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„Wo bin ich denn da hineingeraten!“ - Kennen Sie diesen Gedanken? Bestimmt, denn Kollegen kann man sich nicht aussuchen, sondern wir müssen uns mit ihnen arrangieren und mit ihnen auskommen. Dabei sind viele davon ganz lieb und nett und andere wiederum sind richtige Nervensägen, Ameisentätowierer und Spaßbremsen. Elana Liehmar hat in ihrem Berufsleben als Managerin und Führungskraft viele unterschiedliche Menschentypen und deren typische Verhaltensmerkmale erlebt. Am Beispiel von persönlich erlebten Situationen schildert sie die verschiedenen Kollegentypen und zeigt Handlungsempfehlungen für den Umgang auf. Dabei verrät sie hilfreiche Tipps, die aus der Praxis stammen und die eine spannungsfreie Zusammenarbeit am Arbeitsplatz erleichtern. Unter anderem werden Themen wie Kommunikation, vorwurfsfrei konfrontieren, Problemlösungsprozess, Umgang mit Neid und Gerüchten sowie Tipps für mehr Spaß bei der Arbeit und geschlechterspezifische Unterschiede in der Kommunikation und beim Verhalten angesprochen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2020
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Geschlechterspezifische Unterschiede
Mädchen prügeln sich nicht
Sprechen Männer und Frauen die gleiche Sprache?
Auch der Körper spricht
Die verschiedenen Kollegentypen
Der Streber
Die graue Maus
Die Primadonna
Der kreative Problemlöser
Der Besserwisser
Der Diskutierfreudige
Die Büro-Mama
Die Gute-Laune-Fee
Der Schleimer
Der Pedant
Der Anmachtyp und die Flirtbiene
Der Choleriker
Der Alleinunterhalter
Das Faultier
Der alte Hase
Der Blender
„Das schwarze Brett“
Die Zicke
Der Nörgler
Der Intrigant
Der Macher
Der besonnene Kritiker
Kommunikationstipps
Die vier Seiten einer Nachricht
Die nonverbale Kommunikation
Aktives Zuhören
Vorwurfsfrei konfrontieren
Spannungsfrei diskutieren
Der Problemlösungsprozess in vier Schritten
Der Umgang mit Neid
Der Umgang mit Gerüchten
Tipps für mehr Spaß bei der Arbeit
Die wichtigsten Erkenntnisse
Der schlaue Kommentar am Ende
Dankesworte
Elana Liehmar
Engel oder Teufelchen?
Erkenne die verschiedenen Kollegentypen, um professionell zu handeln
IMPRESSUM
Texte Copyright © 2018 Elana Liehmar, [email protected] Bildmaterialien Copyright © 2018 Elana Liehmar, erstellt durch Elana Liehmar mittels Amazon Cover Creator
Alle Rechte vorbehalten
Was für ein Pfau, so eine Zicke! Kennen Sie solche Gedanken? Bestimmt.
Jeden Tag stehen Sie in Ihrem Berufs- und Privatleben mit vielen und unterschiedlichen Menschen in Kontakt. Wie kommunizieren und verhalten Sie sich richtig? Wie können Sie Ihre eigenen Nerven schonen und ihre Kraft sowie Energie gezielter und effizienter für die jeweilige Aufgabe einsetzen?
Der erste Schritt ist die Erkenntnis. Wen haben Sie vor sich und schätzen Sie diese Person richtig ein? Der zweite Schritt ist, das eigene Handeln entsprechend anzupassen, um das Ziel eines spannungsfreien Umgangs mit anderen Menschen sowie für ein effizientes Vorgehen zu erreichen. Von Kollegen und Mitarbeitern kann es mitunter abhängig sein, ob sie einem den Spaß an der Arbeit nehmen. Zudem können sie sogar Stolpersteine auf dem Weg zum eigenen Erfolg darstellen.
Sofern Ihnen solche oder ähnliche Situationen und Fragestellungen bekannt sind, könnten Ihnen meine Erfahrungen und Tipps hilfreich sein. Das Ziel ist es, Spannungen und Konflikte im Umgang mit Ihren Mitmenschen zu reduzieren und Sie erfolgreich und professionell handeln und erscheinen zu lassen.
Warum könnte gerade ich Ihnen hierzu Tipps geben?
Zwanzig Jahre lang war ich eine weibliche Führungskraft und Managerin in einem der größten DAX-Unternehmen in Deutschland. Dabei habe ich in den Jahren von 1996 bis 2016 insgesamt ungefähr ein Dutzend gravierende organisatorische Änderungen in verschiedenen Fachbereichen erlebt und mitgestaltet.
Damit verbunden war jedes Mal der Aufbau von neuen Teams, wobei mein kleinstes Team aus sechs und mein größtes Team aus vierhundert Mitarbeitern bestand. Zudem arbeitete ich zwölf Jahre an verschiedenen Standorten in Deutschland, die zwischen 120 und 600 km von meinem Wohnort entfernt lagen.
In dieser Zeit hatte ich mit so vielen Menschen zu tun, und zwar egal ob mit männlichen oder weiblichen Kollegen, Mitarbeitern und Chefs, sodass ich hierzu umfangreiche Erfahrungen zu den verschiedensten Menschentypen sammeln konnte.
An manchen Tagen kam ich mir dabei schon vor, wie wenn ich mich in einem großen Haifischbecken befinden und ums Überleben kämpfen würde. Manchmal dachte ich mir auch, dass mein Beruf gelegentlich etwas Ähnlichkeit mit dem Betätigungsfeld einer Raubtierdompteuse hatte und weniger mit dem Arbeiten in einem Streichelzoo.
Dabei wünschte ich mir oft einen Mentor an meiner Seite, mit dem ich mich hätte austauschen und beraten können. Leider hatte ich diesen nicht und musste oder konnte alle Erfahrungen selbst sammeln. So kam ich auf den Gedanken, meine Erkenntnisse zusammenzutragen und mit Ihnen zu teilen, damit Sie die Möglichkeit haben, manche Fehltritte einfach gar nicht erst zu begehen.
Der Umgang mit anderen Menschen ist nicht immer leicht und so machte ich auch hier meine Fehler und verhielt mich nicht immer richtig. Daraus lernte ich jedoch enorm viel, und zwar nicht nur für mein Berufsleben, sondern in gleichem Maße ebenso für mein Privatleben.
An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass ich manche Methode oder manches Mittel erst zu Hause an meinem Ehemann ausprobierte. Sofern dies im Umgang mit ihm Erfolg zeigte, wandte ich diese Methodik anschließend auch im Geschäft an und es funktionierte natürlich dort gleichermaßen. Den umgekehrten Weg beschritt ich ebenfalls, indem erfolgreich erprobte Mittel aus dem Berufsleben zu Hause innerhalb meiner Familie Anwendung fanden.
Auf den folgenden Seiten möchte ich Ihnen nun Tipps und Anregungen geben, die Ihnen dabei helfen können, Ihr Verhalten zu professionalisieren. Dabei spielt Kommunikation eine zentrale Rolle im Umgang mit anderen Menschen.
Das Ziel ist es, dass zumindest Sie Fehler in Gesprächen oder in Ihrem Verhalten vermeiden, um Ihnen die Zusammenarbeit mit Kollegen, Mitarbeitern und Chefs zu erleichtern. Allerdings ist dieser Weg nicht immer einfach und erfordert viel Geduld, Übung und Durchhaltevermögen. Der Erfolg wird Ihnen jedoch recht geben und Ihre Mühen aufwiegen. Dann packen wir es mal an.
Gerade im Umgang mit anderen Menschen zeigen sich unsere typisch männlichen und weiblichen Verhaltens- und Kommunikationsmuster sehr deutlich. Umso wichtiger ist es, die wesentlichen geschlechterspezifischen Unterschiede zu kennen und bewusst wahrzunehmen.
Diese sind im Berufsleben wie auch im Privatleben erkennbar, und zwar mehr als uns manchmal selbst lieb ist. Dabei kommen mir persönlich ab und zu verschiedene Tiere aus dem Zoo in den Sinn, deren Niedlichkeitsgrad allerdings sehr unterschiedlich ausfällt.
Durch unsere genetische Veranlagung und der urzeitlichen Unterscheidung zwischen Jäger und Sammler verhalten sich Männer und Frauen unterschiedlich, was durch Erziehung noch unterstützt wird.
So werden Männer mehr zu Durchsetzungsvermögen hin erzogen und Frauen eher zu Anpassung, Zurückhaltung und Harmoniestreben. Diese unterschiedlichen Verhaltensmuster beeinflussen die Art und Weise, wie wir im Berufsleben agieren und von anderen wahrgenommen werden. Oh ja – und sogar sehr intensiv.
Um professionell handeln zu können, ist es wichtig, diese Unterschiede zu erkennen, um das eigene Verhalten darauf auszurichten, verbunden mit dem Ziel, Spannungen im zwischenmenschlichen Miteinander zu reduzieren.
Wer will denn schon ständig im Streit mit seinen Mitmenschen liegen? Niemand, zumindest die meisten unter uns. Es gibt allerdings auch ausgeprägte Streithähne und -hennen, bei denen ein Tag erst gut ist, wenn sie mindestens einen Kollegen/in zur Schnecke gemacht haben.
Nur gut, dass diese Menschen die Minderheit in unserem Arbeitsalltag darstellen, denn ansonsten müsste jeder von uns noch eine Gefahrenzulage bekommen, und zwar wegen der Gefährdung der eigenen guten Laune und des persönlichen Wohlbefindens am Arbeitsplatz.
Dabei wollen wir alle das Gleiche – nämlich Spaß an der Arbeit haben, ohne uns ständig gegenseitig auf die Nerven zu gehen oder uns regelmäßig hitzige Wortgefechte zu liefern.
Also schauen wir uns einmal die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern und die damit verbundenen Erkenntnisse etwas genauer an.
Hat unsere „genetische Grundprogrammierung“ als Jäger oder Sammler etwas mit unserem heutigen Verhalten im Berufsleben zu tun? Oh ja - und wie!
Forscher sehen den Grund für die unterschiedlichen Verhaltensweisen von Männern und Frauen in der Frühzeit der Menschen verankert. Zu diesen Zeiten gingen Männer auf die Jagd, um stundenlang Tiere zu verfolgen und um die Familie zu ernähren. Dabei wurde die Kommunikation untereinander auf ein Minimum beschränkt, denn Tiere hören ihre Jäger sehr schnell.
Die Aufgabe der Frauen bestand darin, auf den Nachwuchs aufzupassen und sie mussten damit ständig ihre Umgebung im Auge behalten, um mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen. Dabei standen Kommunikation und das Wahrnehmen von Gefühlen und Emotionen innerhalb der Gruppe im Vordergrund.
Allein diese unterschiedlichen Aufgaben machen schon deutlich, dass entsprechend das Verhalten von Männern und Frauen in der Frühzeit völlig verschiedene Zielstellungen hatte und sich entsprechend unterschiedlich entwickelte.
Haben Sie schon einmal eine Gruppe von Jungen beobachtet und sich gedacht, warum können diese nicht friedlich miteinander spielen? Na ja, sie können nicht wirklich etwas dafür. Schon bei einer Gruppe von kleinen Jungen ist erkennbar, dass diese sich gerne mal raufen oder sich gegenseitig etwas wegnehmen.
Dabei geht es im Wesentlichen um das Gewinnen und Verlieren und um das Zeigen von Durchsetzungsvermögen. Diese Eigenschaften werden bei Jungen als Stärke definiert, wobei das Unterliegen oder Kleinbeigeben als Schwäche eingestuft wird.
In einer Gruppe von Jungen gibt es meist einen Anführer und eine hierarchische Struktur. Zudem stehen Jungen gerne im Mittelpunkt, lassen sich bewundern und streiten sich darüber, wer der Beste ist. Sie verbringen ihre gemeinsame Zeit lieber mit Aktivitäten als mit Worten. Tja, und das führt dann auch schon mal zu blauen Flecken. Sie kennen bestimmt den Satz, wenn sich ein Junge geprügelt hat, dass der andere noch viel schlimmer aussehe als er selbst.
Völlig verschieden ist dagegen das Verhalten von Mädchen, denn die raufen in der Regel nicht miteinander. Besteht eine Gruppe aus Mädchen, ist erkennbar, dass diese viel miteinander reden und sich unterhalten, wobei es ihnen mehr um Harmonie und um die Gefühle der anderen geht.
