FAQ - Berufseinstieg Kleintierpraxis -  - E-Book

FAQ - Berufseinstieg Kleintierpraxis E-Book

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Beschreibung

Eben noch Student am Schreibtisch und jetzt ohne Praxis-Erfahrung am Behandlungstisch?

Starten Sie selbstbewusst! Initiiert vom bvvd beantworten Experten die 100 drängendsten Fragen von Studierenden und frisch approbierten Veterinären.

  • Kompetent beraten und behandeln: Erstversorgung, bildgebende und Labor-Diagnostik, chirurgische Eingriffe.
  • Sicher entscheiden im Notfall: Unfall, Vergiftung, Magendrehung, Atemnot u.v.m.
  • Vorausschauen beim Praxismanagement: Kommunikation im Team und mit Patientenbesitzern, Versicherungen, Rechnungen.

Keine Panik vor dem ersten (und nächsten) Patienten.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 534

Veröffentlichungsjahr: 2016

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FAQ - Berufseinstieg Kleintierpraxis

Herausgegeben vom Bundesverband der Veterinärmedizinstudierenden Deutschland e.V.,

Unter Mitarbeit von

Jürgen Althaus, Andrea Bathen-Nöthen, Anne Becher, Christoph Bode, Andreas Brühschwein, Katrin Busch-Kschiewan, Carolin Deiner, René Dörfelt, Sandra Drews, Ilka Ute Emmerich, Carolin Engelen, Corinna Eule, Thomas Flegel, Irene Flickinger, Julia Gerstenberger, Andrea Gollwitzer, Katarina Hazuchova, Robert Hertzsch, Marina Hoffmann, Emanuel Holle, Doris Kampner, Joachim Lübbo Kleen, Matthias Kornmayer, Saskia Köstlinger, Claudia Kreil-Ouschan, Norbert Kummerfeld, Anna Layer, Shenja Loderstedt, Anita Manz, Karina Mathes, Ulrike Michal, Mirja Nolff, Christiane Otzdorff, Anna Parotat, Rebecca Pfündl, Korbinian Pieper, Hanna Dorothee Plickert, Claudia Rade, Sina Rudolf, Stephanie Steimann, Milena Thöle, Beate Walter, Birgitt Wolfesberger

27 Abbildungen

Vorwort

„Und was mache ich jetzt? Der Chef und die erfahrenen Kollegen sind weg – dennoch muss schnell eine Lösung her.“

Dieses Problem ist sicherlich vielen Berufseinsteigern bekannt. So war es auch der Anlass, ein Buch zu schaffen, das sich mit den häufigsten Fragen von Anfangsassistenten beschäftigt und Lösungsansätze bietet.

Die 100 häufigsten Fragen, die von Berufsanfängern gestellt werden und jetzt die einzelnen Kapitel eröffnen, wurden von dem Bundesverband der Veterinärmedizinstudierenden in Deutschland – bvvd e.V. – in Form einer Umfrage erfasst. Anschließend wurden die Fragen zur Beantwortung an Experten und Tierärzte mit langjähriger Erfahrung, meist mit Bezug zu den tiermedizinischen Ausbildungsstätten, herangetragen.

Dieses Buch soll Ihnen über die Hürden und Tücken der ersten Wochen im Berufsleben helfen, Sie an die Hand nehmen und die ersten Meter des Weges begleiten. Es ist insbesondere für tiermedizinische Assistenten gedacht, die am Beginn ihrer beruflichen Karriere stehen. Natürlich richtet es sich auch an Studierende im Praktikum und interessierte Tierärzte.

Ganz gleich, ob Sie noch studieren, das Tiermedizinstudium gerade erfolgreich abgeschlossen haben oder Wiedereinsteiger sind: Wir wünschen Ihnen viel Freude sowie Erkenntnis- und Wissenszuwachs beim Lesen des vorliegenden Buches und stets Erfolg beim Behandeln Ihrer Patienten!

Wir danken allen Beteiligten für die Hilfe an der Umsetzung unserer Idee.

Vielen Dank den zahlreichen Teilnehmern unserer Umfrage, die den Inhalt des Buches bestimmt haben.

Für das Beantworten der Fragen gilt ein außerordentlicher Dank den Autoren sowie dem wissenschaftlichen Beirat.

Insbesondere danken wir dem Enke Verlag, ohne dessen herausragende Unterstützung dieses Buchprojekt nicht möglich gewesen wäre. Für die Initiative und Inspiration, für die kreative und kompetente Projektleitung und das andauernde Engagement von der Idee bis hin zur Fertigstellung des Buches war es uns eine Freude, mit Frau Gesina Abraham, Frau Dr. Maren Warhonowicz, Frau Antje Pigorsch und Frau Carolin Frotscher zusammengearbeitet haben zu dürfen.

Weiterhin bedanken wir uns bei den Sponsoren Royal Canin und Mars Petcare, vertreten durch Frau Dr. Franziska Conrad und Frau Dr. Cornelia Ewering, die das Buchprojekt von Beginn an gefördert und kontinuierlich substanziellen Beitrag geleistet haben.

Bundesverband der Veterinärmedizinstudierenden in Deutschland (bvvd e.V.)

im März 2016

Christin Kleinsorgen

Frederic Lohr

Mareike Stellfeld

Katharina Wadepohl

Geleitwort

Fragen begleiten unser Leben, die richtige Antwort ist jedoch nicht immer leicht zu finden. Diese Erfahrung macht insbesondere auch der tiermedizinische Berufsanfänger, wenn er den erkrankten Patienten untersucht hat und mit besorgten Tierbesitzern kommunizieren muss. Eine gute Antwort basiert dabei auf Fachkenntnissen, Erfahrung, eigenen Ideen und der persönlichen, rhetorischen Kompetenz. Wenn das Wissen fehlt oder aktuell nicht präsent ist, kann der kollegiale Rat eingeholt werden. Wenn dies nicht möglich ist, bleibt häufig nur der rasche Griff zum Buch und/oder die Nutzung digitaler Medien.

Das vorliegende Buch hat zum Ziel, eine dem aktuellen Kenntnisstand entsprechende Antwort auf die 100 häufigsten, dem Berufsanfänger sich in der tierärztlichen Praxis ergebenden Fragen zu geben. Die Fragen betreffen internistische wie chirurgische Erkrankungen, neben dem klassischen Kleintier Hund oder Katze auch Kleinsäuger, Reptilien oder Vögel. Der Verlag hat dazu die jeweils im Fachgebiet führenden klinisch tätigen Tiermediziner des deutschsprachigen Raums mit der Beantwortung beauftragt. Das Ergebnis liegt nun vor. Damit kann der fragestellende Berufsanfänger effizient und rasch die richtige Antwort finden oder zumindest Hinweise zu möglichen Ursachen und zur weiteren Vorgehensweise erhalten.

Dieses Buch ist von der Konzeption her einzigartig, sehr zu empfehlen, es ist ansprechend gegliedert, verständlich formuliert, lehrreich und informativ. Es eignet sich als Nachschlagewerk für die Zielgruppe, dient aber auch einem „alten Hasen“ zur Überprüfung der eigenen Vorgehensweise. Ich wünsche dem Leser viel Spaß beim Studium!

Hannover, Juni 2016

Prof. Dr. Michael Fehr

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Geleitwort

Teil I Praxisalltag

1 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe bei Problemen mit den Analdrüsen?

1.1 Anatomie und Physiologie

1.2 Klinisches Bild und Symptome

1.3 Erkrankungen

1.3.1 Obstruktion der Ausführungsgänge

1.3.2 Infektionen und Abszesse

1.3.3 Tumore

1.3.4 Perianalfisteln

1.4 Wie führe ich eine Erstversorgung durch?

1.4.1 Manuelle Entleerung

1.4.2 Therapie von Entzündungen

1.4.3 Tumorverdacht

2 Wie führe ich die Erstversorgung eines Durchfallpatienten durch?

3 Wie führe ich die Erstversorgung eines Patienten mit Erbrechen durch?

3.1 Allgemeines

3.2 Anamnese zur Eingrenzung der Herkunft

3.3 Wichtige Parameter der klinischen Untersuchung

3.3.1 Untersuchung der Maulhöhle

3.3.2 Kardiovaskulärer Status und Hydratationsstatus

3.3.3 Innere Körpertemperatur

3.3.4 Abdomenpalpation

3.3.5 Rektale Untersuchung

3.3.6 Neurologische Untersuchung

3.4 Akutes oder chronisches Erbrechen?

3.5 Schockanzeichen?

3.6 Akutes Erbrechen?

3.7 Verdacht auf Fremdkörper?

3.8 Verdacht auf ein metabolisches Problem?

3.9 Verdacht auf ein infektiöses/entzündliches Problem?

3.10 Aszites?

3.11 Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen

3.12 Weiterführende Literatur

4 Wie führe ich die Erstversorgung eines Patienten mit Atemwegsproblemen durch?

4.1 Weiterführende Literatur

5 Wie führe ich die Erstversorgung bei Patienten mit neurologischen Problemen durch?

5.1 Telefonischer Erstkontakt

5.1.1 Was ist zu fragen?

5.2 Lebensrettende Sofortmaßnahmen

5.3 Allgemeinuntersuchung

5.4 Neurologische Untersuchung

5.5 Differenzialdiagnosen und Diagnosestellung

5.6 Therapie

5.7 Weiterführende Literatur

6 Wie führe ich die Erstversorgung bei Patienten mit Juckreiz durch?

6.1 Anamnese

6.2 Dermatologische Untersuchung

6.2.1 Ektoparasiten

6.2.2 Infektion

6.2.3 Allergie

6.2.4 Andere Ursachen für Juckreiz

7 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe bei Patienten mit Hautproblemen?

7.1 Leitsymptome beim Hund

7.2 Leitsymptome bei der Katze

7.3 Häufigste Hauterkrankungen bei Hund und Katze

7.3.1 Ohrerkrankungen – Otitis externa

7.3.2 Analbeutelerkrankungen

7.3.3 Juckreiz

8 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe rund ums Auge und wie führe ich einen allgemeinen Untersuchungsgang durch?

8.1 Weiterführende Literatur

9 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe rund ums Ohr, und wie führe ich einen allgemeinen Untersuchungsgang durch?

9.1 Allgemeines

9.2 Otitis externa – ein häufiges und sehr schmerzhaftes Leiden

9.3 Ursachen

9.4 Untersuchungsgang – wie gehe ich vor?

9.5 Therapie

10 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe rund ums Herz und wie sieht der allgemeine Untersuchungsgang aus?

10.1 Einleitung

10.2 Untersuchungsgang

10.2.1 Anamnese

10.2.2 Klinische Untersuchung

10.3 Klinische Anzeichen einer Herzerkrankung

11 Wie führe ich eine Euthanasie bei Hunden und Katzen durch?

11.1 Vorbereitende Maßnahmen

11.2 Praktische Durchführung

11.3 Was macht man, wenn die Euthanasie fehlschlägt oder die intravenöse Euthanasie nicht möglich ist?

11.4 Nach der Euthanasie

12 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe bei Nagern und Kaninchen?

12.1 Allgemeines

12.2 Anorexie

12.2.1 Anorexie oder Pseudoanorexie?

12.3 Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (GIT)

12.4 Erkrankungen des Urogenitaltrakts

12.5 Erkrankungen des weiblichen Geschlechtstrakts

12.6 Enzephalitozoonose

12.7 Zahnerkrankungen

12.8 Dyspnoe

12.9 Weiterführende Literatur

13 Welche Besonderheiten muss ich beim Handling von Nagern und Kaninchen beachten?

13.1 Allgemeines

13.2 Tierartliche Besonderheiten

13.3 Weiterführende Literatur

14 Was muss ich bei der Verabreichung von Medikamenten bei Nagern und Kaninchen beachten?

14.1 Allgemeines

14.2 Applikationsarten

14.2.1 Oral

14.2.2 Subkutan

14.2.3 Intramuskulär

14.2.4 Intravenös

14.2.5 Intraperitoneal

14.2.6 Intraossär

14.3 Inadäquate Medikamente und Dosierungen

14.4 Weiterführende Literatur

15 Wie führe ich eine Zahnuntersuchung bei herbivoren Nagern und Kaninchen durch?

15.1 Untersuchung am wachen Tier

15.2 Untersuchung am narkotisierten Tier

15.2.1 Narkose

15.2.2 Maulhöhlenuntersuchung

15.2.3 Röntgenuntersuchung

15.3 Weiterführende Literatur

16 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe beim Frettchen und wie handle ich die Tiere?

16.1 Handling

16.2 Häufige Vorstellungsgründe

16.2.1 Impfung

16.2.2 Kastration und Dauerranz

16.2.3 Hyperadrenokortizismus

16.2.4 Insulinom

16.2.5 Lymphom

16.2.6 Magen-Darm-Erkrankungen

16.2.7 Herzerkrankungen

16.3 Weiterführende Literatur

17 Was sind die häufigsten Ursachen für Erbrechen („Futterwürgen“) beim Ziervogel und wie diagnostiziere und therapiere ich diese?

17.1 Anamnese

17.2 Differenzialdiagnosen

17.3 Diagnostische Untersuchungen

17.4 Therapie bei nicht infektiösen Ursachen

17.5 Therapie bei Infektionen

17.6 Weiterführende Literatur

18 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe bei Schildkröten?

18.1 Allgemeines

18.2 Diagnostik

18.3 Häufige Vorstellungsgründe von Land- und Wasserschildkröten in der Praxis

18.4 Weiterführende Literatur

19 Wie sollte ich bei einem Reptil mit Erbrechen/Regurgitieren vorgehen?

19.1 Allgemeines

19.2 Mögliche Ursachen

19.3 Diagnostik

19.4 Therapie

19.5 Weiterführende Literatur

20 Wie sollte ich bei einem Reptil mit Dyspnoe vorgehen?

20.1 Allgemeines

20.2 Symptome

20.3 Weiterführende Diagnostik und mögliche Ursachen

20.3.1 Weiterführende Diagnostik

20.3.2 Mögliche Ursachen

20.4 Therapie

20.4.1 Sofortmaßnahmen

20.4.2 Längerfristige Therapie und Prognose

20.5 Weiterführende Literatur

21 Wie führe ich die Erstuntersuchung von Fundtieren durch?

21.1 Schutz des Untersuchenden

21.2 Wildbahntauglichkeit

21.3 Anamnese

21.4 Allgemeinuntersuchung

21.5 Untersuchung in Narkose

21.6 Jungtiere

21.7 Weiterführende Literatur

22 Wie führe ich eine Blutentnahme durch und was sollte ich dabei beachten?

22.1 Zwangsmaßnahmen bei Hund und Katze

22.1.1 Allgemeine Zwangsmaßnahmen beim Hund

22.1.2 Allgemeine Zwangsmaßnahmen bei der Katze

22.2 Fixierung und Durchführung einer Blutentnahme

22.2.1 Vena cephalica antebrachii

22.2.2 Vena saphena

22.2.3 Vena femoralis / V. saphena medialis

22.2.4 Vena jugularis

22.3 Wie viel Blut kann ich abnehmen?

22.4 Weiterführende Literatur

23 Was ist die geeignete Braunülen-/Kanülengröße?

23.1 Allgemeines

23.2 Medikamentenapplikation und Besonderheiten

24 Wie gewinne ich Harn und welche Erkenntnisse kann ich aus den Laboruntersuchungen der Probe gewinnen?

24.1 Wann sollte eine Urinuntersuchung durchgeführt werden?

24.2 Wie kann Urin gewonnen werden?

24.3 Aus welchen Schritten besteht eine Urinanalyse?

24.3.1 Bestimmung von Farbe und Transparenz

24.3.2 Bestimmung des urinspezifischen Gewichts

24.3.3 Chemische Analyse mittels Teststreifen

24.3.4 Mikroskopische Untersuchung des Urinsediments

24.4 Weiterführende Literatur

25 Worauf muss bei dem Versand diagnostischer Proben geachtet werden?

25.1 Rechtsvorschriften

25.2 Was bedeutet ordnungsgemäße Klassifizierung?

25.3 Freigestellte veterinärmedizinische Proben

25.4 Beschriftung der Probe

25.5 Was ist weiterhin zu beachten?

25.6 Weiterführende Literatur

26 Wann macht eine Röntgenuntersuchung Sinn und wie führe ich diese durch?

26.1 Allgemeines

26.2 Wann ist eine Narkose sinnvoll?

26.3 Lagerungstechnik

26.4 Röntgenaufnahmen

26.4.1 Thorax

26.4.2 Abdomen

26.4.3 Gliedmaßen, Kopf und Wirbelsäule

26.5 Welche Röntgeneinstellungen verändern auf welche Weise die Bildqualität?

26.6 Weiterführende Literatur

27 Wie führe ich ein EKG durch und wie werte ich die Ergebnisse aus?

27.1 Durchführung

27.2 Auswertung

27.2.1 Sinusrhythmus

27.2.2 Supraventrikuläre Extrasystolen

27.2.3 Vorhofflimmern

27.2.4 Ventrikuläre Extrasystolen

27.2.5 Ventrikuläre Tachykardie

27.2.6 AV-Block 1. Grades

27.2.7 AV-Block 2. Grades

27.2.8 AV-Block 3. Grades

27.2.9 Hypovoltage und elektrischer Alternans

28 Wie lege ich einen Verband an und was sollte ich beachten?

28.1 Was brauche ich für meinen Verband?

28.2 Gliedmaßenverband

28.2.1 Besonderheiten bei der Sekundärschicht

28.2.2 Besonderheiten bei der Tertiärschicht

28.2.3 Besondere Gliedmaßenverbände

28.3 Kopfverband

28.4 Hals- und Thoraxverband

29 Wie führe ich eine Wundversorgung durch?

29.1 Generelle Überlegungen

29.2 „Erste Wund-Hilfe“

29.3 Wundversorgung

29.3.1 Konservative Wundversorgung

29.3.2 Chirurgische Wundversorgung

29.4 Antibiotische Therapie

29.5 Besonderheiten bei der Versorgung von Bissverletzungen

29.5.1 Verletzungsmechanismus

29.5.2 Versorgung

29.6 Fazit

30 Welchen Faden in welcher Stärke sollte ich für welche Nähte nutzen?

30.1 Fadeneigenschaften

30.1.1 Armierung

30.1.2 Fadenmaterial

30.1.3 Fadenstärke

30.1.4 Resorptionsverhalten

30.1.5 Fadenstruktur

30.2 Welcher Faden für welche Indikation?

31 Was muss ich bei der Kastration eines Hundes beachten?

31.1 Definition

31.2 Rechtliche Aspekte

31.3 Beratungsgespräch

31.3.1 Harninkontinenz

31.3.2 Adipositas

31.3.3 Tumorerkrankungen

31.3.4 Verhalten

31.3.5 Körperliche Entwicklung

31.3.6 Fellveränderung

32 Wie führe ich eine Sedierung durch?

32.1 Allgemeines

32.2 Auswahl eines geeigneten Sedierungsprotokolls

33 Wie führe ich eine Narkose durch und was muss ich beachten?

34 Wie soll ich den Besitzer zur Läufigkeit der Hündin beraten?

34.1 Allgemeines zum Zyklus der Hündin

34.2 Deckzeitpunktbestimmung

34.2.1 Erhebung der Anamnese

34.2.2 Duldungsprüfung

34.2.3 Adspektion und Palpation des äußeren Genitales

34.2.4 Vaginalzytologie

34.2.5 Progesteronbestimmung

34.3 Methoden zur Unterdrückung des Zyklus

35 Welche Besonderheiten bei der Behandlung trächtiger Tiere sollte ich beachten?

35.1 Allgemeines

35.2 Fütterung in der Trächtigkeit

35.3 Physiologische Veränderungen während der Trächtigkeit

35.4 Spezielle Behandlungen

35.5 Weiterführende Literatur

36 Welche Impfungen sollten wann, wie, wo und wem empfohlen werden?

36.1 Allgemeines

36.2 1 × 1 der Impfungen

36.3 Wogegen kann bzw. muss geimpft werden?

36.4 Wie gehe ich bei den Impfungen vor?

36.5 Impfschemata bei Hund und Katze für die Core-Komponenten

37 Welche Entwurmungen sollten wann, wie, wo und wem empfohlen werden?

37.1 Nicht nur impfen – auch entwurmen!

37.2 Wie entwurme ich richtig?

37.2.1 Tiere mit geringem Risiko (kein freier Auslauf, kein Kontakt zu anderen Tieren)

37.2.2 Tiere mit durchschnittlichem Risiko (Auslauf unter Aufsicht, Kontakt zu anderen Tieren)

37.2.3 Tiere mit hohem, anhaltendem Risiko (freier Auslauf ohne Aufsicht, Tierheime, Zuchten, Haushalte mit mehreren Tieren, Jagdhunde)

37.3 Zoonosegefahr

37.4 Reisen und Wurmbefall

37.5 Welche Präparate sind zur Therapie geeignet?

38 Wie gehe ich mit aggressiven Patienten um?

38.1 Vorbeugen ist entscheidend!

38.1.1 Schaffen Sie eine „beruhigende Atmosphäre“ in der Praxis

38.1.2 Beugen Sie Problemen vor, bevor diese entstehen!

38.2 Einschätzung der Situation, insbesondere auch der Besitzerrolle

38.3 Besitzeraufklärung

38.4 Immer zu bedenken ist ...

38.5 Mögliche Zwangsmaßnahmen beim Hund

38.6 Mögliche Zwangsmaßnahmen bei der Katze

38.7 Sedierung/Narkose

39 Wie definiere ich die Körperkondition von Hunden und Katzen?

40 Welche Fragen zum Thema Hundefütterung werden am häufigsten gestellt?

40.1 Welche Fütterungsmethoden gibt es?

40.2 Woher weiß ich, dass mein Tier alles bekommt, was es braucht?

40.3 Wie ernähre ich meinen großwüchsigen Welpen richtig?

40.4 Was ist BARF und ist das besser/gesünder für mein Tier?

40.5 Was muss ich bei einer vom Tierarzt verordneten Diät für mein Tier beachten?

40.6 Ist es nicht am besten für unsere Hunde und Katzen, wenn wir sie wie ihre wilden Vorfahren ernähren?

40.7 Weiterführende Literatur

Teil II Notfälle

41 Wie entscheide ich, ob der Patient ein Notfall ist?

42 Gibt es rechtliche Unterschiede zwischen Notfällen in der Praxis und bei Hausbesuchen?

43 Welche Notfallmedikamente sollte ich in welchen Mengen und Dosierungen immer griffbereit haben?

44 Wie kann ich den Kreislauf eines Patienten stabilisieren?

45 Welche Parameter enthält ein Notfalllabor?

46 Worauf muss ich bei Unfällen von Hund und Katze mein besonderes Augenmerk legen?

47 Wie erkenne ich einen Schockpatienten?

48 Wie kann ich einen Status epilepticus lösen?

49 Was unternehme ich bei einem Hund mit Fremdkörperverdacht?

49.1 Anamnese

49.2 Diagnostik

49.3 Therapie

49.3.1 Tracheale Fremdkörper

49.3.2 Fremdkörper im Bereich der Maulhöhle

49.3.3 Ösophageale Fremdkörper

49.3.4 Fremdkörper im Magen-Darm-Trakt

50 Wie führe ich eine Tracheotomie durch, wenn ein Fremdkörper in der Trachea liegt?

50.1 Wissenswertes

50.2 Symptome

50.3 Diagnostisches Vorgehen

50.4 Tracheotomie/Tracheostomie

50.4.1 Benötigtes Material

50.4.2 Lagerung des Patienten

50.4.3 Vorgehensweise

50.5 Weiterführende Literatur

51 Was unternehme ich bei einem Hund mit Verdacht auf Vergiftung? Welches Gift ruft welche Symptome hervor?

51.1 Wie behandle ich eine akute Intoxikation?

51.1.1 Telefonischer Erstkontakt

51.1.2 Lebensrettende Sofortmaßnahmen

51.1.3 Allgemeinuntersuchung

51.1.4 Identifikation des Giftes

51.1.5 Gezielte Entgiftung

51.2 Welches Gift ruft welche Symptome hervor?

51.3 Weiterführende Literatur

52 Wie erkenne ich den Unterschied zwischen häufigen nervalen Erkrankungen mit ähnlichem Erscheinungsbild auf den ersten Blick?

52.1 Telefonischer Erstkontakt

52.2 Lebensrettende Sofortmaßnahmen

52.3 Allgemeinuntersuchung

52.4 Neurologische Untersuchung

52.5 Diagnosestellung und Therapie

52.6 Allgemeine Notfalltherapie

52.7 Ergänzende Langzeittherapie

53 Was muss ich bei einer Magendrehung beim Hund beachten?

53.1 Wissenswertes

53.2 Entstehung und Verlauf

53.3 Kleine Pathophysiologie

53.4 Symptome und Untersuchungsbefunde

53.5 Sofortmaßnahmen

53.6 Perkutane Gastrozentese

53.6.1 Material

53.6.2 Vorbereitung

53.6.3 Eingriff

53.7 Anästhesie bei Magentorsion

53.8 Postoperative Überwachung

53.9 Postoperative Schmerztherapie

53.10 Weiterführende Literatur

54 Wie helfe ich einem Tier mit Dyspnoe? Welche Maßnahmen und Medikamente sind wann sinnvoll?

54.1 Allgemeines

54.2 Therapie

54.2.1 Erkrankungen der oberen Atemwege

54.2.2 Pleuralspalterkrankungen

54.2.3 Lungenparenchymerkrankungen

55 Wie intubiere ich einen Hund/eine Katze?

55.1 Vorbereitung

55.2 Vorgehen

55.2.1 Lagerung des Tieres

55.2.2 Intubation

56 Wie lege ich einen Venenverweilkatheter?

56.1 Allgemeines

56.2 Vorgehen

56.2.1 Vorbereitung

56.2.2 Fixation des Tieres

56.2.3 Vorbereitung der Vene

56.2.4 Schieben des Venenverweilkatheters

56.2.5 Probleme und Lösungen

57 Wann greife ich bei Hunden/Katzen geburtshelfend ein?

57.1 Trächtigkeitsdauer

57.2 Anzeichen der Geburt

57.3 Anzeichen einer Dystokie

57.4 Konservative Geburtshilfe

58 Wie sieht die Erstversorgung von Neonaten aus?

58.1 Allgemeines

58.2 Versorgung von Welpen nach Geburt via naturalis

58.3 Versorgung von Welpen nach Sectio caesarea

58.4 Problemmanagement

58.5 Nachsorge

58.6 Checkliste zur Versorgung von Welpen

58.6.1 Materialien

58.6.2 Medikamente

59 Wie gehe ich bei einer akuten Pyometra vor?

59.1 Allgemeines

59.2 Diagnostik

59.3 Therapie

59.3.1 Chirurgische Therapie

59.3.2 Konservative Therapie

59.4 Weiterführende Literatur

60 Wie diagnostiziere ich einen Schlaganfallpatienten und wie behandle ich ihn?

60.1 Definition und telefonischer Erstkontakt

60.2 Lebensrettende Sofortmaßnahmen

60.3 Allgemeinuntersuchung

60.4 Neurologische Untersuchung

60.5 Differenzialdiagnose

60.6 Therapiemaßnahmen

60.6.1 Notfallmaßnahmen beim kollabierten Patienten

60.6.2 Kurzfristige und längerfristige Therapie

60.7 Mögliche Ursachen eines Hirnschlags

61 Wie gehe ich beim Abziehen eines Thoraxergusses vor?

61.1 Indikationen

61.2 Vorbereitung

61.3 Durchführung

61.4 Ausblick

61.5 Weiterführende Literatur

62 Wie schiebe ich eine Thoraxdrainage bei einem Pneumothorax?

62.1 Indikationen

62.2 Vorbereitung

62.3 Durchführung

62.4 Ausblick

62.5 Weiterführende Literatur

63 Was kann ich tun, wenn ich ein subkutan zu verabreichendes Medikament versehentlich intravenös gespritzt habe?

64 Wie diagnostiziere ich eine Tympanie bei einem Kaninchen und was sollte ich therapeutisch unternehmen?

64.1 Allgemeines

64.2 Palpation

64.3 Allgemeinuntersuchung

64.4 Notfallmaßnahmen

64.4.1 Temperaturkorrektur

64.4.2 Infusionstherapie

64.4.3 Analgesie

64.5 Weiterführende Diagnostik

64.5.1 Röntgen

64.5.2 Blutuntersuchung

64.5.3 Kontrastmittelpassage

64.6 Behandlung

64.6.1 Medikamentöse Therapie

64.6.2 Chirurgische Therapie

64.6.3 Postoperative Therapie

64.7 Weiterführende Literatur

65 Was muss ich bei der Blutabnahme bei Kaninchen und Nagern beachten?

65.1 Maximale Probenmenge

65.2 Benötigte Materialien

65.3 Blutentnahme beim Kaninchen

65.3.1 Arteria auricularis

65.3.2 Vena auricularis

65.3.3 Vena saphena lateralis

65.3.4 Vena cephalica antebrachii

65.4 Blutentnahme beim Meerschweinchen, Chinchilla und Degu

65.4.1 Vena saphena lateralis

65.4.2 Vena cephalica antebrachii

65.5 Blutentnahme bei anderen Kleinsäugern

65.6 Weiterführende Literatur

66 Wie helfe ich einem Vogel mit Dyspnoe? Welche Medikamente sollte ich in welcher Dosierung in Griffweite haben? Wann sollte ich sie verabreichen?

66.1 Notfall?

66.2 Anamnese

66.3 Diagnostik bei chronischem Verlauf

66.4 Therapie

66.5 Weiterführende Literatur

67 Wie helfe ich einem Kaninchen oder Nager mit Dyspnoe? Welche Medikamente sollte ich in welcher Dosierung in Griffweite haben?

67.1 Allgemeines

67.2 Erstmaßnahmen

67.2.1 Obere Atemwege

67.2.2 Sauerstoffzufuhr und Kreislauf

67.2.3 Weitere Maßnahmen

67.3 Ursachen

67.3.1 Adspektion

67.3.2 Palpation

67.3.3 Auskultation

67.4 Diagnostik

67.5 Therapie

67.6 Weiterführende Literatur

68 Wie soll ich bei einem Vogel mit Legenot vorgehen?

68.1 Liegt eine Legenot-Notfallsituation vor?

68.1.1 Sofortige Notfallmaßnahmen

68.2 Legenot ohne Notfallsituation

68.2.1 Strategie der Behandlung

68.3 Weiterführende Literatur

69 Wie sollte ich bei einem Reptil mit Legenot vorgehen?

69.1 Telefonischer Kontakt und Beratung des Besitzers zum weiteren Vorgehen

69.1.1 Beratung des Besitzers über sofort zu treffende Maßnahmen

69.2 Behandlung des Reptils mit Legenot in der Praxis oder Klinik

69.2.1 Komplizierte Legeverhaltung (Sonder-/Notfallsituationen)

69.2.2 Legeverhaltung ohne Notfallsituation

69.3 Weiterführende Literatur

70 Wie sollte ich bei einem Reptil mit Kloakenprolaps vorgehen?

70.1 Einleitung

70.2 Telefonischer Kontakt und Beratung des Besitzers zum weiteren Vorgehen

70.3 Behandlung des Reptils mit Prolaps in der Praxis oder Klinik

70.3.1 Zu treffende Sofortmaßnahmen

70.4 Weiterführende Maßnahmen und Therapie des Prolapses

70.4.1 Therapie des einfachen Kloakalprolapses

70.4.2 Therapie des komplizierten Kloakalprolapses

70.5 Weiterführende Literatur

Teil III Hausapotheke

71 Welche starken Analgetika mit geringer atemdepressiver Wirkung stehen mir für die perioperative Schmerzlinderung zur Verfügung?

71.1 Allgemeines

71.2 Wirkstoffe

71.3 Therapiehinweise

71.4 Behandlungsempfehlung

71.4.1 Operationen an Wirbelsäule oder Gelenken

71.4.2 Thorakotomie

71.5 Weiterführende Literatur

72 Welche Medikamente zur Entwurmung von Hund und Katze kann ich verwenden?

72.1 Allgemeines

72.2 Entwurmungsplan

72.3 Weiterführende Literatur

73 Bei welchen Indikationen ist eine Glukokortikoidgabe sinnvoll? Welche Form der Applikation soll dabei genutzt werden?

73.1 Wirkstoffe und Indikationen

73.2 Anwendungshinweise

73.2.1 Initialbehandlung

73.2.2 Alternierende Langzeittherapie

73.2.3 Therapie mit Depotpräparaten

73.3 Darreichungsformen

74 Welche Antibiotika sollte ich kennen?

74.1 Grundsätze der Antibiotikatherapie in der Kleintierpraxis

74.2 Auflistung der Antibiotika in der Kleintiermedizin

74.3 Weiterführende Literatur

75 Kleines 1 × 1 der Hausapotheke – Welche Dinge muss ich unbedingt beachten?

75.1 Hinweise zum Betrieb einer tierärztlichen Apotheke

75.2 Was muss ich bei der Anwendung und Abgabe von Arzneimitteln bei Kleintieren beachten?

75.2.1 Kennzeichnung selbst abgepackter Arzneimittel

75.3 Lagerung und Haltbarkeit von Tierarzneimitteln in der Praxis

75.3.1 Lagerung selbsthergestellter Arzneimittel

75.3.2 Haltbarkeit von Arzneimitteln

75.4 Was muss ich beim Umgang mit Betäubungsmitteln beachten (z.B. Lagerung, Dokumentation)?

75.4.1 Aufbewahrung von Betäubungsmitteln

76 Welche Infusion gebe ich in welcher Situation? Wie berechne ich Infusionen?

76.1 Allgemeines

76.2 Dehydratation

76.2.1 Formel 1 – Berechnung der benötigten Infusionsmenge

76.2.2 Beispiel: Hund mit 20kg Körpermasse und 5% Dehydratation

76.3 Hypovolämie

76.4 Störungen im Kaliumhaushalt

76.5 Hypokaliämie

76.5.1 Beispiel: Hund mit 5kg Körpermasse, 10% Dehydratation, 2mmol/l K+/l Serum

76.6 Hyperkaliämie

76.7 Mischungskreuz

76.8 Weiterführende Literatur

77 Wie sehen die üblichen Desinfektionspläne aus?

77.1 Allgemeines

77.2 Grundstruktur eines Hygieneplans

77.3 Vom Hygieneplan abzudeckende Bereiche

77.4 Eigenkontrolle

77.5 Weiterführende Literatur

78 Wie berechne ich die notwendige Menge, die ich dem Besitzer von einem Medikament mitgeben muss?

78.1 Allgemeines

78.2 Dosierungsangabe

78.3 Berechnungsbeispiel: Tablette (abgeteilte Form)

78.4 Berechnungsbeispiel: Lösung

78.5 Kennzeichnung der abzugebenden Arzneimittel

78.5.1 Sonderfall Anbruch

78.6 Preisberechnung für die Abgabe einer umgefüllten und abgepackten Teilmenge von Arzneimitteln durch Tierärzte

Teil IV Kommunikation und BWL

79 Wie stelle ich eine korrekte Einarbeitung sicher?

79.1 Voraussetzungen

79.2 Während des Praktikums

79.3 Auf der Stellensuche

79.4 Während des ersten Mitarbeitergesprächs

79.5 Während der Einarbeitungszeit

80 Wie schätze ich mich am besten selbst ein und wie komme ich am besten mit eigenen Unsicherheiten und Ängsten zurecht?

80.1 Allgemeines

80.2 Klären Sie die Erwartungen an sich und die Rahmenbedingungen

80.3 Klären Sie Ihre eigenen Erwartungen und machen Sie sich Ihre Kompetenzen bewusst

80.4 Nutzen Sie sich bietende Gelegenheiten

80.5 Packen Sie es an und freuen Sie sich an Geschafftem

80.6 Machen Sie sich Ihrer selbst und Ihres Zusammenspiels mit anderen bewusst

80.7 Weiterführende Literatur

81 Wie spreche ich am besten fehlenden Arbeitsschutz an?

81.1 Situation in der Branche

81.2 Bei der Stellensuche

81.3 Die konkrete Situation

82 Wie spreche ich Unsicherheiten im Team an?

82.1 Allgemeines

82.2 Kategorisieren Sie Ihre Unsicherheiten

82.3 Gehen Sie Ihrem Problem auf den Grund

82.4 Bereiten Sie sich auf Gespräche vor

82.5 Allgemeine Tipps für einen guten Start

82.6 Weiterführende Literatur

83 Wie verhandle ich ein adäquates Gehalt?

83.1 Recherche des Lohnniveaus

83.2 Vorbereitung der Verhandlung

83.3 Im Verhandlungsgespräch

84 Wie leite ich das „perfekte“ Patientenbesitzergespräch?

84.1 Weiterführende Literatur

85 Wie begleite ich Patientenbesitzer am besten durch eine Euthanasie?

85.1 Weiterführende Literatur

86 Wie verhalte ich mich, wenn Patientenbesitzer das Tier aus Geldmangel euthanasieren lassen möchten?

86.1 Weiterführende Literatur

87 Kann ich ein Tier auch ohne Zustimmung seines Besitzers aus Tierschutzgründen euthanasieren?

87.1 Weiterführende Literatur

88 Was kommt nach der Euthanasie?

88.1 Wie spreche ich am besten an, was für die Zeit nach der Euthanasie zu bedenken ist?

88.2 Was passiert mit dem Tierkörper, wenn das Tier in der Praxis bleibt?

88.3 Welche rechtlichen Bestimmungen gibt es zu bedenken? Darf der Besitzer das Tier einfach im Garten begraben?

88.4 Welche anderen Möglichkeiten hat der Besitzer?

88.5 Welche Möglichkeiten der Trauerbewältigung gibt es für den Besitzer?

89 Wie verhalte ich mich am besten gegenüber „vorinformierten“ oder unhöflichen Patientenbesitzern?

90 Was muss ich bei einer Auslandsreiseberatung beachten?

91 Wie kommuniziere ich für Patientenbesitzer unangenehme Krankheitsbilder?

92 Wie kommuniziere ich am besten den Tod eines Tieres in meiner Obhut und wie gehe ich selbst damit um?

92.1 Allgemeines

92.2 SPIKES-Modell

92.2.1 S: Vorbereitung, Umgebung

92.2.2 P: Wahrnehmung des Klienten

92.2.3 I: Aufforderung des Klienten, die Mitteilung zu machen

92.2.4 K: Informationen zum Sachverhalt

92.2.5 E: Emotionen

92.2.6 S: Strategie

92.3 Weiterführende Literatur

93 Wie verhalte ich mich am besten bei Reklamationen?

93.1 In der Einarbeitungszeit

93.2 In der konkreten Situation

94 Was muss ich bei einer Überweisung an einen Kollegen beachten?

94.1 Weiterführende Literatur

95 Welche Versicherungen sollte ich als Praxisassistent haben, um abgesichert zu sein?

96 Welche Tierversicherungen gibt es und was sind die Vor- und Nachteile?

96.1 Allgemeines

96.2 Lebensversicherung

96.3 Haftpflichtversicherung

96.4 Operationskostenversicherung

96.5 Krankenversicherung

97 Was sollte ich bei Bestellungen und beim Management des Lagers für Medikamente und Verbrauchsartikel beachten?

98 Was muss ich auf einer Rechnung ausweisen?

99 Was wiegt schwerer bei einer Behandlung – die „Wirtschaftlichkeit“ oder die „Machbarkeit“?

99.1 Machbarkeit

99.2 Wirtschaftlichkeit

100 Wo muss ich mich als approbierter Tierarzt anmelden?

Teil V Anhang

101 Hilfreiche Videos

102 Abkürzungen

103 Mythen und Märchen über die Ernährung von Hunden und Katzen

103.1 „Hund und Katze sind Fleischfresser.“

103.2 „Das beste Futter ist das mit dem höchsten Fleischanteil. Der Fleischanteil ist das wichtigste Qualitätskriterium.“

103.3 „Rohfütterung ist viel gesünder als Fertignahrung, weil die Zutaten natürlicher und weniger stark verarbeitet sind.“

103.4 „Mein Tier mit Juckreiz und empfindlicher Haut braucht getreidefreies Futter.“

103.5 „Im Trockenfutter sind Futtermilben, die Allergien auslösen.“

103.6 „Weizen macht Hunde und Katzen krank. Eine weizenfreie Ernährung ist viel gesünder.“

103.7 „Nur tierische Proteine sind hochwertig. Die Futtermittelindustrie setzt pflanzliche Proteine als billige Füllstoffe ein.“

104 Umgang mit verschiedenen Tierhaltertypen in der Praxis

Anschriften

Impressum

Teil I Praxisalltag

1 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe bei Problemen mit den Analdrüsen?

2 Wie führe ich die Erstversorgung eines Durchfallpatienten durch?

3 Wie führe ich die Erstversorgung eines Patienten mit Erbrechen durch?

4 Wie führe ich die Erstversorgung eines Patienten mit Atemwegsproblemen durch?

5 Wie führe ich die Erstversorgung bei Patienten mit neurologischen Problemen durch?

6 Wie führe ich die Erstversorgung bei Patienten mit Juckreiz durch?

7 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe bei Patienten mit Hautproblemen?

8 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe rund ums Auge und wie führe ich einen allgemeinen Untersuchungsgang durch?

9 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe rund ums Ohr, und wie führe ich einen allgemeinen Untersuchungsgang durch?

10 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe rund ums Herz und wie sieht der allgemeine Untersuchungsgang aus?

11 Wie führe ich eine Euthanasie bei Hunden und Katzen durch?

12 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe bei Nagern und Kaninchen?

13 Welche Besonderheiten muss ich beim Handling von Nagern und Kaninchen beachten?

14 Was muss ich bei der Verabreichung von Medikamenten bei Nagern und Kaninchen beachten?

15 Wie führe ich eine Zahnuntersuchung bei herbivoren Nagern und Kaninchen durch?

16 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe beim Frettchen und wie handle ich die Tiere?

17 Was sind die häufigsten Ursachen für Erbrechen („Futterwürgen“) beim Ziervogel und wie diagnostiziere und therapiere ich diese?

18 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe bei Schildkröten?

19 Wie sollte ich bei einem Reptil mit Erbrechen/Regurgitieren vorgehen?

20 Wie sollte ich bei einem Reptil mit Dyspnoe vorgehen?

21 Wie führe ich die Erstuntersuchung von Fundtieren durch?

22 Wie führe ich eine Blutentnahme durch und was sollte ich dabei beachten?

23 Was ist die geeignete Braunülen-/Kanülengröße?

24 Wie gewinne ich Harn und welche Erkenntnisse kann ich aus den Laboruntersuchungen der Probe gewinnen?

25 Worauf muss bei dem Versand diagnostischer Proben geachtet werden?

26 Wann macht eine Röntgenuntersuchung Sinn und wie führe ich diese durch?

27 Wie führe ich ein EKG durch und wie werte ich die Ergebnisse aus?

28 Wie lege ich einen Verband an und was sollte ich beachten?

29 Wie führe ich eine Wundversorgung durch?

30 Welchen Faden in welcher Stärke sollte ich für welche Nähte nutzen?

31 Was muss ich bei der Kastration eines Hundes beachten?

32 Wie führe ich eine Sedierung durch?

33 Wie führe ich eine Narkose durch und was muss ich beachten?

34 Wie soll ich den Besitzer zur Läufigkeit der Hündin beraten?

35 Welche Besonderheiten bei der Behandlung trächtiger Tiere sollte ich beachten?

36 Welche Impfungen sollten wann, wie, wo und wem empfohlen werden?

37 Welche Entwurmungen sollten wann, wie, wo und wem empfohlen werden?

38 Wie gehe ich mit aggressiven Patienten um?

39 Wie definiere ich die Körperkondition von Hunden und Katzen?

40 Welche Fragen zum Thema Hundefütterung werden am häufigsten gestellt?

1 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe bei Problemen mit den Analdrüsen?

Irene Flickinger

1.1 Anatomie und Physiologie

Symmetrisch und lateral des Afters befinden sich die haselnussförmigen Analbeutel als Einstülpungen zwischen innerem und äußerem Analbeutelsphinkter auf 8 Uhr bzw. 4 Uhr bei Hund und Katze. Sie sind mit einem schmalen Ausführungsgang, der seitlich am mukokutanen Übergang mündet, mit der Hautoberfläche verbunden. Apokrine Drüsen und Talgdrüsen bilden das Analbeutelsekret.

Erkrankungen der Analbeutel kommen beim Hund häufig, bei der Katze selten vor.

1.2 Klinisches Bild und Symptome

Juckreiz

Schmerz

Erythem

Papeln, Pusteln, Krusten

Ulzera

Fisteln

Umfangsvermehrungen (UV)

1.3 Erkrankungen

1.3.1 Obstruktion der Ausführungsgänge

Ansammlung von überschüssigem Sekret bei mechanischer Entleerungsstörung (eingetrocknetes Sekret, Eiter), prädisponierende Faktoren sind: übergewichtige kleine Rassen, Durchfall, idiopathisch

1.3.2 Infektionen und Abszesse

meist bakterielle Entzündungen, hervorgerufen von Bakterien, die sich im Sekret befinden (Kommensalen)

treten als Sekundärinfektionen im Rahmen von Allergien oder Endokrinopathien auf oder als Folge von Obstruktion der Ausführungsgänge

selten mit Fieber und Apathie

1.3.3 Tumore

Karzinome, Adenome, selten Fibrome und Sarkome, auch bilateral

Vorstellungsgrund meist Dyschezie oder sichtbare UV, auch Polyurie (PU)/Polydipsie (PD), Inappetenz und Vomitus durch paraneoplastische Hyperkalzämie

1.3.4 Perianalfisteln

vor allem beim Schäferhund/Schäferhund-Mischling, auch als perianale oder anale Furunkulose bekannt

Pathogenese ungeklärt, aber immunmediierte Genese vermutet

Bildung von Mikroabszessen, Fortschreiten zu Fistelgängen, oft schmerzhaft

1.4 Wie führe ich eine Erstversorgung durch?

1.4.1 Manuelle Entleerung

Der mit Gleitgel benetzte behandschuhte Zeigefinger wird in den Anus eingeführt. Sanfter Druck auf den Analbeutel zwischen Zeigefinger und Daumen führt zur Entleerung des Inhalts ( ▶ Abb. 1.1). Eine zytologische Untersuchung des Sekrets hilft bei der Diagnose von Infektionen und Entzündungen.

Abb. 1.1 Manuelle Entleerung der Analbeutel.

1.4.2 Therapie von Entzündungen

Unterstützend zur Entleerung sollte eine systemische antibiotische Behandlung in Erwägung gezogen werden. Sowohl grampositive wie gramnegative Aerobier und Anaerobier können eine Infektion auslösen, weshalb eine bakteriologische Untersuchung (BU) einschließlich Antibiogramm hilfreich ist. Empirisch ist der Einsatz von Amoxicillin/Clavulansäure, Metronidazol oder Clindamycin vertretbar. Zusätzlich können lokale Spülungen mit Kochsalzlösung durchgeführt werden, wobei auf die Instillation von pastösen oder cremigen Formulierungen zur lokalen Therapie verzichtet werden sollte. Nicht steroidale Antiphlogistika können bei manchen Fällen für wenige Tage ergänzt werden.

1.4.3 Tumorverdacht

Bei soliden Massen im Bereich des Analbeutels, die sich auf Druck nicht entleeren lassen, ist eine Feinnadelaspiration zur zytologischen Untersuchung indiziert. Dafür am geeignetsten ist das von außen mehrmalige Einbringen einer unarmierten 22G-Kanüle. Es sollte nicht aspiriert werden, außer es ist beim ersten Versuch kein Material zu gewinnen. Die Probe wird auf einen Objektträger aufgetragen und behutsam ausgestrichen.

2 Wie führe ich die Erstversorgung eines Durchfallpatienten durch?

Hanna Dorothee Plickert

Akute oder chronische Durchfallerkrankungen können in Abhängigkeit des damit verbundenen Flüssigkeitsverlusts oder einer zugrunde liegenden Erkrankung zu akut lebensbedrohlichen Situationen führen. In diesem Fall hat eine umgehende Stabilisierung des Patienten mit i.v. kristalloider und ggf. kolloidaler Flüssigkeitstherapie unbedingt Vorrang. Neben den klinischen Parametern (Hautturgor, Pulsfrequenz, -qualität, Schleimhautfarbe, KFZ, IKT) gibt die Bestimmung von Hämatokrit – siehe hierzu auch das Video „Hämatokrit“ in der ▶ Video-Liste – und Totalprotein (TP) weitere Hinweise auf den Dehydratationszustand und hilft damit bei der Bestimmung der erforderlichen Infusionsrate. Mindestens bis zur deutlichen Verbesserung der Kreislaufsituation ist eine intensive Überwachung des Patienten erforderlich.

Tu dies!

Im Notfall (verminderter Allgemeinzustand, Dehydratation, Schock, akutes Abdomen): umgehende Kreislaufstabilisierung mit i.v. Flüssigkeitstherapie – siehe hierzu auch unter ▶ Schockanzeichen und ▶ Kreislaufstabilisierung

Hypovolämischer Schock: Bolus kristalloide Lösung 10–20ml/kg (Hund) oder 5–10ml/kg (Katze) über 15 Minuten, dann Kreislaufsituation reevaluieren; ggf. erneuter Bolus und/oder Bolus synthetisches Kolloid mit initial 5ml/kg (max. 20ml/kg/d); erneute Reevaluierung nach 15 Minuten

Ausgleich Dehydratation in 12–24 Stunden + Erhaltungsbedarf + geschätzte weitere Verluste

Vorsicht bei ausgeprägter Hypoproteinämie/-albuminämie! → ggf. Einsatz von synthetischen Kolloiden und/oder Blutprodukten

engmaschige Kreislaufkontrolle, Gewichtskontrolle, Blutdruckkontrolle

Patient stabil: gründliche Anamnese

Bei einem (jetzt) stabilen Patienten ist es ratsam, sich Zeit für eine ausführliche Anamnese zu nehmen, da hiermit bereits wichtige Rückschlüsse auf mögliche Ursachen (z.B. alimentär, infektiös, Eingrenzung Dünn- oder Dickdarmdurchfall) gezogen werden können. Relevant sind insbesondere:

Impf- und Entwurmungsstatus, Auslandsaufenthalte

Partnertiere, Freigang bei Katzen

Futtermittel, Medikamente, Zugang zu Kompost, Abfall, Humanmedikamenten, Giftstoffen

Appetit, Trinkverhalten, Veränderungen im Allgemeinverhalten, Gewichtsverlust

Kotkonsistenz und -farbe, Kotabsatzfrequenz, Beimengungen (Schleim, Blut, unverdautes Futter), Tenesmus, Häufigkeit Durchfall

Tu dies!

Insbesondere dauerhaft zu weicher, aber noch geformter Kot wird vom Besitzer oft nicht als Durchfall angesehen, gezielt nachfragen!

Akute oder chronische Durchfallerkrankungen können eine Vielzahl gastrointestinaler oder extragastrointestinaler Ursachen haben. Die weitere Diagnostik und Therapie sollte an der Ausprägung und Dauer des Durchfalls, dem Allgemeinzustand des Patienten und den klinischen Befunden orientiert sein.

Bei einer milden, akuten Durchfallerkrankung eines Patienten mit gutem Allgemeinzustand kann die Diagnostik meist auf eine parasitologische Kotuntersuchung und ggf. die Erhebung einiger Laborparameter (Hämatokrit, TP, Elektrolyte, Leber- und Nierenwerte) beschränkt werden. Therapeutisch werden unterstützende Maßnahmen (kommerzielle leicht verdauliche Diäten oder vorübergehend Selbstgekochtes, z.B. Reis/Kartoffel mit Pute/Lachs) ergriffen.

Bei Tieren mit hochgradiger akuter Symptomatik, schlechtem Allgemeinzustand oder chronischem Durchfall sollte schrittweise eine weitere problemorientierte Diagnostik erfolgen (z.B. Blutbild [BB], Blutchemie [BCh], parasitologische Kotuntersuchung [Sammelkotprobe: 3 Kotproben über 3 Tage], spezifische Tests wie Parvovirus-Antigen, T4 [Thyroxin], TLI [Trypsin-like Immunoreactivity], PLI [spezifische Pankreaslipase], Cobalamin, Folsäure, Abdomensonografie, intestinale Biopsien). Gezielt eingesetzte Therapieversuche – z.B. Diät, Antiparasitikum, Antibiotikum (bei Hinweisen auf eine antibiotikaresponsive Diarrhoe) – können durchaus wichtige Bestandteile der weiteren Abklärung sein. Insbesondere bei chronischen Durchfallerkrankungen erstreckt sich die Diagnostik häufig über mehrere Wochen und eine gute Kommunikation mit den Besitzern über diesen oft langwierigen Prozess ist besonders wichtig.

Bei akuten Durchfallerkrankungen ist der Einsatz von Antibiotika häufig nicht erforderlich und sollte auf Patienten mit Gefahr einer Sepsis beschränkt werden. Abgesehen von der spezifischen Behandlung möglicher Grunderkrankungen sind gezielte diätetische Maßnahmen und eine adäquate Flüssigkeitstherapie die Eckpfeiler bei der (Erst-)Versorgung von Durchfallpatienten.

Bloß nicht!

Bei Hypovolämie und/oder gastrointestinalen Symptomen keine nicht steroidalen oder steroidalen Antiphlogistika (NSAID) verwenden, da hier das Risiko für gastrointestinale und renale Nebenwirkungen deutlich steigt.

Einsatz von Antibiotika nur nach strenger Indikation → akute bakterielle, nicht systemische Darminfektionen sind meist selbstlimitierend.

3 Wie führe ich die Erstversorgung eines Patienten mit Erbrechen durch?

Anita Manz

3.1 Allgemeines

Erbrechen ist ein sehr häufiges Symptom bei Kleintieren. Die Ursachen können durch gastrointestinale Probleme, aber auch durch extragastrointestinale, metabolische, neurologische und toxische Auslöser hervorgerufen werden.

3.2 Anamnese zur Eingrenzung der Herkunft

Signalement

junges Tier (verdächtig für infektiöse Ursache, z.B. Parvovirose, oder parasitäre Ursache)

altes Tier (Neoplasien u.a.)

Kastriert? Nein: Wann war die letzte Läufigkeit?

Impf- und Entwurmungsstatus

Auslandsaufenthalte

Dauermedikamente oder Vortherapien (z.B. NSAID, Glukokortikoide)

Fremdkörper- (FK) oder Toxinaufnahme möglich?

Ist es wirklich Erbrechen? Differenzialdiagnose (DD) Regurgitieren, Dysphagie, Husten etc.

Zusätzliche Symptome? Beispielsweise PU/PD, Gewichtsverlust?

Welches Futter wird gefüttert, gab es eine Umstellung?

Seit wann erbricht der Patient (Stunden, Tage, Wochen)?

Wie oft erbricht der Patient und in welchem Abstand zur Futter- und Wasseraufnahme? Erbrechen des Futters Stunden nach Fütterung? (z.B. bei Pylorusobstruktion, Mukosahypertrophie, Tumoren oder Polypen, Motilitätsproblemen)

Was erbricht der Patient?

Volumen, Farbe, Konsistenz, Geruch, Beimengungen (z.B. Blut, Galle)

Unverdautes Futter? → Verdacht einer im Magen liegenden Ursache

Galle? → schließt Pylorusobstruktion eher aus

Blut im Erbrochenen (frisch oder verdaut)? → gastrointestinale Erosionen oder Ulzerationen

3.3 Wichtige Parameter der klinischen Untersuchung

3.3.1 Untersuchung der Maulhöhle

Schleimhäute: Ikterus → Lebererkrankungen oder Hämolyse (z.B. immunvermittelte Anämie)

urämischer Geruch → Nierenerkrankungen

FK → vor allem bei Katzen Zungengrund untersuchen (häufig findet man hier einen linearen FK, z.B. Fäden, dünne Bänder u.a.)

3.3.2 Kardiovaskulärer Status und Hydratationsstatus

inklusive SH-Farbe (SH: Schleimhaut), kapillärer Füllungszeit (KFZ), Herz- und Pulsfrequenz, -rhythmus und -stärke

Bradykardie oder Arrhythmien bei einem erbrechenden Tier → mögliche Anzeichen einer metabolischen Ursache (z.B. Hypoadrenokortizismus)

Hydratationsstatus: Hautelastizität (vermindert, aufgehoben), Maulschleimhäute (trocken), Augen (eingesunkene Bulbi); Hämatokrit und Total-Protein-Bestimmung

3.3.3 Innere Körpertemperatur

Fieber → möglicher Indikator für infektiöse oder entzündliche Erkrankung (z.B. Peritonitis)

3.3.4 Abdomenpalpation

aufgeblähtes oder tympanisches Abdomen (z.B. Gastric Dilatation Volvulus [GDV], Magenüberladung)

Effusionen (z.B. Peritonitis, portale Hypertension, rupturierter Tumor)

Tumoren oder Organomegalie (z.B. Neoplasien, Invaginationen, FK)

Schmerz (z.B. Peritonitis, Pankreatitis oder intestinale Obstruktionen)

gas- oder flüssigkeitsgefüllter Darm (möglicher Hinweis auf FK)

3.3.5 Rektale Untersuchung

Meläna: Verdacht auf Blutung des oberen Gastrointestinaltrakts (GIT)

Hämatochezie: Hinweis auf Blutung im Dickdarm/Rectum

3.3.6 Neurologische Untersuchung

bei Patienten mit Kopfschiefhaltung, Nystagmus, Ataxie u.a.

3.4 Akutes oder chronisches Erbrechen?

akut: < 5 Tage

chronisch: > 3 Wochen oder rezidivierend oder keine Besserung mit symptomatischer Therapie

Eine parasitologische Kotuntersuchung (Kotsammelprobe: 3 Proben über 3 Tage) sollte routinemäßig bei allen erbrechenden Patienten durchgeführt werden.

3.5 Schockanzeichen?

Hund: erhöhte Herz- und Pulsfrequenz (schwach, schlecht gefülltes Gefäß), verlängerte oder verkürzte KFZ, erniedrigte innere Körpertemperatur (IKT), pappige/trockene SH

Katze: erniedrigte Herz- und Pulsfrequenz, verlängerte KFZ, erniedrigte IKT, trockene Schleimhäute

Tu dies!

Welpen: Glukosemessung! Bei weniger als 60 mg/dl: 1ml/kg 50%ige Glukose, 1:4 verdünnt mit NaCL-Lösung über 5–10 Minuten langsam i.v.; alternativ initial auch Glukose Sirup oder 50%ige Glukose p.o. (auf die orale Schleimhaut auftragen)

Intravenöse Flüssigkeitstherapie

Hund

kristalloide (Ringer-Lösung, Ringer-Laktat): 10–20ml/kg in 15–20 Minuten (körperwarm)

kolloidale (Hydroxyethylstärke [HAES]): 5–10ml/kg in 15–20 Minuten

Reevaluierung (HF, KFZ, IKT, SH, Puls) nach 10–15 Minuten und ggf. wiederholen oder reduzieren auf 2–4ml/kg/h

nach Stabilisierung: Reevaluierung des Patienten stündlich (P, KFZ, SH, HF, Lungenauskultation); je nach Entwicklung können die Abstände verlängert und nachfolgende Untersuchungen angeschlossen werden (Ultraschall Abdomen, weiterführende Blutuntersuchungen etc.)

Katze

Schocktherapie erst bei einer IKT über 36°C, davor restriktive Infusionstherapie mit 1–4ml/kg/h; vorrangig Aufwärmen (Wärmematte, Bair hugger, mit warmem Wasser gefüllte Handschuhe), danach Start Schockbolus

kristalloide (Ringer-Lösung, Ringer-Laktat): 5–10ml/kg in 15–20 Minuten

kolloidale (HAES): 5ml/kg in 15–20 Minuten

Reevaluierung (HF, KFZ, IKT, SH, Puls) nach 10–15 Minuten und ggf. wiederholen oder reduzieren auf 2–4ml/kg/h

nach Stabilisierung: Reevaluierung des Patienten stündlich (P, KFZ, SH, HF, Lungenauskultation); je nach Entwicklung können die Abstände verlängert und nachfolgende Untersuchungen angeschlossen werden (Ultraschall Abdomen, weiterführende Blutuntersuchungen etc.)

Siehe hierzu auch das Kapitel ▶ Kreislaufstabilisierung.

Bloß nicht!

Keine Schockbolustherapie bei Herzpatienten, Hämoabdomen und Katzen mit Hypothermie < 36°C (Kreislaufbeteiligung).

3.6 Akutes Erbrechen?

Tu dies!

Bei milden klinischen Symptomen

Kotuntersuchung

selektive Diagnostik (Hämatokrit, TP, Röntgen mit/ohne Kontrastmittel: sollte ein endoskopischer Notfall im Raum stehen, wird ein jodhaltiges Kontrastmittel empfohlen) – siehe hierzu auch das Video „Hämatokrit“ in der ▶ Video-Liste

unspezifische Gastroenteritis: Diät (leichtverdaulich, hochwertiges Eiweiß: z.B. Hills i/d, Royal Canine Sensitivity Control; bei Futtermittelunverträglichkeit oder Allergieverdacht Versuch der Umstellung auf hypoallergene Diäten), Antiemetika, Gastroprotektiva, Antiparasitika je nach Kotuntersuchung

bei Nichtansprechen weitere diagnostische Schritte nötig (komplettes Blutbild, erweitertes Chemieprofil, parasitologische Kotuntersuchung, Harnuntersuchung, Abdomensonografie, Thoraxröntgen, Gastroduodenoskopie)

Bei ernsten klinischen Symptomen

komplettes Blutbild

Blutchemie

Harnanalyse

Kotuntersuchung

Röntgen (mit/ohne Kontrastmittel: sollte ein endoskopischer Notfall im Raum stehen, wird ein jodhaltiges Kontrastmittel empfohlen)

evtl. ACTH-Stimulationstest zum Ausschluss eines Hypoadrenokortizismus

3.7 Verdacht auf Fremdkörper?

Siehe hierzu auch das Kapitel ▶ Fremdkörperverdacht.

Tu dies!

Übersichtsröntgen Abdomen (mit/ohne Kontrastmittel: sollte ein endoskopischer Notfall im Raum stehen, wird ein jodhaltiges Kontrastmittel empfohlen): 2 Aufnahmen d/v, dex/sin – siehe hierzu auch das Kapitel ▶ Röntgenuntersuchung

Ultraschall (wenn vorhanden)

je nach Befund und Lokalisation endoskopische oder chirurgische FK-Entfernung

Bloß nicht!

Kein Metoclopramid und kein Ranitidin bei Verdacht eines FK (prokinetische Wirkung auf Magen und Pylorus)!

3.8 Verdacht auf ein metabolisches Problem?

Tu dies!

Basischemie-Profil: Kreatinin, Harnstoff, ALT, ALP, Elektrolyte (Ka, Na, Cl); Bsp.: im Hinblick auf Niereninsuffizienz, Lebererkrankungen, endokrinologische Erkrankungen (z.B. Hypoadrenokortizismus)

Elektrolyte/Blutgase (wenn möglich)

EKG bei Bradykardie, Arrhythmie – siehe hierzu auch das Kapitel ▶ EKG

3.9 Verdacht auf ein infektiöses/entzündliches Problem?

Tu dies!

Hämatologie oder Blutausstrichanalyse auf Leukopenie, Neutrophilie (Linksverschiebung): ggf. Antibiotikum (Breitband)

beim Jungtier Parvovirus-Antigennachweis (z.B. Idexx Snap Test), wenn vorhanden; pos. Testergebnis: je nach Zustand Intensivtherapie (i.v. Dauertropfinfusionen, Antibiose, Antiemetika, Gastroprotektiva, Prokinetika, Analgetika)

3.10 Aszites?

Tu dies!

Punktatanalyse (spezifisches Gewicht, TP, Laktat, Glukosemessung und Zellbild; mikroskopisch: Hinweise auf Exsudat, intrazelluläre Bakterien, septische Peritonitis?)

BCh (TP, Albumin)

3.11 Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen

Eine Auflistung möglicher Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen liefert ▶ Tab. 3.1.

Tab. 3.1

 Mögliche Medikamente gegen Übelkeit, Magenprotektiva

▶ [1]

.

Handelsname

Wirkstoff

Tierart

Dosierung

Applikationsart

Cerenia

Maropitant

Hund/Katze

1mg/kg

i.v., i.m., s.c.

2mg/kg

p.o.

Paspertin, Emeprid

Metoclopramid

Hund/Katze

0,2–0,5mg/kg

i.m., s.c., p.o.

1–2mg/kg/Tag

i.v

Ondansetron

Ondansetron

Hund/Katze

0,5mg/kg

i.v.

Omeprazol, Esomeprazol

Omeprazol

Hund/Katze

1mg/kg/12–24h

i.v., p.o.

Sucralfat, Ulcogant

Sucralfat

Hund/Katze

20–40mg/kg

p.o.

3.12 Weiterführende Literatur

[1] Plumb DC. Plumb’s Veterinary Drug Handbook. 7th ed. Hoboken, New Jersey: Wiley-Blackwell; 2011

4 Wie führe ich die Erstversorgung eines Patienten mit Atemwegsproblemen durch?

Doris Kampner

Atemwegsprobleme können sich bei Hunden und Katzen in unterschiedlicher Weise manifestieren. Je nachdem, ob es sich um ein akutes oder chronisches Problem handelt, sind schnelles Handeln und eine gute Anamnese entscheidend für die Erstversorgung und Stabilisierung des Patienten – siehe hierzu auch das Kapitel ▶ Kreislaufstabilisierung.

Atemwegsprobleme können sich in Form von Dyspnoe/Tachypnoe, Husten, Maulatmung, Zyanose und Stridorgeräuschen äußern, im schlimmsten Falle durch Atemstillstand. Ein besonderes Augenmerk muss bei diesen Patienten auf einen möglichst schonenden und stressfreien Umgang gelegt werden.

Bei der Erhebung der Anamnese sollten vor allem folgende Punkte erfragt werden:

Handelt es sich um ein akutes oder chronisches Problem?

Freigänger? Kann ein Trauma vorliegen? (wenn keine offensichtlichen äußeren Verletzungen vorliegen, kann unter Umständen das Aussehen der Krallen einen Hinweis auf ein vorangegangenes Trauma geben, z.B. abgeschliffene oder ausgerissene Krallen als Hinweis auf einen Autounfall)

Hat das Tier zuvor erbrochen/regurgitiert? (eventueller Hinweis auf das Vorliegen einer Aspirationspneumonie)

Kann das Tier etwas aufgenommen oder zerbissen haben? (z.B. FK? Zerbissenes Elektrokabel? Rattengift?)

Vorerkrankungen? Medikamente?

Schon bei der Beobachtung des Atemmusters können Rückschlüsse auf die Lokalisation des Problems gezogen werden:

inspiratorische Dyspnoe (meist mit Stridorgeräusch, Schnarchen): Erkrankung der oberen Atemwege

exspiratorische Dyspnoe (meist bei Auskultation veränderte Atemgeräusche hörbar): Erkrankung der unteren Atemwege

gemischte Dyspnoe: Erkrankung des Lungenparenchyms

frequente und eher oberflächliche Atmung: Erkrankung des Pleuralspalts (Thoraxerguss, Pneumothorax, intrathorakale Neoplasien, Pneumomediastinum, Perikarderguss und Rippenfrakturen) oder Lungenparenchym

langsame Atmung, angestrengte abdominal betonte Atmung: neurologische bzw. neuromuskuläre Störung

Tu dies!

Sauerstoffgabe in möglichst stressfreier Form (z.B. Flow-by, Sauerstoffkäfig, evtl. Sauerstoffkragen)

immer griffbereit haben: Intubationsset, Beatmungsbeutel und, wenn möglich, Tracheotomieutensilien

Atemwege frei? Obstruktionen entfernen, bei Bedarf Absaugen

wenn möglich, Venenkatheter setzen, Butorphanol zur Sedierung verabreichen

fraktionierte Untersuchung! (Adspektion, Auskultation, Perkussion zählen zu den wichtigsten Untersuchungspunkten bei diesen Patienten)

bei Verdacht auf Liquidothorax oder Pneumothorax: Thorakozenthese (aseptische Kautelen, 7.–9. Intercostalraum [ICR]; Proben zu weiteren biochemischen, zytologischen, bakteriologischen Untersuchungen und zur PCR-Diagnostik asservieren)

weitere Diagnostik erst nach Stabilisierung des Patienten (Blutabnahme, -untersuchung, Röntgen, Ultraschall)

bei Rasselgeräuschen bzw. anderen Hinweisen auf ein kardiogenes Problem (Herzgeräusch, positiver Venenpuls, Pulsdefizit, Rhythmusstörungen oder bekannte Herzerkrankung): Furosemid-Bolus oder Furosemid-DTI (DTI: Dauertropfinfusion), Dosierung siehe ▶ Tab. 4.1

restriktive Infusionrate (Hund: 2–4ml/kg/h kristalloide Lösung; Katze: 1–2ml/kg/h kristalloide Lösung) bei Verdacht auf eine kardiale Insuffizienz

eher kühle Umgebung, cave: Überhitzung

Sobald der Patient stabil genug ist, sollte die weiterführende Diagnostik zielgerichtet nach der Anamnese und klinischen Untersuchung sowie den bisher erhobenen Befunden erfolgen. Zu den möglichen diagnostischen Methoden zählen u.a.:

Röntgen (obere Halsgegend, Thorax)

Echokardiografie

Blutuntersuchung (Hämatologie, C-reaktives Protein [CRP] [Hund], venöse/arterielle Blutgase, Gerinnungsstatus)

Bronchoskopie (Bronchoalveolarlavage oder endoskopische FK-Entfernung)

Punktatanalyse (zytologische Untersuchung und BU)

Kotuntersuchung (Baermann-Wetzel-Auswanderverfahren)

Bloß nicht!

Keine ventrodorsale Röntgenaufnahme bei Patienten mit Atemnot! Röntgen nur bei Bedarf und falls Patient stabil genug, dorsoventrale oder Röntgenaufnahme am stehenden Patienten durchführen.

Eine Fixation für den Venenzugang führt zu einer stressbedingten Symptomverschlimmerung, daher besser Medikamente i.m. oder s.c. verabreichen.

Keine Verwendung von Atemdepressiva!

Mögliche Medikamente bei respiratorischen Notfällen sind in ▶ Tab. 4.1 aufgeführt.

Tab. 4.1

 Mögliche Medikamente bei respiratorischen Notfällen

▶ [2]

.

Handelsname

Wirkstoff

Tierart

Dosierung

Applikationsart

Butomidor, Alvegesic

Butorphanol

Hund/Katze

0,2–0,4mg/kg

i.v., i.m., s.c.

Lasix

Furosemid-Bolus

Hund

2–8mg/kg

i.v., i.m., s.c.

Katze

2–4mg/kg

i.v., i.m., s.c.

Lasix

Furosemid-DTI

Hund

0,5mg/kg/h

i.v.

Katze

0,25mg/kg/h

i.v.

Bricanyl

Terbutalin

Hund/Katze

0,01mg/kg

i.m., s.c.

Prednisolut, Solu-Dacortin

Prednisolon

Hund/Katze

1–2mg/kg

i.v.

4.1 Weiterführende Literatur

[2] Plumb DC. Plumb’s Veterinary Drug Handbook. 7th ed. Hoboken, New Jersey: Wiley-Blackwell; 2011

5 Wie führe ich die Erstversorgung bei Patienten mit neurologischen Problemen durch?

Shenja Loderstedt

5.1 Telefonischer Erstkontakt

Ein Patientenbesitzer äußert den Verdacht einer neurologischen Störung bei seinem Tier. Was ist zu anhand des Telefonats zu entscheiden? Welche Entscheidung ist anhand des Telefonats zu treffen?

Handelt es sich wirklich um ein neurologisches Problem?

Wie dringlich muss der Patient vorgestellt werden?

5.1.1 Was ist zu fragen?

Bewusstseinslage: Reagiert das Tier bewusst auf seine Umwelt, z.B. auf das Ansprechen durch den Besitzer?

Lähmungserscheinungen: Zeigt das Tier Lähmungserscheinungen? Und wenn ja, in welchen Gliedmaßen und in welchem Grad?

Anfälle: Lassen Sie sich mögliche „Anfälle“ durch den Besitzer beschreiben.

Zeitlicher Verlauf der Symptome: Wie lange bestehen die Symptome bereits? Sind diese progressiv fortschreitend?

Wer hilft mir weiter?

Spezialisten für Veterinärneurologie in Ihrer Nähe finden Sie hier:

Homepages der Veterinärmedizinischen Fakultäten und Hochschulen

www.tier-neurologen.de

www.ecvn.org

5.2 Lebensrettende Sofortmaßnahmen

5.3 Allgemeinuntersuchung

Die neurologischen Symptome stehen meist augenscheinlich im Vordergrund. In den allermeisten Fällen muss der Patient jedoch zuerst systemisch stabilisiert werden! Beim neurologischen Notfallpatienten sind insbesondere folgende Parameter klinisch von Bedeutung:

5.4 Neurologische Untersuchung

Es gilt herauszufinden, ob es sich um ein neurologisches Problem handelt, und wenn ja, was sind die Defizite und wo ist die Läsion zu lokalisieren?

Neurologisch normal oder abnormal?

Epileptische Anfälle? – Großhirn-Dysfunktion

Kopf-Schiefhaltung? – vestibuläre Störung

Lähmung der Gliedmaßen (Parese/Plegie)? – Dysfunktion des Rückenmarks oder der neuromuskulären Strukturen

Koordinationsstörung (Ataxie)? – vestibulär, zerebellär, propriozeptiv

Defizite anhand der neurologischen Untersuchung?

Bewusstsein

Gang/Haltung

Kopfnerven

Haltungs- und Stellreaktionen

segmentale Reflexe

Schmerzhaftigkeit

neuroanatomische Lokalisation

Gehirn (Großhirn, Kleinhirn, Hirnstamm)

Rückenmarksegmente (C1–5, C6–T2, T3–L3, L4–S3)

neuromuskulär (Nerv, Muskel, neuromuskuläre Endplatte)

Siehe hierzu auch die Videos „Die neurologische Untersuchung beim Hund“ und „Die neurologische Untersuchung bei der Katze“ in der ▶ Video-Liste.

5.5 Differenzialdiagnosen und Diagnosestellung

Die Ergebnisse der neurologischen Untersuchung führen zur neuroanatomischen Lokalisation der Läsion. Werden diese Ergebnisse mit anderen fallspezifischen Daten kombiniert, kann eine gut gewichtete Differenzialdiagnosenliste (DD-Liste) erstellt und so das weitere diagnostische Vorgehen abgestimmt werden ▶ [3], ( ▶ Tab. 5.1).

Tab. 5.1

 Diagnostisches Vorgehen.

Schritt 1

Schritt 2

Schritt 3

Signalement

VETAMIN D

gewichtete DD-Liste

diagnostischer Plan

Beginn der Symptome

Fortschreiten der Symptome

Schmerzhaftigkeit

Asymmetrie

neuroanatomische Lokalisation

5.6 Therapie

Die kausale Therapie ist entsprechend der wahrscheinlichsten DD oder gestellten Diagnose einzuleiten. Eine symptomatische Therapie sollte Folgendes berücksichtigen:

systemische Stabilisation: Sauerstoff, Infusion, Elektrolyte, Ernährung

Schmerztherapie: Opioide (Cave: bei ASHT kann die Beurteilung der Bewusstseinslage beeinträchtigt werden), NSAID (ggf. Magenschutz), Gabapentin (bei neuropathischem Schmerz)

Aufrechterhaltung des Kot- und Urinabsatzes

Ruhighaltung

weiche und trockene Bettung

Bloß nicht!

Vermeiden Sie die unbegründete Gabe von Kortikosteroiden!

Kortikosteroide führen zu einer Schwächung der Muskulatur und zu Wundheilungsstörungen, erhöhen das Infektionsrisiko und steigern so z.B. die Gefahren in Bezug auf Aspirationspneumonie und Blaseninfektion, führen zu einem erhöhten Risiko von gastrointestinalen Nebenwirkungen und behindern so den Einsatz von NSAID, erschweren eine weiterführende Diagnostik oder machen diese sinnfrei.

Bei ASHT sind Kortikosteroide kontraindiziert.

Bei akutem Rückenmarktrauma (schließt akute Bandscheibenvorfälle ein) werden Kortikosteroide nach neuerer Literatur nicht mehr empfohlen ▶ [4].

5.7 Weiterführende Literatur

[3] Cardy TJA, De Decker S, Kenny PJ et al. Clinical reasoning in canine spinal disease: what combination of clinical information is useful? Veterinary Record 2015; 177(7): 171–171

[4] Platt S, Garosi L. Small Animal Neurological Emergencies. London: Manson Publishing; 2012

6 Wie führe ich die Erstversorgung bei Patienten mit Juckreiz durch?

Claudia Kreil-Ouschan

6.1 Anamnese

Bei einer dermatologischen Visite zur Juckreizabklärung machen der Vorbericht und die dermatologische Untersuchung bis zu 70% der Diagnose aus. Bitte nehmen Sie sich daher die Zeit, um folgende Fragen zu besprechen:

Tu dies!

Denken Sie bei der Abklärung an Prädispositionen von Alter, Rasse und Geschlecht für einige dermatologische Erkrankungen.

Welpen: Demodikose, Dermatophytose, juvenile Zellulitis, Dermatomyositis

Jungtiere (1–3 Jahre): Atopie, FAD

ausgewachsene Tiere (4–7 Jahre): Hypothyreose, Autoimmunerkrankungen

ältere Tiere (> 8 Jahre): Hyperadrenokortizismus, epitheliotropes Lymphom

unkastrierter Kater/Rüde: Abzesse/Mykosen durch Kämpfe beim Kater, kastrationsreaktive Dermatose/Alopezie des Rüden, Feminisierungssyndrom beim Rüden

unkastrierte Kätzin/Hündin: nicht entzündliche Alopezie durch Ovarialzysten vs. -tumore, Mammatumore, teleogenes Effluvium post partum

Prädispositionen von Hauterkrankungen bei verschiedenen Rassen (z.B. Mops: Demodikose, Intertrigo, Atopie)

6.2 Dermatologische Untersuchung

Zuerst untersuchen Sie bitte das Haarkleid (Farbe, Dichte, Glanz, Länge, Qualität) sowie die Haut (Farbe, Dicke, Geruch) auf seine Gesamtheit. Anschließend beschreiben Sie die hier bestehenden Effloreszenzen nach ihrer topografischen Verteilung sowie Unterteilung in primäre und sekundäre Hautblüten. Achten Sie dabei darauf, ob die Erkrankung lokalisiert oder generalisiert ist, symmetrisch oder asymmetrisch? Denken Sie dabei daran, dass die meisten Hauterkrankungen ein typisches Verteilungsmuster haben.

Anschließend gehen Sie weiter nach folgender Ausschlussdiagnostik vor:

6.2.1 Ektoparasiten

Ein Befall mit Flöhen bzw. eine Flohspeichelallergie-Dermatitis (FAD) – siehe hierzu auch unter ▶ Flohspeichelallergie-Dermatitis –, mit Sarkoptesmilben, Cheyletiellen, Neotrombicula autumnalis, Otodectes cynotis (Otodectes-Räude), Läusen, Haarlingen oder sekundär auch Demodexmilben können im unterschiedlichem Ausmaß mit Juckreiz beim Hund verbunden sein.

Bei der Katze sollte man an folgende Parasiten denken: Flöhe, Notoedresmilbe, Otodectes cynotis (Otodectes-Räude), Cheyletiellen, Läuse, Insektenstiche, selten auch Demodexmilben.

Tu dies!

Ausschluss von Ektoparasiten mittels Flohkamm, Klebestreifennachweis bzw. (oberflächlichem und tiefem) Hautgeschabsel.

Bei Hunden mit Sarkoptes-Verdacht eignet sich auch ein serologischer Nachweis bzw. die Sarkoptes-PCR (PCR: Polymerase-Kettenreaktion). Es empfiehlt sich, in jedem Falle eine symptomatische Therapie durchzuführen, um eine Sarkoptes-Räude sicher ausschließen zu können (Selamectin Spot on® oder Moxidectin Spot on® 2 × im Abstand von 14 Tagen auftragen). Führen Sie bei Sarkoptes-Verdacht immer auch zusätzlich den Pinna-Pedal-Reflex (Ohr-Pfoten-Reflex) durch.

Die Therapie besteht aus einem geeigneten Antiparasitikum. Je nach Ektoparasitentyp sollten auch alle Kontakttiere mitbehandelt werden sowie eine Umgebungsbehandlung (Wohnung, Auto, Zwinger, Hundeboxen eingeschlossen: regelmäßiges Staubsaugen, Putzen, Kehren, Waschen, damit die Parasiten aus der Umgebung entfernt werden; Anwendung von Kontaktinsektiziden) durchgeführt werden.

6.2.2 Infektion

Ein Befall mit Bakterien (Pyodermie), Hefepilzen (Malasseziendermatitis) oder eine Pilzerkrankung (Dermatophytose) kann zu Pruritus führen. Dieser kann primär oder auch sekundär bedingt sein.

Tu dies!

Folgende Schritte dienen dem Ausschluss bzw. der Bestätigung dieser Erkrankungen:

Zytologische Untersuchung mittels Abklatschpräparat: durchsichtiges Klebeband (Tesa®) mit der klebenden Seite nach unten oder Objektträger auf die Effloreszenz drücken und anschließend färben (z.B. Diff-Quik®-Färbelösung) und unter dem Mikroskop beurteilen.

Wenn intrazelluläre Bakterien in der Zytologie festgestellt werden, sollte immer eine bakteriologische Untersuchung inkl. Antibiogramm durchgeführt werden. Dazu wird ein Abstrich der Hautveränderung genommen und der Tupfer anschließend in das Transportmedium gegeben.

Betrachtung unter einer Wood-Lampe

Trichogramm

Pilzkultur bzw. Dermatophyten-PCR

Die Therapie besteht aus einer systemischen und topischen Medikation (antibiotisches bzw. antimykotisches Präparat).

Bloß nicht!

Glukokortikoide sind hier in jedem Fall kontraindiziert, da diese zu einer Verschlimmerung des Krankheitsbildes und auch des Juckreizes führen würden!

Bei einer Dermatophytose muss man den Tierbesitzer über die Zoonose aufklären und dementsprechende Therapie-/Managementmaßnahmen (www.esccap.de) besprechen.

6.2.3 Allergie

Typisch für eine Allergie ist zuerst der Pruritus sine materia. Erst im späteren Verlauf kommt es zu Hautveränderungen.

6.2.3.1 Futtermittelreaktion/-allergie

Typischweise ist eine Futtermittelunverträglichkeit eine nicht saisonale, juckende und/oder mit gastrointestinalen Symptomen einhergehende Erkrankung, die durch die Aufnahme von Futterbestandteilen ausgelöst wird. Die Hautveränderungen sind primär im Gesicht und der ventralen Körperhälfte vorhanden. Rezidivierende Ohr-, Analdrüsenerkrankungen sowie Pododermatitiden sind häufig bei caninen Patienten.

Bei der Katze ist das Hauptsymptom der Pruritus, seltener sind gastrointestinale Symptome zu beobachten. Infolge des Juckreizes kommt es zu selbstinduzierten Ulzerationen im Kopf- und Halsbereich sowie selbstverursachten symmetrischen Alopezien, zur miliaren Dermatitis oder Komponente des eosinophilen Granulomkomplexes; diese können für sich alleine oder in Kombination auftreten.

Die Diagnose wird aufgrund einer Ausschlussdiät mit anschließender Provokation gestellt.

Tu dies!

Eliminationsdiät über mindestens 4 Wochen (Katze) bzw. 8 Wochen (Hund). Empfohlen wird entweder eine selbstgekochte Diät mit einer bis dahin noch nicht gefütterten Kohlenhydrat- und einer Eiweißquelle oder eine Diätnahrung mit hydrolysierter Eiweißquelle (Hypoallergenic bzw. Anallergenic von Royal Canin).

Ein Futtermittelallergietest (serologischer Nachweis) kann bei der Auswahl der geeigneten Nahrungsquellen behilflich sein, ist aber keine Diagnose.

Die Therapie besteht in erster Linie aus einer Vermeidung der auslösenden Futtermittelallergene.

6.2.3.2 Atopische Dermatitis

Die atopische Dermatitis (AD) ist eine aufgrund einer genetischen Prädisposition entstehende entzündliche, juckende Hauterkrankung auf bestimmte, normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene) mit charakteristischen Symptomen, die mit häufig gegen Umweltantigene gerichteten IgE-Antikörpern (IgE: Immunglobulin E) verbunden ist.

Die Diagnose beruht auf Signalement, Vorbericht, typischem klinischem Bild und dem Ausschluss von DD.

Tu dies!

Allergietest (Intrakutantest bzw. serologischer Nachweis von allergenspezifischen IgE)

Beachte dabei vor Durchführung des Allergietests die notwendigen Absetzfristen der Glukokortikoide!

Die Therapie besteht primär aus einer Vermeidung der auslösenden Allergene. Des Weiteren wird eine Modulation der Immunreaktion mittels allergenspezifischer Immuntherapie (ASIT) empfohlen. Bei dieser Therapie soll es durch die steigende Gabe von Allergenen zu einer Gewöhnung an das provozierende Allergen kommen, um so die überschießende Reaktion des Immunsystems auf das auslösende Allergen zu verhindern. Die Allergene werden dem Patienten entweder subkutan oder sublingual nach Therapieplan verabreicht. Die ASIT ist eine lebenslange Therapie. Weitere Therapiemöglichkeiten: Wiederherstellung der Barrierefunktion mithilfe von essenziellen Fettsäuren topisch und/oder systemisch; Reduktion der Selbsttraumatisierung mittels diverser Anti-Juckreizpräparate (z.B. Antihistamine, Oclacitinib, Ciclosporin A, Glukokortikoide).

6.2.3.3 Flohspeichelallergie-Dermatitis

Die FAD ist eine juckende Hauterkrankung, die durch eine Überempfindlichkeit gegen den Biss von Flöhen hervorgerufen wird. Beim Hund ist primär die kaudale Körperhälfte, vor allem Kruppe, Schwanzansatz, betroffen. Im Gegensatz dazu gibt es bei der Katze 4 Hautreaktionsmuster: Juckreiz mit selbstinduzierten Ulzerationen im Kopf- und Halsbereich, bilaterale symmetrische Alopezie, feline miliare Dermatitis, feliner eosinophiler Granulomenkomplex – diese können für sich alleine oder auch in Kombination auftreten.

Tu dies!

Nachweis mittels bloßem Auge oder mittels Lupe, Ausbürsten des Fells und Nachweis des Flohkots.

Eine Überempfindlichkeit kann auch mittels Intrakutantest oder serologischem Nachweis von allergenspezifischen IgE nachgewiesen werden.

Achtung: Flöhe sind bei Katzen mit einer FAD schwierig nachzuweisen, da der Juckreiz ein intensives Belecken und somit eine Entfernung der Parasiten auslöst!

Die Therapie besteht aus einer adäquaten lebenslangen Ektoparasitenbehandlung. Alle Tiere eines Haushalts bzw. Kontakttiere sowie parallel auch die Umgebung müssen mitbehandelt werden.

Bei starkem Juckreiz sollte parallel eine systemische Behandlung des Pruritus über die ersten Tage erfolgen (z.B. Antihistamine, Oclacitinib, Glukokortikoide).

6.2.4 Andere Ursachen für Juckreiz

systemische oder hormonelle Erkrankungen (z.B. Niereninsuffizienz/Urämie, Diabetes mellitus, portosystemischer Shunt)

neoplastische Erkrankungen (z.B. epitheliotropes Lymphom, Mastozytom)

immunmedierte Erkrankungen (z.B. Pemphigus foliaceus)

virale Erkrankungen bei der Katze (Herpes-, Poxviren)

Tu dies!

Ausschluss der DD mittels folgender Untersuchungen:

allgemeine klinische Untersuchung

Blut- (hämatologische, chemische, serologische, endokrinologische Laboranalysen) und Harnuntersuchung

zytologische Untersuchung

Hautbiopsie

Die Therapie sollte entsprechend der Grunderkrankung gewählt werden.

7 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe bei Patienten mit Hautproblemen?

Claudia Kreil-Ouschan

7.1 Leitsymptome beim Hund

Juckreiz, siehe hierzu auch das Kapitel Erstversorgung bei ▶ Juckreiz

Geruchsveränderung

Ohrerkrankungen, siehe hierzu auch auch unter ▶ Otitis externa

Analbeutelerkrankungen, siehe hierzu auch unter ▶ Analdrüsen

Papeln, Pusteln, Krusten

Pfotenerkrankungen (Pododermatitiden) bzw. Erkrankungen der Ballen

Krallenerkrankungen

Hypotrichosen versus Alopezien

Seborrhoen, Exfoliationsstörungen

Pigmentstörungen (Pigmentverlust, Hyperpigmentierung)

Erkrankungen der mukokutanen Übergänge

Erkrankungen des Skrotums

Knötchen

Umfangsvermehrungen

7.2 Leitsymptome bei der Katze

Juckreiz, siehe hierzu auch das Kapitel Erstversorgung bei ▶ Juckreiz

Alopezie (fokal versus symmetrisch)

Papeln, Pusteln, Krusten

Seborrhoen, Exfoliationsstörungen

Erkrankungen der Ohrmuscheln, Ohren

Erkrankungen des Nasenspiegels

Erkrankungen der Krallen

Knötchen, Fisteln

Umfangsvemehrungen

7.3 Häufigste Hauterkrankungen bei Hund und Katze

7.3.1 Ohrerkrankungen – Otitis externa

Siehe hierzu auch das Kapitel Vorstellungsgründe rund ums ▶ Ohr.

Die Otitis externa ist ein entzündlicher Vorgang, der die Ohrmuschel sowie den äußeren Gehörgang betrifft. Primär Hunde, aber auch Katzen werden mit Kopfschütteln, Kratzen des betroffenen Ohres, Juckreiz und Schmerzhaftigkeit in der Praxis vorgestellt. Mögliche Ursachen für die Entstehung einer Otitis können sein: Parasiten, Allergie, FK, Bakterien, Hefen, obstruktive Ursachen wie Polypen, Neoplasien, übermäßige Cerumenproduktion, zu viele Haare im Gehörgang etc.

Tu dies!

Erhebung einer ausführlichen Anamnese

Adspektion und Palpation der Pinnae und des Gehörgangs

otoskopische Untersuchung (mit sorgfältiger Inspektion, ob das Trommelfell intakt ist)

mikroskopische Untersuchung des Cerumens auf Otodectes cynotis

zytologische Untersuchung des Cerumens

ggf. BU

Bloß nicht!

Bei nicht intaktem Trommelfell keinesfalls ototoxische Medikamente verwenden, da bei Hunden und Katzen die Ototoxizität meist erst entdeckt wird, wenn schon größere neurologische Schäden entweder an der Cochlea (Taubheit) oder an den Bogengängen (Vestibulärsyndrom) auftreten. Beispiele einiger potenziell ototoxischer Wirkstoffe: alle Aminoglykosid-Antibiotika, Chloramphenicol, Chlortetracyclin, Erythromycin, Oxytetracylin, Polymyxin B, Tetracyclin, Vancomycin.

Bei der parasitären Otitis externa sollte eine systemische und topische Therapie mit einem Antiparasitikum gewählt werden. Eine sorgfältige Ohrreinigung mit einem nicht ototoxischen Ohrreiniger (z.B. Squalen, Tris-EDTA, NaCl) sollte immer in der Praxis erfolgen, um das Trommelfell beurteilen zu können und so anschließend das geeignete topische Produkt auswählen zu können. Herkömmliche Ohrreiniger enthalten häufig Detergenzien und können so irritierend wirken bzw. auch ototoxisch. Bei Vorhandensein von stark zeruminösem Exsudat bei einem intakten Trommelfell sollte ein Ohrreiniger mit einer zeruminolytischen Wirkung verwendet werden.

Bakterielle Otitiden sollten topisch und systemisch antibiotisch behandelt werden. Die Therapie einer Hefepilzinfektion im Ohr besteht aus der Gabe eines Antimykotikums (topisch und/oder systemisch).

Hochgradige entzündliche Ohrerkrankungen sollten parallel mit einem antiinflammatorischen Wirkstoff behandelt werden.

Die Therapie einer Otitis externa beruht immer auf der Behandlung der prädisponierenden bzw. primären Faktoren.

7.3.2 Analbeutelerkrankungen

Siehe hierzu auch unter ▶ Analdrüsen.

Analbeutelentzündungen bzw. -abzesse kommen hauptsächlich beim Hund vor, seltener bei der Katze. Typische Kennzeichen sind:

analer Juckreiz

stetiges Lecken im Afterbereich

Unruhe

Schmerzen beim Kotabsatz

Die Perianalregion ist dabei gerötet und geschwollen, bei rupturierten Abzessen tritt Exzudat aus dem Fisteltrakt nach außen. Bei rezidivierender Erkrankung sollte an eine darunterliegende Grunderkrankung gedacht werden und diese dementsprechend therapiert werden (z.B. Futtermittelallergie, AD).

Tu dies!

gründliche Anamnese

eingehende klinische, dermatologische Untersuchung

rektale Palpation

Untersuchung des Analsekrets (visuell, mikroskopisch, eventuell BU)

Kotuntersuchung

Ausschluss der DD (Neoplasien der Analbeutel, perianale Fisteln oder auch ein Bandwurmbefall)

Die Therapie besteht aus dem manuellen Ausmassieren sowie einer Spülung der Analbeutel. Zusätzlich empfiehlt sich eine systemische Therapie mit einem Antibiotikum nach Antibiogramm sowie einem NSAID (z.B. Meloxicam).

7.3.3 Juckreiz

Allergie Siehe hierzu das Kapitel Erstversorgung bei ▶ Juckreiz.

8 Was sind die häufigsten Vorstellungsgründe rund ums Auge und wie führe ich einen allgemeinen Untersuchungsgang durch?

Corinna Eule

Augenpatienten werden von ihren Besitzern nur selten mit einer differenzierten, anatomischen Diagnose, sondern meist aufgrund eines klinischen Bildes vorgestellt: z.B. das „rote Auge“, das „schmerzhafte Auge“, ein „tränendes Auge“, ein „trübes Auge“ oder ein „vorstehendes Auge“. Darüber hinaus kann die Verschlechterung des Sehvermögens Grund für Vorstellung eines Patienten sein.

Tu dies!

Die Untersuchung sollte in einer ruhigen Umgebung und in einem Raum stattfinden, der verdunkelt werden kann.

Der Grundablauf der Untersuchung ist stets gleich; außerdem stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung, die ergänzend angewandt werden können ( ▶ Tab. 8.1). Wichtig ist eine zusätzliche allgemeine Untersuchung, denn oftmals manifestieren sich systemische Erkrankungen am Auge.

Tab. 8.1

 Ablauf und Struktur einer Augenuntersuchung.

Untersuchungsschritt

Inhalt

Signalement

Rasse

Alter

Geschlecht

Vorbericht

Dauer und Verlauf der Erkrankung

Vorbehandlung (lokal und systemisch)

systemische Erkrankung(en), ggf. Therapie(n)

Herkunft, Haltungsform

Adspektion

Beobachtung „Hands off“

Visustests

z.B. Hindernissparcours, Tisch-Schreit-Probe, Wattebauschtest, Drohantwort

Reflexe

Lidreflex

Blendreflex

Pupillarreflex

Inspektion

genaue Inspektion der Augenabschnitte „Hands on“

Tu dies!

Die optimale Position des Patienten ist die sog. Sphinxstellung in Richtung der kurzen Seite des Untersuchungstisches ( ▶ Abb. 8.1). Wenn das Tier Sie fronal anblickt, können Sie die Augen direkt untersuchen.

Abb. 8.1