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Mehr als 11 Jahre sind vergangen, seit Vivi, Danny, Ben und Nicolas Fadalia gerettet hatten. Aus tiefster Dankbarkeit wurden Vivi, Danny und Ben zu ihren Herrschern. Ihr Leben könnte so friedlich sein, wenn das Land nicht erneut von einer Gefahr bedroht wäre. Eine Katastrophe folgt der anderen und schon bald schweben Vivis Kinder in Lebensgefahr. Nur durch einen alten Freund und einem Schicksal das ihnen bei der Geburt auferlegt wurde schaffen sie es in die Welt der Träume. Mit aller Macht und treuen Freunden versuchen Vivis Kinder ihre Freunde, Verwandten und das ganze Land zu retten...
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Seitenzahl: 130
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Juliet Hikari
Fadalia 3
Next Generation
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Fadalia am Abgrund
Die Mission
Das Traumland
Vorstellungskraft und Musik
Das erste Date
Verräter
Vertrau auf Gott
Das Totenfest
Donnerdämonen
Leyla
Eine schlaflose Nacht
Besuch im Krankenhaus
Der Weg in die reale Welt
Opa Fridolin
Fadalias Lebenselixier
Hilfe von oben
Hexen
Impressum neobooks
Weit, weit entfernt so weit das es unerreichbar für sämtliche Menschen ist, liegt das mystische Land Fadalia, das Land der Fabelwesen. Dort leben die erstaunlichsten Wesen. Ganz kleine Feen, mit Flügel die wie Regenbogen glitzern. Greife, mit dem Körper eines Löwen und dem Kopf und den Schwingen eines Adlers. Einhörner, die scheuen und flinken Bewohner von Wüsten und Berggipfeln, dessen Horn magische Kräfte beinhaltet. Geflügelte Pferde, die sogar über den Wolken fliegen können. Phönixe, die seltensten Vögel der Welt, die immer wiedergeboren werden. Und natürlich die ehrfürchtigen und großen Echsen ähnlichen Drachen. In Fadalia gibt es nicht nur die gewöhnlichen und bekannten europäischen Drachen, mit ihren fledermausähnlichen Flügel und dem stachelbewehrten Schwanz, sondern die unterschiedlichsten Arten vom eiskalten Frostdrachen über den Wyvern und asiatischen Lung bis zur Amphitere. Doch nicht nur mystische Wesen, auch normale Menschen leben dort. Regiert und verwaltet wird es von Königin Viktoria Luna Pix, König Daniel Suktei und König Benjamin Nima. Hinter dem königlichen Schloss erstreckte sich ein wunderschöner Garten. In ihm wuchsen die schönsten Rosen des Landes. Zwei Kinder rannten lachend und kichernd über den strahlend grünen Rasen. Eine junge Frau, die ihnen wie aus dem Gesicht geschnitten war, betrat den strahlenden Garten. Ihre wunderschönen, langen und blonden Haare, hatte sie schnell zu einem Zopf gebunden. Einzelne Strähnen fielen über ihre leuchtend blauen Augen. Die Zwillinge liefen ihr freudestrahlend in die Arme. Sie legte ihre Arme um sie und lachte. Eine Familie hätte nicht glücklicher aussehen können. Doch das Herz der Frau war in Wirklichkeit voll von Kummer und Sorgen. Seit die Zeit in Fadalia und der Welt der Menschen gleich schnell verlief, verschlossen sich die Portale und Fadalia wurde von Katastrophen erschüttert.
„Mama, Mama. Erzähl uns eine Geschichte.“, bettelte der Junge.
„Ja. Bitte, Bitte.“, wimmerte das Mädchen.
„Na gut.“, gab sie nach.
Sie setzten sich auf die frisch gemähte Wiese und die Frau fing an zu erzählen: „Vor vielen Jahren, ich war nur etwas älter als ihr, lebte ich in der Welt auf der anderen Seite der Portale. Dort wo es keine Magie gibt.“
„Wieso gibt es keine Portale mehr?“, fragte das Mädchen.
„Nachdem die bösen Mächte besiegt waren, wurde die Zeit in den Welten gleichgestellt und das hat wiederum die Portale zerstört.“
„Und wie bist du hierhergekommen?“, wollte der Junge wissen.
„Ben hat mir dieses Land gezeigt. Damals wusste ich noch nicht was für ein großes Schicksal mir bevor stand. Ein sehr weiser und netter Mann brachte mir die Kontrolle der vier Grundelemente Feuer, Erde, Wasser und Luft bei. Mit Ben und Danny kämpfte ich gegen Bano, Bens Vater. Danny opferte sein Leben für uns und ich verlor mein Gedächtnis. Wenige Zeit später gingen Ben und ich wieder zurück. Dort versuchten wir alles um Danny wider lebendig zu machen. Magnus, mein Drache, erhielt dabei auch die schwere Wunde an der Schulter, die Amy geheilt hatte. Es gelang uns ihn zurück zubringen, doch dann mussten wir uns einem neuen Feind stellen. Dank der damaligen Schutzgöttin gelang es uns ihn zu besiegen. Um das Land zu retten opferte sich unser Reisegefährte und Freund Nicolas und wurde selbst zum Schutzgott!“
„Wie ging es weiter?“, quängelte der Junge.
„Nun ja. Die Portale waren nicht mehr aktiv, also blieben wir. Das Volk war uns so dankbar, dass sie uns drei zu den Herrschern erwählte. Dies geschah vor über 11 Jahren.“
Plötzlich begann die Erde unter ihren Füßen zu beben. Vivi umklammerte ihre Kinder fester. Nach wenigen Minuten beruhigte sich die Erde. Auf den Gesichtern der Kinder war pure Angst zusehen.
„Mami? Was war das?“, heulte das Mädchen.
Vivi strich beruhigend über den blonden Schopf und beruhigte sie: „Das war nur ein kleines Erdbeben. Ihr müsst keine Angst haben. Am besten ihr geht jetzt ins Haus und trinkt eine heiße Schokolade.“
„Aber…“, wollte der Junge protestieren.
Sie fiel ihm ins Wort: „Matt! Du bist ihr Bruder, also pass immer gut auf deine Schwester auf! Versprichst du es mir?“
Matt schaute sie leicht verschüchtert an und antwortete: „Ich verspreche es.“
Sanft gab sie beiden einen Kuss auf die Stirn und rannte ins Hauptgebäude. Dort hatten sich bereits der hohe Rat und Nicolas, Fadalias Schutzgott versammelt.
„Guten Tag.“, begrüßte sie ihren Besuch.
„Ob der Tag gut ist werden wir noch sehen.“, zischte der Anführer des Koboldclans.
Vivi ignorierte seine Stichelei und setzte sich auf ihren Thron.
„Wo befinden sich Ben und Danny zur Zeit?“, fragte Sie einen ihre Diener.
Dieser antwortete: „König Benjamin befindet sich im Westen im Land der Zwerge und König Daniel verhandelt mit den Riesen im Osten.“
„Gut.“
Sie verkündete: „Alle hier Versammelten haben die Kontrolle über mindestens ein Volk oder sind für unser Land unentbehrlich.“
Sie sah den in einem hellblauen Gewand gehüllten Nicolas an.
„Deshalb habe ich euch rufen lassen. Wie ihr bereits bestimmt gemerkt habt, geht es unserem Land nicht gut. Umweltkatastrophen vernichten unsere Ernten. Dörfer und Städte werden zerstört. Wenn wir nicht bald etwas unternehmen, wird unser Land so wie wir es kennen, bald nicht mehr existieren.“
„Haben Sie denn schon einen Plan?“, fragte Aaron, Anführer des Elfenvolkes nach.
„Wie müssen einen Weg finden die goldenen Zeitkugeln herzustellen.“
Dimitri, Fürst der Vampire zischte: „Unseren besten Magiern ist es bis jetzt nicht gelungen auch nur ansatzweise eine dieser Kugeln herzustellen. Wie wollen Sie zwei davon erschaffen?“
„Mit Hilfe meiner und Nicolas Fähigkeiten. Glücklicherweise sind weder Ben noch Danny da, die mich abhalten könnten.“
Sie wandte sich an ihren alten Freund: „Wenn ich mich opfern würde, könntest du dann zwei Zeitkugeln erschaffen.“
„Es wird mir zwar das Herz brechen“, flüsterte er, „Aber wenn du es befiehlst werde ich mich deinem Willen beugen.“
„Danke.“
Sie schritt auf ihn zu und erschaffte einen Kreis der Elemente. Nicolas stellte sich ihr gegen über und ergriff ihre Hände. Der Rest der Versammlung stellte sich um die beiden und betrachtete die Zeremonie. Der Kreis fing an zu leuchten und die Kräfte von Vivi zu absorbieren. Sie spürte wie ihr Körper schwerer und schwerer wurde. Sie sammelte jeden Rest ihrer Kraft um auf den Beinen zu bleiben. Der Boden fing an zu knarren und auf einmal tat sich die Erde unter ihnen auf. Vivi und Nicolas wurden auseinandergerissen und Vivi fiel aus dem Kreis. Dieser löste sich auf und die Kräfte kehrten zu ihr zurück. Nachdem ersten Schock verschloss Vivi den Krater und wollte die Zeremonie fortführen, als ein Dienstmädchen aufgelöst den Saal stürmte.
Sie holte nach Luft und keuchte: „Mia und Matt sind in Gefahr!“
„Was?“, kreiste Vivi.
„Sie sind in einen Krater gefallen.“
„Zeig mir wo!“
Das Dienstmädchen führte sie zu einem durch das Erdbeben, im Garten, entstandenen Krater. Er war viele Meter tief und der Boden war nicht zu erkennen. Verzweifelt rief Vivi nach ihnen.
Als sie keine Antwort vernahm wollte sie selbst hinunterfliegen, doch das Dienstmädchen hielt sie auf: „Es ist zu gefährlich. Wir brauchen Sie! Schicken Sie doch einen Suchtrupp hinab, aber bitte bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr. Fadalia braucht Sie!“
„Du hast ja Recht.“
Wenige Minuten später waren die besten Kletterer des Landes versammelt. Sie flogen auf Drachen und ritten auf den schnellsten Pferden. Schließlich machten sie sich an den gefährlichen Abstieg. Nach wenigen Minuten mussten sie den ersten Versuch bereits unterbrechen, da die Schlucht tiefer war als anfangs vermutet. Verzweifelt schlich Vivi, wie ein Tiger im Käfig, um den Graben. Immer wieder schrie sie die Männer an und wäre am liebsten hinuntergesprungen. Selbst die beruhigenden Worte ihrer Freunde, konnten ihre Angst nicht lindern. Die scharfen Kanten des Felsen hätten sie zerfleischt bevor sie auch nur den Grund erreicht hätte. Selbst mit ihren Kräften konnte sie nichts unternehmen, da eine Verschiebung die Kinder vielleicht noch mehr verletzt hätte.
„Chef, Chef. Da sind welche die du dir mal anschauen musst. An ihnen haftet ein Hauch Gottes.“
„Schaff sie her!“
Jesus rannte aus dem Zimmer und stürmte durch die Eingangstür. Zwei Kinder mit blonden Haarschöpfen starrten zu ihm hoch.
Er kniete sich zu ihnen hinunter und beruhigte sie: „Habt keine Angst. Er will nur kurz mit euch reden.“
„Dürfen wir dann wieder nach Hause?“, fragte das Mädchen.
„Es tut mir Leid, aber das weiß ich nicht.“
Verängstigt folgten sie dem braunhaarigen Mann. Dieser führte sie einen Gang entlang und zu einer großen dunklen Tür.
Nach dreimaligem Klopfen betrat er den Raum und stellte die Neuankömmlinge vor: „Darf ich vorstellen das sind Mia Athene Pix und Matt Zeus Pix. Die Kinder von Viktoria Luna Pix.“
„Ah, Viktoria ich erinnere mich.“
„Erinnerst du dich auch daran, dass du ihr den Hauch Gottes gegeben hast?“
„Das sind also ihre Kinder. Schön sind sie.“
„Und jeder von ihnen besitzt die Hälfte meiner Kräfte.“
Die Zwillinge starrten die Erwachsenen verwirrt an und hielten die Hand des anderen fest umklammert.
„Wir sollten sie über alles aufklären. Hol ihnen etwas zu trinken.“
Der Jüngere verließ den Raum und der Ältere bat die Kinder sich auf den weichen Teppich zu setzen. Sie setzten sich, ließen ihre Hände aber nicht los. Durch diese kleine Geste der Verbundenheit fühlten sie sich stärker und wussten, dass sie nicht allein waren.
Der Mann lächelte sie an und erzählte: „Einige Jahre vor eurer Geburt hatte mich, genau wie ihr heute, eure Mutter besucht. Sie war auf einem gefährlichen Weg hergekommen, um einen Jungen zurückzuholen. Bevor sie ging, habe ich sie umarmt und ihr so den Hauch Gottes gegeben. Ich hatte sie aufgeklärt, dass ihre Kinder besonders werden, wie einst der Sohn von Maria. Das war die Bedingung sie auf die Erde zulassen. Da ihr als Zwillinge geboren wurdet, hat sich die Kraft aufgeteilt.“
Der Junge kräuselte die Stirn: „Sind wir wie Jesus?“
„Fast. Seine Kräfte bezogen sich überwiegend darauf das Leid der Menschen zu mindern. Ob es Sehschwäche, eine Behinderung oder Hunger war. Wie es sich bei auch auswirkt weiß ich selbst nicht.“
Mia wimmerte: „Dürfen wir denn wieder zurück?“
„Zurück“, wiederholte er, „Euer Land steht kurz vor dem Untergang. Es sei denn jemand unternimmt etwas dagegen.“
„Wer denn?“, kreischte Mia.
„Ihr zwei.“
„Wir?“, zischte Matt.
„An euch haftet der Hauch Gottes. Es gibt niemanden der dafür geeigneter wäre.“
Verwirrt fragte Matt: „Wenn wir ja sagen, was müssten wir dann tun?“
„Ich werde euch in die Welt schicken aus der eure Eltern kommen. Dort gibt es eine Anomalie, eine Art Störfaktor. Selbst mit meinen Kräften kann ich den Verantwortlichen nicht ausmachen. Ich kann nur Kontakt mit Menschen aufnehmen und herausfinden wo sie sind, wenn sie beten. Also sollt ihr ihn töten, damit ich ihn bestrafen kann! Sonst wird Fadalia mit all seine Bewohnern zerstört werden.“
Alle Bewohner? Ihre Mutter, ihr Vater, sämtliche Bewohner. Von den kleinen Feen bis zu den riesigen Drachen. Sie alle sollen sterben? Dagegen musste jemand etwas unternehmen!
„Wie ich sehe seit ihr einverstanden. Doch zuerst schließt eure Augen. Ich werde eure Körper nun um 10 Jahre altern lassen, damit ihr stark genug werdet. In eurer derzeitigen Verfassung wäre die Reise zu anstrengend und es würde euch das Leben kosten.“
Mia und Matt blickten sich in die Augen und fassten so Mut für das bevorstehende Abenteuer. Sie schlossen ihre Augen und vertrauten ihrem Gegenüber. Er legte jeweils einen Finger auf die Stirn von Matt und Mia. Eine wohltuende Wärme durchflutete ihre Körper und sie fielen in die Welt des Schlafes. Eine Welt so unbekannt und dennoch für jeden vertraut, je nach dem wer träumt nimmt sie jedes Mal eine neue Form an. Sie spiegelt die Wünsche, Sehnsüchte aber auch Ängste wider. Sie ist so groß und komplex, dass sie sämtliche Vorstellungskräfte übersteigt. Dort gibt es die größten, kleinsten, hässlichsten, schönsten, exotischsten, normalsten, außergewöhnlichsten, buntesten, gierigsten, spendabelsten, langsamsten, schnellsten, verrücktetesten, lustigsten, traurigsten, modernsten, altmodischsten, wunderbarsten, fantastischen und unfassbarsten Wesen. In dieser unglaublichen und faszinierenden Welt, befinden sich nun Mia und Matt. Sie erwachten auf einer großen, rosafarbenen Wolke die sich wie Schafswolle anfühlte. Schlaftrunken und leicht verwirrt richteten sie sich langsam auf.
„Was ist passiert? Wo sind wir?“, keuchte Mia.
Matt lies seinen Blick durch die unwirkliche Welt unter ihm schweifen. Sie befanden sich auf einer Wolke wenige Zentimeter, über dem Boden.
„Am Besten wir schauen uns etwas um.“
Matt kletterte von der Wolke und half Mia dabei ebenfalls von ihr herunterzuklettern.
Die Umgebung war eine Mischung aus Sandwüste und Urwaldbäumen. Weit und breit war weder Mensch noch Tier zusehen. Aufmunternd strich er ihr über ihre blonden Haare und lächelte.
„Mach dir keine Sorgen. Bevor du dich versiehst sind wir wieder daheim.“
Erst jetzt fiel ihm auf, dass er ein gutes Stück größer war und nicht nur das auch sein Körperbau war nun viel männlicher geworden und seine Haare standen wirr von seinem Kopf ab. Mia betrachtete ihre nun viel zu enge und kurze Kleidung.
„Sobald wir in eine Stadt kommen, brauch ich etwas Neues zum anziehen.“
„Dann sollten wir uns auf den Weg machen.“
„Wir wissen doch gar nicht wohin.“
„Vertrau mir.“
Mutig schritt er voran und Mia schloss zu ihm auf. Nach fast einer Stunde Fußmarsch durch die Einöde, erblickten sie mehrere Gebäude.
„Eine Stadt!“, jubelte Mia.
„Glaubst du wir sind auf der anderen Seite der Portale?“
Mia zuckte mit den Schultern.
„Weiß nicht. Die Wolke war schon ziemlich magisch.“
„Fragen wir einfach mal nach.“
In der Stadt fand ein Markt statt. Überall roch es nach frischem Obst, gebratenen Würsten und getrockneten Fisch. Am Ende des Marktes hatte sich ein kleiner Wanderzirkus niedergelassen. Dünne Schlangenmenschen vollführten die außergewöhnlichsten Verrenkungen und Feuerspucker erschufen riesige Flammen. In Fadalia gab es auch Zirkusse, doch dort wurde weit aus mehr Magie angewandt. Eine junge Frau in einem kurzen, pinken Kleid stand neben einem der Zirkuswohnwägen. Mia und Matt entschlossen sich sie anzusprechen.
„Entschuldigen Sie…“, trat Matt auf sie zu, „…wir sind fremd hier und wollten fragen wo wir hier sind?“
Sie steckte sich eine Zigarette an, musterte die Zwillinge und antwortete: „Ihr seid in Anbach.“
„Heißt so die Stadt?“, fragte Mia.
„Klar! Wat denn son´s?“
„Und das Land?“
„Dreamaren. Ihr habt euch ja krass verlofen.“
„Gibt es hier Magie?“
„Magie? Das ist das Traumland, hier gibt es alles!“
Sie lies ihre Zigarette auf den Boden fallen, trat sie aus und ging zu den anderen Schaustellern.
„Das Traumland.“, wiederholte Matt.
Mia meinte: „Aber er wollte uns doch auf die andere Seite schicken.“
„Er sagte doch, dass wir erst stärker werden müssen. Vielleicht müssen wir hier erst trainieren.“, überlegte Matt.
„Und wer soll uns helfen?“
Matt zuckte mit den Schultern.
Mia setzte sich auf eine Bank und jammerte: „Was machen wir jetzt?“
Er blickte sich um und schlug vor: „Wir suchen uns Arbeit.“
„Aber doch nicht so wie wir aussehen. Ich brauch ein neues Kleid und du eine anständige Frisur!“
„Vielleicht helfen uns die Zirkusleute?“
„Glaub ich nicht.“
„Denk positiv, dass wird schon.“
Doch alles betteln und flehen überzeugte die Schausteller nicht ihnen zu helfen. Sie sahen nun aus wie Erwachsene und sollten deswegen ihr Leben selbst in den Griff bekommen. Mutlos und traurig schleppten sie sich in einen nahgelegenen Park. Trotz der hellstrahlenden Sonne und der bunten Blumen, besserte sich ihre Laune überhaupt nicht. Erschöpft setzten sie sich auf eine Parkbank. Das Zwitschern der Vögel hatte eine hypnotisierende Wirkung und ihnen fielen die schweren Augenlider zu.
