden!“, grunzte die gutgelaunte Dschinn zischen zwei Bissen.
„Sie sorgen sich eben um dich, warum bist du auch alleine fortgerannt? Wir hätten diesen ganzen Spuk vermeiden können, wenn du nur auf dem Schiff geblieben wärst“, tadelte der Krongraf milde.
Azur überging seine Einwände: „Stimmt es das Isdol den Wald abgebrannt hat?“, wollte sie stattdessen wissen.
„Nicht ganz...“, Kailin seufzte, „...aber viel hätte nicht mehr gefehlt.“
Mit einem Kichern, antwortete die Patientin: „Geschieht dem alten Gagat recht, er war schon damals ein Stinkstiefel!“
„Was weißt du noch von dem was dir gestern passiert ist?“, erkundigte sich Kailin vorsichtig.
Azur zuckte die Schultern: „Nur das was bis zu dem Punkt war, an dem De`fraa mit mir in den Wald gegangen ist.“
Kailin war nicht überrascht, Hisora hatte ihm nachdem sie und die anderen Brandbeschleuniger die Toiletten geputzt hatten erklärt das Azur wahrscheinlich die volle Wucht des Rückbindungszaubers abbekommen hatte und sich an nichts Anderes würde erinnern können, als das sie in den Wald gegangen war.
„ Fühlst du dich stark genug um wieder auf die Insel zu gehen?“, erkundigte sich Kailin.
„Klar, ich hab die ganze Nacht in der Kugel geschlum mert, da bin ich voll entspannt!“, flüsterte Azur ihm verschwörerisch zu.
„Gut, dann iss dein Frühstück auf und komm an Deck, wir gehen deine Mutter besuchen“, lächelte der Krongraf.
„Echt jetzt?“ Die geblähten Nasenlöcher verrieten das die Dschinn beeindruckt war, „aber wie habt ihr sie gefunden?“, wollte sie wissen.
„De`fraa hat gestern einen Zwerg im Wald getroffen, der meint er kennt deine Mutter und wir haben den Steg deiner...äh... Siedlung auf der anderen Seite der Bucht entdeckt. Also werden wir Irki als Austausch für den Rum den er getrunken hat darum bitten, dass er uns zu dir nach Hause führt. Wie klingt das?“, fragte Kailin die Patientin auf der Liege im Krankenzimmer.
Diese sprang aus dem Bett und warf sich mit vielen Entschuldigungen und Dankesworten an den Hals des überraschten Krongrafen.
„Also dann, während unser Graf auf Landgang ist, hat er uns eine kleine Aufgabe dagelassen...“, lächelnd stand Orüht vor der zurückgebliebenen Mannschaft der Azurträne, „...seht ihr den Steg dort drüben? Wir werden ihn vor Einbruch der Nacht Instandsetzen. Dank einer großzügigen Leistung von Hisoras Amoktruppe ...“
„Hey! Isdol hatte das Kommando!“, blaffte die Angesprochene dazwischen.
„...haben wir reichlich entastetes Holz, fällen wir das
