Es soll nicht sein - Anna Kosak - E-Book

Es soll nicht sein E-Book

Anna Kosak

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Beschreibung

Drei kurze Geschichten, die mit Perspektiven, Beziehungen, Dystopien und Albträumen spielen. In "Die Frau im Hotelzimmer" geht es um einen Brief und einen Mord. "Nachtluft" erzählt von Fliegen und Eingesperrtsein. Bei "Und die schlafen, kämpfen doch" handelt von albtraumhaften Welten und Experimenten.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 18

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Anna Kosak

Es soll nicht sein

Kurzgeschichten

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Die Frau im Hotelzimmer

Nachtluft

Und die schlafen, kämpfen doch

Impressum neobooks

Die Frau im Hotelzimmer

Die Frau hatte sich nicht bewegt. Schon seit einer Stunde saß sie so, auf dem Bett, die Schultern nach vorn gekrümmt. Nach und nach waren die kleinen Wassertropfen auf ihrer Haut getrocknet, die Farbe des Badeanzugs hatte sich vom satten Orange wieder zu pfirsichfarben gewandelt. Jedoch, im Nacken waren ihre Haare noch feucht und lockten sich.

Er verlagerte sein Gewicht leicht, nahm einen Schluck Wasser und setzte das Fernglas wieder an die Augen.

Sie hatte sich nicht geregt, saß immer noch mit dem Rücken zum Fenster, sodass er sie ungestört beobachten konnte. Er hatte sie schon die ganze Zeit beobachtet. Wie sie sich nach dem Schwimmen im Hotelpool auf ihre Liege gelegt hatte, den linken Arm locker neben sich, den rechten über die Augen gelegt. Die Hitze flirrte. Der Hotelboy war zu ihr gekommen, räusperte sich ein paar Mal. Wartete verlegen.

„Ma’am?!“

Sie hatte geblinzelt und zögernd den Brief entgegengenommen. Hatte den Umschlag geöffnet, die ersten Zeilen gelesen. Dann hatte er gesehen, wie sie erbleichte, aufsprang und ins Hotel lief. Kurz darauf tauchte sie hinter dem Fenster auf, das er fest im Blick hatte.

Sie hatte sich aufs Bett gesetzt, den Rücken zum Fenster und an den fahrigen Bewegungen war zu sehen gewesen, wie aufgeregt sie war.

Und jetzt saß sie da. Unbeweglich still, in sich zusammengesunken. Aber dann kam Bewegung auf. Erst nur ganz leicht. Dann begannen ihre Schulter zu zucken, der Rücken krümmte sich noch ein Stück weiter. Sie weinte.

Er strich sich nachdenklich mit der Hand über den Bart. Jedes Wort des Briefs kannte er. Kannte die Zeilen. Schließlich hatte er den Brief geschrieben.