ENDLICH EIFEL – Band 1 -  - E-Book

ENDLICH EIFEL – Band 1 E-Book

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Beschreibung

Gesichter, Menschen und Typen, die eng verwoben sind mit der eifeltypischen Natur oder traumhafte Orte mit einzigartigen Landschaftsbildern – davon handelt der erste Band der Buchreihe. Mit allen Sinnen ergründen wir die Eifel und schreiben über den Geschmack der Eifel, die Gerüche oder Eifel-Duftnoten, den Klang und natürlich die Landschaft. Wie in jedem Band gibt es zusätzlich eine empfohlene Wanderung und ein typisches Eifel-Rezept zum Nachkochen. Ganz wie die Eifel ist ENDLICH EIFEL: Zuflucht, Sehnsuchtsziel und Heimat.

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EPUB
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Seitenzahl: 139

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Endlich Eifel

Gesichter der Eifel

Inhalt

Endlich Eifel!

Mit allen Sinnen

Maarseen

Die Augen der Eifel

Edles Eifel Obst von Hand gebrannt

Die Wolsfelder Eifelbrennerei

Mit den Eifel-Rindern im Bunde

Eine Veggie-Ikone

Tu was du liebst!

Ein besonderer Bäcker

Bio-Imker, Bassist, Bluessänger

Thomas Körsten

Ein über 130 Jahre altes Familienunternehmen

Historische Senfmühle in Monschau

Schmeckt nach Heimat und Zuhause

Eifelspezialität Döppekooche

Sprache der Eifel

Schwätze, schnesse, schwadroniere...

Ein Kommentar

Originelle Kostproben Eifeler Platts

Traditionelle Liedche, Schimpfen & Loben

De Hohner plecke de Bloome

Mundart, Heimat und der Erhalt von Traditionen

Eifel-Typen

Leben auf der Eifel-Ranch

Social-Media-Influencerin aus der Vulkaneifel

„Manchmal muss man mit dem Kopf gegen die Wand donnern, um endlich in der Eifel zu landen.“

Die Eifel-Fotogräfin

Marthas Traum

Eifel-Magie

Kronjuwel einer Hochmoorlandschaft

Hohes Venn: Größtes und grenzüberschreitendes Naturschutzgebiet der Eifel

Alter! – Ein Eifelgeheimnis!

Kleine Landschaftsgeschichte der Eifel (Teil 1)

Ein Hauch von Mittelalter und ein Stück Schottland in der Eifel

Adler- und Wolfspark Kasselburg

Rapunzel, Schneewittchen, Genoveva: Drei Frauen – eine Legende

Die Genovevahöhle – Ein Ort der Mythen und Märchen

Dunkele Geheimnisse der Eifeler Unterwelten

Brauchtum

Kleppern, Ratschen, Klappern

Osterbräuche in der Eifel

Links, rechts, seitwärts, vorwärts

Pilgern in der Eifel

Unterwegs

Der Berg der Berge

Unterwegs im Ahrtal zu faszinierenden Ruinen

Ein tierisches Vergnügen

Eselwandern in der Eifel

Eifel in gelb

Wenn die wilden Narzissen blühen

Die vergessene Perle der Zentraleifel

Steckbrief Gerolstein

Eifel-Cartoon

Ein Eifelmädchen im Herzen der Großstadt

Ruth Hebler

Autoren & Bildnachweise

Endlich Eifel!

Nun liegt sie vor euch, die erste Ausgabe von ENDLICH EIFEL! Und das gesamte Team ist mächtig stolz darauf…

Als wir vor rund einem Jahr, die ersten Ideen, Gedanken und Gespräche über dieses Buch führten und uns mit unserem Verleger Sven intensiv austauschten, da wussten wir schnell, dass die Eifel keinen weiteren Wanderführer, kein neues Kochbuch und auch nicht das nächste Heimatbuch braucht. All das gibt es bereits – und noch dazu in ausreichender Menge. Wir waren uns einig, dass wir anderes über diesen wunderschönen und einmaligen Flecken der Erde schreiben möchten.

Doch wie nähert man sich den besonderen Geschichten über die Eifelaner, über bekannte und auch weniger bekannte Plätze der Eifel? Unsere Themen tauchen ein in die außergewöhnliche Eifel-Welt. Wir dachten über ein klassisches Magazin nach, dann mal über eine Zeitschrift, um dann wieder ein Buch zu favorisieren – doch nichts davon passte.

Wir wollen eine Prise „modern sein“, ohne aufgesetzt zu wirken. Wir wollen schöne Geschichten über die Eifel, wie sie heute ist schreiben, dabei aber auch die Traditionen der Region nicht vergessen. Wir geben Tipps, sind aber kein Ratgeber. Unbedingt schreiben wir über Menschen, ihre Besonderheiten und Erlebnisse. Wir erzählen von schönen Orten und Begebenheiten, schenken unseren Leser*innen ein Leseerlebnis ohne den nötigen Tiefgang zu vergessen. Aus all diesen Überlegungen entstand die Idee für das erste Bugazin der Eifel. Ein wenig Buch und auch etwas Magazin – von jedem Etwas, genau das ergibt eine gelungene Mischung. So ist das ENDLICH EIFEL Bugazin Lesebuch, Reiseführer, Tippsammlung und Liebeserklärung an die Eifel in Einem.

Denn das ENDLICH EIFEL Bugazin sieht die Eifel endlich als ein Ganzes und fernab von den sonst üblichen Landesgrenzen. Mit unseren Themen und Berichten möchten wir vorrangig unterhalten und euch mitnehmen auf abwechslungsreiche Reisen durch die gesamte Region: von der Rureifel und der Nordeifel, Ahr-, Hoch, und Vulkaneifel, vom Hohen Venn ins Bitburger Land, über die Schneifel bis zur Rheineifel oder zur Süd- und Moseleifel bis hin zum belgischen und luxemburgischen Teil – punktum: durch die komplette Eifel.

Zusammen mit einem bunten Autorenteam erzählen wir Interessantes über die außergewöhnliche Welt der Eifel, beispielsweise von fast ausgestorbenen Berufen, berichten über besondere Typen, die fast nur noch in ländlicheren Gegenden zu finden sind oder verraten (noch) wirkliche Geheimtipps. Althergebrachte Bräuche und fast vergessene Traditionen werden in der Eifel noch regelmäßig gelebt.

Wir zeigen, was den ganzen besonderen Charme dieser einzigartigen Naturlandschaft und vor allem der Menschen, die hier leben ausmacht.

Der erste Band des ENDLICH EIFEL Bugazin beschäftigt sich mit dem Titelthema „Gesichter der Eifel“. Gesichter besitzen dabei nicht nur Individuen, Menschen, Personen oder Typen der Eifel, auch die Landschaft selbst kann Gesichtszüge widerspiegeln. Bekanntermaßen werden die Maare in der Vulkaneifel oftmals als Augen der Eifel bezeichnet. Um die Eifel wahrnehmen zu können, benutzen wir unsere Sinne. Vier der fünf Wahrnehmungsorgane für die klassischen Sinne sehen, riechen, schmecken und hören, befinden sich im Gesicht. Mit allen Sinnen ergründen wir die Eifel und schreiben über den Geschmack der Eifel, die Gerüche oder Eifel-Duftnoten, den Klang und natürlich die Landschaft. Als neue Buchreihe angelegt, gibt es empfohlene Wanderungen und typische Eifel-Rezepte zum Nachkochen, um die Eifel zu spüren und zu genießen.

Wir wünschen euch ein wunderbares Lesevergnügen!

Jeannette Fentroß (Chefredakteurin) & Stephan Falk (Herausgeber)

Mit allen Sinnen

Maarseen

Die Augen der Eifel

Maarsee mit Tiefe - das Pulvermaar zählt zu den tiefsten Seen Deutschlands.

Die Maarseen sind das Erkennungszeichen der Vulkaneifel. Mit tiefer Sehnsucht stechen diese Seen wie blaue Augen aus der Landschaft hervor und kaum ein Betrachter ist von ihrem Anblick nicht überwältigt. Die Augen werden oft als die Fenster der Seele bezeichnet, daher sind die Eifelmaare der beste Einstieg, um in die Geschichten und Besonderheiten dieser Region einzutauchen. Welches Maar jedoch das Schönste ist, darüber streiten sich Einheimische und Besucher seit langem, entstanden sind sie alle auf die gleiche Art und Weise.

Geologisch gesehen sind Maare trichterförmige Mulden mit einem vulkanischen Ursprung. Genauer gesagt entstanden diese Mulden durch das Zusammentreffen von Grundwasser und heißem Magma, die dadurch hervorgerufenen Wasserdampfexplosionen sprengten den kreisförmigen oder ovalen Trichter frei. Das ausgesprengte Material besteht überwiegend aus Tuff, eine Gesteinsschicht, die in und rund um die Eifel als Baumaterial Verwendung fand. Durch Grundwasser und Niederschläge füllten sich einige Eifelmaare mit Wasser und bildeten Seen. Weitaus häufiger jedoch bilden sich Trockenmaare, die sich mit Sedimenten auffüllten oder verlandeten.

Von der besonderen Form, rund und trichterförmig, und auch von der extremen Tiefe einiger Maare geht eine Magie aus, die sich nur schwer beschreiben lässt. Und nicht jeder, der in den Maarseen badet, kann gut mit dieser Tiefe umgehen. Trotz des klaren Wassers sind die Seen sehr dunkel und viel weiter als einen halben Meter nach unten kann man kaum sehen… Gerade diese mystische, wie melancholische Atmosphäre, liefert Ursprung und Inspiration für viele düstere Sagen und unheimliche Geschichten rund um die Maare der Eifel.

Die drei Dauner Maare von oben betrachtet.

Das Weinfelder Maar

Das Weinfelder Maar ist mit seiner Lage von 487 Metern über dem Meeresniveau das höchstgelegene der drei Dauner Maare. Viele Besucher berichten von einer nahezu schwermütigen Stimmung, die den 51 Meter tiefen See, der auch Totenmaar genannt wird, zu umgeben scheint. Dazu ranken sich viele Legenden um dieses still-ruhende Eifelauge.

Eine davon ist die Sage vom versunkenen Schloss:

Eines Tages – der Graf war zur Jagd geritten,

hetzte seine garstige Gemahlin die Hunde

einem armen Weiblein nach.

Da aber hatte der Himmel kein Erbarmen mehr.

Unter Donner und Blitz und mächtigem Getöse

schwankte der Boden, und ein Abgrund

verschlang das Schloss mit allem,

was darinnen war. Der Graf, der davon hörte,

erschrak und ritt eilends zurück.

Schon von weitem sah er an Stelle

des Schlosses den See.

Sein unschuldiges Kind, das er schon ängstlich

betrauerte, gab ihm der Himmel wieder.

Es lag in der schwimmenden Wiege,

die gerade ans Ufer trieb.

(nach Heimatjahrbuch Vulkaneifel 1986)

Schaut man nun lange genug die dunkle Wasseroberfläche an, glauben manche sogar noch heute die Umrisse des Schlosses zu erkennen… Doch Vorsicht, nicht zu tief ins Wasser schauen, denn das Baden ist im Weinfelder Maar nicht erlaubt. Die einzigartige Flora und Fauna der Umgebung steht unter Naturschutz, lässt sich aber bei Wanderungen entlang des Maarsees erleben.

Am nördlichen Rand des Weinfelder Maars steht eine kleine Kapelle, die früher als Pfarrkirche des Dorfes Weinfeld diente. Den angrenzenden Friedhof, Namensgeber für die Bezeichnung als Totenmaar, nutzt bis heute die Ortsgemeinde Schalkenmehren.

"Die Eifel ist das schönste Stück Erde, das ich kenne!“

Richard Franzen (1907–1984)

Schäfer mit Schaafherde am Weinfelder Maar, 1963

Die Kapelle am Weinfelder Maar und deren Lage inspirierten den poetischen Eifelmaler Franzen, aus Mehren außerdem zu einem Gedicht:

Droben steht noch die Kapelle,

hier im schönen Eifelland,

wo vor ein paar hundert Jahren

einst das Dörfchen Weinfeld stand.

Pest und Armut, schlechte Zeiten,

zwang die Menschen in der Not,

ihre Heimstatt zu verlassen,

letzter Zug im Abendrot.

Doch nach Weinfeld kehren wieder

Stille Schläfer Jahr für Jahr,

um für immer auszuruhen

auf dem Berg am Totenmaar.

Das Schalkenmehrener Maar

Das ursprünglich größte und womöglich älteste Auge der drei Dauner Maare bildet das Schalkenmehrener Maar. In südöstlicher Lage zum Eifelstädtchen ist dieses Maar eigentlich ein Doppelmaar mit einer noch größeren Ausdehnung. Der zweite Trichter füllte sich mit Tuff des westlichen Kraters auf, so entstand nach und nach die einzigartige Flachmoorvegetation, in der heute wieder seltene Vogelarten Schutz finden.

Auch wenn das Schalkenmehrener Maar im Vergleich zum Weinfelder Maar nur rund 21 Meter Wassertiefe aufweisen kann, so besitzt es den beachtlichen Durchmesser von 500 bis zu 575 Metern und eine Wasseroberfläche von rund 22 Hektar. Hier können Wassersportler aktiv sein: das Naturfreibad ist in der Badesaison geöffnet und auch Tretbootfahren und Angeln ist im Maarsee möglich.

Das Gemündener Maar

Das kleinste der drei wohl bekanntesten Eifelmaare rund um Daun ist das Gemündener Maar, mit nur etwa 7 Hektar Wasserfläche. Mit rund 39 Metern Wassertiefe belegt es jedoch den zweiten Platz in diesem Ranking. Um das Maar führt neben einer Eifelsteig-Etappe auch ein Rundwanderweg, über den auch der Dronketurm, benannt nach Adolf Dronke, dem Gründer des Eifelvereins, auf dem Mäuseberg erreichbar ist. Von dort aus lässt sich ein herrlicher Blick über das Gemündener Maar und das benachbarte Weinfelder Maar genießen. Hier oben ist die große Maarschaukel für eine kleine Wanderpause ideal und bietet Entspannung. Im Sommer sind freilaufende Ziegen und Esel am Dronketurm zu finden.

Das Gemündener Maar mit Naturfreibad.

Auch im nördlich gelegenen Maar gibt es ein Naturfreibad für Schwimmbegeisterte, auch Bootfahrer kommen auf dem Gemündener Maar auf ihre Kosten. Das Angeln ist ebenso erlaubt, jedoch befinden sich in dem klaren, aber nährstoffarmen Wasser nur wenige Fischsorten.

Reisende besuchten in allen Zeiten die Eifelregion. Manche berichten von rauen Gesellen, die hier beheimatet waren. Am Ende des 18. Jahrhunderts schrieb der Reiseschriftsteller Johann Nikolaus Becker auf seiner Wanderung durch die Eifel:

Es sind Menschen von dumpfer, düsterer Leidenschaftlichkeit, dieses Volk der vulkanischen Berge.

Abends kehrte Becker in Gasthäuser der Region ein und beobachtete bei Brot und Wein Szenen wie diese:

Dort in der Ecke brennt ein Wachskerzchen vor dem Schnitzbild der Heiligen Genovefa, und hinter mir wühlt ein Kanonikus in dem Busen und unter der Schürze der Küchenmagd (. . .) die Eifel ist der unkultivierteste und traurigste Strich Landes im westlichen Deutschland.

Ein hartes Urteil des aus gutem Hause stammenden, kritischen wie kompromisslosen Literaten.

Das Meerfelder Maar

Als das größte Maar der Westeifel entstand das Meerfelder Maar durch eine gewaltige, unterirdische Explosion, hervorgerufen durch das Zusammentreffen von heißem Magma auf eine wasserreiche Gesteinsschicht. Der Ausbruch schleuderte Steine und Trümmer an die Oberfläche, wo ein Einbruchstrichter entstand. Im Laufe der Zeit fühlte sich dieser mit Wasser, dem heutigen 18 Meter tiefen und rund zwölf Hektar großen Maarsee. Auf dem Kraterrand der Nordseite, dem Meerfelder Berg, steht der Landesblick, ein zwölf Meter hoher, hölzerner Aussichtsturm, mit herrlicher Sicht auf das Maar und die Vulkaneifel.

Blick auf Meerfeld und das Meerfelder Maar

Genau hier spielt eine Erzählung, die Matthias Zender in seinen Sagen und Geschichten aus der Westeifel schildert:

Ich war ein Bub, so sechs Jahre alt. Zwei Meerfelder haben hinten gewohnt. Die Meerfelder sind das gläubigste Volk, so abergläubisch. Da waren zwei so alte Männer, einer war ein Onkel von mir, das war der Schwager meines Vaters. Einer hat im Zernzenhaus gewohnt, zwei Häuser da vorm Brunnen, da hat auch einer gewohnt. Da kam der Mann in unser Haus, der hat nur solche Geschichten erzählt:

Jetzt kommt der eine abends in der Dunkelheit von Meerfeld. Er war dahin, seine Verwandten zu besuchen, da kam der den Meerfelder Berg hoch. Und oben auf dem Meerfelder Berg steht heute noch ein Holzkreuz. Da hieß es immer, da spuke es. Der benutzte nicht den Pfad, wenn es dunkel war. … Bei dem Kreuz stand ein großer, mächtiger Mann. Er blieb stehen. Der Mann hat sich gebückt und um sich gedreht und das Rad geschlagen, da war alles ein Feuer. Früher hat alles vom Fürchten gesprochen. Daher haben die Kinder sich gefürchtet. Auf jedem Dorf hatten die Leute eine Stelle, wo es spuken soll.

Das Pulvermaar

Das fast kreisrunde Pulvermaar bei Gillenfeld ist mit seinen 74 Metern das mit Abstand tiefste Eifelmaar und zählt sogar zu den tiefsten Seen in ganz Deutschland. Rund um das Ufer wachsen an steilen Hängen schöne Buchenwälder. Zum Pulvermaar gehören auch der sogenannte Römerberg und das Strohner Märchen, welche die Entstehungsgeschichte dieses Maares belegen. Das Pulvermaar entstand durch mehrere hundert Explosionen, zunächst bildete sich das Strohner Märchen, ein Maar südlich des jetzigen Sees. Eine weitere Entladung türmte dann den Römerberg, einen Schlackenkegel auf, der das Strohner Märchen wieder verschüttete. Zuletzt brach der Pulvermaar-Vulkan aus, wodurch der Trichter des wassergefüllten, von einem bis zu 20 Meter hohen Tuffwall umgebenen Maares entstand.

Das Holzmaar liegt im Naturschutzgebiet zwischen Gillenfeld und Eckfeld. Es bildet zusammen mit dem Pulvermaar die Gillenfelder Maare.

Auf einer Seefläche von rund 377.000 Quadratmetern sind viele Wasservögel und Libellen beheimatet. Zum Schutz von Natur und Tieren ist Baden jedoch nur am Ostufer im Naturbad mit Wasserrutsche und Sprungturm erlaubt.

Das Immerather Maar

Dementgegen hat das Immerather Maar mit durchschnittlich nur eineinhalb Metern Wassertiefe den flachsten Maarsee in der Eifel. Im 18. Jahrhundert auch trockengelegt und für die Landwirtschaft genutzt, füllen heute ausschließlich Niederschläge das Maar. Seltene Vögel, Frösche und Libellen können bei Wanderungen in dem Naturschutzgebiet rund um das Maar beobachtet werden.

Das Trautzberger Maar

Das kleinste der zwölf mit wassergefüllten Eifelmaare ist das Trautzberger Maar bei Gillenfeld, mit einem Durchmesser von 80 Metern und einer maximalen Wassertiefe von 2,5 Metern. Zunächst Mitte des 20. Jahrhunderts trockengelegt und als Weidefläche genutzt, folgte später 2014 die Renaturierung und der Rückbau des Drainagesystems.

Das Ulmener Maar

Das Ulmener Maar hat die vergleichsweise jüngste Entstehungsgeschichte und noch immer zeigen aufsteigende Blasen im Randbereich des Maars vulkanische Aktivität. Mit 11.000 Jahren ist dieses Eifelmaar zugleich der jüngste Vulkan Mitteleuropas. Auch das Ulmener Maar ist Kulisse für zahlreiche Sagen, zumal sich früher in den über dem Maarsee thronenden Ober- und Niederburgen einige Ritter aufhielten.

In unmittelbarer Nähe zur Stadt und Burg liegt das Ulmener Maar.

Eine der bekanntesten Geschichten ist die vom Riesenfisch im Maar. Es heißt, dass jedes Mal, wenn er gesehen wurde, einer der Burgherren starb. So schrieb im Jahr 1542 der Basler Gelehrte Sebastian Münster:

Im Maar zu Ulmen gibt es einen Fisch, den schon viele gesehen haben, der ist dreißig Fuß lang, und ein anderer ist zwölf Fuß lang, die haben die Gestalt von einem Hecht. Und wenn sie sich sehen lassen, stirbt gewiss ein Erbe des Hauses Ulmen, sei es Mann oder Frau. Das ist oft beobachtet und erfahren worden.

Am Ulmener Maar lädt ein Rundweg um den See ein, das Natur- und Wasserschutzgebiet zu erkunden. In die Innenstadt von Ulmen ist es auch nicht weit und auch die mittelalterliche Burgruine ist durchaus einen Besuch wert.

Jeannette Fentroß

Edles Eifel Obst von Hand gebrannt

Die Wolsfelder Eifelbrennerei

Eifelbrennmeister Bernhard Zender mit seinem Eifel Dry Gin.

In waldreicher Umgebung, am Rand des Naturparks Südeifel zwischen Bitburg und Echternach liegt die Gemeinde Wolsfeld. Erstmals im Jahr 799 urkundlich erwähnt, gehörte der kleine Ort seit dem 10. Jahrhundert bis 1815 zum Herzogtum Luxemburg. Heute leben in diesem Eifeldorf im Bitburger Land rund tausend Einwohner. Einer davon ist Bernhard Zender, der bereits in siebter Generation den Familienbetrieb der Eifelbrennerei führt. Direkt gegenüber der kleinen Wolsfelder Kapelle liegt der ehemalige Bauernhof der Eifelbrennerei. In Kombination von alter Tradition, jahrelanger Erfahrung, präziser Handarbeit und modernster Technik werden hier aus handverlesenen Früchten edle Obstbrände aus der Eifel.

Eifeler Familientradition seit 1806

Eine Urkunde in französischer Sprache vom 8. September des Jahres 1806 von der Administration des Droits Réunis in Metz erteilt die „Licence de Distillateur“, die Erlaubnis zum Brennen von Äpfeln und Birnen an Gregore Ewerhardt in Wolsfeld. Damit begann die Firmengeschichte der Eifelbrennerei. Gregore Ewerhardt war der sogenannte Obervater von Bernhard Zender. Und weil das Brennrecht traditionell weitervererbt wird, kreieren die Nachfahren der folgenden Generationen immer noch edle Eifelschnäpse nach dem Vorbild des Urururururgroßvaters.

1806 begann die Firmengeschichte mit der „Licence de Distillateur“