Eofolds Taverne - Marc Ellis - E-Book

Eofolds Taverne E-Book

Marc Ellis

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Beschreibung

In seiner geliebten Taverne versorgt Eofold allerlei Gesindel mit allem, was der Magen verlangt. Seine Taverne scheint, zumindest von außen, eine normale Taverne zu sein. Doch der Schein trügt. Alle möglichen Gestalten versammeln sich in der Taverne, ob gut oder böse. Normal sind seine Gäste definitiv nicht. Doch auch die Taverne an sich scheint besonders zu sein. Vielen fällt es nicht auf, doch seine Stammgäste wissen: Diese Taverne besitzt einen eigenen Willen. Trunkenbolde behaupten sogar, die Taverne würde leben. Einfach nur Geschwätz eines Säufers oder die Wahrheit? Eofold ist zwar gastfreundlich, jedoch kann man das nicht auch von all seinen Gästen behaupten. Eines Tages platzt eine riesige, in Blut getränkte Gestalt herein. Übersäht mit tiefen Wunden und scheinbar dem Tode nahe betritt sie die Taverne und will vom Wirt nur eins: Einen Krug des berühmten Lachsbeerweins und das wichtigste: Ihre Geschichte erzählen. Wer ist diese völlig zerfetzte, riesige Gestalt und wie kann sie überhaupt noch gehen? Hör ihr zu und finde es heraus...

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Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Eofolds Taverne

Kapitel 1Kapitel 2Kapitel 3Kapitel 4Kapitel 5Kapitel 6Dankeschön!Lust auf mehr?Impressum

Kapitel 1

Er öffnete seine Augen und wollte sie sich am liebsten sofort rausreißen. Sie brannten, als hätte er den heißen Rauch einer Pfeife abbekommen. Sein Schädel dröhnte wie nach einem Schlag mit dem Morgenstern. Dass er instinktiv den Versuch unternahm, sich aufrecht hinzusetzen, half da nicht wirklich weiter. Er stieß unter lautem Krachen mit der Stirn gegen sehr hartes Holz.

Wo bin ich?,

fragte er sich, während er, in ein pechschwarzes Meer aus Nichts getaucht, seine Umgebung mit den Händen vorsichtig ertastete. Er bemühte sich, keine allzu schnellen Bewegungen zu machen. Dickflockiger Staub und andere unbekannte Arten von Schmutz rieselten auf ihn herab.

Holz. Überall Holz. Es ist unter mir, es ist über mir. Es ist neben mir. Bin ich etwa in einem …

Ihm blieb kurz das Herz stehen. Seine Nackenhaare richteten sich auf, ein eiskalter Schauer lief ihm den Rücken runter. Schweiß trat ihm aus jeder einzelnen Pore, als er erkannte, worin er sich befand:

Ich bin in einem verdammten Sarg!

Er wollte diese Erkenntnis eigentlich laut hinausbrüllen, tat es aber nicht, ohne zu wissen, warum. Stattdessen zog er die Beine an, um den Sargdeckel aufzustemmen. Mit einem lauten Knall prallten seine Knie gegen das Holz. Es gab keinen Millimeter nach. Soweit es die Enge zuließ, trommelte er mit den Fäusten gegen den Deckel des Sargs.

»HILFE! HOLT MICH HIER RAUS!«,

schrie er dieses Mal wirklich, doch die pechschwarze Dunkelheit verschluckte seine Worte einfach. Er fühlte einen riesigen Druck auf seiner Brust. Seine Lungen hatten Probleme die lebenspendende Luft in seinen Körper zu saugen. Sein Herzschlag beschleunigte sich, und das Schwitzen wurde intensiver. Panik machte sich in ihm breit. Er war nicht klaustrophobisch, aber lebendig begraben zu sein, ist trotzdem kein schönes Gefühl. Ganz im Gegenteil. Er hämmerte und trommelte weiter, schrie, kratzte an dem Holz, doch die Schwärze nahm ihm seine Hoffnung, genau wie seine Schreie.

Wenn ich jemals hier rauskommen sollte, dann werde ich das Trinken sein lassen …

In seiner Verzweiflung wandte er sich an die höheren Mächte.

Und ich werde ein besserer Mensch … Ich werde mich bessern …

Ich werde nicht mehr selbstsüchtig sein. Ich werde anderen Menschen helfen, und ich werde meiner Frau keine Sorgen mehr bescheren …

Tränen rannen ihm in seine Ohren. Er hustete. Seine Kehle fühlte sich wie ausgetrocknet an. Ein unheimlicher Durst zog sich durch seinen Körper. Das Pochen in seiner Brust erzeugte ein schmerzendes Echo in seinem Kopf.

»Bitte holt mich hier raus. Was immer ihr wollt! Ihr kriegt es! Wollt ihr Gold? Ich werde es euch besorgen. Bitte, bitte lasst mich raus!«,

flehte und bettelte er, doch niemand erhörte ihn. 

»Kommt schon! Lasst mich raus! Ich habe nichts getan, wodurch ich verdient hätte, lebendig begraben zu werden!«

Seine Tränen liefen nun wie ein kleiner Fluss seine Ohren hinunter. Er schluchzte, stammelte wirre Worte vor sich hin. Dieses pechschwarze Meer, das ihn umgab, presste seinen Körper zusammen. Viele dutzende Pferde schwer lag es auf seiner Brust. Es machte ihn wahnsinnig. Langsam verließ ihn die Kraft.  Seine Handkanten und Fingerspitzen waren blutig vom Schlagen, Trommeln, Hämmern und Kratzen. Er wollte gerade zum letzten Gebet ansetzen, da vernahm er gedämpft, wie durch Watte, Geräusche.

Sind das Stimmen?

Bilde ich mir das ein? Verliere ich schon den Verstand?

Undeutlich, nicht zu verstehen — doch er konnte klar vernehmen, dass gesprochen wurde. Da war jemand, dessen Laute durch das Schwarz drangen. Dumpfe Schritte und Stimmen kamen auf ihn zu.

»BITTE! LASST MICH RAUS! ICH HABE NICHTS GETAN!«,

krächzte er mehr als zu rufen. Ein letztes verzweifeltes Aufbäumen, bevor sein Körper, aber vor allem sein Geist, aufgeben würden. Das finale Aufbäumen eines erjagten Wildtieres, bevor es seinen letzten Atemzug macht.

»Bitte lasst mich raus«,

drang es kaum hörbar aus seinem Mund. Das Zwitschern eines Vogels hätte sein letztes Flehen für immer übertönen können.

»Bitte … «

Plötzlich krachte es laut. Metall schrammte über Metall und Holz. Es knallte, und mit einem Mal war es blendend hell. Er hob mit letzter Kraft die Hände schützend vor die Augen.

»BIST DU EIGENTLICH TOTAL BESCHEUERT!«,

schrie es ihm entgegen. »Was zur heiligen Kuhscheiße machst du in meiner Futterkiste?«

Langsam gewöhnten sich seine Augen an die Helligkeit.

»Hast Du dir in Eofolds Taverne wieder den letzten Funken Verstand weggesoffen und dann beschlossen, noch weiter zu saufen?«

Ein breit gebauter Mann schaute auf ihn herab und knirschte mit den Zähnen. Sein Gesicht war rot angelaufen.

»DU steigst augenblicklich aus meiner Futterkiste und lässt dich hier nie mehr blicken!«,

schepperte der schlechtgelaunte Zeitgenosse dem Lebendigbegrabenen entgegen. Der wiederum bäumte sich auf. Völlig verwirrt sah er sich um. Er saß mitten in Alfodus‘ Futterkiste, die dieser über Nacht immer mit einem Deckel abschließt, weil sonst irgendwelche Idioten meinen, das Futter klauen zu müssen. Die Vögel sangen, und niemand (bis auf Alfodus) wollte ihm was Böses. Sein Schädel dröhnte vom gestrigen Zechen, die Augen brannten von dem Kettenraucher in der Taverne. Er war gar nicht gefangen gewesen. Langsam und mit zittrigen Beinen stand er aus der Kiste auf, hinterließ aber einen nassen Fleck.

»Hast du Vollidiot mir in meine Futterkiste gepisst!«, geiferte Alfodus.

Der Nicht-Lebendigbegrabene ignorierte ihn. Der Schock steckte ihm noch zu tief in den Knochen.

»RAUS HIER! SOFORT!« 

Alfodus’ Geduld war nun endgültig am Ende.

»Ich … Ich lebe … «,

flüsterte der Noch-immer-Am-Leben-Seiende vor sich hin. Sein Blick hellte sich langsam auf.

»Auf den Schock muss ich mir erstmal einen trinken. Ich schau aber vorher nicht zu Hause vorbei. Soll sich meine Frau doch Sorgen machen!«,

sagte er zu sich selbst und ging los.

Später in Eofolds Taverne…

»Und deswegen sitze ich jetzt hier. Dreckig und nach Urin stinkend«,

flüsterte der Nicht-Lebendigbegrabene, der eigentlich Arolund hieß, vorsichtig, damit die anderen Saufköppe es nicht hörten. Noch immer zeichnete sich die Schamesröte auf seinen Wangen ab.

»Verstehe, Arolund«,

sagte Eofold verständnisvoll und beruhigend zugleich. Seine smaragdgrünen Augen fixierten den noch immer zitternden Tagelöhner.

Auch wenn es sich nur als Futterkiste rausstellte, so sitzt die instinktive Angst wohl noch immer in ihm.

Eofold klopfte Arolund auf die Schulter, schob ihm einen Krug Lachsbeerwein vor die Nase und lächelte.

»Geht auf die Taverne. Ausnahmsweise. Aber nur wenn du danach nach Hause gehst, dich bei deiner Frau entschuldigst und dich an dein Versprechen erinnerst und auch daran hältst«,

sprach er in freundlichem, aber bestimmendem Ton. Dann drehte er sich um, schnappte sich einen Lappen und wischte über den Tresen. Arolund hingegen nickte nur, begleitet von einem Hm, und nahm einen großen Schluck des kalten Weins, der erfrischend seine Kehle hinunterrann, wie früher am Tag die Tränen an seinen Ohren.

»Danke Eofold. Du bist ein Guter. Aber bitte sag es niemandem«, brummte er.

Eofold lächelte wieder.

»Was soll ich niemandem sagen?«

Arolund nickte, und Eofold tat es ihm gleich. Er hatte auch nichts Anderes von Eofold erwartet. So kannte und liebte man ihn, den alten Knochen der Taverne. Eofold war schon etwas älter, hager, und doch zeichneten sich noch immer Spuren seiner Muskeln aus früheren Tagen unter seinem dünnen Hemd ab. Sein Gesicht war freundlich und rund, gekrönt von einem Topfschnitt, wie er gerade in Mode war. Die großen smaragdgrünen Augen strahlten Wärme und Geborgenheit aus. Wie zwei fluffige Wolken schwebten die grauen, buschigen Augenbrauen darüber. Eofold musste man einfach lieben. Manchmal ein bisschen tatterig und vergesslich, doch er konnte zuhören. Manchmal fand er auch die richtigen Worte zu dem, was man erzählte. Aber auf eines konnte man sich wirklich immer verlassen. Seine Freundlichkeit und Loyalität. Wie gesagt, man musste Eofold einfach lieben. Ihn und seine Taverne. Sie lag etwas außerhalb des Dorfes, direkt am großen Gehweg. 

„Damit man auch ja jeden durstigen Räuber, Söldner, Abenteurer und Soldaten mitnehmen konnte“, sagt Eofold immer. Und in der Tat erwies sich diese Strategie als sehr lukrativ. Die Gäste gingen ein und aus, die Eingangstür stand kaum still, und der Zapfhahn lief nie trocken. Es war nicht leicht, die Taverne zu übersehen oder zu ignorieren. Lud sie doch mit ihren knallroten Schindeln entlang des Weges und den herrlichen Blumen an jedem Fenster zu einem Getränk ein. Ein großes blechernes Schild mit dem Schriftzug „Eofolds Taverne“ draufgepresst, verriet dem wandernden Volke, was sie im Inneren erwartete. Doch auch die Umgebung war recht vorteilhaft. Die Taverne stand, wie bereits gesagt, etwas abseits des Dorfes und somit zwischen Feldern und Wiesen. Vereinzelt ragten ein paar Bäume in die Höhe, um zu zeigen, dass es auch noch andere Dinge außer Alkohol und Wiesen gab. Es war wirklich schwer, ein kühles Bier oder gar seine Spezialität, den hausgemachten Lachsbeerwein, auszuschlagen und weiterzuwandern. Das nächste Dorf war mehrere Tagesmärsche weit entfernt. Wie gesagt: Die Taverne hatte den perfekten Standort. Sie war nicht groß, sie war aber auch nicht klein. Sie war genau richtig. Es passten genug Tische rein, um ein paar Dörfler und Reisende zu bedienen, und der Tresen bot genug Stehplatz, sollte man wider Erwarten doch keinen Sitzplatz mehr bekommen. Im zweiten Stock gab es noch ein paar Gästezimmer, doch diese wurden nicht oft genutzt. Ihre Einrichtung bestand ohnehin nur aus Strohmatten, einem Tisch und den dazu passenden wackeligen Hockern.

Ein lauter Knall weckte Eofold aus seinen in letzter Zeit häufigeren Tagträumen. Arolund knallte seinen leeren Krug auf den Tresen. Ein Zeichen, dass es ihm geschmeckt hatte.

»Den hatte ich jetzt echt nötig. Danke Eofold!«,

rief er dem Wirt entgegen, stand auf und wollte gerade die Taverne verlassen, als plötzlich zwei gackernde und lachende Gestalten hereingeplatzt kamen.

»Da ist er ja! Die Heulsuse!«,

sprach der Linke von ihnen, woraufhin der Rechte laut lachte.

»Holt mich hier raus! Ich habe nichts gemacht!Wäh, wäh, wäh«,

äffte der Rechte nach, woraufhin nun der Linke losgackerte.

Um Himmels willen. Muss das sein? Der arme Arolund ist doch schon genug fertig mit den Nerven …

Eofold winkte die zwei augenblicklich an den Tresen.

»Na kommt schon her. Hier warten zwei vorzüglich schmeckende, gekühlte Biere auf euch. Geht auf die Taverne!«

Augenblicklich wandten sich die beiden Pöbler von Arolund ab und gingen Richtung Tresen.

Der Plan funktioniert. Sie lassen ihn in Ruhe. Dann kann ich nur hoffen, dass sie seine Geschichte nicht weitererzählen.

Eofold stellte zwei lieblos gezapfte Biere auf den Tresen. Der Linke und der Rechte nahmen sich ihre Krüge und gingen dann ohne ein Wort der Dankbarkeit an Tisch 7, ganz hinten.

Die wollen doch nur wieder über meine Gäste lästern und später Reisende ausnehmen.

Eofold knirschte mit den Zähnen und zitterte ein wenig.

Ich darf mich nicht so aufregen.

Er wischte weiter den Tresen, weil er sonst grad nichts Anderes mit sich anzustellen wusste. Es war halb elf morgens und da war noch nicht wirklich viel los. Zu solcher Zeit suchte Eofold sich also etwas Beschäftigung. Sei es nun, den Tresen wischen, bis dieser blitze blank gescheuert war oder in den Keller zu gehen, um den so beliebten Preiselbeerwein zu brauen. Doch auch wenn das ein langwieriger Prozess war, so war er nicht wirklich zeitraubend. Und zu lange durfte er schließlich auch nicht im Keller bleiben. Eine Minute zu lang und er wusste ganz genau, dass der Linke und der Rechte direkt aus dem Zapfhahn trinken würden, bevor sie sich kanisterweise Bier abzapfen und verschwinden würden.

Dingeling (ja, so klang das kleine Glöckchen eigentlich, wenn man nicht wie ein Geisteskranker die Tür aufknallte).

Eofold begrüßte den neuen Gast freundlich.

»Möge Ihr Leben stets voll mit Freude und Ihr Krug stets voll mit Bier sein!«,

begrüßte  Eofold mit einem liebenswerten Lächeln auf den Lippen den neuen Gast.

»Möge Ihr Geldbeutel stets voll mit Gold und Ihre Taverne voll mit Kunden sein!«,

erwiderte der Gast und machte einen leichten Knicks. Eofold nickte.

Der Gast weiß sich zu benehmen …

Unwissend über Eofolds Gedanken trat der Gast an den Tresen.

»Danke, dass Sie Ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, damit ich in Ruhe speisen kann«,

sagte der Gast etwas geschwollen. Doch Eofold freute sich.

Höfliche Gäste sind friedfertige Gäste. Meistens zumindest.

Eofold nickte ihm zu.

»Ich bedanke mich, dass Sie sich meine Taverne ausgesucht haben. Ich werde Ihre Erwartungen in mich und meine Taverne nicht enttäuschen. Ich danke für Ihr Vertrauen«,

entgegnete er und schob freundlich eine Frage hinterher.

»Womit kann ich Sie denn glücklich machen?«

»Ich nehme ein reichlich und saftig belegtes Butterbrot und einen grünen Tee. Ruhig ein wenig länger ziehen lassen. Ich mag ihn gerne stärker.«

Eofold nickte und machte sich direkt an die Arbeit, während der gut erzogene und gut gekleidete Gast sich am Tisch 3 niederließ.

Ein Tee und ein Butterbrot? Also bitte. Nichts leichter als das …

Eofold schnappte sich das frisch gebackene Graubrot und schnitt zwei daumendicke Scheiben ab. Die Kruste war knusprig, und das Innere war schön saftig weich. So liebten es die Leute. Mit viel Übung und Geschick nahm er das Schmiermesser, schnitt sich ein Stück angewärmter Butter ab und strich sie in einem Zug, fast perfekt, aufs Brot. Es folgten dicke Scheiben Mettwurst, akkurat aufeinandergereiht, und darüber Käse. Mit kleinen Zahnstochern pinnte er dann noch eine halbe Essiggurke aufs Brot, bevor er die zweite Scheibe sorgfältig belegte. Währenddessen brühte der Tee vor sich hin.

Extra etwas länger, denn der Gast mag den Tee ein bisschen stärker …

Als zwei fast perfekte Scheiben Butterbrot und ein etwas länger gezogener grüner Tee schön auf dem Teller drapiert waren, ging er rüber zu dem Gast, stellte den Teller und die Tasse ab und nickte freundlich.

»Auf dass der Durst und das Magenknurren verschwinden«,

sagte er. Der Gast bedankte sich dafür, gab dem Wirt ein paar Taler in die Hand und begann zu essen. Eofold ging langsamen Schrittes wieder zurück zu seinem Tresen. Kurz konnte er hören, wie der Rechte und der Linke einen abfälligen Kommentar an den neuen Gast gerichtet durch den Raum warfen. Der hingegen schlug nicht darauf an und aß unbeirrt weiter.

Zum Glück hat der Gast so ein dickes Fell. Ich will die beiden nicht rauswerfen. Als ich mit meiner Taverne anfing, habe ich mir geschworen, niemals Gäste hinauszuwerfen, sondern alles mit Worten zu regeln …