Eves Traumwelt - Farbenzauber der Liebe - Ramona Beck - E-Book

Eves Traumwelt - Farbenzauber der Liebe E-Book

Ramona Beck

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Beschreibung

Wer meinen Roman "Farbenzauber der Liebe" gelesen hat, fragt sich vielleicht, wie alles begann, wie Eves bewegende Reise in ihre Traumwelt den Anfang nahm. Wer mein Buch nicht kennt, hat hier die Möglichkeit, gleich mit dem Beginn meiner Geschichte zu starten und Eve von Anfang an zu begleiten. Wie es weiter geht? "Farbe

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Seitenzahl: 30

Veröffentlichungsjahr: 2016

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3 - Eves Weihnachtstraum

Zum Buch „ Farbenzauber der Liebe“ von Ramona Beck

Prolog

Es war der 23.12., also ein Tag vor Weihnachten. Unser Wohnzimmer erinnerte eher an eine

Räucherkammer, als an ein weihnachtlich geschmücktes Zuhause. Bei uns roch es nicht nach

selbstgebackenen Plätzchen, sondern nach Zigarettenrauch. Der Dunst hatte sich inzwischen in

sämtlichen Ecken der Wohnung verteilt, und auch die Tapeten hatten längst ihr schönes Weiß

verloren. Insgesamt war unsere Wohnung sehr lieblos eingerichtet. Sie bestand aus vier Zimmern,

und zwar aus dem Wohn- und Esszimmer, Küche, Bad und meinem kleinen Reich. Mit sieben

Quadratmeter war dies zwar der kleinste Raum, aber er gehörte mir, und ich liebte ihn!

Da das Wohnzimmer sowohl als Wohn-, als auch Schlaf-, und zudem Esszimmer diente,

verbrachten meine Eltern fast ihr komplettes Leben in diesem Raum. Manchmal fragte ich mich,

ob sie nicht bereits am Sofa festgewachsen waren. Dementsprechend sah es dort aus. Die alten

und schmuddeligen Möbel waren nicht gerade schön anzusehen. In meinem Zimmer jedoch ließ

es sich aushalten. Mithilfe meiner Arbeitgeberin und einzigen Freundin Grace, die mir einige

Möbel aus ihrer alten Wohnung überlassen hatte, war aus diesen vier Wänden ein gemütlicher

Raum entstanden.

So stand direkt neben der Türe eine alte, aber sehr gut erhaltene Kommode aus massivem

Holz im Chippendale-Stil, darüber ein Spiegel, umrandet mit vielen kleinen

Dekorschmetterlingen. Die Schmetterlinge passten zwar nicht zur Jahreszeit, aber ich mochte

bunte Farben. Als Grace mir vor einem Jahr die Kommode zeigte, war ich sofort verliebt.

Auf der gegenüberliegenden Seite stand mein Bett, schlicht aus Kiefernholz gebaut, aber sehr

bequem. Im Schrank daneben verstaute ich meine Kleider und andere Dinge. Mehr Möbel gab es

nicht, denn mehr passte in das kleine Zimmer nun einmal nicht rein. Mir reichte es. Das

Gesamtbild wurde von etlichen Grün- und Blühpflanzen abgerundet. Ich fühlte mich wohl und

wollte mein Zimmer gar nicht anders haben.

Der Rest der Wohnung bot zwar alles, was man im Leben so brauchte, aber nichts passte

optisch wirklich zueinander. Alles wirkte lieblos zusammengewürfelt. Meine Eltern interessierten

sich nicht dafür. Beide waren schon seit Jahren arbeitslos, aber nicht, weil sie keine Arbeit finden

konnten. Nein, eher weil sie es genossen, den lieben langen Tag vor dem Fernseher zu

verbringen. Festtage gab es bei uns keine. Eigentlich gab es bei uns nichts, kein Familienleben,

keinen Spaß, keine Liebe. Das Weihnachtsfest fiel bei uns immer aus. Meine Mutter bezeichnete

diese Feiertage als scheußliche Erfindung von irgendwelchen geldgierigen Geschäftsleuten, die

sich damit nur bereichern wollten.

Nun war ich neunzehn Jahre alt und hatte noch nie ein solches Fest feiern dürfen. Ich stellte

es mir wunderbar vor, doch wie jedes Jahr, fand auch dieses Mal kein Weihnachten statt. Im

Gegenteil, ich verbrachte diese Tage wieder einmal ausschließlich in meinem Zimmer. Auch

heute lag ich in meinem Bett und beobachtete die einzelnen Schneeflocken, wie sie an meiner

Fensterscheibe haften blieben und dort kleine, zauberhafte Muster formten. Manche verweilten

eine ganze Zeit an der Scheibe, während andere rasch wieder verblassten. Ich verglich mein

Leben mit diesen Schneeflocken. Im Alltag verblasste meine Anwesenheit immer mehr. Ich hatte

das Gefühl, dass ich zwar im Hier und Jetzt lebte, aber von meinen Mitmenschen nicht wirklich

wahrgenommen wurde.

Dagegen blühte ich in meinem Träumen immer mehr auf. Immer häufiger zog ich mich

dorthin zurück, denn dort fühlte ich mich derart wohl wie sonst nie in meinem Leben. Da gab es

einen Menschen, der mich so mochte, wie ich war. Er akzeptierte mich und ich hatte das Gefühl,

dass er dabei war, sich in mich zu verlieben und ich mich in ihn. Ich war mir sicher, dass es nicht

mehr allzu lange dauern würde, bis wir uns näher kämen.