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Das Evangelische Soziallexikon ist ein Standardwerk, das seit 1954 in bislang acht Auflagen die sozialen, ökonomischen und politischen Gegenwartsfragen in sozialethischer Perspektive überblicksmäßig thematisiert. Die neunte Auflage weiß sich weiterhin dem Anliegen verpflichtet, zuverlässige Informationen und Hilfe zur eigenen Urteilsbildung aus Sicht evangelischen Glaubens zu geben. Thematische Erweiterungen der überarbeiteten 9. Auflage ergeben sich aus aktuellen Konstellationen und Herausforderungen wie der Europäisierung, dem demografischen Wandel, der Weiterentwicklung der Medienwelten, der Notwendigkeit einer nachhaltigen Lebensweise, den ökonomischen Transformationsprozessen, den sich intensivierenden Teilhabeformen und den Globalisierungsprozessen. Unter den neu aufgenommenen Stichworten finden sich u. a. Bankenkrise, Demografischer Wandel, Energiewende, Generationengerechtigkeit, Inklusion, Institutionelle Anleger, Klimawandel, Postwachstum, Privatsphäre, digitale Sicherheit, Sozialunternehmer, Spekulation, Spieltheorie, Willensfreiheit.
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Seitenzahl: 3479
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Evangelisches Soziallexikon
9. Auflage
Evangelisches Soziallexikon
9., überarbeitete Auflage
Herausgegeben von
Jörg Hübner, Johannes Eurich, Martin Honecker, Traugott Jähnichen, Margareta Kulessa, Günter Renz
Verlag W. Kohlhammer
Das Evangelische Soziallexikon wird gefördert durch
Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst / Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband,
die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens,
den Lehrstuhl Prof. Dr. Reinhard Schmidt-Rost,
den Verein zur Erforschung kirchlicher Zeitgeschichte nach 1945 e. V.,
die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz,
die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers,
die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland,
die Evangelische Landeskirche in Württemberg,
die Stiftung Sozialer Protestantismus,
die Evangelische Landeskirche in Baden,
die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern,
die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland,
die Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche),
die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau,
die Evangelische Landeskirche Anhalts.
9. Auflage 2016
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-026960-6
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-026961-3
epub: ISBN 978-3-17-026962-0
mobi: ISBN 978-3-17-026963-7
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Das Evangelische Soziallexikon ist ein Standardwerk, das seit 1954 in bislang acht Auflagen die sozialen, ökonomischen und politischen Gegenwartsfragen in sozialethischer Perspektive überblicksmäßig thematisiert. Die neunte Auflage weiß sich weiterhin dem Anliegen verpflichtet, zuverlässige Informationen und Hilfe zur eigenen Urteilsbildung aus Sicht evangelischen Glaubens zu geben. Thematische Erweiterungen der überarbeiteten 9. Auflage ergeben sich aus aktuellen Konstellationen und Herausforderungen wie der Europäisierung, dem demografischen Wandel, der Weiterentwicklung der Medienwelten, der Notwendigkeit einer nachhaltigen Lebensweise, den ökonomischen Transformationsprozessen, den sich intensivierenden Teilhabeformen und den Globalisierungsprozessen. Unter den neu aufgenommenen Stichworten finden sich u. a. Bankenkrise, Demografischer Wandel, Energiewende, Generationengerechtigkeit, Inklusion, Institutionelle Anleger, Klimawandel, Postwachstum, Privatsphäre, digitale Sicherheit, Sozialunternehmer, Spekulation, Spieltheorie, Willensfreiheit.
Prof. Dr. Jörg Hübner ist Geschäftsführender Direktor der Evangelischen Akademie Bad Boll und lehrt Sozialethik und Systematische Theologie an der Ev.-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.
Prof. Dr. Johannes Eurich lehrt Praktische Theologie/Diakoniewissenschaft und ist Direktor des Diakoniewissenschaftlichen Instituts an der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg. Er gehört u. a. der Sozialkammer der EKD an.
Prof. em. Dr. Martin Honecker, lehrte Sozialethik und Systematische Theologie an der Ev.-Theologischen Fakultät der Universität Bonn. Er war Mitglied der Kammer der EKD für Öffentliche Verantwortung und der Kammer für Kirchlichen Entwicklungsdienst.
Prof. Dr. Traugott Jähnichen lehrt Christliche Gesellschaftslehre an der Ev.-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum und ist u. a. Mitglied der Sozialkammer der EKD sowie Mitglied der Kirchenleitung der westfälischen Landeskirche.
Prof. Dr. Margareta Kulessa lehrt Allgemeine Volkswirtschaftslehre und Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Hochschule Mainz und ist u. a. Mitglied der EKD-Kammer für nachhaltige Entwicklung.
Das traditionsreiche Standardwerk der Evangelischen Sozialethik, das Evangelische Soziallexikon, erscheint nun bereits in der 9. Auflage. 1954 erstmals im Auftrag des deutschen Evangelischen Kirchentages von Professor D. Dr. Friedrich Karrenberg herausgegeben, 1963 (4. Auflage) sowie 1980 (7. Auflage) völlig neu bearbeitet, wurde es 2001 mit der 8. Auflage erneut vollständig überarbeitet. Wenn das Soziallexikon nun wiederum neu bearbeitet erscheint – jetzt mit einem veränderten und vergrößerten Herausgeberkreis –, dann will es seiner Verpflichtung treu bleiben, die Friedrich Karrenberg in der 1. Auflage so beschrieben hat:
„Zwei Aufgaben hat sich das Lexikon von Anfang an gesetzt. Es will erstens informieren, eine sachliche Unterrichtung über Entwicklung und Stand der Diskussion zu bestimmten Fragen ist die erste Voraussetzung zur eigenen Urteilsbildung. Man muss wissen: Was gibt es an Einrichtungen und Auffassungen, was spricht für das eine, was für das andere? Dabei waren wir bestrebt, auch andere, also etwa katholische oder säkulare Auffassungen mit ihren Begründungen so sachlich wie möglich wiederzugeben. Das Lexikon will freilich nicht nur informieren. Es will den evangelischen Standpunkt zu den verschiedenen Fragen des sozialen Lebens deutlich machen.“
Dieser Verpflichtung bleibt die Neubearbeitung verbunden, nämlich zuverlässige Informationen und Hilfe zur eigenen Urteilsbildung aus der Sicht evangelischen Glaubens zu geben. Die Veränderungen in Politik, Gesellschaft und Wissenschaft und nicht zuletzt in der Kirche selbst, aber auch die sich beschleunigenden Prozesse der Globalisierung nehmen in zunehmendem Maße Einfluss auf die Lebenswelt jedes Einzelnen. Zusammen mit dem stetig voranschreitenden europäischen Einigungsprozess bestimmen sie nachhaltig die politischen, ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen.
Thematisch geht das Evangelische Soziallexikon in seiner neunten Auflage insofern neue Wege, als es nach der letzten Auflage (2001) nun Stichworte mit aufnimmt, die sich ergeben aus der zunehmenden Europäisierung, dem demografischen Wandel, der sprunghaften Fortentwicklung der Medienwelten, der Notwendigkeit einer nachhaltigen Lebensweise, den ökonomischen Transformationsprozessen, den sich intensivierenden Teilhabeformen und den voranschreitenden Globalisierungsprozessen. Beispielhaft seien hier folgende Stichworte genannt: Generationenverhältnisse, Demografischer Wandel, Sozialunternehmer, Inklusion, Klimawandel, Energiewende, Bankenkrise, Transaktionssteuer, Spieltheorie, Spekulation, Institutionelle Anleger, Willensfreiheit, digitale Sicherheit, Privatsphäre, Transformation, Postwachstumsökonomie, Suffizienz.
Die Intention der 8. Auflage, angesichts der religiösen Weltlage auch nichtchristliche Religionen zu beachten, wird beibehalten. Dies betrifft auch die Ausrichtung des Evangelischen Soziallexikons auf die soziale, politische, ökonomische und ethische Thematik. Um den neuen Stichworten Raum zu geben und das Lexikon mit seinem Charakter als Handbuch mit Überblicksartikeln erhalten zu können, sind gegenüber der 8. Auflage die Biogramme entfallen.
Neu ist mit der 9. Auflage auch die Art der Platzierung des Lexikons am Büchermarkt: Neben einer Printversion setzen Herausgeber und Verlag – insbesondere auch hinsichtlich der Erwartungen des Marktes – auf die Möglichkeit, das Lexikon auch als E-Book zu publizieren.
Das Evangelische Soziallexikon hat mit der ersten Auflage damals die Umrisse einer Evangelischen Soziallehre skizziert. Friedrich Karrenberg betonte in der Erstauflage, dass das Evangelische Soziallexikon kein „kirchenamtliches Dokument“ ist und auch nicht „die zusammenfassende Lehre der evangelischen Kirche zu den sozialen Fragen“ enthält. Im Unterschied zur katholischen Soziallehre bilden nicht kirchenamtliche Lehraussagen, wie Konzilsdekrete und päpstliche Enzykliken, die Grundlage evangelischer Sozialethik. Auch wenn evangelische Überzeugung von der Gewissensbindung eines jeden Menschen ausgeht, ist das Lexikon mehr als die Privatarbeit Einzelner. Jeder Verfasser trägt zwar die Verantwortung für seinen Beitrag; aber dennoch sind fundamentale Grundüberzeugungen und Sichtweisen spezifisch „evangelisch“. Übereinstimmung, Grundkonsens und Vielfalt schließen sich allerdings gegenseitig nicht aus. Evangelische Freiheit und autonome Gewissensentscheidungen bilden zwar einen Pluralismus aus, jedoch einen Pluralismus im Rahmen einer Lebenskultur des Protestantismus. Insofern ist die theologische, gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt in evangelischen Kirchen ausgeprägt. Biblische Botschaft, kirchliche Tradition, auch spezifisch konfessionelle Traditionen, geschichtliche Erfahrungen und Einsichten gesellschaftlicher Grundüberzeugung und der Kultur sind folglich ins Gedächtnis zu rufen. Die geschichtliche Ausformung evangelischer Ethik darf nicht vergessen werden. Diese Bemühung um Verständigung und Konsens bestimmt auch diese Auflage des Evangelischen Soziallexikons.
Bei vielen Fragestellungen geht es überdies auch gar nicht um eine spezifisch konfessionelle „evangelische“ Problemwahrnehmung und Sicht, sondern um eine gemeinsame christliche, um eine umfassend ökumenische Einstellung zur Wirklichkeit.
Humane, allgemeinmenschliche Fragestellungen bilden, zumal in einer sich zunehmend säkularer verstehenden Gesellschaft, eine gemeinsame Verstehens- und Verantwortungsaufgabe; das heißt auch, sie sind allgemeingültig zu erörtern und zu lösen. Das Evangelische Soziallexikon wendet sich daher nicht nur an evangelische Christen, sondern soll allgemeinverständlich – neben der Sachinformation – einen Überblick über in der evangelischen Kirche und im Protestantismus gegenwärtig vertretene Standpunkte und Positionen vermitteln. Vollständigkeit des Überblicks über Sachfragen war weder beabsichtigt noch zu erreichen. Aber die Stimmen des Protestantismus sollen in ihrer ganzen Breite zu Gehör kommen.
Für den Inhalt der Artikel tragen freilich die jeweiligen Autorinnen und Autoren die Verantwortung. Die Artikel konnten auch nicht durchgängig vereinheitlicht werden, Unterschiede in Sprachstil und Fachterminologie konnten und sollten auch nicht durchweg vermieden und beseitigt werden; die Individualität der Autorinnen und Autoren sollte durchaus zur Geltung kommen.
Zu danken haben die Herausgebenden für die großzügige Förderung der Publikation des Evangelischen Soziallexikons durch das Sozialwissenschaftliche Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland. Hinzu kommen in der Reihenfolge der Höhe der Zuschüsse folgende Werke, Landeskirchen, Vereine und Personen: Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst / Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens, der Lehrstuhl Prof. Dr. Reinhard Schmidt-Rost, der Verein zur Erforschung kirchlicher Zeitgeschichte nach 1945 e. V., die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland, die Evangelische Landeskirche in Württemberg, die Stiftung Sozialer Protestantismus, die Evangelische Landeskirche in Baden, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, die Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche), die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, die Evangelische Landeskirche Anhalts. Ohne diese vielen Zuschüsse wäre die Veröffentlichung des Evangelischen Soziallexikons einschließlich ihrer digitalen Form nicht möglich gewesen. Die Herausgeber danken den Zuschussgebern. Der Kohlhammer-Verlag hat von Anfang an die Herausgabe der neunten Auflage dieses Lexikons maßgeblich gefördert und begleitet, woran insbesondere Jürgen Schneider und Florian Specker beteiligt waren. Die administrative Betreuung erfolgte auf Verlagsseite durch Janina Schüle, die sich durch ihren unermüdlichen und nachhaltigen Einsatz für das Evangelische Soziallexikon über zwei Jahre hinweg um dieses Gesamtwerk sehr verdient gemacht hat.
Herausgeber und Verlag wünschen sich, dass die neue Ausgabe, wie die bisherigen Auflagen, Beachtung und Anklang findet.
Jörg Hübner, Johannes Eurich, Martin Honecker,
Traugott Jähnichen, Margareta Kulessa, Günter Renz
Abendland
Abfall / Abfallwirtschaft
Adressat
Agenda 21, Lokale
Aggression
Agrarpolitik
Akademien, kirchliche
Alter
Altruismus
Ambulantisierung
Amt
Anarchismus
Anerkennung
Anthropologie
Antijudaismus
Antisemitismus
Antiziganismus
Arbeit
Arbeiterwohlfahrt
Arbeitgeber
Arbeitnehmer
Arbeitsbewertung
Arbeitslosigkeit
Arbeitsmarktpolitik
Arbeitsrecht
Arbeitszeit
Armut
Assistenz
Asyl (juristisch)
Asyl (theologisch)
Aufklärung
Ausbildung / Weiterbildung
Autonomie
Autonomie (sozialpolitisch)
Autorität
Banken / Kreditinstitute
Bankenkrise
Baptisten
Barmer Theologische Erklärung (BTE)
Barmherzigkeit (biblisch)
Barmherzigkeit (diakonisch)
Beamte / Beamtenrecht
Bedürfnis / Bedarf
Befreiungstheologie
Behinderung
Beratung
Bergpredigt
Beruf
Betrieb / Betriebsverfassung
Betriebsrat
Betriebswirtschaftslehre
Bevölkerung / Bevölkerungspolitik
Bibel, soziale Themen der
Bildung / Bildungspolitik
Biodiversität
Bioethik
Boden / Bodennutzung
Börse
Brüder-Unität
Bruttoinlandsprodukt
Bürgerbeteiligung
Bürgerinitiative
Bürgertum / Bürgergesellschaft
Bürokratie
Calvinismus
Caritas
Club of Rome
Corporate Social Responsibility (CSR)
Darmstädter Wort
Datenschutz
Dekalog
Demografischer Wandel
Demokratie
Denkschriften
Deregulierung
Diakon / Diakonisse / Diakonin
Diakonie
Dialektik
Dialog, interreligiöser
Dienst / Dienstleistungen
Dienstgemeinschaft
Diskriminierung
Diskursethik
Dritter Weg
Ehe / Lebensformen
Ehescheidung
Ehre
Ehrenamt
Eid
Eigengesetzlichkeit
Eigentum, geistiges
Eigentum (sozialethisch)
Einigung, deutsche
Einigung, europäische
Einkommen / Einkommenspolitik
Elite
Eltern
Elternrecht
Emanzipation
Emotion
Empowerment
Energie / Energiewirtschaft / Energiepolitik
Energien, erneuerbare
Energiewende
Entfremdung
Entwicklung, nachhaltige
Entwicklungspolitik
Ernährung
Erwachsenenbildung
Erweiterung der EU
Erziehung
Eschatologie und Ethik
Ethik (allgemein)
Ethik, analytische
EU-Grundfreiheiten (Freizügigkeit)
Europa und die Kirchen
Europäische Menschenrechtskonvention
Europäische Sozialpolitik
Europäische Strukturpolitik
Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU)
Europarecht
Euthanasie / Sterbehilfe
Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelisch-sozialer Kongress
Existenzgründung
Extremismus
Familie
Familienpolitik (aktuell)
Familienpolitik (historisch)
Faschismus
Feste und Feiern
Finanzkrise
Finanzpolitik
Föderalismus
Folter
Forschungsförderung
Fortpflanzungsmedizin
Fortschritt
Französische Revolution und Kirche
Freiheit (sozialethisch)
Freiheit (theologisch und ethisch)
Freikirche
Freizeit
Frieden / Friedensethik
Fundamentalismus
Fundraising
Futurologie
Geburtenregelung
Geld / Geldsysteme / Geldpolitik
Geldanlage, ethische
Gemeinde (kirchlich)
Gemeinde (politisch)
Gemeinnützigkeit
Gemeinschaft
Gemeinwesenarbeit
Gemeinwohl
Gemeinwohl-Ökonomie
Gender
Generationenverhältnisse
Genetik
Genossenschaften
Gentechnik / Gentechnologie / Genforschung
Gerechtigkeit
Geschlechtergerechtigkeit
Geschlechterverhältnis
Gesellschaft
Gesellschaftspolitik
Gesetz und Evangelium
Gesundheit / Gesundheitspolitik
Gewalt
Gewerkschaften
Gewinn
Gewissen
Gewissensfreiheit
Gleichheit (juristisch)
Gleichheit (theologisch)
Globalisierung
Glück
Gnade
Grundgesetz (Verfassung)
Grundrechte
Grundsicherung, soziale
Grundwerte
Gruppe
Güterethik / Güterlehre
Handlung / Handlungstheorie
Handwerk
Haushalte, öffentliche
Haushalte, private
Hedgefonds
Heimat
Homosexualität
Humanität
Humanvermögen / Humankapital
Hunger
Ideologie
Individualismus
Industrie- und Sozialpfarramt
Industrie / Industriegesellschaft / Industrialisierung
Inflation
Information
Infrastruktur
Inklusion
Innere Mission
Innovation
Institution
Institutionelle Anleger
Interesse
Internationale Arbeitsorganisation (IAO)
Internationaler Währungsfonds (IWF)
Internet
Internetrecht
Intuition
Investition
Investivlohn
Islam und Sozialethik
Journalismus
Judentum und Ethik
Jugend
Kapital und Zins
Kapitalismus
Kapitalismuskritik
Kasuistik
Katholische Soziallehre
Kinder
Kinderarbeit
Kinderrechte
Kirche und Welt
Kirche und Wirtschaft
Kirchlich-soziale Konferenz
Klasse / Klassenkampf / Klassengesellschaft
Klimawandel / Klimagerechtigkeit
Koalition / Koalitionsfreiheit
Kolonialismus / Postkolonialismus
Kommunalverwaltung / Kommunalpolitik
Kommunikation
Kommunismus
Kommunistisches Manifest
Kommunitarismus
Kommunitäten / Orden / Bruder- und Schwesternschaften
Kompromiss
Konflikt / Konflikttheorie
Königsherrschaft Christi
Konjunktur / Konjunkturpolitik
Konservatismus
Konsum / Konsumgesellschaft
Konzern
Konziliarer Prozess
Kooperation
Korporatismus
Korruption
Krankenhaus
Kredit
Krieg
Kritische Theorie
Kritischer Rationalismus
Kultur / Kulturpolitik
Laie
Leben
Lebensstandard
Legalität / Legitimität
Leistung / Leistungsgesellschaft
Leitbild
Liberalismus
Liebe (biblisch-theologisch)
Liebe (ethisch)
Lohn / Lohnpolitik
Lohntheorie
Luthertum und Sozialethik
Macht
Manager
Marketing
Markt
Marktforschung
Marktwirtschaft, soziale
Marxismus, Religionskritik des Marxismus
Massenmedien
Materialismus
Mediation
Medienethik
Medienpolitik
Medizin / Medizinische Ethik
Meinungsforschung
Meinungsfreiheit
Mennoniten
Menschenrechte / Menschenwürde (ethisch)
Menschenrechte / Menschenwürde (politisch)
Methoden, sozialwissenschaftliche
Methodismus
Migration
Migration – Ausländer / Migrationspolitik
Migration – Aussiedler / Vertriebene
Militärseelsorge
Millenniumsziele
Minderheiten / Minderheitenrechte / Minderheitenschutz
Mindestlohn
Mitbestimmung (allgemein)
Mitbestimmung (kirchlich)
Mittelstand / Mittelstandsförderung
Mobbing
Mobilität
Monopol
Moral
Moralpsychologie
Motivation
Multikulturalismus
Nachbarschaft
Nachfolge
Nachhaltigkeit
Nächstenliebe
Nation / Nationalismus
Nationalsozialismus
Naturrecht
Naturschutz und Landschaftspflege
Neid
Neoliberalismus (wirtschaftlich)
Neurowissenschaften und Ethik
Nichtregierungsorganisation (NGO)
Nihilismus
Nonprofit Organisation (NPO), freie, private
Norm / Normen
Nutzen
Öffentliche Güter
Öffentliche Wirtschaft
Öffentlicher Dienst
Öffentlichkeit
Öffentlichkeit und Kirche
Ökologie (allgemein)
Ökologie (kirchliche Aktivitäten)
Ökonomisierung / Ökonomie
Ökumenische Bewegung
Ordnung
Organisation
Organisationskultur / Organisationsethik
Orthodoxe Kirche
Parlament / Parlamentarismus
Parteien / Parteiensystem
Partizipation
Partnerschaft, globale
Patriotismus
Person / Persönlichkeit / Personenrecht
Pflegeethik
Pflegeversicherung / Pflegegeld / Pflegekosten
Pflicht
Pietismus
Planung
Pluralismus
Politik
Politikberatung
Politische Ethik
Polizei / Polizeirecht
Positivismus
Postwachstumsökonomie
Pragmatismus
Pränatalmedizin
Predigt, politische
Privatisierung
Privatsphäre
Produktion / Produktivität
Profession / Professionalisierung
Professionsethik
Proletariat
Protektionismus
Public Relations
Quäker
Randgruppen
Rassismus
Ratingagenturen
Rationalisierung
Raumordnung
Recht / Rechtsstaat
Rechtfertigung
Reich Gottes
Reichtum
Religionen und Wirtschaft
Religionsfreiheit
Religionssoziologie
Rente / Rentenformel / Rentenreform
Revolution
Risiko / Risikogesellschaft
Rohstoffe
Rolle / Rollentheorie
Rüstung
Rüstungskontrolle
Rüstungswirtschaft
Säkularisierung / Säkularisation
Scham
Schuld
Schuldenkrisen, internationale / Schuldenpolitik / Verschuldung
Schwangerschaft / Schwangerschaftsabbruch
Selbstverwaltung
Sexualität / Sexualethik
Shareholder Value
Sicherheit / Sicherheitspolitik
Sicherheit, digitale
Sitte / Gewohnheit / Brauch
Situationsethik
Soldat / Soldatin
Solidarität
Sonntag
Soziale Arbeit
Soziale Frage
Soziale Innovation
Soziale Netzwerke (Soziologie)
Sozialer Wandel
Sozialethik
Sozialgeschichte
Sozialgesetzbuch
Sozialhilfe
Sozialismus
Sozialismus, religiöser
Sozialpartnerschaft
Sozialpolitik
Sozialstaat
Sozialunternehmer / Social Entrepreneur
Sozialversicherung
Soziologie
Sozio-oekonomisches Panel (SOEP)
Sparen
Spekulation
Spieltheorie
Sport (sozialethisch, wirtschaftlich)
Staat (juristisch)
Staat (theologisch)
Staatsverschuldung
Stadt (soziologisch)
Stadt (theologisch)
Statistik
Steuern / Steuerpolitik
Stiftung / Stiftungsrecht
Strafe
Streik
Subsidiarität (ethisch)
Subsidiarität (politisch)
Subsistenz
Subventionen
Sucht
Suffizienz
Suizid / Selbstmord
Systemtheorie
Tarifautonomie / Tarifvertrag
Technik und Gesellschaft
Technikfolgenabschätzung
Terrorismus
Theokratie
Tier / Tierethik
Todesstrafe
Toleranz
Totalitarismus
Tourismus
Tradition
Transaktionssteuer
Transformation
Transnationale Unternehmen (TNU)
Transplantationsmedizin
Tugend
Umwelt (theologisch-ethisch)
Umweltethik (politisch)
Unternehmen / Unternehmer
Unternehmensethik
Unternehmer, Evangelische
Utilitarismus
Utopie
Verantwortliche Gesellschaft
Verantwortung
Verbraucher / Verbraucherpolitik
Verein
Vereinte Nationen
Verkehrspolitik / Verkehrsethik
Vermögen
Vermögenspolitik
Vernunft
Versicherung
Versöhnung
Verteilung / Politiken der Verteilung
Vertrag
Verwaltung
Volk / Volkstum
Volkskirche
Volkswirtschaft / Volkswirtschaftslehre
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung(en)
Vollbeschäftigung
Wachstum / Wachstumspolitik / Wachstumstheorie
Welt / Weltanschauung
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Welthandel / Handelspolitik
Welthandelsorganisation (WTO)
Werte / Werteethik
Wettbewerb / Wettbewerbspolitik / Wettbewerbsrecht
Widerstand / Widerstandsrecht
Willensfreiheit
Wirtschaft / Wirtschaften
Wirtschaftsethik
Wirtschaftsgeschichte
Wirtschaftskriminalität
Wirtschaftspolitik
Wirtschaftssystem
Wissenschaftsethik
Wissensgesellschaft
Wohlfahrt
Wohnen / Wohnungswirtschaft / Wohngeld
Würde
Zentralbank
Zivilcourage
Ziviler Ungehorsam
Zivilgesellschaft
Zweireichelehre
Achtner, Wolfgang: Willensfreiheit;
Ackermann, Dirck: Militärseelsorge; Soldat / Soldatin;
Albach, Horst: Betriebswirtschaftslehre; Investition; Produktion / Produktivität;
Albrecht, Hans-Jörg: Wirtschaftskriminalität;
Anke, Hans Ulrich: Evangelische Kirche in Deutschland (EKD); Verwaltung;
Anselm, Reiner: Abendland; Revolution;
Assel, Heinrich: Eschatologie und Ethik;
Bagger, Hartmut: Rüstung; Rüstungskontrolle; Rüstungswirtschaft;
Balz, Ulrich: Börse;
Barth, Hermann: Denkschriften;
Baumann, Klaus: Caritas;
Becker, Manuel: Faschismus; Nationalsozialismus;
Beckmann, Klaus J.: Verkehrspolitik / Verkehrsethik;
Bednarek-Gilland, Antje: Risiko / Risikogesellschaft;
Beese, Dieter: Aggression; Extremismus; Polizei / Polizeirecht;
Beintker, Michael: Gnade; Schuld;
Bellermann, Martin: Bedürfnis / Bedarf; Subsistenz;
Bendemann, Reinhard von: Barmherzigkeit (biblisch); Bergpredigt; Nachfolge;
Benedict, Hans-Jürgen: Randgruppen;
Benz, Benjamin: Soziale Arbeit; Sozialpolitik;
Berg, Margarita: Biodiversität;
Bergmann, Gustav: Innovation; Wissensgesellschaft;
Bergmann, Kristin: Gender; Geschlechtergerechtigkeit;
Berner, Knut: Diskursethik;
Bertelmann, Brigitte: Sparen; Wohlfahrt; Öffentliche Güter;
Beutel, Albrecht: Aufklärung;
Beyerle, Stefan: Dekalog;
Bielefeldt, Heiner: Menschenrechte / Menschenwürde (politisch);
Biermann, Rafael: Sicherheit / Sicherheitspolitik;
Bindseil, Christiane: Glück;
Blome-Drees, Johannes: Genossenschaften;
Bogumil, Jörg: Gemeinde (politisch);
Brabänder, Bernd: Banken / Kreditinstitute;
Brakelmann, Günter: Entfremdung; Kommunistisches Manifest; Marxismus, Religionskritik des Marxismus;
Brandstäter, Johannes: Migration – Ausländer / Migrationspolitik; Rassismus;
Braßler, Axel: Handwerk;
Braun, Matthias: Genetik;
Brink, Alexander: Shareholder Value; Unternehmensethik;
Bulmahn, Edelgard: Ausbildung / Weiterbildung; Forschungsförderung;
Caesar, Rolf: Haushalte, öffentliche; Staatsverschuldung; Subventionen;
Clemens, Theodor: Brüder-Unität;
Coenen-Marx, Cornelia: Amt; Diakon / Diakonisse / Diakonin; Leitbild; Sonntag;
Crüsemann, Frank: Bibel, soziale Themen der;
Czada, Roland: Politikberatung;
Dabrock, Peter: Demografischer Wandel; Gesundheit / Gesundheitspolitik; Kooperation; Situationsethik; Transplantationsmedizin;
Dahm, Karl-Wilhelm: Beruf;
Dallmann, Hans-Ulrich: Handlung / Handlungstheorie; Konflikt / Konflikttheorie; Organisation; Pflegeethik; Systemtheorie;
de Wall, Heinrich: Staat (juristisch);
Deutschmann, Christoph: Konsum / Konsumgesellschaft;
Diefenbacher, Hans: Agenda 21, Lokale; Club of Rome; Nachhaltigkeit; Ökologie (allgemein);
Diehl, Benjamin: Geldanlage, ethische; Rationalisierung;
Dietrich, Astrid: Arbeitsbewertung;
Dietzfelbinger, Daniel: Eigentum (sozialethisch); Gemeinwohl; Wirtschaftsethik;
Diller, Klaus Dieter: Bruttoinlandsprodukt; Kapital und Zins;
Domke, Martin: Kinderarbeit;
Dürr, Malte: Mitbestimmung (kirchlich);
Ehlers, Irmgard: Bürgerbeteiligung;
Eibach, Ulrich: Euthanasie / Sterbehilfe; Leben; Suizid / Selbstmord;
End, Markus: Antiziganismus;
Ennuschat, Jörg: Internetrecht;
Erlenkämper, Friedel: Kommunalverwaltung / Kommunalpolitik;
Eurich, Johannes: Adressat; Autonomie (sozialpolitisch); Behinderung; Diakonie; Generationenverhältnisse; Inklusion; Krankenhaus; Soziale Innovation;
Fehl, Ulrich: Volkswirtschaft / Volkswirtschaftslehre;
Feige, Andreas: Gruppe;
Felber, Christian: Gemeinwohl-Ökonomie;
Feld, Lars P.: Wirtschaftspolitik;
Fichert, Frank: Infrastruktur; Markt; Monopol; Wirtschaftssystem;
Fleischmann-Bisten, Walter: Kirche und Welt;
Flick, Caroline: Konzern;
Frey, Christofer: Anthropologie; Autonomie; Gerechtigkeit; Nihilismus;
Friedrich, Norbert: Evangelisch-sozialer Kongress; Kirchlich-soziale Konferenz; Soziale Frage;
Fuchs, Michael: Dialektik; Ethik, analytische; Individualismus; Positivismus;
Gabriel, Karl: Subsidiarität (ethisch);
Geldbach, Erich: Baptisten; Mennoniten; Quäker;
Gerberding, Christina: Kredit;
Gerlach, Wolfgang: Antijudaismus; Antisemitismus;
Geurtz, Ingo: Arbeitslosigkeit; Inflation;
Göhner, Reinhard: Arbeitgeber;
Gottwald, Franz-Theo: Ernährung;
Graumann, Sigrid: Ambulantisierung; Assistenz;
Grethlein, Christian: Eltern; Erziehung;
Größl, Monika: Internetrecht;
Groß, Thomas: Selbstverwaltung;
Gruehn, Dietwald: Raumordnung;
Gutmann, Gernot: Geld / Geldsysteme / Geldpolitik; Manager; Unternehmen / Unternehmer;
Hackenberg, Helga: Sozialunternehmer / Social Entrepreneur;
Hampe, Johannes: Boden / Bodennutzung;
Harbeck-Pingel, Bernd: Ehre;
Haspel, Michael: Krieg; Sexualität / Sexualethik;
Haupt, Marlene: Sozialversicherung;
Hauschildt, Eberhard: Gemeinde (kirchlich);
Hauschildt, Friedrich: Denkschriften;
Hauser, Richard: Einkommen / Einkommenspolitik;
Hübner, Jörg: Akademien, kirchliche; Dienst / Dienstleistungen; Ehrenamt; Erwachsenenbildung; Freiheit (sozialethisch); Gemeinschaft; Globalisierung; Hedgefonds; Institutionelle Anleger; Investivlohn; Ratingagenturen; Spekulation; Stadt (theologisch); Tourismus; Transaktionssteuer; Vertrag;
Hübner, Jürgen: Bioethik;
Heckel, Christian: Europäische Menschenrechtskonvention; Gleichheit (juristisch);
Hecker, Christian: Koalition / Koalitionsfreiheit; Lohn / Lohnpolitik; Lohntheorie;
Heesch, Matthias: Humanität; Naturrecht;
Heidbrink, Horst: Moralpsychologie;
Heinig, Hans Michael: Diskriminierung; Gewissensfreiheit; Religionsfreiheit; Säkularisierung / Säkularisation;
Heißler, Markus: Kinderarbeit;
Helmschrott, Simone: Dialog, interreligiöser;
Hensel, Claudia: Corporate Social Responsibility (CSR);
Herms, Eilert: Institution; Pluralismus;
Herriger, Norbert: Empowerment;
Heun, Werner: Einigung, deutsche; Einigung, europäische; Grundgesetz (Verfassung); Grundrechte;
Heuser, Stefan: Reich Gottes;
Heyde, Wolfgang: Macht;
Hofmann, Beate: Organisationskultur / Organisationsethik;
Holland, Heinrich: Marketing; Marktforschung;
Holtschneider, Rainer: Föderalismus;
Honecker, Martin: Asyl (theologisch); Barmer Theologische Erklärung (BTE); Eid; Eigengesetzlichkeit; Emanzipation; Ethik (allgemein); Grundwerte; Güterethik / Güterlehre; Liebe (ethisch); Menschenrechte / Menschenwürde (ethisch); Motivation; Rechtfertigung; Sitte / Gewohnheit / Brauch; Staat (theologisch); Theokratie; Tradition; Verantwortliche Gesellschaft; Vernunft; Zweireichelehre;
Huber, Wolfgang: Ziviler Ungehorsam; Öffentlichkeit und Kirche;
Huber-Rudolf, Barbara: Islam und Sozialethik;
Hueck, Nikolaus: Internet;
Huster, Ernst-Ulrich: Grundsicherung, soziale; Sozialpolitik;
Immerfall, Stefan: Gesellschaftspolitik;
Jablonowski, Harry W.: Sozialpartnerschaft;
Jacob, Michael: Datenschutz;
Jähnichen, Traugott: Anarchismus; Arbeit; Arbeitnehmer; Eigentum, geistiges; Freizeit; Gewalt; Interesse; Klasse / Klassenkampf / Klassengesellschaft; Kommunismus; Kritischer Rationalismus; Mitbestimmung (allgemein); Partizipation; Sozialethik; Sozialismus; Sozialismus, religiöser; Tarifautonomie / Tarifvertrag; Totalitarismus; Utopie;
Joest, Christoph: Kommunitäten / Orden / Bruder- und Schwesternschaften;
Kaiser, Jochen-Christoph: Französische Revolution und Kirche; Innere Mission ; Proletariat;
Karle, Isolde: Ehe / Lebensformen;
Kaufmann, Michael: Betriebsrat;
Kerber, Wolfgang: Wettbewerb / Wettbewerbspolitik / Wettbewerbsrecht;
Kessen, Stefan: Mediation;
Klein, Eckart: Minderheiten / Minderheitenrechte / Minderheitenschutz;
Klie, Thomas: Alter;
Klinghardt, Stephan: Unternehmer, Evangelische;
Knoflacher, Hermann: Mobilität;
Körtner, Ulrich H. J.: Geburtenregelung; Kommunitarismus; Medizin / Medizinische Ethik; Pränatalmedizin;
Kranert, Martin: Abfall / Abfallwirtschaft;
Kraus, Jobst: Ökologie (kirchliche Aktivitäten);
Kreß, Hartmut: Gewissen; Person / Persönlichkeit / Personenrecht; Verantwortung; Werte / Werteethik;
Kreuzaler, Ernst: Internationale Arbeitsorganisation (IAO);
Kreuzer, Thomas: Fundraising;
Kronenberg, Volker: Patriotismus;
Krüger, Malte Dominik: Kasuistik; Kompromiss;
Krüsselberg, Hans-Günter: Familie; Familienpolitik (historisch); Humanvermögen / Humankapital;
Kruse, Andreas: Familienpolitik (aktuell);
Kühl, Carsten: Finanzpolitik; Steuern / Steuerpolitik;
Kuhn, Thomas K.: Pietismus;
Kulessa, Manfred: Korruption;
Kulessa, Margareta: Arbeitslosigkeit; Inflation; Marktwirtschaft, soziale; Neoliberalismus (wirtschaftlich); Produktion / Produktivität; Protektionismus; Transnationale Unternehmen (TNU);
Kunter, Katharina: Befreiungstheologie; Darmstädter Wort; Ökumenische Bewegung;
Kunze, Rolf-Ulrich: Nation / Nationalismus;
Ladwig, Bernd: Politische Ethik;
Lambsdorff, Alexander Graf: Liberalismus;
Lämmlin, Georg: Beruf; Königsherrschaft Christi;
Lange, Dietz: Gleichheit (theologisch); Ideologie; Nächstenliebe;
Lange, Pia: EU-Grundfreiheiten (Freizügigkeit); Öffentlicher Dienst;
Lanzerath, Dirk: Dialektik; Gentechnik / Gentechnologie / Genforschung; Pragmatismus;
Lehmbruch, Gerhard: Korporatismus;
Leiner, Martin: Medienpolitik;
Link, Christian: Wissenschaftsethik;
Linnartz, Michael: Gewerkschaften; Streik;
Linz, Manfred: Umweltethik (politisch);
Linzbach, Moritz: Gemeinnützigkeit;
Loeken, Hiltrud: Profession / Professionalisierung;
Lohse, Ute: Versicherung;
Lüpke, Johannes von: Gesetz und Evangelium; Ordnung;
Luhmann, Hans-Jochen: Klimawandel / Klimagerechtigkeit;
Luibl, Hans Jürgen: Europa und die Kirchen;
Maaser, Wolfgang: Barmherzigkeit (diakonisch); Dienstgemeinschaft; Dritter Weg; Pflicht; Strafe; Würde;
Mantei, Simone: Geschlechterverhältnis;
Manzeschke, Arne: Fortpflanzungsmedizin; Schwangerschaft / Schwangerschaftsabbruch;
Marg, Stine: Bürgerinitiative;
Marks, Stephan: Scham;
Markus, Peter: Agrarpolitik;
Mast, Claudia: Public Relations;
Mayer-Ernst, Wolfgang: Recht / Rechtsstaat;
Mayert, Andreas: Entwicklung, nachhaltige; Kapitalismuskritik; Mindestlohn; Privatisierung; Rente / Rentenformel / Rentenreform;
Mecking, Christoph: Stiftung / Stiftungsrecht;
Meier-Gräwe, Uta: Haushalte, private;
Meireis, Torsten: Anerkennung; Armut; Solidarität; Umwelt (theologisch-ethisch);
Michaelis, Nina V.: Internationaler Währungsfonds (IWF);
Mildenberger, Georg: Nichtregierungsorganisation (NGO);
Mogge-Grotjahn, Hildegard: Sozialer Wandel;
Möller, Uwe: Club of Rome;
Morgen, Sven: Sicherheit / Sicherheitspolitik;
Müller, Christian: Wirtschaft / Wirtschaften;
Müller, Klaus: Judentum und Ethik;
Munsonius, Hendrik: Meinungsfreiheit;
Nagel, Alexander-Kenneth: Religionen und Wirtschaft; Religionssoziologie;
Neht, Monika: Mobbing;
Neijenhuis, Jörg: Feste und Feiern;
Neubäumer, Renate: Arbeitsmarktpolitik; Vollbeschäftigung;
Noack, Axel: Handwerk;
Nolte, Paul: Demokratie;
Noss, Peter: Sport (sozialethisch, wirtschaftlich);
Nothelle-Wildfeuer, Ursula: Katholische Soziallehre;
Nullmeier, Frank: Sozialstaat;
Nutzinger, Hans G.: Koalition / Koalitionsfreiheit; Lohntheorie;
Ohndorf, Wolfgang: Internationale Arbeitsorganisation (IAO);
Ottnad, Adrian: Deregulierung;
Paech, Niko: Postwachstumsökonomie;
Paul, Herbert: Mittelstand / Mittelstandsförderung;
Pelzer, Marei: Asyl (juristisch);
Peukert, Helge: Schuldenkrisen, internationale / Schuldenpolitik / Verschuldung;
Pfahl-Traughber, Armin: Terrorismus;
Pinkwart, Andreas: Betrieb / Betriebsverfassung; Existenzgründung; Gewinn;
Plasger, Georg: Laie;
Pohl-Patalong, Uta: Gemeinde (kirchlich);
Polke, Christian: Planung; Öffentlichkeit;
Porath, Daniel: Statistik;
Potthast, Thomas: Biodiversität;
Preis, Ulrich: Arbeitsrecht;
Prinzing, Marlis: Journalismus; Massenmedien;
Rebenstorf, Hilke: Meinungsforschung;
Reich, Utz-Peter: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung(en);
Reihs, Sigrid: Beratung;
Reimann, Ralf Peter: Information;
Renn, Ortwin: Technikfolgenabschätzung;
Renz, Günter: Emotion; Intuition; Neurowissenschaften und Ethik;
Reuter, Hans-Richard: Frieden / Friedensethik; Subsidiarität (ethisch);
Rinderspacher, Jürgen P.: Arbeitszeit; Futurologie;
Robra, Martin: Konziliarer Prozess;
Ronge, Frank: Subsidiarität (politisch);
Rothermundt, Jörg: Volk / Volkstum;
Ruckriegel, Karlheinz: Wachstum / Wachstumspolitik / Wachstumstheorie;
Ruddat, Günter: Gemeinwesenarbeit; Nachbarschaft;
Runkel, Peter: Wohnen / Wohnungswirtschaft / Wohngeld;
Schaal, Gary S.: Politik; Zivilcourage;
Schäfers, Bernhard: Gesellschaft; Soziologie;
Schendel, Gunther: Industrie- und Sozialpfarramt; Neid; Privatsphäre;
Scherf, Wolfgang: Konjunktur / Konjunkturpolitik;
Scherhorn, Gerhard: Verbraucher / Verbraucherpolitik;
Schiewek, Werner: Aggression; Extremismus; Polizei / Polizeirecht;
Schiffer, Hans-Wilhelm: Energie / Energiewirtschaft / Energiepolitik;
Schlüter, Bernd: Europäische Sozialpolitik;
Schmale, Ingrid: Genossenschaften;
Schmid Noerr, Gunzelin: Professionsethik;
Schmidt, Bettina: Weltgesundheitsorganisation (WHO);
Schmidt-Rost, Reinhard: Kommunikation;
Schneemelcher, Peter: Autorität; Konservatismus;
Schneidewind, Uwe: Energien, erneuerbare; Energiewende; Suffizienz;
Schoberth, Ingrid: Bildung / Bildungspolitik;
Schoberth, Wolfgang: Welt / Weltanschauung;
Schott, Reinhard: Migration – Aussiedler / Vertriebene;
Schreiber, Gerhard: Homosexualität; Todesstrafe;
Schreiber, Matthias: Predigt, politische;
Schröer, Andreas: Nonprofit Organisation, freie, private;
Schröter, Welf: Sicherheit, digitale;
Schüle, Ulrich: Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU);
Schüller, Alfred: Marktwirtschaft, soziale;
Schulz, Claudia: Methoden, sozialwissenschaftliche;
Schulz, Günther: Sozialgeschichte; Wirtschaftsgeschichte;
Schulz-Nieswandt, Frank: Arbeiterwohlfahrt; Sozialhilfe;
Schuppert, Gunnar Folke: Bürokratie;
Schwarke, Christian: Norm / Normen; Technik und Gesellschaft; Toleranz;
Seitz, Klaus: Hunger; Millenniumsziele; Vereinte Nationen;
Sendker, Michael: Wirtschaft / Wirtschaften;
Sesselmeier, Werner: Sozialversicherung;
Slenczka, Notger: Luthertum und Sozialethik;
Soosten, Joachim von: Bürgertum / Bürgergesellschaft; Nutzen; Utilitarismus; Verteilung / Politiken der Verteilung; Zivilgesellschaft;
Spieß, Tabea: Soziale Netzwerke (Soziologie);
Sputek, Agnes: Spieltheorie;
Stahmann, Christian: Kolonialismus / Postkolonialismus;
Stallwitz, Anke: Sucht;
Steinbach, Peter: Widerstand / Widerstandsrecht;
Stierle, Wolfram: Elite; Entwicklungspolitik; Moral; Partnerschaft, globale;
Stock, Konrad: Tugend;
Strohm, Christoph: Calvinismus;
Sturm, Michael: Zentralbank;
Surall, Frank: Fortschritt; Heimat; Kinder; Kinderrechte;
Thiele, Alexander: Erweiterung der EU; Europarecht; Europäische Strukturpolitik;
Thiele, Christoph: Ehescheidung; Elternrecht; Folter;
Thöle, Reinhard: Orthodoxe Kirche;
Thomas, Günter: Medienethik;
Ulrich, Hans G.: Altruismus; Freiheit (theologisch und ethisch);
Ulshöfer, Gotlind: Bankenkrise; Finanzkrise; Fundamentalismus; Multikulturalismus;
Vierlbeck, Dieter: Handwerk;
Voigt, Karl Heinz: Freikirche; Methodismus;
Volz, Fritz Rüdiger: Kritische Theorie; Materialismus; Rolle / Rollentheorie; Verein;
Wagner, Gert G.: Lebensstandard; Reichtum; Sozio-oekonomisches Panel (SOEP); Vermögen; Vermögenspolitik;
Waldmann, Klaus: Jugend;
Weber, Manfred: Banken / Kreditinstitute;
Wegner, Gerhard: Gemeinwesenarbeit; Industrie / Industriegesellschaft / Industrialisierung; Kapitalismus; Kirche und Wirtschaft; Leistung / Leistungsgesellschaft; Stadt (soziologisch); Transformation; Öffentliche Wirtschaft;
Weinreich, Sonja: Bevölkerung / Bevölkerungspolitik;
Welker, Michael: Liebe (biblisch-theologisch);
Weyel, Birgit: Volkskirche;
Wichmann, Manfred: Beamte / Beamtenrecht;
Wiemann, Jürgen: Welthandel / Handelspolitik; Welthandelsorganisation (WTO);
Wiesinger, Christoph: Bildung / Bildungspolitik;
Wilts, Henning: Rohstoffe;
Winkler, Jürgen R.: Migration; Parlament / Parlamentarismus; Parteien / Parteiensystem;
Wohlfahrt, Norbert: Ökonomisierung / Ökonomie;
Wolf, Susanne: Kultur / Kulturpolitik;
Wolke, Reinhold: Pflegeversicherung / Pflegegeld / Pflegekosten;
Würtenberger, Thomas: Legalität / Legitimität;
Wulfhorst, Traugott: Sozialgesetzbuch;
Wustmans, Clemens: Arbeitsbewertung; Nachbarschaft; Naturschutz und Landschaftspflege; Tier / Tierethik;
Zehner, Joachim: Versöhnung
1. Das deutsche Wort „A.“ entstand wohl als Analogiebildung zu Luthers Begriffsprägung „Morgenland“ in der Übersetzung von Mt 2,1. Es ist erstmalig in Caspar Hedios „Chronica“ von 1529 nachweisbar, allerdings nicht als feststehender Terminus, sondern als ein verallgemeinernder, vorrangig im Plural gebrauchter, geographischer Begriff: Die Abendländer bezeichnen bei Hedio die Länder des weströmischen Reiches, ebenso wie sich dies für die lateinischen Äquivalente „occidens“ und „hesperia terra“ schon seit dem 6. Jh. eingebürgert hatte. Dieser Sprachgebrauch bleibt auch in der Folgezeit bestimmend. „Abendländer“ steht synonym für die aus der Sicht Italiens okzidentale Hälfte der Alten Welt, also →Europa ausschließlich seiner östlichen und süd-östlichen Gebiete.
2. Etwa zeitgleich mit dem Ende des Alten Reiches und als Reaktion auf die Nationalisierungs-, Emanzipations- und Säkularisierungsbestrebungen am Umbruch zur Moderne (→Nation; →Emanzipation; →Säkularisation) gewinnt der Singular „A.“ eine neue, fortan vorherrschende Bedeutung, bei der geographische, geistesgeschichtliche und epochalisierende Elemente miteinander kombiniert werden. Zum Wegbereiter für diese neue Semantik wird die Romantik, insbesondere Friedrich Schlegel. Während Novalis (Die Christenheit oder Europa, 1799), noch durchaus in Einklang mit dem Gedankengut der →Aufklärung die Zukunft Europas auf der durch die →französische Revolution freigesetzten „Allfähigkeit der inneren Menschheit“, auf einer umfassenderen und eigentümlicheren zweiten Reformation gegründet sehen wollte, rückt Friedrich Schlegel von diesem Entwicklungsgedanken ab. Nicht vom Schritt nach vorne, sondern von der Orientierung an der →Tradition des A.es verspricht sich Schlegel die Vollendung der Geschichte. Der Begriff des A.es steht dabei einerseits als Chiffre für eine spezifische Staats- und Gesellschaftsordnung (→Staat; →Gesellschaft), für das christliche Kaisertum, das in der Karolingerzeit in Kontinuität zum weströmischen Reich wieder hergestellt wird, andererseits als Signum für eine Epoche, die mit der Reformationszeit, der Epoche der polemisch-barbarischen Beredsamkeit (Philosophie der Geschichte, in: Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe Bd. IX, München 1971, 353), endet und bis in die Gegenwart hinein auf Wiederherstellung wartet. Obwohl, wie Ernst Wolf zu Recht konstatiert, „A.“ „weder als historische noch als kulturphilosophische Kategorie […] wirklich brauchbar ist“ (IRGG3, 10), konnte dieser Begriff, wohl gerade wegen dieser Unschärfe, in der Folgezeit als Kurzformel für die →Utopie einer christlichen Gesellschaftsordnung fungieren, die durch organische →Gemeinschaft, nicht durch individualistische oder willkürliche Herrschaft gekennzeichnet ist.
Maßgeblichen Anteil an der Verbreitung des Terminus „A.“ hatte sodann Leopold von Ranke. Wie von Schlegel vorgezeichnet, verwendet auch Ranke in seiner Deutschen Geschichte im Zeitalter der Reformation den Begriff sowohl in deskriptiver, als auch in normativer Absicht. Deskriptiv steht A. für jene Völkergemeinschaft (→Volk), die aus der Verbindung von römischen und germanischen Gruppen unter der Führung Karls des Großen entsteht und im Verlauf des Mittelalters zu einer christlich geprägten →Kultur verschmilzt. Normativ geht es Ranke um die Genese und Verteidigung eines Fundaments, das jenseits konfessioneller und nationaler Differenzen den verbindenden „Geist der Nationen“ Mitteleuropas bilden könne. Auch wenn bereits Johann Gustav Droysen gegen eine solche, aus Schlegels Reformationsverständnis abgeleitete, einlinige Geschichtsinterpretation polemisierte, die den evangelischen Neuaufbruch des 16. Jh.s vernachlässige, bleibt die mit der Verwendung des Begriffs „A.“ verbundene Fragestellung weiter präsent. Die von Droysen angemahnten, einseitig katholisierenden Tendenzen dürften allerdings dafür verantwortlich sein, dass die explizite Berufung auf das „A.“ sowohl im 19. wie auch im 20. Jh. vorwiegend katholischen Theoretikern eigen ist. Jedenfalls werden außerhalb des Katholizismus spezifisch andere Akzente gesetzt: Max Weber stellt die verbindenden Elemente zwischen Protestantismus und okzidental-rationaler Lebenskultur heraus. Adolf v. Harnacks Vorlesungen über das „Wesen des Christentums“ bilden ebenfalls den Versuch, eine verbindende, transkonfessionelle Basis der christlichen Kultur zu beschreiben. Harnack verortet diese, in Abgrenzung zu Schlegel oder auch Ranke, im Wesentlichen mit dem Ausgang der urchristlichen Lehrbildung, also bereits vor der mittelalterlich-abendländischen Epoche. Geprägt durch den Zerfall der alten staatlichen Ordnung mit dem Ende des 1. Weltkriegs greift Ernst Troeltsch den Gedanken der Kultursynthese wieder auf. Auch er möchte mit dem Rückgriff auf die europäische Geschichte jene Verbindlichkeit und jenen orientierenden Ordnungsrahmen wiedergewinnen, der durch die grundstürzenden Veränderungen nach dem Untergang des Kaiserreiches verloren gegangen sind. Programmatisch formuliert Troeltsch am Ende seines breit angelegten Werks „Der Historismus und seine Probleme“ (1922): „Die Idee des Aufbaus heißt Geschichte durch Geschichte zu überwinden und die Plattform neuen Schaffens ebnen“ (GS III, 772). Ohne Rückgriff auf ontologische oder transzendentallogische Überlegungen intendiert Troeltsch, den Europäismus, jenen Amalgam aus den antiken griechischen und hebräischen Mittelmeerkulturen und der modernen – gerade auch durch Protestantismus und Aufklärung geprägten – westlichen Welt, als Fundament einer Neuorientierung zu begründen. Auch Troeltsch geht es dabei um die Ausrichtung an abendländischen Wurzeln, kontrastiert er sein Programm doch ausdrücklich jenen Bestrebungen gegenüber, die sich von einer „Flucht in den Orient“ (GS III, 165) die Lösung der Krise der europäischen Kultur erwarten. Allerdings hebt Troeltsch zugleich hervor, im Unterschied zu den restaurativen Versuchen am Beginn des 19. Jh.s könne die geforderte Neuorientierung keinesfalls auf der Grundlage eines einfachen Wiederherstellens einer vorneuzeitlichen Einheitskultur erfolgen.
In all diesen Erwägungen ist Oswald Spengler, dessen kulturpessimistisches Hauptwerk „Der Untergang des A.es“ etwa zeitgleich erscheint, ein Hauptgesprächspartner Troeltschs. Auf der Grundlage einer zyklischen Geschichtsidee prophezeite Spengler das Ende der abendländischen Kultur. Er deutete die Phänomene der modernen Technik und der städtischen Massenkultur in Parallele zu dem Untergang des babylonischen und römischen Weltreichs als Spätform einer Epoche, die Europa lange geprägt habe, jetzt aber einer neuen Kultur weichen müsse. Diese These, die Spengler allerdings bereits 1912 in ihren Grundzügen entwickelt hatte, erwies sich in der Umbruchsituation nach 1919 als außerordentlich anschlussfähig für die Gegenwartsdeutung eines breiten Publikums. Unter ihrem Einfluss erlebte der A.-Begriff eine beispiellose Hochkonjunktur, sowohl bei Kritikern als auch bei Anhängern. Ausschlaggebend für diese Breitenwirkung dürfte jedoch eher die Krisenrhetorik allgemein denn die Auseinandersetzung mit den charakteristischen Elementen der europäischen Kultur gewesen sein.
3. Die evangelische Theologie rezipierte größtenteils die Kulturkritik Spenglers und suchte nun ihrerseits das rechte Christentum in bewusster Abgrenzung zur modernen Kultur und ihrer Sozial- und Gesellschaftsordnung zu situieren. Das gilt auch für Bonhoeffers Überlegungen zur Form des Christentums im nun angebrochenen religionslosen Zeitalter, wobei sich in Bonhoeffers frühen Schriften durchaus auch das Bestreben gibt, die moderne Entzweiung zwischen imperium und sacerdotium wieder rückgängig zu machen und damit an die A.-Tradition anzuknüpfen. Im Unterschied zum Protestantismus bemühte man sich im Katholizismus unter Distanznahme zu Spengler um eine konstruktive Besinnung auf die Traditionen des A.es. Katholische Zeitdiagnostiker fanden ihre Foren in der Zeitschrift „Hochland“ sowie besonders in der 1925 von führenden katholischen Intellektuellen gegründeten Zeitschrift „A. Deutsche Monatshefte für europäische Kultur, Politik, Wirtschaft“. Über die zeitgebundene Debatte hinaus sind die hier geführten Debatten insofern von weiterreichender Bedeutung, als sie zum Nährboden für jene politische Orientierung des Katholizismus werden, die in der Europa-Politik nach 1949 bei K. Adenauer, A. De Gasperi und R. Schuman die Grundlage für die Römischen Verträge und den Weg hin zur Integration Deutschlands in die Europäische Union bildet: Hermann Platz, Mitbegründer des „A.es“ konstatierte schon 1924, das feindliche Gegeneinander zwischen Frankreich und Deutschland, das durch die Dominanz des nationalstaatlichen, dem →Individualismus verfallenen Gedankens entstanden sei, könne nur durch die Rückbesinnung auf die gemeinsamen kulturellen Wurzeln in der abendländischen Tradition überwunden werden. Gegenüber dem auf die Nation fixierten Protestantismus komme dabei dem Katholizismus eine besondere Aufgabe zu. Trotz aller Stereotypen, die in dieser Rollenzuschreibung liegen, kam diese Auffassung nach 1945 insofern zu ihrem Recht, als die Rechristianisierungsbestrebungen im Protestantismus mit starken Vorbehalten gegenüber der Westintegration des Adenauer-Deutschland einhergingen, der Rückgriff auf die A.-Thematik dem Katholizismus dagegen sehr viel leichter den Weg nach Europa ebnete und die nationale Isolation überwinden half.
4. Die geopolitische Situation nach dem 2.Weltkrieg und der Ost-West-Konflikt verleihen der Suche nach einer integrierenden Wertegemeinschaft Europas in der zweiten Hälfte des 20. Jh.s neue Plausibilität; dabei zeigt sich freilich zugleich die eingeengte, mitunter ideologisch verzerrte Perspektive der vorangegangenen Diskussion: Unzweifelhaft gibt es etwas spezifisch „Abendländisches“, gibt es verbindende und charakteristische Grundelemente westlicher Kultur. Dazu gehören die auf der Rationalität naturwissenschaftlicher Weltanschauung gegründete Technologie, die Hochschätzung individueller Freiheiten (→Freiheit) sowie einer gleichermaßen Distanz und Nähe wahrende Zuordnung von Kirche und Staat, Religion und Gesellschaftsgestaltung. Diese Charakteristika verdanken sich Traditionskontexten, die im „A.“ entstanden sind. Was hier als abendländisch erscheint, entsprang allerdings vorrangig dem Geist von Reformation und Aufklärung und damit genau denjenigen Bewegungen, gegen die sich das Konzept des A.es richten sollte. Darüber hinaus bilden gerade in der gesellschaftlichen und politischen Neukonstitution Europas nach dem 2. Weltkrieg Geschichte und Kultur Nordamerikas eine wesentliche Triebkraft bei der Ausbildung einer „abendländischen“ Identität. Geographisch und geistesgeschichtlich ist also der Bezugsrahmen bei der Bestimmung einer europäischen Wertegemeinschaft zu erweitern; zudem ist bei allen Definitionsversuchen hervorzuheben, dass es sich hier immer nur um ein regulatives Ideal, nicht um eine fest stehende Größe handelt.
5. Richtete sich die A.-Rhetorik zunächst abgrenzend gegen die kulturprägenden Faktoren der Reformation und der aus ihr hervorgegangenen Moderne, so begegnet spätestens seit den Ereignissen des 11. September 2001 eine neue Verwendungsweise. A. fungiert nun nicht mehr als antimoderner Abgrenzungsbegriff gegenüber den Ideen von Reformation und Aufklärung, sondern die Auseinandersetzung mit dem Islam tritt nun in den Mittelpunkt der Debatten. Er bildet die Folie, vor deren Hintergrund eine wahrhaft ökumenische christliche Gemeinsamkeit konstatiert wird. Der Islam bildet das Andere dieser Kultur, sodass es zur Kontrastierung zwischen dem christliche Abendland und dessen Ideen kommen kann. S. Huntingtons Auffassung vom „Clash of Civilisations“, von den dem Westen entgegengesetzen Vorstellungen des Islam wirkt dabei stilbildend; die jüngsten Verwendungsweisen des A.-Begriffs in den rechtspopulistischen Bewegungen Europas lehnen sich deutlich an diese Sichtweise an. Der Abwehrkampf gegen die osmanischen Truppen durch das Heilige Römische Reich dient hier als stets aktualisierbare Grundszene. Dabei ist es interessant, sich zu vergegenwärtigen, dass sowohl Altgläubige wie Reformatoren in der gegenseitigen Polemik die Stereotype von den Türken als Verkörperung des Antichristen verwenden konnten. Die heutige islamophobe Rhetorik hat hier ihr historisches Vorbild. Zugleich zeigt die Verwendungsgeschichte des Begriffs, dass A. vor allem als ein Abgrenzungsmodell populär ist; seine Kraft bezieht das Bild mehr aus imaginierten Feindbildern denn aus seiner eigenen analytischen Tauglichkeit. Abendland trägt hier in der Tat Züge eines Mythos (F. W. Graf), der eine bleibende Bedeutung ohne eine historische Grundlage suggeriert. Das gilt vor allem dann, wenn die Grundlage des Abendlands über eine bestimmte religiöse Orientierung und nicht über eine zweifelsohne mit ihr verbundene, aber eben nicht direkt auf diese zurückzuführende gesellschaftliche Ordnung bestimmt werden soll.
6. Als historische Kategorie oder gar Programmbegriff ist „A.“ darum heute als obsolet anzusehen. Zu unscharf sind seine Konturen und zu ideologiebelastet (→Ideologie) ist seine Verwendung, insbesondere dort, wo ein äußerst einseitiges Bild des Mittelalters zur Grundlage einer Bestimmung des A.es wird oder A. nur als Abgrenzungsbegriff gegenüber östlichen, insbesondere islamisch geprägten Traditionen dient. Die bleibende Bedeutung der mit dem Begriff verbundenen kulturphilosophischen Bemühungen besteht in dem Bestreben, diejenigen kulturell wirksamen Faktoren zu erheben, die als verbindendes Fundament für ein sich einigendes Europa dienen können und so der kontroversen Diskussion um eine mögliche Erweiterung der Europäischen Union nach Osten oder Süd-Osten die nötige Tiefenschärfe zu verleihen. Darüber hinaus stellt die mit der A.-Semantik verbundene Entkoppelung von kulturell-religiösen Werten und nationaler Bindung für den traditionell nationalstaatlich orientierten Protestantismus eine bleibende Herausforderung dar; eine vertiefte Klärung der eigenen Haltung zum Konzept des sich einigenden Europas und der daraus erwachsenden konzeptionellen Entscheidungen und politischen Konsequenzen steht noch aus. Die darin eingeschlossenen Selbstverständigungsprozesse über das eigene kulturelle Erbe erscheinen auch deshalb von besonderer Bedeutung, da in den letzten Jahren das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen den geistesgeschichtlichen, insbesondere den religiösen Traditionen, und allen Formen gesellschaftlicher Ordnung gewachsen ist.
O. Spengler, Der Untergang des A.es, 2 Bde., I1918, II1922 – E. Troeltsch, Der Historismus und seine Probleme. Erstes Buch: Das logische Problem der Geschichtsphilosophie, GS III, 1922 – H. Platz, Deutschland – Frankreich und die Idee des A.es, 1924 – T. Haecker, Vergil, Vater des A.es, 1952 – E. Wolf, Art. A., in: IRGG3, 1957, 9f – H. Aubin, Der Aufbau des A.s im Mittelalter, in: HZ 187 (1959), 497–520 – O. Köhler, Art. A., in: ITRE, 1977, 17–42 – W. Heilmann, Versuch einer Wesensbestimmung des A.es, V. Wehefritz (Hg.), 1984 – A. Langer (Hg.), Katholizismus, nationaler Gedanke und Europa seit 1800, 1985 – L. Lies SJ, Identität Europas und die Kirchen, in: ZKTh 120 (1998), 302–313 – W. Burgdorf, „Chimaere Europa“. Antieuropäische Diskurse in Deutschland (1648–1999), 1999. C. Leggewie (Hg.): Die Türkei und Europa. Die Positionen, 2004, – W. Benz, Ansturm auf das Abendland? Zur Wahrnehmung des Islam in der westlichen Gesellschaft, 2013 – F. W. Graf, Ruhe, liebes Abendland. Über das Werden eines schillernden Begriffs, in: zeitzeichen 16 (2015), 8–11.
Reiner Anselm
1.Begriffe. Der Begriff des A. ist maßgeblich von unseren Wertvorstellungen geprägt. Gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz (KRW-G) umfasst A. alle Stoffe oder Gegenstände deren sich ihr Besitzer entledigt oder entledigen will (subjektiver A.begriff) oder entledigen muss (objektiver A.begriff, z. B. aus Gründen des Wohls der Allgemeinheit oder des Umweltschutzes). Es wird in A. zur Verwertung und zur Beseitigung unterschieden. Die A.wirtschaft umfasst alle Aktivitäten und Erfordernisse, die mit der Entstehung, der Erfassung, der Sammlung und des Transportes, der Aufarbeitung und Behandlung, der Verwertung und der Beseitigung von A. zusammen hängen. Beginnend in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat sich die A.wirtschaft hin zu einer Stoffstrom- und Kreislaufwirtschaft entwickelt, die nicht alleine „end of pipe“-Lösungsansätze verfolgt, sondern durch Rückführung der Stoffe ins Wirtschaftssystem eine Maßnahme des vorsorgenden Umweltschutzes (z. B. Ressourcen- und Klimaschutz) darstellt. Dies kommt auch in der Begrifflichkeit des Kreislaufwirtschaftsgesetzes zum Ausdruck.
2.Aufgaben und Ziele. Bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts war die Behandlung von A. im Wesentlichen davon geleitet, seuchenhygienischen Gefahren zu begegnen (H. Erhard). Mit der Entwicklung der modernen Konsumgesellschaft in den westlichen Staaten in den vergangenen 50 Jahren stiegen die A.mengen drastisch an. Fehlende Entsorgungsmöglichkeiten, besonders in größeren Städten und die Prognosen des →Club of Rome im Jahr 1972 mit dem Aufzeigen der Grenzen des Wachstums (D. Meadows) führten dazu, A.wirtschaft besonders auch unter dem Aspekt der Rückführung der im A. enthaltenen Stoffe in den Stoffkreislauf zu betreiben (Recycling). Die zunehmende Verknappung an Ressourcen, z. B. Phosphor (Dünger) oder strategisch wichtigen Elemente für Hochtechnologieprodukte ist verbunden mit einem Kostenstieg, Konzentrierung auf relativ wenige staatliche und privatwirtschaftliche Akteure, globaler Ungleichverteilung und hieraus resultierenden weltweiten gesellschaftlichen und sozialen Spannungen. Nicht zuletzt die starke wirtschaftliche Entwicklung bevölkerungsreicher Staaten in Asien und Südamerika machen eine Kreislaufführung der begrenzt vorhandenen →Rohstoffe und eine effizientere Nutzung der Ressourcen unabdingbar. Dies umfasst auch das „urban mining“ mit der Wiedernutzung der in anthropogenen Lagern (z. B. Infrastruktur, Deponien) vorhandenen Sekundärrohstoffe. Eine wesentliche Anforderung an die A.wirtschaft, die auch in gesetzlichen Rahmenbedingungen Niederschlag gefunden hat, ist auch, dass jede Generation ihre a.wirtschaftlichen Probleme selbst zu lösen hat und nicht auf die nächste Generation übertragen sollte. Vor diesem Hintergrund sind daher die A. in einen Zustand zu überführen, dass aus ihnen keine Altlasten entstehen, sie sich also weitgehend umweltneutral verhalten. Daher ist in Deutschland die Deponierung von unvorbehandelten Siedlungsa.en seit 2005 nicht mehr zugelassen (DEPV). Die EU-Deponierichtlinie folgt dieser Philosophie in modifizierter Weise. A.wirtschaftliche Behandlungsverfahren haben auch die Aufgabe eine Schadstoffentfrachtung zu erzielen, (z. B. durch thermische Verfahren organische Schadstoffe zu zerstören), anorganische Schadstoffe aufzukonzentrieren (z. B. Schwermetalle) und von der Biosphäre fernzuhalten (z. B. durch unterirdische Ablagerung). Kreislaufwirtschaft hat auch zum Ziel, den Rohstoffverbrauch vom →Lebensstandard zu entkoppeln (Verbesserung der Ressourceneffizienz).
3.A.recht. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KRW-G) setzt die EU-A.rahmenrichtlinie (EU-ARRL) in das deutsche A.recht um. Es besteht eine fünfstufige A.hierarchie: 1. Vermeidung, 2. Vorbereitung zur Wiederverwendung, 3. Recycling, 4. Sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung, 5. Beseitigung. Auch wenn die A.vermeidung als oberste Stufe der Hierarchie genannt ist, so muss konstatiert werden, dass unter Zugrundelegung der A.mengen und der in Verkehr gebrachten Güter eine Vermeidung in relevanter Größenordnung nicht erkennbar ist. Durch ein A.vermeidungsprogramm sollen Maßnahmen zur A.vermeidung verstärkt werden (BMU). Verändertes Nutzerverhalten z. B. Sharing-Systeme und die Reparatur (z. B. in Betrieben oder privat organisierten Gruppen) statt Kauf eines Neuproduktes (W. Heckl) führt zur A.vermeidung. Gerade auch der Vermeidung von Nahrungsmittela. kommt aus sozialen, ethischen, monetären und umweltrelevanten Gründen erhebliche Bedeutung zu (M. Kranert et al.).
Die Planungsverantwortung obliegt den Ländern (A.wirtschaftspläne), die Umsetzung erfolgt auf Ebene der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (Städte, Landkreise).
Entwickler, Hersteller und Vertreiber von Erzeugnissen haben zur Erfüllung der Ziele der Kreislaufwirtschaft Produktverantwortung zu übernehmen. Dies umfasst u. a. technische Langlebigkeit, mehrfache Verwendbarkeit (Mehrwegsysteme), Verwertbarkeit sowie Kennzeichnungs-, Rücknahme- und Pfandpflichten. Dies ist im Einzelnen durch Verordnungen geregelt (z. B. Verpackungsverordnung, Batterieverordnung, Elektrogesetz, Elektrostoffverordnung etc.).
Die Errichtung und der Betrieb von A.entsorgungsanlagen (bis auf Deponien) erfolgt nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz, bei Deponien ist ein Planfeststellungsverfahren mit Umweltprüfung erforderlich. Auf internationaler Ebene ist neben dem EU-Recht besonders das Basler Übereinkommen über die Kontrolle grenzüberschreitender A.verbringung von Bedeutung, welches einen A.export strikt reguliert. Illegale A.exporte u. a. z. B. von nicht funktionsfähigen Elektroaltgeräten in Entwicklungs- und Schwellenländer sind trotzdem Realität.
4.Instrumente. Zur Steuerung der A.ströme existieren folgende Instrumente: staatliche Instrumente (z. B. →Planungen, Ordnungsrecht), ökonomische Instrumente (z. B. Steuern, Abgaben, Pfandsysteme, Zertifikate, finanzielle Anreize, Umweltzeichen) und Instrumente der Wirtschaft (z. B. freiwillige Vereinbarungen zur Vermeidung staatlich kontrollierter Rücknahmepflichten) oder auch Umweltmanagementsysteme (z. B. EMAS, ISO 14001). Da die Entstehung von A. durch das Handeln von Menschen beeinflusst wird, ist es erforderlich zum a.vermeidenden Verhalten durch Erziehung, Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit sowie beispielhaftes Verhalten – auch in Firmen und öffentlichen sowie kirchlichen Institutionen – anzuregen. →Nachhaltigkeitsstrategien mit a.vermeidenden Effekten sind u. a. höhere Effizienz (Entkopplung von Wirtschaftsleistung und Umweltverbrauch), Konsistenz (geschlossene Kreisläufe in Übereinstimmung mit den natürlichen Stoffwechselprozessen) sowie Suffizienz (Veränderung von Lebensgewohnheiten mit hohem Stoff- und Energieumsatz (Verzicht) →Suffizienz).
5.A.behandlung. A.e, die stofflich verwertet werden sollen, sind zur Erzielung eines hohen Reinheitsgrades separat zu erfassen (getrennte Sammlung). Die Sortierung von trockenen Wertstoffen (z. B. Verpackungen) erfolgt heutzutage in vollautomatischen Sortieranlagen. Bioa.e werden in Kompostierungsanlagen zu Kompost oder in Vergärungsanlagen (Biogasanlagen) zu Biogas (zur regenerativen Energiegewinnung, →Energien, erneuerbare) und Erzeugung eines Gärproduktes verarbeitet. Nicht verwertbare Resta.e werden in Müllheizkraftwerken zu Strom und Wärme umgewandelt, die entstehenden Rückstände (u. a. Metalle und Rostasche) werden verwertet bzw. abgelagert. Alternativ hierzu existieren mechanisch-biologische Resta.behandlungsanlagen, die verwertbare bzw. ablagerungsfähige Stoffe erzeugen. Auf Deponien werden in Deutschland nur Erdaushub, Bauschutt und vorbehandelte Resta.e verbracht. Gefährliche A.e werden in eigens hierfür errichteten Anlagen behandelt.
H. Erhard, Aus der Geschichte der Städtereinigung, Kohlhammer Stuttgart, 1954 – D. Meadows, Die Grenzen des Wachstums, DVA Stuttgart, 1972 – EU-ARRL, Richtlinie 2008/ 98/ EG – KRW-G, Kreislaufwirtschaftsgesetz, BGBL 2012, Teil 1, Nr. 10 – M. Kranert et al, Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in Deutschland, BMELV, 2012 – DEPV, Deponieverordnung, BGBL I 2009, zul. geä. 2013 – BMU, A.wirtschaftsprogramm des Bundes, 2013 – W. Heckl, Die Kultur der Reparatur, Hanser München, 2013.
Martin Kranert
1.Begriffsbestimmung. Bislang gibt es für Menschen, an die sich die Angebote des Hilfehandelns richten (=A.), keine einheitliche Bezeichnung. Im Folgenden werden vier Begriffe, die aus unterschiedlichen Traditionen und Zeiten stammen und in den verschiedenen Theorieansätzen der →Sozialen Arbeit (systemtheoretisch, kritisch-subjektiv, bildungstheoretisch, ökosozial, dienstleistungsorientiert, lebensweltlich, reflexiv) unterschiedlich akzentuiert sind, vorgestellt. Gemeinsam ist ihnen, dass sich in allen die jeweilige Auffassung des Verhältnisses zwischen Gebenden und Empfangenden von Hilfehandlungen ausdrückt.
Der Begriff Klient hat seinen Ursprung im römischen Recht und bezeichnet den Schutzbefohlenen, womit eine gewisse Asymmetrie in der Beziehung festgelegt ist. Indem der Klient in der modernen Rechtsprechung zum Mandanten wird, wird der Vertretungsauftrag zwar nur auf eine bestimmte Zeit und eine konkrete Sache begrenzt, die Asymmetrie der Beziehung bleibt indes bestehen. Diese Asymmetrie zwischen Professionellen und Hilfesuchenden tritt in der Psychotherapie, welche den Begriff übernommen hat, deutlich hervor. Über sie gelangte er in die Soziale Arbeit, wo er z. T. noch heute gebraucht wird.
Mit dem Begriff A. hat man versucht, einen neutralen Begriff zu finden, der, ursprünglich aus dem Postwesen kommend, den Empfänger einer Sendung bezeichnet und kein asymmetrisches Verhältnis mit dem Sender impliziert. Dennoch kann das Verhältnis im Kontext der Erbringung soz. Hilfeleistungen nicht symmetrisch sein, denn die Rollen zwischen Leistungserbringern und Leistungsempfängern können letztlich nicht vertauscht werden. Gleichwohl soll mit dem A.begriff die Eigenständigkeit der Leistungsempfänger betont werden wie die Erwartung, dass Hilfeleistungen nicht bevormundend oder ausgrenzend sein sollen.
Die Bezeichnung Kunde für Empfänger sozialer Hilfeleistungen ist eine Entlehnung aus der Ökonomie, welcher die Vorstellung des rational und souverän die Dienstleistungs-Angebote der Soz. Arbeit auswählenden Akteurs zugrunde liegt. Im Zuge der →Ökonomisierung wurde diese Idee auf den sozialen Sektor übertragen, um den Aspekt der Qualität der soz. Dienstleistung und der Orientierung am Kunden hervorzuheben. Auch schwingt in dem Kundenbegriff die Idee mit, dass der Kunde die Dienstleistungsanbieter unter Druck setzen kann, ihre Angebote auf das Kundeninteresse hin optimal zu gestalten bzw. umzugestalten.
2.Selbstbestimmung und Wahlfreiheit des Adressaten. Die Folgen der Ökonomisierung auf den A. wurden intensiv diskutiert: Denn obwohl der Kundenbegriff die soz.-pol. Ziele der Selbstbestimmung und Wahlfreiheit von Menschen mit Hilfebedarf transportieren kann, fügt er sich nicht passgenau in die soz. Arbeit ein. Während andere Wirtschaftsbereiche nur die Unterscheidung zwischen leistungserbringenden Anbietern und konsumierenden Nachfragern kennen, gibt es in der Sozialwirtschaft drei Akteure: Leistungserbringer, öffentliche Kostenträger und Leistungsempfänger. Damit ist der Empfänger der soz. Dienstleistung nicht derjenige, der über Qualität und Quantität der empfangenen Leistung bestimmt, sondern der öffentliche Kostenträger. Hinzu kommt, dass in der Sozialwirtschaft der Leistungsempfänger immer auch Co-Produzent der Leistung ist, weil Produktion und Konsumption der Leistung gleichzeitig erfolgen (uno-actu-Prinzip). Ebenso kann auch die Kundenzufriedenheit nicht der entscheidende Qualitätsindikator einer sozialen Dienstleistung sein, weil die erbrachten Leistungen für die Betroffenen z. T. existenziell notwendig waren, ohne dass sie primär als Erfüllung der subjektiven Bedürfnisse und Wünsche der Betroffenen (z. B. bei Straßenkindern und Menschen ohne festen Wohnsitz) konzipiert waren. Weiterhin gibt es nicht nur souveräne Nachfrager, sondern auch solche Menschen, bei denen eine selbstbestimmte und eigenverantwortliche Lebensführung das Ziel professioneller Leistung ist und durch diese erst ermöglicht werden soll (z. B. in der Suchthilfe). Liegt eine Einschränkung der Selbstbestimmung des A. vor, sind Stellvertretungs-Lösungen (gesetzl. Betreuer, Bevollmächtigter, Vormund bzw. gesetzl. Vertreter) möglich. Dabei muss jedoch auch das Eigeninteresse der stellv. Person einbezogen werden, welches etwa im Fall der teuren Pflege einer Angehörigen durchaus mit Erwartungen an das eigene Erbe kollidieren kann. Mit der Prinzipal-Agent-Theorie hat man innerhalb der Neuen Institutionenökonomik versucht, solche Akteurskonstellationen abzubilden und durch entspr. Anreizsetzungen zu win-win-Situationen umzuformen.
3.Die sozialpolitische Aktivierung des Adressaten.
