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Beschreibung

Die Geschichte unseres Ortes Engers ist reichhaltig und wechselvoll, sie ist manchmal traurig und oft lustig und es ist immer wieder spannend, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Ereignisse aus der Vergangenheit aufzuspüren ist ein aufregendes Geschäft und man stößt dabei meist auf weitere interessante Geschehnisse, die unseren Ort ausmachen.

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Seitenzahl: 100

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Vorwort

Die Geschichte unseres Ortes Engers ist reichhaltig und wechselvoll, sie ist manchmal traurig und oft lustig und es ist immer wieder spannend, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Ereignisse aus der Vergangenheit aufzuspüren ist ein aufregendes Geschäft und man stößt dabei meist auf weitere interessante Geschehnisse, die unseren Ort ausmachen.

Viele historische Personen können an Engers festgemacht werden. Sie haben unsere Entwicklung mit geprägt, aber auch darüber hinaus ihre Spuren in der deutschen Geschichte hinterlassen.

Wer die Gegenwart verstehen will, muss die Vergangenheit kennen. Dazu sollen meine Bücher beitragen und ich wünsche allen Leserinnen und Lesern eine gute Unterhaltung.

Josef Kretzer

INHALT

EIN SELTSAMER GAST IN SCHLOSS ENGERS

Von Josef Kretzer

BEDEUTENDE HISTORISCHE PERSÖNLICHKEITEN IN ENGERS:

Von Josef Kretzer

AN KAPPESSE ECK

Von Hännes Breitbach

650 JAHRE STADTRECHTE ENGERS

Von Josef Kretzer

DER RHEINZOLL ZU ENGERS

Von Kurt Riesop Oberstudiendirektor i.R.

EINE BRESCHE FÜR DIE KUNST GESCHLAGEN

Von Josef Kretzer

DAS ALTE RATHAUS

Von Rudi Riemann

DAS SCHÖN DEKORIERTE SCHAUFENSTER

Erzählt von Alfred Wetzler, aufgeschrieben von Josef Kretzer

DAS NÄCHSTE GROßE ENGERSER JUBILÄUM RÜCKT NÄHER

Von Josef Kretzer

DER NAZIFIZIERTE FREIHEITSKÄMPFER

Von Josef Kretzer, Axel Kalb, Fritz Weiler

ENGERSER POSTGESCHICHTE

Von Theo Winterscheid

HOFMALER JOHANN ROSSO JANUARIUS ZICK

von Josef Kretzer

DAT GELÜBDE

Von Hännes Breitbach

JÜNGSTER DEUTSCHER ABT

Von Josef Kretzer

ENGERSCHER KÄÄRMES

Von Willy Fisy

KRAUTFABRIK

Von Josef Kretzer

KRIEGSERLEBNISSE EINES FÜNFZEHNJÄHRIGEN

Von Karlfried Mondorf

NAMENSTAG VON WILHELM KRUPP

Gewidmet von Deinem Freunde Max Schuth

ROT‐ UND GRÜNWEIßE KIRMESJAHRGÄNGE

Von Josef Kretzer

RÜCKSCHAUEND VORWÄRTS BLICKEN

Dies ist ein Manuskript von Dr. Engelbert Lüssem

RUMMELE‐SCHNAPS

Von Josef Kretzer

TABAK UND STANGENBOHNEN

Von Josef Kretzer

WENN ENGERSER SICH IN DER FERNE ERINNERN

Von Mariehelene Bröhl‐Lüssem, aus Daun

ME‐I ENGERSCH

Von Willy Fisy

EIN SELTSAMER GAST IN SCHLOSS ENGERS

Staatskanzler Fürst von Hardenberg, Prinz Maximilian zu Wied und Quäck

Von Josef Kretzer

ENGERS Nach der Französischen Revolution von 1789 führte das revolutionäre Frankreich unter Napoleon Bonaparte weit über seine Grenzen hinaus Kriege mit halb Europa. Auch die deutschen Großmächte Preußen und Österreich wurden hierdurch erschüttert. So kamen die Rheinlande von 1794 bis 1813 unter französische Herrschaft. Erst durch den Wiener Kongress 1815 kam es zu einer Neuordnung. So wurde auch unsere Region, die wieder an Preußen fiel, in die Wirren mit einbezogen.

Die Rheinländer jedoch hatten sich unter der ‚Franzosenzeit‘ auch an die freizügigen Auswirkungen der Revolution mit ihrem Schlachtruf: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gewöhnt. Sie bescherten den Bürgerinnen und Bürgern die Gleichheit vor den Gerichten, die Religionsfreiheit und weitere Errungenschaften, die ihnen unter monarchischer Herrschaft verwehrt geblieben waren. Eine Entwicklung, die Preußen mit Argwohn betrachtete. Die alte Ordnung sollte wieder hergestellt werden und so schickte König Friedrich Wilhelm III. seinen Staatskanzler Fürst von Hardenberg ins Rheinland, um die Rheinländer wieder zur Räson zu bringen.

Als Wohnsitz nahm Hardenberg das, damals wieder in preußischem Besitz befindliche, Schloss Engers. Am 30. Dezember 1817 berichtete die Gratzer Zeitung, dass ‚Ein Theil der Bedienung des Fürsten v. Hardenberg schon am Rheine angekommen und sich im Schlosse zu Engers, welches der Staatskanzler bewohnen wird, befindet.‘

Würde man diese Situation auf die heutige Zeit übertragen, so würde dies bedeuten, dass der deutsche Bundeskanzler oder die deutsche Bundeskanzlerin über 4 Monate in Schloss Engers ihren Wohnsitz hatte.

Dort kam es im März 1818 zu einer interessanten Begegnung. Der bekannte Naturforscher Prinz Maximilian zu Wied war 1817 von seiner Expedition nach Brasilien zurückgekommen. Von dort hatte er nicht nur ‚Naturseltenheiten‘ mitgebracht, sondern auch einen ‚Naturmenschen‘. Die Zeitungen berichteten davon und Hardenberg, neugierig geworden, lud Prinz Max ins Schloss Engers ein, denn er wollte auch den ‚Naturmenschen‘ kennenlernen.

So kam es zu einer denkwürdigen Begegnung in Engers. Dabei wird die Schreibweise des Berichtes hierüber beibehalten:

Abbildung 1 Der Botekude Quäck wurde von Prinz Maximilian zu Wied in Schloss Engers dem preußischen Staatskanzler Fürst von Hardenberg vorgeführt

Nro. 24

Kaiserl. Königl. Priviligirte

Linzer – Zeitung

Montag den 23. März 1818

Vermischte Nachrichten. Unter den vielen Naturseltenheiten, welche der Prinz Maximilian von Niewied aus Brasilien mitgebracht hat, ist das seltenste ein roher Naturmensch von dem wildesten und furchtbarsten Stamme, nämlich dem der Bodocudos, wohl der erste, den die alte Welt sieht. Er mußte bey der Abreise des Prinzen aus der neuen Welt, im Mai v. J., in Bahia zurückgelassen werden, und ist erst am 12. Februar in Neuwied angekommen.

Er ist nur von geringer Größe, doch starkem Körperbau; Bauch dick, Schultern, Rücken und Hüften voll; Arme und Beine verhältnißmäßig dünn; Farbe, ein Gemisch von grau und braun, doch sticht die erstere vor und man sieht bey der anderen nichts kupfriges; man könnte sie gelblichgrau nennen.

Der Kopf giebt ein Muster von der südamerikanischen Menschenrace und hat eine eigene längliche Bildung. Die Durchschnittslinien vom höchsten Punkte des Hinterkopfes bis zum Kinn macht mit der Perpendiculare durch den Körper einen auffallenden Winkel, auch ist der Hintertheil desselben hochgewölbt; Stirn nicht breit, sondern nach dem Hinterkopfe erhöhet; Augenbraune nur schwar behaart Augen selbst schwarz, nur ein wenig schief stehend; Backen hoch; Mund etwas groß, mit vollen Lippen; Kinn und Oberlippe nur sehr schwach behaart, auch soll der Haarwuchs am ganzen Körper nur sehr gering und kauf merklich seyn; dagegen sticht das Haupthaar sehr grell ab; es ist rabenschwarz, glänzend, straff und bey dem Anfühlen dem der Pferde ähnlich.

Sein Gang ist unbehülflich, welches aber wohl von den Kleidern herrührt, die er erst zur Reise über das Meer und gegen unser kaltes Klima in Bahia erhalten hat. Da er von Jugend an völlig nackt gegangen ist, so kann er sich noch immer nicht an Bedeckung gewöhnen. Wenn er den Bogen spannen und einen Pfeil abschießen will, wozu eine starke Kraft gehört, so muß er sich wenigstens der Jacke entledigen, um Brust und Arme frei zu haben.; dann treibt er den langen kräftigen Pfeil zum Erstaunen hoch, aber auch da glaubt man zu bemerken, daß ihm selbst das lleichte Hemd im Wege sey.

Da der Fürst von Hardenberg ihn zu sehen wünschte, so wurde er von dem Prinzen Max im Schlosse zu Engers vorgestellt. Auch dort soll er bey dem Anblicke der Sterne und Ordensbänder nicht in Verlegenheit gerathen seyn und bey seiner Rückkunft außerte er seine Zufriedenheit dadurch, daß er sagte:“dort sey es bon.“

Er ist außerst gutmüthig, läßt sich aber, als ein freyer Mensch weder zwingen noch befehlen; durch gute Worte hingegen kann man Alles von ihm erhalten. Eben durch die gute liebreiche Behandlung, welche er von dem Prinzen erfahren hat, ist die Zuneigung zu diesem entstanden und wird bleiben: da dieser sich wohl hütet, ihm Unangenehmes zu sagen, wozu jener auch keine Veranlassung gibt.

Auf dessen Veranlassung nennt er nicht allein die aus seinem Vaterlande mitgebrachten Thiere in seiner Muttersprache, sondern ahmt auch ihre Stimmen auf das Täuschenste nach; ja als er einst aufgefordert wurde, seinen Nationalgesang anzustimmen, zögerte er zwar einige Sekunden, aber legte, als der Prinz ihn wiederholt bat und auf die Schulter klopfte, sogleich die rechte Hand auf das Haupt, die linke an das Ohr und sang oder ließ vielmehr brummende, unartikulirte Töne oder Worte hören.

Der Kopfputz der Botokuden besteht in einer runden Haarkrone, welche einige Finger breit oberhalb der Ohren anfangt, und aus Holzblöcken, so groß als unsere größten Schnupftabacksdosen, in Ohren und Unterlippe, wodurch sie sich auf die scheußlichste Weise entstellen. Auch unser Quäcke hat dergleichen getragen, aber nachher wieder abgelegt. Da er noch jung ist, und die Hölzer nicht besonder5s groß waren, so sind die Löcher schon ziemlich verkleinert. Durch das in der Leppe kann man nur noch einen starken Pfeiffenstyl bringen, die in den Ohren könnten aber wohl Zoll dicke Knüppel tragen. Seine Ohren selbst sind dadurch beträchtlich groß und eckig geworden, dabey stehen sie stark vom Kopfe ab und sind sehr schlaff. Den anderen Theil des Kopfputzes kann man deutlicher sehen, denn der Untertheil der Haare ist ihm abgeschoren und nur eine Krone oben gelassen, ganz so, wie sie der wilde Botocude trägt. Diese Wilde spricht etwas portugiesisch.

Es stand in der Zeitung……………….

Neuwider Zeitung Nr. 63 Dienstag 16.03.1897

EEnnggeerrss,, 13. März. Gestern Abend 7 Uhr, als die Landstraße von vielen aus der Kirche kommenden Menschen sehr belebt war, kamen 3 Militärpersonen (Avancirte) anscheinend von Coblenz im strengsten Galopp daher geritten. Einer rannte mit seinem Pferd gegen einen entgegenkommenden Fuhrwagen an, wodurch der eine Scherenbalken des Wagens entzweibrach und das Pferd schwer verwundet mit dem Reiter, der, wie es schien, mit dem Schrecken und guter Lehre davon kam, zusammenbrach. (C. V.)

BEDEUTENDE HISTORISCHE PERSÖNLICHKEITEN IN ENGERS:

Melchior Graf von Hatzfeld

Von Josef Kretzer

In der weit zurückreichenden Geschichte des Ortes Engers gibt es auch immer wieder Personen der deutschen, aber auch der Weltgeschichte, die hier gelebt und gewirkt haben, deren Bedeutung nur wenigen bekannt ist.

Zu ihnen gehört auch der Kaiserliche Feldmarschall Melchior von Gleichen und Hatzfeld. In seinem Buch ‚Das Spee‐Haus in Neuwied‐Engers‘ zitiert der Neuwieder Historiker Bruno Zeitz die Hatzfeld Wildenburg’sche Kammer in Wissen: „Melchior von Hatzfeld wurde am 10. Oktober 1593 in Crottdorf als dritter Sohn aus erster Ehe des Reichsritters Sebastian von Hatzfeld mit Lucia von Sickingen geboren. Er starb am 9. Januar 1658 in Trachtenberg.“ Hermann von Hatzfeld, kaiserlicher Hofrat und Oberst war der jüngste Bruder von Melchior von Hatzfeld. Er wurde am 16. Juli 1603 geboren und starb am 23. Oktober 1673.

Beide Brüder erwarben im Jahre 1644 das wiedische Werth und Zeitz folgert, dass es der Bruder Hermann war, der das heute so genannte Spee‐Haus erwarb, es jedoch treuhänderisch von Melchior von Hatzfeld verwaltet wurde. Es ist jedoch auch belegt, dass Melchior zeitweise dort seinen Wohnsitz nahm. Er soll sogar 1651 in Engers ‚zu einer Badekur‘ geweilt haben.

Der Annahme, dass der Vater der beiden Brüder der Erwerber des Anwesens in Engers gewesen sein soll, stehen Befunde des Wiedischen Archivs gegenüber, die den Schluss zulassen, dass es der Bruder Hermann war.

Eine wertvolle Quelle bieten die Regesten: Materialien zur rheinischen Geschichte, Band 2: ‚Das Kriegsarchiv des Kaiserlichen Feldmarschalls Melchior von Hatzfeld (1593 – 1658)‘. Auf fast eintausend Seiten ist seine gesamte Kriegsberichtserstattung mit Jahreszahl, Adressat und teilweise mit kurzer Inhaltsangabe gesammelt, während die Originalschriftstücke im Bundesarchiv Koblenz lagern. Darunter auch ein Brief des Engerser Schultheiß vom August 1646 in dem er beim Feldmarschall „um Schonung“ bittet. Der Grund für die Verbindung zu Engers ist in dem hier angesiedelten Zoll zu suchen. Als ehemalige Besitzer des Urbach’schen Anwesens, des heutigen Spee‐Hauses, früher war es das Wohnhaus der Zollbeseher oder Zolleinnehmer tauchen auch immer wieder die Namen Hatzfeld und Hillesheim auf. Schon mit dem Erhalt der Stadtrechte für Engers erhielt Wilhelm I. zu Wied auch das Zollrecht und als ersten Turm seiner geplanten Stadtmauer errichtete er den Zollturm, den heutigen ‚Grauen Turm‘, der früher jedoch Graventurm hieß, bis jedoch bei der handschriftlichen Schreibweise irgendwann aus dem ‚v‘ ein ‚u‘ wurde.

Der Name Melchior von Hatzfeld erlangte seine Bekanntheit und Bedeutung vor allem durch den 30‐jährigen Krieg. Als Heerführer kämpfte er, zeitweise mit über 10.000 Mann, zusammen mit Götz aus Ungarn und Jan von Werth gegen die Schweden und ihre Verbündeten auf vielen Schlachtfeldern. 1644 geriet er selbst in Gefangenschaft, kam allerdings durch Auswechslung wieder frei und nahm 1646 seinen Abschied.

Die folgenden Jahre verbrachte er teils in Engers, teils auf seinen Gütern in Schlesien.

Zum Krieg 1657 in Polen rief ihn der Kaiser, wegen seiner großen Erfahrung, jedoch wieder an die Front. Als Generalfeldmarschall führte er 16.000 Mann kaiserliche Truppen dem König von Polen zur Hilfe gegen Karl Gustav von Schweden. Aber bald musste er, schwer erkrankt den Oberbefehl abgeben und nach Schlesien zurückkehren. Am 9. Januar 1658 machte der Tod seinem tatenreichen Leben ein Ende.

Redensarten

Dann well’e emmer met dänne gruuse Honn pisse ginn, on kann et Bein nedde su huh heewe.

AN KAPPESSE ECK

Von Hännes Breitbach

Einst kohmen he‐i Soldade an,

ich gloow et wooren vier.

Die nohmen in demm Rathaus dann

Doh newean Quadier.

Doh wohren och drei klääne Strepp,