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Mehr Zeit für mich und die Dinge, die wichtig sind
Acht Stunden sind kein Tag – und trotzdem fühlen wir uns oft ausgelaugt und reif für die Insel. Doch wie können wir einfach mal abschalten und uns zurückziehen, ganz ohne schlechtes Gewissen? Wie die größten Zeitfresser entlarven und auch inmitten des Alltags innehalten und auftanken? Zahlreiche Expertentipps von Coaches, Ärzten und normalen Helden des Alltags helfen, unsere Zeit so zu organisieren, dass wir mehr von ihr haben – und sind zugleich ein Plädoyer für das Trödeln. So bleiben wir achtsam und gelassen – im Alltag, in der Beziehung und im Beruf.
Mit vielen Tipps und praktischen Hinweisen!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 223
Veröffentlichungsjahr: 2018
Zu den Autoren
SUSANNE WEINGARTEN, geboren 1964, ist promovierte Amerikanistin. Sie begann ihre journalistische Karriere 1992 beim SPIEGEL, lebte und arbeitete später mehrere Jahre in Los Angeles und Boston als freie Publizistin. 2008 übernahm sie die Leitung des Kultur-Ressorts beim SPIEGEL und ist Ressortleiterin für die Heftreihen SPIEGEL GESCHICHTE, SPIEGEL WISSEN und SPIEGEL BIOGRAFIE.
BETTINA MUSALL, geboren 1956, ist seit 1985 Redakteurin beim SPIEGEL. Zunächst schrieb sie für die Ressorts Politik und Kultur, mittlerweile verfasst sie zeitgeschichtliche sowie sozial- und gesellschaftspolitische Beiträge für die Heftreihen SPIEGEL WISSEN und SPIEGEL GESCHICHTE.
Außerdem von Susanne Weingarten und Bettina Musall lieferbar:
Das Glück der Gelassenheit. Entspannt und ausgeglichen in Alltag, Liebe und Beruf
Englands Krone. Die britische Monarchie im Wandel der Zeit
Besuchen Sie uns auf www.penguin-verlag.deund Facebook.
Bettina Musall,Susanne Weingarten (Hg.)
Endlich Zeit
Entspannt und im richtigen Tempo leben
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Die Texte dieses Buches sind erstmals in dem Heft »Endlich Zeit! Die Kunst, im richtigen Tempo zu leben« aus der Reihe SPIEGEL WISSEN erschienen (Ausgabe 3/2016). Sie wurden für diese Ausgabe durchgesehen und aktualisiert.
PENGUIN und das Penguin Logo sind Markenzeichenvon Penguin Books Limited und werden hier unter Lizenz benutzt.
Copyright © 2018 Penguin Verlag, München,
in der Verlagsgruppe Random House GmbH,
Neumarkter Straße 28, 81673 München,
und SPIEGEL-Verlag, Ericusspitze 1, 20457 Hamburg
Covergestaltung: Favoritbüro, München
Satz: Uhl + Massopust, Aalen
ISBN 978-3-641-22658-9V002www.penguin-verlag.de
INHALT
VORWORT
TEIL 1: ZEIT FÜR MICH
»Freiheit von der Knute«
Was hat die Politik in unserer Arbeitszeit und Freizeit verloren? Der Grünen-Politiker Robert Habeck und der Arbeitsrechtler Ulrich Mückenberger im Streitgespräch.
Müßiggang 3.0
Der britische Exzentriker Tom Hodgkinson hat aus dem Nichtstun eine Karriere gemacht.
Reif für die Insel
Einfach mal Pause machen. Sich eine Auszeit gönnen. Warum fällt vielen Menschen das so schwer? Und wie kann man es lernen?
Zeit ohne Druck
Die Eigenbrötler
Wer es eilig hat, wird am Sauerteig scheitern. Beim Backen muss man Bedacht und Beharrlichkeit aufbringen. Ein Besuch beim Brotguru.
Der abgeschossene Pfeil
Wie lang ist eine Stunde? Das hängt ganz davon ab, wie wir sie verbringen.
Was wäre die Welt ohne die mechanische Uhr?
TEIL 2: ZEIT FÜR UNS
Helden der Kindheit
Freiwillige Paten und Helfer schenken ihren Schützlingen Zeit und Zuwendung – und werden reich belohnt.
»Kopf, Herz und Hand«
Kinder müssen erst lernen, was Zeit ist. Der Erziehungswissenschaftler Fritz Reheis beklagt, dass wir ihnen vor allem Stress und Druck beibringen.
Weile statt Eile
Im Moskauer Café Ziferblat zahlen die Gäste nicht für ihren Verzehr, sondern für die verbrachte Zeit.
Die höchste Gabe
Was ist Zeit? Auch große Denker wissen es nicht. Sie raten, den eigenen Lebensrhythmus zu finden – und die verfliegenden Stunden gelassen zu nutzen.
Ein Plädoyer fürs Trödeln
Warum man Dinge besser auf die lange Bank schiebt, erklärt der britische Humorist Michael Palin.
App und zu
Königin der Nacht
Die Atmosphäre einer Stadt wird auch durch ihr Zeitgefühl geprägt – Berlin inszeniert sich erfolgreich als Metropole, die niemals schläft.
Wie tickt Darmstadt?
Wann wurde eigentlich die Freizeit erfunden?
TEIL 3: ZEIT FÜR ALLE
Carpe diem
Wie lebt es sich besser, langsam oder schnell? Eine Schäferin und ein Softwareentwickler sagen, worauf es ankommt.
Mut zur Lücke
Hunderte von E-Mails am Tag verschlingen kostbare Lebenszeit. Was, wenn man die meisten einfach ignoriert? Ein Selbstversuch.
Acht Stunden sind kein Tag
Beim Traditionsunternehmen Bosch gibt es mehr als 100 Arbeitszeitmodelle. Ein Rundgang durch die Zukunft der Erwerbstätigkeit.
Lieblingsbuch
Was der Schriftsteller Saša Stanišić als Lektüre empfiehlt
Warteschleife
Wirkliche Vielflieger wissen Verspätungen zu schätzen.
Wie wollen wir leben?
Durchgeplant oder ganz spontan: wie zwei Familien ganz unterschiedlich ihren Zeithaushalt gestalten
22 Minuten
So lange ruhen die Deutschen sich jeden Tag aus – sagt das Statistische Bundesamt. Das weiß Erstaunliches über unseren Zeitverbrauch.
Alle Tage wieder
Der Beruf gibt unserem Leben einen Takt vor. Sechs Menschen mit extremen Jobs berichten.
Zahlen
Der große Test Wie gut ist Ihr Zeitmanagement?
Auswertung
ANHANG
Buchhinweise
Autorenverzeichnis
Dank
VORWORT
Kaum zu glauben, dass es einmal Sonnenauf- und -untergang waren, die den Zeittakt der Menschen bestimmten. Essen, schlafen, lieben, arbeiten, alles hatte seine Zeit. Und jeder nahm sich soviel davon, wie eben nötig war, um ein Tier zu erlegen, ein Feuer anzufachen, eine Mahlzeit vorzubereiten oder ein Haus zu bauen.
Auch wenn vieles knapp war, Zeit gab es im Überfluss.
Heute werden wir doppelt so alt wie vor 130 Jahren. Unsere Arbeitszeit ist für viele auf 38 Wochenstunden gesunken. Maschinen, Datenautobahnen, elektronische Medien sparen uns im Alltag viele Stunden, die früher für Haushalt, Arbeit, umständliche Kommunikation draufgingen. Und doch fehlt es uns dauernd an Zeit.
In der Firma, in der Ehe, mit den Kindern und Freunden: Überall müssen Aufgaben abgehakt werden. Pausenlos warten Nachrichten – oder wir selbst – auf Antwort. Allgegenwärtig ist das Gefühl, dass 24 Stunden an sieben Tagen nicht ausreichen, um all das zu schaffen, was wir vorhaben und leisten wollen (oder müssen). Arbeitsverdichtung, Leistungsdruck, Multitasking beeinträchtigen Gesundheit und Lebensqualität. Schon Schüler fühlen sich ausgebrannt. Stetig wächst die Zahl der Arbeitnehmer, die sich krankmelden, weil Körper und Geist erschöpft sind. Partnerschaften scheitern, weil die Zeit für das Miteinander nicht reicht. Denn sogar in der sogenannten Freizeit, die wir dringend zum Ausgleich für Hektik bräuchten, drängen die Termine. Urlaube schrumpfen zu Wochenendtrips. Geburtstagswünsche werden von Emojis überbracht, Einkaufsbummel online eingeschoben.
Den Rhythmus unserer Tage – und Nächte –, ob im öffentlichen oder im privaten Leben, bestimmen längst nicht mehr Tageslicht, Vernunft und individuelle Bedürfnisse, sondern Twitter, Facebook und Whatsapp. 24/7 heißt die Parole. 24/7 sind wir erreichbar, allzeit bereit zu funktionieren.
Auch in Wirtschaft und Politik klagen Führungskräfte und Entscheider, dass sie kaum Zeit finden, sich umfassend über aktuelle Themen und Probleme zu informieren – so passieren Fehler. Woher die Ruhe nehmen, um als Gesellschaft demokratische Diskurse zu führen, einander zuzuhören, Argumente abzuwägen, Meinungen buchstäblich zu bilden: Goldgräberzeiten für Vereinfacher und Populisten.
Sie sieht ungesund aus, die Zeitbilanz unserer Turbo-Gesellschaft. Aber das muss nicht so bleiben. Davon handelt dieses Buch.
Wir sind in diesen Zustand hineingeraten. Und wir können wieder herausfinden. Wie, das erklären Philosophen, Psychologen, Chronobiologen, Politiker, Zeitforscher. Und Mitmenschen, die ihre Zeitreise zum eigenen Wohlbefinden, zu mehr Lebensfreude, schon angetreten haben.
Dieses Buch erzählt davon, was wir werden können, wenn wir uns auf die Dinge besinnen, die uns wirklich gut tun: entspanntere Zeit-Genossen nämlich. Gelassenere Eltern. Coolere Arbeitnehmer. Lustvollere Lebenspartner. Dafür brauchen wir nicht mehr Lebenstüchtigkeit, sondern mehr Lebenskunst. Zur Gründungsidee einer neuen, menschlicheren Lebensart gehört beispielsweise die Einsicht, dass eine Gesellschaft auf der Überholspur den Müßiggang wieder lernen muss. Spätestens seit Luther quält den Menschen ein schlechtes Gewissen, sobald er mal Pause macht: »Von Arbeit stirbet kein Mensch; aber von Ledig- und Müßiggehen kommen die Leute um Leib und Leben.« Solche Leitsätze brauchen Gegenentwürfe. Schon der Flaneur Oscar Wilde liebte das kontemplative Ausschlafen, John Lennon inszenierte die Muße zum Happening.
Der britische Berufs-Faulenzer Tom Hodgkinson, Gründer der Zeitschrift »The Idler« (Der Müßiggänger) ist überzeugt, dass wir vor allem eines wollen: »Nichts tun.« Hodgkinsons Idol und Landsmann, der Gelehrte Samuel Jackson, lobte im 18. Jahrhundert das Konzept einer kontemplativen Beschaulichkeit : Daran gewöhnt, »mit dem zufrieden zu sein, was möglichst leicht zu erlangen ist«, entgingen die genussvoll in den Tag Lebenden nicht nur »häufig fruchtloser Arbeit«; zuweilen seien sie sogar erfolgreicher als jene, »die alles verachten, was leicht zu haben ist und alles für umso wertvoller halten, je mehr Mühe es kostet«.
Ganz normale Arbeitnehmer im konkurrenzbetonten Alltag verlassen sich vermutlich lieber auf Anregungen von handfesten Experten aus Politik und Soziologie. Der Grünen-Chef Robert Habeck und der Arbeitsrechtler Ulrich Mückenberger fordern im Gespräch zwar gemeinsam eine aktivere Zeitpolitik, aber sie streiten auch über Freiheit und Verantwortung in einer zeitbefreiten Gesellschaft. Denn Zeit sei, bei aller Mühe, sie gerechter zu verteilen, so Habeck, »vielleicht die subjektivste Wahrnehmung überhaupt«.
Dass Zeit nicht so eindeutig ist wie der Stand der Zeiger auf einer Uhr, zeigt auch ein Blick auf die Zeitkonzepte in unterschiedlichen Kulturen. In einem Moskauer Café etwa zahlen die Gäste nicht dafür, was sie verspeisen, sondern danach, wie lange sie bleiben.
Junge und alte Menschen, Angestellte und Freiberufler, Familien, Paare und Lebenskünstler berichten, wie ein lebenszugewandter Umgang mit der Zeit aussehen kann, wie sie ihren ganz persönlichen Zeitbedarf herausgefunden und mit Partnerschaft, Familie und Arbeit synchronisiert haben. Denn obwohl die physikalische Größe Zeit=t auf die Nanosekunde messbar ist, bleibt unser Zeitgefühl subjektiv. Die gelebte Zeit steht im Widerstreit mit der gezählten Zeit. Zeit ist so kostbar, dass sie mit Geld nicht zu bezahlen ist. Zeit ist Geld. Und je mehr wir mit ihr geizen, umso wertvoller wird sie.
Unsere wertvollsten Güter, Liebe, Glück und sogar materieller Wohlstand, sind nichts ohne die Zeit, die es braucht, sie zu erleben und zu genießen.
Dieses Buch erklärt, wie wir uns verändern können – und wie sich Politik, Arbeit, Gesellschaft verändern müssen –, um Effektivität und Lebenszufriedenheit wieder in Einklang zu bringen.
Dafür ist es höchste Zeit, Denn wir wollen wieder sagen können: »Ich habe Zeit.«
TEIL 1:ZEIT FÜR MICH
»Freiheit von der Knute«
Was hat die Politik in unserer Arbeitszeit und Freizeit verloren? Der Grünen-Politiker Robert Habeck und der Arbeitsrechtler Ulrich Mückenberger im Streitgespräch.
ROBERT HABECK
Der Vize-Ministerpräsident, Umwelt- und Landwirtschaftsminister von Schleswig-Holstein und Bundesvorsitzender der Grünen, Jahrgang 1969, ist promovierter Philosoph und Romanautor.
ULRICH MÜCKENBERGER
Der emeritierte Professor für Arbeits- und Sozialrecht, Jahrgang 1944, leitet die Forschungsstelle Zeitpolitik an der Universität Hamburg und ist Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik.
SPIEGEL: Herr Habeck, Sie arbeiten in Kiel und Berlin, haben Frau und vier Kinder, sind Schriftsteller, Umweltminister und stellvertretender Ministerpräsident Schleswig-Holsteins. Wann haben Sie zuletzt gedacht: Herrlich, ich habe Zeit?
Habeck: Ich denke da in Sportepisoden, Dortmund gegen Bayern, Pokalfinale, die Bayern haben im Elfmeterschießen 5:4 gewonnen. Das habe ich zu Hause mit einem meiner Söhne gesehen, anderthalb Stunden, die total verplempert waren. Wir hatten uns so auf das Spiel und den Abend gefreut, und dann bin ich immer wieder eingeschlafen, weil das Spiel so schlecht war – und dann auch noch der Falsche gewonnen hat, Bayern. Aber ich hatte Zeit. Und das war schön.
SPIEGEL: Wie oft kommt das vor?
Habeck: Es gibt schon regelmäßig leere Momente. Aber das sind eher Stunden oder halbe Tage; ganze Wochenenden oder eine Woche gar, das gibt es nur im Urlaub. Aber Zeit ist ja nicht nur eine quantitative Größe, sondern auch eine qualitative. Die Qualität der freien Zeit nimmt zu. Die Zeit, die da ist, ist dann auch voll da.
SPIEGEL: Herr Mückenberger, als emeritierter Professor ist eines Ihrer wichtigsten Betätigungsfelder das Engagement in der »Gesellschaft für Zeitpolitik«. Wann sind Sie in letzter Zeit so richtig in Zeitnot geraten?
Mückenberger: Das Verhältnis von Zeitnot und Zeitüberfluss hat sich gar nicht so sehr verändert. Aber ich habe schon mehr eigenbestimmte Zeit als früher, die Vorlesungen fallen weg, es gibt keine Prüfungsanforderungen oder Verwaltungsaufgaben mehr. Als Forschungsprofessor kann ich mir meine Zeit im Wesentlichen selbst einteilen.
SPIEGEL: Plötzlich reden alle über Zeitpolitik, in Parteien, Institutionen, Kommunen. Wieso liegt dieses Thema jetzt im Zeitgeist?
Mückenberger: Das Thema wird nicht nur hochgespült, weil ein allgemeiner Zeitmangel besteht, das wäre die rein quantitative Seite, sondern weil wir von so vielen Zeitdieben umstellt sind, die unsere Selbstbestimmung über Zeit gefährden, also die qualitative Seite von Zeit. Wenn man sich dem Regime elektronischer Medien unterwirft, wird es schwer, sich dem Zeitdruck zu entziehen. Zwischen den Briefen, die man früher geschrieben und erhalten hat, vergingen ja oft Tage oder auch mal Wochen. Diese Art der Kommunikation kann man heute gar nicht mehr durchhalten.
Habeck: Zur Postkutschenzeit hat es noch viel länger gedauert.
Mückenberger: Freud hat im »Unbehagen in der Kultur« zum ersten Mal über das Erlebnis des Telefonierens geschrieben, wie eine Echtzeitverbindung entsteht und manche Leute darauf mit einem Schock reagierten.
Habeck: Das ist mir zu kulturpessimistisch. Zustimmen würde ich Ihnen, dass die Privatheit aufgehoben wird, weil wir immer erreichbar sind.
Mückenberger: Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin nicht nostalgisch. Ein Zurück ist weder denkbar noch wünschenswert.
SPIEGEL: Warum ist die Zeit überhaupt ein Thema für die Politik? Was verstehen Sie unter »Zeitpolitik«?
Habeck: Der Blick auf die gehetzte Gesellschaft, auf das politische Thema Zeit, ist schärfer geworden. Für mich steht die Zeitdebatte immer im Zusammenhang mit den real existierenden Arbeitsbedingungen. Es verhält sich ungefähr so wie die Umweltpolitik zur Wirtschaft. Lange wurden Umweltschäden nicht eingepreist in die wirtschaftliche Kalkulation, aber so wie sie zu den Folgekosten eines freien Marktes gehören, wirken sich Stress, Krankheit, Unzufriedenheit einer zunehmend unter Zeitdruck stehenden Gesellschaft auf die Zustände in den Betrieben und auf jeden Einzelnen aus.
Mückenberger: Zeitpolitik will die Lebensqualität der Menschen nachhaltig verbessern und das Recht auf eigene Zeit stärken. Sie wirkt sich aus auf das private wie das öffentliche Leben. Wann und wie lange arbeiten wir? Passen die Öffnungszeiten in Behörden, Kindergärten, staatlichen Institutionen zu den Lebenszeiten? Wann beginnt und endet die Schulzeit, fahren Busse, können wir einkaufen? Zeitpolitik will zur Geschlechtergerechtigkeit beitragen, will alle Arten von Pflege und außererwerblicher Arbeit in Familien anerkennen und stärken. Und sie will helfen, die unaufhaltsame technische Entwicklung so zu nutzen, dass der Einzelne sich nicht ausgeliefert fühlt, weil er unbegrenzt verfügbar ist, sondern wirklich mehr Zeit für sich hat.
Habeck: Die Zeit war schon immer politisch. Als Arbeitszeitpolitik ist das Thema ein Grundbestandteil der gewerkschaftlichen Bewegung. Reduktion von Arbeitszeit gehörte schon zu Bismarcks Zeiten zu den politischen Forderungen der damaligen Arbeiterpartei SPD.
Mückenberger: Karl Marx hat im »Kapital« den Zehnstundentag als Sieg des Prinzips über die Ökonomie bezeichnet. Das war reinste Politik.
SPIEGEL: Herr Habeck, bewerten Sie jetzt, da Sie so viel mehr auf Ihrer Agenda haben, die Zeit anders als früher?
Habeck: Wir sprechen von Zeitkonflikten und meinen oft Konfliktzeit, also Zeiten, in denen wir etwas anderes tun müssen, als wir eigentlich wollen. Diese Konflikte sind für mich persönlich weniger geworden, seit meine Kinder älter sind. Es ist einfach nicht mehr so schlimm, nicht zu Hause zu sein, wenn sie ins Bett gehen. Meistens gehen sie heute sowieso nach mir ins Bett. Außerdem habe ich zwar wenig Zeit, aber auch Privilegien. Einen Fahrer beispielsweise, ich kann Zeiten im Auto für die Arbeit nutzen. Und es hat mich ja niemand gezwungen, in die Politik zu gehen oder mich für den Parteivorsitz zu bewerben. Das waren freiwillige Entscheidungen.
SPIEGEL: Ist Zeit nicht vor allem etwas Subjektives? Wie viel Zeit habe ich? Wofür verwende ich sie?
Habeck: Es ist vielleicht die subjektivste Wahrnehmung überhaupt. So wie auch Glück und Lebenszufriedenheit sehr individuell sind und Politik nicht eingreifen darf in unsere Lebensumstände, indem sie uns sagt, wie wir glücklich zu sein haben. Als wir bei den Grünen aktiv mit Zeitpolitik angefangen haben, habe ich befürchtet, man würde uns vorwerfen: Erst wollen sie uns vorschreiben, was wir zu essen haben, und jetzt auch noch, wie wir unsere Zeit zu verbringen haben. Gleichwohl gibt es Faktoren, die zu einem gelungenen Leben gehören. Und so gibt es auch objektive Bedingungen, die es braucht, damit Menschen mit ihrer Zeiteinteilung zufrieden sein können.
SPIEGEL: Soll Zeitpolitik also vor allem den Einzelnen glücklich machen?
Mückenberger: Sie soll auch die Gesellschaft besser machen. Es gibt ja gelebte und gezählte Zeiten – Eigenzeiten und gemessene Zeiten. Ohne Uhrzeit funktioniert keine Koordination in einer entwickelten Gesellschaft wie unserer. Ich stimme Ihnen zu, Herr Habeck, dass der Staat nicht darüber bestimmen darf, wie ich meine Zeit verwende. Ein Recht auf Zeit zu fordern heißt aber, die Bedingungen zu formulieren, unter denen Menschen selbst über ihre Zeit verfügen dürfen. Es soll Zeit nicht staatlich zuteilen, sondern Optionen über Zeit einräumen – zum Beispiel soll es Arbeitnehmer davor schützen, dass Arbeitgeber jederzeit ungehindert Zugriff auf sie haben.
SPIEGEL: Jeder soll souverän und individuell über seine Zeit für Familie, Beruf und sich selbst bestimmen – ist das realistisch?
Habeck: Die meisten zeitpolitischen Maßnahmen nutzen dem einen und verlangen einem anderen Zugeständnisse ab. Nehmen wir mein Ministerium. Wir sind ein ziemlich junges Team, viele Mitarbeiter mit kleinen Kindern, die Teilzeitmodelle und Elternzeit in Anspruch nehmen, was ich super finde. Aber das heißt auch, dass die Kollegen und Kolleginnen das auffangen müssen. All die dringend notwendigen Formen der Flexibilisierung können personalpolitisch nicht neutral aufgefangen werden, wir müssen jemanden einstellen, oder andere Kollegen müssen mehr arbeiten.
Mückenberger: Trotzdem müssen wir uns fragen, warum zum Beispiel Bibliotheken gerade dann geschlossen sind, wenn die Menschen Zeit hätten zu lesen? Warum Pakete zugestellt werden, wenn niemand zu Hause ist? Da ist irgendwann ein Arbeitszeitregime errichtet worden, das sich mit der Zeit verselbstständigt hat. In Dienstleistungsgesellschaften müssen Arbeitszeit und Lebenszeit aufeinander abgestimmt werden. Meine Aufgabe als Zeitpolitiker besteht darin, zwischen den Beteiligten zu vermitteln und Bedingungen auszuhandeln, die für alle in Ordnung sind.
SPIEGEL: Wäre nicht weniger staatliche oder gewerkschaftliche Regulierung besser? Dann könnten Arbeitgeber individuell andere Arbeitszeiten anbieten.
Mückenberger: Wir sollten auf keinen Fall hinter bestehende Regeln und Gesetze zurückfallen, das wäre Wasser auf die Mühlen des Neoliberalismus. Was wir brauchen, sind nicht noch mehr starre Arbeitszeiten, sondern intelligentere Regulierungen.
SPIEGEL: Zum Beispiel?
Mückenberger: In Bremen wurde diskutiert, ob ein Einwohnermeldeamt am Samstagvormittag öffnen sollte, was sich Bürger und Bürgerinnen mehrheitlich wünschten.
Habeck: Was sagten die Mitarbeiter dazu?
Mückenberger: Ich habe das Verfahren als Schlichter begleitet. Wir haben die Öffnung erreicht, aber die Samstagsschicht musste für die Beschäftigten freiwillig sein. Drei Jahre später gab es eine Evaluation, und die Angestellten sagten, es gebe keine schönere Schicht als die am Samstag, da haben sie es mit ausgeruhteren Menschen zu tun und selbst einen kürzeren Arbeitstag. Natürlich wurde auch Personal aufgestockt.
Habeck: Was schwierig ist bei leeren kommunalen Kassen.
Mückenberger: Sicher, die Personaleinsparung im öffentlichen Dienst ist für die Zeitpolitik oft ein Totschlagargument. Aber es geht auch darum, beim Umgang mit Zeit Verständnis und Respekt für die wechselseitigen Ansprüche zu entwickeln.
SPIEGEL: Die Politik ist gerade dabei, Arbeitszeiten zu verlängern, die Rente beispielsweise hinauszuschieben. Will die Gesellschaft für Zeitpolitik die Arbeitszeit tendenziell weiter verkürzen?
Mückenberger: Nicht nach dem Prinzip der 32-Stunden-Woche, auch wenn das erst mal schön klingt. Was wir fordern, sind Zeitkontingente, die innerhalb der bestehenden Wochenarbeitszeit freigegeben werden für außerdienstliche Zwecke. Innerhalb meiner Gesamtarbeitszeit kann ich Blöcke ziehen für ehrenamtliche Tätigkeiten, für Elternschaft, für die Pflege von Angehörigen. Oder für Muße. Wir nennen das innere Arbeitszeitverkürzung. Die äußere Arbeitszeitverkürzung, die mithilfe der Gewerkschaften erkämpft wurde, droht in der verbleibenden Jobzeit enormen Druck aufzubauen und die Arbeit zu verdichten.
SPIEGEL: Es gibt auch heute schon jede Menge Teilzeitangebote, Arbeitsplatz-Sharing und so weiter. Aber man muss es sich auch leisten können, weniger zu arbeiten.
Habeck: In den unteren Lohngruppen kalkulieren die Leute sogar oft die Überstunden als festen Bestandteil ihres Einkommens ein. Die sagen uns, ihr habt ja Nerven, Zeit ist gar nicht mein Problem, ich muss dafür sorgen, dass meine Kinder jeden Tag ein Frühstück mit in die Schule nehmen. Anders ist es mit unbezahlter Mehrarbeit, die wird vor allem in den höheren Einkommensschichten geleistet.
SPIEGEL: Ist die Debatte über Zeitpolitik ein Wohlstandsphänomen?
Habeck: Nein, aber Zeitpolitik ist immer auch eine sozialpolitische Frage. Ich bin mal eine Schicht als Müllmann auf Sylt mitgefahren. Wir sind durch die Villengegenden gefahren, die Müllmänner haben die leeren Mülltonnen der Prominenten, die ja nur selten da sind, geleert. Kein Arbeiter kann sich leisten, auf Sylt zu wohnen, abends fahren die eine Dreiviertelstunde mit dem Zug zurück über den Damm nach Niebüll, von dort mit dem Auto in ihr Dorf. Die haben zweimal am Tag eine Stunde Arbeitsweg.
SPIEGEL: Wie in München oder Hamburg.
Habeck: Genau. Da ist die Arbeitszeit gar nicht das Thema, das ist ein finanzielles, also ein soziales Problem. Nur wenn wir das zusammendenken, wird es eine gesamtgesellschaftliche, nicht nur eine Mittelstandsdebatte.
Mückenberger: Einspruch. Zeitpolitik ist keine Linderung von Armut, das sehe ich auch so. Wo Menschen nicht den mindesten Lohn kriegen, kann man nicht die Zeitpolitik draufsetzen und glauben, ihre Lebenslage würde sich verbessern. Aber Elternzeit und Elterngeld können Normalverdiener mit kleinen Kindern von Zeitengpässen befreien.
Habeck: Abhängig von der Höhe des Gehalts ist das Elterngeld doch keine zeitpolitische Maßnahme, sondern eine Art Fertilitätsprämie für Besserverdienende …
Mückenberger: … das Elterngeld an die Gehälter zu koppeln hatte auch den Sinn, mehr Männer zur Familienarbeit zu motivieren. Außerdem brauchen wir in unserem Sozialstaat auch eine Politik, die dem Mittelstand zugutekommt. Sonst bricht unsere Gesellschaft in oben und unten auseinander.
SPIEGEL: Es gibt ja auch Leute ohne Kinder. Angenommen, die Zeitpolitik verschaffte den Menschen mehr freie Zeit, dürfen sie damit dann machen, was sie wollen?
Habeck: Auf jeden Fall! Wenn freie Zeitkontingente entdeckt und verteilt sind, sollten die Unternehmen sich raushalten und nicht sagen, dafür erwarten wir, dass du erstens joggen gehst, zweitens Blut spendest und drittens Flüchtlingen Deutschunterricht erteilst. Sowohl Arbeitgeber wie Politik geht die Frage, wie die Leute ihre freie Zeit verbringen, nichts an.
SPIEGEL: Wie soll dann die Gesellschaft als Ganzes profitieren von zeitpolitischen Maßnahmen? Der Einzelne kann doch auch beschließen, einfach faul herumzuliegen.
Habeck: Zeitpolitik muss darauf vertrauen, dass die Leute schon wissen, was sie mit ihrer Zeit anfangen können. In der Geschichte von Michael Ende jagt Momo den grauen Herren Zeit ab, um zu faulenzen und Lieder zu singen. Genauso soll das sein.
Mückenberger: Das sehe ich ganz anders. Zeit, die nicht für Arbeit genutzt wird, ist ja bisher meistens unbezahlte Zeit. Wenn Menschen also mehr freie Zeit bekämen, müssen wir uns auch fragen, wovon sie dann leben. Da unterscheidet die Zeitpolitik drei Bereiche, die es auch schon im geltenden Recht gibt. In manchen Bundesländern gibt es beispielsweise noch den Bildungsurlaub. Dafür bekommt der Arbeitnehmer 14 Tage Freizeit vom Unternehmen bezahlt. Zweitens gibt es Ersatzgelder wie das Elterngeld, das von der Gesellschaft gezahlt wird, weil es ihr wichtig ist, dass Eltern sich um ihre Kinder kümmern können. Und drittens muss es Zeit geben, die ich für mein eigenes Wohlergehen verwende, dafür zahlt im Moment niemand. Um dieses System weiterzuentwickeln, müssen die Tätigkeiten in der außerberuflichen Zeit danach differenziert werden, wem sie zugutekommen. Und die Bezahlung wird entsprechend gestaffelt.
Habeck: Ich finde das übergriffig. Wenn es einen Bedarf gibt, sich fortzubilden, soll es einen Anreiz dafür geben. Wenn es einen Bedarf gibt, sich aus der Hast des Alltags zu befreien, sollten wir das nicht kombinieren mit der Forderung: nur wenn du dich bildest oder etwas Nützliches für die Gesamtheit tust.
SPIEGEL: Sie sind doch auch dafür, dass die Gesellschaft solidarischer wird.
Habeck: Ich bin ein Fan sogenannter Nudging-Prozesse. Wir schreiben nichts vor, aber wir machen etwas so attraktiv, dass die Leute sich dafür entscheiden. So wie ich Herrn Mückenberger verstehe, dürften Menschen ihre freie Zeit nicht frei verwenden. Aber ich würde meinen Fußballabend immer verteidigen. Sicher wäre es tausendmal besser gewesen, ich hätte mit meinem Sohn neulich »Quarks und Co.« gesehen oder noch besser: ein Buch gelesen. Was wir gemacht haben, war einfach nur bescheuert. Und es war super.
Mückenberger: Sie werden sicher zugeben, dass alles, was jenseits der Erwerbsarbeit gesellschaftlich notwendig wäre, wie etwa Pflege, unter den festgelegten Arbeitszeitregimes leidet. Wir sagen: Große Blöcke des Erwachsenenlebens müssen befreit werden von dieser Knute und für Zwecke wie Ehrenämter, Pflege, Bildung, Muße zur Verfügung gestellt werden.
Habeck: Aber die Leute müssen auch von irgendetwas leben.
Mückenberger: Das ist die zweite Frage, da kommt dann so was wie ein Grundeinkommen ins Spiel. Die erste Frage lautet aber: Wie kriegen wir das überhaupt hin, diese Zeiten freizuschlagen? Darum die Dreiteilung. Freie Zeit, die dem Unternehmen nützt, wird vom Unternehmen bezahlt. Freizeit, die der Gesellschaft zugutekommt, wird von der Gesellschaft bezahlt. Und trifft beides nicht zu, das wäre dann Ihre Zeit vor dem Fernseher, dann gibt es dafür auch kein Geld.
SPIEGEL: Als die Flüchtlinge kamen, hatten plötzlich viele Menschen Zeit, in den Kleiderkammern zu helfen. Meinen Sie, es wären noch mehr gewesen, wenn es dafür Geld gegeben hätte?
Habeck: Es ist ja bekannt: Wenn ein Gut bezahlt wird, verändert sich der Charakter des Gutes selbst. Nehmen Sie das Blutspenden, da sollte Geld gezahlt werden, damit mehr Leute spenden. Das Ergebnis war, es wurde weniger gespendet, weil die Leute sagten: so wenig? Mein Blut ist ja wohl viel mehr wert. Das könnte auch mit der Zeit passieren, wenn man sie mit Ansprüchen auflädt. Dass die Leute die Flüchtlingsarbeit gar nicht mehr toll finden, sondern denken, na ja, muss ich halt machen.
Mückenberger: Dennoch wäre es eine wichtige Weichenstellung, Zeiten aus der Erwerbsarbeit für andere, beispielsweise wohltätige Zwecke verfügbar zu machen. Die Frage nach der Bezahlung stellen wir uns gleich danach. Das sind zwei verschiedene Themen, ein zeitpolitisches und ein geldpolitisches.
SPIEGEL: Beides hängt eng zusammen.
Mückenberger: Ja, aber es geht nicht nur um einen finanziellen Ausgleich. Zeitpolitik kann dafür sorgen, dass außerberufliche Tätigkeiten generell gesellschaftlich höher anerkannt werden.
SPIEGEL: Wenn es bessere zeitpolitische Bedingungen gegeben hätte, was hätte das an Ihrem Leben geändert?
Habeck: Meine Frau und ich haben uns unsere Zeitpolitik selbst gemacht, auch mit einer gewissen Trotzigkeit, uns das Leben nicht diktieren zu lassen. Unser Grundeinkommen haben wir uns anfangs genommen, indem wir ein akademisches Stipendium mit Erziehungsgeld kombiniert haben. Dann haben wir uns als Schriftsteller selbstständig gemacht, als die Kinder kamen, um unsere Zeit selber einteilen zu können. Je älter die Kinder wurden, desto enger durfte mein Zeitkorsett werden. So gesehen ist das zeitpolitisch perfekt gelaufen für mich. Zufällig. Aber mehr staatlichen Raum zu geben, damit so ein Entwurf mehr Leuten gelingen kann, wäre ein Ziel. Um die Wahlfreiheit für alle zu vergrößern.
Mückenberger: Mein Leben wäre unter günstigeren zeitlichen Bedingungen womöglich anders verlaufen. Vielleicht hätten meine Frau und ich Kinder. So wie die Umstände waren, konnten wir uns das bei zwei akademischen Laufbahnen nicht vorstellen.
SPIEGEL: Herr Habeck, Herr Mückenberger, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Interview von Bettina Musall und Marianne Wellershoff
Müßiggang 3.0
Der britische Exzentriker Tom Hodgkinson hat aus dem Nichtstun eine Karriere gemacht.
Von BETTINA MUSALL
In den Bonbonfelsenbergen liegt ein Land, in dem der Frohsinn ganz buchstäblich blüht und die geistigen Getränke sprudeln, in dem man nie die Socken wechseln muss, Hühner weich gekochte Eier legen und man den ganzen Tag schlafen kann. Ein ganz wunderbares Land, wie Tom Hodgkinson findet.
